Die Rolle des Barabbas hat mich zu Jesus geführt

Der italienische Schauspieler Pietro Sarubbi spielte im Film “Die Passion Christi” von Mel Gibson die Rolle des Barabbas. Es war nur eine kurze Szene, die er zu spielen hatte, aber sie wurde für ihn zu einer wirklichen Begegnung mit Jesus, die sein Leben gänzlich veränderte. In Interviews, Vorträgen, Talk-Shows und in seinen Buch “Von Barabbas zu Jesus” gibt er Zeugnis von seiner Bekehrung, um vor allem die Jugend für den Glauben zu gewinnen.

Pietro Sarubbi (Jg. 1961) war von Kindheit an ein unruhiger Geist. Mit 13 Jahren lief er von zu Haus weg, um Zirkuskünstler zu werden. Nach manchen Enttäuschungen gelang es ihm, zu einem italienweit angesehenen Theater und Filmschauspieler zu werden. Wie es in der Unterhaltungswelt üblich ist, lebte Sarubbi viele Jahre lang weit vom Glauben entfernt. Im Sommer 2002 erhielt er von Mel Gibson das Angebot im Film “The Passion” mitzuwirken. Es war für ihn enttäuschend, dass er nur diese kurze Rolle des Barabbas spielen sollte, lieber wäre ihm Petrus gewesen. Widerwillig nahm er aber die Rolle an. “Schließlich wollte ich ja viel Geld verdienen, berühmt werden und in die Zeitungen kommen.”

Aber die Dreharbeiten wurden für ihn zur großen Gnade. Er erzählt: “Von Mel Gibson hatte ich Anweisung, nicht eher auf Jesus zu schauen, bis ich am Schluss meiner Szene, von den Ketten befreit, die Stufen des ‘Prätoriums’ hinabsteigen würde. Erst dann sollte ich, Barabbas, auf diesen armen zerschundenen Unbekannten schauen, der an meiner Stelle nun in den Tod gehen musste … Als ich also die erste Stufe hinunterging, spürte ich plötzlich etwas wie einen leichten Ruck, zusammen mit dem Empfinden von Wärme an meiner rechten Schulter. Unwillkürlich drehte ich mich um … und war vom Blick des JesusSchauspielers, der mich nun traf, zutiefst überrascht und verwirrt! Ich fand darin nichts von all dem, was ich erwartet hatte, keinerlei Wut oder Klage. In seiner enormen Tiefe lagen vielmehr Milde, Annahme und Barmherzigkeit, ein Schleier von Liebe und Sorge um mich, Barabbas, und meinen verkommenen Zustand, das alles zusammen und in einer Weise, wie ich in meinem Leben nie zuvor angeblickt worden war! Es war ein starkes, unbeschreibliches Empfinden, das in meinem Herzen eine plötzliche Veränderung bewirkte. Und was beim Film oft mühsam ist, nämlich dieselbe Szene immer und immer wieder zu drehen, wurde für mich zur Chance, diesen Blick, der jedes Mal eindringlich war, zu vertiefen und tief aufzunehmen; den Blick eines Schauspielers, aber in ihm wohnte Gott! Ja, in diesem Blick begegnete mir der Blick Jesu.” … “Das war für mich etwas so Gewaltiges, dass mir das Herz davon heute noch vor Rührung und Betroffenheit übergeht.” … “Immer wieder sah ich mir Die Passion Christi an, die für mich zum Katechismusunterricht wurde. Vor allem die Szene vom Letzten Abendmahl ließ mich nicht los …

An einem gewissen Punkt erlebte ich die Sehnsucht, ja die dringende Notwendigkeit, die hl. Eucharistie zu empfangen. Umso größer war der Schmerz, darauf verzichten zu müssen, da ich mit einer Frau zusammenlebte, mit der ich nicht verheiratet war. Diese ungeheure Anziehungskraft brachte mich schließlich dazu, meine selbstgebastelten Ansichten zu überdenken: Noch im November desselben Jahres 2003 heirateten wir kirchlich. Seitdem haben meine Kinder einen Papa, der ein bisschen ruhiger, sanfter und lebensfroher ist. In meinem Schauspielberuf dagegen suche ich nach Wegen, dem Herrn und dem Glauben zu dienen, und das erfüllt mich mit riesengroßer Freude.”

 

 

Meine Freude konnten sie mir nicht nehmen

Seit 1999 nimmt die Islamisierung im afrikanischen Staat Nigeria zu. Tausende Christen fielen seitdem einem religiösen Völkermord zum Opfer. In Teilen des Landes wurde die Scharia eingeführt und islamische Gruppen wie Boko Haram terrorisieren bis heute auf brutalste Art die Christen. Allein im März 2019 wurden bei Überfällen über 100 Christen getötet.

Ein beeindruckendes Glaubenszeugnis gibt uns Danjuma Shakuru, der 2016 mit 13 Jahren einen Angriff von Boko Haram wie durch ein Wunder überlebte. Heute trägt er schreckliche Narben an seinem Körper, aber auch ein strahlendes Lächeln, das einen sprachlos macht.

