Mitwirken im Heilsplan Gottes

Josef-u-Engel

Ein Engel des Herrn erschien Josef im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Mt 1,20

Am 4. Adventsonntag hören wir im Evangelium von den Umständen der Geburt Jesus Christi, wie sie der Evangelist Matthäus schildert. Er stellt uns vor allem das Mitwirken des hl. Josef mit den Heilsplänen Gottes vor Augen. Der hl. Josef hatte ein fügsames und formbares Herz. An ihm leuchten uns jene Haltungen auf, die auch für unser Leben wichtig sind, damit Gott seine Heilspläne erfüllen kann.
1) Das erste ist die Bereitschaft, den Willen Gottes anzunehmen und ihm zu gehorchen. Der hl. Josef hatte zwar seine eigenen Pläne. Er dachte daran, sich von Maria ohne weiteres Aufsehen zu trennen, um Maria nicht öffentlich bloßzustellen. Aber als der Engel ihm den Auftrag gab, Maria zu sich zu nehmen und für Jesus Ziehvater zu sein, hat er sich ohne Widerrede in diesen Plan gefügt.
Gott hat auch seine Pläne mit uns. Die entscheidende Frage ist, ob wir uns bereitwillig einfügen lassen in die Dinge, wie er sie vorgesehen hat. Solange wir unseren eigenen Willen eigensinnig durchzusetzen suchen, werden wir immer eine Unzufriedenheit und Unruhe im Herzen haben. Der Friede und die Ruhe des Herzens kommen immer aus der freiwilligen Hingabe an die weisen Fügungen seiner Vorsehung, wie sie sich auch in den kleinsten Dinge zeigen.
2) Eine weitere wichtige Haltung ist die Bereitschaft zum Dienen. Jesus sagt: “Wer von euch groß sein will, der sei der Diener aller.” Das sehen wir am hl. Josef verwirklicht. Als er erfahren hat, was der Plan Gottes war, hat er sich nicht beleidigt zurückgezogen, weil alles ganz anders kam, als er es sich vorgestellt hatte, sondern er hat sich mit ganzer Kraft und Verantwortung für Maria und Jesus hingegeben. Wir machen oft den Fehler, dass wir uns aus falscher Demut oder aus Bequemlichkeit genau dann zurückziehen, wenn unser Dienst gebraucht wird. Die Bereitschaft zum Dienen ist wichtig für unser Wachstum in Glaube, Hoffnung und Liebe.
3) Als Drittes können wir vom hl. Josef die Haltung der Diskretion und des Schweigens lernen. Diskretion ist die Fähigkeit, im rechten Augenblick zu schweigen oder zu reden zum Heil und Nutzen unserer Mitmenschen ohne dass wir uns selber in den Mittelpunkt stellen. Jesus sagt: “Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund”
(Mt 12,34). Wenn es uns gelingt, durch Gottes Gnade in unser Denken und Fühlen das rechte Schweigen zu bringen, werden wir auch im Geist der Unterscheidung zur rechten Zeit das Richtige sagen oder schweigen können.
Der hl. Josef war gehorsam, dienstbereit und schweigsam. In dieser Haltung hat er am Erlösungsplan Gottes mitgewirkt und er gibt uns ein Vorbild, dass auch wir diese Tugenden erstreben.