Mutter Julia Verhaeghe – Sie diente der Kirche

Julia Verhageh (1910 -1997) ist die Gründerin der geistlichen Familie „Das Werk“. Pater Herman Geißler FSO hat nun über ihren Lebensweg ein Buch verfasst: Sie diente der Kirche, Mutter Julia Verhaeghe und die Entfaltung der geistlichen Familie „Das Werk“.

Im Vorwort berichtet Kardinal Mario Zenari, Apostolischer Nuntius in Syrien, von seiner persönlichen Begegnung mit Julia Verhaeghe im Jahr 1994.

Die Biografie umfasst neben einer Einleitung, in der das erste Buch über Mutter Julia zusammengefasst wird (Sie liebte die Kirche. Mutter Julia Verhaeghe und die Anfänge der geistlichen Familie „Das Werk“, Eigenverlag, 334 Seiten, beim fe-Verlag erhältlich), vier große Teile: I. Aufblühen der Gemeinschaft in Belgien; II. Internationale Ausbreitung und neue Herausforderungen; III. Entfaltung des Charismas und der verschiedenen Berufungen; IV. Letzte Lebensjahre und päpstliche Anerkennung.

Die Entwicklung der Gemeinschaft und die Entfaltung des dem „Werk“ eigenen Charismas ist untrennbar mit der Person und den besonderen Gnaden von Mutter Julia verbunden. Wie hat Gott in das Leben von Mutter Julia eingegriffen? Wie hat sie im Glauben darauf geantwortet? Wie ist sie den Wegen der Vorsehung im konkreten Leben gefolgt? Wie hat sie sich in Dienst nehmen lassen, um für die Kirche neues Leben zu wecken, Gründerin einer neuen geistlichen Familie und geistliche Mutter für viele zu werden? Zahlreiche Zitate aus ihren Briefen und Aufzeichnungen lassen die Leser gleichsam in ihr Herz blicken. Sie sprechen von ihrem prophetischen Blick auf Kirche und Welt, ihrer mütterlichen Sorge für viele Menschen, von ihrer Weisheit in den äußeren und inneren Entwicklungen der Gemeinschaft. Sie geben auch Einblick in ihre seelischen und körperlichen Leiden und ihre mystische Verbundenheit mit Christus in seiner Hingabe im Leiden und in seiner Verherrlichung. So wurde Mutter Julia „Zeugin von Gottes Gnadenwirken, Tochter der Kirche und Dienerin der Einheit in der Liebe und in der Wahrheit“ (Kardinal Zenari).

Erinnerungen und Tagebuchaufzeichnungen von Mitgliedern bestätigen die beschriebenen Ereignisse. Alle Zitate bieten mit den Angaben in den Fußnoten eine Fülle von Informationen zu Personen, Entwicklungen und Hintergründen. Dies alles macht die Lektüre spannend und interessant. Zu bestellen: fe-Verlag, https://www.fe-medien.de/sie-diente-der-Kirche; 288 Seiten, 12,80 Euro.

 

Man kann nichts Besseres erhoffen, als für Gott zu sterben

In seinem autobiographischen Interviewbuch „Gott oder nichts“ erzählt Kardinal Robert Sarah, der Präfekt der „Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung“ ergreifend, wie Jesus aus ihm einen Christen formen konnte, den er dann zum Priester, Bischof und sogar Kardinal berufen hat.

Kardinal Sarah stammt aus dem kleinen Dorf Ourous in Guinea. „Zweifellos ist meine Kindheit sehr glücklich gewesen. Ich bin im Frieden und in der unschuldigen Natürlichkeit eines kleinen Dorfes aufgewachsen, in dessen Zentrum sich die Mission der Spiritaner befand.“ Das Beispiel dieser Missionare hat ihn tief beeindruckt, so dass er den Weg zum Priestertum einschlug.

Nach seiner Priesterweihe studierte er in Rom, wo ihn die Erfahrung von Weltkirche bereicherte. In sein Heimatland zurückgekehrt, wurde er Pfarrer, doch schon bald bemerkte er, dass jeder seiner Schritte von den Kommunisten, die das Land tyrannisierten, überwacht wurde. Sein Bischof, Msgr. Tchidimbo, befand sich wegen seines mutigen Bekenntnisses zu Christus bereits in Gefangenschaft. Damit endlich seine Freilassung und Ausreise erwirkt werden konnte, brauchte es einen Nachfolger. Papst Paul VI. entschied sich für den nicht einmal 33jährigen Robert Sarah.

