Im Namen Jesu fuhr ich ins Gefängnis

2010 hatte Asia Bibi in Pakistan muslimischen Nachbarinnen Wasser gebracht und vorher daraus getrunken. Es sei nun unrein, behaupteten die Nachbarinnen, was Asia Bibi bestritt. Mohammed hätte das nie gesagt. Diese Aussage wurde ihr als Blasphemie, als Gotteslästerung, ausgelegt und sie wurde wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt. Acht Jahre lang musste sie mit diesem Todesurteil, das jederzeit vollstreckt werden konnte, im Gefängnis leben. Auf internationalen Druck wurde sie aber 2018 freigesprochen, was einen Aufstand gegen die pakistanische Regierung auslöste, sodass sie erst 2019 nach Kanada ausreisen konnte. Im Folgenden Auszüge aus einem Interview über ihre Zeit im Gefängnis, das in der Zeitung Famille Chrétienne veröffentlicht wurde:

Asia Bibi erzählt: “Ich bin in einer Atmosphäre der Frömmigkeit aufgewachsen. Meine Familie war sehr gläubig, und meine Eltern haben mich den Katechismus gelehrt. An jedem Tag, den Gott uns schenkte, haben wir gebetet. Seit meiner frühesten Kindheit bin ich am Sonntag in meinem Dorf (im Punjab, im Osten Pakistans) in die Messe gegangen. …”

Was haben Sie gefühlt, als man Sie ins Gefängnis warf? “Zunächst war ich wütend. In meinem Kopf drehte sich alles um die Frage: Warum? Aber da war auch noch etwas, was mir Sicherheit gab. Im Fahrzeug, das mich fortführte, wusste ich, dass ich ins Gefängnis fuhr im Namen Jesu. Ich wusste, dass ich eine Prüfung in Seinem Namen zu ertragen haben würde.”

Ungerecht verurteilt – kam Ihnen da nicht der Gedanke, von Gott verlassen zu sein?

“Tatsächlich, die Strafe war ja ungerecht. Ich sah Jesus am Kreuz schreien: ‘Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?’ Ich habe mir zeitweise diese Worte Jesu zu eigen gemacht. Ärger habe ich eigentlich nicht verspürt, sondern eher Verzweiflung. Ich spürte, wie sie langsam mein ganzes Wesen erfasste, sich in meinen Geist einnistete. Ich habe mich dann aber wieder erfangen und mein ganzes Vertrauen auf Gott gesetzt. So wurde mein Glaube geprüft. Ich war von meiner Unschuld überzeugt. Und ich wusste: Wenn man sein Leben verliert, obwohl man unschuldig ist, so kann dies nur im Namen Jesu geschehen.

Haben Sie im Gefängnis regelmäßig gebetet?

“Ich habe mit Jesus gesprochen. Ich stellte Ihm meine Fragen, sagte Ihm all meine Zweifel und bat Ihn, mich zu stärken. Ich sagte Ihm, dass ich fest entschlossen sei, diese Prüfung, die mir das Leben auferlegt hatte, zu bestehen. Ich hatte eine Bibel bei mir und ein Liederbuch. Ich habe oft die Psalmen gebetet, die Evangelien gelesen, das Vaterunser gebetet. Oft habe ich den Namen Marias wiederholt. Das Gebet hat mich durchgetragen. Ich war so im Glauben gestärkt, dass ich überzeugt war, eines Tages freizukommen.” …

Was haben Sie empfunden, als man Ihnen mitteilte, dass Sie freikommen würden?

“Ich habe mich hingekniet und tief verneigt. Mein erster Gedanke war an den Schöpfer gerichtet. Ich habe meinem Herrn meine große Dankbarkeit ausgesprochen. ‘Herr, ich danke Dir so sehr, weil Du mich befreit hast! Danke Herr, weil Du mir gestattet hast, zu denen zu gehören, die eine solche Prüfung bestehen konnten. Danke, dass Du mir dazu die Kraft gegeben hast, mir, einem einfachen Menschenkind.'”

Konnten Sie einen Sinn in diesem Leiden entdecken?

“Was ich in meiner Haftzeit gelernt habe, war – Geduld. Was auch immer geschieht, die Geduld, die Duldsamkeit, der Glaube, sie können helfen, Prüfungen zu bestehen. Heute kann ich sagen, dass diese Prüfung meinen Glauben gestärkt hat.
Ich bin überzeugt, dass ich mich an diesem Glauben bis zu meinem letzten Atemzug festklammern werde. In der Stunde meines Todes wird der Name Jesu in meinem Herzen und auf meinen Lippen sein.”

