Aus der Dunkelheit des Unglaubens ins Licht

Der berühmte italienische Schriftsteller und Journalist Vittorio Messori (geb. 1941) ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Verteidiger der katholischen Kirche und des Glaubens, den er in vielen Büchern und Artikeln den Menschen dargelegt hat. In seinem Interview-Buch „Perché credo“ (Warum ich glaube – das Buch ist nicht auf deutsch erschienen) erzählt er unter vielem anderen über seinen Glaubensweg und die besondere Gnade, die ihm mit 23 Jahren geschenkt wurde.

Messori war zwar als Kind getauft worden, er empfing die Erstkommunion und Firmung, aber in seiner Familie und in seiner Verwandtschaft spielte der Glaube weiters keine Rolle. So war er auch selbst in seiner Schul- und Studienzeit ganz antikirchlich und atheistisch eingestellt. Aber im Sommer 1964 kam es zu einer Erfahrung, die sein ganzes Leben bis zum heutigen Tag prägte.

In dieser Zeit begeisterte er sich für das Buch „Der Ekel“ des französischen Philosophen und Atheisten J.P. Sartre. Er war von den Ideen des atheistischen Existenzialismus fasziniert, aber er bezog den Tod nicht auf sich selbst. Doch an jenem denkwürdigen Tag im Sommer 1964 wurde ihm zum ersten Mal bewusst, dass der Tod auch sein persönliches Problem war. Bis dahin hatte er die Frage nach dem Sinn des Lebens als Kinderei betrachtet. Diesmal aber bezog er die Frage auf sich selbst: Wird mit meinem Tod alles enden? Wird der Tod ihn wirklich in den schwarzen Abgrund des Nichts führen? War sein Leben absurd und sinnlos? Diese Fragen quälten ihn. Er hatte keine Antwort und war in Hoffnungslosigkeit versunken mit einen inneren Schrei nach Rettung. Er fühlte sich völlig allein. Dies umso mehr, als seine Eltern und sein Bruder in den Urlaub gefahren waren und er somit er allein zu Hause war. Er konnte sich nicht erklären, wie es dazu kam, dass er an diesem Tag nachmittags eine bescheidene Taschenausgabe des Evangeliums zur Hand nahm. Er konnte nicht sagen, wie es in sein Zimmer gekommen war oder woher es stammte. Es lag einfach in einer Ecke des Schranks. Er wusste auch nicht, was er darin suchen sollte, denn er erwartete nichts von dieser Lektüre. Schließlich war er Agnostiker, für den die Suche nach einer Antwort auf die Frage nach der Existenz Gottes reine Zeitverschwendung war.

Die Tatsache jedoch, dass er damals zur Bibel griff, interpretiert Messori heute als ein Zeichen der liebevollen, göttlichen Führung. Er nahm die Bibel, schlug sie auf und begann zu lesen: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken“ (Mt 11,28) – und dann geschah etwas Unglaubliches. Plötzlich schien es, als fielen ihm die Schuppen von den Augen. Er wurde von einem seltsamen Licht der Liebe, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit erfüllt. Bewegt las er weiter: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht“ (Mt 11,29). Die Warnung aus dem Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum (Lk 13,69) erschütterte ihn zutiefst. Es war eine Art mystische Erfahrung des Lichts der Gegenwart Christi, das wie ein Strom aus dem Evangelium hervorbrach.

