Sie ist die einzige Kirche

Der große russische Philosoph Wladimir Solowjew (1853-1900), der sich der römisch-katholischen Kirche zuwandte, setzte sich dafür ein, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche zu Rom zurückkehrt. In seinem Buch ‚Die russische Kirche und das Papsttum‘ beschrieb er sehr treffend das Wesen der römischkatholischen Kirche. Er sagt:

„Kein noch so starkes Argument kann die Tatsache widerlegen, dass es außer Rom nur nationale Kirchen wie die armenische oder die griechische Kirche, Staatskirchen wie die russische oder die anglikanische oder aber von Einzelpersonen gegründete Sekten wie die Lutheraner, die Calvinisten, … usw. gibt. Die römisch-katholische Kirche ist die einzige Kirche, die weder eine nationale Kirche noch eine Staatskirche noch eine von einem Menschen gegründete Sekte ist; sie ist die einzige Kirche der Welt, die das Prinzip der universellen sozialen Einheit gegen individuellen Egoismus und nationalen Partikularismus aufrechterhält und bekräftigt; sie ist die einzige Kirche, die die Freiheit der geistlichen Macht gegen den Absolutismus des Staates aufrechterhält und bekräftigt; mit einem Wort, sie ist die einzige Kirche, gegen die die Pforten der Hölle nicht die Oberhand gewonnen haben.“

Franziskusjahr

Anlässlich des Jubiläums „800 Jahre Transitus des heiligen Franziskus“, das an den Übergang des heiligen Franziskus von Assisi aus diesem Leben in die ewige Gemeinschaft mit Gott erinnert, hat Papst Leo XIV. für das Jahr 2026 ein Außerordentliches Heiliges Jahr ausgerufen. Dieses erstreckt sich aufgrund eines päpstlichen Erlasses vom 10. Jänner 2026 bis zum 10. Jänner 2027. In diesem Zeitraum besteht für die Gläubigen unter den üblichen Voraussetzungen die Möglichkeit, einen vollkommenen Ablass zu gewinnen, der einmal täglich erlangt werden kann.
Die allgemeinen Bedingungen, um den Vollkommenen Ablass zu erlangen, sind folgende:

  • Sakramentale Beichte;
  • Abkehr von jeder Anhänglichkeit an die Sünde;
  • Teilnahme an einer Hl. Messe und Kommunion;
  • Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters;
  • Besuch einer Franziskanerkirche (z.B. Kapuzinerkirche Bregenz) oder eines Ortes, an dem der hl. Franziskus verehrt wird;
  • Das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis, Anrufungen der seligen Jungfrau Maria, des heiligen Franziskus von Assisi, der heiligen Klara und aller Heiligen der franziskanischen Familie.

Frömmigkeit

Am 24. Jän. feiert die Kirche den Gedenktag des hl. Franz von Sales. In seinem berühmten Buch Philothea schreibt er über die wahre Frömmigkeit:
„Der Strauß fliegt nie; die Hühner können wohl fliegen, aber nur schwerfällig, selten und nicht hoch; der Adler aber, die Tauben und Schwalben fliegen oft, mit Leichtigkeit und erheben sich hoch in die Lüfte. So schwingt sich auch der Sünder nie zu Göttlichem auf; er lebt nur auf der Erde und für die Erde. Gute Menschen erheben sich, ehe sie die Frömmigkeit erreicht haben, wohl zu Gott durch gute Handlungen, aber selten, langsam und schwerfällig. Fromme Menschen dagegen schwingen sich zu stolzen Höhen empor, sie tun es gern, häufig und schnell. Mit einem Wort: Frömmigkeit ist nichts anderes als Gewandtheit und Lebendigkeit im geistlichen Leben. Sie lässt die Liebe in uns oder uns in der Liebe tätig werden mit rascher Bereitschaft und Freude. Die Liebe bewirkt, dass wir alle Gebote Gottes beobachten; die Frömmigkeit, dass wir sie hurtig und bis ins Kleinste erfüllen. Wer also nicht alle Gebote Gottes erfüllt, kann weder als gut noch als fromm bezeichnet werden; denn um gut zu sein, muss man die Gottesliebe besitzen; um fromm zu sein, außer der Gottesliebe noch eine große Behendigkeit und rasche Bereitschaft zu ihren Werken.“

 

Goldene Narben

In Japan gibt es eine uralte Kunstrichtung, die aus der Not eine Tugend gemacht hat. Sie wird genannt, was man ungefähr mit „Goldflicken“ übersetzen kann. Wenn ein kostbares Porzellan zerbrochen ist, wird es nicht einfach weggeworfen, sondern die Bruchstücke werden mit einer Mischung aus Lack und Goldstaub wieder kunstvoll zusammengefügt. Die Bruchstellen des Materials werden dabei nicht verdeckt, sondern ganz im Gegenteil: Sie werden zu einem sichtbaren Teil der Geschichte des Objekts, die zu einer ganz neuen Schönheit beitragen.