Sie glauben an die Macht des Gebets. Was können Sie jenen sagen, die nicht mehr glauben?

Asia Bibi: “Ich werde für sie beten. Ich will für alle Menschen beten, die sich verirrt haben, damit sie den Weg zum Glauben finden. Denn ich weiß, welcher Schatz der Glaube ist, der Glaube, der das Leben schenkt. In den Prüfungen, den schweren Zeiten kann man seine Schwachheit eingestehen und den Kopf hängen lassen – aber niemals den Glauben verlieren.” …

 

Erst im Himmel erfüllen sich unsere Träume

Ein älterer Mann, der fast die Hälfte seines Lebens in Strafanstalten zugebracht hatte, erzählte einem Pfarrer von einem Traum, der, wie der Mann sagte, sein Leben grundlegend verändert hat und auch uns viel sagen kann:

“Ich lag im Bett und dachte, wie so oft, über mein vertracktes Leben nach und gab, wie schon immer, alle Schuld dafür meinen Eltern, vor allem dem Vater, der uns Buben oft verprügelte. Auch der Mutter, die so wenig Liebe für uns übrig hatte. Und dabei hatte ich doch in jungen Jahren die hinreißendsten Träume vom Leben und wollte alles tausendmal besser machen als meine Eltern! Aber es kam anders, grausam anders. Nachdem ich stundenlang solche quälende Gedanken gewälzt hatte, schlief ich schließlich ein.

In der Nacht erschien mir meine Mutter im Traum: schön und anmutig. Nie wäre mir in den Sinn gekommen, dass sie einmal so schön gewesen ist. Sie lächelte mir zu und sagte: ,Kind, dein Vater und ich hatten auch einmal große und schöne Träume vom Leben, als wir uns liebten und Ja zueinander sagten. Aber es kam anders, ganz anders, du weißt es ja. Nun bin ich zu dir gekommen, um dir etwas zu sagen: Die Träume, die wir Menschen im Leben haben, die großen und schönen Träume, sie sind vom Himmel in unser Herz gekommen, aber im Laufe der Zeit ziehen sie ganz leise wieder aus, um als Samenkorn ins Erdreich des Lebens zu fallen und darin zu sterben, um dann aufzugehen im Himmel. Erst im Himmel erfüllen sich unsere Träume, erst dann, wenn wir einmal alle als Familie beisammen sind. Wir vergessen viel zu leicht, daß das Leben auf Erden nur der Anfang des wahren und ewigen Lebens ist. Denk daran, Kind, und du wirst vieles besser verstehen…’ Dann lächelte die Mutter und ich sah sie nicht mehr.”

 

Die Ruhe, die von der heiligen Hostie ausging

Der polnische Priester, Pater Dominik Chmielewski, berichtete in einem seiner Vorträge über die wunderbare Bekehrung einer Frau und ihrer Tochter, die durch die Gegenwart des Herrn in der Eucharistie geschehen ist.

Diese Frau, die keine Beziehung zu Gott hatte, lebt mit ihrer kleinen Tochter in einer Stadt in Polen. Ihr Mann hatte sie wegen einer Geliebten verlassen. Deshalb klammerte sie sich mit einer dominierenden Mutterliebe umso mehr an ihre Tochter. So kam es, dass die Tochter mit 21 Jahren die Nase voll von ihrer Mutter hatte. Sie wollte einfach von zu Hause weg und fuhr drauf los – quer durch Europa ohne bestimmtes Ziel. Zuerst hatten sie noch öfter telefonischen Kontakt. Aber nach zwei Monaten brach er ab. Der letzte Anruf kam aus Paris.

Die Mutter war sehr beunruhigt und in Panik. Zuerst meldete sie ihre Tochter bei der Polizei als vermisst an. Dann beauftragte sie einen Privatdetektiv, um herauszufinden, was mit ihr geschehen war. Nach einem Monat bekam sie die Nachricht,  dass sie von Frauenhändlern in ein Bordell entführt worden war. Jede Spur von ihr war verloren und es gebe keine Chance, sie zurückzubekommen. Für die Mutter brach die Welt zusammen. Sie fiel in Depressionen und hatte Selbstmordgedanken. Keine Therapie, keine Psychopharmaka konnten ihr helfen. Der Schmerz war für sie furchtbar.

