Sie holten ihre Schätze hervor

Das Fest der Erscheinung des Herrn oder der ‚Heiligen Drei Könige‘ offenbart uns einen geistlichen Weg, den auch wir gehen können, damit wir von jener großen Freude erfüllt werden, die die Weisen aus dem Morgenland erfahren haben. Es heißt: „Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar“ (Mt 2, 10-11).

Diese Schätze der Weisen symbolisieren den Glauben an Jesus Christus. Mit dem Gold ehrten sie ihn als König, mit dem Weihrauch beteten sie Jesus als den wahren Gott an, mit der Myrrhe ehrten sie ihn den Erlöser, der gekommen ist, um uns durch sein Leiden und Sterben von unseren Sünden zu erlösen. Darum ist es wichtig, dass auch wir suchen, dem Jesuskind diese Schätze darzubringen.

1) Das Erste ist das Gold. Durch das Gold wird nämlich unsere Freiheit und Liebe bezeichnet. Diese persönliche Freiheit und die Fähigkeit zu lieben, das ist wirklich das Kostbarste, das wir besitzen. Gott selbst hat uns diese Fähigkeiten gegeben. Aber Gott möchte, dass wir ihm dieses Gold der Freiheit und Liebe schenken.

Die freie Hingabe unseres Willens an Gott und seinen Willen, das ist das Gold, das Geschenk, mit dem wir Gott die größte Freude machen können. Das ist zugleich die würdigste Anbetung seiner Königsherrschaft.

2) Das Zweite, das wir dem göttlichen Kind darbringen sollen, ist der Weihrauch. Durch den Weihrauch wird unser inneres Gebet bezeichnet. „Wie Weihrauch steige mein Gebet vor dir auf!“, so heißt es im Psalm 141. Dieser Weihrauch steigt vor allem dann auf, wenn wir unsere inneren Gedanken immer wieder auf Gott zu richten suchen, wenn wir danach trachten, ihn zu lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit aller Kraft und all unseren Gedanken, wie es im ersten Gebot heißt. Aber zugleich müssen wir durch unser Beten alle bösen Gedanken auf dem Altar des Herzens verbrennen. Das ist die Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit.

3) Als Drittes sollen wir die Myrrhe darbringen. Die bittere Myrrhe bedeutet letztlich unsere Sünden, Fehler und Schwächen. Auch das möchte Jesus von uns haben. Er ist ja in diese Welt gekommen als das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinweg nimmt. Wenn wir die bittere Myrrhe unserer Schuld durch die Reue des Herzens und durch unser Bekenntnis ihm übergeben, so wird er uns seine Ruhe und seinen Frieden schenken.

Mit dieser Art von Gold, Weihrauch und Myrrhe, mit der liebenden Hingabe unserer Freiheit, mit einer Anbetung im Geist und in der Wahrheit und mit dem bewussten Reue und Umkehr des Herzens sollten wir immer wieder Christus als unseren Gott und König anbeten. Das wird uns mit großer Freude erfüllen.

 

Frömmigkeit

Am 24. Jän. feiert die Kirche den Gedenktag des hl. Franz von Sales. In seinem berühmten Buch Philothea schreibt er über die wahre Frömmigkeit:
„Der Strauß fliegt nie; die Hühner können wohl fliegen, aber nur schwerfällig, selten und nicht hoch; der Adler aber, die Tauben und Schwalben fliegen oft, mit Leichtigkeit und erheben sich hoch in die Lüfte. So schwingt sich auch der Sünder nie zu Göttlichem auf; er lebt nur auf der Erde und für die Erde. Gute Menschen erheben sich, ehe sie die Frömmigkeit erreicht haben, wohl zu Gott durch gute Handlungen, aber selten, langsam und schwerfällig. Fromme Menschen dagegen schwingen sich zu stolzen Höhen empor, sie tun es gern, häufig und schnell. Mit einem Wort: Frömmigkeit ist nichts anderes als Gewandtheit und Lebendigkeit im geistlichen Leben. Sie lässt die Liebe in uns oder uns in der Liebe tätig werden mit rascher Bereitschaft und Freude. Die Liebe bewirkt, dass wir alle Gebote Gottes beobachten; die Frömmigkeit, dass wir sie hurtig und bis ins Kleinste erfüllen. Wer also nicht alle Gebote Gottes erfüllt, kann weder als gut noch als fromm bezeichnet werden; denn um gut zu sein, muss man die Gottesliebe besitzen; um fromm zu sein, außer der Gottesliebe noch eine große Behendigkeit und rasche Bereitschaft zu ihren Werken.“

 

Eine Kraft, die nicht ich besitze, sondern nur Christus

Der Schauspieler Jonathan Roumie, der in der Filmserie ‚The Chosen‘ Jesus Christus spielt, nahm am 14. Oktober 2025 an der eucharistischen Prozession des Napa Institute  durch die Straßen von New York City teil. Vor der hl. Messe in der St. Patrick’s Cathedral gab er ein Zeugnis darüber, welche Bedeutung für ihn die Eucharistie hat, besonders wenn er als Schauspieler Jesus darstellen soll.

