Mit dem Rosenkranz ist der Sieg unser

Die Diözese Maiduguri im Nordosten Nigerias war seit 2009 eine der am stärksten vom islamistischen Terrorismus betroffenen Regionen des Landes. Doch in jüngster Zeit hat sich die Lage gebessert. Bischof Oliver Dashe Doeme führt dies auf eine Gebetsaktion zurück, die er 2014 nach einer Vision ins Leben rief. In einem Gespräch mit „Kirche in Not“ (Dez. 2024) berichtet er, dass 2009 die islamische Terrorsekte Boko Haram entstand, deren Ziel die Beseitigung des Christentums ist, nicht nur im Nordosten Nigerias, sondern im ganzen Land und über dieses Land hinaus. Der Höhepunkt der Krise war im Jahr 2014. Christliche Dörfer und Familien wurden angegriffen, Ernten wurden zerstört, 25 Priester vertrieben, 45 Ordensschwestern und 200 Katecheten mussten fliehen, weit über 200 Kirchengebäude wurden zerstört und viele Katholiken getötet. Die Leute flohen in verschiedene Richtungen.
(Nach Angaben der nigerianischen Organisation „International Society for Civil Liberties and the Rule of Law“ wurden seit Beginn des Terrors bis 2025 an die 12 000 Christen in ganz Nigeria getötet.)

In dieser schlimmen Zeit „betrat ich Ende Oktober 2014 abends die Kapelle, um zu beten. Und ich fing an zu beten und betete meinen Rosenkranz. … Wir haben natürlich das allerheiligste Sakrament, das ständig auf dem Altar in der Bischofskapelle ausgesetzt ist. Als ich diesen Rosenkranz betete, erschien plötzlich Jesus Christus auf der rechten Seite des Altars, nicht physisch, sondern in einer Vision. Also hob ich meinen Kopf und sah ihn und sagte: ‚Herr, was ist das?‘ Er hat mir nichts gesagt. Er trug das Gewand eines Zimmermanns und kam auf mich zu. Und was hielt er da in seinen Armen? Es war ein sehr langes Schwert. Als er sich mir näherte, streckte er seine Arme aus und gab mir das Schwert. Da ließ ich den Rosenkranz fallen, den ich in meinen Händen hielt. Ich ließ ihn auf die Kirchenbank fallen, öffnete meine beiden Arme und nahm das Schwert entgegen. Und das Schwert wurde zu einem Rosenkranz. Und dann sagte Jesus Christus, Boko Haram ist weg, Boko Haram ist weg, Boko Haram ist weg, dreimal. Und er verschwand.
Nach dieser Erfahrung war ich darüber zutiefst erschüttert, aber später beruhigte ich mich und sagte, nun, es ist eine klare Botschaft. Mit dem Rosenkranz werden wir die Krise überwinden. Mit dem Rosenkranz ist der Sieg unser.“

Im Jänner 2015 rief Bischof Oliver seine Priester zusammen und erzählte ihnen von dieser Vision. „Sie haben sich sehr darüber gefreut. Sie sagten, nun, das bedeutet, dass wir unser Rosenkranzgebet intensivieren, unser Gebet intensivieren und Marienandachten halten sollten.“
„Und ich kann Ihnen sagen, dass unser Volk trotz dieser verheerenden Erfahrungen einen sehr, sehr starken Glauben hat. Die Quelle unserer Kraft liegt natürlich in der Eucharistie. In unserer Diözese haben wir vor jeder Messe eine Stunde Anbetung des Allerheiligsten Sakraments. Und dann ist als drittes die Mutter Gottes. Unsere Liebe Frau ist die Quelle unserer Stärke.“

„Alles, was wir tun müssen, ist weiterhin den Rosenkranz zu beten und uns an allen Marienandachten zu beteiligen. Und lassen Sie mich Ihnen sagen, dass wir in unserer Diözese eine Reihe von Marienandachten eingeführt haben. Eine davon ist die Rosenkranzprozession. Genau das geschieht in unserer Diözese und auch in den anderen Teilen Nigerias. So auch die Weihe unseres Bistums an das Unbefleckte Herz Mariens. Jetzt gibt es in unserer Diözese viele Wunder.“ „15 Jahre Terroranschläge von Boko Haram, einer der tödlichsten Terrorgruppen der Welt, und dennoch wurde kein Priester in unserer Diözese getötet, weil unsere Mutter Maria ihre Priester beschützt.“ „Boko Haram wird uns niemals unseren Glauben nehmen.“