Eines Tages ging sie durch die Straßen an einer Kirche vorbei. Die Tür war offen und sie ging wie ferngesteuert hinein. Sie war schon viele, viele Jahre nicht mehr in einer Kirche. Auf dem Altar stand das allerheiligste Sakrament. Die Menschen beteten dort. Sie glaubte nicht, dass in der heiligen Hostie Gott anwesend ist. Aber sie fiel auf die Knie und brach in Tränen aus und weinte und weinte.

Und als sie sich ausgeweint hatte, stand sie auf und fühlte etwas, das sie seit vielen Wochen nicht mehr fühlte. Irgendeine seltsame Art von Ruhe und Trost, so als ob sie jemand umarmen würde. Sie schaute noch einmal auf die Monstranz, schüttelte den Kopf und ging aus der Kirche. Am nächsten Tag beschloss sie, das noch einmal zu prüfen und ging wieder in die Kirche. Und wieder kniete sie in der Kirche und schaute auf die hl. Hostie. Erstaunt bemerkte sie, dass sich etwas in ihrem Herzen änderte. Sie wurde immer ruhiger und fühlte sich immer mehr umarmt. Immer mehr Stille war in ihr, die ihr half, all das zu akzeptieren und anzunehmen, was passiert war. Sie begann, täglich dort hinzugehen, sie nahm immer mehr die Ruhe wahr, die von dieser heiligen Hostie ausging.

Am selben Tag, als die Mutter zum ersten Mal in die Kirche kam, wurde ihre Tochter in eine der Straßen in Paris versetzt, um dort ihre Dienstleistungen zu erbringen. Das Erstaunliche war, dass sich auf der anderen Straßenseite ein Kloster mit ewiger Anbetung befand. Von ihrem Standort aus konnte man durch ein Fenster im ersten Stock im Licht das allerheiligste Sakrament in der Monstranz sehen. Anfangs bemerkte sie es überhaupt nicht. Die Kunden kamen, sie hat ihre Arbeit gemacht und kam wieder auf ihren Platz zurück.

Doch ab einem gewissen Zeitpunkt hat das Allerheiligste ihren Blick angezogen. Von Tag zu Tag, von Woche zu Woche passierte etwas im Herzen dieser jungen Frau. Sie begann den wahrzunehmen und mit ihm zu sprechen, der vom ersten Stock auf sie schaute. Was sie verwundert hat, war die Tatsache, dass er sie nicht verurteilte, dass er sie verstand und Mitleid mit ihr hatte. Nach zwei Monaten war sie in ihn total verliebt. Und schließlich entschied sie sich, das Dramatischste zu tun, das sie tun konnte. Sie hatte beschlossen, dass der nächste Kunde der letzte Kunde sein würde. Sie wusste ganz genau, dass man sie, wenn sie sich auflehnt oder zu entfliehen versucht, töten würde.

Doch sie war bereit, dem zu begegnen, den sie bereits liebte, und in seine offenen Arme zu gehen. In diesem Moment kam der letzte Kunde. Sie stieg in den Wagen ein, schaute ihn an, ein eleganter Mann, etwa dreißig Jahre alt, der sie mit einer unbeschreiblichen Güte ansah. “Ich konnte nicht aufhören in seine Augen zu schauen.”  Er lächelte freundlich. “Wir fuhren los und er sagte zu mir, dass ich in das Handschuhfach greifen soll, weil dort die Dokumente sind, mit denen sie zurück nach Hause gehen kann.” Sie konnte es nicht fassen. “Da hast du den Reisepass, das Ticket und Geld. Wir fahren zum Flughafen, dort steigst du in ein Flugzeug und gehst nach Hause zurück.” Sie war total schockiert. Sie wollte ihn fragen: “Wer bist du?” Doch er hat nur gelächelt. Sie kamen am Flughafen an. Er begleitete sie zum Gate, sie redeten noch kurz. “In einem Moment habe ich nach etwas in meiner Handtasche gesucht, und wollte ihn noch etwas fragen. Ich bin wie versteinert stehen geblieben – dieser Mann war verschwunden, einfach in diesem Moment verschwunden. Wie ferngesteuert bin ich ins Flugzeug eingestiegen, bin zurück nach Hause gekommen.”