Zu Beginn seines Zeugnisses sprach Jonathan Roumie über den heiligen Carlo Acutis. Er hat schon als 7-Jähriger auf seinem Weg zur Erstkommunion  gesagt, dass die Eucharistie seine Autobahn in den Himmel sei und dass es sein Lebensprogramm sei, durch die Eucharistie immer mit Jesus vereint zu sein. Das ist das Programm, das der heilige Carlo Acutis auch uns ans Herz legt, dass wir nämlich die Eucharistie, wenn möglich, zu einem Teil unseres täglichen Lebens machen. Jonathan Roumie sagt: „Dies wurde zu meinem eigenen Bestreben in den letzten sechs Monaten meines Lebens, als ich die sechste und vorletzte Staffel von ‚The Chosen‘ drehte, die wir vor etwa einem Monat abgeschlossen haben und in deren Mittelpunkt die Kreuzigung steht. Das war mit Abstand das Schwierigste, was ich je versucht habe, sowohl als Schauspieler als auch als Christ. Die Tiefe und Bedeutung der Passion Christi, sein Leiden und seinen Tod am Kreuz darzustellen, war eine gewaltige Herausforderung für mich und verlangte eine Kraft, die nicht ich allein besitze, sondern nur Christus selbst. Die einzige Möglichkeit, mich aufrechtzuerhalten und diese Kraft zu erlangen, bestand darin, so oft es meine Zeit zuließ, an der Heiligen Eucharistie teilzunehmen. Beichte, Anbetung und Eucharistie wurden zu meiner Nahrung und zu meinem Trank. Ohne sie wäre ich sicherlich verhungert und in den Abgründen meiner eigenen mentalen Annäherung an die Kreuzigung und den Tod unseres Herrn umgekommen.

Aber indem ich durch das Sakrament der Versöhnung Heilung für die tiefen Wunden der Sünde in mir suchte und fast täglich oder wann und wo immer möglich die Eucharistie empfing, war es Christus, der dann die Führung übernahm und meine Seele weiter formte, damit sie mehr von ihm in mir widerspiegelte. Es ist Christus, dessen Licht in dieser Gestalt, in diesem Gefäß aus Haut und Knochen, leuchtet. Es ist Christus, dessen Herz zu unserem Herzen wird. Und es ist Christus, den die Welt sieht und spürt, nicht mich.

Dies ist nur möglich durch das Versprechen, das er uns vor zwei Jahrtausenden gegeben hat: dass er uns niemals verlassen oder im Stich lassen würde; dass er immer bei uns sein wird, sogar bis zum Ende der Zeit. … Er hat sein Versprechen gehalten. Er ist bei uns, und er wird dieses Versprechen weiterhin halten. Lasst uns weiterhin – oder vielleicht sogar neu – wahre Zeugen sein … “

„Man muss nicht Jesus im Fernsehen spielen, um für die Welt um uns herum Jesus zu sein. Und wir können dies tun, indem wir die Eucharistie zu einem Teil unseres täglichen Lebens machen, wie der heilige Carlo.“

 

Goldene Narben

In Japan gibt es eine uralte Kunstrichtung, die aus der Not eine Tugend gemacht hat. Sie wird genannt, was man ungefähr mit „Goldflicken“ übersetzen kann. Wenn ein kostbares Porzellan zerbrochen ist, wird es nicht einfach weggeworfen, sondern die Bruchstücke werden mit einer Mischung aus Lack und Goldstaub wieder kunstvoll zusammengefügt. Die Bruchstellen des Materials werden dabei nicht verdeckt, sondern ganz im Gegenteil: Sie werden zu einem sichtbaren Teil der Geschichte des Objekts, die zu einer ganz neuen Schönheit beitragen.