Messori sagt, dass diese Begegnung mit Christus nicht in Worte gefasst werden kann. Aus der Dunkelheit des Unglaubens trat unerwartet das Licht hervor und Vittorio begegnete Christus „in einem physischen, realen Sinn: So wirklich war die Gewissheit dieser Gegenwart. Aus den Papierseiten ist das Wort für mich wirklich Fleisch geworden und hat mir Freude und Angst, große Begeisterung und Furcht, Befriedigung über eine erfüllte Pflicht und Reue über die Untreue gebracht. … Für einen Christen ist der Glaube eine Begegnung mit einer Person, die zugleich barmherzig und streng, menschlich und göttlich ist. Dieses Treffen wird von dem unwiderstehlichen Bedürfnis begleitet, ihr zu folgen und zu gehorchen.“

Ich fürchte nicht den Tod, ich fürchte das Gericht

In einem Interview, das Vittorio Messori im Oktober 2021 zu seinen drei Büchern über Jesus Christus gab, sagt er unter anderem: „Jesus hat uns die Möglichkeit gegeben, für alle Ewigkeit mit ihm zu leben. Das, was im Grunde genommen der Kern der Lehre Jesu ist, wurde vergessen. Ich sage immer: Ich fürchte nicht den Tod, ich fürchte das Gericht. Wenn man das sagt, sind viele, auch Priester, empört. Der ‚gutmütige‘ Jesus, der immer vergibt und alle höchstens mit einem Klaps auf den Hintern hineinlässt … all das ist im Grunde ein Verrat am Christentum, weil es nicht wahr ist. Es wird einen Platz für die Erlösten geben, aber es wird auch einen Platz für die Verdammten geben … Ich glaube, dass die alten Christen Recht hatten, die Bruderschaften für den guten Tod gründeten, das heißt, sie halfen den Menschen, gut zu sterben.

Der hl. Pater Pio gibt uns ebenfalls in diesem Sinne zu bedenken: „Auch für uns kommt einmal die letzte Stunde, wo unser Herz zu schlagen aufhört und alles für uns beendet ist: die Zeit, Verdienste zu erwerben und die Zeit zu sündigen. So wie der Tod uns finden wird, so wird er uns Christus dem Richter vorführen. Unser Schrei um Erbarmen, unsere Tränen, unser Reueschmerz, der uns in unserem Leben das Herz Gottes erobert und uns durch die Sakramente aus Sündern zu Heiligen gemacht hätte, kann uns nichts mehr nützen. Die Zeit der Barmherzigkeit ist vorüber, nun hat die Zeit der Gerechtigkeit begonnen.“

Die Hilfe Mariens

Bruder Daniele Natale (1919-1994) wurde in San Giovanni Rotondo geboren und trat 1933 bei den Kapuzinern ein. Er war einer der engsten geistlichen Söhne des heiligen Pater Pio. Er begegnete Pater Pio zum ersten Mal im Alter von fünf Jahren. Für Bruder Daniele wurde 2012 der Seligsprechungsprozess eröffnet.

Bruder Daniele war für seine Liebe zu Maria bekannt. Allerdings gelang es ihm am Anfang nicht immer, sich auf das Rosenkranzgebet zu konzentrieren. „Ich liebte die Mutter Gottes und den Rosenkranz von ganzem Herzen, doch in Momenten körperlicher oder seelischer Schwäche brachte ich es nicht über mich, auch nur ein einziges Gesätz zu beten. … Deshalb habe ich manchmal den Rosenkranz gar nicht erst in die Hand genommen.“ Eine mystische Begegnung mit Maria, die ihm im Traum erschien, veränderte seine Einstellung. Die Mutter Gottes sagte zu ihm: „‚Bete den Rosenkranz, mein Sohn.‘ Ich antwortete schluchzend: ‚Wie soll ich das tun? Ich kann das nicht!‘ Da sagte sie: ‚Ich werde dir helfen. Wir werden gemeinsam beten. Bitte mich im Gebet um alles, was du willst, und ich werde deine Bitte erfüllen.'“

Ein Ereignis, das ihn bewegte, seine einzigartige Mission zur Bekehrung der Herzen zu erfüllen, war sein Todeserlebnis nach einer Krebsoperation 1952. Nach der Operation fiel er ins Koma und starb drei Tage später. Nach drei Stunden stand er aber auf und begann zu erzählen: „Da ich meine Gelübde der Armut gebrochen hatte, kam ich drei Stunden ins Fegefeuer.“ „Das Schmerzhafteste ist das Gefühl, von Gott getrennt zu sein, und das Bewusstsein, dass man alle Mittel zur Erlösung zur Verfügung hatte und sie nicht genutzt hat.“ Er sah dann auch die Heilige Jungfrau Maria. Auf ihre Fürsprache konnte er wieder auf die Erde zurückkehren.

