Eine Kraft, die nicht ich besitze, sondern nur Christus

Der Schauspieler Jonathan Roumie, der in der Filmserie ‚The Chosen‘ Jesus Christus spielt, nahm am 14. Oktober 2025 an der eucharistischen Prozession des Napa Institute  durch die Straßen von New York City teil. Vor der hl. Messe in der St. Patrick’s Cathedral gab er ein Zeugnis darüber, welche Bedeutung für ihn die Eucharistie hat, besonders wenn er als Schauspieler Jesus darstellen soll.

Zu Beginn seines Zeugnisses sprach Jonathan Roumie über den heiligen Carlo Acutis. Er hat schon als 7-Jähriger auf seinem Weg zur Erstkommunion  gesagt, dass die Eucharistie seine Autobahn in den Himmel sei und dass es sein Lebensprogramm sei, durch die Eucharistie immer mit Jesus vereint zu sein. Das ist das Programm, das der heilige Carlo Acutis auch uns ans Herz legt, dass wir nämlich die Eucharistie, wenn möglich, zu einem Teil unseres täglichen Lebens machen. Jonathan Roumie sagt: „Dies wurde zu meinem eigenen Bestreben in den letzten sechs Monaten meines Lebens, als ich die sechste und vorletzte Staffel von ‚The Chosen‘ drehte, die wir vor etwa einem Monat abgeschlossen haben und in deren Mittelpunkt die Kreuzigung steht. Das war mit Abstand das Schwierigste, was ich je versucht habe, sowohl als Schauspieler als auch als Christ. Die Tiefe und Bedeutung der Passion Christi, sein Leiden und seinen Tod am Kreuz darzustellen, war eine gewaltige Herausforderung für mich und verlangte eine Kraft, die nicht ich allein besitze, sondern nur Christus selbst. Die einzige Möglichkeit, mich aufrechtzuerhalten und diese Kraft zu erlangen, bestand darin, so oft es meine Zeit zuließ, an der Heiligen Eucharistie teilzunehmen. Beichte, Anbetung und Eucharistie wurden zu meiner Nahrung und zu meinem Trank. Ohne sie wäre ich sicherlich verhungert und in den Abgründen meiner eigenen mentalen Annäherung an die Kreuzigung und den Tod unseres Herrn umgekommen.

Aber indem ich durch das Sakrament der Versöhnung Heilung für die tiefen Wunden der Sünde in mir suchte und fast täglich oder wann und wo immer möglich die Eucharistie empfing, war es Christus, der dann die Führung übernahm und meine Seele weiter formte, damit sie mehr von ihm in mir widerspiegelte. Es ist Christus, dessen Licht in dieser Gestalt, in diesem Gefäß aus Haut und Knochen, leuchtet. Es ist Christus, dessen Herz zu unserem Herzen wird. Und es ist Christus, den die Welt sieht und spürt, nicht mich.

Dies ist nur möglich durch das Versprechen, das er uns vor zwei Jahrtausenden gegeben hat: dass er uns niemals verlassen oder im Stich lassen würde; dass er immer bei uns sein wird, sogar bis zum Ende der Zeit. … Er hat sein Versprechen gehalten. Er ist bei uns, und er wird dieses Versprechen weiterhin halten. Lasst uns weiterhin – oder vielleicht sogar neu – wahre Zeugen sein … “

„Man muss nicht Jesus im Fernsehen spielen, um für die Welt um uns herum Jesus zu sein. Und wir können dies tun, indem wir die Eucharistie zu einem Teil unseres täglichen Lebens machen, wie der heilige Carlo.“

 

Meine Mutter versuchte mehrmals, mich abzutreiben

Hollywood-Star Sylvester Stallone (geb. 1946) sprach vor einiger Zeit über seine schwierige Kindheit. In einem Interview mit dem Podcast ‚Unwaxed‘ seiner Töchter Sophia und Sistine sprach er offen über die dunklen Kapitel seiner Kindheit.