Rosenkranz – ein Heilmittel

Auf seinem Instagram-Account berichtet der aus Spanien stammende Internist Dr. José Jorge Maya über seine Erfahrungen mit dem Rosenkranzgebet:

„In einem meiner letzten Videos, in dem ich beim Rosenkranzbeten zu sehen war, hat das viel Aufmerksamkeit erregt, und viele Menschen haben mir schöne Kommentare zu diesem großartigen Gebet hinterlassen. Als Arzt wollte ich daher in der Literatur nachlesen, welche Vorteile das Rosenkranzbeten für die Gesundheit haben kann. Zunächst einmal verlangsamen sich beim Rosenkranzbeten unsere Atemfrequenz und unsere Herzfrequenz, was zu einer besseren Synchronisation zwischen Herz-Kreislauf- und Atmungssystem führt, den Blutdruck verändert und die Sauerstoffversorgung des Blutes deutlich verbessert. Dies sorgt nicht nur für ein Gefühl der Ruhe und des Wohlbefindens, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Menschen, die regelmäßig den Rosenkranz beten, empfinden ein größeres Wohlbefinden, mehr Frieden und Erfüllung als Menschen, die nicht täglich beten. …

Als Arzt muss ich zugeben, dass die Beweise nicht stichhaltig und nicht stark genug sind, um es als tägliche Praxis für Ihre Gesundheit zu empfehlen. Als Mensch komme ich jedoch zu ganz anderen Schlussfolgerungen. Ich kann Ihnen sagen, dass ich, seit ich fast täglich den Rosenkranz bete, nicht nur den Frieden und das Wohlbefinden gefunden habe, von denen in den Studien die Rede ist, sondern auch Antworten, Trost und Glauben empfangen durfte. Ich empfehle Ihnen, wenn Sie sich in einer schwierigen Situation befinden, in der Sie Angst, Unsicherheit oder Zweifel empfinden, zögern Sie nicht, sich Gott anzuvertrauen. Nehmen Sie jeden Tag den Rosenkranz zur Hand und überlassen Sie es unserer Mutter Maria, für Sie die richtigen Antworten zu finden.“

 

Botschaft von Fatima

Im Jahre 1933 hat Kardinal Eugenio Pacelli (damals Staatssekretär von Papst Pius XI. und später Papst Pius XII.) im Gespräch mit seinem Freund Graf Enrico Pietro Galeazzi die folgenden prophetischen Worte ausgesprochen, die sich bis heute weitgehend erfüllt haben:

„Ich bin besorgt über die Botschaften der Jungfrau an die kleine Lucia von Fatima. Diese Beharrlichkeit Unserer Lieben Frau angesichts der Gefahr, die die Kirche bedroht, ist eine göttliche Warnung vor dem Selbstmord, den die Veränderung des Glaubens in seiner Liturgie, seiner Theologie und seiner Seele bedeuten würde.

Ich höre um mich herum Erneuerer, die die Heilige Kirche demontieren, die universale Flamme der Kirche zerstören, ihre Vorzüge verwerfen und sie ihre historische Vergangenheit bereuen lassen wollen. Nun, mein lieber Freund, ich bin überzeugt, dass die Kirche Petri ihre Vergangenheit bejahen muss, sonst schaufelt sie sich ihr eigenes Grab. Ich werde diesen Kampf innerhalb der Kirche ebenso wie außerhalb mit größter Energie führen, auch wenn die Mächte des Bösen eines Tages meine Person, mein Handeln oder meine Schriften ausnutzen werden, wie sie heute versuchen, die Geschichte der Kirche zu entstellen. Alle menschlichen Irrlehren, die das Wort Gottes verändern, sind dazu da, dass ein größeres Licht erscheint.

