Verborgene Christen

Er wollte den Islam verteidigen und wurde dabei zum Christen. In einem Bericht schreibt er: „Mein Name ist Rachid, ich bin geboren und aufgewachsen in einer konservativen islamischen Familie in Marokko. Mein Vater war der Imam des Dorfes, in dem ich viele Jahre lebte. Von der christlichen Version von Jesus Christus hörte ich das erste Mal in einem Radioprogramm. Der Beitrag provozierte mich als Muslim. Ich wollte meinen muslimischen Glauben gegen den christlichen Glauben verteidigen und begann, über vier Jahre hinweg den Anbietern des Programms zu schreiben. Es endete damit, dass sie mich überzeugten und ich Ende 1989 zum Christentum übertrat.

Meine Familie erfuhr erst später von meinem neuen Glauben. Ich wurde von ihnen verstoßen und von den marokkanischen Behörden verfolgt. Unter diesem Druck musste ich nach Jahren des Kampfes mein Land verlassen. Dies ist nicht nur meine Geschichte, es ist die Geschichte von Tausenden Muslimen, die in der islamischen Welt zum Christentum konvertieren. Viele von ihnen leben sehr verborgen und wenn jemand ihr Geheimnis lüften würde, verwandelte sich ihr Leben in die Hölle auf Erden.

Als ich in Marokko lebte, lernte ich dortige muslimische Konvertiten über das Radioprogramm kennen, mit dem ich jahrelang korrespondiert hatte. Wir trafen uns heimlich bei uns zu Hause. Wir schmuggelten Bibeln über Spanien ins Land, weil Bibeln in arabischer Sprache hierzulande verboten sind. Wir schlossen die Fenster, um singen und beten zu können, ohne bemerkt zu werden. Einige von uns wurden verhaftet, andere bedroht, drangsaliert, befragt oder zu jahrelangen Gefängnisstrafen verurteilt. Tausende marokkanische Christen leben im Untergrund und fürchten Verfolgung und gesellschaftliche Ächtung. Nicht nur in Marokko leben christliche Konvertiten, sie finden sich überall in der muslimischen Welt, vor allem aber in Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, Irak und Iran.“

 

Jesus – die Nummer eins in meinem Leben

Gordon Haupt (Jahrgang 1992) war erfolgreicher Profi-Kickboxer. Als „German Barbarian“ (so sein Kampfname) zerlegte er seine Gegner schnell und gnadenlos. Seinen wichtigsten Kampf gewann er, als er sich dem größten Champion ergab: Jesus Christus. In Zeugnissen und Interviews erzählt er über seinen Weg zum katholischen Glauben.

„Ich bin ja nicht christlich aufgewachsen. Ich habe erst ganz spät zum Glauben gefunden.“ Mit 16/17 Jahren hat Gordon mit dem Kick-Boxen angefangen. Von seinen Trainern wurde ihm bald ein großes Talent für diesen Sport zugesprochen, so dass er bald bei Kämpfen mitmachte und zur Profiweltklasse aufstieg. Aber inmitten dieser internationalen Kampf-Veranstaltungen begann er sich für Jesus zu interessieren und begann, sich mit der Bibel zu beschäftigen. Er suchte im Internet nach Predigten und saugte wie ein Schwamm alles auf, was er über den Glauben finden konnte. Bei einem Kampf in Russland begegnete er auch orthodoxen Priestern, die ihn sehr beeindruckten.

Er sagt: „Ich habe mich dann immer mehr dem Herrn zugewendet, und irgendwann kam der Punkt, an dem ich gesagt habe: ‚Man kann nicht zwei Herren dienen.‘ Wie der Herr sagt: ‚Man wird den einen hassen und den anderen lieben, man wird sich an den einen hängen und den anderen verstoßen‘. Und der Herr sagt auch: ‚Wer sein Leben retten will wird es verlieren, wer es um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen.‘ Da wusste ich, okay, da Jesus für mich am Kreuz gestorben ist und meine Sünden auf sich genommen hat aus Gnade, da hat der Herr Jesus das Anrecht darauf, die Nummer eins in meinem Leben zu sein. Ja aber die Nummer eins in meinem Leben war zu diesem Zeitpunkt das Kick-Boxen. Zweimal am Tag Training, immer den Kämpfen entgegenfiebern … da wusste ich, ich kann nicht zwei Herren dienen, ich kann nicht Gott dienen und dem Mammon. Auf jeden Fall habe ich ganz kurzfristig entschieden, ich werde meine Karriere mit Kick-Boxen beenden, ich werde alles über den Haufen werfen und dem Herrn Jesus nachfolgen. Und das habe ich dann auch gemacht. Dann hat mich der Herr auch sehr gesegnet. Ich habe eine tolle Frau gefunden, geheiratet, eine Familie gegründet.“

