Bewahre uns vor Verwirrung und Sünde

Am 33. Sonntag im Jahreskreis und am 1. Adventsonntag hören wir im Evangelium Abschnitte aus den Reden Jesu über die Endzeit. Er spricht von seinem Wiederkommen in Herrlichkeit zum Gericht und von den apokalyptischen Ereignissen, die dem vorausgehen. Jesus will uns damit vor allem zwei Wahrheiten einprägen:
1) Es gibt ein Gericht, es gibt die Gerechtigkeit Gottes, die sich  endgültig gegen alle bösen Mächte durchsetzen wird, und
2) Gott ist es, der die Welt mit seiner gütigen und weisen Vorsehung lenkt und uns durch alle Nöte dieser Welt zur ewigen Vollendung führt.

Deshalb ist es für uns als gläubige Menschen wichtig, dass wir ganz im Glauben und im Vertrauen auf die Vorsehung Gottes leben, aber zugleich auch wachsam bleiben, damit wir die Zeichen der Zeit erkennen, nicht falschen Heilsversprechungen nachlaufen und uns durch das, was auf uns zukommt, nicht in Angst und Verwirrung bringen lassen.

Aber was können wir tun, damit unser Glaube größer wird? Das Wichtigste ist sicherlich das Gebet um den Heiligen Geist. Vieles liegt ja an der Sichtweise, wie wir die Dinge innerlich sehen.

Zur Zeit des hl. Gregors des Großen gingen die Stürme der Völkerwanderung und der Zerstörung der alten Kultur über das Abendland hinweg. Für die Menschen der damaligen Zeit war dies eine so große Katastrophe, dass viele in Verwirrung und Panik gerieten und schon den Weltuntergang erwarteten. Deshalb hat der hl. Gregor in das Gebet nach dem Vaterunser in der heiligen Messe ausdrücklich die Bitte um die Bewahrung vor Verwirrung hinzugefügt. „Bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten.“

Der Heilige Geist hilft uns, die Augen unserer Seele nicht so sehr auf die Widerwärtigkeiten zu richten, die wir zu erdulden haben, sondern vielmehr auf das Gute, das die göttliche Vorsehung damit hervorbringen will. Natürlich werden wir nicht immer gleich einsehen, wozu es gut ist, aber wir können daran glauben, dass Gott es weiß.

Ein Kapitän erzählte, dass er mit seinem Schiff in der Nähe der Goldküste (Westafrika) vor Anker gehen wollte. Aber vom Hafen aus kam das Signal: Sofort in den Hafen einkehren! Gefahr! Der Kapitän ließ den Anker einziehen und suchte den schützenden Hafen auf. Dort angekommen, fragte er, warum er nicht draußen vor Anker bleiben durfte. Die Antwort war: Dort draußen ist fauler Grund. Wenn ein Sturm kommt, hält der Anker nicht. Das Schiff könnte leicht an den Felsen zerschellen.

Nicht die Welt kann uns mit ihren Versprechungen Schutz und festen Halt bieten. Wenn wir aber unser Herz immer wieder im Gebet beim Herrn verankert halten, dann geraten wir nicht in heillose Verwirrung, wenn die Stürme kommen. Der hl. Paulus sagt, dass Gott jenen, die ihn lieben, alles zum Guten gereichen lässt.

 

Fegefeuer

Natuzza Evolo (1924-2009) aus Kalabrien ist eine italienische Mystikerin, für die ein Seligsprechungsverfahren eröffnet wurde. Seit ihrer Kindheit hatte sie Erscheinungen von Jesus, Maria, ihrem Schutzengel… Später erschienen ihr auch Verstorbene, um ihr Botschaften für die Lebenden zu übermitteln.

1944 verlangte sie nach einer Vision den Bau „eines großen Hauses, um denen Linderung zu verschaffen, die in Not sind, und einer großen Kirche, die Unbeflecktes Herz Mariä, Zuflucht der Seelen‘ genannt werden soll“. Dreiundvierzig Jahre später, am 13. Mai 1987, willigte der Ortsbischof ein, eine Vereinigung mit diesem Namen zu gründen, die das Werk in die Tat umsetzen soll.