In der Kirche, vor dem Allerheiligsten, vor dem die Mutter immer betete, haben sich die beiden wieder gefunden. Die Tochter verliebte sich so sehr in ihren Jesus, dass sie sich entschlossen hat, in ein Kloster einzutreten. Heute ist sie eine Ordensfrau, die auf italienischen Straßen arbeitet, und solchen Frauen, die aus verschiedenen Gründen auf der Straße gelandet sind, zu helfen und sie zu Jesus zu führen.

Quelle: zusammengefasst – https://www.youtube.com/watch?v=8E2yDzPKv5k,

Er liebt mich! Warum hat mir das noch nie jemand gesagt?

Als Clare Crokket mit 18 Jahren Irland verließ, um in eine spanische Schwesterngemeinschaft einzutreten, konnte, wie sie sagte, “niemand glauben, dass Gott ein Mädchen wie mich berufen würde.” Und doch rief Gott sie in seiner souveränen Freiheit. Bewegt von seiner Gnade, antwortete sie von ganzem Herzen und gab ihr Leben vorbehaltlos hin bis zu ihrem Tod mit 33 Jahren, als sie am 16. April 2016 durch ein Erdbeben in Playa Prieta in Ecuador ums Leben kam.

Sr. Clare wurde am 14. Nov. 1982 in Derry, Nordirland, in einer katholischen Familie geboren. Sie empfing die Sakramente, aber während ihrer Teenagerjahre besuchte sie nicht mehr die Kirche. Seit ihrer Kindheit hatte sie immer davon geträumt, ein Filmstar und berühmt zu werden, und sie arbeitete auf diesen Traum hin. Sie wusste, dass sie Qualitäten hatte: ein großes künstlerisches Talent, eine schöne Stimme, ein attraktives Äußeres und eine erstaunliche Persönlichkeit. Im Alter von 15 Jahren wurde sie bereits als Moderatorin einer Jugendsendung auf Channel 4 ‑ einem der größten Sender Großbritanniens ‑ verpflichtet, und im Alter von 17 Jahren hatte sogar ein amerikanischer Sender Interesse an ihr gezeigt.

Im Jahr 2000, im Alter von 17 wurde sie von einer Bekannten zu einer Reise nach Spanien eingeladen, da ein Teilnehmer der Gruppe ausgefallen war. Sie meinte, dass es eine Vergnügungsreise wäre, mit Sonne, Strand und Partys. Aber sie musste zu ihrer Enttäuschung feststellen, dass es sich um eine Pilgerreise handelte mit dem Ziel, im Haus einer neuen Schwesterngemeinschaft die Kartage mitzufeiern.

Zuerst sonderte sie sich von der Gruppe ab, wollte die Tage für sich genießen. Aber am Karfreitag sagte jemand zu ihr: “Clare, heute musst du in die Kapelle gehen. Es ist Karfreitag.” Sie ging in die Kapelle, aber sie blieb in der letzten Bank sitzen. Während der Karfreitagsliturgie verehren und küssen die Gläubigen das Kreuz. Auch Clare schloss sich ihnen an. Es war eine einfache Geste, aber sie wurde für sie zu einer Begegnung, die ihr Leben veränderte. Als der Gottesdienst zu Ende war, fand eine Schwester sie weinend und die Worte wiederholend: “Er ist für mich gestorben. Er liebt mich! Warum hat mir das noch nie jemand gesagt?” Clare hatte verstanden, wie sehr der Herr sie liebte und wie viel er für sie getan hatte. Sie verstand, dass “Liebe allein durch Liebe vergolten wird”, und dass die Liebe, die der Herr von ihr verlangte, eine vollständige Hingabe bedeutete. Damals sagte sie zur Pilgergruppe mit einer Zigarette und einer Bierdose in der Hand, dass sie auch einmal Ordensschwester werde. Aber niemand konnte dies so recht glauben.

Als sie nach Irland zurückkehrte, beteiligte sie sich als Nebendarstellerin an einem großen Film, der in England gedreht wurde. Sie geriet erneut in den Strudel von Oberflächlichkeit und Sünde, den ihr die Welt des Kinos bot. Sie beschrieb diese Zeit folgendermaßen:
“Ich lebte sehr schlecht; ich lebte in Todsünde. Ich trank viel, ich rauchte viel, ich fing an, Drogen zu konsumieren. Ich machte weiter mit meinen Freunden, mit meinem Freund. Ich machte auf dieselbe Art und Weise weiter. Ich hatte nicht die Kraft, mit all diesen Dingen zu brechen, weil ich den Herrn nicht um Hilfe gebeten hatte.”