Der Mathematiker und katholische Philosoph Blaise Pascal (1623-1662) hat einmal sehr treffend gesagt: „Es ist nicht auszudenken, was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen.“

Genau das haben viele Heilige auf ihrem Bekehrungsweg getan. Sie waren sich ihrer menschlichen Zerbrechlichkeit bewusst. Sie hätten daran verzweifeln können. Aber sie alle vertrauten auf Jesus, den „himmlischen Kintsugi-Künstler“. Er hat die Wunden, die ihnen das Leben oder die Sünden geschlagen haben, mit dem Lack seiner Barmherzigkeit und dem Goldstaub seiner unendlichen Liebe kunstvoll zusammengefügt und geheilt. Sie haben ihm ihre Schwächen hingehalten, weil sie der Verheißung vertrauten, die im Psalm 51 so wunderbar zum Ausdruck kommt:

„Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.“ Es geht also immer um die Bereitschaft, uns mit allen unseren Schwächen dem Heiland hinzugeben. So kann er uns Heilung und damit Heiligkeit schenken. Er wird die Bruchstücke zusammenfügen. Es bleiben zwar die Narben, aber sie werden vergoldet – wie die verklärten Wunden bei seiner Auferstehung.

 

Meine Mutter versuchte mehrmals, mich abzutreiben

Hollywood-Star Sylvester Stallone (geb. 1946) sprach vor einiger Zeit über seine schwierige Kindheit. In einem Interview mit dem Podcast ‚Unwaxed‘ seiner Töchter Sophia und Sistine sprach er offen über die dunklen Kapitel seiner Kindheit.

Er war in einer von Gewalt und emotionalem Missbrauch geprägten Umgebung aufgewachsen. Seine Mutter erzählte ihm immer wieder, dass sie versucht habe, ihn abzutreiben. „Meine Mutter sagte immer: ‚Der einzige Grund, warum du hier bist, ist, weil der Kleiderbügel nicht funktioniert hat'“, erinnerte er sich an die grausamen Worte seiner Mutter. Stallone versucht, ihr Verhalten zu erklären. Sie selbst habe eine traumatische Kindheit erlebt. „Meine Mutter war eine rebellische Person und sie wurde in ein Waisenhaus gesteckt, das nichts mit den heutigen zu tun hat. Sie wurde ans Bett gefesselt, ausgepeitscht und schrecklich missbraucht.“ Diese Erfahrungen hätten ihre Fähigkeit zur Liebe nachhaltig zerstört.

Die ersten Jahre seines Lebens verbrachte Stallone in einem provisorischen Heim, wo er sich ebenfalls ungeliebt und entfremdet fühlte. Diese schmerzhaften Erfahrungen prägten ihn tief und fanden später ihren Ausdruck in seiner Arbeit als Schauspieler und Drehbuchautor. Einige Elemente seines mit einem Oscar prämierten Films ‚Rocky‘ seien autobiografisch, sagte Stallone. Doch trotz der Härten seines Lebens verweist Stallone immer wieder auf die Hand Gottes. Die Inspiration für das ‚Rocky‘- Drehbuch , das er in nur drei Tagen geschrieben habe, verdanke er Gott. „Die Figur des Rocky basiert auf der Idee, dass er auserwählt ist, etwas zu tun. Deshalb ist das erste Bild in Rocky das Bild von Christus.“ „Jesus ist die Inspiration für jeden, der bis zum Ende durchhält“, sagte er. Sein Ruhm habe ihn zwar eine Zeit lang aus der Bahn geworfen. Aber „ich habe mich wirklich entschieden, die Dinge aus der Hand zu geben und in Gottes Hände zu legen, weil ich immer gespürt habe, dass ich für etwas auserwählt bin“, betont er.

 

Damals erlebte ich zum ersten Mal Gottes Gnade

Jordan Taylor, die auf der Suche nach Lösung ihrer Probleme mit 19 Jahren durch einen Therapeuten in die Esoterik geriet, gibt Zeugnis darüber, wie sie in Jesus Christus den wahren und einzigen Erlöser gefunden hat.