Da Gordon nichts anderes kannte, schloss  er sich zuerst einer evangelikalen Freikirche an. Aber seine Suche nach der Wahrheit war damit noch nicht zu Ende. 2020 wurde er katholisch.

Er sagt: „Ausschlaggebend für mich, katholisch zu werden, war das Verständnis der hl. Eucharistie … Dieses Verständnis hat sich mit meinem gedeckt, aufgrund der Aussagen des Herrn: ‚Dies ist mein Leib‘ (Lk 22,19). … Ich war auch dem Irrtum verfallen, dass Katholiken Maria anbeten, wie man es oft aus protestantischen Kreisen hört. Dem wollte ich auf den Grund gehen, stimmt das wirklich? Dazu holte ich mir einige Bücher über Mariologie, welche mich wirklich fesselten. Ganz schnell erkannte ich, dass es nicht so ist. … Zuletzt, als ich mich immer noch dagegen wehrte, katholisch zu werden, wollte ich prüfen, was die Christen der ersten Jahrhunderte glaubten. … Dann begann ich, systematisch die Kirchenväter zu studieren. Ich begann bei den Schülern der Apostel und erkannte sehr schnell, dass diese durch und durch katholisch waren. Das Zentrum des Glaubenslebens war bei den ersten Christen die Eucharistie, welche wahrhaft Fleisch und Blut unseres Herrn Jesus Christus ist. … Das Beste daran, katholisch zu sein, ist die totale und uneingeschränkte Einheit mit dem Herrn Jesus Christus in der heiligen Eucharistie.“

 

Dieses Mädchen war heilig

Bischof Henry Joseph Kennedy (1915-2003) war 20 Jahre lang Bischof der Diözese Armidale in Australien. Er berichtet von einem Firmerlebnis, das er einst als Weihbischof von Brisbane Ende der 60er Jahre hatte. Es prägte sein weiteres Leben als Bischof maßgeblich.

An einem Sonntagmorgen sollte er in einer Pfarrei in Brisbane die Firmung spenden. Im Pfarrhaus begegnete er in der Küche einer Frau, die immer kam, um für den Pfarrer zu kochen. Als sie ins Gespräch kamen, bat ihn die Frau: „Herr Bischof, würden Sie Tammy segnen, die hier auf dem Stuhl sitzt?“ Und sie sagte weiter: „Herr Bischof, Tammy wird nicht mit Ihnen sprechen können, sie ist stumm, und, Herr Bischof, sie wird auch nicht hören können, was Sie sagen, sie ist taub … sie ist auch blind, und außerdem kann sie nicht auf eigenen Füßen stehen, weil sie Spastikerin ist.“ – „Da stand ich also vor einem Kind, das nie gesprochen, nie einen Laut gehört und nie einen Gegenstand gesehen hatte, das auch nicht aus eigener Kraft umhergehen konnte, und ich fragte mich: ‚Was hat das alles für einen Sinn und Zweck?‘ Und plötzlich kam mir der Gedanke: ‚Hier ist ein Mädchen, das noch nie eine Sünde mit den Augen, der Zunge und den Ohren begangen hat; das nie einen Ort betreten hat, an dem es eine Sünde hätte begehen können. Dieses Mädchen war heilig. … ‚“

