Jesus hat mit seinem Leben für bezahlt

Pater Dominik Chmielewski SDB aus Polen erzählte in einer Predigt von einem ihm gut bekannten gläubigen Mann, der sich bemühte, für die Eingebungen Gottes empfänglich zu sein.

Dieser Familienvater ging zum Lidl einkaufen. An der Kasse gab es eine lange Schlange. Eine Frau begann sich sehr aggressiv zu verhalten. Sie war um die 60, hatte ein sehr, sehr strenges Make-Up, sah fast aus wie eine Hexe. Sie fing an zu brüllen und die Verkäufer und Kunden anzufahren. Der Mann hörte in seinem Herzen, dass er für diese Frau beten soll. Also begann er für sie zu beten. Währenddessen kommt der nächste Gedanke – wieder ein sehr, sehr intensiver, aber auch ein sanfter Gedanke, der ihm sagt: ‚Bezahle den Einkauf dieser Frau.‘ Er dachte sich: ‚Wie, was?‘ Er besitzt selber nicht viel, hat selber finanzielle Schwierigkeiten und hört in seinem Herzen: ‚Bezahle den Einkauf dieser Frau.‘ Er kämpft mit sich selbst. Aber er beschließt, dieser Eingebung zu folgen. Diese Frau steht an der Kasse. Er nähert sich ihr und sagt: ‚Liebe Frau, ich bezahle ihren Einkauf.‘ Sie sagt: ‚Bitte, warum möchten sie meinen Einkauf bezahlen?‘ Und er bekommt in diesem Moment einen dritten Gedanken eingegeben, den er laut ausgesprochen hat: ‚Weil Jesus mit seinem Leben für mich bezahlt hat.‘ Als er das ausgesprochen hatte, wurde es still an der Kasse. Die Frau fing an zu weinen. Die Frau an der Kasse fing an zu weinen. Ihm selber kamen die Tränen. Hier in diesem Augenblick wurden die Herzen aller von der Gnade Gottes berührt. Die Liebe Gottes floss in die Herzen der Menschen.

Er bezahlte den Einkauf dieser Frau, und sie gingen gemeinsam aus dem Geschäft. Und die Frau sagte ihm folgendes:  ‚Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich habe bei einem Autounfall vor vierzig Jahren meinen Sohn verloren. Ich habe Gott dafür die Schuld gegeben und fing an ihn zu hassen. Und ich sagte, mein Fuß wird keine Kirche mehr betreten. Du bist nicht die Liebe. Wenn du wirklich die Liebe wärst, hättest du diesen Unfall nicht zugelassen.‘ Sie zweifelte an Gott und an ihrer eigenen Identität als geliebtes Kind Gottes. Und dann wird man destruktiv und man wird zum Dämon. Aber nach 40 Jahren ereignet sich die Offenbarung der Liebe Gottes an der Kasse bei Lidl. Und diese Frau beschließt eine Lebensbeichte abzulegen. Sie bekehrt sich und verkündet jetzt die Liebe Gottes, wo immer der Herr sie hinführt.

 

Im Namen Jesu Christi

Elisabeth Seiler (1889 – 1974), die zur evangelischen Schwesternschaft der Liebenzeller Mission (Eintritt 1916) gehörte, war über 20 Jahre als Missionsschwester in China im Einsatz. Sie berichtet in ihren Büchern über ein Erlebnis, das uns die Macht der Anrufung des Namens Jesu veranschaulicht:

„Eines Tages musste ich mich auf eine Reise begeben, um eine Außenstation zu besuchen. Auf einmal öffnete sich mir eine wunderschöne Wiese. Voller Freude ging ich weiter. Auf einmal raschelte etwas im Gras. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, was für ein Tier  ich durch mein Näherkommen in seiner Ruhe gestört hätte. Ich traute meinen Augen kaum, als ich in meiner Nähe eine Riesenschlange liegen sah. Mich schauderte! So dick und lang! Aus dem riesigen Haufen von Ringen richtete sie langsam ihren Kopf in die Höhe. Ich musste sie wohl in ihrem Sonnenbad gestört haben. Ganz genau wusste ich, dass ich nicht einfach fortlaufen durfte. Wohin sollte ich auch fliehen vor dieser schrecklichen Mörderin? Mir kam in den Sinn, dass es das Beste sei, dem angreifenden Tier unablässig in die Augen zu schauen. So blickte ich also geradewegs und ohne Unterbrechung in die feurigen Glotzaugen des Schlangenungetüms. Dazu ging ich weiter zurück, um soweit wie möglich von der Schlange wegzukommen. Je weiter ich ging, desto höher richtete sich die Schlange auf. Ihr Kopf war schon hoch über dem Boden. Ich schätzte also, dass, wenn sie sich – wie sie es zu tun pflegen – mit einem Schlag in meiner Richtung fallen ließe, ich blitzschnell umringt und erdrückt würde. Sie war schon höher aufgerichtet, als ich von ihr entfernt war.