Natuzza betete viel für die Seelen im Fegefeuer und lud die Menschen ein, es ihr gleich zu tun und besonders die hl. Messe für sie aufzuopfern. Sie sagt: „Ihr, die ihr oberflächlich denkt, dass alle Seelen ins Paradies kommen, sollt wissen, dass es die Hölle und das Fegefeuer auch gibt, und dass eine einzige Todsünde, bösgläubig begangen und nicht eingestanden oder eingestanden ohne echte Reue, euch darin hindert, ins heilige Paradies einzutreten. Wenn ihr Todsünden begangen habt, müsst ihr sie unbedingt einem Priester beichten und echte Reue erwecken.“

 

Die „Drei Ave Maria“-Andacht

Die Gottesmutter gab einst der heiligen Mechtild von Hackeborn, einer Benediktinerin aus dem 13. Jahrhundert (+ 1299), ein Versprechen, das auch für uns heute noch große Bedeutung hat. Gegen Ende ihres Lebens dachte die Heilige voller Bangen an den großen Augenblick, da ihre Seele den Körper verlassen würde, um in die Ewigkeit einzugehen. Darum bat sie die Mutter Gottes um gnädigen Beistand für ihre letzte Stunde.

Maria, die ihrer treuen Dienerin schon oftmals erschienen war, erhörte ihr Flehen und sprach in einer Vision zu ihr: „Ja, ich werde deine Bitten bestimmt erfüllen, meine Tochter, aber ich verlange von dir, dass du täglich mir zuliebe drei Ave Maria betest.

Das erste Ave zu Ehren Gott Vaters, der in seiner herrlichen Allmacht meine Seele so auszeichnete, dass ich nach ihm allmächtig im Himmel und auf Erden bin.
Das zweite Ave zu Ehren Gottes des Sohnes, der in der Größe seiner unerforschlichen Weisheit mich mit solchen Gaben der Wissenschaft und des Verstandes schmückte und erfüllte, dass ich inniger als alle Heiligen die Allerheiligste Dreifaltigkeit schauen darf. Er hat mich überdies mit einem Glanz übergossen, dass ich wie eine strahlende Sonne den ganzen Himmel erleuchte.
Das dritte Ave zu Ehren des Heiligen Geistes, der die süße Fülle seiner Liebe in mein Herz gegossen hat und mich so gut und barmherzig schuf, dass ich nach Gott das sanfteste und gütigste Wesen bin.“

Und Maria gab jenen, die diese drei „Gegrüßet seist du Maria“ zu Ehren der heiligsten Dreifaltigkeit treu beten, noch die folgenden Verheißungen:

„Ich werde dir in der Todesstunde beistehen, dich trösten und alle Macht des Teufels von dir fernhalten. Ich werde dir das Licht des Glaubens und der Erkenntnis eingießen, damit dein Glaube nicht durch Unwissenheit oder Irrtum versucht werde. Ich werde dir in der Stunde des Hinscheidens nahe sein und in deine Seele die Wonne der göttlichen Liebe überströmen lassen, damit kraft ihrer Übermacht alle Todespein und Bitterkeit durch die Liebe sich in Glückseligkeit wandle.“

Diese Gebetsübung der drei Ave Maria entsprang also nicht menschlichem Wollen und Bemühen, sondern war die Frucht einer ausdrücklichen Offenbarung Mariens. Maria will uns dazu einladen, mit das Geheimnis der Dreifaltigkeit Gottes anzubeten. Viele Heilige, Priester, Bischöfe und Päpste haben diese Andacht den Gläubigen empfohlen und es gibt viele Zeugnisse darüber, wie Maria ihre Versprechen erfüllt.