„Als ich die Frau fragte: ‚Ist das Ihr Kind?‘, verneinte sie und erzählte mir ihre Geschichte: ‚Ich war gerade für sechs Monate im Krankenhaus, als dieses Kind geboren wurde. Eines Tages kam der Arzt in das Zimmer, in dem ich als Patientin lag, und sagte: ‚Unten auf der Kinderstation ist ein Kind und wenn es nicht bald von irgendjemandem ein wenig Zuneigung und Liebe bekommt, wird es für den Rest seines Lebens, ob kurz oder lang, nur dahinvegetieren.‘ Ich war so berührt davon, dass ich sagte: ‚Doktor, ich nehme dieses Kind! Ich werde mich nach besten Kräften um es kümmern, und unsere Nachbarin, mein Mann und meine fünf Kinder werden Tammy, dieses kleine Wesen, mit Liebe und Zuneigung überhäufen.'“

Die Frau vertraute dem Bischof auch an, dass ihre Ehe damals am Zerbrechen war. „Die Harmonie und die Liebe, die eine Familie zusammenhält, schienen dahingeschmolzen zu sein. Doch ab dem Moment, als Tammy zu uns kam und die Kinder anfingen, sie mit Zärtlichkeit und Liebe zu überschütten, stellten mein Mann und ich fest, dass dies auch der Wendepunkt, ein neues Zueinanderfinden in unserer Ehe war. Tammy hat sie gerettet, sie brachte uns wieder zusammen und seither herrschen Harmonie, Frieden, Liebe und Zuneigung unter den Kindern, meinem Mann und mir. Wir lieben Tammy über alles, und sie kennt uns. Sobald wir unsere Hand auf sie legen, weiß sie, dass sie in den Händen derer ist, die sich um sie kümmern und sie lieben.“

„Ich hatte das Privileg, Tammy an besagtem Sonntagmorgen zu firmen. Man musste sie zur Kirche bringen und zum Altar vortragen, damit sie das Sakrament der Firmung empfangen konnte. Tammy starb dann im Alter von 15½ Jahren.“

 

Das Kreuzzeichen an der Mauer

Ein gläubiger Mann erzählt:

„Vor einigen Jahren war ich Schwimmlehrer für eine große Männergruppe. Eines Nachts konnte ich nicht einschlafen. Als Kursleiter besaß ich einen Schlüssel zum Schwimmbad. So beschloss ich, ein wenig zu schwimmen, um danach besser schlafen zu können. – Ich machte kein Licht, denn ich kannte den Raum genau. Das Dach war aus Glas, und der Mond schien hindurch. Als ich auf dem Sprungturm stand, sah ich den Schatten meines Körpers an der gegenüberliegenden Mauer. Durch meine ausgestreckten Arme bildete meine Silhouette ein prächtiges Kreuz. Anstatt zu springen, blieb ich stehen und betrachtete dieses Bild. Während ich regungslos so stand, kam mir der Gedanke an das Kreuz Christi und seine Bedeutung. Ich war kein Christ, hatte aber als Junge einmal ein Lied gelernt, dessen Worte mir plötzlich in den Sinn kamen: ‚Er starb, damit wir könnten leben, … ‚

Ich weiß nicht, wie lange ich dort mit ausgestreckten Armen auf dem Sprungbrett stand und warum ich nicht ins Wasser sprang. Auf jeden Fall ging ich schließlich auf dem Brett zurück und stieg vom Turm hinunter. Ich ging am Rand des Schwimmbeckens entlang zur Treppe, um dort ins Wasser zu steigen.

Ich erreichte den Grund des Beckens – aber meine Füße berührten den harten, glatten Fußboden … Am Abend zuvor hatte man das Wasser aus dem Becken abgelassen, ohne dass ich davon erfahren hatte!

Ein kalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. Wäre ich gesprungen, würde es mein letzter Sprung gewesen sein. Das Kreuzzeichen an der Mauer rettete mich in dieser Nacht. Ich war so dankbar, dass Gott mir in seiner Gnade das Leben erhalten hatte, dass ich am Rand des Beckens niederkniete.

Mir wurde bewusst, dass außer meinem natürlichen Leben auch meine Seele gerettet werden musste. Dafür war ein anderes Kreuz nötig gewesen, das Kreuz, an dem Jesus Christus starb, um Sie und mich zu retten.“

 

Wenn wir unsere Sünden bekennen

Ein außergewöhnliches Zeugnis darüber, wie die Güte und Barmherzigkeit Gottes das Herz eines Menschen völlig umwandeln kann, gibt uns Wilhelm Buntz. Er hat seine Erfahrungen in seinem Buch „Der Bibelraucher“ zusammenfasst.