Danjuma erinnert sich noch genau an diesen Mittwoch Morgen. Gegen sechs Uhr hörte er Schüsse und wusste sofort, dass nun auch sein Dorf angegriffen wurde. Er und seine Nachbarn, alles gläubige Christen, lebten bislang in Frieden miteinander. Nun rannte er um sein Leben. Doch er konnte den Angreifern nicht entkommen. An jenem Tag waren es rund tausend islamische Terroristen, die sich blutrünstig auf die Christen stürzten, Häuser niederbrannten und jeden töteten, der ihnen unter die Finger kam. Danjuma erinnert sich noch daran, welchen Schmerz die Machete auslöste, die mit voller Wucht seinen Kopf traf. Dann verlor er sein Bewusstsein. Es fehlt ihm die Erinnerung daran, wie die Terroristen seinen linken Arm abhacken und sein rechtes Auge ausstechen. Er erinnert sich auch nicht daran, wie sie sein Geschlechtsteil abschneiden. Als er wieder zu Bewusstsein kommt, haben die Dorfbewohner sein Grab schon ausgehoben. Niemand kann glauben, dass der Junge überlebt hat.

Unfassbar, dass Danjuma nach all dem seinen Glauben an Gott nicht verloren hat. Er sagt: “Ich habe schon als Kind Jesus mein Leben anvertraut. Ich gehöre ihm und er sorgt für mich. Es ist ein Wunder, dass ich überlebt habe, das sagen selbst Ärzte. Gott hat nicht zugelassen, dass ich sterbe und er hält auch meine Zukunft in seiner guten Hand.” “Sie wollten mir alles nehmen, aber meine Freude konnten sie mir nicht wegnehmen. Denn die Freude kommt ganz von innen und die schenkt mir Gott jeden Tag neu.” Trotzdem ist Danjumas Leben heute ganz anders. Er trägt einen Katheter und muss immer einen Urinbeutel mit sich führen. Er wird sein Leben lang auf medizinische Hilfe angewiesen sein. Danjuma weiß, dass sein Leben nicht leicht wird: “Ich wünsche mir, dass jeder, der meine Geschichte liest, für mich betet. Aber ich hoffe auch, dass ich Menschen in ähnlichen Situationen Mut machen kann, sich Jesus zu öffnen. Gott hat uns geschaffen und er weiß genau, wie es uns geht. Lasst uns an ihm festhalten und die Liebe füreinander nicht verlieren. Gott allein weiß, wie unsere Zukunft aussieht. Aber mit ihm, dem Herrn und Retter an unserer Seite, können wir alles schaffen.”

Quelle: Vgl. https://www.jesus.ch/themen/people/portraits/302989-die_freude_am_leben_konnten_sie_mir_nicht_nehmen.html

Hoffnungslos verliebt in die selige Jungfrau Maria

Prof. Roy Schoeman wurde 1951 als Sohn jüdischer Eltern, die während des Nationalsozialismus aus Deutschland in die USA geflohen waren, in New York geboren. Seine jüdische Bildung erhielt er von prominenten strenggläubigen Rabbinern, die ihn stark für den Glauben begeistern. Er studierte am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Er berichtet: “Obwohl ich versuchte, meine religiöse Orientierung aufrechtzuerhalten, gab es einen fatalen Fehler, der mich bald in die Irre führte.  Ich hatte kein Verständnis für die Beziehung zwischen Religion und Moral, insbesondere der sexuellen Moral.  So vermischte sich meine Religiosität bald in die Drogen‑ und ‘freie Liebe’‑Kultur, die überhand nahm, und degenerierte bald in die unmoralische, vage Hippie‑Spiritualität der damaligen Zeit. Mein Durst nach Gott wurde lange Zeit von den falschen Tröstungen und der verführerischen Spiritualität dieser Umgebung gestillt.”

Aufgrund seiner ausgezeichneten Leistungen begann er eine glänzende Karriere als Dozent an der hochangesehenen Harvard Business School. Doch das erhoffte Glück blieb aus. Viele Jahre lang lebte er in einer schrecklichen inneren Spannung. “Indem ich die Verbindung mit Gott verloren hatte, hatte ich auch das Gespür für den eigentlichen Sinn und die Richtung meines Lebens verloren. … Nach etwa vier Jahren meiner Havard  Laufbahn wurde ich von einem Gefühl absoluter Sinnlosigkeit überwältigt, das mich fast zur Verzweiflung brachte.” Sein einziger Trost in dieser Zeit waren ausgedehnte, einsame Spaziergänge in der Natur. Auf einem Spaziergang an einem frühen Morgen Anfang Juni 1987 empfing er eine besondere Gnade, die sein Leben änderte: “Ich befand mich in der spürbaren Gegenwart Gottes und war mir Seiner unendlichen, ganz persönlichen Liebe bewusst. …” Von da an wollte er mehr über Gott erfahren. “Ich wollte Seinen Namen kennen, um zu wissen, in welcher Religion ich Ihm in aufrechter Weise dienen und Ihn anbeten könne. ‘Bitte, sag mir deinen Namen’, betete ich von nun an jeden Abend vor dem Einschlafen, ‘gleich, ob Du Buddha heißt und ich Buddhist werden muss, … oder ob Du Krishna bist und ich Hindu werden muss  solange Du nicht Christus bist und ich Christ werden muss!'”