Meine Angst und das Bangen vor dem Grauenhaften wurden immer größer. Ich schrie zum Herrn um Hilfe und Gnade und wusste keinen Ausweg mehr. Dazu war ich ganz allein. Es war niemand da, der mir helfen hätte können.

Aber ich war doch nicht allein. Ich wusste und spürte, Jesus war bei mir, auch wenn es aussah, als stünde ich dem Tod gegenüber. Ich flehte und rang und sagte zum Herrn, ‚du hast mich doch nicht nach China gesandt, dass ich hier an einem schrecklichen Schlangenfraß sterbe. Rette mich! Du weißt ja, dass ich nur für dich da sein will.‘ … Nun musste ich aber mit Erschrecken feststellen, dass der Schlangenkopf sich mir langsam näherte in der Luft. Obwohl ich weiterging, kam sie mir immer näher. … Ihr Kopf war schon so nahe, dass ich ihr fieberhaftes Züngeln genau sehen konnte. Ihre Augen wurden immer größer und feuriger, furchtbarer. Ich konnte nichts mehr tun, als innerlich schreien und beten.
Jetzt begann die Schlange am ganzen Leib zu zittern. Ihr Kopf war so nahe an meinem, dass ich jede Einzelheit sehen konnte. Und jetzt? Für mich gab es kein Entrinnen mehr. Im letzten Augenblick schoss mir das Wort von Jesu ein. ‚In meinem Namen werden sie Schlangen vertreiben.‘
Mit letzter Kraft schrie ich die Schlange an, so laut ich konnte. ‚Im Namen JESUS CHRISTI, mach dass du fortkommst!‘

Kaum hatte ich das geschrien, bäumte sich die mächtige Schlange zischend auf und überschlug sich rückwärts. Der Boden zitterte wie bei einem Erdbeben, als sie sich mit ihrem ganzen Gewicht fallen ließ. Ich habe nicht gewusst,  dass Schlangen so schnell rennen können. Sie jagte davon wie eine zu Tode Gehetzte. Wer hatte das bewirken können? In meinem Namen werden sie Schlangen vertreiben, hat Jesus gesagt.

Ich kann nicht sagen, wie groß mir der Name JESU in diesem Moment wurde. Ein Name, vor dem Teufel, Hölle und Welt erzittern! Noch immer konnte ich es nicht fassen. Ich stand da wie gelähmt. … Eine ganze Zeit blieb ich so angewurzelt stehen und fing an, von ganzem Herzen meinen wunderbaren Heiland zu loben und zu preisen. … Von diesem Tage an war mir der Name JESU viel größer. Vor seinem Namen muss jede Feindesmacht fliehen.“

 

Gott hat die Dinge richtig gemacht

Pater Paulo und sein eineiiger Zwillingsbruder, Pater Felipe Lizama aus Chile wurden 2012 zusammen zu Priestern geweiht. Ihr Weg zum Priestertum war schon vom Mutterleib an etwas Besonderes:

Die Mutter der beiden, Rosa Silva, hatte sich – bevor sie ihre Schwangerschaft entdeckte – bei ihrer Arbeit als Sanitäterin Röntgenstrahlen ausgesetzt. Nachdem die Schwangerschaft bestätigt worden war, führte ihr Arzt eine Ultraschalluntersuchung durch und teilte ihr mit, dass er auf dem Bild „etwas Seltsames“ gesehen habe. „Das Baby hat drei Arme und seine Füße sind irgendwie verschlungen. Außerdem hat es zwei Köpfe“, erklärte er ihr.

Die Ärzte rieten ihr zu einer Abtreibung und sagten, dass ihr Leben in Gefahr sei. Rosa lehnte diesen Vorschlag entschieden ab und sagte, dass sie alles akzeptieren möchte, was Gott ihr schicken würde.