Er wurde 1954 in Ulm geboren. Seine Mutter, die dieses dritte Kind nicht wollte, setzte Willi in der freien Natur aus. Sein Vater verjagt seine Mutter und war sehr streng mit ihm, was ihn schon von klein auf sehr aggressiv machte. Schon im Kindergarten bekam er den Namen ‚Blutbad-Willi‘. „Alle hassten mich und hatten Angst vor mir.“ Mit 17 Jahren verursachte er mit einem gestohlenen Auto einen Unfall, bei dem ein Polizist starb und der andere querschnittgelähmt wurde. Nach seiner Entlassung aus der Jugendstrafanstalt begann er eine schlimme, kriminelle Karriere: Raubüberfälle, Juwelenraub, Waffen- und Menschenhandel … Mit 23 Jahren wurde er geschnappt, und er bekam eine Haftstrafe von insgesamt 25 Jahren!

Die Zeit im Gefängnis wurde ihm aber zur Gnadenzeit. Zuerst hat aus Protest und Langeweile aus Seiten der Bibel Zigaretten gemacht. „In den sechs Jahren der Haft in dieser Zelle habe ich das gesamte Alte Testament geraucht. Und ich las jede einzelne Seite ganz durch, manchmal sogar mehrmals.“ Doch als er zur Bergpredigt kam, begannen diese Worte seine Seele zu berühren. „Wenn es dich wirklich gibt und du einen Plan für mein Leben hast, dann musst du mich ändern. Aber ich lasse mich nicht verändern. Wenn du wirklich stärker bist und mich überwindest, dann mach etwas Vernünftiges aus mir.“ Von da an begann Gott sein Herz grundlegend zu wandeln.

Im ersten Johannesbrief (1,9) las er: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Gott treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.“ Das wollte er wörtlich befolgen. So schrieb er an den Staatsanwalt einen Brief, in dem er sich zu allen Verbrechen bekannte, die man ihm nicht beweisen konnte. Doch der Staatanwalt stellte das Verfahren gegen ihn ein. Einige Monate später, im Alter von 31 Jahren, war Willi frei.

Das ganze folgende Jahr über besuchte Willi die vielen Menschen, denen er Unrecht getan hatte, und bat sie um Vergebung. „Ich habe in Innsbruck die Witwe des Polizisten besucht. Ich sagte: Sie sind doch diese Frau, die1971 ihren Mann verloren hat. Sie sagte: Mir ist das Herz gebrochen. Ich lag im Krankenhaus im Kreißsaal und habe gerade mein fünftes Kind zur Welt gebracht. Da kommt die Nachricht: Mein Mann kommt nie wieder nach Hause. Aber wissen sie, mein Mann war gläubig. Und wir wissen, wir sehen eines Tages den Papa im Himmel wieder. Und seit dem Tag beten wir für diesen Jungen, der damals den Wagen gefahren hat, dass Jesus seine Seele rettet. Mir war, als hätte Gott mit einem Vorschlaghammer gegen den Panzer geschlagen, der um mein Herz war. Ich habe geweint und geweint und habe gesagt, ich bin dieser Junge. Und da kommt sie um den Tisch und nimmt mich in den Arm, und sagt: Oh, Sie sind die größte Gebetserhörung, die wir jemals erlebt haben.“

 