Auf den Tag genau ein Jahr nach seiner ersten Gotteserfahrung kam die Gnade erneut zu Roy. In einem Traumgesicht wurde er in einen Raum geführt, in dem er der schönsten Frau begegnete, die er jemals gesehen hatte. Ohne dass es ihm jemand gesagt hätte, wusste er: Es ist die Jungfrau Maria! Und das, obwohl er als Jude während seines ganzen bisherigen Lebens kaum etwas von ihr gehört hatte. Die Reinheit und Liebe der schönen Frau hatten eine unbeschreibliche Ausstrahlung und Anziehungskraft. “Als ich erwachte, war ich hoffnungslos in Maria verliebt. Ich wusste, dass der Gott, der sich mir vor einem Jahr geoffenbart hatte, Christus war, und ich wünschte nichts sehnlicher, als Christ zu werden.” Auf dem zärtlichsten Weg, den man sich nur denken kann, hatte der Herr ohne Worte Roy geantwortet: “Mein Name ist Jesus. Ich bin der von den Juden erwartete Messias.” Durch Maria fand er zu Jesus und in die katholische Kirche.

Quelle: vgl.: https://www.salvationisfromthejews.com/christversion.html

Herr, hilf mir, das kann ja nicht das Leben sein!

Zu Ostern feiern wir den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Er ist für unsere Sünden gestorben, damit auch wir als neue Menschen leben können. Als Getaufte haben wir zwar das Leben der Gnade empfangen, aber durch die Sünde, durch die Todsünde, können wir dieses Leben der Gnade wieder verlieren.

Wie aber der Herr eine solche ‘tote Seele’ wieder zum wahren Leben der Gnade erweckt, das zeigt uns das folgende Zeugnis:

“Bevor ich 16 Jahre alt wurde, lernte ich meinen ersten Freund kennen. Er war vier Jahre älter als ich und ich war sehr verliebt. Nach einigen Monaten tauchte von ihm immer wieder die Frage auf, ob ich nicht bei ihm übernachten möchte. Ich fühlte mich nicht sehr wohl damit und versuchte, es hinauszuschieben.

Nach vielen Diskussionen gab ich mit diesem Satz meine Vorsätze auf: ‘Ja, gut, wenn du mir versprichst, mich zu heiraten.’ Mit dieser Einwilligung wurde vieles anders in meinem Leben. Ich war nun zwei bis drei Mal in der Woche bei meinem Freund und am Wochenende auch. Mein Gewissen beruhigte ich immer wieder mit dem Gedanken: ‘Das machen ja alle’ und ‘irgendwann heiraten wir ja’. Nach vier Jahren richteten wir uns sogar eine eigene Wohnung ein. Am Anfang unserer Beziehung war ich sogar einmal in Medjugorje. Ich wollte diese Wallfahrt für meinen Freund machen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Ich war beichten, aber das eigentliche Problem oder besser die eigentliche Sünde konnte ich nicht aussprechen, weil ich Angst davor hatte, ich müsste in meinem Leben etwas ändern, und meinem Freund, der mir ‘heilig’ war, weh tun. Ich hatte mir nämlich in den Kopf gesetzt, er müsse sich ‘bekehren’.

Einmal schleppte mich meine Schwester zu einem Einkehrtag und es wurde die Beichte angeboten. Ich saß in der letzten Bank und weinte. Ich hatte große Sehnsucht nach Vergebung und Neuanfang. Aber ich war nicht fähig, diesen Schritt zu setzen. Immer wieder quälte mich mein Gewissen, besonders auch dann, wenn ich die Pille (zur Verhütung) schluckte. Beten konnte ich in dieser Zeit eigentlich nicht. Unsere Beziehung war kalt geworden und es war keine Rede von Heirat. So konnte ich nur hin und wieder Stoßgebete sagen: ‘Herr, hilf mir, das kann ja nicht das Leben sein!’

Es vergingen vier Jahre. Dann kam der Tag, an dem meine beste Freundin starb. Dieser Tag veränderte mein Leben. Es war ein Tag der Gnade Gottes für mich. Eine Woche nach ihrem Tod hatte ich die Kraft, die Beziehung zu meinem Freund zu beenden. Ich weiß nicht, wie das geschehen ist, aber der Herr gab mir die Kraft dazu. Bei nächster Gelegenheit gab ich alles Jesus in der Beichte. Schon allein die Vorfreude war wunderbar. Denn ich wusste, ich kann nachher neu anfangen, ich muss nicht mehr zurück in mein altes Leben. Und so war es auch.”