Er war in einer von Gewalt und emotionalem Missbrauch geprägten Umgebung aufgewachsen. Seine Mutter erzählte ihm immer wieder, dass sie versucht habe, ihn abzutreiben. „Meine Mutter sagte immer: ‚Der einzige Grund, warum du hier bist, ist, weil der Kleiderbügel nicht funktioniert hat'“, erinnerte er sich an die grausamen Worte seiner Mutter. Stallone versucht, ihr Verhalten zu erklären. Sie selbst habe eine traumatische Kindheit erlebt. „Meine Mutter war eine rebellische Person und sie wurde in ein Waisenhaus gesteckt, das nichts mit den heutigen zu tun hat. Sie wurde ans Bett gefesselt, ausgepeitscht und schrecklich missbraucht.“ Diese Erfahrungen hätten ihre Fähigkeit zur Liebe nachhaltig zerstört.

Die ersten Jahre seines Lebens verbrachte Stallone in einem provisorischen Heim, wo er sich ebenfalls ungeliebt und entfremdet fühlte. Diese schmerzhaften Erfahrungen prägten ihn tief und fanden später ihren Ausdruck in seiner Arbeit als Schauspieler und Drehbuchautor. Einige Elemente seines mit einem Oscar prämierten Films ‚Rocky‘ seien autobiografisch, sagte Stallone. Doch trotz der Härten seines Lebens verweist Stallone immer wieder auf die Hand Gottes. Die Inspiration für das ‚Rocky‘- Drehbuch , das er in nur drei Tagen geschrieben habe, verdanke er Gott. „Die Figur des Rocky basiert auf der Idee, dass er auserwählt ist, etwas zu tun. Deshalb ist das erste Bild in Rocky das Bild von Christus.“ „Jesus ist die Inspiration für jeden, der bis zum Ende durchhält“, sagte er. Sein Ruhm habe ihn zwar eine Zeit lang aus der Bahn geworfen. Aber „ich habe mich wirklich entschieden, die Dinge aus der Hand zu geben und in Gottes Hände zu legen, weil ich immer gespürt habe, dass ich für etwas auserwählt bin“, betont er.

 

Damals erlebte ich zum ersten Mal Gottes Gnade

Jordan Taylor, die auf der Suche nach Lösung ihrer Probleme mit 19 Jahren durch einen Therapeuten in die Esoterik geriet, gibt Zeugnis darüber, wie sie in Jesus Christus den wahren und einzigen Erlöser gefunden hat.

„Mehr als zehn Jahre lang war ich tief in Esoterik und Selbstfindung versunken. Ich praktizierte Hexerei und sprach Zaubersprüche. Ich wurde Orakelkartenleserin und belegte Kurse, um meine übersinnlichen Fähigkeiten zu schärfen. Ich war zertifizierte Reiki-Meisterin und Yogalehrerin. Ich benutzte Kristalle als Mittel zur Heilung, zum Schutz und zur Manifestation. Ich glaubte an Astrologie, …“ „Ich glaubte, dass ich meine eigene Realität schuf und mein eigener Gott war, der die Kontrolle über mein Leben hatte. Aber hinter all dem kämpfte ich mit Dunkelheit, Täuschung und der Sehnsucht nach mehr. …

Dennoch war ich in einem Kreislauf aus Heilung und ‚Aufstieg‘ gefangen und suchte ständig nach der nächsten Heilungssitzung in verschiedenen Formen. … Ich dachte, ich könnte ein wenig Salbei verbrennen, einen Spruch aufsagen und Kristalle in jeder Ecke meines Zimmers aufstellen, um meine Depressionen zu beenden. Ich habe mich in allem geirrt.“ „Genau die Praktiken, von denen ich glaubte, dass sie mich beschützten und mich mit etwas Göttlichem verbanden, drängten mich nur weiter in die Dunkelheit, weiter weg von Gott.“

„Während meiner Zeit im New Age war ich seltsamerweise allergisch gegen das G-Wort (Gott). Ich hätte fast die Freundschaft mit einem New-Age-Kollegen abgebrochen, der kürzlich zu Christus gefunden hatte, weil er nicht aufhören konnte, über ihn zu sprechen. Das irritierte mich. Es machte mich wütend. Es stieß mich ab.“

