Ich bin die Mutter Jesu, in seinem Namen heile ich dich, steh auf!

wunderbare-medailleEin Priester aus Jordanien hat Folgendes berichtet: Anfang der 80-er Jahre hatte sich Nasser, ein junger Moslem und Fallschirmspringer bei der Armee, während eines Sprunges eine schwere Wirbelsäulenverletzung zugezogen. Es kam zu einer vollständigen Querschnittlähmung. Die Lage war für ihn völlig aussichtslos. Seine Lebenspläne waren zunichte, er wollte bald heiraten. Seine muslimische Verlobte war aber Schülerin bei den Rosenkranzschwestern. Eine dieser Schwestern besuchte nun Nasser im Spital und schenkte ihm eine Wundertätige Medaille, die er gerne annahm; und vom Heiligen Geist inspiriert sagte sie: „Das, was die Ärzte nicht schaffen, Gott kann es und du wirst gesund werden.“ In dieser Nacht vernahm Nasser eine Stimme in seinem Inneren: „Nasser, du bist geheilt, steh auf!“ Er antwortete: „Unmöglich, ich bin für immer gelähmt.“ Ein zweites Mal sagte ihm die Stimme: ‚Nasser, steh auf, du bist geheilt!“ Darauf dieselbe Antwort. Da sagte ihm die Stimme ein drittes Mal: „Ich bin die Mutter Jesu, in seinem Namen heile ich dich, steh auf!“ Und im selben Augenblick fühlte er zwei kräftige Hände, die in aufrichteten. Er war vollständig geheilt. Jubelnd vor Freude weckte er das ganze Spital. Ärzte und Schwestern trauten ihren Augen nicht, es war eine unerklärliche Heilung. Nasser wurde zu einem großen Apostel Mariens.

Der heilige Josef – Patron der Sterbenden

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In der Seitenkapelle der St. Antoniuskirche befindet sich ein Relief, das den Tod des hl. Josef darstellt. Es ist eine ansprechende Arbeit von J. Piger aus dem Jahre 1885.

Der hl. Josef, dessen Fest wir am 19. März feiern, ist auch der Patron der Sterbenden, da er in der Gegenwart von Jesus und Maria gestorben ist. Er wird diese Gnade auch allen vermitteln, die ihn um eine gute Sterbestunde bitten.

In der Pfarrkirche von Gnesau in Kärnten steht eine Statue des hl. Josef, zu deren Füßen eine kleine Versehlaterne hängt, mit der es folgende Bewandtnis hat. Der 1966 verstorbene Pfarrer Messinger hat davon berichtet: In den ersten Jahren nach seinem Amtsantritt (1915) in Gnesau wurde er eines Nachts gegen halb ein Uhr zu einem Versehgang gerufen. Den Boten kannte er nicht. Er wollte den Mesner wecken, damit er ihn begleite. Der Bote meinte, das sei nicht notwendig, er mache das. Der Pfarrer war recht verwundert, als dieser dann beim Öffnen des Tabernakels in gutem Latein das „Confiteor“ betete, denn er hielt ihn ja für einen Bauernknecht. Mit der Versehlaterne in der Hand ging der Bote nun voran in die nächste Ortschaft, dem Bergwald zu. Als er am letzten Hof vorbeiging, sprach ihn der Pfarrer an und sagte, dass da oben nur noch Wald sei. Der Mann bat jedoch, er solle nur mitkommen. Auf einmal sah er, dass die Laterne vor ihm auf dem Weg stand und der Bote verschwunden war.

Der Pfarrer sah direkt vor sich eine Heuhütte, aus der ein Stöhnen nach außen drang. Daraufhin schaute er in der Hütte nach und sah einen alten, schwer kranken Bettler auf dem Heu liegen. Als dieser den Priester mit der Versehlaterne sah, sagte er mühsam: „Hochwürden, wie kommen denn Sie da her? Mein Leben lang habe ich zum heiligen Josef gebetet, er möge mich nicht ohne Sterbesakramente sterben lassen. Jetzt habe ich gedacht, ich müsse trotzdem ohne Priester sterben. Und nun sind Sie da!“ Erschüttert bereitete der Pfarrer den Armen auf den Tod vor und blieb bei ihm, bis er gegen Morgen verstarb.