Quelle: Vgl.: P. Schwartz-Missionszentrum, Reißt eurer Herz weit auf für GOTT, 2005, S.51ff

Warum ich mich über das Christentum geirrt habe

Tom Holland ist ein nicht nur in Großbritannien beachteten Historiker und Romanautor. Er hat am 14. 9. 2016 in der linksgerichtete britische Wochenzeitung New Statesman, in der er bis dahin regelmäßig Aufsätze zu geschichtlichen Themen schrieb, einen letzten Aufsatz veröffentlicht mit dem Titel: “Warum ich mich über das Christentum geirrt habe”. Er legt darin seinen Sinneswandel in Sachen Christentum und seine Abrechnung mit der Aufklärung dar. “Ich habe viel Zeit gebraucht, um zu begreifen, dass meine Einstellungen und Sitten nicht griechisch oder römisch, sondern im Grund und mit Stolz christlich sind”, schreibt er in der Einleitung.

Tom Holland hatte zwar eine christliche Erziehung erfahren, aber sie wurde ihm zum Spielball seiner Begeisterung: zuerst für die Zeit der Dinosaurier, dann für die alten Griechen und Römer. Als er verschiedene Autoren der Aufklärung las, übernahm er auch ihre Geschichtsdeutung, dass die Ausbreitung des Christentums die Menschen in eine “Epoche des Aberglaubens und der Leichtgläubigkeit” führte und er ließ sich von der Sichtweise Voltaires leiten, der sagte: “Jeder vernünftige Mensch, jeder anständige Mensch muss die christliche Sekte verabscheuen”. Den biblischen Gott sah er “als direkten Feind der Freiheit und des Amüsements”; die Moderne hingegen gründe sich auf die Wiederherstellung der lange vergessenen klassischen Ideale. Aber er entdeckte: “Je mehr ich mich in das Studium der klassischen Antike vertiefte, desto fremder und besorgniserregender wurde sie mir.” In den Wertvorstellungen der Antike hatten die Armen und Schwachen keinen Platz und die Aufklärung hatte viel mehr an Werten vom Christentum übernommen, als sie zugab.

“‘Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für die Juden ein Ärgernis, für die Heiden eine Torheit’, sagte der heilige Paulus. Recht hatte er. Nichts hätte in einem größeren Gegensatz zu den tiefsten Überzeugungen seiner Zeitgenossen – Juden, Griechen oder Römer – stehen können als die Vorstellung, dass ein Gott aus freiem Willen breit war, Folter  und den Tod am Kreuz zu erleiden. Eine solche Vorstellung war so schockierend, dass sie geradezu abstoßend schien. Die Vertrautheit mit der biblischen Kreuzigung hat unsere Fähigkeit verdunkelt, darüber nachzudenken, welche Sprengkraft und Einzigartigkeit in der Gottheit Christi liegt. In der antiken Welt beanspruchten die Götter, das Universum zu regieren, die Ordnung aufrechtzuerhalten und Strafen zuzufügen, nicht aber Strafen zu erleiden.

Heute, da der Glaube an Gott im gesamten Westen schwindet, bewahren die Länder, die einst christlich waren den Stempel, der ihnen durch die zweitausend Jahre der Revolution, die das Christentum bedeutet, eingeprägt wurde. Das ist der Hauptgrund, weshalb im Prinzip der Großteil von uns Angehörigen der nachchristlichen Gesellschaft es noch immer für selbstverständlich erachtet, dass es edler ist zu leiden, als Leiden zuzufügen. Dank dem Christentum gilt noch immer weitgehend, dass jedes Menschenleben den gleichen Wert und die gleiche Würde hat. Mit Blick auf meine Ethik und meine Moral habe ich gelernt, dass ich weder griechisch noch römisch geprägt bin, sondern durch und durch christlich und, dass ich stolz darauf bin.”

Quelle: gekürzt https://katholisches.info

Das Netz ist zerrissen und wir sind frei!

Der bekannte evangelische Prediger und Schriftsteller Wilhelm Busch (1897 – 1966) berichtet in einem seiner Bücher über eine Erfahrung aus seiner Kindheit, wie er sich in einem Netz von Lügen verfangen hatte und wie er aber durch die Vergebung seines Vaters wieder frei wurde. Es ist ein anschauliches Gleichnis, wie Gott, der Herr, uns aus allen Verstrickungen in Lebenslügen und Unrecht durch das Licht der Wahrheit und Vergebung befreien will (gekürzte Fassung seines Zeugnisses):

Wilhelm war damals zwölf Jahre alt und ging ins Gymnasium, aber sehr ungern: “Ich glaube, ich war ganz einfach – faul. Jungen haben manchmal so Zeiten, in denen ihnen der ‘Ernst des Lebens’ höchst zuwider ist. Ich weiß gar nicht recht, wie es kam – auf einmal war ich in ein richtiges Lügennetz verstrickt.” Wilhelm hatte bei seinen Schularbeiten schlechte Noten. Aber er sagte zu Haus nichts davon, denn er hatte keine Lust, mehr zu arbeiten und Fehlendes nachzuholen.