Aber der Herr “verfolgte” sie weiter mit seinem Gnadenruf. Eines Abends, auf einer Party, trank sie wieder einmal zu viel. Als sie sich auf der Toilette übergab, spürte sie, dass Jesus zu ihr sagte: “Warum tust du mir weiterhin weh?” Die Gegenwart Gottes war so stark, dass sie diese nicht mehr ignorieren konnte. Nicht lange danach saß sie in ihrem Hotelzimmer in London und las ihren Aufnahmeplan für den nächsten Tag. Sie fühlte eine so große Leere und erkannte, dass ihr Leben keinen Sinn hatte, wenn sie es nicht Jesus Christus überließ. Weder die Bitten ihrer Familie noch die Versprechen ihres Managers konnten sie aufhalten. Am 11. August 2001 übergab sie ihr Leben Gott und trat in die Gemeinschaft der “Dienerinnen vom Haus der Mutter” in Spanien ein.

Clare musste viele Dinge in ihrem Leben ändern. Doch sie hatte sich der unermesslichen Liebe Jesu Christi zu ihr hingegeben, und es gab nichts, was sie aufhalten konnte. Sie selbst erklärte: “Zuerst war ich versucht, zurückzublicken und zu sagen: ‘Ich will es zurückhaben.’ Aber ich verstand, dass ich eine noch größere Liebe gefunden hatte.”

Von einem unermüdlichen Feuereifer erfüllt, verstand sie es, vor allem die jungen Menschen für Gott zu gewinnen. An den Gründer der Gemeinschaft schrieb sie am 8. April 2015: “Obwohl der Karfreitag ein trauriger Tag ist, weiß ich nicht, wie ich die Freude und den begeisterten Wunsch erklären soll, für den Herrn zu leiden. Alles kommt mir klein vor: der Schlafmangel, das Fasten, die Hitze, sich um die Menschen kümmern zu müssen … Alles, was schwierig sein könnte, erfüllt mich mit Freude, weil es mich dem Herrn näher bringt … Ich habe viel Zeit vor dem Kreuz verbracht und um die Gnade gebeten, nie und nimmer alles zu vergessen, was der Herr und die Gottesmutter für mich erlitten haben.”

Quelle: https://www.sisterclare.com/en/

Mutter Julia Verhaeghe – Sie diente der Kirche

Julia Verhageh (1910 -1997) ist die Gründerin der geistlichen Familie “Das Werk”. Pater Herman Geißler FSO hat nun über ihren Lebensweg ein Buch verfasst: Sie diente der Kirche, Mutter Julia Verhaeghe und die Entfaltung der geistlichen Familie “Das Werk”.

Im Vorwort berichtet Kardinal Mario Zenari, Apostolischer Nuntius in Syrien, von seiner persönlichen Begegnung mit Julia Verhaeghe im Jahr 1994.

Die Biografie umfasst neben einer Einleitung, in der das erste Buch über Mutter Julia zusammengefasst wird (Sie liebte die Kirche. Mutter Julia Verhaeghe und die Anfänge der geistlichen Familie „Das Werk“, Eigenverlag, 334 Seiten, beim fe-Verlag erhältlich), vier große Teile: I. Aufblühen der Gemeinschaft in Belgien; II. Internationale Ausbreitung und neue Herausforderungen; III. Entfaltung des Charismas und der verschiedenen Berufungen; IV. Letzte Lebensjahre und päpstliche Anerkennung.

Die Entwicklung der Gemeinschaft und die Entfaltung des dem „Werk“ eigenen Charismas ist untrennbar mit der Person und den besonderen Gnaden von Mutter Julia verbunden. Wie hat Gott in das Leben von Mutter Julia eingegriffen? Wie hat sie im Glauben darauf geantwortet? Wie ist sie den Wegen der Vorsehung im konkreten Leben gefolgt? Wie hat sie sich in Dienst nehmen lassen, um für die Kirche neues Leben zu wecken, Gründerin einer neuen geistlichen Familie und geistliche Mutter für viele zu werden? Zahlreiche Zitate aus ihren Briefen und Aufzeichnungen lassen die Leser gleichsam in ihr Herz blicken. Sie sprechen von ihrem prophetischen Blick auf Kirche und Welt, ihrer mütterlichen Sorge für viele Menschen, von ihrer Weisheit in den äußeren und inneren Entwicklungen der Gemeinschaft. Sie geben auch Einblick in ihre seelischen und körperlichen Leiden und ihre mystische Verbundenheit mit Christus in seiner Hingabe im Leiden und in seiner Verherrlichung. So wurde Mutter Julia „Zeugin von Gottes Gnadenwirken, Tochter der Kirche und Dienerin der Einheit in der Liebe und in der Wahrheit“ (Kardinal Zenari).

