Der hl. Josef hilft zu einer guten Beichte

Am 19. März feiern wir das Hochfest des hl. Josef. Der hl. Josef ist ein großer Nothelfer, auch in seelischer Not. Ein schönes Zeugnis über seine Hilfe kann auch uns ein Ansporn sein:

„Ich hatte mich in meiner Jugend durch ein Gelübde der Keuschheit gebunden. Dann aber hatte ich das Unglück, dasselbe zu brechen. Voll Scham über mein Versagen, wagte ich die Sünde nicht zu beichten und missbrauchte die heiligen Sakramente. Mein schlechtes Gewissen fand keine Ruhe, weder am Tag noch in der Nacht. Ich sah mich immer nahe daran, in die ewigen Flammen zu stürzen. In meinem verwirrten und traurigen Zustand fiel es mir ein, meine Zuflucht zum heiligen Josef zu nehmen. Das war ein guter Einfall. Gott gab mir die Gnade, ihn zu befolgen. Ich betete neun Tage lang mit aller Andacht die Sankt-Josefs-Tagzeiten. Kaum war diese Andacht beendet, wich meine falsche Scham und ich konnte im Beichtstuhl ohne Widerstand ehrlich meine Sünden bekennen. Somit endeten meine Qualen. Durch dieses Erlebnis lernte ich die Macht des heiligen Josef kennen. Ich nahm sein Bildnis zu mir in der Absicht, mich nie mehr von demselben zu trennen. Von der Zeit an konnte ich alle Versuchungen überwinden und empfing so viele Gnaden, dass ich nie genug dafür danken kann.“

Georg Friedrich Händels Auferstehung

HändelEines der bekanntesten Musikstücke der Barockzeit, das die Freude der Auferstehung und den Osterjubel in großartiger Weise zum Ausdruck bringt, ist das „Halleluja“ von Georg Friedrich Händel. Es ist ein Stück aus dem Oratorium „Der Messias“, das Händel im Jahre 1741 in London komponiert hat. Dieses „Halleluja“, wie auch diese Verherrlichung Jesu Christi im „Messias“ waren nicht bloß Produkt seiner genialen Begabung, sondern diese Musik ist geboren als ein Geschenk der Auferstehung aus einer tiefen Erfahrung der innerer Nacht des Leidens.

Georg Friedrich Händel wurde am 5. März 1685 in Halle a. d. Saale geboren. Er war schon als Kind ein musikalischer „Wunderknabe“ und entwickelte sich zu einem Musiker und Komponisten von gewaltiger Schaffenskraft. 42 Opern und 25 Oratorien, Kirchenmusik für den englischen Hof, sowie zahlreiche Werke für Orchester, Kammer- und Klaviermusik stammen aus seiner Feder. Er hatte in London, wo er bis zu seinem Tod am 14. April 1759 lebte, sogar ein eigenes Operhaus geführt, in dem seine Werke aufgeführt wurden.
Mitten in seiner Arbeit – er war 52 Jahre alt – erlitt er am 13. April 1737 einen Schlaganfall. Er war halbseitig gelähmt und es schien das Ende seines Schaffens zu sein. Der Arzt wusste nicht mehr weiter und schickte Händel schließlich in die heißen Bäder nach Aachen. Er sollte drei Stunden am Tag heiße Kurbäder nehmen. Doch Händel hatte einen eisernen Willen. Neun Stunden blieb Händel zum Erschrecken der Ärzte im heißen Bad. Er riskierte alles, um zurückzuerobern, was verloren schien. Und tatsächlich seine Kraft kehrte zurück. Nach einigen Wochen konnte er wieder auf der Orgel spielen. Stolz und dankbar kehrte er nach London zurück. „Aus der Totenwelt bin ich wieder zurückgekehrt“, sagte er und stürzte sich in die Arbeit.
Aber nun kam eine Prüfung anderer Art auf ihn zu. Die Zeit war gegen ihn. Das Interesse an den Opern sank. Durch einen strengen Winter mussten viele Vorstellungen abgesagt werden. Er sollte die Musiker bezahlen und hatte keine Einkünfte. Die Gläubiger verfolgten ihn. Was er vier Jahre vorher an seinem Körper erfahren hatte, geschah jetzt mit seinem Gemüt. Er war am Ende. „Wozu hat mich Gott auferstehen lassen aus der Krankheit, wenn die Menschen mich wieder begraben … ?“ Solche Gedanken brachte er nicht mehr aus dem Kopf. So irrte er am Abend oft verzweifelt in London herum. Erst spät nachts traute er sich heim, um den Gläubigern auszuweichen. Man schrieb den 21. August 1741. Wieder kehrte er mitten in der Nacht zurück. Da fiel sein Blick auf ein Paket, ein Bündel von beschriebenen Blättern. Obenauf ein Brief von Charles Chennens, dem Dichter, der ihm die letzten Opern und
Oratorien geschrieben hatte. „Ich hoffe, Sie, der große Meister, werden sich meiner armseligen Worte erbarmen …“ stand darin. Da sah er auf das Bündel Papier: „Der Messias“ hieß der Titel. Und die ersten Worte auf dem ersten Blatt trafen ihn zuinnerst: „Tröstet, tröstet mein Volk!“ Diese Worte waren wie ein Schöpfungswort in sein zerschlagenes Leben hinein. Kaum hatte er sie gelesen, hörte er sie schon als Musik. Es schien ihm, als seien diese Worte ihm persönlich von Gott zugesprochen.

