Der hl. Josef, Patron der Sterbenden – ein außergewöhnlicher Bericht

“Den kenne ich, er hat mich besucht!”

Die beiden Stayler Missionare Bruder Gervasius und Pater Götsch waren von Kaotai aus zu einer Schwerkranken unterwegs. Nach dreitägigem Ritt von mehr als 200 Kilometern sind sie am Ziel, doch die Frau war bereits gestorben.

Bedrückt treten sie den Heimweg an. Etwa nach der Hälfte des Bergrittes treffen sie einen Jungen, der sie bittet, zu seiner Mutter mitzukommen. Der Junge führt sie etwa 15 km abseits in eine kleine Ortschaft. In einer Lehmhütte wartet eine Sterbende. Sie stellt den beiden ganz unvermittelt sonderbare Fragen: „Fremder, willst du mir in der Wahrheit antworten?“ „Aber gewiss.“ „Gibt es einen Gott, in dem drei Gestalten sind? Gibt es im anderen Leben einen Ort der Freude für die Guten und einen Ort des Schreckens für die Bösen? Stimmt es, dass Gott auf diese Erde gekommen ist, um für die Menschen zu sterben und ihnen den Ort der Freude zu öffnen? Ausländer ist das alles wahr?“ Der Priester bejaht staunend all diese Fragen. Woher kannte die Kranke diese Glaubenswahrheiten? „Du hast Wasser bei dir“, fährt die Kranke fort, “wasche mich, damit ich an den Ort der Freude komme!“ Woher weiß sie, dass Pater Götsch Taufwasser bei sich hat?

Nach einem kurzen Gespräch spendet der Missionar der Kranken die Taufe. Voll Freude äußert die Mutter einen neuen Wunsch: „Du hast Brot bei dir. Kein gewöhnliches Brot, sondern Gott selbst. Gib mir auch davon.“ Die Sterbende weiß auch das, dass der Priester das Allerheiligste bei sich hat. Pater Götsch reicht ihr die Kommunion und spendet ihr die Krankenölung. Dann sagt er: „Bisher hast Du Fragen gestellt, jetzt stelle ich einige Fragen. Woher kennst Du die Glaubenswahrheiten? Haben Dir katholische oder evangelische Christen erzählt?“ „Ich kenne keine Christen, Fremder!“ „Hast Du das alles in Büchern gelesen?“ „Ich kann nicht lesen. Ich weiß auch nicht, dass es christliche Literatur in meiner Sprache gibt.“
„Aber woher hast Du denn deine Glaubenskenntnisse?“

„Ich dachte ganz einfach, es müsse so sein. Seit 10 Jahren lebe ich nach diesem Glauben. Ich habe auch meine Kinder unterrichtet. Du kannst sie alle waschen (sie meint taufen).“ „Wusstest Du, dass wir heute vorbeikommen?“

„Ja, ich hatte einen Traum und sah einen älteren Mann. Der sagte mir, ich solle meinen Jungen zum Weg schicken und die beiden Ausländer rufen. Sie würden mich waschen für den guten Ort nach dem Tod.“

Die Missionare sind tief getroffen. Das Wesen der Kranken ist im Angesicht des Todes so einfach, dass kein Raum für Zweifel bleibt. Zum Abschied schenken sie ihr ein kleines Bild vorn hl. Josef, dem Patron der Sterbenden. Da ist die Kranke außer sich vor Freude: „Den kenne ich, der hat mich ja besucht. Er war schon des öfteren bei mir und ließ mich meinen Sohn auf den Weg, schicken, um euch zu rufen.“

Ist er im Traum oder in Wirklichkeit bei ihr gewesen? Sie weiß es nicht und es ist ihr auch nicht wichtig. Wichtig ist, was sie durch ihn erfahren hat. Die Frau starb noch in der gleichen Nacht.

Nach einem Bericht von Ludwig Lenzen aus “Weite Welt”, Nr. 1, Jänner 1976

Ewiges Heil allein durch die Kirche

Die außergewöhnliche Begebenheit, die in diesem Bericht geschildert wird, weist uns auf eine wichtige Wahrheit des Glaubens hin. Die Gnade des ewigen Heiles wird allein durch die Kirche vermittelt. Auch der Himmel hält sich an diese Regelung. Diese chinesische Frau hat durch ihr reines Herz ein außergewöhnlich tiefe Einsicht in die Wahrheit Gottes erlangt.