Erinnerungen und Tagebuchaufzeichnungen von Mitgliedern bestätigen die beschriebenen Ereignisse. Alle Zitate bieten mit den Angaben in den Fußnoten eine Fülle von Informationen zu Personen, Entwicklungen und Hintergründen. Dies alles macht die Lektüre spannend und interessant. Zu bestellen: fe-Verlag, https://www.fe-medien.de/sie-diente-der-Kirche; 288 Seiten, 12,80 Euro.

 

Man kann nichts Besseres erhoffen, als für Gott zu sterben

In seinem autobiographischen Interviewbuch “Gott oder nichts” erzählt Kardinal Robert Sarah, der Präfekt der “Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung” ergreifend, wie Jesus aus ihm einen Christen formen konnte, den er dann zum Priester, Bischof und sogar Kardinal berufen hat.

Kardinal Sarah stammt aus dem kleinen Dorf Ourous in Guinea. “Zweifellos ist meine Kindheit sehr glücklich gewesen. Ich bin im Frieden und in der unschuldigen Natürlichkeit eines kleinen Dorfes aufgewachsen, in dessen Zentrum sich die Mission der Spiritaner befand.” Das Beispiel dieser Missionare hat ihn tief beeindruckt, so dass er den Weg zum Priestertum einschlug.

Nach seiner Priesterweihe studierte er in Rom, wo ihn die Erfahrung von Weltkirche bereicherte. In sein Heimatland zurückgekehrt, wurde er Pfarrer, doch schon bald bemerkte er, dass jeder seiner Schritte von den Kommunisten, die das Land tyrannisierten, überwacht wurde. Sein Bischof, Msgr. Tchidimbo, befand sich wegen seines mutigen Bekenntnisses zu Christus bereits in Gefangenschaft. Damit endlich seine Freilassung und Ausreise erwirkt werden konnte, brauchte es einen Nachfolger. Papst Paul VI. entschied sich für den nicht einmal 33jährigen Robert Sarah.

Es war ein sehr schweres Erbe, das dieser junge Bischof antrat. “Nach Hunderten von Stunden des Gebetes bin ich zu dem Schluss gelangt, dass das Schlimmste, das mir passieren konnte, der Tod war. Was könnte man Besseres erhoffen als einen Tod für Gott und die Verteidigung der Wahrheit, für die Würde der menschlichen Person und der Gewissensfreiheit! Ich musste also reden, auch wenn meine Existenz damit auf dem Spiel stand.” Der Diktator Sékou Touré ließ jedes Wort des neuen Erzbischofs kontrollieren. Eines vor allem konnte er ihm nicht verzeihen, nämlich dass Msgr. Sarah öffentlich verkündete: “Die Macht ruiniert jene, die nicht die Weisheit haben, sie zu teilen!” Deshalb plante Sékou Touré die Verhaftung und Ermordung des erst 39jährigen Erzbischofs für den April 1984. Aber Gott ist Herr der Zeit: Überraschend starb der Diktator am 26. März 1984!

Doch der Widerstand gegen die kommunistische Macht ging weiter. “Die Eucharistie war mein einziges Lebensmittel und mein einziger Begleiter. Dieses Leben der Einsamkeit und des Gebetes erlaubte mir, neue Kraft zu schöpfen und erneut in den Kampf aufzubrechen.“ Gestärkt ging er aus allen Prüfungen hervor und wurde für sein Volk und die ganze Kirche zu einem feurigeren Zeugen für die Wahrheit des Evangeliums.