Diese unterentwickelten Völker werden die Kirche retten. Es wird der Tag kommen, an dem die zivilisierte Welt ihren Gott verleugnen wird, an dem die Kirche zweifeln wird, wie Petrus zweifelte. Sie wird versucht sein zu glauben, dass der Mensch Gott geworden ist, dass sein Sohn nur ein Symbol ist, eine Philosophie wie so viele andere. Und in den Kirchen werden die Christen nach der roten Lampe suchen, wo Jesus auf sie wartet, wie die sündige Frau, die vor dem leeren Grab weinte: ‚Wo haben sie ihn hingelegt?'“

Die Hilfe Mariens

Bruder Daniele Natale (1919-1994) wurde in San Giovanni Rotondo geboren und trat 1933 bei den Kapuzinern ein. Er war einer der engsten geistlichen Söhne des heiligen Pater Pio. Er begegnete Pater Pio zum ersten Mal im Alter von fünf Jahren. Für Bruder Daniele wurde 2012 der Seligsprechungsprozess eröffnet.

Bruder Daniele war für seine Liebe zu Maria bekannt. Allerdings gelang es ihm am Anfang nicht immer, sich auf das Rosenkranzgebet zu konzentrieren. „Ich liebte die Mutter Gottes und den Rosenkranz von ganzem Herzen, doch in Momenten körperlicher oder seelischer Schwäche brachte ich es nicht über mich, auch nur ein einziges Gesätz zu beten. … Deshalb habe ich manchmal den Rosenkranz gar nicht erst in die Hand genommen.“ Eine mystische Begegnung mit Maria, die ihm im Traum erschien, veränderte seine Einstellung. Die Mutter Gottes sagte zu ihm: „‚Bete den Rosenkranz, mein Sohn.‘ Ich antwortete schluchzend: ‚Wie soll ich das tun? Ich kann das nicht!‘ Da sagte sie: ‚Ich werde dir helfen. Wir werden gemeinsam beten. Bitte mich im Gebet um alles, was du willst, und ich werde deine Bitte erfüllen.'“

Ein Ereignis, das ihn bewegte, seine einzigartige Mission zur Bekehrung der Herzen zu erfüllen, war sein Todeserlebnis nach einer Krebsoperation 1952. Nach der Operation fiel er ins Koma und starb drei Tage später. Nach drei Stunden stand er aber auf und begann zu erzählen: „Da ich meine Gelübde der Armut gebrochen hatte, kam ich drei Stunden ins Fegefeuer.“ „Das Schmerzhafteste ist das Gefühl, von Gott getrennt zu sein, und das Bewusstsein, dass man alle Mittel zur Erlösung zur Verfügung hatte und sie nicht genutzt hat.“ Er sah dann auch die Heilige Jungfrau Maria. Auf ihre Fürsprache konnte er wieder auf die Erde zurückkehren.

Sie rief laut zur heiligen Jungfrau um Hilfe

Seit 2021 wirken die „Mutter-Teresa-Schwestern“ im Libanon, im nördlichen Teil des Landes, im Bergland, das an die tiefe Schlucht grenzt, die das „heilige Tal“ genannt wird. Dort sind einige der frühesten christlichen Klöster der Welt entstanden. Bis heute leben Christen, auch Eremiten, im Tal bzw. in der näheren Umgebung. Die Mutter-Teresa-Schwestern haben ein kleines Kloster in der Gegend und nehmen sich der Armen an. In der Zeitschrift ‚Maria, das Zeichen der Zeit‘ (Nr. 212) berichtet eine der Schwestern über ihre Arbeit.

Das Dorf, in dem sie wirken, wurde im September 2024 von einigen Unglücksfällen heimgesucht. Eine fünfköpfige Familie kam bei einem Autounfall ums Leben. Ein Mann, der einem anderen nach dem Einsturz einer Mauer zu Hilfe eilte, kam selber ums Leben, da ein weiteres Mauerstück auf ihn fiel. Erschüttert von dem Geschehen, beschlossen die Dorfbewohner, mehrere Tage lang Anbetung sowie eine Novene zur Gottesmutter und zur hl. Mutter Teresa zu halten. In einer Prozession mit dem Allerheiligsten gingen sie betend an alle Unfallorte. Man gedachte der Toten und flehte zu Gott um Bewahrung vor weiterem Unglück.