„Der Herr wirkte und brachte eine Zwillingsschwangerschaft hervor. Ich weiß nicht, ob die Ärzte sich geirrt haben“, sagte Pater Felipe. „Ich denke immer mit besonderer Zuneigung und Zärtlichkeit im Herzen an meine Mutter, die ihr Leben für mich, für uns, gegeben hat“, fügte Pater Paolo hinzu.

Die beiden Brüder wurden am 10. Sep. 1984 geboren. Felipe wurde zuerst geboren, und als sich die Plazenta nicht ablöste, schlugen die Ärzte eine Ausschabung der Gebärmutter vor. Rosa weigerte sich jedoch und sagte, sie habe das Gefühl, es käme ein weiteres Baby heraus. Paulo wurde 17 Minuten später geboren.

Die Zwillinge erfuhren von den Umständen ihrer Geburt, als sie sich im sechsten Jahr ihrer Ausbildung zum Priester befanden.

„Es war sicherlich die Weisheit meiner Mutter und ihres Herzens, die es uns ermöglichten, von einem so erstaunlichen Ereignis zur rechten Zeit zu erfahren“, sagte Pater Paulo und reflektierte, er habe zwar immer gedacht, seine Berufung zum Priester wäre in der Jugendzeit erfolgt; aber später habe er erkannt, dass Gott von Anfang an in seinem Leben wirkte, dank des „Jawortes“ seiner Mutter.

Obwohl die beiden Brüder in einem katholischen Elternhaus aufwuchsen, entfernten sie sich  vor allem durch ihre Leidenschaft für das Fußballspielen vom Glauben und besuchten nicht mehr die heilige Messe. Die Trennung und Scheidung ihrer Eltern war für die beiden  eine Erschütterung, die sie aber durch die Firmvorbereitung und das Sakrament der Firmung zum Glauben und zur Kirche zurückführte.

Damals, so Pater Paulo, fehlte ihm die Überzeugung in seinem Glauben, aber das Allerheiligste Sakrament, der gregorianische Gesang und die stille Ehrfurcht vor dem Gebet zogen ihn an.

Pater Felipe sagte, dass er durch einen Priester, der später sein Ausbildungsleiter im Priesterseminar war, zu Gott hingezogen wurde.  „Gott hat mich gerufen. Ich erkannte, dass ich in Gott und in den Dingen Gottes glücklich war, es gab keinen Zweifel: Ich wollte Priester werden“, erinnert er sich.

Obwohl sich die beiden Brüder nahe stehen, haben sie nicht über ihre Berufungen gesprochen. „Ich weiß nicht, wer den Ruf zuerst gespürt hat“, sagte Pater Paulo. „Ich denke, Gott hat die Dinge richtig gemacht, um die Freiheit unserer Antwort zu schützen.“

Im März 2003 traten beide in das Priesterseminar ein. Obwohl es für die Familie anfangs schwierig war, die Entscheidung der Brüder zu akzeptieren, sagte ihre Mutter nach dem ersten Jahr der Ausbildung, dass sie in Frieden sei, da sie merkte, dass die beiden glücklich waren.

Die Zwillinge wurden am 28. April 2012 zu Priestern geweiht und sind heute in zwei Pfarreien in Chile tätig.

„Gott spielt nicht mit uns herum. Er will, dass wir glücklich sind, und das Priestertum ist eine wunderbare Berufung, die uns sehr glücklich macht“, sagte Pater Felipe.

„Jesus nachzufolgen ist nicht einfach, aber es ist schön“, fügte Pater Paulo hinzu.

 

Der Handstand

Eine Frau erzählt, dass sie sich fest vorgenommen hatte, besser auf Gottes Stimme und seine Einladungen zu hören als bisher. Sie fuhr eines Tages zu einem großen Einkaufszentrum mit vielen Geschäften und Stockwerken. Als sie vor dem Gemüse stand, geschah etwas Seltsames. Im Inneren vernahm sie eine Stimme, die zu ihr sagte: „Geh zur Mitte des Einkaufszentrums, mach einen Handstand und schreie laut!“

War das wirklich Gottes Stimme oder ein Täuschung? „Das kann doch nicht wahr sein. Gott, bist Du das wirklich? Ich kann doch hier keinen Handstand machen. Und wenn ich dann auch noch laut schreie, mache ich mich vollends lächerlich.“ So setzte die Frau ihre Einkäufe fort. Aber eigenartig – immer wieder wurde sie innerlich gedrängt, zur Mitte des Einkaufszentrums zu gehen und das Verlangte zu tun. So gab sie diesem inneren Drängen nach.