 

Das Samenkorn des Glaubens

Juan Carlos, der jetzt als Pfarrer in Venezuela wirkt, erzählt aus seiner priesterlichen Erfahrung: »Es war ungefähr ein Jahr nach meiner Priesterweihe, als ich ein scheinbar alltägliches, doch wertvolles Erlebnis hatte. Eines Tages brach ich auf, um ein weit entferntes Dorf von Eingeborenen zu besuchen. Das Leben der dort ansässigen Menschen ist normalerweise karg und ihr Glaube nicht sehr tief. Bei meiner Visite erklärte ich ihnen, wie wichtig und notwendig es sei, gute Freunde zu besuchen. Dabei fügte ich hinzu, dass es auf der Welt keinen besseren Freund als Gott gäbe. Wir sollten ihn oft in seinem Haus besuchen. Prompt sagte einer der Männer dort mit überzeugter Stimme zu mir: “Padre, ich will in die Kirche gehen.” Er kam mit mir und wir sprachen über Gott. Von diesem Moment an betete er jeden Tag für seine Familie, die sehr arm war und nichts zu essen hatte.

Unter großen Opfern versuchte ich im Laufe des Jahres, den Leuten zu helfen. Ich schickte ihnen immer so viel, wie ich nur konnte. An Weihnachten erkundigte ich mich nach ihnen. Als ich erfuhr, dass der Mann krank war, beschloss ich, ihn aufzusuchen. Ich brachte ihm etwas zu essen mit und fragte ihn nach seinem Befinden. Er antwortete: “Ich bin glücklich.” Dann fügte er hinzu: “Mein großer Freund besucht mich jeden Tag, dabei bringt er uns immer gute Gaben. So braucht meine Familie, auch wenn ich krank bin, nicht mehr zu hungern. Danke, dass Sie mich mit diesem Freund bekannt gemacht haben.” Mir fehlten die Worte. Eine alltägliche Handlung in meinem priesterlichen Wirken hatte dazu beigetragen, dass im Herzen dieses Mannes ein felsenfester und einfacher Glaube entstanden war – er war sich sicher, dass “Er” es höchstpersönlich war, der ihm täglich Essen schickte. Darüber freute ich mich ungemein. Dank sei Gott für den Glauben dieses Mannes, der ihm Kraft schenkte, der Zukunft positiv ins Auge zu sehen.«

 

Bis zum Äußersten standhaft bleiben

Rund 200 Millionen Christen in 172 Ländern werden gegenwärtig weltweit stark diskriminiert und verfolgt. Sie leben in ständiger Gefahr, gefoltert und ermordet zu werden. Als religiöse Minderheit werden sie besonders in mehrheitlich islamisch- oder kommunistisch-regierten Staaten verfolgt. Islamische Terrororganisationen – wie z.B. “Islamischer Staat” im Irak und Syrien oder “Boko Haram” in Nigeria sowie die “Taliban” in Afghanistan und Pakistan – sehen im Christentum einen Irrglauben, der aus ihrem Einflussbereich mit allen Mitteln vertrieben werden soll. Ein Beispiel aus Pakistan:

Der 18 Jahre alte Akash Bashir aus der Gemeinde St. John in Lahor, Pakistan, hatte bei den Salesianern in Lahor die Schule absolviert und meldete sich für die Gruppe der Freiwilligen, die vor der Kirche für die Sicherheit der Gottesdienste sorgten. Er war sich im Klaren, dass immer etwas passieren konnte. Seine Eltern bezeugten, dass Akash eine Ahnung davon hatte, dass er einmal als Märtyrer für Christus sterben werde. Seine Mutter bat ihn einmal, nicht mehr vor dem Kirchentor zu stehen. Er antwortete, er wolle den Menschen Sicherheit geben und sich nicht um sein eigenes Leben kümmern. Am Sonntag, 15. März 2015 hatte er Dienst vor dem Eingang der Johanneskirche, in der etwa 2500 Menschen zur heiligen Messe versammelt waren. Während seines Dienstes erhielt er die Nachricht, dass die “Christus-Kirche”, eine 500 Meter entfernte anglikanische Kirche, von mehreren bewaffneten Männern angegriffen worden war. Akash versuchte, den Bereich vor der Johanneskirche zu sichern, als er einen Mann auf das Gebäude zulaufen sah – einen Terroristen, der auf ein weiteres Gemetzel aus war. Akash stellte sich ihm entgegen und versuchte, ihn zu blockieren. Der Mann bedrohte Akash und erklärte, er habe eine Bombe bei sich, aber Akash ließ sich nicht einschüchtern. Er hielt den Terroristen fest, um ihn am Betreten der Kirche zu hindern. Der Terrorist sprengte sich selbst in die Luft und verursachte etwa zwanzig Todesopfer, darunter auch Akash selbst. Die Opfer wären noch viel mehr gewesen, wenn es dem Terroristen gelungen wäre, in die Kirche einzudringen. Durch seinen Mut und die Hingabe seines Lebens hatte Akash vielen Menschen das Leben gerettet.