„Mehr als zehn Jahre lang war ich tief in Esoterik und Selbstfindung versunken. Ich praktizierte Hexerei und sprach Zaubersprüche. Ich wurde Orakelkartenleserin und belegte Kurse, um meine übersinnlichen Fähigkeiten zu schärfen. Ich war zertifizierte Reiki-Meisterin und Yogalehrerin. Ich benutzte Kristalle als Mittel zur Heilung, zum Schutz und zur Manifestation. Ich glaubte an Astrologie, …“ „Ich glaubte, dass ich meine eigene Realität schuf und mein eigener Gott war, der die Kontrolle über mein Leben hatte. Aber hinter all dem kämpfte ich mit Dunkelheit, Täuschung und der Sehnsucht nach mehr. …

Dennoch war ich in einem Kreislauf aus Heilung und ‚Aufstieg‘ gefangen und suchte ständig nach der nächsten Heilungssitzung in verschiedenen Formen. … Ich dachte, ich könnte ein wenig Salbei verbrennen, einen Spruch aufsagen und Kristalle in jeder Ecke meines Zimmers aufstellen, um meine Depressionen zu beenden. Ich habe mich in allem geirrt.“ „Genau die Praktiken, von denen ich glaubte, dass sie mich beschützten und mich mit etwas Göttlichem verbanden, drängten mich nur weiter in die Dunkelheit, weiter weg von Gott.“

„Während meiner Zeit im New Age war ich seltsamerweise allergisch gegen das G-Wort (Gott). Ich hätte fast die Freundschaft mit einem New-Age-Kollegen abgebrochen, der kürzlich zu Christus gefunden hatte, weil er nicht aufhören konnte, über ihn zu sprechen. Das irritierte mich. Es machte mich wütend. Es stieß mich ab.“

„Ich erinnere mich an einen entscheidenden Moment in meinem Widerstand, als ich widerwillig einen Film über Jesus ansah, um meinen damaligen Freund zu besänftigen.“

„Damals erlebte ich zum ersten Mal Gottes Gnade, als er mir in meiner Sturheit begegnete. Er begegnete mir in meiner Sünde und meiner Depression. Ich sah mir den Film über Jesus an und weinte ununterbrochen. Ich wurde von einem intensiven Gefühl der Liebe überwältigt, das mein ganzes Wesen durchströmte.“

„Da ich in einer zerrütteten Familie aufgewachsen war und als Erwachsene in einem Kreislauf kranker Beziehungen gefangen war, hatte ich zuvor noch nie wirklich Liebe empfunden. Ich wusste, dass dies die Art von Liebe war, nach der ich verzweifelt auf all den falschen Wegen gesucht hatte. Da wusste ich, dass Gott mein Herz gewinnen wollte.

Ich versuchte, diese Erfahrung zu leugnen und zu ignorieren, aber ich wollte diese Liebe auch wieder spüren. Also folgte ich Jesus nach. Ich begann, die Bibel zu lesen. Das hatte ich zuvor noch nie getan, und Gottes Charakter wurde mir offenbart. Ich betete viel. Ich sträubte mich dagegen, in die Kirche zu gehen, aber schließlich probierte ich einige aus.“ „So begann meine Beziehung zu Gott.“ „Ich hatte nie gewusst, was es bedeutet, eine Beziehung zu Jesus zu haben. Jetzt, wo ich es weiß, werde ich sie nie mehr aufgeben. Durch ihn wurden die Ketten meiner Depression gesprengt.“ „Die Wahrheit ist, dass es nicht mehrere Wege zu Gott gibt, es gibt nur einen. Sein Name ist Jesus. Es gibt nur zwei geistliche Mächte in dieser Welt: Gott und Satan. Lassen Sie sich nicht vom Feind mit seiner ursprünglichen Lüge im Garten Eden täuschen,  dass Sie wie Gott sein können. Keine Praxis unter der Sonne wird diese Aussage wahr machen.

Es gibt nur einen wahren Gott, und alle Ehre gebührt ihm. Mein Gebet ist, dass dieses kurze Zeugnis einen Samen in Dein Herz pflanzt.“

 

Ein wundersames Erdbeben

Shagufta Kausar und ihr Ehemann, aus Pakistan, die acht Jahre lang aufgrund falscher Blasphemievorwürfe im Gefängnis saßen, berichteten kürzlich von dem „wundersamen Erdbeben“, das 2021 zu ihrer Freiheit führte. Shagufta und ihr Ehemann Shafqat Emanuel wurden 2013 der Blasphemie beschuldigt. Sie wurden von der pakistanischen Polizei verhaftet, geschlagen und gefoltert. Kausar wurde mitgeteilt, dass sie wegen des Versendens einer blasphemischen SMS an den Präsidenten der pakistanischen Anwaltskammer angeklagt werde. Sie hatte diesen Mann nie getroffen und hatte auch keine Kontaktdaten von ihm. Die Behörden hatten ihr angeboten , sie von den Vorwürfen freizusprechen, wenn sie einen Akt der Blasphemie gegen ihren eigenen christlichen Glauben begehen würde.