Es war ein sehr schweres Erbe, das dieser junge Bischof antrat. „Nach Hunderten von Stunden des Gebetes bin ich zu dem Schluss gelangt, dass das Schlimmste, das mir passieren konnte, der Tod war. Was könnte man Besseres erhoffen als einen Tod für Gott und die Verteidigung der Wahrheit, für die Würde der menschlichen Person und der Gewissensfreiheit! Ich musste also reden, auch wenn meine Existenz damit auf dem Spiel stand.“ Der Diktator Sékou Touré ließ jedes Wort des neuen Erzbischofs kontrollieren. Eines vor allem konnte er ihm nicht verzeihen, nämlich dass Msgr. Sarah öffentlich verkündete: „Die Macht ruiniert jene, die nicht die Weisheit haben, sie zu teilen!“ Deshalb plante Sékou Touré die Verhaftung und Ermordung des erst 39jährigen Erzbischofs für den April 1984. Aber Gott ist Herr der Zeit: Überraschend starb der Diktator am 26. März 1984!

Doch der Widerstand gegen die kommunistische Macht ging weiter. „Die Eucharistie war mein einziges Lebensmittel und mein einziger Begleiter. Dieses Leben der Einsamkeit und des Gebetes erlaubte mir, neue Kraft zu schöpfen und erneut in den Kampf aufzubrechen.“ Gestärkt ging er aus allen Prüfungen hervor und wurde für sein Volk und die ganze Kirche zu einem feurigeren Zeugen für die Wahrheit des Evangeliums.

 

Das Samenkorn des Glaubens

Juan Carlos, der jetzt als Pfarrer in Venezuela wirkt, erzählt aus seiner priesterlichen Erfahrung: »Es war ungefähr ein Jahr nach meiner Priesterweihe, als ich ein scheinbar alltägliches, doch wertvolles Erlebnis hatte. Eines Tages brach ich auf, um ein weit entferntes Dorf von Eingeborenen zu besuchen. Das Leben der dort ansässigen Menschen ist normalerweise karg und ihr Glaube nicht sehr tief. Bei meiner Visite erklärte ich ihnen, wie wichtig und notwendig es sei, gute Freunde zu besuchen. Dabei fügte ich hinzu, dass es auf der Welt keinen besseren Freund als Gott gäbe. Wir sollten ihn oft in seinem Haus besuchen. Prompt sagte einer der Männer dort mit überzeugter Stimme zu mir: „Padre, ich will in die Kirche gehen.“ Er kam mit mir und wir sprachen über Gott. Von diesem Moment an betete er jeden Tag für seine Familie, die sehr arm war und nichts zu essen hatte.

Unter großen Opfern versuchte ich im Laufe des Jahres, den Leuten zu helfen. Ich schickte ihnen immer so viel, wie ich nur konnte. An Weihnachten erkundigte ich mich nach ihnen. Als ich erfuhr, dass der Mann krank war, beschloss ich, ihn aufzusuchen. Ich brachte ihm etwas zu essen mit und fragte ihn nach seinem Befinden. Er antwortete: „Ich bin glücklich.“ Dann fügte er hinzu: „Mein großer Freund besucht mich jeden Tag, dabei bringt er uns immer gute Gaben. So braucht meine Familie, auch wenn ich krank bin, nicht mehr zu hungern. Danke, dass Sie mich mit diesem Freund bekannt gemacht haben.“ Mir fehlten die Worte. Eine alltägliche Handlung in meinem priesterlichen Wirken hatte dazu beigetragen, dass im Herzen dieses Mannes ein felsenfester und einfacher Glaube entstanden war – er war sich sicher, dass „Er“ es höchstpersönlich war, der ihm täglich Essen schickte. Darüber freute ich mich ungemein. Dank sei Gott für den Glauben dieses Mannes, der ihm Kraft schenkte, der Zukunft positiv ins Auge zu sehen.«

 

