Pilgerreise nach Jerusalem

Vom russischen Schriftsteller Leo Tolstoi stammt die Geschichte von zwei einfachen, alten Bauern, die von Russland aus zu einer Pilgerreise nach Jerusalem aufbrechen. Sie wandern von Dorf zu Dorf in Richtung Schwarzes Meer, wo sie sich ins Heilige Land einschiffen wollen. Auf ihrem Weg hält der eine an einer Hütte, um seinen Wasserschlauch aufzufüllen. Der andere geht noch etwas weiter, findet ein schattiges Plätzchen und schläft bei dieser Rast ein. Als er wieder erwacht, weiß er nicht, wo sein Freund ist. Er muss mich überholt haben und schon am Hafen sein, ist sein Gedanke. Aber weder im Hafen noch auf dem Schiff findet er seinen Freund wieder. Umso mehr freut er sich, als er ihn in Jerusalem von weitem sieht. Aber noch bevor er sich seinen Weg durch die Menge der anderen Pilger bahnen kann, ist der Freund wieder verschwunden. Noch zweimal sieht er ihn vor sich, jedes Mal viel näher an den heiligen Stätten stehend als er selbst. Aber er holt ihn nicht ein und schließlich muss er sich auch wieder allein auf die Heimreise machen.

Als er heimkehrt in sein Dorf, findet er dort seinen Pilgerfreund wieder. Wie groß ist die Überraschung, als er hört, dass dieser überhaupt nicht in Jerusalem gewesen war! In jener kleinen Hütte, wo er seinen Wasserschlauch auffüllen wollte, hatte der Pilger eine hungernde, in Schulden geratene und todkranke Familie angetroffen, die sogar zu schwach war, um sich selbst Wasser zu holen. Der Pilger hatte Mitleid mit ihnen, machte sich auf und brachte ihnen Wasser, kaufte Essen ein und pflegte sie alle gesund. Jeden Tag dachte er: “Morgen werde ich meine Pilgerfahrt fortsetzen.” Als er ihnen aber geholfen hatte, da reichte sein Geld gerade noch, um nach Hause zu fahren. Als sein Freund das hörte, dachte er daran, dass er ihn dreimal vor sich in Jerusalem gesehen hatte, stets näher an den heiligen Stätten als er selbst. Und er fragte sich im Herzen, wer von ihnen beiden das wahre Ziel der Pilgerfahrt erreicht habe.

 

Gerechtigkeit und Barmherzigkeit

Der hl. Thomas von Aquin sagt: “Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist Grausamkeit; Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit ist die Mutter der Auflösung.” Beide Tugenden müssen sich gegenseitig ergänzen.

Wie die christliche Liebe beide verbindet, zeigt uns die folgende großartige Geschichte:

Von dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister Fiorello Enrico “Henry” LaGuardia (1882-1947) wird erzählt: Eines Tages fungierte er, wie er es zuweilen tat, als Polizeirichter. Es war ein eiskalter Wintertag, und man führte ihm einen alten, zitternden Mann vor. Anklage: Entwendung eines Laibes Brot aus einer Bäckerei. Der Angeklagte entschuldigte sich damit, dass seine Familie am Verhungern sei. “Ich muss Sie bestrafen”, erklärte LaGuardia. “Das Gesetz duldet keine Ausnahme. Ich kann nichts tun, als Sie zu zehn Dollars zu verurteilen.” Dann aber griff er in die Tasche und setzte hinzu: “Well, hier sind die zehn Dollars, um Ihre Strafe zu bezahlen. – Und nun erlasse ich Ihnen die Strafe.” Hierbei warf LaGuardia die Zehndollarnote in seinen grauen Filzhut. – “Und nun”, setzte er mit erhobener Stimme fort, “bestrafe ich jeden Anwesenden in diesem Gerichtssaal mit einer Buße von fünfzig Cent – und zwar dafür, dass er in einer Stadt lebt, wo ein Mensch Brot stehlen muss, um essen zu können! – Herr Gerichtsdiener, kassieren sie die Geldstrafen sogleich ein und übergeben Sie sie dem Angeklagten.” Der Hut machte die Runde. Und ein noch halb ungläubiger alter Mann verließ den Gerichtssaal mit siebenundvierzig Dollars fünfzig Cent in der Tasche.