Ein Pfarrer z.B. berichtet, dass er in seiner Pfarre des Öfteren einen alten, kranken Witwer besuchte, der dem Sterben nahe wahr. Er sprach mit ihm auch über den Empfang der Sakramente. Als er auf die Beichte zu sprechen kam, da reagierte der Kranke heftig mit Ablehnung. Der Pfarrer lud ihn ein, mit ihm zusammen noch drei Ave Maria zu beten. Als er nach dem Gebet gehen wollte, rief ihn der Kranke zurück – er war völlig verwandelt – und bat ihn um die Beichte. Er erzählte dann, dass seine Frau ihn vor ihrem Sterben gebeten habe, täglich drei Ave zu beten, was er auch ihr zuliebe eingehalten habe. So konnte er dann versöhnt mit Gott und den Menschen in Frieden sterben. Maria hat hier geholfen.

Ein junger Mann schrieb in einem Zeugnis: „Seit drei Jahren war ich ein Sklave unreiner Leidenschaften. … Ich versank immer tiefer in den Sumpf schwerer Sünden und Gotteslästerungen und war nahe am Verzweifeln. Da machte mich ein Franziskanerpater auf die heilsame Andacht der ‚Drei Ave Maria‘ aufmerksam. … Ich weiß nicht, Hochwürden Herr Pater, was mit mir geschehen ist, aber ich versichere Ihnen: Seit diesem Augenblick hat sich in mir eine wunderbare Wandlung vollzogen. Ich erlag keiner Versuchung mehr … Maria sei Dank.“

 

Der Handstand

Eine Frau erzählt, dass sie sich fest vorgenommen hatte, besser auf Gottes Stimme und seine Einladungen zu hören als bisher. Sie fuhr eines Tages zu einem großen Einkaufszentrum mit vielen Geschäften und Stockwerken. Als sie vor dem Gemüse stand, geschah etwas Seltsames. Im Inneren vernahm sie eine Stimme, die zu ihr sagte: „Geh zur Mitte des Einkaufszentrums, mach einen Handstand und schreie laut!“

War das wirklich Gottes Stimme oder ein Täuschung? „Das kann doch nicht wahr sein. Gott, bist Du das wirklich? Ich kann doch hier keinen Handstand machen. Und wenn ich dann auch noch laut schreie, mache ich mich vollends lächerlich.“ So setzte die Frau ihre Einkäufe fort. Aber eigenartig – immer wieder wurde sie innerlich gedrängt, zur Mitte des Einkaufszentrums zu gehen und das Verlangte zu tun. So gab sie diesem inneren Drängen nach.

Als sie sich unbeobachtet fühlte, versuchte sie einen Handstand zu machen und schrie. Also, das war getan! Jetzt aber nichts wie weg von dieser Stelle! Sie wollte schon ins nächste Geschäft verschwinden, als sie ein lautes Schluchzen hörte, und zwar von der Galerie über ihr her. Dort erblickte sie eine junge Frau, und sie fuhr mit der Rolltreppe zu ihr hoch. Die junge Frau fragte sie: „Warum haben Sie das gemacht?“ Die Frau wollte das Erlebnis mit der inneren Stimme nicht erwähnen und sagte nur: „Verzeihen Sie, das ist normalerweise nicht meine Art, so rumzuschreien.“

Da erzählte die weinende junge Frau, sie habe gerade zu Gott gebetet: „Gott, wenn es Dich gibt, dann lass eine Frau da unten einen Handstand machen und laut schreien … , dann nehme ich mir das Leben nicht.“ Gott in Seiner unfassbar großen Liebe wollte sie vor der schrecklichen Tat, vor dem Selbstmord, bewahren! Wir begreifen oft zu wenig, was Gott in seiner Güte alles aufwendet, um uns für den Himmel zu retten! Aber er möchte auch, dass wir auf ihn hören, damit er uns zur Rettung anderer gebrauchen kann.

 

Ich habe so gebetet, dass du kommst!