Kommt her, folgt mir nach!

berufung_apostel_petrus_andre_hiAm 3. Sonntag im Jahreskreis hören wir im Evangelium von der Berufung der ersten Apostel. Mit dieser Berufung hat Jesus begonnen, die Kirche aufzubauen. Das Wort Kirche leitet sich vom Griechischen her und bedeutet übersetzt, die vom Herrn aus der Welt Herausgerufenen. „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt“, sagt der Herr (Joh 15,16).

Er hat damals den Petrus und Andreas, den Jakobus und Johannes von ihren Familien und ihrem Beruf weggerufen. Er hat sie nicht gefragt, ob es in ihre Lebensplanung passt. Er sagte zu ihnen einfach: „Kommt her! Folgt mir nach!“ Sie sollten von nun an Menschenfischer sein. Und sie taten es. Sie ließen alles zurück: Familie, Arbeit, Freunde, Kollegen und gingen mit ihm.

Was Jesus damals getan hat, das ist bis heute so geblieben. Die Kirche baut immer auf Menschen auf, die sich ganz von Jesus Christus in Dienst nehmen lassen.

Man könnte hier alle Priester und Ordensleute befragen, wie sie dazu gekommen sind, Priester zu werden oder in einen Orden einzutreten. Sie werden immer davon erzählen, dass sie in ihrem Herzen die drängende Einladung verspürt haben, ihr ganzes Leben Gott zu schenken, in die Nachfolge Christi zu treten und auf die Ehe zu verzichten.

Ein Priester hat einmal berichtet. Er sollte den kleinen Familienbetrieb seiner Eltern übernehmen. Alles war gut geplant. Er hatte den Beruf gelernt, hatte Praxis erworben. Da plötzlich, gegen alle Lebensplanung, verspürte er den Ruf, Priester zu werden. Konnte er den Eltern das antun? Es war ein schwerer Kampf in seinem Herzen, bis er sich zum Priestertum entschieden hatte. Nach einigen Konflikten haben auch die Eltern zugestimmt. Heute sind sie froh über seinen Weg.

Als Jesus die ersten Jünger rief, werden sich die Menschen gefragt haben: Woher hat er das Recht, Familien zu zerreißen, Menschen so an sich zu binden? Die Frage stellt sich bis heute.
Wenn Jesus nur ein Mensch wäre, hätte er kein Recht dazu. Aber da er der Sohn Gottes ist, gilt von ihm und seinem Ruf: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ So ruft Jesus heute noch und sagt: „Komm, folge mir nach!“ Das Opfer, das er verlangt, ist freilich nicht sinnlos. Denn wer Ihm nachfolgt, wird von Ihm zu
den Menschen zurückgeschickt, um ihnen zu dienen und ganz für sie da zu sein. Wie Er selber es tat und immer noch tut.

 

Die Kirche drängt mir nichts auf

Jesus-guter-hirte2Ein spanischer Priester berichtet: Gleich nach der Priesterweihe bekam er den Auftrag, über die Sommermonate als Kaplan in einem Krankenhaus auszuhelfen. Als er durch die Zimmer ging, stellte er sich den Kranken immer vor: „Guten Tag, ich bin der Kaplan und ich komme, um sie zu besuchen.“ Die meisten reagierten positiv auf seinen Besuch.