“Es war ein Akt der Liebe”, sagt eine junge Frau, die mit ihm befreundet war. “Akash war ein junger Katholik wie ich. Auch er erlebte Belästigungen, Drohungen, Diskriminierungen, nur weil er Jesus nachfolgte. Wie das Martyrium vieler anderer Katholiken in Pakistan ist uns der Tod von Akash ein Ansporn, um bis zum Äußersten standhaft zu bleiben.” “Akasch ging vor uns her und zeigte uns den Weg zum ewigen Leben. Durch sein Opfer begannen so viele Menschen, der Kirche zu dienen.”

Euer Lohn im Himmel wird groß sein

Das kommunistische Nordkorea gilt als der gefährlichste Ort für Christen. Staatsbürger müssen der Herrscherfamilie Kim und dem Regime gegenüber Ergebenheit zeigen. Vermutete Untreue – hierzu zählt auch das Bekenntnis zum christlichen Glauben – wird schwer bestraft. Überläufer schilderten, dass sich zwischen 50.000 und 70.000 Christen in Arbeitslagern befinden. Eine Schätzung besagt, dass 75% der Christen an den Folgen der harten Behandlung im Lager sterben. Es gibt Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren, Zwangsarbeit, Folter, Verfolgung, Tod durch Verhungern, Vergewaltigung, Zwangsabtreibung und sexuelle Gewalt. Gläubige wurden “an einem Kreuz über dem Feuer aufgehängt, unter einer Straßenwalze zerquetscht, von Brücken geworfen, totgetrampelt”, berichtet Missio. Jesus hat verheißen: “Euer Lohn im Himmel wird groß sein” (Mt 5,12).

 

Es war so etwas wie eine Nahtoderfahrung

Ashley Brateher spielte die Hauptrolle im Film “Unplanned”, der den Bekehrungsweg einer Frau zur Lebensschützerin darstellt.

Ashley erzählt, dass ihre Mutter sie kurz vor Beginn der Arbeit angerufen habe: “und wir haben ein Gespräch über den Film geführt. Sie sagte mir, sie müsse mir etwas gestehen, was sie mir noch nie zuvor gesagt habe. Es war die Tatsache, dass sie bereits auf dem Abtreibungstisch lag, dann jedoch herunterstieg und sich entschied, mich am Leben zu lassen. Das hatte ich nicht gewusst …” Diese Offenbarung war für sie ein Schock. “Ich war nicht wütend oder traurig. Es war so etwas wie eine Nahtoderfahrung. Vor diesem Gespräch dachte ich gerade an all das, was ich hier auf Erden tun konnte … und ich hatte nie gewusst, dass ich dazu fast die Gelegenheit nicht erhalten hätte.” Sie dachte an all ihre Beziehungen: zu ihrem Mann, ihrem Sohn, einfach alles. “Buchstäblich flog alles in meinem Leben vor meinen Augen vorbei, denn ich war damals nur knapp davon entfernt gewesen, die Möglichkeit zu leben gar nicht zu erhalten.”

“Von da an war der Film eine sehr persönliche und leidenschaftliche Sache für mich.” Früher war Ashley nur eine Feiertagschristin. “Meine Eltern gingen zu Ostern und Weihnachten in die Kirche. Doch was mir half, war, dass ich Großmütter hatte, die eifrig für mich beteten. Dadurch hat sie gewusst, wer Gott ist, “selbst als ich mich entschied zu rebellieren. Er war immer noch da und ich wusste das.” Immer wieder hat sie Gott gefragt, warum sie existiere.

Als ihr Sohn zur Welt kam, veränderte sich ihr Leben. “Als ich meinen Sohn sah und ihn so sehr liebte, dachte ich, dass Gott uns wirklich so viel mehr lieben muss, wenn ich diesen kleinen Menschen so sehr lieben kann. Das war das Erwachen, das meinen Glauben vertiefte.” Nach dem Film kamen viele junge Mädchen auf sie zu auf der Suche nach Hilfe.