Bis zum Äußersten standhaft bleiben

Rund 200 Millionen Christen in 172 Ländern werden gegenwärtig weltweit stark diskriminiert und verfolgt. Sie leben in ständiger Gefahr, gefoltert und ermordet zu werden. Als religiöse Minderheit werden sie besonders in mehrheitlich islamisch- oder kommunistisch-regierten Staaten verfolgt. Islamische Terrororganisationen – wie z.B. „Islamischer Staat“ im Irak und Syrien oder „Boko Haram“ in Nigeria sowie die „Taliban“ in Afghanistan und Pakistan – sehen im Christentum einen Irrglauben, der aus ihrem Einflussbereich mit allen Mitteln vertrieben werden soll. Ein Beispiel aus Pakistan:

Der 18 Jahre alte Akash Bashir aus der Gemeinde St. John in Lahor, Pakistan, hatte bei den Salesianern in Lahor die Schule absolviert und meldete sich für die Gruppe der Freiwilligen, die vor der Kirche für die Sicherheit der Gottesdienste sorgten. Er war sich im Klaren, dass immer etwas passieren konnte. Seine Eltern bezeugten, dass Akash eine Ahnung davon hatte, dass er einmal als Märtyrer für Christus sterben werde. Seine Mutter bat ihn einmal, nicht mehr vor dem Kirchentor zu stehen. Er antwortete, er wolle den Menschen Sicherheit geben und sich nicht um sein eigenes Leben kümmern. Am Sonntag, 15. März 2015 hatte er Dienst vor dem Eingang der Johanneskirche, in der etwa 2500 Menschen zur heiligen Messe versammelt waren. Während seines Dienstes erhielt er die Nachricht, dass die „Christus-Kirche“, eine 500 Meter entfernte anglikanische Kirche, von mehreren bewaffneten Männern angegriffen worden war. Akash versuchte, den Bereich vor der Johanneskirche zu sichern, als er einen Mann auf das Gebäude zulaufen sah – einen Terroristen, der auf ein weiteres Gemetzel aus war. Akash stellte sich ihm entgegen und versuchte, ihn zu blockieren. Der Mann bedrohte Akash und erklärte, er habe eine Bombe bei sich, aber Akash ließ sich nicht einschüchtern. Er hielt den Terroristen fest, um ihn am Betreten der Kirche zu hindern. Der Terrorist sprengte sich selbst in die Luft und verursachte etwa zwanzig Todesopfer, darunter auch Akash selbst. Die Opfer wären noch viel mehr gewesen, wenn es dem Terroristen gelungen wäre, in die Kirche einzudringen. Durch seinen Mut und die Hingabe seines Lebens hatte Akash vielen Menschen das Leben gerettet.

„Es war ein Akt der Liebe“, sagt eine junge Frau, die mit ihm befreundet war. „Akash war ein junger Katholik wie ich. Auch er erlebte Belästigungen, Drohungen, Diskriminierungen, nur weil er Jesus nachfolgte. Wie das Martyrium vieler anderer Katholiken in Pakistan ist uns der Tod von Akash ein Ansporn, um bis zum Äußersten standhaft zu bleiben.“ „Akasch ging vor uns her und zeigte uns den Weg zum ewigen Leben. Durch sein Opfer begannen so viele Menschen, der Kirche zu dienen.“

Euer Lohn im Himmel wird groß sein

Das kommunistische Nordkorea gilt als der gefährlichste Ort für Christen. Staatsbürger müssen der Herrscherfamilie Kim und dem Regime gegenüber Ergebenheit zeigen. Vermutete Untreue – hierzu zählt auch das Bekenntnis zum christlichen Glauben – wird schwer bestraft. Überläufer schilderten, dass sich zwischen 50.000 und 70.000 Christen in Arbeitslagern befinden. Eine Schätzung besagt, dass 75% der Christen an den Folgen der harten Behandlung im Lager sterben. Es gibt Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren, Zwangsarbeit, Folter, Verfolgung, Tod durch Verhungern, Vergewaltigung, Zwangsabtreibung und sexuelle Gewalt. Gläubige wurden „an einem Kreuz über dem Feuer aufgehängt, unter einer Straßenwalze zerquetscht, von Brücken geworfen, totgetrampelt“, berichtet Missio. Jesus hat verheißen: „Euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Mt 5,12).