Jesus sagt ja: „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.“ Gott hat ihr in schattenhaften Umrissen die tiefsten Wahrheiten unseres Glaubens geoffenbart. Aber damit sie die ganze Fülle des Heiles empfangen konnte, die volle Gemeinschaft mit ihm in der Taufe, hat Gott sie durch eine besondere Führung in die Kirche eingefügt. Die Eingliederung in die Kirche ist heilsnotwendig. Und wenn jemand außerhalb der Kirche zum Heil gelangt, dann nur durch Gnadenmittlerschaft der Kirche, ob dies nun für uns sichtbar ist oder nicht. Dass Gott selber die Menschen in die Kirche führt, das sehen wir schon in der Heiligen Schrift: Der Engel, der dem frommen Hauptmann Kornelius erschienen ist, hat ihn nicht selber über das Heilsnotwendige belehrt, sondern gesagt er solle Petrus holen, der ihm das Evangelium bringen wird (Apg 10).

Einheit mit dem Leib Christi

Bei seiner Bekehrung durfte der hl. Paulus Jesus Christus als seinen Erlöser erkennen, aber zugleich auch das Geheimnis des Leibes Christi, der Kirche. Denn Jesus hat zu ihm gesagt: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?“ Jesus hat sich hier ganz mit seinen Jüngern identifiziert. Diese Wahrheit hat der hl. Paulus tief verstanden: Wer an Jesus Christus glaubt, der wird ein Leib und ein Geist mit ihm. Die Einheit mit dem Leibe Christi wird aber besiegelt in der Feier der Eucharistie.

Paulus sagt: „Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot“ (1 Kor 10,17). Aber wer sich in der Eucharistie mit dem Leib Christi vereinen und die Kommunion empfangen möchte, der darf sich nicht vorher durch schwere Sünden und Vergehen vom Leib Christi getrennt haben. Nur wer durch Umkehr, Reue, Beichte die Gemeinschaft mit Jesus hat, der hat sie auch beim Empfang der Kommunion.

Darum sagt der hl. Paulus: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt. (1 Kor 11,27-29).

Wie zur Zeit Noachs

Die schreckliche Flutkatastrophe in Ostasien stellt uns die Worte Jesu lebendig vor Augen: “Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. … Seid also wachsam! Denn ihr wißt nicht, an welchem Tag euer Herr kommt (Mat 24,37f).

Vielleicht denken manche: “Gott sei Dank war das nicht bei uns!” und sie gehen zur Tagesordnung über. Aber wir dürfen diese gewaltige Zeichen Gottes nicht ignorieren! Es ruft uns zur Umkehr der Herzen, zur Buße und Demut, zum Gebet und zu Taten der Liebe. Mit dem neuen Jahr schenkt uns Gott die Zeit dazu.

Carl Lampert – Glaubenszeuge in gnadenloser Zeit

Provikar Dr. Carl Lampert aus Göfis in Vorarlberg, auf dessen Seligsprechung wir in absehbarer Zeit hoffen dürfen, starb als Märtyrer für den katholischen Glauben. Er wurde am 13. Nov. 1944 in Halle durch das Fallbeil getötet. In einem vier Jahre langen Leidensweg hat er seine Glaubenstreue bewiesen.

Bei den zermürbenden Verhören im Gestapogefängnis in Stettin brüllte ihn der Vorsitzende Trettin an: “Herr Lampert, sind Sie doch vernünftig, verlassen Sie die Kirche und das Priestertum. Das ist doch alles nur Hokuspokus. Zeugen Sie Kinder für den Führer Adolf Hitler. Ich werden Ihnen einen guten Posten verschaffen!” Und die Antwort des Provikars: “Herr Kommissar, ich liebe meine Kirche. Ich bleibe meiner Kirche treu und auch dem Priesteramt: Ich stehe für Christus und liebe seine Kirche!” Dafür wurde er mehrmals zusammengeschlagen, verlor das Bewusstsein und konnte tagelang kaum noch gehen, stehen und sitzen.