Teufelskreis

Das unmäßige Streben nach irdischem Reichtum, Ansehen und Macht führt die Menschen in einen Teufelskreis, in dem sie letztlich in Einsamkeit, Elend und Armut enden. “Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?” (Lk 9,25), sagt Jesus. Die folgende Legende stellt uns dies anschaulich dar:

Im “Bayrischen Wald”, auch “Böhmerwald” genannt, liegt die Stadt Zwiesel. Sie ist bekannt für das sogenannte Zwiesler Glas, ein leuchtend rubinrotes Glas, das dort hergestellt wird. Eine Legende erzählt von einem erfolgreichen Glasbläsermeister, der dieses begehrte Glas erfunden und als erster hergestellt haben soll.

In einer Winternacht arbeitete der Meister allein vor dem Schmelzofen. Da kam unbemerkt ein Mann in seine Werkstatt, ging auf den Meister zu und übergab ihm ein verschnürtes Säcklein mit der Aufforderung, er solle dessen Inhalt in das Feuer werfen und nichts fragen. Das Glas werde dann das schönste und weltweit begehrteste sein. Der Fremde verschwand wieder, ohne seinen Namen zu verraten. Der Meister öffnete das Säcklein. Es war voller roter Kupfermünzen. Er warf sie alle ins Feuer. Und zu seinem Erstaunen wurde das Glas, das er aus der Schmelze blasen und bruchlos formen konnte, wunderbar rubinrot und hatte eine einmalige dunkle Leuchtkraft. Dieses Glas war bald sehr begehrt und wurde über weltweite Handelswege verkauft. Auf diese Weise wurde der Glasbläsermeister berühmt.

Das Geld aber, das der Meister einnahm, wechselte er immer wieder in Kupfergeld um. Und heimlich in der Nacht warf er die Kupfermünzen wieder in den Feuerofen, um noch mehr rotes Glas herzustellen. Doch je größer sein Erfolg war, umso ärmer wurde er selber. Und eines Nachts starb er einsam und arm vor seinem Ofen.

 

Ein guter und weiser Vater

Gott ist ein guter und weiser Vater, der uns durch Jesus, seinen Sohn, zur Heiligkeit erziehen will, damit wir ewig bei ihm sein können. Aber zuweilen haben wir den Eindruck, dass er uns Prüfungen, Aufgaben und Herausforderungen auferlegt, die unsere Fähigkeiten weit übersteigen, in denen wir uns von ihm allein gelassen fühlen und einfach im blinden Glauben weitermachen müssen. Die folgende Begebenheit ist ein treffendes Gleichnis dafür, wie der Herr uns erzieht.

In seinem Buch The Dance of Hope (Der Tanz der Hoffnung) erzählt William C. Frey von einem blinden Studenten namens John, den er 1951 an der University of Colorado betreute. Eines Tages fragte er John, wie er blind geworden sei. Der Student erzählte ihm von einem Unfall, den er als Jugendlicher gehabt hatte. Er hatte dabei nicht nur sein Augenlicht, sondern auch jegliche Hoffnung verloren. “Ich war verbittert und wütend auf Gott, dass er so etwas zulassen konnte”, erzählte John. “Und meine Wut ließ ich an allen aus. Wenn ich schon keine Zukunft hatte, dann wollte ich auch keinen Finger mehr krumm machen. Sollten sie mich doch bedienen. Ich verzog mich auf mein Zimmer und kam nur noch zu den Mahlzeiten heraus.”  Das Geständnis überraschte William. Er spürte bei seinem Studenten keinerlei Bitterkeit oder Wut. Wie hatte er das geschafft? Er verdanke dies seinem Vater, erklärte John. Dieser hatte seine Mitleidstour irgendwann satt und wollte, dass sein Sohn ins Leben zurückfand. Also erinnerte er ihn daran, dass der Winter vor der Tür stand, und trug ihm auf, die Sturmfenster zu befestigen. “Und mach das ja, bis ich wieder zu Hause bin, sonst … ” Mit diesen Worten stürmte sein Vater aus dem Zimmer und knallte die Tür hinter sich zu.