Als sein Vater ihn nach der Schule fragte und auch seine Hefte sehen wollte, log er ihm etwas vor: “Da habe ich mich des Nachts hingesetzt und habe neue Hefte angefertigt. Dann musste ich mir Geld verschaffen, um rote Tinte zu kaufen, mit der ich die Unterschrift des Lehrers fälschte. Mein Vater bekam ein Heft mit den herrlichsten Zensuren zu sehen. Damals habe ich gelernt, dass aus jeder Lüge wenigstens zehn neue herauswachsen. Schließlich war mein ganzes Jungenleben nur noch ausgefüllt damit, zu vertuschen und zu schwindeln. Das Lügennetz wurde immer verworrener. Mich hatte eine Art Panik gepackt. Ich hätte es jetzt viel bequemer gehabt, wenn ich nur meine Schulaufgaben hätte machen müssen. Nun aber saß ich nachts und schrieb doppelte Hefte oder fälschte Entschuldigungen.”

So geriet Wilhelm in immer größere seelische Not. “Wenn meine Geschwister fröhlich spielten, dann packte mich der ganze Jammer eines verpfuschten Daseins. – Wie sollte ich je herauskommen?! Aber eines Tages brach die drohende Katastrophe herein.” Der Postbote brachte einen Brief. “Es waren nur zwei Zeilen, in denen der Lehrer meinen Vater um eine Aussprache bat. ‘Komm, setz dich’, sagte mein Vater, ‘und erzähl mir, was denn da los ist!’ Nun musste ich bekennen, und aus meinem Herzen brach es heraus: All dies ganze Geknäule von Schwindel und Betrug und Lüge und Faulheit und Schmutz. Ich war selber entsetzt, als ich es nun alles so ausgebreitet vor mir sah.

Dann richtete mein Vater sich auf und sagte aus tiefster Seele: ‘Du wirst ein Nagel an meinem Sarge werden! Nun geh!’ Und ich ging. Die Tränen flossen mir über das Gesicht, als ich die dunkle Treppe hinaufstieg zu meinem Zimmerchen.” … “Ich war maßlos verzweifelt – über mich selbst!”

Spät am Abend kam aber sein Vater ins Zimmer und fragte leise: “‘Schläfst du schon?’ Mir stieg ein unbändiges Schluchzen hoch. Sagen konnte ich nichts. Da kam er auf mein Bett zu … unendlich zart legte er mir die Hand auf den Kopf und sagte: ‘Nun bist du froh, dass alles im Licht ist, mein lieber Sohn!’ Ich spürte, wie er sich herabbeugte und mir einen Kuss gab. Dann ging er.” “Ich lag wie gelähmt. Und doch – am liebsten wäre ich herausgesprungen … ich hätte ihm um den Hals fallen mögen: ‘Mein lieber Vater!’ Aber ehe ich dazu die Kraft fand, hörte ich seine Tür gehen.”

“Am nächsten Tag ging mein Vater zum Lehrer. Ich weiß nicht, was sie miteinander gesprochen haben. Mit gewaltigem Eifer setzte ich mich auf die Hosen und brachte zu Ostern ein gutes Zeugnis nach Hause. Niemals aber hat mein Vater wieder diese Geschichte erwähnt. Sie war ganz und gar abgetan.”

 

Meine Erlebnisse mit Armen Seelen

Im November gedenken wir besonders unserer lieben Verstorbenen und beten für die Armen Seelen im Fegefeuer.

Maria Simma (1915 – 2004) aus dem kleinen Dorf Sonntag im Großen Walsertal in Vorarlberg war eine weit über die Grenzen Vorarlbergs bekannte Armen-Seelen-Mystikerin. Maria Simma hatte von Gott die besondere Gnadengabe erhalten, mit den Armen Seelen des Fegefeuers zu sprechen. Sie durften durch Maria Simma um Hilfe bitten: Gebete, heilige Messen, den Kreuzweg und den Rosenkranz. Sehr oft musste Frau Simma Personen aufsuchen und ihnen Aufträge von den Armen Seelen übergeben, z.B. ungerechtes Gut zurückgeben, oder um Vergebung bitten, wenn eine Feindschaft über den Tod hinaus bestand, auch hat sie für die Armen Seelen viele Leiden auf sich genommen und gesühnt.

Ein halbes Jahrhundertlang hat Maria Simma in fast ganz Europa ihre Vorträge und Belehrungen über das Fegfeuer und die Armen Seelen gehalten, die ganz in Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche waren. Sie sagte:

“Ich halte diese Vorträge, damit den Armen Seelen mehr geholfen wird und die Menschen sich besser auf das Sterben und das ewige Leben vorbereiten können.”

Maria Simma war eine glühende Verteidigerin des heiligen römisch-katholischen Glaubens, eine mutige Kämpferin für den ehrfürchtigen Kommunionempfang – kniend und mit dem Mund – und für die häufige persönliche Beichte. Sehr viele Gläubige und Priester hat sie zum wahren Glauben zurückgeführt. Aus ihrer Erfahrung mit den Armen Seelen sagte sie:

“Erst in der Ewigkeit werdet ihr erkennen, was ihr aus eurer Lebenszeit, aus euren Jahren, Tagen und Stunden gemacht habt und was ihr aus ihnen hättet machen können. Dort wird euch klar werden, was ihr im Leben versäumt habt. Darum benützt die Lebenszeit, um alles gut zu machen. Was würden die Menschen alles tun, um ein anderes Leben zu beginnen, wenn sie wüssten, was die Ewigkeit ist!”