Nachhaltiger als jede Bestrafung

Konstantin Mascher, der Leiter der ökumenischen Gemeinschaft Offensive Junger Christen (OJC), erzählt in der Zeitschrift Salzkorn (21/1), wie das Gleichnis vom Verlorenen Sohn und barmherzigen Vater in seinem Leben Wirklichkeit geworden ist:
„Ich war 17 oder 18 Jahre alt. Als Jugendlicher braucht man immer Geld, und wen zapft man als erstes an? Seine Eltern. Mein Taschengeld reichte mir nicht, doch mehr konnte ich meinen Eltern nicht auf ‚legale Weise‘ abluchsen. So schwindelte ich meiner Mutter vor, ich bräuchte Nachhilfe und dafür Geld. Das nahm sie mir ab und gab bereitwillig monatlich einen Betrag, den ich natürlich für andere Dinge ausgab, fast ein ganzes Jahr lang. Nach dem Abi kam ich nach Deutschland zur OJC. Mein Leben wandelte sich komplett und ich fand neu zum Glauben.
Beim nächsten Besuch bei meinen Eltern in Südafrika fiel mir wieder ein, was ich getan hatte. Mein Gewissen drückte mich schwer. Ich wusste, ich muss es meiner Mutter sagen! Doch ich fürchtete die Konsequenzen. Was würde sie tun? Das Geld zurückfordern (wäre nur gerecht), alle weiteren Zuwendungen kappen (wäre gerechtfertigt), ausrasten, verletzt reagieren, für längere Zeit nicht mehr mit mir reden? – Ich wusste es nicht, doch ich fasste mir ein Herz und bat um ein Gespräch. Meine Mutter hörte sich alles ruhig an, kam an meine Seite, umarmte mich und sagte, dass sie mir verzeihe. Sie wollte nicht wissen, wie viel, wie lange und warum. Ich musste mich nicht rechtfertigen.
Nur die Zusage: Ich verzeihe dir! Und zum Schluss sagte sie fröhlich: Ist doch gut, dass das jetzt raus ist – oder? Mir ist in diesem Gespräch Barmherzigkeit widerfahren. Und diese Barmherzigkeit war viel nachhaltiger, als jede Bestrafung oder pädagogische Maßnahme es hätte sein können. War das gerecht? Nein und Ja. Es war nicht gerecht im Sinne eines Strafkataloges und meiner schuldbewussten Erwartungen, sondern in einem viel umfassenderen Sinne: Meine Mutter ist ihrer Liebe zu mir gerecht geworden. Das ist Barmherzigkeit.“

Jesus hat mit seinem Leben für bezahlt

Pater Dominik Chmielewski SDB aus Polen erzählte in einer Predigt von einem ihm gut bekannten gläubigen Mann, der sich bemühte, für die Eingebungen Gottes empfänglich zu sein.

Dieser Familienvater ging zum Lidl einkaufen. An der Kasse gab es eine lange Schlange. Eine Frau begann sich sehr aggressiv zu verhalten. Sie war um die 60, hatte ein sehr, sehr strenges Make-Up, sah fast aus wie eine Hexe. Sie fing an zu brüllen und die Verkäufer und Kunden anzufahren. Der Mann hörte in seinem Herzen, dass er für diese Frau beten soll. Also begann er für sie zu beten. Währenddessen kommt der nächste Gedanke – wieder ein sehr, sehr intensiver, aber auch ein sanfter Gedanke, der ihm sagt: ‚Bezahle den Einkauf dieser Frau.‘ Er dachte sich: ‚Wie, was?‘ Er besitzt selber nicht viel, hat selber finanzielle Schwierigkeiten und hört in seinem Herzen: ‚Bezahle den Einkauf dieser Frau.‘ Er kämpft mit sich selbst. Aber er beschließt, dieser Eingebung zu folgen. Diese Frau steht an der Kasse. Er nähert sich ihr und sagt: ‚Liebe Frau, ich bezahle ihren Einkauf.‘ Sie sagt: ‚Bitte, warum möchten sie meinen Einkauf bezahlen?‘ Und er bekommt in diesem Moment einen dritten Gedanken eingegeben, den er laut ausgesprochen hat: ‚Weil Jesus mit seinem Leben für mich bezahlt hat.‘ Als er das ausgesprochen hatte, wurde es still an der Kasse. Die Frau fing an zu weinen. Die Frau an der Kasse fing an zu weinen. Ihm selber kamen die Tränen. Hier in diesem Augenblick wurden die Herzen aller von der Gnade Gottes berührt. Die Liebe Gottes floss in die Herzen der Menschen.