Nicht Frieden, sondern Spaltung

Jesus spricht im Evangelium des 20. Sonntags im Jahreskreis (C) davon, dass er nicht gekommen ist, den Frieden zu bringen, sondern die Spaltung, eine Spaltung, die bis in die Familie hineingeht (Lk 12, 49–53). Diese Worte des Herrn sind nicht ganz einfach zu verstehen und sie scheinen auch widersprüchlich zu dem zu sein, was er an anderer Stelle sagt: „Selig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.“ Oder wenn er beim Letzten Abendmahl von der Einheit seiner Jünger spricht. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären?

Es geht darum zu erkennen, was einerseits der Friede und die Einheit sind, die uns Jesus bringen will, und andererseits welcher falscher Friede und welche falsche Einheit für uns eine Gefahr sind.

Jesus bringt den Frieden und die Einheit mit Gott durch die Gnade und Liebe Gottes, durch das Feuer des Heiligen Geistes, das er auf der Erde entzünden will.
Auf der anderen Seite stehen aber ein Friede und eine Einheit, die die Menschen ohne Gott und sogar gegen Gott aufbauen wollen. Das geschieht mit Hilfe des Unrechts, des Bösen und der Sünde. Auch mit Unterdrückung und Versklavung kann man einen Frieden herstellen. Aber hier liegt eben der große Unterschied zu dem, was Jesus uns bringt.

Damit wir in den Frieden und in die Einheit mit Gott kommen, braucht es von unserer Seite eine Entscheidung, die auch eine gewisse Spaltung hervorruft.
Die Gegenwart des Herrn, seine Worte und seine Person bringen immer wieder das zum Vorschein, was in der Tiefe des menschlichen Herzens verborgen ist. Es scheiden sich die Geister. Das hat der greise Simeon schon vorausgesagt, als er das Jesuskind in die Arme nahm: „Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden“ (Lk 2,35). Diese Scheidung der Geister kann oft quer durch die Familie gehen. Die einen leben im Glauben an Jesus Christus und befolgen seine Gebote, und die anderen lehnen ihn ab. Es entsteht eine Spaltung.

Jesus selbst unterscheidet eben diese zwei Arten von Frieden. Er sagt den Aposteln: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch“ (Joh 14,27).

Nachdem er mit seinem Tod den falschen Frieden und die falsche Solidarität der Menschen im Bösen und in der Sünde besiegt hat, eröffnet er den neuen Frieden und die neue Einheit, die eine Frucht des Heiligen Geistes sind.

Jesus kommt durch dem Heiligen Geist immer wieder in das Leben der Menschen, um sie durch die Gnade in seinen Frieden zu bringen. Er rührt die Menschen mit der Wahrheit innerlich an, bringt sie in Unruhe, damit sie sich bekehren. Das ist nicht immer angenehm. Viele möchten deshalb mit Gott nichts näher zu tun haben, weil er ihren Frieden in der Welt stört.