Einmal traf er in einem Zimmer eine ältere Frau: „Guten Tag, ich bin der Kaplan …“ Sofort unterbrach sie ihn und sagte zu ihm in harschem Ton: „Ich glaube nicht an Gott.“ Und er gab ihr in etwas impulsiver Art die Antwort: „Und was, bitteschön, geht das mich an? Ich bin ja nur gekommen, um ihnen einen guten Tag zu wünschen.“ So endete die kurze Unterhaltung. Als er einige Tage später wieder in dieses Krankenzimmer kam, sprach ihn diese Frau gleich an: „Ich habe schon auf sie gewartet. Ihre Antwort hat mich überrascht. Ich habe viel nachgedacht. Dabei habe ich verstanden, dass die Kirche mir nichts aufdrängt, sondern dass sie mir nur ihre Hilfe anbietet.“ So fand sie wieder zum Glauben an Gott und die Kirche zurück.

 

Kostbare Schätze

engel-03Eine persische Sage erzählt von einem Mann, der am Strand des Meeres entlang geht und ein Säckchen voll kleiner Steine findet. Achtlos lässt er die Steine durch seine Finger gleiten und schaut dabei auf das Meer. Er beobachtet die zahlreichen Möwen, die auf den Wellen schaukeln, und wirft übermütig mit den Steinchen nach den Vögeln. Spielerisch schleudert er die kleinen Dinger ins Meer, und eins nach dem anderen versinkt in den Wogen. Einen einzigen Stein behält er in der Hand und nimmt ihn mit nach Haus. – Groß wird sein Schrecken, als er beim Schein des Herdfeuers in dem unscheinbaren Stein einen herrlich funkelnden Diamanten erblickt. Wie gedankenlos hat er den ungeheuren Schatz verschleudert. Er eilt zum Strand zurück, die verlorenen Diamanten zu suchen. Doch vergebens, sie liegen unerreichbar auf dem Meeresgrund verborgen. Keine Selbstanklage und Reue, keine Tränen und Vorwürfe können ihm den achtlos weggeworfenen Schatz zurückgeben.

Mit dem neuen Jahr ist uns wieder ein Sack voll kostbarer Steine in die Hand gegeben. Jeder Tag ist ein wertvoller Edelstein, den wir nicht gedankenlos wegwerfen sollten. Manch einer träumt vom großen Leben und verschleudert die einzelnen Tage, bis er dann erschrocken feststellt, welche kostbaren Schätze er vertan hat. Der hl. Paulus gibt uns den Rat: „Deshalb wollen wir, solange wir noch Zeit haben, allen Menschen Gutes tun, besonders aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind“ (Gal 6,10).

 

 

Ich schrie zu Christus

Har-OkAm 26. Mai 2013 sank 30 km vor der Küste von Nigeria wegen extrem stürmischer See ein kleiner Schleppdampfer mit 12 Mann Besatzung. Der 29-jährige Schiffskoch Harrison Okene war der einzige Überlebende bei diesem Schiffsunglück. Dass er heute noch lebt, verdanke er Gott, sagt Harrison, denn er wartete mehr als 60 Stunden lang im Bauch des Wracks, tief auf dem eisigen Meeresgrund, auf Rettung. Nur durch ein Wunder überlebte er.

„Es war gegen fünf Uhr morgens“, erzählt Harrison Okene. „Ich war gerade auf dem WC, als das Schiff zu sinken begann. Es ging alles sehr schnell. Ich schaffte es nicht mehr bis zum Notausgang und sah, wie drei der Besatzungsmitglieder in die offene See geschwemmt wurden.“ Ihn selbst riss das Wasser mit dem Schiffswrack in 30 Meter Tiefe. „Ich trug nichts am Leib als meine Unterhose. Während das Wasser immer weiter in die Kabine drang, betete ich wie ein Verrückter. Meine Frau hatte mir kurz zuvor einen Psalm per SMS geschickt. Den habe ich immer wieder gebetet, während das Wasser um mich immer kälter wurde.“