Einmal wurde er bei einem Verhör gefragt: “Was schätzen Sie höher: das Evangelium oder Hitlers ,Mein Kampf’?” Dr. Lampert antwortete: “Das Evangelium ist Gottes Wort und verkündet die Liebe. Das Buch des Herrn Hitler ist das Werk eines Menschen und predigt den Hass!”

Er war ein Zeuge des Glaubens, ein Märtyrer, dem Jesus mehr bedeutet als jeder irdische Vorzug. “Mein Leben für Christus und die Kirche!” schrieb er in einem Briefe. Mit den Worten „Jesus, Maria“ auf seinen Lippen starb er.

Verfolgung wie zu Kaiser Neros Zeiten!

Eine Realität, vor der wir die Augen nicht verschließen dürfen

Die Freundschaft mit Christus bedeutet auch, dass wir Anteil nehmen an seinem Los der Ablehnung, die er in dieser Welt erfahren hat. Er hat es auch vorausgesagt: „Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Joh 15,20). Christenverfolgung ist auch heute eine Realität, die wir nicht übersehen dürfen, auch wenn die Medien kaum darüber berichten. Hier eine Zusammenfassung einiger Berichte von Kath.net, Idea online, und Ökumene.net:

“Wie zu Kaiser Neros Zeiten” werden heute Christen in vielen Ländern diskriminiert, vertrieben, gefoltert oder umgebracht. Christen sind die weltweit größte Gruppierung, die wegen ihres Glaubens verfolgt wird: Mehr als 2oo Millionen Menschen werden ihre grundsätzlichen Menschenrechte vorenthalten, weil sie Christen sind, und nach vorsichtigen Schätzungen der amerikanischen Kommission für internationale Religionsfreiheit werden jährlich rund 167.000 Christen wegen ihres Glaubens getötet. Unter den traurigen “Top-Ten” (ersten zehn) Christenverfolgerstaaten rangiert auf Platz eins das kommunistische Land Nordkorea. Offiziell gibt es dort keine Christen, außer in drei VorzeigeGemeinden in der Hauptstadt Pjöngjang. Bekennende Christen werden mit aller Härte verfolgt, inhaftiert und ohne Prozess hingerichtet. Weitere kommunistische Staaten unter den ersten zehn sind Laos und Vietnam. Von den zehn schlimmsten Staaten werden sieben von einem islamischen Regime beherrscht: Saudi Arabien, Turkmenistan, die vor Indien liegende Inselgruppe der Malediven, Pakistan, Afghanistan, Somalia und der Südsudan.

Das Bild der Unterdrückung sei sehr unterschiedlich: In manchen Ländern sind es die die Regierungen, die den Christen nachstellen, während es in anderen Staaten Extremisten oder Rebellen sind.

So gewähre z.B. das südamerikanische Kolumbien zwar seinen Bürgern Religionsfreiheit, doch haben Angehörige von Guerillagruppen in den vergangenen Jahren Hunderte Geistliche getötet. Wie im Informationsblatt des Missionswerks “Stimme der Märtyrer” berichtet wird, sterben in Nigeria täglich viele Menschen für Jesus Christus. Arabische Länder finanzieren den Terror von Moslems gegen ihre christlichen Landsleute. Hinter den Hassausbrüchen stehen meist ausländische islamische Prediger, die das früher friedliche Zusammenleben systematisch untergrüben. In Koranschulen werden Kinder aufgehetzt.

Fanatische Ideologen drücken arbeitslosen Jugendlichen eine Waffe in die Hand und loben sie, wenn sie töten oder Kirchen anzünden. Außerdem kommen angeheuerte Randalierer im Namen Allahs aus den Elendsvierteln der Nachbarländer. Sie würden mit Geld angeworben, um christliche Dörfer niederzubrennen. Dabei erwarten die Brandstifter, dass Christen gute Menschen seien, die sich nicht wehrten.

Auch in buddhistischen Ländern ist Christenverfolgung auf der Tagesordnung. Im Westen verbindet man mit Buddhismus Friede, Mitleid, Weisheit und ökumenische Brüderlichkeit und stellt den Buddhismus als verfolgte Religion, mit dem Dalai Lama als zentraler Figur dar. In beinahe allen Ländern Asiens, in denen der Buddhismus die Mehrheit darstellt, gibt es religiöse Verfolgung. Sie betreffe jene Religionen, die nicht dem Buddhismus angehören.