Wenige Tage später war ein 20-jähriges Mädchen, dessen Mutter im Kloster der Mutter-Teresa-Schwestern mithilft, auf dem Rückweg ins Dorf. Sie wurde unterwegs von einem Auto mitgenommen. Kurz vor dem Ziel, als das Auto auf der kurvenreichen Straße talwärts fuhr, verlor der Fahrer plötzlich die Kontrolle über den Wagen. Ungebremst schoss das Auto talwärts. Auf der Straße kam ihnen eine Frau mit einem kleinen Kind entgegen, auf der anderen Seite stand ein Haus an einem steilen Abhang. Eine Katastrophe schien unausweichlich, egal, auf welche Seite der Wagen steuern würde. Die junge Frau im Auto, tief gläubig, rief laut zur heiligen Jungfrau um Hilfe und griff instinktiv nach der großen Wunderbaren Medaille, die sie stets um den Hals trug.

Plötzlich blieb das Auto mit einem großen Ruck stehen. Ein Rad war auf wundersame Weise in einer Rinne am Straßenrand stecken geblieben, noch bevor das Auto das Haus oder die Frau mit dem Kleinkind erreicht hatte. Das junge Mädchen hatte einen Schock, blieb eine Weile zitternd im Auto sitzen und merkte sodann, dass ihre Wunderbare Medaille nicht in ihrer immer noch zusammengekrampften Hand war. Sie durchsuchte das Auto, fand sie aber nicht. Später, als sie nach Hause kam, merkte sie, dass sie an jenem Tag die Medaille nach dem Duschen im Bad vergessen hatte. Der Himmel und die Gottesmutter hatten nicht auf dieses Versäumnis geschaut, sondern auf die Liebe, das Vertrauen und Beten dieses Mädchens und der Dorfgemeinschaft. Alle Dorfbewohner sind sich einig: Das Rosenkranzgebet, das dieses Mädchen treu pflegt, sowie das Gebet, die Novene und eucharistische Prozession der Bevölkerung haben zu dieser Bewahrung geführt.

Drei Ave Maria

Doris Teh (42) aus Jakarta in Indonesien empfing zu Ostern 2025 mit 20 anderen Erwachsenen die Taufe. Sie erzählt, wie sie zum Glauben gefunden hat: Es begann damit, dass ein Freund aus Kindheitstagen, der selber noch Buddhist war, sie 2023 besuchte und ihr den Rat gab, die „Drei Ave Maria-Novene“ zu beten. Er selbst habe durch diese Novene besondere Gnaden erfahren. So sei er trotz seiner gesundheitlichen Probleme nun nicht mehr auf den Rollstuhl angewiesen und er brauche auch weniger Medikamente. Doris hatte gerade selber große Probleme und Schwierigkeiten mit der Arbeit. Sein Vorschlag überraschte sie, denn „wir waren seit unserer Kindheit Buddhisten. Aber ich befolgte den Rat meines Freundes.“ Sie suchte die Novene im Internet und lud sie auf ihr Handy herunter.

„Ich weiß nicht warum, aber jedes Mal, wenn ich die Novene betete, konnte ich nicht aufhören zu weinen“, und „dann begann ich, den Frieden zu erfahren“, erzählte sie. Nach dem Beten der Novene wurde Doris neugierig auf die Jungfrau Maria. Eine Suche im Internet brachte sie auf die Idee, Maria an einem Wallfahrtsort aus der Nähe zu sehen. Sie fand ein Marienheiligtum in der Provinz Banten. „Dieser erste Besuch im März 2023 machte mich ’süchtig‘. Seitdem gehe ich einmal im Monat dorthin und bete stundenlang“. Doris bemerkte, dass sich ihr Leben durch das Beten änderte. „Früher war ich stur, aber jetzt bin ich ruhiger. Ich lasse ein Problem lieber von selbst lösen.“

In ihr reifte der Entschluss, katholisch zu werden, und sie begann bald mit dem Katechumenenunterricht. „Der Unterricht hat mir viel gebracht. Ich war dankbar, vor allem, weil ich durch das Gebet geheilt wurde.“ Sie ist glücklich, dass Gott in ihrem Leben so viele Wunder gewirkt hat.