Der Mathematiker und katholische Philosoph Blaise Pascal (1623-1662) hat einmal sehr treffend gesagt: „Es ist nicht auszudenken, was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen.“

Genau das haben viele Heilige auf ihrem Bekehrungsweg getan. Sie waren sich ihrer menschlichen Zerbrechlichkeit bewusst. Sie hätten daran verzweifeln können. Aber sie alle vertrauten auf Jesus, den „himmlischen Kintsugi-Künstler“. Er hat die Wunden, die ihnen das Leben oder die Sünden geschlagen haben, mit dem Lack seiner Barmherzigkeit und dem Goldstaub seiner unendlichen Liebe kunstvoll zusammengefügt und geheilt. Sie haben ihm ihre Schwächen hingehalten, weil sie der Verheißung vertrauten, die im Psalm 51 so wunderbar zum Ausdruck kommt:

„Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.“ Es geht also immer um die Bereitschaft, uns mit allen unseren Schwächen dem Heiland hinzugeben. So kann er uns Heilung und damit Heiligkeit schenken. Er wird die Bruchstücke zusammenfügen. Es bleiben zwar die Narben, aber sie werden vergoldet – wie die verklärten Wunden bei seiner Auferstehung.

 

Ein leeres Herz

Wenn jemand zu den Wüstenvätern kam, um von ihnen aufgenommen zu werden, so fragten sie ihn: „Bringst du ein leeres Herz mit, damit es der Heilige Geist erfüllen kann?“ Sie hatten ganz Recht mit dieser Frage. Denn ein Herz, in dem sich noch so viel Irdisches findet, kann nicht von der Liebe Gottes erfüllt werden. Wer ein Gefäß mit Erde zum Brunnen trägt, wird es nie mit Wasser füllen können, wenn er nicht vorher die Erde daraus entfernt. Woher kommt es, dass Menschen, die an sich viel beten, oft zur hl. Messe gehen, doch in der Liebe zu Gott und den Nächsten nicht wesentlich wachsen? Es kommt daher, dass sie ihre Frömmigkeit mit einem Herzen voller Erde üben, d.h. sie sind voll von Eitelkeit und Eigenwillen, von bestimmten Vorlieben und Anhänglichkeiten. Sie meinen zwar, dass sie die irdischen Dinge gar nicht lieben, solange sie diese besitzen; aber man braucht sie uns nur wegzunehmen, oder wenn sie versuchen, sie selber wegzugeben, dann sehen sie erst, wie sehr sie an ihnen hängen.

 

Pilger der Hoffnung

Das Heilige Jahr 2025 steht im Zeichen der Hoffnung. Wir sind eingeladen als „Pilger der Hoffnung“ durch dieses Jahr zu gehen. Die Hoffnung gehört mit dem Glauben und mit der Liebe zu den drei göttlichen Tugenden, die uns in der Taufe geschenkt worden sind. Und wie der heilige Paulus in seinem Brief an die Römer so wunderbar schreibt, ist die Hoffnung vor allem jene Kraft, die uns in allen Bedrängnissen des Lebens standhalten lässt: „Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm 5,1-5).

Unsere Hoffnung auf das ewige Leben wird vor allem gestärkt, wenn wir die besonderen Gnaden der Umkehr und geistlichen Erneuerung annehmen, die uns die Kirche anbietet. Zu diesen Gnaden gehört auch der Jubiläums-Ablass. Wir können ihn für uns selbst oder die Armen Seelen gewinnen. Er bietet uns die Möglichkeit, uns von den Sündenfolgen zu reinigen und die persönliche Beziehung zu Gott zu vertiefen.

Durch die heilige Beichte und die entschiedene Abkehr von jeder Anhänglichkeit an unsere Sünden, durch den Empfang der hl. Kommunion, durch das Gebet des Glaubensbekenntnisses und des Vaterunsers, sowie durch ein Gebet in der Meinung des Heiligen Vaters, durch Werke der Barmherzigkeit oder eine Wallfahrt zu den Jubiläumskirchen in Rom oder zu den Kirchen, die von den Bischöfen in den Diözesen dazu bestimmt wurden, können wir diesen Ablass immer wieder erlangen. Wir schauen in diesem Jahr auch auf Maria. Sie wird uns helfen, diesen Weg der Hoffnung zu gehen.