Auch wir könnten zuweilen diesen Eindruck haben, dass Gott unsere Ruhe stört. Aber man muss sich darüber klar werden, dass dies die Liebe Christi ist, die uns drängt, wie der hl. Paulus sagt (vgl. 2 Kor 5,15). Sie drängt uns, in den Frieden einzutreten, den wir nur in Gott finden können; oder wie es der hl. Augustinus mit den berühmten Worten beschrieben hat: „Unruhig ist unser Herz, o Gott, bis es Ruhe findet in dir.“

Ein leeres Herz

Wenn jemand zu den Wüstenvätern kam, um von ihnen aufgenommen zu werden, so fragten sie ihn: „Bringst du ein leeres Herz mit, damit es der Heilige Geist erfüllen kann?“ Sie hatten ganz Recht mit dieser Frage. Denn ein Herz, in dem sich noch so viel Irdisches findet, kann nicht von der Liebe Gottes erfüllt werden. Wer ein Gefäß mit Erde zum Brunnen trägt, wird es nie mit Wasser füllen können, wenn er nicht vorher die Erde daraus entfernt. Woher kommt es, dass Menschen, die an sich viel beten, oft zur hl. Messe gehen, doch in der Liebe zu Gott und den Nächsten nicht wesentlich wachsen? Es kommt daher, dass sie ihre Frömmigkeit mit einem Herzen voller Erde üben, d.h. sie sind voll von Eitelkeit und Eigenwillen, von bestimmten Vorlieben und Anhänglichkeiten. Sie meinen zwar, dass sie die irdischen Dinge gar nicht lieben, solange sie diese besitzen; aber man braucht sie uns nur wegzunehmen, oder wenn sie versuchen, sie selber wegzugeben, dann sehen sie erst, wie sehr sie an ihnen hängen.

 

Gott hat seine Pläne

Die Geschichte von fünf leiblichen Schwestern, die innerhalb von nur 2 Jahren (2006-2007) in dieselbe spanische kontemplative Ordensgemeinschaft, Iesu Communio, eingetreten sind, hat in Spanien, ihrem Heimatland, für Aufsehen gesorgt. Zu der Familie gehören insgesamt sieben erwachsene Kinder – sechs Schwestern und ein Bruder.

Die erste war Jordán. Im folgenden Jahr traten Francesca und Amada de Jesus ein. Zwei Monate später war Ruth Maria an der Reihe; sie ist die älteste der fünf. Sechs Monate später trat schließlich auch Nazaret ein. In einem Video, das die Ordensgemeinschaft veröffentlicht hat, erzählt Sr. Amada de Jesus über ihren Berufungsweg:

„Wir wussten nichts von diesem Durst, den der Heilige Geist in uns weckte … Aber Gott hat seine Pläne und kennt die Zeit und den Ort für jede Person.“ Sr. Amada de Jesus sagt, dass sie seit ihrer Kindheit eine sehr einfache Beziehung zu Gott pflegt, aber dass der Ruf zum Ordensleben für sie nicht so einfach zu erkennen und anzunehmen war.

„In einem bestimmten Moment wusste ich, dass Er mich für sich haben wollte, und allein der Gedanke daran erfüllte mich mit Freude, aber ich dachte auch, dass die Berufung einen Verzicht auf das Leben als Frau, Ehefrau und Mutter bedeutete. Und ich stellte mich vor Jesus und bat Ihn, mich nicht dazu zu rufen, auf die Ehe zu verzichten.“ Amada machte deshalb zuerst eine Ausbildung als Lehrerin für Sonderpädagogik, um behinderten Kindern zu helfen. „Wir sind geschaffen, zu lieben und geliebt zu werden, und Gott ist die Quelle der Liebe.“ Aber sie merkte immer deutlicher, dass Jesus sie dazu rief, sich Ihm ganz zu weihen. „Ich musste wissen, ob es wirklich Er war oder ob ich es irgendwie erfunden hatte“, sagt sie. Heute erklärt Sr. Amada de Jesus: „Das Geschenk der Weihe ist unvergleichlich. Heute bleibe ich aus Liebe zu Ihm hier, und ich spüre, dass Er mich sehr liebt. Ich fühle, dass ich von Ihm zutiefst geliebt werde.“

Er war Soldat und wurde ein ‚Soldat Christi‘

Pfarrer David Santos‘ Weg zum Priestertum ging über einen Kriegseinsatz im Irak. Jetzt dient er Christus und kämpft als Pfarrer in New Jersey für das Seelenheil der Menschen. Er erzählt in einem Interview mit der Zeitschrift Aleteia:

Seine Eltern waren portugiesische Einwanderer, die an die Familie und an den Beruf glaubten. Sie waren keine regelmäßigen Kirchgänger, obwohl sie religiöse Gegenstände und Bilder in ihrem Haus hatten. Schon bevor er sich zusammen mit seinem Zwillingsbruder Braien 2003 für den Militäreinsatz im Irak meldete, spürte David, dass er zu einem bestimmten Zweck auf die Welt gekommen war.

Davids Weg zur Kirche begann, als er sich mit einem Mädchen traf, das ihn zur hl. Messe mitnahm. Er begann, an der Jugendgruppe der Pfarrei teilzunehmen und lernte einen Priester namens Antonio Bico kennen, der ihn tiefgreifend beeinflussen sollte. „Pfarrer Tony ist zweifellos derjenige, der mich gelehrt hat, Jesus zu lieben“. Als David bei Pfarrer Tony zur Beichte ging („mein erstes Mal seit langer Zeit“), fragte der Priester David, was er mit seinem Leben anfangen wolle. „Ich erinnere mich, dass ich sagte: ‚Ich möchte ein Soldat Christi sein.‘ Und während ich das sage, denke ich, was soll das bedeuten? Ich wusste, dass ich Soldat werden wollte … und zu diesem Zeitpunkt an das Militär dachte. Aber ich hatte auch dieses Wiederaufleben des Glaubens und die Vertiefung des Glaubens erlebt, und so dachte ich mir: Soldat… Soldat Christi.“ „Pfarrer Tony sieht mich an und sagt: ‚Das klingt nach einem Priester.‘ Ich sagte ihm: ‚Herr Pfarrer, kommen Sie, Sie wissen, dass ich eine Freundin habe. Ich bin überhaupt nicht interessiert. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht einmal darüber nachgedacht.“
Das Militär war immer noch Davids Hauptaugenmerk. So kamen die beiden Brüder nach der Ausbildung 2005 im den Irak zum Einsatz.

Doch in Davids Seele war ein Samen gepflanzt worden, der gelegentlich auf unerwartete Weise zum Vorschein kam. „Ich weiß noch, wie ich mir die Zähne putzte und mir plötzlich vorstellte, dass ich einen Kollarkragen trage und mich fragte: Was? Was ist denn hier los mit mir?“

Ein besonderes Erlebnis bei seinem Einsatz im Irak gab ihm wieder zu denken. Während einer Patrouille mit seiner Gruppe war neben ihrem Auto ein Sprengsatz detoniert. Glücklicherweise war diese Bombe zu tief vergraben. Es gab keine Verletzten, aber der Vorfall erinnerte David daran, „wie zerbrechlich das Leben ist, besonders an diesem Tag“. David bewahrt ein Stück Schrapnell von der Bombe als Erinnerung an den Vorfall auf.

Nach dem Ende ihres Einsatzes kehrten David und sein Bruder nach Hause zurück. Es dauerte noch einige Zeit, bis er sich nach vielen Überlegungen endgültig entschloss, ins Priesterseminar einzutreten. Für seine Eltern und seine Geschwister war dies zuerst ein Schock, aber sein Weg wurde schließlich auch für seine Familie zum Segen.

Gott gab David noch ein liebevolles Zeichen als Bestätigung für seine Berufung.

Vor der Priesterweihe durften sich die Weihekandidaten noch einen Primizkelch aus dem Nachlass von verstorbenen Priestern aussuchen. Vier oder fünf von ihnen waren auf einem Tisch ausgelegt. Einer der Kelche stach für David heraus. „Er war schön, glänzend, wunderschön“, erinnert er sich, als er ihn auswählte. Neugierig drehte David den Kelch um, um die Inschrift zu lesen. Als er sie sah, ließ er den Kelch vor Schreck fast fallen. „Auf dem Sockel stand ‚Soldat Christi'“.