Da packte er Feder und Papier und begann zu schreiben, Tag und Nacht, in unvorstellbarer Geschwindigkeit. Nach 22 Tagen war das große Werk vollendet. Und bis heute erinnert das gewaltige „Halleluja“ an Händels eigene Auferstehung. Für dieses Werk, das er später selber oft aufgeführt und dirigiert hat, hat er nie Geld genommen, sondern es immer für wohltätige Zwecke gegeben in Dankbarkeit für die „Auferstehung“, die ihm Gott geschenkt damals hat.

Gott ist immer bei mir

Wie Gott einem Priester zu Hilfe kam in seiner großen Not, das zeigt uns die folgende Begebenheit. Als Pfarrer hatte dieser Priester fünf Pfarren zu betreuen. Viel engherzigen Streitereien unter Gläubigen und die Erfahrung der Einsamkeit und Gottverlassenheit brachten ihn zum verzweifelten Entschluss, einfach abzuhauen aus der Situation.

So stand er mit seiner Reisetasche als Autostopper an der Straße. Der Fernfahrer Luis sah ihn schon von Weitem und bremste. Er stieg zu und fragte Luis: „Sind Sie allein?“ Luis wollte „ja“ antworten, dann sah er auf das Bild von Pater Pio. „Nun“, meinte er, „eigentlich fahre ich nie allein.“ Der Priester sah nach hinten, aber da war niemand. Fragend schaute er Luis an. Luis fuhr um eine Kurve, hupte kurz und sagte: „Ich bin nie allein. Gott ist immer bei mir. Man muss Ihn nur sehen wollen. Und wenn ich an einer Kirche vorbeifahre, so wie eben, dann hupe ich kurz, um Ihn zu grüßen, damit Er sich im Tabernakel nicht so verlassen vorkommt.“ Der Pfarrer erschrak. Sekundenlang starrte er Luis an. „Halten Sie an“, sagte er mit bebender Stimme. „Halten Sie an! Ich muss zurück. Ich bin der Priester hier im Ort. Ich wollte gerade abhauen.“

Luis lebt in der Gegenwart Gottes. Seine einfache Treue in den kleinen Dingen hat die Berufung dieses Priesters gerettet. So wie Luis können wir mit unserer Treue im Gebet der „Kirche in Not“ helfen.

Quelle: vgl. http://www.kircheinnot.at/akt/7_2011.pdf

Wenn Sie mein Herz geöffnet haben, werden Sie JESUS dort finden

Viele von uns kennen das Kindergebet: „Jesukindlein komm zu mir, mach ein frommes Kind aus mir. Mein Herz ist klein, kann niemand hinein, als du, mein liebes Jesulein.“ Ein kleiner Bub hat diese Wahrheit ganz ernst genommen, dass Jesus in seinem Herzen wohnt. Jesus hat ja ausdrücklich gesagt: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ Joh 14,23).
Und wir sehen an diesem Beispiel, was der Herr dann für andere tun kann, wenn wir ihn selbst und seine Liebe im Herzen haben.