Er bezahlte den Einkauf dieser Frau, und sie gingen gemeinsam aus dem Geschäft. Und die Frau sagte ihm folgendes:  ‚Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich habe bei einem Autounfall vor vierzig Jahren meinen Sohn verloren. Ich habe Gott dafür die Schuld gegeben und fing an ihn zu hassen. Und ich sagte, mein Fuß wird keine Kirche mehr betreten. Du bist nicht die Liebe. Wenn du wirklich die Liebe wärst, hättest du diesen Unfall nicht zugelassen.‘ Sie zweifelte an Gott und an ihrer eigenen Identität als geliebtes Kind Gottes. Und dann wird man destruktiv und man wird zum Dämon. Aber nach 40 Jahren ereignet sich die Offenbarung der Liebe Gottes an der Kasse bei Lidl. Und diese Frau beschließt eine Lebensbeichte abzulegen. Sie bekehrt sich und verkündet jetzt die Liebe Gottes, wo immer der Herr sie hinführt.

 

Im Namen Jesu Christi

Elisabeth Seiler (1889 – 1974), die zur evangelischen Schwesternschaft der Liebenzeller Mission (Eintritt 1916) gehörte, war über 20 Jahre als Missionsschwester in China im Einsatz. Sie berichtet in ihren Büchern über ein Erlebnis, das uns die Macht der Anrufung des Namens Jesu veranschaulicht:

„Eines Tages musste ich mich auf eine Reise begeben, um eine Außenstation zu besuchen. Auf einmal öffnete sich mir eine wunderschöne Wiese. Voller Freude ging ich weiter. Auf einmal raschelte etwas im Gras. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, was für ein Tier  ich durch mein Näherkommen in seiner Ruhe gestört hätte. Ich traute meinen Augen kaum, als ich in meiner Nähe eine Riesenschlange liegen sah. Mich schauderte! So dick und lang! Aus dem riesigen Haufen von Ringen richtete sie langsam ihren Kopf in die Höhe. Ich musste sie wohl in ihrem Sonnenbad gestört haben. Ganz genau wusste ich, dass ich nicht einfach fortlaufen durfte. Wohin sollte ich auch fliehen vor dieser schrecklichen Mörderin? Mir kam in den Sinn, dass es das Beste sei, dem angreifenden Tier unablässig in die Augen zu schauen. So blickte ich also geradewegs und ohne Unterbrechung in die feurigen Glotzaugen des Schlangenungetüms. Dazu ging ich weiter zurück, um soweit wie möglich von der Schlange wegzukommen. Je weiter ich ging, desto höher richtete sich die Schlange auf. Ihr Kopf war schon hoch über dem Boden. Ich schätzte also, dass, wenn sie sich – wie sie es zu tun pflegen – mit einem Schlag in meiner Richtung fallen ließe, ich blitzschnell umringt und erdrückt würde. Sie war schon höher aufgerichtet, als ich von ihr entfernt war.

Meine Angst und das Bangen vor dem Grauenhaften wurden immer größer. Ich schrie zum Herrn um Hilfe und Gnade und wusste keinen Ausweg mehr. Dazu war ich ganz allein. Es war niemand da, der mir helfen hätte können.

Aber ich war doch nicht allein. Ich wusste und spürte, Jesus war bei mir, auch wenn es aussah, als stünde ich dem Tod gegenüber. Ich flehte und rang und sagte zum Herrn, ‚du hast mich doch nicht nach China gesandt, dass ich hier an einem schrecklichen Schlangenfraß sterbe. Rette mich! Du weißt ja, dass ich nur für dich da sein will.‘ … Nun musste ich aber mit Erschrecken feststellen, dass der Schlangenkopf sich mir langsam näherte in der Luft. Obwohl ich weiterging, kam sie mir immer näher. … Ihr Kopf war schon so nahe, dass ich ihr fieberhaftes Züngeln genau sehen konnte. Ihre Augen wurden immer größer und feuriger, furchtbarer. Ich konnte nichts mehr tun, als innerlich schreien und beten.
Jetzt begann die Schlange am ganzen Leib zu zittern. Ihr Kopf war so nahe an meinem, dass ich jede Einzelheit sehen konnte. Und jetzt? Für mich gab es kein Entrinnen mehr. Im letzten Augenblick schoss mir das Wort von Jesu ein. ‚In meinem Namen werden sie Schlangen vertreiben.‘
Mit letzter Kraft schrie ich die Schlange an, so laut ich konnte. ‚Im Namen JESUS CHRISTI, mach dass du fortkommst!‘