Ein Pfarrer berichtet aus seinen Erfahrungen: „In diesem Bericht geht es zwar nicht um ein Wunder, aber um eine beeindruckende Gebetserhörung: Als ich noch im Priesterseminar in Schwaz im Tiroler Unterinntal studierte, erlebte ich eines Tages folgendes: Zu Mittag drängt es mich plötzlich mächtig, nach Innsbruck zu fahren. Ich überlege kurz und stelle fest, dass ich in Innsbruck heute weder etwas besorgen muss noch jemanden besuchen will. Eigentlich möchte ich heute nicht nach Innsbruck fahren. Doch weil mich irgendetwas dazu drängt, fahre ich schließlich mit dem Bus nach Innsbruck. Unterwegs denke ich mir, wie sinnlos es eigentlich ist, dass ich heute dorthin fahre, da ich doch dort überhaupt nichts vorhabe. Als der Bus in Innsbruck ist, steige ich an einer Stelle aus, wo ich sonst nie ausgestiegen bin. Kaum bin ich auf der Straße, kommt ein mir gut bekanntes Kind auf mich zu und ruft: ‚Ich habe so gebetet, dass du kommst!'“ Die Gebetsmacht der Kinder ist groß. Aber wir müssen auch immer neu bereit sein, den Eingebungen des Hl. Geistes oder des Schutzengels zu folgen.

 

Mein Herz ist eine fortdauernde Krippe

Weihnachten ist das Fest, an dem Gott immer wieder Wunder der Bekehrung wirkt. Eine solche besondere Weihnachtsgnade hat Philippe Guillard empfangen, von der er seitdem immer wieder ergriffen Zeugnis gibt.

Philippe berichtet, dass er zwar als Kind getauft wurde, aber nur eine ärmliche katholischen Erziehung empfing. Schon als Jugendlicher hatte er sich, so wie er dachte, für immer von Gott abgewandt. Es brauchte Jahrzehnte des geduldigen Wirkens Gottes, um die dicke Mauer, die er als atheistischer Naturwissenschaftler zwischen sich und seinem Schöpfer errichtet hatte, rissig werden zu lassen.

Es waren Jahre, geprägt von „einer brennenden Sehnsucht nach etwas Größerem“. Es war ein vergebliches Suchen nach dem Sinn des Lebens auf den unbefriedigenden Schleichwegen der Psychoanalyse, der Freimaurerei, der östlichen Spiritualitäten, bis der Stolz einbrach und sein Herz offen war, so dass Jesus Christus in ihm geboren werden konnte.

An jenem Weihnachtsabend 2015 traf seine Frau Jeanne die üblichen Vorbereitungen für das Fest. Da plötzlich, gedrängt von einer unwiderstehlichen Eingebung, wendet sich Jeanne an Philippe und erklärt ihm dezidiert: „Ich muss dich jetzt dorthin führen, wohin du gehen willst“. Er antwortete verblüfft: „Was? Aber ich will doch nirgends hingehen!“ Darauf folgt ein surrealer Dialog: „Ich bin mir aber ganz sicher, und wir werden hingehen.“ „Aber wohin willst du gehen?“ „Ich nehme dich in die Messe mit!“ „In die Messe?! Nein, dahin gehe ich nicht, sicher nicht!“ – „Ich versichere dir: Wir gehen!“

Und dann spricht Jeanne ein Machtwort und schleppt ihn hinaus in Wind und Regen. Die Kirche ist nicht weit. Sie kommen gerade pünktlich an. Jeanne öffnet das schwere Tor, sie finden zwei Plätze, ganz hinten. Orgelmusik erfüllt den Raum…

Und plötzlich wird Philippe von einer Lichtflut überwältigt, „ein blaues Licht, von dem mir später klar wird, dass es ein ungeschaffenes Licht ist, blau wie die Farbe Mariens“. Es ist erfüllt von einer lebendigen Gegenwart, einer Gegenwart, die mich mit Freude überflutet. Von einem Moment zum anderen wurde er gläubig. „Um 20.30 Uhr betrat ich als Atheist die Kirche, um 20:31 Uhr war ich gläubig und katholisch,“ zieht er Bilanz. Er hatte gefunden, was er so lange gesucht hatte. „Seit dem Weihnachtsabend 2015 ist mein Herz eine fortdauernde Krippe.“