„Ich erinnere mich an einen entscheidenden Moment in meinem Widerstand, als ich widerwillig einen Film über Jesus ansah, um meinen damaligen Freund zu besänftigen.“

„Damals erlebte ich zum ersten Mal Gottes Gnade, als er mir in meiner Sturheit begegnete. Er begegnete mir in meiner Sünde und meiner Depression. Ich sah mir den Film über Jesus an und weinte ununterbrochen. Ich wurde von einem intensiven Gefühl der Liebe überwältigt, das mein ganzes Wesen durchströmte.“

„Da ich in einer zerrütteten Familie aufgewachsen war und als Erwachsene in einem Kreislauf kranker Beziehungen gefangen war, hatte ich zuvor noch nie wirklich Liebe empfunden. Ich wusste, dass dies die Art von Liebe war, nach der ich verzweifelt auf all den falschen Wegen gesucht hatte. Da wusste ich, dass Gott mein Herz gewinnen wollte.

Ich versuchte, diese Erfahrung zu leugnen und zu ignorieren, aber ich wollte diese Liebe auch wieder spüren. Also folgte ich Jesus nach. Ich begann, die Bibel zu lesen. Das hatte ich zuvor noch nie getan, und Gottes Charakter wurde mir offenbart. Ich betete viel. Ich sträubte mich dagegen, in die Kirche zu gehen, aber schließlich probierte ich einige aus.“ „So begann meine Beziehung zu Gott.“ „Ich hatte nie gewusst, was es bedeutet, eine Beziehung zu Jesus zu haben. Jetzt, wo ich es weiß, werde ich sie nie mehr aufgeben. Durch ihn wurden die Ketten meiner Depression gesprengt.“ „Die Wahrheit ist, dass es nicht mehrere Wege zu Gott gibt, es gibt nur einen. Sein Name ist Jesus. Es gibt nur zwei geistliche Mächte in dieser Welt: Gott und Satan. Lassen Sie sich nicht vom Feind mit seiner ursprünglichen Lüge im Garten Eden täuschen,  dass Sie wie Gott sein können. Keine Praxis unter der Sonne wird diese Aussage wahr machen.

Es gibt nur einen wahren Gott, und alle Ehre gebührt ihm. Mein Gebet ist, dass dieses kurze Zeugnis einen Samen in Dein Herz pflanzt.“

 

Ein wundersames Erdbeben

Shagufta Kausar und ihr Ehemann, aus Pakistan, die acht Jahre lang aufgrund falscher Blasphemievorwürfe im Gefängnis saßen, berichteten kürzlich von dem „wundersamen Erdbeben“, das 2021 zu ihrer Freiheit führte. Shagufta und ihr Ehemann Shafqat Emanuel wurden 2013 der Blasphemie beschuldigt. Sie wurden von der pakistanischen Polizei verhaftet, geschlagen und gefoltert. Kausar wurde mitgeteilt, dass sie wegen des Versendens einer blasphemischen SMS an den Präsidenten der pakistanischen Anwaltskammer angeklagt werde. Sie hatte diesen Mann nie getroffen und hatte auch keine Kontaktdaten von ihm. Die Behörden hatten ihr angeboten , sie von den Vorwürfen freizusprechen, wenn sie einen Akt der Blasphemie gegen ihren eigenen christlichen Glauben begehen würde.

„Damals hatte ich die Wahl, einfach Jesus zu verleugnen, um freizukommen“, sagte sie bei der Veranstaltung am 21. Oktober 2025 der Organisation ‚Aid to the Church in Need‘. „Aber ich sagte nein, Jesus war für meine Sünden am Kreuz gestorben. Ich würde ihn nicht verleugnen.“ Beide wurden zum Tode verurteilt und in verschiedene Gefängnisse in Einzelhaft gesteckt. Trotz schwerer körperlicher Beschwerden verloren sie nicht den Glauben. Shagufta erzählt, dass etwa sieben Jahre nach Beginn ihrer Haftstrafe  ein Wunder geschah. „Eines Tages las ich die Apostelgeschichte, als Paulus und Silas im Gefängnis sind und ein Erdbeben die Türen öffnet. Gerade als ich das las, spürte ich ein echtes Erdbeben. Alles bebte und die Wachen schrien. Aber nach einer Weile gab es eine andere Art von Erdbeben“, sagte Shagufta.