Ein kleiner Junge wurde im Krankenwagen unter Sirenengeheul in ein Krankenhaus gebracht. Sogleich untersuchte ihn ein Arzt. Er lächelte den kleinen Jungen an und sagte: „Ich werde dein Herz öffnen… „. Der Bub unterbrach ihn: „… und sie werden dort JESUS finden.“ Es war ein ungläubiger Arzt. Er schaute auf den Buben, runzelte die Stirn und sagte: „Ich werde dein Herz öffnen, um zu sehen, welchen Schaden deine Krankheit in deinem Herzen angerichtet hat.“ „Aber, wenn Sie mein Herz geöffnet haben, werden Sie JESUS dort finden. Die Bibel sagt, dass ER dort lebt.“

Der Chirurg hatte genug gehört. „Ich sage dir nach der Operation, was ich in deinem Herzen gefunden habe.“ „Sie werden JESUS finden; Er ist dort.“

Etwas verärgert verließ der Arzt den Raum. Wie vorgesehen, operierte er den Jungen. Anschließend machte er in seinem Büro Notizen zur Operation. Er stand von seinem Computer auf und richtete seine Gedanken zu diesem JESUS des Jungen. „Warum“, so fragte er laut, “warum hast DU das getan? Du hast ihn hergeschickt. Du hast ihn mit dieser Erkrankung hergeschickt. Du hast ihn verurteilt, an dieser Krankheit zu sterben. Warum?” Da hörte er in sich eine Stimme: “Dieses Kind war nicht bestimmt für viele Jahre zu euch zu gehören, denn er gehört zu meiner Herde und wird immer bei MIR sein. In meinem Herzen gibt es kein Leiden, er wird getröstet werden in einer Weise, die du dir nicht vorstellen kannst. Seine Eltern werden auch eines Tages hierher zu mir kommen und Frieden finden. Meine Herde wird beständig wachsen. Ich habe mein Kind nicht auf die Erde geschickt, um es zu verlieren, sondern um ein anderes, verlorenes Schaf wieder zu finden.” Dem Arzt wurde klar, dass den Jungen kein Unfall in sein Krankenhaus gebracht hatte, sondern dass es seinetwegen geschehen war. Er hatte eine Lektion im christlichen Glauben erhalten. Er erinnerte sich ich an seine Jugend und Kindheit. Seine Seele war seine geringste Sorge gewesen in seiner beruflichen erfolgreichen Karriere.

Er ging zurück in das Krankenzimmer und setzte sich neben den Buben, währenddessen die Eltern ihm gegenüber saßen. Der Junge wachte aus der Narkose auf und murmelte: “Haben Sie mein Herz geöffnet?” “Ja”, antwortete der Chirurg gerührt. “Und was haben Sie gefunden”, fragte der Bub. “Ich habe dort JESUS gefunden”, antwortete der Arzt, und weinte wie ein Kind, obgleich er fünfzig Jahre alt war. Die beiden wurden sehr gute Freunde. Durch diesen Knaben hatte er seine Bekehrung gefunden.

James Bain – Ich bin nicht zornig, weil ich Gott habe

Stellen Sie sich vor: Sie sind 19 Jahre jung. Sie sind gesund, schön, voll Lebenslust, voll der Erwartungen an das Leben. Nun werden Sie von einem Tag auf den andern von der Polizei überwältigt, gefangengenommen und für 35 Jahre ins Gefängnis gesperrt, und das unschuldig! — So ist es 1974 in Florida/USA geschehen: Der 19jährige James Bain wird wegen angeblicher Entführung und Vergewaltigung eines neunjährigen Jungen für lebenslänglich hinter Gitter gebracht, weil dieser ihn fälschlicherweise als Täter identifiziert hatte.

Im Dezember 2009 konnte mittels eines DNA-Tests die Unschuld von James Bain nachgewiesen werden…

Was heißt das? Die 35 schönsten, intensivsten Jahre seines Lebens waren unwiederbringlich «im Eimer», im Gefängniseimer. Keine Freiheit, kein eigenes Heim, keine Liebe, keine eigene Familie, keine eigenen Kinder … Zum wahnsinnig werden!