Der eucharistische Glaube Mariens

Maria ist zutiefst mit dem Geheimnis der Eucharistie verbunden. Was das für uns bedeutet hat der Heilige Vater in seiner Enzyklika „Ecclesia de eucharistia“ in wunderbarer Weise dargestellt. Hier ein kurzer Auszug:

Im Bericht über die Einsetzung am Abend des Gründonnerstags ist von Maria nicht die Rede. Dagegen weiß man, dass sie unter den Aposteln zugegen war, die nach der Himmelfahrt in Erwartung von Pfingsten versammelt waren. Gewiss konnte Maria nicht bei den Eucharistiefeiern unter den Gläubigen der ersten christlichen Generation fehlen, die am Brechen des Brotes festhielten.

Was muss Maria empfunden haben, als sie aus dem Mund von Petrus, Johannes, Jakobus und der anderen Aposteln die Worte des Letzten Abendmahls vernahm: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird? Dieser Leib, der als Opfer dargebracht und unter sakramentalen Zeichen erneut gegenwärtig wurde, war ja derselbe Leib, den sie in ihrem Schoß empfangen hatte! Der Empfang der Eucharistie musste für Maria gleichsam bedeuten, jenes Herz wieder in ihrem Schoß aufzunehmen, das im Gleichklang mit ihrem Herzen geschlagen hatte, und das von neuem zu erleben, was sie selbst unter dem Kreuz erfahren hatte.

In gewissem Sinn hat Maria ihren eucharistischen Glauben bereits vor der Einsetzung der Eucharistie gelebt. Bei der Verkündigung empfing Maria den göttlichen Sohn, auch seinen wahren Leib und sein wahres Blut, und nahm in sich das vorweg, was sich in gewissem Maß auf sakramentale Weise in jedem Gläubigen ereignet, der unter den Zeichen von Brot und Wein den Leib und das Blut des Herrn empfängt. Von Maria wurde verlangt zu glauben, dass der, den sie durch das Wirken des Heiligen Geistes empfing, der Sohn Gottes war.

In Fortführung des Glaubens der Jungfrau wird von uns verlangt zu glauben, dass derselbe Jesus, der Sohn Gottes und der Sohn Mariens, unter den Zeichen von Brot und Wein mit seinem ganzen gottmenschlichen Sein gegenwärtig wird.

Sie lebten aus der Kraft der Eucharistie

Über den sel. Kaiser Karl berichtet der damalige Bischof von Madeira, Antonio Gouveia: “Im täglichen Umgang mit seiner Majestät bewunderte ich seinen außerordentlichen, tätigen Glauben. Mit größter Ergebenheit ertrug er alle Missgeschicke, ohne je ein Wort der Verbitterung gegen seine Feinde zu äußern. Lange Stunden der Nächte verbrachte er vor dem Allerheiligsten in seiner Hauskapelle. Er wohnte der hl. Messe mit einer beeindruckenden Frömmigkeit bei; täglich empfing er die heilige Kommunion und erbaute alle Mitfeiernden durch seine hervorragende Andacht. Zu Hause war er ungemein liebenswürdig zu allen, zur Gattin, zu den Prinzen und den Dienern.”

Der hl. Pater Pio war mit seinem ganzen Leben auf das heilige Messopfer ausgerichtet. Die Wundmalen, die er trug, waren das sichtbare Zeichen für seine Einheit mit Sühneleiden des Herrn. Er sagte einmal, es kämen viele Menschen zu ihm, um Erleichterung von ihrem täglichen Kreuz zu erbitten, aber sehr wenige, um zu lernen, wie man das Kreuz richtig trägt. Deshalb rät er: “Nimm stets jegliches Leiden an, um die Vergangenheit wieder gutzumachen, die Seele zu reinigen und die Abneigung gegenüber dem Leiden zu besiegen.” Aber: “Geben wir acht, das Kreuz nicht von der Liebe zu Jesus zu trennen: sonst würde es zu einer unerträglichen Last für unsere Schwachheit werden.”