Als sie sich unbeobachtet fühlte, versuchte sie einen Handstand zu machen und schrie. Also, das war getan! Jetzt aber nichts wie weg von dieser Stelle! Sie wollte schon ins nächste Geschäft verschwinden, als sie ein lautes Schluchzen hörte, und zwar von der Galerie über ihr her. Dort erblickte sie eine junge Frau, und sie fuhr mit der Rolltreppe zu ihr hoch. Die junge Frau fragte sie: „Warum haben Sie das gemacht?“ Die Frau wollte das Erlebnis mit der inneren Stimme nicht erwähnen und sagte nur: „Verzeihen Sie, das ist normalerweise nicht meine Art, so rumzuschreien.“

Da erzählte die weinende junge Frau, sie habe gerade zu Gott gebetet: „Gott, wenn es Dich gibt, dann lass eine Frau da unten einen Handstand machen und laut schreien … , dann nehme ich mir das Leben nicht.“ Gott in Seiner unfassbar großen Liebe wollte sie vor der schrecklichen Tat, vor dem Selbstmord, bewahren! Wir begreifen oft zu wenig, was Gott in seiner Güte alles aufwendet, um uns für den Himmel zu retten! Aber er möchte auch, dass wir auf ihn hören, damit er uns zur Rettung anderer gebrauchen kann.

 

Ich habe so gebetet, dass du kommst!

Ein Pfarrer berichtet aus seinen Erfahrungen: „In diesem Bericht geht es zwar nicht um ein Wunder, aber um eine beeindruckende Gebetserhörung: Als ich noch im Priesterseminar in Schwaz im Tiroler Unterinntal studierte, erlebte ich eines Tages folgendes: Zu Mittag drängt es mich plötzlich mächtig, nach Innsbruck zu fahren. Ich überlege kurz und stelle fest, dass ich in Innsbruck heute weder etwas besorgen muss noch jemanden besuchen will. Eigentlich möchte ich heute nicht nach Innsbruck fahren. Doch weil mich irgendetwas dazu drängt, fahre ich schließlich mit dem Bus nach Innsbruck. Unterwegs denke ich mir, wie sinnlos es eigentlich ist, dass ich heute dorthin fahre, da ich doch dort überhaupt nichts vorhabe. Als der Bus in Innsbruck ist, steige ich an einer Stelle aus, wo ich sonst nie ausgestiegen bin. Kaum bin ich auf der Straße, kommt ein mir gut bekanntes Kind auf mich zu und ruft: ‚Ich habe so gebetet, dass du kommst!'“ Die Gebetsmacht der Kinder ist groß. Aber wir müssen auch immer neu bereit sein, den Eingebungen des Hl. Geistes oder des Schutzengels zu folgen.

 

Mein Herz ist eine fortdauernde Krippe

Weihnachten ist das Fest, an dem Gott immer wieder Wunder der Bekehrung wirkt. Eine solche besondere Weihnachtsgnade hat Philippe Guillard empfangen, von der er seitdem immer wieder ergriffen Zeugnis gibt.

Philippe berichtet, dass er zwar als Kind getauft wurde, aber nur eine ärmliche katholischen Erziehung empfing. Schon als Jugendlicher hatte er sich, so wie er dachte, für immer von Gott abgewandt. Es brauchte Jahrzehnte des geduldigen Wirkens Gottes, um die dicke Mauer, die er als atheistischer Naturwissenschaftler zwischen sich und seinem Schöpfer errichtet hatte, rissig werden zu lassen.

Es waren Jahre, geprägt von „einer brennenden Sehnsucht nach etwas Größerem“. Es war ein vergebliches Suchen nach dem Sinn des Lebens auf den unbefriedigenden Schleichwegen der Psychoanalyse, der Freimaurerei, der östlichen Spiritualitäten, bis der Stolz einbrach und sein Herz offen war, so dass Jesus Christus in ihm geboren werden konnte.