Sie haben mir das Leben gerettet!

John Petrovich aus Pittsburgh erzählt in einem Video auf der Plattform paradisusdei.org über eine besondere Erfahrung, die er mit dem Beten eines Ave Maria gemacht hat. Bei seiner morgendlichen Joggingtour lief er einmal in eine Gegend, in die er normalerweise nicht kam. Er sah in der Einfahrt eines Hauses einen Krankenwagen stehen. Er wusste nicht, wer dort wohnte. „Ich bin einfach weitergelaufen und betete ein ‚Ave Maria‘. Ich habe mir nichts dabei gedacht.“

In der folgenden Woche joggte John wieder in der gleichen Gegend und hörte plötzlich eine Frau hinter ihm rufen. Als er merkte, dass sie nach ihm rief, ging er zu ihr und sie sagte zu ihm: „Sie haben mir das Leben gerettet!“ John antwortete daraufhin: „Wie habe ich Ihr Leben gerettet? Wir kennen uns doch gar nicht… “ Die Frau antwortete: „Nein, aber ich erkenne Ihr Gesicht. Letzte Woche wurde ich mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht und lag im Sterben. Ich wusste, dass ich bald sterben sollte, als Jesus mir erschien. Er streckte seine Hand aus, und Ihr Gesicht war auf seiner Handfläche. Und Jesus sagte: ‚Du liegst im Sterben, aber wegen des Gebets dieses Mannes wirst du leben.'“

John war tief getroffen. Er sagt: „Das war ein großer Ansporn nicht nur für mein Gebetsleben, sondern auch für das Gebetsleben meiner Familie … Etwas so Dramatisches und Tiefgreifendes zu erleben, dass jemand auf einen zukommt und einem so etwas sagt, war mehr als genug, um mich noch mehr dazu zu bringen, zur Gottesmutter zu beten, denn wie wir alle wissen, ist sie der direkte Draht zu ihrem Sohn Jesus Christus und erhört alle Gebete für jeden.“

Eine gemeinsame Berufung

Nicolas und Stéphanie Richard aus Frankreich gingen ein ehrgeiziges Wagnis ein. Manche würden sogar sagen, völlig verrückt. Nachdem sie bereits fünf Kinder hatten, beschloss das Paar in den 50ern, einen kleinen Jungen mit Down-Syndrom zu adoptieren. Aber es war keine spontane Entscheidung, erzählen sie Aleteia. „Es war eine Berufung“, erklärt Stéphanie.

Ein innerer, dringender, beunruhigender Ruf. Während der Firmung ihrer ältesten Tochter im Jahr 2007 wurde Stéphanie von einem plötzlichen Gedanken ergriffen: „Adoptiere ein Kind mit Down-Syndrom.“ Eine klare, deutliche Stimme, als wäre sie direkt in die linke Gehirnhälfte geblasen. „Es war, als würde ich vom Blitz getroffen. Ich kämpfte die ganze Messe hindurch. Ich versuchte, in der Gegenwart zu bleiben, aber diese Idee drehte sich in meinem Kopf.“

Mehrere Tage lang hielt sie dieses geheime Feuer in sich und fürchtete sich vor der Reaktion ihres Mannes. Denn Nicolas war bei jeder Schwangerschaft von der Angst vor der Ankündigung einer Behinderung erfüllt gewesen. Doch nach drei Tagen, eines Abends vor dem Schlafengehen, beschloss sie, den Schritt zu wagen. Nicolas kam ihr zuvor: „Du willst ein sechstes Kind.“ Stéphanie nickte. Als sie den Mund öffnete, um ihm genau zu sagen, was sie wollte, fuhr Nicolas fort: „Du willst ein Kind mit Down-Syndrom adoptieren?“ Die Emotionen überwältigten sie beide. „Wir weinten. Es war, als ob uns etwas völlig überrollte.“

Sie nahmen ein Blatt Papier zur Hand und zählten die Vor- und Nachteile auf. Die Nachteile waren zahlreich, aber der Ruf ließ sie nicht mehr los. Dann begann ein Prozess der Entscheidungsfindung, gefolgt von Verwaltungsverfahren. Nachdem sie die Zustimmung ihrer Kinder erhalten hatten, beantragten Stéphanie und Nicolas die Genehmigung, ein behindertes Kind in ihr Haus aufzunehmen.