„Damals hatte ich die Wahl, einfach Jesus zu verleugnen, um freizukommen“, sagte sie bei der Veranstaltung am 21. Oktober 2025 der Organisation ‚Aid to the Church in Need‘. „Aber ich sagte nein, Jesus war für meine Sünden am Kreuz gestorben. Ich würde ihn nicht verleugnen.“ Beide wurden zum Tode verurteilt und in verschiedene Gefängnisse in Einzelhaft gesteckt. Trotz schwerer körperlicher Beschwerden verloren sie nicht den Glauben. Shagufta erzählt, dass etwa sieben Jahre nach Beginn ihrer Haftstrafe  ein Wunder geschah. „Eines Tages las ich die Apostelgeschichte, als Paulus und Silas im Gefängnis sind und ein Erdbeben die Türen öffnet. Gerade als ich das las, spürte ich ein echtes Erdbeben. Alles bebte und die Wachen schrien. Aber nach einer Weile gab es eine andere Art von Erdbeben“, sagte Shagufta.

Dieses „Erdbeben“, sagte sie, „war eine Petition in Holland, in der meine Freilassung gefordert wurde. Sechzehntausend Menschen unterzeichneten die Petition an nur einem Tag, und sie wurde der pakistanischen Botschaft übergeben. Dann verabschiedete das Europäische Parlament mit über 600 Stimmen eine Resolution, in der Pakistan mit Konsequenzen gedroht wurde, wenn wir nicht freigelassen würden.“ „Das war für uns ein Wunder.“ Nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis wurden sie mit ihren Kindern wiedervereint und verließen schließlich Pakistan. Jetzt setzen sie sich für andere Christen ein, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. „Es gibt viele, die noch immer leiden.“

 

Rosenkranz – ein Heilmittel

Auf seinem Instagram-Account berichtet der aus Spanien stammende Internist Dr. José Jorge Maya über seine Erfahrungen mit dem Rosenkranzgebet:

„In einem meiner letzten Videos, in dem ich beim Rosenkranzbeten zu sehen war, hat das viel Aufmerksamkeit erregt, und viele Menschen haben mir schöne Kommentare zu diesem großartigen Gebet hinterlassen. Als Arzt wollte ich daher in der Literatur nachlesen, welche Vorteile das Rosenkranzbeten für die Gesundheit haben kann. Zunächst einmal verlangsamen sich beim Rosenkranzbeten unsere Atemfrequenz und unsere Herzfrequenz, was zu einer besseren Synchronisation zwischen Herz-Kreislauf- und Atmungssystem führt, den Blutdruck verändert und die Sauerstoffversorgung des Blutes deutlich verbessert. Dies sorgt nicht nur für ein Gefühl der Ruhe und des Wohlbefindens, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Menschen, die regelmäßig den Rosenkranz beten, empfinden ein größeres Wohlbefinden, mehr Frieden und Erfüllung als Menschen, die nicht täglich beten. …

Als Arzt muss ich zugeben, dass die Beweise nicht stichhaltig und nicht stark genug sind, um es als tägliche Praxis für Ihre Gesundheit zu empfehlen. Als Mensch komme ich jedoch zu ganz anderen Schlussfolgerungen. Ich kann Ihnen sagen, dass ich, seit ich fast täglich den Rosenkranz bete, nicht nur den Frieden und das Wohlbefinden gefunden habe, von denen in den Studien die Rede ist, sondern auch Antworten, Trost und Glauben empfangen durfte. Ich empfehle Ihnen, wenn Sie sich in einer schwierigen Situation befinden, in der Sie Angst, Unsicherheit oder Zweifel empfinden, zögern Sie nicht, sich Gott anzuvertrauen. Nehmen Sie jeden Tag den Rosenkranz zur Hand und überlassen Sie es unserer Mutter Maria, für Sie die richtigen Antworten zu finden.“

 

Zum 100. Todestag von Bruder Benno Koglbauer

Vor 100 Jahren, am 13. Dez. 1925, starb in Bregenz der Kapuzinerbruder Benno Koglbauer im Ruf der Heiligkeit.
Er hatte seinen Dienst an der Pforte des Kapuzinerklosters mit außergewöhnlicher Hingabe und gewinnender Güte versehen. Sein Lebensbeispiel wurde über die Grenzen Vorarlbergs hinaus bekannt. 1955 wurde für ihn ein Seligsprechungsprozess eröffnet. Sein Grab, das bis heute von vielen Betern besucht wird, befindet sie in der Kapuzinerkirche, St. Antonius, in Bregenz.