An jenem Weihnachtsabend 2015 traf seine Frau Jeanne die üblichen Vorbereitungen für das Fest. Da plötzlich, gedrängt von einer unwiderstehlichen Eingebung, wendet sich Jeanne an Philippe und erklärt ihm dezidiert: „Ich muss dich jetzt dorthin führen, wohin du gehen willst“. Er antwortete verblüfft: „Was? Aber ich will doch nirgends hingehen!“ Darauf folgt ein surrealer Dialog: „Ich bin mir aber ganz sicher, und wir werden hingehen.“ „Aber wohin willst du gehen?“ „Ich nehme dich in die Messe mit!“ „In die Messe?! Nein, dahin gehe ich nicht, sicher nicht!“ – „Ich versichere dir: Wir gehen!“

Und dann spricht Jeanne ein Machtwort und schleppt ihn hinaus in Wind und Regen. Die Kirche ist nicht weit. Sie kommen gerade pünktlich an. Jeanne öffnet das schwere Tor, sie finden zwei Plätze, ganz hinten. Orgelmusik erfüllt den Raum…

Und plötzlich wird Philippe von einer Lichtflut überwältigt, „ein blaues Licht, von dem mir später klar wird, dass es ein ungeschaffenes Licht ist, blau wie die Farbe Mariens“. Es ist erfüllt von einer lebendigen Gegenwart, einer Gegenwart, die mich mit Freude überflutet. Von einem Moment zum anderen wurde er gläubig. „Um 20.30 Uhr betrat ich als Atheist die Kirche, um 20:31 Uhr war ich gläubig und katholisch,“ zieht er Bilanz. Er hatte gefunden, was er so lange gesucht hatte. „Seit dem Weihnachtsabend 2015 ist mein Herz eine fortdauernde Krippe.“

Von nun an, „lenkt Gott alles. Der Herr hat das Steuer übernommen, und Er fährt sehr flott dahin.“

 

Ich entdeckte die Perle, nach der ich suchte

„Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1Tim 2,4), sagt der hl. Paulus. Auch heute, in einer so verwirrenden Zeit, führt der Herr die Menschen durch seine weise Vorsehung zu dieser Erkenntnis der rettenden Wahrheit. Auf der Internetseite „The Coming Home Network International“ kann man viele wunderbare Zeugnisse finden, wie Menschen aus verschiedensten Richtungen im katholischen Glauben die Erfüllung ihrer Sehnsucht des Herzens gefunden haben.  Hier einige Abschnitte aus dem Zeugnis von Kira Cuipek aus Kansas (USA):

„Ich war kein Weltenbummler, aber ich war ein Kirchenhüpfer. Die meiste Zeit meines Lebens trieb ich mich in den verschiedenen Konfessionen herum, bewunderte ihre Schönheit und rätselte über ihre Unterschiede. Ich schloss mich einer Kirche nach der anderen an, zog von Texas nach Tennessee, dann nach Kalifornien und zurück nach Texas und probierte konfessionslose, presbyterianische, evangelikal-freikirchliche, amerikanisch-baptistische und südbaptistische Denominationen aus. Schließlich, im Alter von 49 Jahren, fand ich das, wonach ich mein ganzes Leben lang gesucht hatte: die katholische Kirche. Seltsamerweise war es die Bibel, die mich dorthin geführt hat.

Ich begann mit einer methodischen Überprüfung aller Kirchen, denen wir angehörten, und fragte: „Wie konnte der Heilige Geist den verschiedenen Gruppen unterschiedliche Auslegungen der Schrift geben, wenn Jesus doch wollte, dass wir ‚eins‘ sind“ (Joh 17,11)? Meine Nachforschungen brachten mich zu dieser verblüffenden Erkenntnis: Ohne Einigkeit über die Wahrheit – und eine anerkannte Autorität, die sie auslegt – würde es niemals die von Jesus versprochene Einheit geben.

Schließlich betete ich eines Tages beim Abwaschen am Spülbecken das drastischste und gefährlichste Gebet meines ganzen Lebens.

„Herr“, sagte ich, „ich kann keine Kirche finden, die die Einheit zeigt, die du in der Bibel versprochen hast.