Kaum hatte ich das geschrien, bäumte sich die mächtige Schlange zischend auf und überschlug sich rückwärts. Der Boden zitterte wie bei einem Erdbeben, als sie sich mit ihrem ganzen Gewicht fallen ließ. Ich habe nicht gewusst,  dass Schlangen so schnell rennen können. Sie jagte davon wie eine zu Tode Gehetzte. Wer hatte das bewirken können? In meinem Namen werden sie Schlangen vertreiben, hat Jesus gesagt.

Ich kann nicht sagen, wie groß mir der Name JESU in diesem Moment wurde. Ein Name, vor dem Teufel, Hölle und Welt erzittern! Noch immer konnte ich es nicht fassen. Ich stand da wie gelähmt. … Eine ganze Zeit blieb ich so angewurzelt stehen und fing an, von ganzem Herzen meinen wunderbaren Heiland zu loben und zu preisen. … Von diesem Tage an war mir der Name JESU viel größer. Vor seinem Namen muss jede Feindesmacht fliehen.“

 

Gott hat die Dinge richtig gemacht

Pater Paulo und sein eineiiger Zwillingsbruder, Pater Felipe Lizama aus Chile wurden 2012 zusammen zu Priestern geweiht. Ihr Weg zum Priestertum war schon vom Mutterleib an etwas Besonderes:

Die Mutter der beiden, Rosa Silva, hatte sich – bevor sie ihre Schwangerschaft entdeckte – bei ihrer Arbeit als Sanitäterin Röntgenstrahlen ausgesetzt. Nachdem die Schwangerschaft bestätigt worden war, führte ihr Arzt eine Ultraschalluntersuchung durch und teilte ihr mit, dass er auf dem Bild „etwas Seltsames“ gesehen habe. „Das Baby hat drei Arme und seine Füße sind irgendwie verschlungen. Außerdem hat es zwei Köpfe“, erklärte er ihr.

Die Ärzte rieten ihr zu einer Abtreibung und sagten, dass ihr Leben in Gefahr sei. Rosa lehnte diesen Vorschlag entschieden ab und sagte, dass sie alles akzeptieren möchte, was Gott ihr schicken würde.

„Der Herr wirkte und brachte eine Zwillingsschwangerschaft hervor. Ich weiß nicht, ob die Ärzte sich geirrt haben“, sagte Pater Felipe. „Ich denke immer mit besonderer Zuneigung und Zärtlichkeit im Herzen an meine Mutter, die ihr Leben für mich, für uns, gegeben hat“, fügte Pater Paolo hinzu.

Die beiden Brüder wurden am 10. Sep. 1984 geboren. Felipe wurde zuerst geboren, und als sich die Plazenta nicht ablöste, schlugen die Ärzte eine Ausschabung der Gebärmutter vor. Rosa weigerte sich jedoch und sagte, sie habe das Gefühl, es käme ein weiteres Baby heraus. Paulo wurde 17 Minuten später geboren.

Die Zwillinge erfuhren von den Umständen ihrer Geburt, als sie sich im sechsten Jahr ihrer Ausbildung zum Priester befanden.

„Es war sicherlich die Weisheit meiner Mutter und ihres Herzens, die es uns ermöglichten, von einem so erstaunlichen Ereignis zur rechten Zeit zu erfahren“, sagte Pater Paulo und reflektierte, er habe zwar immer gedacht, seine Berufung zum Priester wäre in der Jugendzeit erfolgt; aber später habe er erkannt, dass Gott von Anfang an in seinem Leben wirkte, dank des „Jawortes“ seiner Mutter.

Obwohl die beiden Brüder in einem katholischen Elternhaus aufwuchsen, entfernten sie sich  vor allem durch ihre Leidenschaft für das Fußballspielen vom Glauben und besuchten nicht mehr die heilige Messe. Die Trennung und Scheidung ihrer Eltern war für die beiden  eine Erschütterung, die sie aber durch die Firmvorbereitung und das Sakrament der Firmung zum Glauben und zur Kirche zurückführte.