Die sel. Mutter Theresa gibt uns das Zeugnis: „Jesus hat sich zum Brot des Lebens gemacht, um uns das Leben zu geben. Wenn ihr wirklich in der Liebe wachsen wollt, dann geht zur Eucharistie, haltet Anbetung. In unserer Kongregation hielten wir früher wöchentlich eine Stunde Anbetung; 1973 beschlossen wir, jeden Tag eine Stunde Anbetung zu halten. Wir haben viel Arbeit. Unsere Häuser für die Armen, Kranken und Sterbenden sind überall voll. Seit wir jeden Tag Anbetung halten, ist unsere Liebe zu Jesus inniger geworden, unsere Liebe füreinander verständnisvoller, unsere Liebe zu den Armen mitfühlender, und die Zahl der Berufungen hat sich verdoppelt.“

Der hl. Bruder Klaus hatte eine besondere Berufung, die Gott durch ein Wunder bestätigte: Bruder Klaus lebte 20 Jahre ohne irdische Speise. Er lebte aber durch die Kraft einer anderen Speise. Einem befreundeten Pfarrer hatte er sein Geheimnis angedeutet: “Wenn er bei der Messe sei und der Priester das Sakrament genieße, dann empfange er davon eine Stärkung, dass er ohne Essen und Trinken sein möge, sonst möge er das nicht erleiden.” Gott hat uns durch Bruder Klaus ein Zeichen gegeben, wovon wir wahrhaft leben können. “Nicht vom Brot allein lebt der Mensch …” In der Kraft dieser himmlischen Speise ist Bruder Klaus zum Friedensbringer für die Schweiz geworden.

8. Dez. 2004: 150 Jahre Dogma „Unbefleckte Empfängnis Mariens“

Ich bin die Unbefleckte Empfängnis!
Maria, Gottes makelloses Konzept vom Menschen

Am 8. Dezember 1854 hat Papst Pius IX. mit dem Apostolischen Lehrschreiben „Ineffabilis Deus“ verkündet, dass die Gottesmutter vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an von der Erbsünde befreit war. In Lourdes erschien Maria 1858 achtzehn Mal der vierzehnjährigen Bernadette Soubirous und gab sich am 25. März 1858 als die „Unbefleckte Empfängnis“ zu erkennen.

Die Bregenzer Louresgrotte ist für uns eine beständige Erinnerung an das Geheimnis der Unbefleckten Empfängnis, da sie die erste Statue beherbergt, die auf Anweisung der hl. Bernadette hergestellt und in der Erscheinungsgrotte aufgestellt wurde. Was bedeutet dieses Dogma für uns?

In Maria leuchtet uns das Bild des von Gott geschaffenen und erlösten Menschen auf, so wie Gott den Menschen haben wollte. Sie ist der „Höchstfall“ der Erlösung. Die Gnade Jesu Christi hat an ihr schon im voraus das Wunder gewirkt, dass sie in ersten Augenblick ihres Daseins im Schoß ihrer Mutter Anna vor der Erbsünde bewahren wurde und zugleich ganz erfüllt war von der Gnade und Liebe Gottes. Als die unbefleckte Empfangene ist Maria auch Zeit ihres Lebens ohne Sünde gebliebe.

Was das bedeutet hat Mutter Julia Verhaeghe, die Gründerin der geistlichen Familie „das Werk“ einmal anschaulich beschrieben. Sie sagt: „In der Persönlichkeit Mariens begegnet uns ständig eine kindliche Einfalt und ungeteilte Reinheit. Maria kennt in sich nicht das analysierende Selbstbewusstsein, das als bittere Frucht unsere Gespaltenheit und unser inneres Zerteiltsein hervorbringt. Sie kennt in sich nicht die Dunkelheit und den Widerspruch der Sünde und des schlechten Gewissens. In ihr gibt es nichts Lebensfremdes und nichts, das nicht zur Reife gekommen wäre. All das Wunderbare ihrer Berufung zur Mutterschaft, all ihr bräutliches und mütterliches Mitwirken mit Gottes Erlösungsplan entspringt ihrem reinen und unbefleckten Herzen“.