Und vom Leben in diesen Gefängnissen schreibt ein anderer Gefangener, nämlich Jens Söring, der dort eine Bekehrung durchmachte: «Das Gefängnisleben ist die Hölle auf Erden, und jeder von uns Gefangenen muss einen Weg finden, den Schmerz erträglich zu machen».

Nun was hat James Bain bei seiner Freilassung geantwortet, als die Reporter ihn fragten, ob er nicht total wütend sei: wütend auf den Jungen, der ihn ungerechterweise ins Gefängnis gebracht hatte, wütend auf die Justiz, auf Gott, die Menschen, die Welt? Was war seine Antwort? «Ich bin nicht zornig, weil ich Gott habe». — Können wir das verstehen? «Ich bin nicht zornig, weil ich Gott habe.» Keine Wut, kein Hass, keine Verbitterung, keine Rachegedanken? Einfach unglaublich!

Das ist ein Geheimnis des Glaubens und der Liebe. Es ist das Geheimnis der Christen, die zum Vater im Himmel gehören. Weil ich Gott habe: darum bin ich nicht wütend, nicht verzweifelt, nicht verbittert, darum zürne ich nicht und fluche nicht. Weil ich Gottes Liebe in meinem Leben lebendig erfahre, seinen unsagbaren Frieden, weil Gott in seiner Liebe bei mir ist, in mir, in meinem Herzen.

Quelle: http://www.vision2000.at/

Mutter Maria, ich gebe dir meinen Sohn

Pater Martin Etchegarry, der Sohn einer baskischen Bauernfamilie, berichtete über seinen Berufungsweg.

Als Kind und Jugendlicher war er sehr schwierig. Seinen Vater brachte er fast zur Verzweiflung. Weder mit Strenge noch mit Nachsicht konnte sein Vater ihn bessern.

Als Martin dreizehn Jahre alt war, nahm ihn sein Vater eines Tages zu einer kleinen Kapelle mit, die der Gottesmutter geweiht war. Geradewegs ging er mit ihm zum Altar. „Mutter Maria“, sagte er, „ich will ihn dir geben. Mache aus ihm einen guten Christen. Lass ihn dein Kind sein. Beschütze ihn.“ Dann kniete sich sein Vater nieder und setzt sein Gebet still fort. Tränen rollten über seine Wangen.

Martin aber stand unbeweglich dabei. Zunächst gleichgültig und frostig, dann verlegen, betrachtete er bald das Marienbild, bald seinen Vater, der betete und weinte. Das Gebet und die Tränen eines Vaters vermögen bei der Schmerzreichen Mutter sehr viel. Während die flehentlichen Bitten des Vaters zum Himmel stiegen, senkte sich auf den Sohn die Gnade der Reue.

Alsbald beugte auch Martin die Knie. Martin begann zu schluchzen. „Vater, verzeih mir! Verzeih mir!“ murmelte er. „O ja, ich verzeihe dir!“ antwortet der Vater.

Die Jahre vergingen. Martin zählt nun 17 Jahre. Seine Lebensführung war vorbildlich geworden. Nach schwerer Arbeit sagte Martin eines Tages zu seinem Vater: „Komm mit zu Unserer Lieben Frau.“ Diesmal war es Martin, der als erster die Kapelle betrat. Er kniete nieder und betete mit lauter Stimme: „Mutter Maria, sage meinem Vater, was du von mir wünschst. Lass ihn begreifen, dass du mich ganz haben willst, dass ich ihn verlassen muss. Sage meinem Vater, dass du mich auserwählt hast, ein ‚Oblate der Gottesmutter‘ zu werden.“ Da unterbrach ihn sein Vater: „Was ich gegeben habe, nehme ich nicht zurück. Gehe, wohin dich die Muttergottes ruft.“

 

Quelle: http://www.mariedenazareth.com

Taufe des Herrn – Das ist mein geliebter Sohn

Taufe JesuAm Beginn seines öffentlichen Wirkens lässt sich Jesus von Johannes im Jordan taufen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich gefallen gefunden habe.“ Warum hat sein Vater im Himmel ein solches Wohlgefallen an seinem Sohn?