John war wütend. Fluchend und vor sich hin brummend tastete er sich zur Garage vor, fand Fenster, Stehleiter und Werkzeug und machte sich an die Arbeit. “Wenn ich von der Leiter falle und mir das Genick breche, wird ihnen das noch leidtun.” Aber er fiel nicht herunter. Fenster für Fenster kämpfte er sich um das gesamte Haus und erledigte die Aufgabe.

Und der Auftrag verfehlte seine Wirkung nicht. John lernte wider Willen, dass er doch noch etwas tun konnte, und baute sich langsam sein Leben wieder auf. Erst Jahre später erfuhr er noch etwas über diesen Tag. Als John seinem Lehrer dieses Detail der Geschichte erzählte, traten Tränen in seine blinden Augen: “Später habe ich dann herausgefunden, dass mein Vater zu keinem Zeitpunkt an diesem Tag mehr als anderthalb Meter von mir entfernt war!”

 

Rettung aus der Tiefe – ein Wunder

Es gibt Fakten über die Rettung der Kinder in Thailand, die von der Welt nicht unbedingt gehört werden wollen. Es sind aber Fakten, die bestätigen, dass Gott, der Herr, hier ein Wunder gewirkt hat, um der Welt ein Zeichen seiner Macht und Herrlichkeit zu geben. Es war kein “Zufall”, dass die Kinder gerettet werden konnten. Viele der Beteiligen sprachen von einem Wunder. Es ist hier etwas menschlich unmöglich Erscheinendes möglich geworden.

Die 12 Jugendlichen mit ihrem Trainer waren am 23. Juni in die Höhe eingestiegen, sie wurden von hereinbrechenden Wassermassen überrascht und waren nun ca. 4 km vom Eingang der Höhle eingeschlossen.

1.) Am 9. Tag der Suche, am 2. Juli, dem Fest Maria Heimsuchung, wurde die Gruppe “zufällig” gefunden, nur weil das Seil, das der britische Taucher nutzte, um das Team zu führen, zu Ende war und er deshalb an die Oberfläche ging. In diesem Moment entdeckte er die Kinder. Wäre das Seil nur um wenige Meter kürzer gewesen, hätte man die Kinder nicht an diesem Abend gefunden.

2.) Nur ein Junge sprach Englisch und konnte mit dem britischen Taucher reden. Er war der einzige Christ in der Gruppe und hatte die Sprache in einem missionarischen Projekt seiner Schule erlernt. So konnte die Rettungsaktion eingeleitet werden, da er die Anweisung der Taucher übersetzte. In der langen Zeit des ungewissen Wartens (9 Tage ohne Nahrung) hat er immer zu Jesus gebetet.

3.) Die Regenfälle blieben während der Rettungsaktion milde und haben den Rettungsvorgang nicht wesentlich erschwert oder beeinträchtigt.Nachdem das letzte Kind am 10. Juli gerettet war, und der letzte Taucher aus der Höhle war, ging die Haupt-Pumpe, die das Wasser aus der Höhle zog, kaputt – erst jetzt. Die letzten Helfer mussten sich beeilen, die Höhle zu verlassen. Es begann wieder stark zu regnen, am nächsten Tag war die Höhle ganz überflutet.

4.) Alle Kinder, die gerettet wurden, waren in erstaunlich guter gesundheitlicher Verfassung. Die Ärzte waren beeindruckt.