Niemand wird beschämt, der bei dir Fürsprache sucht

Der erst 21-jährige Äthiopier Haftamu Abadi hat den Vienna City Marathon 2025 mit einer Zeit von 2:08:28 gewonnen – und damit Geschichte geschrieben als jüngster Sieger in der 42-jährigen Geschichte des Rennens! Doch es war nicht nur sein Lauftalent, das für Aufsehen sorgte: Direkt nach dem Zieleinlauf zog Abadi ein Andachtsbild der Jungfrau Maria aus seiner Tasche, küsste es, bekreuzigte sich, fiel auf die Knie und dankte in alle Himmelsrichtungen. Auf Instagram schrieb er später: „Heilige Maria, meine Mutter, ich danke dir erneut. Niemand wird beschämt, der bei dir Fürsprache sucht. Die Ehre und der Dank gebühren dir.“ Abadi verriet auch, dass er täglich betet und fast jeden Tag die Kirche besucht.

Maria wirkt Wunder der Gnade

In einem Tiroler Dorf hatte der Mesner nach der hl. Messe einen Mann aus der Schweiz, der dort zu Gast war, angesprochen und ihm eine wundertätige Medaille geschenkt. Er hat ihm auch erklärt, dass Maria schon viele Wunder gewirkt hat, wenn man diese Medaille bei sich trägt. Nach zwei Jahren, im Sommer dieses Jahres (2024), reiste dieser Mann noch einmal in dieses Dorf, um dem Mesner zu erzählen, was geschehen war.

Als er damals nach Hause kam, schenkte er die Medaille seiner Tochter, die für die ganze Familie ein großes Sorgenkind war, da sie nämlich den Drogen und dem Alkohol verfallen war und ein wirres Leben führte. Von dem Tag an, als seine Tochter die Medaille dankbar annahm, hat sie ihr Leben völlig geändert. Sie hat keine Drogen mehr genommen, keinen Alkohol und hat den Weg des Glaubens eingeschlagen. Jetzt ist sie glücklich verheiratet und erwartet das zweite Kind. Der Mann war gekommen, um mit dem Mesner, der ihm damals die Medaille geschenkt hat, die Freude über dieses Wunder zu teilen.

Bitte für uns Sünder

Aus dem Zeugnis von Gisela (2005), die durch das Ave Maria gerettet wurde:

„Ich litt viele Jahre sehr unter Leere und Sinnlosigkeit in meinem Leben. Ich spürte, dass etwas mit meinem Leben nicht in Ordnung war, ich spürte, dass etwas fehlte, aber ich wusste nicht, was. So entschloss ich mich, Philosophie und Psychologie zu studieren, um den Sinn des Lebens zu finden. … Ich lebte in einem studentischen Milieu, das geprägt war von einem großen intellektuellen Hochmut und einer beißenden gesellschaftskritischen Haltung. Jegliche Autorität und alle überlieferten Werte wurden verachtet. Man lebte in diesem Milieu Partnerschaften, die nur das eine einzige Ziel hatten, sich selbst zu entfalten. Begriffe wie Treue und Hingabe waren mir völlig fremd. …

Die Leere in mir begann mich zu zerstören. Mehr und mehr verlor ich die Kontrolle über mein Leben, und meine Verzweiflung wuchs. … Eines Abends war es besonders schlimm. Ich dachte, dass ich dieses Elend nicht mehr aushalten könnte. … Plötzlich stieg wie aus weiter Ferne ein Satz aus meiner Kindheit in mir auf, ein Satz, dessen Inhalt mir völlig unverständlich geworden war. Ich kannte ihn von Maiprozessionen: ‚Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes.‘ Immer wieder sagte ich diesen Satz und schrieb ihn auf einen Zettel.