Von nun an, „lenkt Gott alles. Der Herr hat das Steuer übernommen, und Er fährt sehr flott dahin.“

 

Betet täglich den Rosenkranz

In der Zeit vom 8. Mai bis 13. Oktober 1980 erschien die Gottesmutter insgesamt viermal im kleinen Dorf Cuapa in Nicaragua dem bescheidenen Bauern und Mesner Bernardo Martinez (1931-2000). Diese Erscheinungen wurden 1982 vom Bischof der Diözese und später auch von der nicaraguanischen Bischofskonferenz anerkannt, und der Ort wurde zu einem nationalen Heiligtum erklärt.

Nicaragua ist eines der ärmsten Länder Südamerikas. Es wurde durch ein schweres Erdbeben (1972) heimgesucht und durch einen grausamen, von linken Sandinisten und Contras geführten Bürgerkrieg (1978 – 1989) zerrüttet.

In diese Not hinein und in mütterlicher Sorge für ihre Kinder rief Maria die Menschen zum Gebet und zur Bekehrung auf. Ihre Worte sind auch für unsere gegenwärtige Situation sehr aktuell. Hier einige wichtige Aussagen aus ihrer Botschaft:

„Ich komme vom Himmel. Ich bin die Mutter Jesu. … Ich möchte, dass der Rosenkranz jeden Tag gebetet wird.“ „Ich möchte, dass er ständig gebetet wird, in der Familie, zusammen mit den Kindern, die alt genug sind, um ihn zu verstehen; dass er zu einer festen Stunde gebetet wird, wenn es keine Probleme mit der Arbeit im Haus gibt.“ Bernardo berichtet: „Sie sagte mir, dass der Herr es nicht mag, wenn wir Gebete in Eile oder mechanisch verrichten. Deshalb empfahl Maria, das Beten des Rosenkranzes mit dem Lesen von Bibelzitaten zu verbinden und dass wir das Wort Gottes in die Praxis umsetzen sollen.“ „Betet! Bete, mein Sohn, den Rosenkranz für die ganze Welt. Sage den Gläubigen und den Ungläubigen, dass die Welt von großen Gefahren bedroht ist. Ich bitte den Herrn, seine Gerechtigkeit zu besänftigen, aber wenn ihr euch nicht ändert, werdet ihr das Kommen eines Dritten Weltkrieges beschleunigen.“

Als Bernardo Maria fragte, ob hier eine Kirche gebaut werden sollte, gab sie zur Antwort: „Nein! Der Herr will keine materiellen Kirchen, er will lebendige Tempel, die ihr selbst seid. Stellt den heiligen Tempel des Herrn wieder her. In euch ist die Genugtuung für den Herrn. Liebt einander. Vergebt einander. Schafft Frieden. Bittet nicht nur um Frieden, sondern schließt Frieden. … Bleibt immer fest im Katechismus. Nach und nach werdet ihr alles begreifen, was der Katechismus bedeutet. Betrachtet in der Gemeinschaft die Seligpreisungen, abseits von allem Lärm.“ „Erfüllt eure Pflichten. Setzt das Wort Gottes in die Praxis um. Sucht nach Wegen, Gott zu gefallen. Diene deinem Nächsten, denn auf diese Weise wirst du Ihm gefallen.“

Als Bernardo einige Anliegen von Teilnehmern bei den Erscheinungen Maria mitteilte, antwortete sie: „Sie bitten mich um Dinge, die unwichtig sind. Bittet um den Glauben, um die Kraft zu haben, dass jeder sein eigenes Kreuz tragen kann.“ „Das Leiden in dieser Welt kann nicht beseitigt werden. So ist das Leben nun einmal. Es gibt Probleme mit dem Ehemann, mit der Ehefrau, mit den Kindern, mit den Brüdern. Redet und sprecht miteinander, damit die Probleme in Frieden gelöst werden. Greift nicht zur Gewalt. Wendet niemals Gewalt an. Betet um Glauben, damit ihr Geduld habt.“ Maria sprach auch zweimal vom Dritten Weltkrieg: „Nicaragua hat seit dem Erdbeben sehr gelitten, und es wird weiter leiden, wenn ihr euch nicht ändert. Wenn ihr euch nicht ändert, werdet ihr das Kommen des Dritten Weltkriegs beschleunigen.“