Ein Jahr später, als das Paar gerade eine Reise zum Hochzeitstag machen wollte, hatte Stéphanie eine neue Eingebung. „Ich hatte den Eindruck, dass wir in der Nähe bleiben und nicht wegfahren sollten, als ob etwas passieren würde.“ Sie sagten die Reise ab. Zwei Wochen später, am Karfreitag, um 15 Uhr, erhielten sie einen Anruf: „Unser kleiner Junge hat auf uns gewartet.“

Mathis war fünfeinhalb Monate alt. Sein Vorname bedeutet „Geschenk Gottes“. Für das Paar ist das kein Zufall. „Uns begegneten so viele überwältigende Zeichen, dass wir erkannten, wie viel Vorsehung hinter allem steckt“, erinnert sich Nicolas. Der kleine Junge wurde in seinem neuen Zuhause willkommen geheißen.
„Wir haben nicht versucht, herauszufinden, was das Down-Syndrom ist. Wir haben ein Kind willkommen geheißen, Punkt.“ Ruhig, zerbrechlich, schweigsam. Mathis spricht nicht, zeigt keine besondere Zuneigung. Er umarmt niemanden. Er hat autistische Züge, die das Klischee des Down-Syndrom-Kindes aus Liebe Lügen strafen. Und doch hat er sie verwandelt. „Er hat uns in einer Weise zu Eltern gemacht, wie wir es noch nicht waren. Mathis ist für uns nie eine Last gewesen.“

Sie rief laut zur heiligen Jungfrau um Hilfe

Seit 2021 wirken die „Mutter-Teresa-Schwestern“ im Libanon, im nördlichen Teil des Landes, im Bergland, das an die tiefe Schlucht grenzt, die das „heilige Tal“ genannt wird. Dort sind einige der frühesten christlichen Klöster der Welt entstanden. Bis heute leben Christen, auch Eremiten, im Tal bzw. in der näheren Umgebung. Die Mutter-Teresa-Schwestern haben ein kleines Kloster in der Gegend und nehmen sich der Armen an. In der Zeitschrift ‚Maria, das Zeichen der Zeit‘ (Nr. 212) berichtet eine der Schwestern über ihre Arbeit.

Das Dorf, in dem sie wirken, wurde im September 2024 von einigen Unglücksfällen heimgesucht. Eine fünfköpfige Familie kam bei einem Autounfall ums Leben. Ein Mann, der einem anderen nach dem Einsturz einer Mauer zu Hilfe eilte, kam selber ums Leben, da ein weiteres Mauerstück auf ihn fiel. Erschüttert von dem Geschehen, beschlossen die Dorfbewohner, mehrere Tage lang Anbetung sowie eine Novene zur Gottesmutter und zur hl. Mutter Teresa zu halten. In einer Prozession mit dem Allerheiligsten gingen sie betend an alle Unfallorte. Man gedachte der Toten und flehte zu Gott um Bewahrung vor weiterem Unglück.