Maria Simma sagt, dass die Sünden gegen die Liebe, Ehrabschneidung, Verleumdung, Unversöhnlichkeit, Streitereien durch Habgier und Neid in der Ewigkeit am schwersten angelastet werden. Hier einige Berichte von ihren Begegnungen mit Armen Seelen:

»Unvergeßlich war mir die Begegnung mit jenem Priester, dessen rechte Hand schwarz war. Ich erkundigte mich nach der Ursache. ‘Ich hätte mehr segnen sollen!’ klärte er mich auf. ‘Sag das jedem Priester, dem du begegnest, sie sollen mehr segnen. Sie können viel Segen verbreiten und viel böse Macht abwenden.’«

»’Was willst du mit diesem Putzkübel?’ fragte ich eine Frau, die mir mit einem Putzkübel in der Hand begegnete. ‘Das ist mein Himmelsschlüssel!’ strahlte sie. ‘Ich habe im Leben nicht viel gebetet, ging selten in die Kirche, aber ich habe einmal einer armen, alten Frau vor Weihnachten das ganze Haus kostenlos ausgeputzt das war meine Rettung!’ Ein neuer Hinweis darauf, wie es immer wieder auf die Liebe ankommt.«

»Einmal kam ein Arzt und klagte, er müsse leiden, weil er durch Spritzen den Kranken das Leben abgekürzt hätte, dass sie nicht mehr soviel leiden müssten. Das Leiden hätte für die Seele, wenn sie es geduldig trage, einen unendlichen Wert, man dürfe große Schmerzen wohl lindern, aber nicht mit chemischen Mitteln das Leben abkürzen.«

Aber ich kann nichts bezahlen

Maria Simma berichte in ihrem Buch: “Meine Erlebnisse mit Armen Seelen” von der folgende Begegnung:

Es war im Jahre 1954 an einem Nachmittag um halb drei Uhr. Ich war auf dem Weg nach Marul. Im Wald, bevor man in diese unsere Nachbarsgemeinde gelangt, begegnete mir eine alte Frau, ich dachte, die ist sicher schon über hundert Jahre alt, so alt hat sie ausgeschaut. Als ich sie freundlich grüßte, sagte sie: “Warum grüßest du mich? Mich grüßt niemand mehr!” Ich tröstete sie: “Sie sind doch des Grußes wert wie jeder andere Mensch!” Sie begann zu klagen: “Niemand mehr hat diese Kenntnis für mich. Kein Mensch gibt mir etwas zu essen und ich muß auf der Straße schlafen.” Das gibt es doch nicht, dachte ich, sie ist halt nicht mehr ganz klar im Kopf. Ich versuchte, ihr zu erklären, daß das nicht stimmen könne. “Aber ganz gewiß!” erwiderte sie. Ich dachte, wenn sie lästig ist, müßte man sie nicht lange haben, weil sie schon so alt ist und ich lud sie ein, bei mir zu essen und zu schlafen. “Ja, bitte, aber ich kann nichts bezahlen!” “Das hindert nichts, aber Sie müssen es nehmen, wie ich’s hab’, ich bin nicht eingerichtet, aber besser noch so, als auf der Straße schlafen.” Darauf dankte sie: “Vergelt’s Gott. Jetzt bin ich erlöst!” und sie verschwand. Bis dahin hatte ich gar nicht bemerkt, daß es eine Arme Seele war. Offenbar hatte sie im Leben jemanden abgewiesen, wo sie verpflichtet gewesen wäre zu helfen; nun hat sie warten müssen, bis man ihr das freiwillig anbot.

 

Einmal von Jesus erzählen

In der Sowjetunion genügte in den frühen I950er Jahren ein kleiner Vorwand, um jemanden zu verhaften. Wer eine Entscheidung Stalins infrage stellte oder sich kritisch über das kommunistische Regime äußerte, fand sich in einem sowjetischen Arbeitslager in der eisigen Tundra wieder. So erging es auch Dr. Boris Kornfeld. Welches “Verbrechen” er begangen haben soll, ist nicht überliefert. Sein Leben ist nur bruchstückhaft bekannt: Er war Jude, Arzt von Beruf. Im Arbeitslager hatte er sich mit einem Christen angefreundet. Da sie reichlich Zeit hatten, führten die beiden Männer lange, intensive Gespräche. Irgendwann begann Dr. Kornfeld zu erkennen, dass es Parallelen gab zwischen dem versprochenen Messias des alten Bundes und Jesus Christus, von dem das Neue Testament sprach. An Jesus zu glauben widersprach seiner Erziehung, aber am Ende entschied er sich doch dafür.