Als Gott uns Menschen geschaffen hat, hat er Adam und Eva auch die Gnade der Gottesfreundschaft geschenkt, d.h. sie sollten durch die Gnade auch sein wie Gott. Aber durch die Versuchung des Teufels haben sie sich in die falsche Richtung leiten lassen. Sie wollten nicht mehr wie liebende Kinder, sondern selber Gott sein durch eigenes Wissen und eigene Macht. Das aber war Ungehorsam und Hochmut. Und damit haben sie und wir alle die Gnade der Gottesfreundschaft verloren.

Jesus als der wahre „Menschen-Sohn“ Gottes beginnt sein öffentliches Erlösungswerk mit einem Akt der Demut, des Gehorsams und der Buße, indem er sich in die Reihe der Sünder stellt. Er selbst hatte keine Sünde, aber er wollte zu jenen gehören, die Buße für die Sünden tun. Noch viel mehr, er wollte auch die Strafe für die Sünden als Sühne auf sich nehmen. Durch seinen demütigen Gehorsam als wahrer Sohn des Vaters will er den Ungehorsam der Menschen wieder gut machen.

Und genau das gefällt dem himmlischen Vater und bei der Verklärung auf dem Berg fügt er noch hinzu: „Auf ihn sollt ihr hören“.

Durch Jesus, den Sohn Gottes, können wir wieder Kinder Gottes werden. Getauft sein bedeutet, dass wir alles von ihm empfangen und lernen, dass wir ihm nachfolgen. Dabei muss aber die Demut das Fundament sein für unser Leben als Kinder Gottes. Er sagt ausdrücklich: „Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen.“
Der heilige Augustinus meint zu dieser Stelle: „Jesus sagte nicht: Lernt von mir eine Welt zu bauen, die Toten aufzuwecken und noch größere Wunderwerke zu tun als es sie in der Welt schon gibt, sondern lernt von mir, denn ich bin sanft und demütig von Herzen. Es ist weit besser, in aller Demut und Furcht Gott zu dienen, als Wunder zu wirken.“

Die Demut besteht in der Liebe zur Wahrheit und in der wahren Selbsteinschätzung vor Gott und den Mitmenschen.

„In Demut schätze der eine den anderen höher ein als sich selbst.“ Wenn diese Grundlage fehlt, wird unser christliches Leben ganz unchristlich.
Im Lateinischen heißt das Wort Demut „humilitas“. Da steckt das Wort „humus“ drinnen, das heißt Boden. Wir sollen also auf den Boden gelangen, auf den Boden der Wirklichkeit, dass wir nur Geschöpfe und nicht Gott sind, aber dass wir durch Jesus auch die geliebten Kinder unseres himmlischen Vaters sind.

Die sel. Mutter Teresa beantwortet wichtige Lebensfragen

nullDer schönste Tag? Heute!
Das größte Hindernis? Die Angst!
Das Leichteste? Sich irren!
Die Wurzel aller Übel? Der Egoismus!
Die schönste Zerstreuung? Die Arbeit!
Die schlimmste Niederlage? Die Mutlosigkeit!
Die besten Lehrer? Die Kinder!
Die erste Notwendigkeit? Sich mitteilen!
Was mich am glücklichsten macht? Nützlich für andere sein!
Der schlimmste Fehler? Die schlechte Laune!
Das gemeinste Gefühl? Rache und Groll!
Das schönste Geschenk? Das Verständnis!
Das Unentbehrlichste? Das Daheim!
Das wohltuendste Empfinden? Der innere Frieden!
Die beste Lösung? Der Optimismus!
Die größte Genugtuung? Die erfüllte Pflicht!
Die stärkste Kraft der Welt? Der Glaube!
Die notwendigsten Menschen? Die Eltern!
Das Schönste auf der Welt? Die Liebe!“

Warten, bis es helle wird

Eines Tages kam ein Mönch zu einem seiner ältesten Mitbrüdern. Er wollte einen Ratschlag bezüglich seines weiteren Weges bekommen. “Ich glaube, ich kann nicht länger im Kloster bleiben. Am Anfang war ich begeistert, das Gebet machte mir große Freude, ich glaubte, dass ich durch mein Tun die sprichwörtlichen Berge versetzen kann. Doch seit längerer Zeit spüre ich nichts in mir. Ich finde keine Freude an der Arbeit, am Gebet. Alles ist plötzlich um mich herum dunkel geworden. Und ich weiß gar nicht, in welche Richtung ich weiter gehen soll.”