Bernardo durfte auch einen Blick in den Himmel tun: „Ich habe euch die Herrlichkeit des Herrn gezeigt, und diese werdet ihr erlangen, wenn ihr dem Herrn, dem Wort des Herrn, gehorcht, wenn ihr beharrlich den heiligen Rosenkranz betet und das Wort des Herrn in die Tat umsetzt“. „Lasst euch nicht betrüben. Ich bin bei euch, auch wenn ihr mich nicht seht. Ich bin die Mutter von euch Sündern.“

 

Die Prüfung

Der 2014 heilig gesprochene Papst Johannes Paul II. hat sich unermüdlich durch seine vielen Reisen für die Neuevangelisierung hingegeben, damit die Menschen im Glauben an Jesus Christus gestärkt werden. Durch seine Erfahrungen mit dem Kommunismus in Polen war er sich bewusst, dass dieser atheistische Geist eine große Gefahr für die Kirche ist. Noch als Kardinal hat er beim eucharistischen Kongress in Philadelphia 1976 gesagt:

„Wir stehen jetzt vor der größten Konfrontation, die die Menschheit in ihrer Geschichte jemals erlebt hat. Ich denke nicht, dass der Großteil der amerikanischen Gesellschaft oder die gesamte Christenheit dies in vollem Umfang realisiert. Wir stehen jetzt vor dem Endkampf zwischen der Kirche und der Anti-Kirche, zwischen dem Evangelium und dem Anti-Evangelium, zwischen Christus und dem Antichrist. Diese Konfrontation liegt in den Plänen der göttlichen Vorsehung. Deshalb ist sie in Gottes Plan, und es muss ein Kampf sein, den die Kirche aufnimmt und tapfer bestreitet.“

Auch als Papst hat er auf diese Prüfung, die die Kirche zu bestehen hat, hingewiesen. Im Blick auf die Botschaft von Fatima und das dritte Geheimnis hat er 1980 bei seinem Deutschlandbesuch in Fulda gesagt:

„Wir müssen uns wohl in Bälde auf große Prüfungen gefasst machen. Ja, die sogar den Einsatz unseres Lebens fordern können und die Ganzhingabe an Christus und für Christus! Es kann gemildert werden durch euer und unser Gebet, aber nicht mehr abgewendet werden. Nur so kann die wirkliche Erneuerung der Kirche kommen. Wie oft schon wurde im Blut die Erneuerung der Kirche geboren. Nicht anders wird es auch diesmal geschehen. Seien wir stark und bereiten wir uns vor und vertrauen wir auf Christus und seine heilige Mutter! Beten wir sehr viel und oft den Rosenkranz!“ .

 

Sogleich öffneten sich seine Ohren

Mit den Wort „Effata“ – öffne dich – hat Jesus die Ohren und den Mund eines Taubstummen berührt und geheilt. Davon hören wir im Evangelium zum 23. Sonntag im Jahreskreis (B). Bei der Feier der Taufe gibt es den sogenannten Effata-Ritus, der uns daran erinnert, dass Gott uns durch die Taufe die Ohren und den Mund geöffnet hat, damit wir auf sein Wort hören und uns zu ihm bekennen. Aber was im Sakrament an uns geschehen ist, soll auch im Leben verwirklicht werden.

Leider gibt es in unserer Zeit so viele Getaufte, die geistlich gesehen taubstumm geblieben oder geworden sind, wie der Prophet Jesaia schon zu seiner Zeit gesagt hat: die hören können und doch nicht hören, die reden können und doch stumm sind.