Dieses „Erdbeben“, sagte sie, „war eine Petition in Holland, in der meine Freilassung gefordert wurde. Sechzehntausend Menschen unterzeichneten die Petition an nur einem Tag, und sie wurde der pakistanischen Botschaft übergeben. Dann verabschiedete das Europäische Parlament mit über 600 Stimmen eine Resolution, in der Pakistan mit Konsequenzen gedroht wurde, wenn wir nicht freigelassen würden.“ „Das war für uns ein Wunder.“ Nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis wurden sie mit ihren Kindern wiedervereint und verließen schließlich Pakistan. Jetzt setzen sie sich für andere Christen ein, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. „Es gibt viele, die noch immer leiden.“

 

Er winkte zum Abschied

Am Gedenktag Allerseelen und im Monat November erinnert uns die Kirche an eine Wahrheit und Wirklichkeit des Fegefeuers. Kraft der Gemeinschaft der Heiligen können wir als Gläubige, die noch auf Erden pilgern, den armen Seelen im Fegefeuer helfen, indem wir Fürbitten und besonders das eucharistische Opfer, aber auch Almosen, Ablässe und Bußwerke für sie darbringen. Und zuweilen geschieht es auch, dass diese Seelen uns auch offenbaren dürfen, wie sehr wir ihnen geholfen haben.

Ein Arzt, ein überzeugter Katholik und Leiter des kulturell-religiösen Vereins erzählte von seinem Vater, der vor kurzem verstorben war:

„Er war ein guter und ehrlicher Mensch, ein treuer Ehemann und liebevoller Vater, er war nicht religiös, aber auch nicht polemisch gegenüber Menschen, die gläubig waren. Vor seinem Tod wollte er trotz der Aufforderung meiner Mutter keine Sakramente empfangen. Ich war verzweifelt, machte mir Sorgen um sein Schicksal im Jenseits und betete jeden Abend für ihn und sein Seelenheil. Regelmäßig bestellte ich für ihn beim Pfarrer heilige Messen.

Vor kurzem lag ich im Bett und befand mich in einem Zustand zwischen Schlaf und Wachsein. Ich träumte nicht, war aber auch nicht ganz wach. Ich bin Arzt, aber ich kann den Zwischenzustand, in dem ich mich befand, nicht mit einem ‚medizinischen‘ Begriff beschreiben. Neben meinem Bett erschien plötzlich eine Gestalt. Ich erkannte meinen Vater nur schwer, er sah sehr jung aus, so wie ich mir vorstellte, dass er bei seiner Hochzeit ausgesehen hatte. Ich war beeindruckt von dem strahlenden Lächeln, mit dem er mich ansah. Es sprühte vor Freude. Er sprach nicht, sondern winkte mir nur lange zum Abschied zu, dann verschwand die Vision. Von diesem Moment an war ich mir sicher, dass sich auch für ihn, der zwar nicht praktizierend, aber in seinen Lebensentscheidungen christlich war, das Paradies geöffnet hatte, und darüber freute ich mich.“

 

Es war wirklich seine Stimme

In seinem Interviewbuch „Perche Credo“ (warum ich glaube) erzählt Vittorio Messori ein Erlebnis aus seiner Jugendzeit, das uns zeigt, wie nahe uns die jenseitige Welt sein kann.