Der Allmächtige erhörte ihn. In dem Kiel des nach oben gekenterten Schiffes bildete sich eine Luftblase, zu der sich Okene durchkämpfte. Dort harrte er aus. Seine einzige Verpflegung: eine Flasche Coca Cola. „Um mich war es stockfinster und laut. Ich weinte und schrie zu Christus, dass er mich retten soll. Die ganze Zeit betete ich. Ich war so hungrig und durstig, völlig durchgefroren. Ich flehte Gott an, dass er mir irgendein Licht schenkt.“ Über sechzig Stunden harrte er in seinem eiskalten, dunklen Grab aus. Er war am Verdursten, die Haut löste sich bereits von seiner Zunge: „Ich dachte, das ist das Ende.“ „Doch dann hörte ich ein Klopfen.“  Es waren die Rettungstaucher, die im Schiffswrack die Leichen bergen wollen. Okene griff nach einem der Taucher – und war gerettet.

Gott weiß es, welche Todesängste Harrison Okene erlebt hat; aber in aller Not hat er nach Jesus gerufen: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“ (Ps 30). Und der Herr hat ihn erhört und gerettet zum Zeichen für uns alle, damit wir glauben, dass Jesus uns in jeder Not auf jeden Fall retten wird, ob nun für dieses irdische Leben oder für das ewige Leben.

 

Betet jeden Tag den Rosenkranz!

donnaDonna D’Errico (45) aus Dothan in Alabama (USA) war in den 90-er Jahren als Schauspielerin in verschiedenen Filmen und als Fotomodell  für das Erotikmagazin „Playboy“ bekannt und berühmt geworden. Aber vor einigen Jahren hat sie sich von ihrem wilden Leben gänzlich abgewandt und zum katholischen Glauben bekehrt. Heute betet sie regelmäßig den Rosenkranz und geht zur hl. Messe.

In einem Interview mit Foxnews sagte sie, dass sie mit ihrem früheren Leben abgeschlossen habe.
„Ich habe Fehler gemacht und in meiner Vergangenheit Entscheidungen getroffen, die ich heute nicht mehr treffen würde.“ Die Frau, die sie früher gewesen sei, komme ihr heute „wie eine andere Person“ vor.

Seit ihrer Bekehrung zum katholischen Glauben trägt sie ein Skapulier, betet täglich mit ihren Kindern (12 und 20 Jahre) den Rosenkranz und geht sonntags zur hl. Messe. Ein Redakteur der katholischen Internetzeitung „Ignitum Today“ fragte D’Errico, was sie jungen Frauen raten würde, die mit wenig Selbstvertrauen und unerfüllbaren Erwartungen an ihr Aussehen zu kämpfen hätten. „Betet jeden Tag den Rosenkranz. Geht jeden Sonntag zur Messe. Geht regelmäßig zur Beichte. Wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr alles durchstehen“, sagte sie wörtlich. „Ich weiß, was es heißt, in die Irre geführt zu werden und einem Leben der Sünde zu verfallen. Ich weiß, wie leicht das passiert. Ich habe es erlebt. Ich weiß auch, wie es ist, wenn man zurückkommt.“

 

Der weinende Engel

engel02Der russische Dichter Fjordor Dostojewski hat in einer eindrucksvollen Geschichte die Wahrheit veranschaulicht, dass die Liebe zu Gott und den Menschen – auch wenn sie nur ein kleiner Funke ist – uns retten kann für das ewige Leben. Auf der anderen Seite besteht die Hölle darin, dass der Mensch sich im Egoismus verschließt und die andern mit Füßen tritt.