 

Es war so etwas wie eine Nahtoderfahrung

Ashley Brateher spielte die Hauptrolle im Film „Unplanned“, der den Bekehrungsweg einer Frau zur Lebensschützerin darstellt.

Ashley erzählt, dass ihre Mutter sie kurz vor Beginn der Arbeit angerufen habe: „und wir haben ein Gespräch über den Film geführt. Sie sagte mir, sie müsse mir etwas gestehen, was sie mir noch nie zuvor gesagt habe. Es war die Tatsache, dass sie bereits auf dem Abtreibungstisch lag, dann jedoch herunterstieg und sich entschied, mich am Leben zu lassen. Das hatte ich nicht gewusst …“ Diese Offenbarung war für sie ein Schock. „Ich war nicht wütend oder traurig. Es war so etwas wie eine Nahtoderfahrung. Vor diesem Gespräch dachte ich gerade an all das, was ich hier auf Erden tun konnte … und ich hatte nie gewusst, dass ich dazu fast die Gelegenheit nicht erhalten hätte.“ Sie dachte an all ihre Beziehungen: zu ihrem Mann, ihrem Sohn, einfach alles. „Buchstäblich flog alles in meinem Leben vor meinen Augen vorbei, denn ich war damals nur knapp davon entfernt gewesen, die Möglichkeit zu leben gar nicht zu erhalten.“

„Von da an war der Film eine sehr persönliche und leidenschaftliche Sache für mich.“ Früher war Ashley nur eine Feiertagschristin. „Meine Eltern gingen zu Ostern und Weihnachten in die Kirche. Doch was mir half, war, dass ich Großmütter hatte, die eifrig für mich beteten. Dadurch hat sie gewusst, wer Gott ist, „selbst als ich mich entschied zu rebellieren. Er war immer noch da und ich wusste das.“ Immer wieder hat sie Gott gefragt, warum sie existiere.

Als ihr Sohn zur Welt kam, veränderte sich ihr Leben. „Als ich meinen Sohn sah und ihn so sehr liebte, dachte ich, dass Gott uns wirklich so viel mehr lieben muss, wenn ich diesen kleinen Menschen so sehr lieben kann. Das war das Erwachen, das meinen Glauben vertiefte.“ Nach dem Film kamen viele junge Mädchen auf sie zu auf der Suche nach Hilfe.

 

Gott kann alles

Eine englische Missionsärztin aus dem Kongo erzählt:

»Eines Abends half ich einer Mutter bei der Geburt ihres Kindes. Obwohl wir unser Bestes gaben, starb die Frau. Die Frau hinterließ das Frühgeborene und ein weinendes, zwei Jahre altes Mädchen. Das Frühgeborene am Leben zu halten würde sehr schwer werden, denn wir hatten weder Elektrizität noch einen Inkubator und die Nächte waren oft windig und kühl, auch wenn wir am Äquator wohnten.

Eine Assistentin ging, um unsere letzte Wärmeflasche zu holen, damit wir das Baby warm halten konnten. Sie kam jedoch verzweifelt zurück, weil die Wärmflasche kaputt gegangen war.

„Okay“, sagte ich zu ihr, „halte einfach das Baby so nah wie möglich am Feuer und schütze es vor der Zugluft.“

Am nächsten Tag hielt ich eine Gebetszeit mit den Waisenkindern. Ich erzählte ihnen von dem Neugeborenen, dem zweijährigen Mädchen und der kaputten Wärmflasche. Während der Gebetszeit betete die zehnjährige Ruth typisch direkt und offen, wie es die afrikanischen Kinder tun: „Bitte, Gott, sende uns eine Wärmeflasche. Morgen ist es zu spät, weil dann das Baby schon tot ist. Schicke sie deshalb bitte heute Nachmittag.“

Von der Direktheit des Gebetes etwas schockiert, holte ich tief Luft und hörte, wie sie fortfuhr: „Und wenn du schon dabei bist, könntest du dann bitte eine Puppe für das kleine Mädchen schicken, damit sie erkennt, das du sie wirklich liebst?“
Um ehrlich zu sein, ich konnte nicht glauben, dass Gott das tun würde. Natürlich kann Gott alles. Das wusste ich in Theorie, denn es steht ja in der Bibel. Aber es gibt doch Grenzen, oder nicht?