„Es war während meiner Gymnasialzeit in Turin, ich war noch weit entfernt von der Wende, die mich zum Glauben ‚zwingen‘ würde. Meine Eltern und mein noch kleiner Bruder waren nach Sassuolo gefahren, wo wir herkommen, um den ersten Todestag von Aldo zu begehen, meinem Onkel mütterlicherseits, der jung an einem Schlaganfall gestorben war. Ich war allein zu Hause, es war Nacht, ich schlief den tiefen Schlaf eines gesunden jungen Mannes, als ich durch das Telefon geweckt wurde. Ich erholte mich nur mühsam, konnte mich aber mit einem kleinen Spaziergang vollständig wecken, da sich das Gerät am anderen Ende der Wohnung befand … Ich hob den Hörer ab: ein großes Durcheinander aus elektrischen Störungen, Pfeifen, Kratzen, den Störungen, die es damals auf den Leitungen gab, wenn es sich um ein Ferngespräch handelte, das von weit her kam. Nach einigen ‚Hallo! Hallo!‘-Rufen hörte ich – ganz klar und unverkennbar – die Stimme meines Onkels, die ich gut kannte. Er sagte mir atemlos Worte, an die ich mich noch heute erinnere, als hätte ich sie gestern gehört: ‚Vittorio, Vittorio! Ich bin Aldo! Mir geht es gut! Mir geht es gut!‘ Gleich darauf hörte ich das Geräusch, das das Ende der Verbindung ankündigte. Ich schaute auf die Uhr. Wie mir meine Eltern später bestätigten, war es genau die Minute, in der mein Onkel vor genau einem Jahr gestorben war.

Ich habe jede andere Möglichkeit geprüft und mich schließlich der Evidenz ergeben… : Es war wirklich Onkel Aldo, es war seine Stimme, keine Hypothesen über makabre Streiche, Missverständnisse oder Halluzinationen halten stand. Ich kann mir auch keinen Traum vorstellen, da ich sowohl während als auch nach dem Anruf hellwach war. Tatsächlich kehrte ich in dieser Nacht nicht mehr ins Bett zurück und wartete stehend auf den Sonnenaufgang.“

 

Marias Beispiel hat mich stark beeinflusst

Am 15. September 2025, dem Gedenktag der Schmerzen Mariens, wurde in Rom das „Jubiläum des Trostes“ begangen. Bei einer Gebetswache im Petersdom gab Diane Foley aus den USA ein berührendes Zeugnis darüber, was es für sie bedeutet hat, mit Maria unter dem Kreuz Christi zu stehen.

Ihr Sohn, James Wright Foley arbeitete als unabhängiger Journalist. 2011 wurde er bei seiner Berichterstattung aus Libyen von Dschihadisten für 44 Tage entführt. „Wir waren in tiefer Panik und Angst um sein Leben.“ „Unsere Kirchengemeinde versammelte sich um uns herum und gab uns mit ihren Gebeten Hoffnung.“

„Als Jim nach Hause zurückkehrte, war er ein anderer Mensch. Sein Glaube war tiefer geworden. Während seiner Gefangenschaft hatte er auf seinen Fingern den Rosenkranz gebetet und durch Bibelverse von einem anderen Gefangenen Hoffnung geschöpft. Er kam mit einem neuen Lebenssinn nach Hause. Er strebte danach, ein Journalist mit moralischem Mut zu sein und den Stimmlosen eine Stimme zu geben.“ Als seine Mutter ihn anflehte, nicht in das Konfliktgebiet zurückzukehren, sagte er einfach: „Mama, ich habe meine Leidenschaft gefunden.“ Am 22. November 2012 verschwand er für zehn lange Monate. „Wir wussten nicht, ob er tot oder lebendig war.“

Die Mutter gab ihre Arbeit als Krankenschwester auf und verbrachte die nächsten 20 Monate mit dem verzweifelten Versuch, die Freilassung ihres Sohnes zu erreichen. Mitte Juli 2014 war sie völlig erschöpft. „Schließlich wurde mir klar, dass ich Jim übergeben musste, also ging ich in unsere Anbetungskapelle und vertraute Jim unserem Gott an. In diesem Moment war ich zuversichtlich, dass Gott Jim befreien würde. Zwei Wochen später wurde Jim brutal und gewaltsam enthauptet.“

„Er wurde fast zwei Jahre lang geschlagen, ausgehungert und gefoltert, bevor er im August 2014 geköpft wurde.“