Dann flüsterte ich voller Angst und Bangen und unter Tränen diese Worte: ‚Herr, ich trete aus der heutigen Kirche aus. Ich gehöre zu keiner von ihnen; ich gehöre nur zu Jesus Christus.‘

Im Moment meiner tiefsten Verzweiflung begann Gott auf wundersame Weise zu handeln. Es war fast so, als hätte er darauf gewartet, dass ich diese Worte ausspreche.“ Kira lernt einige katholische Freunde kennen, die ihre vielen Fragen über die Berufung, den Willen Gottes und vor allem über das Sakrament der Eucharistie beantworteten.

„Ihre Antworten spiegelten viele meiner eigenen Überzeugungen wider, die ich durch jahrelanges Lesen der Heiligen Schrift gewonnen hatte. Mein Herz füllte sich mit Hoffnung. … Ich glaube, ich hatte schon immer ein katholisch geformtes Herz!

Ostern 2010 wurde ich freudig in die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche aufgenommen und empfing die Eucharistie. … Ich hoffte und betete, dass mein Mann sich mir bei diesem Glaubenssprung anschließen würde. Aber das tat er nicht. Im Jahr 2011 beantragte er die Scheidung.

Ich verlor meinen Mann, mein Zuhause und viele Freunde, um katholisch zu werden. Dennoch habe ich mich entschieden, katholisch zu bleiben und meinem Eheversprechen treu zu sein, in der Hoffnung, dass mein Mann eines Tages zurückkehrt. Ich trage meinen Ehering, um unseren Kindern ein Beispiel für die Treue Christi zu geben, der uns nie verlässt. Ich wachse weiter in meinem Glauben durch die Sakramente und besuche eine nahe gelegene Pfarre. Zum Glück haben meine Eltern meinen Übertritt zum Katholizismus akzeptiert … Die streitbare Beziehung, die mein Vater und ich viele Jahre lang hatten, wurde geheilt, nachdem ich katholisch geworden war, und in den letzten acht Jahren seines Lebens waren wir füreinander die besten Freunde. Ich bin dankbar für die Jahre, in denen ich zwischen den Kirchen hin und her gewechselt bin, denn es waren diese Pastoren und Lehrer in verschiedenen Konfessionen, die mir den Zugang zur Heiligen Schrift eröffneten. Sie gaben mir ein solides christliches Fundament. Und ich habe immer noch ein paar protestantische Freunde. Dennoch war es mein tiefes Bibelstudium, das mich schließlich zur „Fülle“ führte. Ich entdeckte die katholische Kirche und die Eucharistie, die Perle von großem Wert, nach der ich mein ganzes Leben lang gesucht hatte.“

 

Ich möchte andere zu Jesus mitnehmen

Am 7. März 2021 starb in einem Spital in Madrid die 10-jährige Teresita Castillo de Diego an einem Hirntumor. Sie starb im „Ruf der Heiligkeit“. Ihr Tod berührt inzwischen viele Menschen in Spanien und darüber hinaus.

Der Bischofsvikar von Madrid, Pater Angel Camino Lamelas berichtet: „Am Welttag der Kranken, am 11. Feb. 2021, feierte ich die heilige Messe wie jedes Jahr im Krankenhaus. Anschließend wollte ich einigen Kranken die Kommunion bringen und die Krankensalbung spenden. Der Krankenhauspfarrer erzählte mir von Teresita. Als ich in ihr Zimmer kam, … schaute ich auf das Mädchen. Der Kopf war verbunden, aber ich konnte ihr Gesicht sehen. Mich überraschte, dass dieses kindliche Gesicht wie die Sonne strahlte. Dann sagte sie mir: ,Ich bete, damit viele Kinder Jesus kennenlernen'“. Teresita offenbarte ihm auch, dass sie Missionarin werden möchte. Der Bischof ernannte sie daraufhin spontan zur Missionarin und ließ ihr auch eine Urkunde zukommen, die dies bestätigte. Diese Beauftragung durch den Bischof gab ihr große Kraft für die letzten Wochen ihres Leben. Sie hatte schon lange immer wieder unter starken Kopfschmerzen zu leiden. Sie sagte: „In diesen Tagen meiner Krankheit opfere ich mein Leiden für die Menschen auf. Zum Beispiel für jemanden, der krank ist, für die Priester.“ „Ich glaube, dass ich dadurch Missionarin werden kann.“ Teresitas Mutter sagt: „Ich verstand, dass sie ihre Mission mit der Aufopferung ihres Leidens verband.“

