Kreuzerhöhung

Der hl. Pater Pio, dessen Gedenktag wir am 23. Sept. feiern, war mit seinem ganzen Leben auf das heilige Messopfer ausgerichtet. Die Wundmale, die er trug, waren das sichtbare Zeichen für seine Einheit mit dem Sühneleiden des Herrn.

Er sagte einmal, es kämen viele Menschen zu ihm, um Erleichterung von ihrem täglichen Kreuz zu erbitten, aber sehr wenige, um zu lernen, wie man das Kreuz richtig trägt. Deshalb rät er: “Nimm stets jegliches Leiden an, um die Vergangenheit wieder gutzumachen, die Seele zu reinigen und die Abneigung gegenüber dem Leiden zu besiegen.” Aber: “Geben wir Acht, das Kreuz nicht von der Liebe zu Jesus zu trennen: Sonst würde es zu einer unerträglichen Last für unsere Schwachheit werden.”

„Pater Pio, heute ist das Fest der Schmerzhaften Mutter, sag mir ein Wort darüber! Er antwortet: Die schmerzensreiche Jungfrau liebt uns sehr; denn sie hat uns in Schmerz und Liebe geboren. Die Mutter der Schmerzen schwinde nie aus deinem Sinn, und ihre Leiden seien dir tief eingeprägt; es brenne in Liebe zu ihr und ihrem Sohn.“

 

Mein kindlicher Glaube war nicht unbiblisch

Brant Pitre (geb. 1975 in New Orleans, Louisiana, er ist verheiratet und hat vier Kinder), ist Professor für Neues Testament und mit großem Eifer tätig, um die biblischen Grundlagen des katholischen Glaubens den Menschen nahe zu bringen. Ursprünglich studierte er Philosoph und Literatur. Wie er aber dazu kam, sich ganz der Glaubensverkündigung zu widmen, das erzählt er in seinem Buch über die heilige Eucharistie.

Es war ein Tag, den er nicht mehr vergessen kann. Als Student im zweiten Jahr wollte er heiraten. Er war von Haus aus katholisch, seine zukünftige Frau Elizabeth Baptistin. Sie entschieden sich, dass die Trauung in der baptistischen Kirche stattfinden sollte, die der Großvater von Elizabet als Pastor errichtet hatte. Sie wollten die Hochzeit mit dem zuständigen Pastor besprechen, um die Erlaubnis einzuholen und dachten, dass dieses Gespräch mit dem Pastor gleich erledigt wäre. Aber es kam anders. Denn aus der einfachen Frage um die Erlaubnis zur Nutzung des Gebäudes entwickelte sich ein fast dreistündiger theologischer Ringkampf zwischen Brant und dem Pastor.

Der frisch ordinierte Pastor bombardierte Brent mit allen Vorurteilen gegen den katholischen Glauben. Warum betet ihr Maria an? Wie könnt ihr an das Fegefeuer glauben? … Am schlimmsten aber war sein Angriff auf die Eucharistie. „Wie könnt ihr Katholiken lehren, dass Brot und Wein tatsächlich zu Jesu Leib und Blut werden? Glaubt ihr das wirklich? Das ist doch lächerlich!“ Er bezeichnete diesen Glauben als unbiblisch und sogar als Kannibalismus. Brant suchte sich, so gut es ging, zu verteidigen, aber er war nicht so bibelfest wie der Pastor. Am Ende der Sitzung wandte der Pastor sich an Elizabeth und sagte: „Es tut mir Leid, aber ich kann Ihnen im Moment keine endgültige Antwort geben. Ich habe ernsthafte Bedenken, Sie mit einem Ungläubigen zu verheiraten.“

Brant und Elizabeth verließen am Boden zerstört das Büro und weinten über das, was passiert war. Brant sagt: „Diese Nacht war furchtbar. Als ich versuchte, einzuschlafen, ging ich in Gedanken alle Themen durch, die wir besprochen hatten. … Am meisten weh tat: seine Verhöhnung der realen Gegenwart Jesu in der Eucharistie. … Es war mir nie in den Sinn gekommen, dass die Lehre der Kirche über die Realpräsenz Jesu in der Eucharistie unbiblisch sein könnte, geschweige denn unwahr.“

„Wohin sollte ich mich also wenden? … In diesem Moment geschah etwas, das mein Leben für immer verändern sollte. Ich stand von meinem Bett auf, … um die Bibel in die Hand zu nehmen, die mir meine Eltern zur Firmung geschenkt hatten. Ich war verzweifelt. Ist es möglich, dachte ich, dass die wirkliche Gegenwart Jesu nicht in der Bibel steht? … Als ich die Bibel aufschlug, geschah etwas Bemerkenswertes. (Und hier muss ich darauf bestehen, dass ich die Wahrheit sage.) Ich schlug einfach meine Bibel auf, blickte nach unten und sah sofort diese Worte Jesu, die in roten Buchstaben geschrieben waren: ‚Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben.‘ (Joh 6,53f). Zum zweiten Mal an diesem Tag stiegen mir die Tränen in die Augen, so viele, dass ich kaum noch die Seiten sehen konnte. Diesmal waren es jedoch Freudentränen  die Freude darüber, dass mein kindlicher Glaube an die Eucharistie nicht ganz so unbiblisch war, wie der Pastor behauptet hatte.“