Seit über vier Jahren hatte ich keine Pakete mehr von zu Hause erhalten. Und wenn schon jemand ein Paket sandte, warum würde er dann eine Wärmflasche ins heiße Afrika schicken? Am späten Nachmittag hörte ich ein Auto vorfahren. Als ich zu meiner Wohnung kam, war es bereits wieder weg, aber auf meiner Veranda lag ein großes Paket! Mir kamen die Tränen, und ich rief die Waisenkinder, um das Paket gemeinsam zu öffnen. Außer Kleidern, Verbandsmaterial und Rosinen enthielt das Paket – ich konnte es kaum glauben  eine neue Wärmflasche aus Gummi. Ich weinte. Ich hatte nicht gewagt, Gott darum zu bitten, aber Ruth tat es! Sie saß vor mir in der ersten Reihe, rannte dann auf mich zu und rief: „Wenn Gott die Wärmflasche geschickt hat, dann muss er auch die Puppe geschickt haben!“ Sie grub bis zum Boden des Pakets und zog eine wunderschöne kleine Puppe heraus. Ihre Augen strahlten. Sie hatte keinen Moment gezweifelt. Sie sah auf und fragte: „Können wir zu dem kleinen Mädchen gehen und ihr die Puppe geben, damit sie weiß, dass Jesus sie liebt?“

Das Paket war fünf Monate lang unterwegs gewesen. Eine Sonntagsschulklasse hatte es geschickt. Die Lehrerin war Gott so gehorsam gewesen, dass sie sogar eine Wärmflasche an den Äquator geschickt hatte! Eines der Mädchen hatte ein Puppe geschenkt, fünf Monate bevor ein zehnjähriges, afrikanisches Mädchen betete: „Gott, wir brauchen das heute Nachmittag.“

Die Worte Jesu sind wahr: „Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil“ (Mk 11,24).«

 

Gott befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten

Es geschah im Oktober 1990 in England. Eine junge Frau (nennen wir sie Angelica) nahm an Exerzitien teil. Die Vorträge dieser Tage handelten an Hand der Bibel von den heiligen Engeln.

Bei ihrer Abreise hatte Angelica wenig Zeit bis zur Abfahrt ihres Busses. Darum nahm sie eine Abkürzung  eine dunkle, nicht sehr vertrauenerweckende Gasse. Kaum war sie in diese Gasse eingebogen, sah sie einen Mann auf sich zukommen. Sie spürte, dass der die böse Absicht hatte, ihr Gewalt anzutun. Sie geriet in panische Angst. Da fiel ihr ein, was sie in den Vorträgen über die Engel gehört hatte, dass Gott die Engel auch dazu bestimmt hat, uns zu schützen. Und sie betete inständig: „Heilige Engel des Himmels, kommt mir zu Hilfe!“

Als der Mann sie fast erreicht hatte, wandte er sich plötzlich brüsk von ihr ab und ging weiter. Mehr tot als lebendig beschleunigte Angelica ihre Schritte, erreichte den Bus und kehrte nach Hause zurück. Daheim erzählte sie von ihren Exerzitien und ihrem Erlebnis auf dem Heimweg. Am folgenden Tag entdeckte sie in den Zeitungen den Bericht über einen gefährlichen Gewalttäters, der mehrere Frauen überfallen hatte. Auf den Fotos erkannte sie den Mann, der ihr so große Angst eingejagt hatte. Sie ging zur Polizeiwache und erklärte, wann und wo sie ihm begegnet sei. Aufgrund ihrer Aussage konnte die Polizei den Mann festnehmen. Die Polizei war verwundert, dass der Mann Angelica nicht angegriffen hatte. Er wurde befragt: „Wie kam es, dass Sie diese Frau nicht angegriffen haben? Hatten sie nicht die Absicht, ihr etwas anzutun?“ Der Mann antwortete: „Doch. Aber da sah ich die beiden handfesten Kerle, die sie begleiteten, das waren wahre Kraftprotze!“ Die Polizei rief Angelica noch einmal zurück: „Fräulein, warum haben Sie uns erzählt, dass Sie allein waren?“ „Aber, ich war doch allein!“ – Im Psalm 91 heißt es: „Gott befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.“