Er beobachtete, wie eine Wache einem Sterbenden Brot stahl. Vor seiner Entscheidung für Jesus hätte Dr. Kornfeld das Vergehen nicht gemeldet. Nun zwang ihn sein Gewissen, es zu tun. Damit war es nur eine Frage der Zeit, dass die Wachen sich tödlich an ihm rächen würden. Aber trotz der Gefahr spürte Dr. Kornfeld inneren Frieden. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er weder Angst vor dem Tod noch vor der Ewigkeit. Er hatte nur noch einen Wunsch: vor seinem Tod jemandem von seiner Entdeckung zu berichten. Die Gelegenheit dazu bekam er durch einen Krebspatienten und Mitgefangenen, der sich gerade von einer Bauchoperation erholte und von Dr. Kornfeld betreut wurde. Als dieser mit ihm im Aufwachraum allein war, erzählte Kornfeld ihm hastig flüsternd seine Geschichte. Nichts ließ er aus. Der junge Mann war tief bewegt, aber von der Narkose noch so schwach, dass er schließlich einschlief. Als er wieder aufwachte, bat er darum, mit dem jungen Arzt sprechen zu dürfen. Doch es war zu spät. In der Nacht hatte jemand Dr. Kornfeld mit einem Vorschlaghammer getötet.

In der Stille des Krankenzimmers hatte der Arzt am Bett seines Patienten gesessen und ihm Frieden und Mitgefühl geschenkt. Dr. Kornfeld hatte ihm leidenschaftlich und voller Überzeugung von seiner Entscheidung für Jesus Christus erzählt. Später schrieb dieser junge Patient, dass er in der Stimme des Arztes ein “mystisches Wissen” vernommen habe. Dieses “mystische Wissen” veränderte ihn. Er nahm Dr. Kornfelds Glauben an Christus auch für sich an und verlieh seiner Freude später in einem Gedicht Ausdruck: “Gott des Universums! Ich kann wieder glauben!”

Der Patient überlebte das Arbeitslager und begann, über seine Erfahrungen zu schreiben und das Grauen des Gulags zu enthüllen. Er verfasste eine Schrift nach der anderen:  “Der Archipel Gulag”, “Nicht nach der Lüge leben”… Dieser Patient, der von Dr. Kornfeld den Glauben empfangen hatte, war niemand anderer als der große Schriftsteller Alexander Solschenizyn.

 

Die Menschen haben Gott vergessen

Der russische Schriftsteller Alexander Solschenizyn (1918 -2008) war in seinen jungen Jahren Atheist und Anhänger des Kommunismus. Durch eine kritische Äußerung gegen Stalin geriet er selbst ins Straflager. In seinem Hauptwerk ‘Der Archipel Gulag’ beschreibt er detailliert die Verbrechen des leninistischen und stalinistischen Regimes bei der Verbannung und systematischen Ermordung von Millionen Menschen im Gulag. Durch die Leiden und Erfahrungen in dieser Zeit bekehrte er sich zum orthodoxen, christlichen Glauben. Er sagt einmal sehr treffend über die Ursache der Entwicklung in Russland:

“Vor über einem halben Jahrhundert, als ich noch ein Kind war, hörte ich einmal, wie einige ältere Leute die folgende Erklärung für die Katastrophen, die über Russland hereingebrochen waren, parat hatten: ‘; darum ist all das geschehen.’ Seitdem habe ich fast 50 Jahre die Geschichte unserer Revolution studiert, dabei Hunderte von Büchern gelesen, Hunderte von persönlichen Zeugenaussagen gesammelt und mit acht Bänden aus meiner eigenen Feder dazu beigetragen, den Schutt, der nach diesem Aufstand zurückblieb, beiseite zu räumen. Aber wenn man mich heute bitten würde, so knapp wie möglich den Hauptgrund für diese ruinöse Revolution anzugeben, die unter unserem Volk etwa 60 Millionen Todesopfer gefordert hat, dann wäre die genaueste Antwort, einfach zu wiederholen: ‘Die Menschen haben Gott vergessen; darum ist das alles geschehen.'”

 

Das ist meine Sache, lass mich dafür Sorge tragen.

Pater Adrien Mamadou Sawadogo, der zur Gesellschaft der Afrikamissionare (“Weiße Väter”) gehört, hat über seinen Glaubensweg ein beeindruckendes Zeugnis abgelegt, das in seinem Buch: “Gott hat mich ergriffen. Vom Islam zum Christentum. Weder Sieg noch Niederlage” im Verlag Media Maria erschienen ist. 