Der alte Mönch hörte ruhig zu und schwieg. Nach einiger Zeit begann er zu reden. “Schau, wie viel Wald wir da um das Kloster herum haben. Vor vielen Jahren, als ich ins Kloster eingetreten bin, da war es noch mehr. Eines Tages schickte mich der Abt am späten Nachmittag in die Stadt. Ich sollte noch eine Besorgung machen. Es dauerte länger als gewöhnlich. Erst am Abend machte ich mich auf den Rückweg. Dann war ich mitten im Wald, verirrte mich plötzlich und wusste nicht weiter. Alles war finster um mich. Angst und Lähmung übermannten mich. Es blieb mir eigentlich nur noch eines übrig…“ „Das Gebet?“ – warf der Rat suchende Mönch ein, „Sie haben sicher gebetet!“ „Jain… Ich habe mich hingesetzt“ – sagte der alte Pater – „und habe einfach gewartet, bis es hell geworden ist. Und dann habe ich den Weg zum Kloster ganz leicht und auch sehr schnell gefunden. Es lag ja nicht weiß Gott wo, ich wusste ja, das Kloster liegt doch ganz in der Nähe. Bleiben Sie gelassen! Warten Sie, bis es hell wird in ihrem Leben!” – sagte der alte Pater zu dem Rat suchenden Mönch.

Pater Pietro Lavini – Der Herr sagte zu mir: „Bau mein Haus wieder auf!“

Es ist eine fast unglaubliche Geschichte. Der Kapuziner Pater Pietro Lavini baute von 1971 bis 2003 völlig allein in einer unwirtlichen Gebirgsgegend des Apennin, an einem Platz, der nur über einen dreistündigen Fußweg erreichbar ist, ein verfallenes Kloster wieder auf. Wie kam er dazu?

Padre Pietro wurde 1927 in Potenza Picena geboren. Seine Eltern waren sehr arm. Deshalb gaben sie ihn mit 9 Jahren in ein Kapuzinerkloster zur Erziehung. Das war damals möglich.

Als 11-Jähriger entdeckte er einmal bei einer Treibjagd in den sibillinischen Bergen, bei der er mitmachen musste, jene verfallene Einsiedelei aus dem 8. Jahrhundert, die auf einer kleinen Hochebene zwischen den Bergen lag. „Auf einmal sah ich die Ruine einer Kirche, ich war noch sehr jung, aber ich spürte ganz deutlich, wie der Herr seine Hand auf meine Schulter legte und zu mir sagte: ‚Bau mein Haus wieder auf.'“

Der Gedanke an dieses verfallene Kloster ließ ihn nie mehr los. 1952, mit 25 Jahren, wurde er zum Priester geweiht. Er war auch in der Mission in Afrika tätig, musste aber wegen einer Krankheit wieder zurück. 1965 besichtigte er die Ruine genauer. Durch viele Renovierungsarbeiten in der Provinz lerne er das Maurerhandwerk. Im Jahr 1971 wagte er schließlich den entscheidenden Schritt: Pater Pietro sprach mit seinem Oberen und erklärte ihm, was er vorhatte. Er sah seine Berufung nicht darin, Eremit zu werden, sonder er wollte das Kloster wieder aufbauen. Allen, denen er sein Vorhaben erzählte, hielten ihn für nicht ganz normal. Pater Pietro wollte sich nicht davon abhalten lassen. Die letzten Worte seines Guardian waren: „Diesen Weg gehst du allein.“