„Hl. Schutzengel, steh‘ mir bei!“

 

Ich blickte auf das Antlitz Christi

In seinem bisher nur in englischer Sprache erschienenen Buch: The Big Hustel (Der große Schwindel), die Geschichte eines Bostoner Straßenkindes über Sucht und Erlösung, schildert Jim Wahlberg seinen Weg der Bekehrung und auch der Heilung seiner Familie. Es ist die ungeschminkte und manchmal brutale wahre Geschichte von Jim, dem fünften von neun Kindern, die in einem irisch-katholischen Arbeiterviertel außerhalb von Boston aufwuchsen. Da Jim sich viel in den Straßen der Stadt herumtrieb, geriet er schon früh in seiner Jugend in die Drogenszene, in Kriminalität und Alkohol hinein.

Als Jim im Alter von 22 Jahren zum zweiten Mal ins Gefängnis kam, wurde er wegen Einbruchs zu sechs bis neun Jahren verurteilt, wobei er wegen Hausfriedensbruch lebenslänglich bekam. Er war in die Wohnung eines Bostoner Polizisten eingedrungen und hatte sich an den verkaufbaren Sachen und dem ganzen Bier im Kühlschrank bedient. Der Polizist kam nach Hause, fand Jim ohnmächtig und betrunken am Küchentisch vor, prügelte ihn windelweich und verhaftete ihn.

Aber Jim hatte einiges aus seinem Leben auf der Straße und seiner ersten Gefängnisstrafe gelernt. Er wusste, wie er sich durchschlagen konnte. Und er wusste, dass er etwas tun musste, wenn er nicht die volle Strafe verbüßen wollte.

Er tat, was er am besten konnte: Er passte sich an. Er schuf die Illusion, dass er sich ändern wollte, dass er ein Musterhäftling geworden war und nicht ein Typ, der unbedingt raus wollte, solange er noch jung genug war, um mehr zu trinken, mehr zu stehlen und mehr Drogen zu nehmen.

Doch das Spiel, das er als Musterhäftling auch dem katholischen Gefängnisseelsorger vorspielte, wurde ernst, als die hl. Mutter Theresa von Kalkutta ins Gefängnis zu Besuch kam. „Ich kann diesen Tag ausdrücklich als den Wendepunkt in meinem Leben bezeichnen“, sagte Jim.

Der Kardinal von Boston, der mit Mutter Teresa gekommen war, feierte mit den Häftlingen eine hl. Messe. Mutter Teresa saß nicht auf dem schönen Stuhl, der für sie bereitgestellt war, sondern sie kniete auf dem Boden. Jim sagt: „Ich konnte meine Augen nicht von ihr abwenden. Ich blickte auf das Antlitz Christi. Das war es, was ich sah. Als sie zu uns sprach, waren es Worte der Liebe und Barmherzigkeit. Alles, was sie sagte, war auf uns ausgerichtet – dass wir mehr waren als das, was uns hierher gebracht hat, dass nichts zu groß für Gott war. Dieser Tag hat mein Leben völlig verändert. Ich ging danach zum Gefängniskaplan und sagte: ‚Hochwürden, ich möchte mehr über Gott wissen. Ich möchte mehr über Jesus Christus wissen‘. Am nächsten Tag begann ich, mich auf meine Firmung vorzubereiten.“

Allen Widrigkeiten zum Trotz wurde er „clean“, kam von den Drogen los, wurde wegen guter Führung früher entlassen, heiratete und gründete eine Familie. Jim widmete sein neues Leben als ehemaliger Süchtiger der Arbeit mit Süchtigen und gab in Vorträgen Zeugnis davon, dass Heilung von den Drogen möglich ist. Aber nichts hätte ihn auf das vorbereiten können, was als Nächstes kam. Seine Entdeckung, dass sein eigener Sohn süchtig war, stürzte Jim in eine Krise – eine Krise, die ihn tiefer in seinen Glauben und zu einer inneren Heilung führte, die er nie für möglich gehalten hätte.