Pater Adrien, geboren 1971,  stammt aus einer muslimischen Groß-Familie aus Burkina Faso; sein Vater hat vier Frauen. Er war der Erstgeborene der Familie, auf dem viele Erwartungen und Verpflichtungen lagen. Mit großem Eifer und Hingabe lebte er seinen muslimischen Glauben, treu in der Einhaltung der muslimischen Gebote. Während seiner Ausbildung in Bukina Faso hatte er ein besonderes mystisches Erlebnis. Als er eines Abends mit seinem Fahrrad nach Hause fuhr, hörte er eine Stimme, die ihn bei seinem Namen rief. Als er aufblickte, sah er eine Gestalt wie eine menschliche Person, die in strahlendstem Weiß gekleidet war und ihn liebevoll anblickte. Es war Jesus, aber er kannte ihn noch nicht. Er schaute unentwegt auf diese Gestalt und als sie verschwand, war er mit dem Fahrrad zu Hause, ohne sich erinnern zu können, wie er dorthin gekommen war. Als er diese Erscheinung einige Tage später noch einmal hatte, fragte er sie, wer er sei und was er wolle. Er erhielt aber keine Antwort. Als er einige Zeit später eine Schulkollegin, die Christin war, nach Hause begeleitete, hörte er im Eingang zum Hof des Schulgebäudes von neuem die Stimme, die ihn schon einmal angesprochen hatte: “Da sah ich einen Mann, der einem Kind, das bettelte, zärtlich über den Kopf strich. Ich kann gar nicht beschreiben, wie schön diese Geste war, die ich hier betrachten durfte. Ich fragte meine Freundin: ‘Wer ist das?’ – ‘Das ist Pater Gilles’, antwortete sie. Und ich fragte weiter: ‘Warum behandelt er den Jungen so liebevoll?’ Sie erwiderte: ‘Er macht das, wozu Jesus ihn beauftragt hat.’ – ‘Und wer ist Jesus?’, fragte ich weiter. Meine Freundin antwortete: ‘Jetzt stellst du aber zu viele Fragen!’, und damit entfernte sie sich. … Dann, mitten in der Stille, hörte ich die Stimme, die zu mir sagte: ‘Du wirst so sein wie er.’ Daraufhin richtete ich meinen Blick auf den Mann, der so liebevoll mit dem Kind umging.” Schließlich verstand er durch seine Freundin, dass es Jesus war, der ihn aufforderte Afrikamissionar zu werden.

So begann er voll Eifer heimlich Religionsunterricht zu nehmen und im Alter von zweiundzwanzig Jahren empfing er die Taufe.

Seine Bekehrung zum Christentum konnte seiner Familie nicht verborgen bleiben. Für sie war seine Entscheidung unfassbar. “Vom geliebten Kind war ich zum schwarzen Schaf der Familie und der Gemeinschaft geworden. Und ich musste allein gegen alle standhalten.” Er stand vor der Entscheidung: entweder seine Familie, die er sehr liebt, oder die Nachfolge Christi. Er erzählt: “Niedergedrückt vom Gewicht dieser Bürde flüchtete ich tränenüberströmt in die Kirche, um Jesus im Allerheiligsten Sakrament zu begegnen. Und mitten aus dieser Stille meldete sich von Neuem die Stimme: ‘Weshalb kümmerst du dich darum? Das ist meine Sache, lass mich dafür Sorge tragen.’  Und so kam es, dass an seiner Priesterweihe am 16. Juli 2005, auf wunderbare Weise von Gott gefügt und geführt, sein Vater und seine Mutter teilnahmen. Es kam zu einer Aussöhnung mit der Familie. Es sollten aber noch viele Jahre vergehen, bis er seiner Familie von seinen mystischen Erlebnissen mit Jesus erzählen konnte.

Beschützt durch ein undurchdringliches Feuer

Pater Adrien berichtet in seinem Buch unter anderem auch darüber, dass der Ahnenkult in seinem Stamm eine besondere Bedeutung hat. In jedem Dorf gibt es einen sogenannten ‘Hohenpriester’, der durch einen Opferkult die Versöhnung mit den verstorbenen Ahnen herstellt. Seine Verwandten verlangten von ihm, dass er nach Anordnung dieses Hohenpriesters, den alle fürchteten, dieses Opfer für die Ahnen darbringen müsse, ansonsten würden sich die Geister des Familienclans erzürnen und er wäre verantwortlich für das Aussterben der Familie. Adrien weigerte sich wegen seines Glaubens an Jesus, dies zu tun, worauf ihm dieser Hohepriester mitteilen ließ, dass er am 16. Juli 1996 sterben müsse, wenn er das Opfer bis dahin nicht dargebracht hätte. “Beunruhigt euch nicht, ich werde am 17. Juli zu euch kommen”, sagte er zu seinen Verwandten. Durch seine muslimische Großmutter erfuhr er dann, was geschehen war. Sie sagt ihm: »’Diejenigen, die vier Augen haben [=Hellseher, Anm.d.Red.], sagen, dass jene, die man Christen nennt und die wie du ihr ganzes Leben dem übergeben haben, den sie Jesus nennen, wie durch ein großes, undurchdringliches Feuer [=Hl. Geist, Anm. d. Red.] beschützt werden, wenn man ihnen etwas Böses antun will.’ Sie fügte hinzu: ‘Das hat sich bei dir erfüllt.’« Dann erfuhr er, dass der Hohepriester, der seinen Tod für den 16. Juli vorausgesagt hatte, an ebendiesem Tag selber gestorben war. Der 16. Juli ist das Fest unserer Lieben Frau vom Berge Karmel.