Wenige Tage später war ein 20-jähriges Mädchen, dessen Mutter im Kloster der Mutter-Teresa-Schwestern mithilft, auf dem Rückweg ins Dorf. Sie wurde unterwegs von einem Auto mitgenommen. Kurz vor dem Ziel, als das Auto auf der kurvenreichen Straße talwärts fuhr, verlor der Fahrer plötzlich die Kontrolle über den Wagen. Ungebremst schoss das Auto talwärts. Auf der Straße kam ihnen eine Frau mit einem kleinen Kind entgegen, auf der anderen Seite stand ein Haus an einem steilen Abhang. Eine Katastrophe schien unausweichlich, egal, auf welche Seite der Wagen steuern würde. Die junge Frau im Auto, tief gläubig, rief laut zur heiligen Jungfrau um Hilfe und griff instinktiv nach der großen Wunderbaren Medaille, die sie stets um den Hals trug.

Plötzlich blieb das Auto mit einem großen Ruck stehen. Ein Rad war auf wundersame Weise in einer Rinne am Straßenrand stecken geblieben, noch bevor das Auto das Haus oder die Frau mit dem Kleinkind erreicht hatte. Das junge Mädchen hatte einen Schock, blieb eine Weile zitternd im Auto sitzen und merkte sodann, dass ihre Wunderbare Medaille nicht in ihrer immer noch zusammengekrampften Hand war. Sie durchsuchte das Auto, fand sie aber nicht. Später, als sie nach Hause kam, merkte sie, dass sie an jenem Tag die Medaille nach dem Duschen im Bad vergessen hatte. Der Himmel und die Gottesmutter hatten nicht auf dieses Versäumnis geschaut, sondern auf die Liebe, das Vertrauen und Beten dieses Mädchens und der Dorfgemeinschaft. Alle Dorfbewohner sind sich einig: Das Rosenkranzgebet, das dieses Mädchen treu pflegt, sowie das Gebet, die Novene und eucharistische Prozession der Bevölkerung haben zu dieser Bewahrung geführt.

Es war ein Wunder

Dana Rachel stellte im Juni 2025 auf ihrem Instagram-Acount die Frage: „Wie hat sich die Gottesmutter in deinem Leben gezeigt?“ Im Kommentarbereich meldeten sich viele Instagram-Nutzer, die über ihre Erfahrungen mit Maria berichteten. Eines der Zeugnisse stammt von Christina Marie:

„Meine Mutter hatte einen riesigen Tumor an ihren Eierstöcken. Ich hatte solche Angst, dass sie sterben würde. Ich ging täglich auf dem Heimweg von der Arbeit in eine Kapelle, um zu beten, aber ich fühlte mich verloren und ungehört… Da traf ich eine Frau, die mich bat, den Rosenkranz mit ihr zu beten. Ich hatte ihn noch nie zuvor gebetet. Ich zögerte, weil ich nach Hause musste. Ich wusste, dass es Zeit brauchen würde, aber ich tat es trotzdem. Und von da an tat ich es weiterhin täglich. … Ich fühlte mich so lebendig und erneuert und wusste (es war wirklich der Heilige Geist), dass meine Mutter gesund werden würde!

Als sie ein paar Wochen später operiert wurde, saß ich mit meinem Vater und meiner Schwester im Wartezimmer (und erstaunlicherweise waren auch drei Nonnen dabei!!) Ich hatte absolut keine Angst, dass es nicht gut gehen würde … Etwa 15 Minuten nach Beginn der Operation kam der Arzt heraus, setzte sich neben uns und sagte: ‚Nun, wenn Sie an Wunder glauben, werden Sie gerade Zeuge eines Wunders‘. Wir sind reingegangen … und wie durch ein Wunder! Es gab keinen Tumor! Wir sahen uns die Röntgenbilder an, wir sahen uns ihr Armband an, um sicherzugehen, dass wir den richtigen Patienten vor uns hatten. Aber es war ein Wunder, es gab keinen Tumor. Wir konnten es uns nicht erklären.

Mir kommen heute noch die Tränen … wie sehr verehre ich die Gottesmutter auch heute noch! Das war vor etwa 30 Jahren. Meine Mutter ist heute nicht mehr da, aber dieses Wunder wird immer in mir leben!“