Dieses Buch ist ein Zeugnis von Gottes Macht und eine Einladung an uns alle, auch in den dunkelsten Zeiten auf die Gnade Gottes zu hoffen.

 

Ich betete intensiv und hatte keine Ruhe

Jesus hat seinen Jüngern in seinen Endzeitreden angekündigt, dass alle möglichen Katastrophen, Hungersnöte, Seuche, Kriege und Verfolgungen  kommen werden. Aber er sagt uns auch: ‚Lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort‘ (Lk 21,9). Was wir aber tun können, ist das unablässige Gebet.

Seit Monaten (2019-2020) herrscht in Ostafrika eine Heuschreckenplage von unermesslichem Ausmaß. Ganze Landstriche werden von den Heuschreckenschwärmen kahlgefressen. Die Folge sind steigende Armut, Unterernährung, Anfälligkeit für Krankheiten und eine Zunahme von Waisenkindern.

Geoffrey Musava Matiti aus Kenia ist ein tiefgläubiger ev. Gemeindeleiter. Er hatte auch einige Kinderheime für Waisenkinder gegründet. Damit er die Heime versorgen kann, betreibt er in Kimbumbu (einem Dorf außerhalb der Stadt Zombe) eine Landwirtschaft. Hier lebt Geoffrey mit Familie und Waisenkindern.

Als ihn die Meldung erreichte, dass die Heuschrecken sich nun in Richtung Zombe bewegten, bäumte sich etwas in ihm auf: „Nein! Das darf nicht geschehen!“, sagte er. In seinem Leben hat er schon viele Wunder erlebt, und so war er überzeugt, dass Gott auch in dieser Sache das letzte Wort haben kann. Geoffrey stand regelmäßig um drei Uhr früh auf, umschritt das große Grundstück und betete inständig, dass Gott der Plage Einhalt gebiete. Seine Ehefrau Elizabeth, die sich gerade in einer anderen Stadt befand, rief ihn an und sagte: „Ein Schwarm ist an uns vorbeigezogen und kommt auf Zombe zu.“ Übernatürlicher Glaube erfasste Geoffrey und er gebot dem Schwarm, die Richtung zu ändern und zu verschwinden. Viele Leute wurden Zeugen, dass der riesige Schwarm ohne ersichtlichen Grund die Flugrichtung änderte.

Tage später kam der nächste Schwarm. Und diesmal schien er nicht aufhaltbar zu sein. Der Wind blies die Insekten direkt Richtung Zombe. „Ich betete intensiv und hatte keine Ruhe.“ Gottes Wirken beim ersten Heuschreckenschwarm hatte ihn ermutigt und so suchte er wieder Gottes Hilfe. „Die Heuschrecken kamen näher. Ich sah die dunkle Wolke auf uns zukommen. Die Leute hatten Angst und versuchten die Heuschrecken mit Lärm zu vertreiben.“ Geoffrey, erneut von starkem Glauben erfüllt, stand auf, streckte seine Hand aus und gebot den Heuschrecken im Namen von Jesus, die Richtung zu ändern und zu verschwinden. Und diesmal konnte er mit eigenen Augen sehen, wie der Schwarm abdrehte. Zweimal hatte Gott ihr Grundstück verschont. Doch die Gefahr war noch nicht gebannt. Geoffrey betete intensiv weiter und es dauerte nicht lange, bis der nächste herannahende Heuschreckenschwarm gemeldet wurde. Da hatte Geoffrey einen Anflug von Kühnheit, stellte sich in Richtung der Heuschrecken auf und gebot: „Im Namen von Jesus: Geht dorthin, wo ihr hergekommen seid!“ Zeugen berichteten daraufhin von einem äußerst seltsamen Phänomen: Die Heuschrecken drehten um und bewegten sich gegen den Wind in der Richtung zurück, aus der sie gekommen waren. „Ich habe noch nie gehört, dass Heuschrecken dorthin zurückgehen, wo sie schon alles abgefressen haben. Dass sich ein Schwarm direkt gegen den Wind bewegt, ist mir ebenfalls neu.“ Was ihm jedoch weniger neu ist: Im Namen von Jesus liegt eine Kraft, gegen die selbst die größte Heuschreckenplage von Hunderten Millionen von Insekten nicht ankommen kann!