„Ich war geschockt, völlig fassungslos. Als mir diese Realität bewusst wurde, stieg Wut in mir auf – Wut auf ISIS, auf unsere US-Regierung, auf diejenigen, die sich geweigert hatten zu helfen. Und Bitterkeit drohte mich zu verschlingen. Ich erinnere mich, dass ich zu Gott schrie: Herr, das ist nicht das, was ich gemeint habe, als ich Jim dir übergeben habe. Wie kann das sein? Ich taumelte unter der Last dieses Verlustes und war mir nicht sicher, ob ich weitermachen konnte. In diesen dunklen Momenten betete ich verzweifelt um die Gnade, nicht bitter zu werden, sondern vergebungsbereit und barmherzig zu sein.

Jesus und Maria wurden meine ständigen Begleiter, zusammen mit unzähligen irdischen Engeln, deren Mitgefühl mich aufrichtete. Marias Beispiel hat mich besonders stark beeinflusst. Sie begleitete ihren Sohn durch seine Qualen und seine Kreuzigung.

Auch wenn sie nicht verstand, warum es so kommen musste, vertraute Maria und blieb treu. Sie hat mich gelehrt, dasselbe zu tun – im Glauben zu wandeln, egal was kommt. Die Kreuzwegstationen haben mir gezeigt, wie nah Jesus und seine heilige Mutter uns sind, wenn wir leiden.“

Im Jahr 2021 wurden zwei der Verbrecher, die ihren Sohn entführt und gefoltert hatten, verhaftet und in Virginia, Vereinigte Staaten, vor Gericht gestellt. Alexander Cody bekannte sich in allen Anklagepunkten der Entführung, der Folter und des Mordes schuldig und bot unerwartet an, sich mit den Familien der Opfer zu treffen. Diane Foley wollte ihn sehen, aber andere drängten sie, dies nicht zu tun, da er sie „nur anlügen“ würde. Das Treffen wurde möglich und der Täter „drückte viel Reue aus“. „Gott gab mir die Gnade, ihn als einen Mitsünder zu sehen, der wie ich der Barmherzigkeit bedarf“, sagte Diane Foley.

 

 

Aus der Dunkelheit des Unglaubens ins Licht

Der berühmte italienische Schriftsteller und Journalist Vittorio Messori (geb. 1941) ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Verteidiger der katholischen Kirche und des Glaubens, den er in vielen Büchern und Artikeln den Menschen dargelegt hat. In seinem Interview-Buch „Perché credo“ (Warum ich glaube – das Buch ist nicht auf deutsch erschienen) erzählt er unter vielem anderen über seinen Glaubensweg und die besondere Gnade, die ihm mit 23 Jahren geschenkt wurde.

Messori war zwar als Kind getauft worden, er empfing die Erstkommunion und Firmung, aber in seiner Familie und in seiner Verwandtschaft spielte der Glaube weiters keine Rolle. So war er auch selbst in seiner Schul- und Studienzeit ganz antikirchlich und atheistisch eingestellt. Aber im Sommer 1964 kam es zu einer Erfahrung, die sein ganzes Leben bis zum heutigen Tag prägte.

In dieser Zeit begeisterte er sich für das Buch „Der Ekel“ des französischen Philosophen und Atheisten J.P. Sartre. Er war von den Ideen des atheistischen Existenzialismus fasziniert, aber er bezog den Tod nicht auf sich selbst. Doch an jenem denkwürdigen Tag im Sommer 1964 wurde ihm zum ersten Mal bewusst, dass der Tod auch sein persönliches Problem war. Bis dahin hatte er die Frage nach dem Sinn des Lebens als Kinderei betrachtet. Diesmal aber bezog er die Frage auf sich selbst: Wird mit meinem Tod alles enden? Wird der Tod ihn wirklich in den schwarzen Abgrund des Nichts führen? War sein Leben absurd und sinnlos? Diese Fragen quälten ihn. Er hatte keine Antwort und war in Hoffnungslosigkeit versunken mit einen inneren Schrei nach Rettung. Er fühlte sich völlig allein. Dies umso mehr, als seine Eltern und sein Bruder in den Urlaub gefahren waren und er somit er allein zu Hause war. Er konnte sich nicht erklären, wie es dazu kam, dass er an diesem Tag nachmittags eine bescheidene Taschenausgabe des Evangeliums zur Hand nahm. Er konnte nicht sagen, wie es in sein Zimmer gekommen war oder woher es stammte. Es lag einfach in einer Ecke des Schranks. Er wusste auch nicht, was er darin suchen sollte, denn er erwartete nichts von dieser Lektüre. Schließlich war er Agnostiker, für den die Suche nach einer Antwort auf die Frage nach der Existenz Gottes reine Zeitverschwendung war.