Er hatte die Besitzer dieses Gebietes in Rom ausfindig gemacht. Sie schenkten ihm das Grundstück mit der Ruine. Auch die örtlichen Behörden erlaubten sein Vorhaben. So machte er sich mit nichts, in völliger Armut auf den Weg. „Nach ein paar Tagen hier oben war mir klar, dass ich es nicht schaffen konnte. Ich weiß noch, dass ich unter einem Baum saß und auf die Ruine schaute. Du willst ein Kloster bauen, dachte ich, ein großes Kloster, und du hast noch nicht einmal eine Schaufel. Ich beschloss hinunterzugehen und eine Arbeit anzunehmen, Geld zu verdienen und dann mit dem Bau anzufangen. Ich habe eine Weile überlegt, ob ich hinuntergehen und auf dem Bau arbeiten soll. Ich hatte mich sogar schon auf den Weg gemacht, um eine Baustelle zu suchen, als ich plötzlich einen Hirten mit seiner Herde traf. Er lächelte mich an, gab mir ein Stück Brot, und ich war ganz bestürzt. Weil ich auf einmal verstand: Gott hatte mir eine ganz bestimmte Aufgabe an einem ganz bestimmten Ort gegeben, und ich war schon dabei, den Mut zu verlieren. Da schickte er mir einen Hirten, der mir Brot gab, und das bedeutete, dass Gott zu mir sagen wollte: ‚Wenn ich dir eine Aufgabe gebe, dann werde ich auch dafür sorgen, dass du sie bewältigen kannst. Zweifle nicht an deinem Gott!'“ So begann Pater Pietro im vollständigen Vertrauen auf Gottes Vorsehung zu arbeiten und erhielt auch die nötigen Hilfen durch gute Menschen. Tausende Kilo von Baumaterial, das er geschenkt bekam, schleppte er auf seinem Rücken zu Fuß hinauf. Er durchlebte auch viele Prüfungen: „Die langen Zeiten, in denen ich mit dem Bau nicht weiterkam, waren die schlimmsten für mich. Manchmal konnte ich beim besten Willen kein Werkzeug auftreiben – überhaupt nichts, was ich für diesen Bau brauchte, und dann habe ich zu Gott gebetet und ihm gesagt: ‚Herr, es ist dein Bau. Wenn du willst, dass er fertig wird, dann besorg mir das Material.'“ Auf die Frage: „Fühltest du dich in all den Jahren hier oben nicht schrecklich allein?“, antwortete Pater Pietro lächelnd: „Allein? Niemals, nicht einen Tag: Gott war doch immer bei mir. Ich weiß noch, wie mich einmal eine Ordensfrau, die hier heraufgekommen war, fragte, wann ich eigentlich bete, und ich sagte zu ihr: ‚Ich bete immer. Jeder Stein, den ich lege, ist ein Gebet; jeder Balken, den ich bewege. Immer wieder bitte ich Ihn, mir die nötige Kraft zu geben.'“

Kloster„Aber will Gott ernsthaft, dass du dich so quälst?“ „Ich quäle mich nicht, es ist meine Bestimmung. Hier ist der Ort auf der Welt, an den ich gehöre. Andere Menschen mögen eine andere Bestimmung haben, sie werden vielleicht als Väter oder Mütter gebraucht; aber mein Platz ist hier. Der Herr hat ihn mir gezeigt, und es kommt darauf an, das Schicksal auch anzunehmen; zu akzeptieren, wohin man geschickt wird. Ich habe es akzeptiert und das Wichtigste geschafft, was man im Leben schaffen kann.“ „Ich bin glücklich gewesen, all die Jahre lang, weil ich mich in Gottes Plan gefügt habe, und jetzt, wo die Kirche und das Kloster fast fertig sind, liegt mir nur noch eines auf der Seele: Ich möchte auch etwas für andere tun.“

Der Journalist Andreas Englisch hatte Pater Pietro des Öfteren besucht und in einer italienischen Zeitung eine Artikelserie über ihn veröffentlicht. So wurde sein Lebensweg in breiten Kreisen bekannt. 2003 hat der Ortsbischof die Kirche geweiht. Seitdem pilgern viele Menschen zu diesem Ort, um von Pater Pietro etwas von seinem unerschütterlichen Gottvertrauen zu lernen.

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Quelle: Andreas Englisch, Gottes Spuren