Bruder Benno wurde 1862 in Mönichkirchen am Wechsel in Niederösterreich geboren. Im Jahre 1900 trat er bei den Kapuzinern in Salzburg ein, und 1907 kam er nach Bregenz. Durch 18 Jahre versah er den Dienst an der Klosterpforte. “Er blieb immer freundlich, immer heiter, gelassen, nie unwillig oder aufgeregt, bewundernswert in seiner Demut, Geduld und Bescheidenheit.” So lautete das Urteil der Bevölkerung. Es gibt noch so manche Bregenzer, die sich an Bruder Benno erinnern, wie sie ihn als Kinder erlebt haben. Das Beispiel seines einfachen, gottverbundenen Lebens hat uns auch heute etwas zu sagen. Bruder Benno hat auf seinem Sterbebett versprochen, für die Bregenzer besondere Fürsprache bei Gott einzulegen. Viele Gläubige, die zu seinem Grab in die Kapuzinerkirche kommen und ihn verehren, konnten seine Hilfe erfahren. Durch die Gedenkmesse an seinem 100. Todestag erinnern wir uns in Dankbarkeit an diesen vorbildlichen Diener Gottes Bruder Benno.

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Bist du es, der kommen soll?

Am dritten Adventsonntag (A), dem Sonntag Gaudete, ruft uns die Kirche zu: ‚Freut euch, denn der Herr ist nahe.‘ Den Kindern fällt es nicht schwer, sich auf Weihnachten zu freuen. Sie haben viele Erwartungen an das Christkind.

Wir könnten uns als gläubige Menschen einmal fragen, was wir uns vom Christkind erwarten. Was sollte es uns bringen? Mit dieser Frage kommen wir mitten in das Thema des Evangeliums dieses Sonntags. Es geht um die Messiaserwartung. „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?“ So hat Johannes die Frage gestellt. Und Jesus gibt zur Antwort: „Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet.“ Er gibt den Menschen zu verstehen, dass er der wahre Heiland und  Erlöser ist.

Damals war die Erwartung des Messias im Volk sehr lebendig. Vor allem erhofften sich die Menschen, dass er der große Befreier von der Knechtschaft, Unterdrückung und Ausbeutung sein würde. Dieser ’starke Mann‘ sollte eine bessere Zukunft, gerechte Zustände und Freiheit bringen. Er sollte als Messias der absolute Weltverbesserer sein.

Aber alles verlief ganz anders, nicht so, wie die Leute es sich erwarteten. Johannes der Täufer gab den Menschen zu verstehen, dass der Messias nicht kommen würde, um die Oberfläche dieser Welt durch einen politischen Umsturz in eine neue Ordnung zu bringen, sondern dass er kommen würde, um den Menschen in der Tiefe seines Herzens vom größten Übel zu erlösen, zu befreien und zu heilen, nämlich von der Sünde. ‚Seht das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünden der Welt,‘ sagte er über Jesus nach der Taufe.

Was erwarten die Menschen heute von Jesus Christus und seiner Kirche? Was erwarten sie sich von Gott? Vielleicht sollte er uns helfen, dass alles gut geht, was wir uns vornehmen. Er sollte auch alles Unangenehme von uns fernhalten, uns vor Leid und Unglück bewahren. Oder viele Menschen erwarten sich von Gott einfach gar nichts mehr, weil sie sich selber alles verschaffen können, was sie zu ihrem irdischen Glück brauchen.

Jesus Christus ist als unser Erlöser in diese Welt  gekommen, nicht um diese Welt in ein irdisches Paradies zu verwandeln. Das Paradies, das wir am Anfang verloren haben, kommt nicht mehr zurück. Er ist vielmehr gekommen, um uns in ein neues, ewiges Paradies zu führen, das aber damit beginnt, dass jeder von uns in der Tiefe seines Herzens erneuert und gewandelt wird. Von ihm können wir erwarten, dass er uns die Vergebung für unsere Sünden schenkt, die Heilung von so vielen Verletzungen, die wir in unserer Seele tragen. Wo ich also Jesus Christus das Recht zugestehe, als mein Heiland und Erlöser in mein ganz persönliches Leben zu kommen, da bricht das Reich Gottes in seiner ganzen Herrlichkeit an. Und genau dort verwandelt und bessert er mit seiner Gnade auch die Welt.