5.) Die Zusammenarbeit bei der Rettungsaktion lief trotz sprachlicher und kultureller Barrieren erstaunlich gut.

Die Nachricht von den Kindern, die in der Höhle eingeschlossen waren, ging um die ganze Welt. Die Christen in aller Welt haben angefangen zu beten. Dieses Gebet wurde erhört, so dass diese Rettungsaktion, die allen Helfern das Letzte abverlangte, doch gelang. Gott schenkt das Wollen und das Vollbringen. Wir müssen suchen, die Zeichen Gottes zu verstehen.

 

Diamanten auf dem Boden

1866 kamen in Südafrika die größten Diamantenminen der Welt ans Licht, obwohl die Menschen nichts von ihnen ahnten. Ein Mann namens Van Neikerk fand Steine, die wie Diamanten aussahen und einfach auf dem Boden herumlagen.

Er machte auf sie aufmerksam, aber die Leute sagten: “Mach dich nicht lächerlich! Diamanten, die einfach so im Sand herumliegen und die man einfach nur aufzulesen braucht? Das gibt es nicht!” Aber Van Neikerk war nicht davon abzubringen. Schließlich sandte er einen der Steine zu einem berühmten Geologen. Der Geologe war zunächst skeptisch, aber als guter Wissenschaftler führte er alle erforderlichen Tests durch und war erstaunt, als er herausfand, dass es sich tatsächlich um einen erstklassigen Diamanten handelte, der auf 500£ veranschlagt wurde (das war 1870 eine Menge Geld).

Van Neikerk und sein Freund O’Reilly gingen an die Stelle zurück, wo sie die Diamanten gefunden hatten und landeten einen absoluten Glückstreffer. Die Diamanten lagen noch die ganze Zeit da, und die Leute gingen an ihnen vorüber, weil sie die Wahrheit dieser Steine nicht kannten.

Genauso ist es mit dem Schatz des Evangeliums. Die meisten Getauften laufen als arme Bettler durch die Welt, die nicht erkennen, wie reich sie beschenkt sind. Sie kennen  nicht  Jesus Christus und den Wert der Taufgnade, die sie empfangen haben. Sie laufen achtlos vorbei an den kostbarsten “Edelsteinen”, den heiligen Sakramente. Wie kann man ihnen diesen unendlichen Wert begreiflich machen?

 

Miracle – wie Gott seine Wunder tut

Joseph Haydn (Ölgemälde von Thomas Hardy, 1791)

Die 96. Sinfonie Joseph Haydns (1733-1809) ist in den englischsprachigen Ländern allgemein unter dem Namen “Miracle” bekannt. Das ist auf ein “wunder-bares” Ereignis während der Uraufführung im Jahre 1791 in London zurückzuführen. Als der hochverehrte Wiener Komponist den Konzertsaal betrat, verließen die neugierigen Zuschauer ihre Plätze und stürmten nach vorn, um Haydn aus der Nähe sehen zu können. Die Sitze in der Mitte des Parterres wurden dadurch leer. Und kaum war das geschehen, so stürzte der mächtige Kronleuchter von der Decke und zertrümmerte eine große Anzahl der Stühle. Nachdem der erste Schreck vorbei war, brachten die Konzertbesucher ihre Überraschung durch den Ausruf  “Miracle! Miracle!” (Ein Wunder!) zum Ausdruck. Haydn selbst soll der gütigen Vorsehung Gottes gedankt haben, dass er in dieser Weise ein Werkzeug der Rettung von dreißig Menschenleben sein durfte. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie Gott seine Wunder tut – auch heute noch.

 

Der Sprung in der Schüssel – Gott führt alles zum Guten

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln zum Wassertragen hatte. Sie hingen am Enden einer Stange, die die Frau über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere jedoch immer nur noch halb voll. Zwei Jahre lang geschah dies täglich: die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht war.

Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sagte sie zu der alten Frau: “Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft.” Die alte Frau lächelte. “Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht? Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.”

So machte es Gott mit uns. Jeder von uns hat seine ganz eigenen Fehler, Schwächen und Sünden. Er hat einen ‘Sprung in der Schüssel’, durch den viel daneben läuft. Wer aber am Herrn hängt, ihn liebt und sich von ihm durchs Leben tragen lässt, für den führt der Herr alles zum Guten (Röm 8,28), und er lässt auf seinem Weg die schönsten Blumen wachsen.

 

Jesus, ich liebe dich!

“Wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat (2. Kor 5,10), sagt der hl. Paulus. Wie wird dies sein, wenn wir einmal vor Christus stehen.

Ein Mann hatte einen Traum vom Gericht. Er sah sich in einer langen Schlange von Wartenden. Er hörte, wie Jesu jeden, der vor ihn hintrat, fragte: “Liebst du mich?” Er dachte, das ist ja ganz einfach. Aber als die Einzelnen Jesus in die Augen schauten, brachten sie unterschiedlichen Antworten hervor. Die einen stammelten nur ein “Ich”, weil sie nur sich selbst liebten. Sie waren verloren und gingen in die Hölle. Andere vermochten immerhin als Antwort “Ich liebe” zu sagen. Bei diesen Menschen war die Liebe noch nicht voll entbrannt. Sie liebten, aber ihre Liebe war zum Teil ungeordnet, weil sie der Eigenliebe mehr Raum geben haben als der Liebe zu Gott und dem Nächsten. Sie werden noch im Feuer der Liebe geläutert. Wieder andere hörte er, die freudig antworteten: “Ich liebe dich!” Sie waren beim Herrn. Sie hatten endlich den gefunden, den ihre Seele liebte. Ihre Sehnsucht ist gestillt. Sie sind im Himmel. Als der Mann vor Jesus treten sollte, erwachte er.

 

Die Menschen bleiben so, wie sie sind

Eine der größten Tragödien in der Geschichte der Luftfahrt geschah am 27. März 1977 in Teneriffa. Bei einem Zusammenstoß von zwei Flugzeugen auf der Startpiste des Flughafens kamen 593 Menschen ums Leben. Nur 60 Passagiere überlebten. In einer der Unglücksmaschinen befand sich ein gläubiger Mann.

Er erzählte später in einem Interview von diesen dramatischen Augenblicken: “Ich war umgeben von Menschen, die zu lebenden Fackeln geworden waren, schreiend vor Schmerzen und Entsetzen. Was mich jedoch am meisten getroffen hat war die Tatsache, diese Menschen fluchen und Gott lästern zu hören wegen ihres Unglücks, das über sie hereingebrochen war.” Dieser Überlebende fügte noch eine Bemerkung hinzu, die uns sehr nachdenklich stimmen kann. “Die Menschen”, so sagte er, “bleiben bis zum letzten Atemzug so, wie sie sind. Wenn sie sich vor dem Tod nicht durch die Macht Jesu Christi verändern lassen, so werden sie es auch nicht im letzten Augenblick ihres Lebens tun.” Dies ist die Realität, aber andererseits können viele auch im letzten Augenblick gerettet werden, wenn wir für sie beten, wie Maria in Fatima gesagt hat.

Die sel. Anna Katharina Emmerick berichtet: “Das Gericht über eine Seele sehe ich augenblicklich über dem Sterbeort des Menschen. Ich sehe Jesus, Maria und den Patron der Seele und ihren Engel dabei. …  Dieses Gericht ist in sehr kurzer Zeit vollendet.” “Ich war gegenwärtig, als Gott über große Sünder Gericht gehalten hat. Groß ist seine Gerechtigkeit, aber noch unbegreiflicher seine Barmherzigkeit. Er verdammt nur jene, die sich durchaus nicht bekehren wollen; die aber, welche noch einen Funken guten Willens haben, werden gerettet.”