Plötzlich fühlte ich mich völlig befreit von meiner Todesangst und meiner Verzweiflung. Mich durchströmte ein Gefühl von Geborgenheit und Frieden, wie ich es seit meiner Kindheit nicht mehr erlebt hatte. … Allerdings war es bis zu meiner Bekehrung noch ein weiter Weg. Erst viel später betete ich meinen ersten Rosenkranz. Was ich an diesem Abend erlebte, war ein einmaliges Ereignis, aber ich konnte es nicht mehr vergessen. Maria, die Mutter des Lebens, war gekommen, um alles in die Hand zu nehmen.“

Maria, das Zeichen unseres Heiles

Die Kirche feiert am 15. August mit großer Freude das Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel. Maria wurde am Ende ihres irdischen Lebens gleich mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Das ist unser Glaube.

In der Lesung zu diesem Fest aus der Offenbarung des Johannes (Kap. 12) ist von einem Zeichen die Rede, das uns Gott vom Himmel her geschenkt hat: Es ist Maria. Sie ist die Frau mit der Sonne bekleidet, der Mond unter ihren Füßen und ein Kranz von 12 Sternen um ihr Haupt. An diesem Zeichen des Heiles, das heißt, an Maria können wir uns in allen Nöten unserer Zeit orientieren.

1) Maria ist für uns das Zeichen des Glaubens an Jesus Christus. Denken wir an die vielen Erscheinungsorte. Maria kommt immer wieder vom Himmel her zu ihren Kindern, um sie in das Zentrum des katholischen Glaubens hineinzuführen, zu Jesus Christus, zur Eucharistie, zur Bekehrung zum Bußsakrament. Wie viel Glaubenserneuerung ist von diesen Orten ausgegangen. Wenn wir also Maria verehren und lieben, so wird sie uns zu einem tiefen Glauben an Jesus Christus führen.

2) Maria ist für uns das Zeichen unserer Hoffnung auf das ewige Leben. Für uns als Menschen ist das Ende unseres irdischen Lebens der Tod. Er ist eine gewaltsame Trennung von Leib uns Seele, durch die der Mensch aufhört ein ganzer Mensch zu sein, weil nur mehr die Seele weiterlebt. Der Tod bleibt für uns – wie wir es auch drehen und wenden mögen – etwas Schreckliches, das uns Angst macht. Aber bei Maria war das anders. Weil sie ja ganz ohne Erbsünde und persönliche Sünde war, war das Ende ihres irdischen Lebens ein wunderbarer Übergang in die Verherrlichung von Leib und Seele, es war ein seliger, ganz glücklicher Heimgang zu ihrem Sohn. Und weil Maria so selig und glücklich aus dieser Welt gegangen ist, wird sie all ihren Kindern, die sie als ihre Mutter lieben und verehren, gerade in der letzen Stunde der größte Trost sein und ihnen auch Anteil geben an dieser Seligkeit, mit der sie ins ewige Leben hinübergegangen ist. Maria wird unser Gebet erhören, wenn wir uns immer wieder vertrauensvoll an sie wenden. „Bitte für uns jetzt und in der Stunde unseres Todes.“ Maria, Zeichen unserer Hoffnung.

3) Maria ist das Zeichen der Liebe zu Gott und den Menschen. Jesus hat vom Kreuz herab seine Mutter auch uns als Mutter gegeben. Maria hat uns unter vielen Schmerzen als ihre Kinder angenommen. Und wie einer guten Mutter das Schicksal ihrer Kinder nie gleichgültig ist, so ist auch Maria um das ewige Heil ihrer Kinder besorgt. Deshalb hat sie uns immer wieder aufgerufen, zu beten und zu opfern für die Bekehrung jener Menschen, die in Gefahr sind, ewig verloren zu gehen, weil sie sich durch ihre schweren Sünden von Gott getrennt haben. In Fatima hat Maria gesagt: „Viele gehen verloren, weil niemand für sie betet.“ Maria gibt uns das Zeichen, dass wir nicht mehr egoistisch für uns selber leben, sondern durch unser Dienen, Beten und Opfer mitwirken können an der Rettung vieler.