Wir könnten uns fragen: Rückt Maria mit ihrer Sündenlosigkeit nicht für uns in eine unvorstellbare Ferne? Wird sie nicht unnahbar für uns Menschen in diesem „Tal der Tränen“, die wir beladen sind mit der Last unserer Sünden? Diese Befürchtung ist unbegründet. Sie, die Sündenlose ist uns näher als irgendein anderer Mensch es sein kann. Die Sünden machen den Menschen immer unmenschlich; sie trennen, verletzen und zerstören. Maria als die Unbefleckte ist „der menschlichste aller Menschen“. Sie ist erfüllt von reinster barmherzigen Liebe zu uns. Darum hat sie unter dem Kreuz auch die Mutterschaft für uns alle angenommen, für Menschen, die ihren Sohn durch ihre Sünden ans Kreuz gebracht haben.

Wer sich deshalb von der Mutterliebe Mariens berühren lässt und auch nur einen Funken des Vertrauens in sie hat, auch wenn er weit vom Wege Gottes abgewichen ist, so wird sie mit ihrer Fürbitt- und Liebesmacht alles tun, um ihn aus seinen Verirrungen zu retten und zu Gott zurückzuführen. Diese Macht hat sie schon oft bewiesen.

Bedeutung des 8. Dez. für Österreich

Für Österreich und besonders für Wien ist das Fest der unbefleckten Empfängnis von großer Bedeutung. Während des Dreißigjährigen Krieges war auch die Eroberung Wiens durch das schwedische Herr zu befürchten. Zum Dank für die Hilfe der Gottesmutter in all diesen Gefahren erhob Kaiser Ferdinand III., der ein großer Marienverehrer war, am 18. Mai 1647 Maria, die Unbefleckte Empfängnis, zur “Schutzfrau Österreichs” und führte den 8. Dezember in Österreich als “kirchlichen Staatsfeiertag” ein.

Auf dem Platz Am Hof, ließ er auch eine Mariensäule errichten, die feierlich geweiht wurde. Seit dieser Zeit gibt es viele Zeugnisse für die Hilfe Mariens und für das Vertrauen, das die Menschen der “Magna Mater Austriae”, der großen Schutzfrau Österreichs, immer entgegengebracht haben.

Die Weihe Österreichs an die Gottesmutter wurde im Laufe der Geschichte immer wieder erneuert. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurde der 8. Dez. als staatlicher Feiertag abgeschafft, aber nach der Befreiung Österreichs zum Dank für die Hilfe Mariens wieder eingeführt. Österreich würde sich vom Schutz Mariens lossagen, wenn wir diesen Feiertag um ein paar Euro an den „Götzen Mammon“ verkaufen.

Die wundertätige Medaille

Im Jahre 1830 erschien Maria der 24 jährigen Novizin Katharina Labouré, die bei den Vinzentinerinnen in der Rue de Bac in Paries eingetreten war. Sie sah Maria auf der Weltkugel stehen. An den Fingern trug sie kostbare Edelsteine. Von einigen Steinen gingen leuchtende Strahlen aus, von den andern nicht.

Maria sagte zu Katharina: “Siehe, diese Strahlen sind das Sinnbild der Gnaden, die ich über jene ausgieße, die mich darum bitten. Die Edelsteine, die keine Strahlen aussenden, versinnbilden jene Gnaden, die zu erbitten man versäumt.”
Darauf bildet sich um die Erscheinung ein ovaler Rahmen, auf dem in Gold geschrieben steht: “ O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen.“

Dann hörte Katharina die Worte: “Laß nach diesem Bild eine Medaille prägen! Die Personen, welche sie tragen, werden große Gnaden erhalten. Die Gnaden werden überreich sein für jene, die Vertrauen haben.”

Nun wendet sich das Bild, und die junge Novizin erkannte, wie die Rückseite der Medaille aussehen sollte. Ein “M”, von einem Kreuz überragt, das auf einem Querbalken ruht. Darunter das Herz Jesu von einer Dornenkrone umgeben und das Herz Mariens, von einem Schwert durchbohrt. Ein Kranz von 12 Sternen umrahmt das ganze Bild.

Nach kirchlicher Prüfung der Echtheit dieser Erscheinung wurde die Medaille 1832 geprägt. Ihre Verbreitung über die ganze Welt war von Anfang an von auffallenden Wundern, Bekehrungen und Krankenheilungen begleitet.
Sie hat zurecht den Namen die wunderbare oder wundertätige Medaille!