Die geistliche Taubheit besteht darin, dass man die Wahrheit des Glaubens und die Stimme Gottes, die zu uns im Gewissen und im Herzen spricht, nicht mehr hören kann, dass man das geistige Ohr verschließt.

Diese Art der Taubheit hat gewöhnlich auch das Stummsein zur Folge: Es besteht in der Vernachlässigung des Gebetes. Aus dem Mund des Stummen kommt keine Bitte um die Hilfe Gottes und kein Dank für empfangene Wohltaten.  Er ist auch nicht mehr imstande oder nicht mehr gewillt, sein Sünden in der heiligen Beichte zu bekennen, um die Verzeihung zu erlangen. Wer sein geistliches Ohr für den den Glauben verschließt, wird also die Sprache des Gebetes nicht gebrauchen, der kann auch nicht wirklich richtig erlösend reden und bekennen, was in seinem Herzen an Schuld verborgen ist. Es ist ein schlimmer geistlicher Zustand, wenn also ein Mensch in seiner Seele taubstumm ist. Gläubige Eltern machen oft die Erfahrung, dass ihre Kinder, die sich vom Glauben abgewendet haben, einfach nicht mehr auf das hören, was sie über den Glauben sagen. Sie sind einfach taub. Das Wort Gottes kann nicht mehr in ihre Seele eindringen.

Aber was können wir tun? Das heutige Evangelium zeigt uns hier den Weg. Dieser Taubstumme wäre damals wohl nie von selber zu Jesus gekommen, um ihn um Hilfe zu bitten, er konnte ja nichts über Jesus hören. So mussten ihn die anderen zu Jesus bringen und Jesus um Hilfe und Heilung bitten.

Genau das ist auch unsere Aufgabe. Jene, die geistlich taub und stumm sind, bemerken ihr eigenes Elend nicht und es hilft nicht, ihnen zuzureden, ihnen etwas vom Glauben, von den Geboten Gottes  zu sagen, sie hören die Worte doch nicht.

Aber wenn wir sie einerseits durch unser inständiges Gebet zum Herrn bringen und sie andererseits voll Glauben vielleicht zu einer Wallfahrt, zu einer guten Glaubensveranstaltung, zu Exerzitien, zu einem Abend der Barmherzigkeit, zu einer hl. Messe, zur Anbetung … einladen und mitnehmen, dann bieten wir dem Herrn die Gelegenheit, dass er sie in ihrem Herzen berühre und ihnen die Ohren öffne  .

 

Der hl. Josef hat nun doch geholfen

Das Jahr zu Ehren des hl. Josef lädt uns ein, auf die Fürsprache und Hilfe dieses großen Heiligen zu vertrauen. Ein gläubiges Ehepaar berichtet:

Nach ihrer Hochzeit mussten sie erfahren, dass ihre Ehe kinderlos blieb. In der Kirche, in der sie fast täglich die hl. Messe besuchten, sind sie immer zu einer Josefsstatue gegangen, um dem hl. Josef ihren Kinderwunsch anzuvertrauen. Aber es hat sich nichts geändert, es schien ihnen, dass er ihre Bitte nicht hörte. Aus beruflichen Gründen sind sie dann in eine andere Stadt gezogen. Nach einiger Zeit bekamen sie Anfang März ganz unerwartet einen Anruf von Bekannten mit der Frage, ob sie bereit wären, ein Kind zu adoptieren. Sie haben dieses Angebot mit großer Freude und großherzig angenommen.

An dem Tag als sie diese Nachricht erhielten, riss die Frau das Kalenderblatt eines Heiligenkalenders ab. Und sie staunte nicht wenig: Auf dem nächsten Blatt war jene Josefsstatue abgebildet, vor der sie so lange gebetet hatten. Das war ein überwältigendes Zeichen für sie, dass der hl. Josef nun doch geholfen hat. Als sie den Namen des Kindes erfuhren, das sie zur Adoption annahmen, durften sie noch einmal ein Zeichen Gottes erkennen, denn es hatte den Namen des Patrons jener Kirche, in der sie so viel gebetet hatten.