Damals, so Pater Paulo, fehlte ihm die Überzeugung in seinem Glauben, aber das Allerheiligste Sakrament, der gregorianische Gesang und die stille Ehrfurcht vor dem Gebet zogen ihn an.

Pater Felipe sagte, dass er durch einen Priester, der später sein Ausbildungsleiter im Priesterseminar war, zu Gott hingezogen wurde.  „Gott hat mich gerufen. Ich erkannte, dass ich in Gott und in den Dingen Gottes glücklich war, es gab keinen Zweifel: Ich wollte Priester werden“, erinnert er sich.

Obwohl sich die beiden Brüder nahe stehen, haben sie nicht über ihre Berufungen gesprochen. „Ich weiß nicht, wer den Ruf zuerst gespürt hat“, sagte Pater Paulo. „Ich denke, Gott hat die Dinge richtig gemacht, um die Freiheit unserer Antwort zu schützen.“

Im März 2003 traten beide in das Priesterseminar ein. Obwohl es für die Familie anfangs schwierig war, die Entscheidung der Brüder zu akzeptieren, sagte ihre Mutter nach dem ersten Jahr der Ausbildung, dass sie in Frieden sei, da sie merkte, dass die beiden glücklich waren.

Die Zwillinge wurden am 28. April 2012 zu Priestern geweiht und sind heute in zwei Pfarreien in Chile tätig.

„Gott spielt nicht mit uns herum. Er will, dass wir glücklich sind, und das Priestertum ist eine wunderbare Berufung, die uns sehr glücklich macht“, sagte Pater Felipe.

„Jesus nachzufolgen ist nicht einfach, aber es ist schön“, fügte Pater Paulo hinzu.

 

Der Handstand

Eine Frau erzählt, dass sie sich fest vorgenommen hatte, besser auf Gottes Stimme und seine Einladungen zu hören als bisher. Sie fuhr eines Tages zu einem großen Einkaufszentrum mit vielen Geschäften und Stockwerken. Als sie vor dem Gemüse stand, geschah etwas Seltsames. Im Inneren vernahm sie eine Stimme, die zu ihr sagte: „Geh zur Mitte des Einkaufszentrums, mach einen Handstand und schreie laut!“

War das wirklich Gottes Stimme oder ein Täuschung? „Das kann doch nicht wahr sein. Gott, bist Du das wirklich? Ich kann doch hier keinen Handstand machen. Und wenn ich dann auch noch laut schreie, mache ich mich vollends lächerlich.“ So setzte die Frau ihre Einkäufe fort. Aber eigenartig – immer wieder wurde sie innerlich gedrängt, zur Mitte des Einkaufszentrums zu gehen und das Verlangte zu tun. So gab sie diesem inneren Drängen nach.

Als sie sich unbeobachtet fühlte, versuchte sie einen Handstand zu machen und schrie. Also, das war getan! Jetzt aber nichts wie weg von dieser Stelle! Sie wollte schon ins nächste Geschäft verschwinden, als sie ein lautes Schluchzen hörte, und zwar von der Galerie über ihr her. Dort erblickte sie eine junge Frau, und sie fuhr mit der Rolltreppe zu ihr hoch. Die junge Frau fragte sie: „Warum haben Sie das gemacht?“ Die Frau wollte das Erlebnis mit der inneren Stimme nicht erwähnen und sagte nur: „Verzeihen Sie, das ist normalerweise nicht meine Art, so rumzuschreien.“

Da erzählte die weinende junge Frau, sie habe gerade zu Gott gebetet: „Gott, wenn es Dich gibt, dann lass eine Frau da unten einen Handstand machen und laut schreien … , dann nehme ich mir das Leben nicht.“ Gott in Seiner unfassbar großen Liebe wollte sie vor der schrecklichen Tat, vor dem Selbstmord, bewahren! Wir begreifen oft zu wenig, was Gott in seiner Güte alles aufwendet, um uns für den Himmel zu retten! Aber er möchte auch, dass wir auf ihn hören, damit er uns zur Rettung anderer gebrauchen kann.