»Es war einmal eine Frau, die war böse, sehr böse und starb. Sie hinterließ nicht eine einzige Spur einer guten Tat. Sie wurde von den Teufeln ergriffen und in den Feuersee geworfen. Aber ihr Schutzengel stand da und dachte darüber nach: Könnte ich mich nur dessen erinnern, dass sie irgend etwas Gutes getan hat, so dass ich es Gott sagen könnte. Es fiel ihm etwas ein, und er sprach zu Gott: „Sie hat in ihrem Gemüsegarten eine kleine Zwiebelpflanze ausgerissen und sie einer Bettlerin geschenkt.“ Und Gott antwortete ihm: „Nimm diese kleine Zwiebelpflanze und reiche sie ihr zum See hinab, die mag sie anpacken und sich daran herausziehen. Und wenn du sie aus dem See herauszuziehen vermagst, so mag sie ins Paradies eingehen. Wenn aber das Zwiebelkraut abreißt, so soll die Frau bleiben, wo sie sich jetzt befindet.“ – Der Engel lief zu der Frau, reichte ihr die kleine Zwiebelpflanze hin und sagte: „Da, Frau, fass an und zieh dich daran heraus.“ Und er fing an, sie vorsichtig an sich heranzuziehen. Und beinahe hätte er sie herausgezogen. Aber als die übrigen Sünder in dem See sahen, dass man jene herauszog, da hängten sich alle an sie, damit sie zugleich mit ihr herausgezogen würden. Die Frau aber wurde böse und begann mit den Füßen nach ihnen zu treten. „Ich soll herausgezogen werden und nicht ihr, es ist mein Zwiebelchen und nicht eures.“ So wie sie das ausgesprochen hatte, riss das Zwiebelkraut ab. Die Frau fiel in den See zurück, und da brennt sie bis auf den heutigen Tag. Der Engel aber fing an zu weinen und ging fort. «

 

Maria hat ihn letztlich nicht mehr losgelassen

Père ViotIn der Zeit vom 18. bis 25. Jänner begeht die Kirche immer die Gebetswoche um die Einheit der Christen. Jesus Christus hat die eine, heilige, katholische und apostolisch Kirche gegründet. Doch im Laufe der Geschichte hat es verschiedenste Abspaltungen von dieser einen Kirche gegeben. Das gemeinsame Merkmal aller Abspaltungen ist: Sie lassen etwas von der Fülle des katholischen Glaubens weg, sie reduzieren den Glauben; z.B. sie glauben nicht an die Sakramente, die Christus eingesetzt hat; sie glauben nicht an die Vorzüge, die Gott Maria gegeben hat, sie glauben nicht, dass Christus die Kirche auf das Fundament des Petrusamtes gebaut hat und es gibt noch andere katholische Glaubenswahrheiten, die sie ablehnen.

Aber im Laufe der Geschichte hat es auch immer wieder Menschen gegeben, die auf ihrer Suche nach Wahrheit die Fülle der Wahrheit im katholischen Glauben und in der katholischen Kirche entdeckt haben.

Einer der bedeutenden Konvertiten der letzten Zeit, der den Weg zur katholischen Kirche gefunden hat und Priester geworden ist, ist der aus Frankreich stammende, ehemals lutherische Bischof und Freimaurer Michel Viot.

In einem Interviewbuch, das zum 10 Jahrestag seiner Konversion herauskam, schildert er seinen Weg in die katholische Kirche.

Die Eltern ließen den 1944 geborenen Michel, wie auch die beiden Schwestern, katholisch taufen, obwohl der Vater ein militanter Freimaurer war. Im Alter von zehn Jahren besuchte er die Sonntagsschule, durch die seine Liebe zur Heiligen Schrift geweckt wurde, durch einen Besuch in Lourdes auch eine besondere Verehrung der Gottesmutter Maria, „die mich letztlich nie mehr wirklich loslassen sollte“, so Viot.  Als Jugendlicher lernte er während eines Urlaubs im Elsaß einen Lutheraner kennen, der ihn sehr beeindruckte. Im berühmt-berüchtigten französischen Mai des Unruhejahres 1968 wurde er im Alter von 24 Jahren zum lutherischen Pastor ordiniert und sechs Monate später in eine Freimaurerloge aufgenommen. „Meine Logeninititation hätte schon früher stattfinden können. Das ging familiär vorbereitet ganz glatt. Ich wollte aber zuerst Pastor werden und dann Freimaurer, weil mir zumindest klar war, dass Christus zuerst kommen sollte“, erzählt Viot. Die Freimaurerei zog ihn an, weil bereits sein Vater und die Freunde seines Vaters, die er schätzte, Freimaurer waren. Ihm gefiel das „Gerede von Offenheit, Kultur und Brüderlichkeit“.