Teresita war mit drei Jahren aus Sibirien gekommen und in Spanien adoptiert worden. Ihre Mutter erinnert sich: „Sehr bald kam sie mit meinem Mann und mir täglich in die Kirche. Nach der Messe ging Teresita immer in die Sakristei, um den Priester zu begrüßen. Und sie begrüßte alle, denen sie begegnete, weil sie sehr gesellig war.“ 2015 war der Tumor entdeckt und durch Operation und Chemo behandelt worden.  Zunächst schien alles unter Kontrolle zu sein, doch ab Ende 2018 begann der Tumor wieder zu wachsen. Es folgten einige Therapien, ehe Teresita im Januar 2021 wieder ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Zu einer Operation kam es nicht mehr wegen verschiedener Komplikationen.

Teresitas Wunsch, Missionarin zu werden, erwachte in ihr, als sie einen Film über die hl. Mutter Teresa von Kalkutta gesehen hatte. „Ich möchte andere zu Jesus mitnehmen, die Kinder, die ihn nicht kennen, damit sie in den Himmel kommen und dort immer, immer glücklich sind.“ Sie verstand es als ihre Mission, „immer von Jesus zu sprechen und Freude zu geben“.

Ihre Mutter berichtet: „Als sie im Mai 2019 die Erstkommunion empfing, fragte ich sie: ‚Was hast Du bei der Kommunion empfunden?‘ Teresita antwortete: ‚Ich fühlte, dass Gott mich liebt und mich in den Himmel einlädt‘.“

Der Bischofsvikar berichtet, dass seit ihrem Tod Dutzende Zeugnisse von Gläubigen und Nicht-Gläubigen bei ihm eingegangen seien, die vom Glaubensbeispiel Teresitas berührt sind. Teresita beginnt schon missionarisch zu wirken, denn bis zu ihrem Tod war es ihr größter Wunsch, Missionarin für Jesus zu sein.

 

Was ich tue, tue ich immer mit Hilfe des Himmels

Jim Caviezel, der amerikanische Schauspieler, der im Film „Die Passion Christi“ Jesus darstellte, lebt aus tiefster Überzeugung den katholischen Glauben und ist von einer innigen Liebe zur Gottesmutter erfüllt, der er sich in Medjugorje in einer Ganzhingabe nach dem hl. Ludwig von Montfort geweiht hat.

Im Film „Paulus, der Apostel Christi“ der 2018 in die Kinos kam, spielte er den hl. Lukas. Der Film zeigt die Verfolgung der ersten Christen in Rom unter Kaiser Nero, mit dem hl. Paulus als Gefangenem, der am Ende seines Lebens die Botschaft der Hoffnung übermittelt. Der hl. Lukas, der in diesem Film der urchristlichen Gemeinde in Rom als Arzt, geistlicher Führer und Schreiber dient, besucht den hl. Paulus im Gefängnis, um ihm Fragen über seine Geschichte und sein Apostolat im Dienste Christi zu stellen.

Bei den Dreharbeiten stützte sich Jim Caviezel auf das Lesen der Schrift, den Rosenkranz und die hl. Messe, um die Heiligkeit des Evangelisten Lukas besser verkörpern zu können. „Lukas schrieb über die Jungfrau Maria mehr als jeder andere Verfasser“, sagt er und ergänzt: „Der Rosenkranz hilft mir, mich zu konzentrieren, zu beten. Ich gehe jeden Tag zur Messe und in der Eucharistie ist Christus in mir. Was ich tue, tue ich immer mit Hilfe des Himmels. Er weist mir den Weg, führt mich. Was ich Gott anbiete, schöpfe ich aus der Gabe, die er mir gegeben hat. Und der Herr vermehrt und segnet sie in einer Weise, die ich nie für möglich gehalten hätte.“ Etwas von der Verfolgung der Christen bekam er auch selbst zu spüren. Nach seiner Rolle als Jesus habe ihn Hollywood gemieden. Bereits vor längerem sagte er: „Wir müssen unseren Namen, unser Ansehen, unser Leben aufgeben, um die Wahrheit zu bezeugen.“

In einem offenen Brief an Jim Caviezel schrieb der katholisch Journalist Markus Reder. „In der Kirche gibt es viele Schauspieler. Leider. Professionelle Religiosität und äußerer Habitus entsprechen nicht immer der inneren Wirklichkeit. Schön, dass es auch Schauspieler gibt wie Sie, die tatsächlich Glauben verkörpern.“