Herz-Jesu-Schutzbild

Unser Vertrauen in die Liebe und den Schutz des Herzens Jesu kann nicht groß genug sein. Die hl. Margareta Maria Alacoque hat empfohlen, ein Herz-Jesu-Bild bei sich zu tragen. Sie sagt: „Jesus wünscht, dass ihr kupferne Medaillen anfertigen lasst, auf denen sich das Bildnis des Herzens Jesu befindet, damit alle, die ihm huldigen und ihn verehren wollen, ihn als Bild im Hause haben oder am Körper tragen können.“

Was dies bedeuten kann, ein solches „Schutzbild“ bei sich zu tragen, darüber berichtet im sehenswerten Film „Das brennende Herz“ Marcos Humada, ein Hauptmann der spanischen Infanterie:

„2010 bekam unser Regiment in Afghanistan den Befehl zu einem Einsatz. Ich war damals im Rang eines Leutnants bei der so genannten Sicherheitskompanie. Wir waren in Karlainau stationiert. Es war eigentlich ein Routineeinsatz. Am Vorabend teilte der Kompaniechef an alle Mitglieder unserer Einheit die Schutzbilder aus, auf denen auf der Vorderseite das Heiligste Herz Jesu in Flammen und auf der Rückseite das Wappen unseres Regiments abgebildet ist. Auf jener Strecke, auf der wir unterwegs waren, fuhren sowohl die spanische und afghanische Armee als auch zivile Fahrzeuge. Wir kamen in einen Abschnitt, der bekanntermaßen gefährlich war, weil es eng wurde. Die Straße hatte viele Kurven und wand sich zwischen Hügeln hindurch. Wir sahen eine furchtbare Explosion – die Rauchsäule und der Staub – das war ein schlimmer Anblick. Eines unserer Fahrzeuge war sicher zehn Meter weit geschleudert worden. Der hintere Teil das Fahrzeugs war vollkommen zerstört. Aber der vordere Teil, in dem die Besatzung saß, war heil geblieben. Der Truppenführer und der Schütze hatten das Schutzbildchen im Helm, der Fahrer und der vierte Soldat im Fahrzeug hatten es in der Tasche. Die Männer waren überzeugt, dass sie nur dank des Schutzbildes überlebt hatten. Wir konnten es nur als ein Wunder betrachten.“

Zeichen der Zeit

Jesus ruft uns auf, die Zeichen der Zeit zu erkennen und recht zu deuten (Lk 12,54-57). Die Heiligen und Mystiker haben uns immer wieder Hinweise gegeben, durch die wir erkennen, wo wir heute stehen: Die sel. Anna Katharina Emmerich (1774-1824) sagt z.B.: „Ich hörte, dass Luzifer, wenn ich nicht irre, 50 oder 60 Jahre vor dem Jahre 2000 nach Christus wieder auf eine Zeitlang solle freigelassen werden.“ Dass in unserer Zeit, wie man so sagt, ‚der Teufel los ist‘, in der Welt, aber auch bis in die Kirche hinein, ist kein Geheimnis.

1820 zeigte Jesus der sel. Anna Katharina auch das folgende Bild: „Ich sah wieder die neue und seltsam aussehende Kirche, die sie zu bauen versuchten. Sie hatte nichts Heiliges an sich… In der Krypta unten kneteten die Leute Brot, aber es ging nicht auf, und sie empfingen auch nicht den Leib unseres Herrn, sondern nur Brot. Diejenigen, die sich unverschuldet im Irrtum befanden und die sich fromm und sehnlichst nach dem Leib Jesu sehnten, wurden zwar geistig getröstet, aber nicht durch die Kommunion. Dann sagte mein Führer [Jesus]: Das ist Babel.“

Die französische Mystikerin und Ordensschwester Jeanne Le Royer (1731-1798) sagte: „Wenn der Antichrist kommt, wird in den Klöstern äußerlich alles noch so laufen, wie jetzt (1750), aber plötzlich wird man merken, dass der Antichrist regiert,“ – das heißt: dass ein anderer Geist in die Klöster, in die Kirche, eingezogen ist. Die Fassaden der alten Frömmigkeit stehen noch, aber der moderne Geist dieser Welt ist in die Kirche und in die Klöster eingezogen.

Der hl. Maximilian Kolbe sagt deshalb: „Die modernen Zeiten werden von Satan dominiert und werden es noch mehr in Zukunft sein. Der Kampf gegen die Hölle kann von Menschen nicht geführt werden, auch nicht von den intelligentesten. Nur die Unbefleckte hat von Gott die Verheißung des Sieges über den Dämon erhalten. Doch seit ihrer Aufnahme in den Himmel bittet die Mutter Gottes um unsere Zusammenarbeit. Sie sucht Seelen, die sich ihr vollkommen weihen, um in ihren Händen wirkliche und sichere Werkzeuge zu werden, um dem Satan eine Niederlage zu erteilen und das Reich Gottes auf dieser Erde zu errichten.“