Im August 1997 bekam er die Gelegenheit, als lutherischer Bischof von Paris Papst Johannes Paul II. vorgestellt zu werden. „Der Papst umarmte mich so fest, das werde ich nie vergessen. Und er flüsterte mir ins Ohr, daß er ungeduldig auf eine gemeinsame Erklärung zur Rechtsfertigungslehre hoffte“, so Viot.

Viele Lutheraner kritisierten jedoch schon kurz darauf, dass Johannes Paul II. zum Heiligen Jahr 2000 einen Ablass gewährte, also das, was Luther so sehr bekämpft hatte. Viot fühlte sich gedrängt, die Frage zu vertiefen. In einer Studie stellte er fest, dass die „moderne“ Form des Ablasses, wie er vom Konzil von Trient und zuletzt von Paul VI. definiert wurde, nichts mit den Missbräuchen zu tun hatte, die Luther 1517 so empörten. Diese Entdeckung und die lutherische Kritik führten ihn zum Schluss, dass die Einheit der Christen nur in der Einheit mit dem Nachfolger des Petrus möglich sein könne. Viot wurde sich bewusst, dass er nicht außerhalb dieser Einheit sterben wollte, vor allem, da bestimmte lutherische Strömungen sich immer offener vom gemeinsamen christlichen Erbe entfernten.

Noch im Heiligen Jahr 2000 äußerte Viot den doppelten Wunsch, katholisch zu werden und zum katholischen Priester geweiht zu werden.

Nachdem er sich auch von den Freimaurern gelöst hatte, wurde der bisherige Bischof 2001 als einfacher Laie in die katholische Kirche aufgenommen. Etwas mehr als ein Jahr später erfolgte seine Priesterweihe. Seither ist er Kaplan, Pfarrer Gefängnisseelsorger; und seither verfasste er bereits mehrere Bücher zur Verteidigung der katholischen Kirche und der katholischen Glaubenslehre.
Die Lutheraner „müssen entdecken, dass die marianischen und ekklesiologischen Dogmen keineswegs die heilsnotwendige Rolle Christi als einzigem und universellem Mittler verdunkelt, ganz im Gegenteil wird sie in ihnen erst vollkommen sichtbar.“

 

Die Einheit ist eine Frucht des Kleinseins

angela-v-voligno2Die hl. Angela von Foligno (1248 – 1309), die nach ihrer Bekehrung von ihrem weltlichen und oberflächlichen Leben zu einer großen Mystikerin des Kreuzes Christi geworden ist, sah vor allem im Kindlich-, Einfach-, und Kleinsein, mit einem Wort, in der Demut, die wichtigste Haltung für unser christliche Zusammenleben.  Kurz vor ihrem Tod schrieb sie ihren geistigen Kindern die folgenden wunderbaren Worte als ein geistliches Testament :

„Ich wünsche von euch, dass ihr immer einmütig seid und kein Streit unter euch herrscht. Ich wünsche euren Seelen das, was alle versöhnt und vereint: nämlich ganz klein zu sein. Denn wenn man ganz klein ist, achtet man weder auf seine Bildung noch auf seine natürliche Begabung, sondern man schaut auf seine eigenen Fehler und Mängel und ist bemüht, sich zu bessern. Wer ganz klein ist, wirkt für niemanden bedrohlich, er fällt niemandem zur Last und spricht nicht überheblich, auch wenn sein Beispiel jene provoziert, die nicht klein sein wollen. Dies ist es, was ich euch wünsche, meine Vertrauten, dass euer demütiges Leben – selbst ohne Worte – Harmonie und Einheit hervorbringt. Wie sehr wäre ich getröstet, wenn ich von euch vernähme, dass ihr durch das Kleinsein ein Herz und eine Seele seid und dadurch Gott in Wahrheit gefallt. “