Die Tatsache jedoch, dass er damals zur Bibel griff, interpretiert Messori heute als ein Zeichen der liebevollen, göttlichen Führung. Er nahm die Bibel, schlug sie auf und begann zu lesen: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken“ (Mt 11,28) – und dann geschah etwas Unglaubliches. Plötzlich schien es, als fielen ihm die Schuppen von den Augen. Er wurde von einem seltsamen Licht der Liebe, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit erfüllt. Bewegt las er weiter: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht“ (Mt 11,29). Die Warnung aus dem Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum (Lk 13,69) erschütterte ihn zutiefst. Es war eine Art mystische Erfahrung des Lichts der Gegenwart Christi, das wie ein Strom aus dem Evangelium hervorbrach.

Messori sagt, dass diese Begegnung mit Christus nicht in Worte gefasst werden kann. Aus der Dunkelheit des Unglaubens trat unerwartet das Licht hervor und Vittorio begegnete Christus „in einem physischen, realen Sinn: So wirklich war die Gewissheit dieser Gegenwart. Aus den Papierseiten ist das Wort für mich wirklich Fleisch geworden und hat mir Freude und Angst, große Begeisterung und Furcht, Befriedigung über eine erfüllte Pflicht und Reue über die Untreue gebracht. … Für einen Christen ist der Glaube eine Begegnung mit einer Person, die zugleich barmherzig und streng, menschlich und göttlich ist. Dieses Treffen wird von dem unwiderstehlichen Bedürfnis begleitet, ihr zu folgen und zu gehorchen.“

Ich fürchte nicht den Tod, ich fürchte das Gericht

In einem Interview, das Vittorio Messori im Oktober 2021 zu seinen drei Büchern über Jesus Christus gab, sagt er unter anderem: „Jesus hat uns die Möglichkeit gegeben, für alle Ewigkeit mit ihm zu leben. Das, was im Grunde genommen der Kern der Lehre Jesu ist, wurde vergessen. Ich sage immer: Ich fürchte nicht den Tod, ich fürchte das Gericht. Wenn man das sagt, sind viele, auch Priester, empört. Der ‚gutmütige‘ Jesus, der immer vergibt und alle höchstens mit einem Klaps auf den Hintern hineinlässt … all das ist im Grunde ein Verrat am Christentum, weil es nicht wahr ist. Es wird einen Platz für die Erlösten geben, aber es wird auch einen Platz für die Verdammten geben … Ich glaube, dass die alten Christen Recht hatten, die Bruderschaften für den guten Tod gründeten, das heißt, sie halfen den Menschen, gut zu sterben.

Der hl. Pater Pio gibt uns ebenfalls in diesem Sinne zu bedenken: „Auch für uns kommt einmal die letzte Stunde, wo unser Herz zu schlagen aufhört und alles für uns beendet ist: die Zeit, Verdienste zu erwerben und die Zeit zu sündigen. So wie der Tod uns finden wird, so wird er uns Christus dem Richter vorführen. Unser Schrei um Erbarmen, unsere Tränen, unser Reueschmerz, der uns in unserem Leben das Herz Gottes erobert und uns durch die Sakramente aus Sündern zu Heiligen gemacht hätte, kann uns nichts mehr nützen. Die Zeit der Barmherzigkeit ist vorüber, nun hat die Zeit der Gerechtigkeit begonnen.“

Sie haben mir das Leben gerettet!