Wenn dich dein Auge zum Bösen verführt

Durch die alles beherrschende Handy-Kultur haben heute schon Kinder Zugang zum Internet. Und in diesem boomt das Angebot an pornographischem Material. Es hat verheerende Wirkungen auf die Konsumenten, junge und alte. Pfarrer Urs Keusch, der in der Zeitschrift Vision 2000 (2/2024) dieses Thema behandelt, berichtet Folgendes:

»Kürzlich erzählte mir ein Mitbruder, von dem ich weiß, dass er seine alten Tage fast nur noch betend und sühnend zubringt und vor allem viel für die Verstorbenen betet, wie er einen Traum hatte, der ihn sehr beschäftigte. Er erzählte mir: „Vor einigen Wochen ist ein Mann aus unserem Dorf gestorben, den ich gut kannte und der wegen seiner Gutmütigkeit bei den Leuten sehr beliebt war. Ich sprach die kirchlichen Totengebete für ihn und betete fortan jeden Tag für ihn, wie ich das für alle Verstorbenen tue. Aber nach seinem Tod hatte ich ein Unbehagen, ich hatte einfach kein gutes Gefühl, es war etwas Dunkles, Schweres da, und das über mehrere Wochen. Es bedrückte mich sehr. Ich bat dann den lieben Gott, mir zu zeigen, was ich für diesen Mann tun könne.

Eines Nachts erschien mir dieser Mann im Traum. Es war auf einer Straße, und er kam mir entgegen. Ich erkannte ihn sogleich, obwohl er ganz fahl und mager war und nach vorne gebeugt. Als er vor mir stand, hob er seinen Kopf und schaute mich an. Ich erschrak entsetzlich, denn er hatte keine Augen in seinem fahlen, knochigen Gesicht, sondern nur noch zwei tiefe, dunkle, furcht­einflößende Augenhöhlen. Und wie er mich anschaut, erkenne ich sogleich, ohne dass er ein Wort zu mir sagt: Er hat sich im Leben schlechte Filme angeschaut! Ich wusste es einfach. Dann drangen Menschenstimmen an uns heran, aber ich konnte niemand sehen. Der Mann schaute mich wieder an und sagte zu mir: ‚Sie (die Leute) möchten, dass ich ihnen erscheine, dass ich mich ihnen zeige, aber soooo kann ich mich ihnen doch nicht zeigen…‘ Dann war er weg. Aber ich wusste genau, und es ist mir bis heute wie ins Gedächtnis eingebrannt: Schlechte Filme haben diesen armen Menschen so erbärmlich zugerichtet!

Ich denke seither viel an das Wort unseres lieben Herrn Jesus: ‚Wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus, es ist besser, mit einem Auge ins Leben einzugehen als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden.‘ Und nun bete ich jeden Tag noch intensiver für diesen Mann, denn ich glaube und hoffe zu Gott, dass er nicht für ewig verloren sei.“

Seit mir dieser alte Priester diesen Traum erzählt hat, denke ich noch viel mehr als bisher an die Millionen, die sich täglich schlechte Filme ansehen, leider auch Christen. Sie alle sind in Gefahr, das ewige Leben zu verlieren. Denn sie leben nicht Gott zugewandt, sondern haben sich in den Machtbereich der Dämonen, der Hölle begeben. Sie schauen in die Hölle, wenn sie solche Filme sehen. Die christliche Verkündigung ist in dieser Hinsicht unmissverständlich. Im Epheserbrief heißt es zum Beispiel, dass kein unzüchtiger und unreiner Mensch das Reich Gottes erben werde. Er wird nicht in den Himmel kommen.«

Den Kelch trinken

„Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke“, hat Jesus zu den beiden Aposteln gesagt, die rechts und links neben ihm in seinem Reich sitzen wollten (Mt 20,22). Damit gibt uns der Herr zu verstehen, dass wir immer in irgendeiner Form an seinem Leiden teilhaben werden, nicht nur zu unserem Heil, sondern auch zum Heil vieler anderer Menschen. Der heilige Paulus sagt: „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1,24). Durch die Verbindung mit dem Leib Christi können unsere Leiden, die wir bereitwillig mit den seinen vereinen, zum Mittel der Gnade für andere werden.

Pater Andrea Santoro, ein italienischer Priester, der 2006 in der Türkei ermordet wurde, schrieb noch kurz vor seinem Martyrium: „Ich bin hier, um unter diesen Menschen zu wohnen und Jesus zu ermöglichen, dies zu tun, indem ich ihm mein Fleisch leihe …. Man wird nur durch die Hingabe des eigenen Fleisches erlösungsfähig. Man muss das Böse in der Welt ertragen und den Schmerz teilen, indem man es in sein eigenes Fleisch aufnimmt, wie Jesus es getan hat.“