 

Ich werde mich nicht einschüchtern lassen

Als die römische Glaubenskongregation am 22. Feb. 2021 eine Klarstellung veröffentlichte, dass eine Segnung homosexueller Verbindungen durch die Kirche nicht möglich sei, weil Gott „die Sünde nicht segnen kann“, ging eine heftige Welle des Protests durch die Welt und auch durch die Kirche im Zeichen der Regenbogenfahne. Diese Proteste offenbaren nur, wie weit sich unsere Gesellschaft und viele Glieder der Kirche bis hin zu Amtsträgern vom Geist des Evangeliums und der Wahrheit des katholischen Glaubens entfernt haben. Umso erfreulicher ist es, wenn es in anderen Konfessionen bekennende Christen gibt, die mutig in aller Öffentlichkeit die christliche Lehre über Ehe und Sexualität verteidigen.

Einer der wenigen öffentlichen Glaubenszeugen ist die finnische Christdemokratin Päivi Räsänen, die der finnisch-lutherischen Staatskirche angehört. Die fünffache Mutter und sechsfache Großmutter ist von Beruf Ärztin und seit vielen Jahren Abgeordnete zum finnischen Parlament. Vor einigen Jahren bekleidete sie sogar das Amt der Innenministerin. Sie ging in die Politik, um „den Menschen zu helfen“, wie sie sagt, und vor allem die Familien zu stützen.

Am 29. April 2021 gab nun die finnische Generalstaatsanwältin bekannt, dass man Räsänen strafrechtlich verfolgen würde. Es wurden gegen sie gleich drei  Verfahren eröffnet. Alle Anklagepunkte haben mit Aussagen zu tun, die sie zum Thema Ehe und Sexualität getätigt hat. Es droht ihr eine Haftstrafe von bis zu sechs Jahren. Sie steht unter Verdacht, sich der „Hassrede“ und „kriminellen Hetze gegen eine Minderheitengruppe“ schuldig gemacht zu haben.

Konkret geht es unter anderem um eine Broschüre mit dem Titel „Er schuf sie als Mann und Frau – Homosexuelle Beziehungen stellen das christliche Menschenbild infrage“, die Räsänen 2004 verfasst hatte. Außerdem hatte sie sich 2019 in sozialen Netzwerken kritisch über die Teilnahme der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands an einer Homosexuellen-Parade geäußert. Darüber hinaus äußerte Räsänen ihre Ansicht im Dezember 2019 im Radio in einer Diskussionsrunde des Finnischen Rundfunks zum Thema „Was würde Jesus über Homosexuelle denken“.

Räsänen wurde bereits mehrmals stundenlang von der finnischen Polizei verhört: „Es fällt mir schwer zu glauben, dass mir eine Haftstrafe droht, weil ich meine religiösen Überzeugungen öffentlich äußerte. Ich habe niemanden bedroht, verleumdet oder beleidigt.“ „Die Bibel ist jedoch sehr klar in der Lehre, dass die Ehe eine Verbindung zwischen Mann und Frau ist und dass das Praktizieren von Homosexualität gegen den Willen Gottes ist“, sagte sie. „Ich werde das Recht, meinen Glauben zu bekennen, weiterhin verteidigen, auch damit andere ihr Recht auf Glaubens- und Meinungsfreiheit künftig wahrnehmen können. Ich bleibe dabei, meine Aussagen sind legal und dürfen nicht einfach zensiert werden.“

Als Politikerin ist Räsänen das Scheinwerferlicht gewohnt. Auch, dass nicht jeder mit ihren Meinungen oder Entscheidungen glücklich ist. Aber aktuell gehen die Wogen hoch. Sie sieht sich der gewaltigen Macht einer juristischen Staatsmaschinerie gegenüber, der sie nur wenig entgegenstellen kann.

Noch hat sie die Rückendeckung ihrer Partei. Der Druck nimmt jedoch täglich zu. Hilfe erfährt sie vor allem durch ihre parlamentarische Mitarbeiterin und ihre Familie. Angst empfindet sie dennoch keine: „Ich werde nicht klein beigeben. Ich werde mich nicht einschüchtern lassen und meinen Glauben verstecken. Je mehr wir als Christen zu kontroversen Themen schweigen, desto enger wird der Raum für die Redefreiheit in Finnland.“