John Petrovich aus Pittsburgh erzählt in einem Video auf der Plattform paradisusdei.org über eine besondere Erfahrung, die er mit dem Beten eines Ave Maria gemacht hat. Bei seiner morgendlichen Joggingtour lief er einmal in eine Gegend, in die er normalerweise nicht kam. Er sah in der Einfahrt eines Hauses einen Krankenwagen stehen. Er wusste nicht, wer dort wohnte. „Ich bin einfach weitergelaufen und betete ein ‚Ave Maria‘. Ich habe mir nichts dabei gedacht.“

In der folgenden Woche joggte John wieder in der gleichen Gegend und hörte plötzlich eine Frau hinter ihm rufen. Als er merkte, dass sie nach ihm rief, ging er zu ihr und sie sagte zu ihm: „Sie haben mir das Leben gerettet!“ John antwortete daraufhin: „Wie habe ich Ihr Leben gerettet? Wir kennen uns doch gar nicht… “ Die Frau antwortete: „Nein, aber ich erkenne Ihr Gesicht. Letzte Woche wurde ich mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht und lag im Sterben. Ich wusste, dass ich bald sterben sollte, als Jesus mir erschien. Er streckte seine Hand aus, und Ihr Gesicht war auf seiner Handfläche. Und Jesus sagte: ‚Du liegst im Sterben, aber wegen des Gebets dieses Mannes wirst du leben.'“

John war tief getroffen. Er sagt: „Das war ein großer Ansporn nicht nur für mein Gebetsleben, sondern auch für das Gebetsleben meiner Familie … Etwas so Dramatisches und Tiefgreifendes zu erleben, dass jemand auf einen zukommt und einem so etwas sagt, war mehr als genug, um mich noch mehr dazu zu bringen, zur Gottesmutter zu beten, denn wie wir alle wissen, ist sie der direkte Draht zu ihrem Sohn Jesus Christus und erhört alle Gebete für jeden.“

Er hat mich gespielt

In einem Interview mit dem ETWN-Moderator Raymond Arroyo erzählte Jim Caviezel, der im Film „The Passion of the Christ“ die Rolle Jesu spielte, über seine Erfahrungen bei den Dreharbeiten zur Kreuzigungsszene. Als er die letzten Stunden der Passion Christi spielte, habe Jesus zu ihm gesprochen: „Er war bei mir, als ich am Kreuz hing. Ich hatte diese innere Ansprache, und Jesus sagte: ‚Bin ich zu nah bei dir? Und das war, als der Arzt sein Stethoskop auf mein Herz legte und ich mit dem Atmen kämpfte. Und ich sagte: ‚Du bist nicht nah genug bei mir!‘ Und ich weinte, als ich das sagte.“

Caviezel erinnert sich, dass dies am Ende der Szene geschah; zu diesem Zeitpunkt war er „blau“ vor Kälte. Er deutet an, dass er nicht mehr nur schauspielerte; er litt während der Kreuzigungsszene unter echter Härte – und echten Gefahren. Während er sein Kreuz trug, war er gestürzt, hatte sich die linke Schulter ausgekegelt und sich auf Zunge und Wange gebissen. Die ausgekegelte Schulter bereitete ihm große Schmerzen, da seine Arme am Kreuz ausgestreckt waren.

Während der 79 Drehtage erlitt der Schauspieler weitere Verletzungen. Bei den Dreharbeiten zu der Geißelung an der Säule wurde er versehentlich von der Peitsche mit Metallspitze getroffen, was eine Narbe hinterließ. Außerdem litt er an einer Lungenentzündung. Während der Bergpredigt, der letzten Szene des Films, die gedreht wurde, wurde er von einem Blitz getroffen. Die Dreharbeiten zu „Die Passion Christi“ endeten damit, dass Caviezel in einem Krankenwagen abtransportiert wurde. Danach musste er sich zwei Herzoperationen unterziehen. Caviezel wuchs jedoch auch geistlich an der Erfahrung, den Erlöser darzustellen, und gibt weiter, was er gelernt hat. „Ich sage immer: ‚Ich habe nicht Ihn gespielt.‘ ‚Er hat mich gespielt. Let God play you.'“