Das Fest der Erscheinung des Herrn oder der ‚Heiligen Drei Könige‘ offenbart uns einen geistlichen Weg, den auch wir gehen können, damit wir von jener großen Freude erfüllt werden, die die Weisen aus dem Morgenland erfahren haben. Es heißt: „Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar“ (Mt 2, 10-11).
Diese Schätze der Weisen symbolisieren den Glauben an Jesus Christus. Mit dem Gold ehrten sie ihn als König, mit dem Weihrauch beteten sie Jesus als den wahren Gott an, mit der Myrrhe ehrten sie ihn den Erlöser, der gekommen ist, um uns durch sein Leiden und Sterben von unseren Sünden zu erlösen. Darum ist es wichtig, dass auch wir suchen, dem Jesuskind diese Schätze darzubringen.
1) Das Erste ist das Gold. Durch das Gold wird nämlich unsere Freiheit und Liebe bezeichnet. Diese persönliche Freiheit und die Fähigkeit zu lieben, das ist wirklich das Kostbarste, das wir besitzen. Gott selbst hat uns diese Fähigkeiten gegeben. Aber Gott möchte, dass wir ihm dieses Gold der Freiheit und Liebe schenken.
Die freie Hingabe unseres Willens an Gott und seinen Willen, das ist das Gold, das Geschenk, mit dem wir Gott die größte Freude machen können. Das ist zugleich die würdigste Anbetung seiner Königsherrschaft.
2) Das Zweite, das wir dem göttlichen Kind darbringen sollen, ist der Weihrauch. Durch den Weihrauch wird unser inneres Gebet bezeichnet. „Wie Weihrauch steige mein Gebet vor dir auf!“, so heißt es im Psalm 141. Dieser Weihrauch steigt vor allem dann auf, wenn wir unsere inneren Gedanken immer wieder auf Gott zu richten suchen, wenn wir danach trachten, ihn zu lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit aller Kraft und all unseren Gedanken, wie es im ersten Gebot heißt. Aber zugleich müssen wir durch unser Beten alle bösen Gedanken auf dem Altar des Herzens verbrennen. Das ist die Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit.
3) Als Drittes sollen wir die Myrrhe darbringen. Die bittere Myrrhe bedeutet letztlich unsere Sünden, Fehler und Schwächen. Auch das möchte Jesus von uns haben. Er ist ja in diese Welt gekommen als das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinweg nimmt. Wenn wir die bittere Myrrhe unserer Schuld durch die Reue des Herzens und durch unser Bekenntnis ihm übergeben, so wird er uns seine Ruhe und seinen Frieden schenken.
Mit dieser Art von Gold, Weihrauch und Myrrhe, mit der liebenden Hingabe unserer Freiheit, mit einer Anbetung im Geist und in der Wahrheit und mit dem bewussten Reue und Umkehr des Herzens sollten wir immer wieder Christus als unseren Gott und König anbeten. Das wird uns mit großer Freude erfüllen.