 

Ich bin das Licht der Welt

Auf einer russischen Ikone zeigt Jesus die offene Seite eines Buches. Darauf steht: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Mt 11,28). Daneben kann man die folgenden Worte Jesu an uns lesen: „Ich bin das Licht der Welt – aber ihr seht mich nicht. Ich bin der Weg – aber ihr geht nicht auf mir. Ich bin die Wahrheit – aber ihr glaubt mir nicht. Ich bin das Leben – aber ihr sucht mich nicht. Ich bin der Lehrer – aber ihr hört mir nicht zu. Ich bin der Herr – aber ihr gehorcht mir nicht. Ich bin euer Gott – aber ihr betet nicht zu mir. Ich bin euer bester Freund – aber ihr liebt mich nicht. Wenn ihr unglücklich seid – gebt nicht mir die Schuld!”

 

In Gottes Hand

Ein Missionar aus Afrika berichtet, dass in seiner Gemeinde in einer tief gläubigen Familie die siebzehnjähriger Tochter gestorben war. Die ganze Familie war mit Trauer erfüllt. Aber sie waren auch getröstet durch die Hoffnung auf das ewige Leben. Auf das Grab der Tochter setzte der Vater ein schlichtes Holzkreuz und schrieb die Worte darauf: „Der Tod hat keine Hände!“ – Als der Missionar ihn fragte, was die Inschrift bedeuten solle, gab der Vater zur Antwort: „Ich weiß, dass mir der Tod mein Kind nicht wegnehmen und auf ewig festhalten kann, sondern ich werde meine Tochter bei Jesus wiedersehen. Der Tod hat ja seit Ostern keine Hände mehr!“ Nein, der Tod hat keine Hände. Aber Gott hat starke Hände, die uns bis in Ewigkeit festhalten. Jesus sagt von Menschen, die ihm im Glauben gehören: „Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen“ (Joh 10,29).

 

Eucharistische Erweckung

Die amerikanische Theologin Mary Healy berichtet: Die US-Bischöfe haben seit acht Monaten eine „Eucharistische Erweckung“ initiiert – eine dreijährige Bewegung zur Erneuerung der Kirche durch die Wiederbelebung der Hingabe an die Eucharistie, der Quelle und dem Höhepunkt des christlichen Lebens.

Es gibt noch einen weiteren merkwürdigen „Zufall“, der uns hoffen lässt, dass der Herr etwas Größeres vorhat, als wir jetzt sehen können. Genau zu der Zeit, in der wir Katholiken unsere „eucharistische Erweckung“ erleben, haben eine bemerkenswerte Reihe von protestantischen Gemeindeleitern ihre eigene Art von „Kommunion-Erweckung“ bezeugt – eine Erweckung des Glaubens an die Gegenwart Jesu in der heiligen Kommunion, die in die Richtung des katholischen Glaubens weist. Der berühmte evangelikale Pastor Francis Chan sagte kürzlich: „Ich wusste nicht, dass in den ersten 1.500 Jahren der Kirchengeschichte jeder [das Abendmahl] als den buchstäblichen Leib und das Blut Christi ansah, und erst vor 500 Jahren verbreitete jemand den Gedanken, dass es nur ein Symbol ist und nichts weiter. …. 1.500 Jahre lang waren nie ein Mann und seine Kanzel das Zentrum der Kirche; es waren der Leib und das Blut Christi. … Ich habe davon geträumt. Ich habe dafür gebetet. … Ich würde es lieben, wenn eines Tages in unserem Land, hier in den USA, die Menschen den Leib Christi verstehen würden…“

Der pfingstliche Pastor Benny Hinn hat öffentlich erklärt: „In einer katholischen Kirche werden mehr Menschen geheilt als in einer Pfingstkirche. Das ist eine absolute Tatsache…, weil katholische Menschen die Eucharistie verehren. In einer katholischen Kirche werden während des Abendmahls mehr Menschen geheilt als in der Pfingstkirche, denn für uns ist es [nur] symbolisch. Aber Jesus hat nicht gesagt: ‚Das ist symbolisch für meinen Leib und mein Blut‘; er sagte: ‚Das ist mein Leib und mein Blut’…“

 

Gütig urteilen

Die kleine Sophia hielt zwei Äpfel in ihren Händen. Da fragte ihre Mutter ihre kleine Prinzessin sanft und mit einem Lächeln: „Schatz, kannst du deiner Mama einen der beiden Äpfel geben?“ Das Mädchen sah die Mutter einige Sekunden lang an und biss dann plötzlich in einen Apfel und dann schnell in den anderen. Die Mutter spürte, wie ihr ein Lächeln auf dem Gesicht gefror, und sie bemühte sich, ihre Enttäuschung nicht zu zeigen. Sie war verärgert, dass ihre geliebte Tochter nicht mit ihr teilen wollte. Plötzlich aber streckte das Mädchen einen der angebissenen Äpfel aus und sagte: „Mami, nimm den hier, der schmeckt besser!“

Nur all zu schnell sind wir geneigt, negative Urteile über die Verhaltensweisen unserer Mitmenschen im Herzen zu haben. Wir kennen oft die wahren Motive und Beweggründe nicht. Der hl. Bonaventura sagt: „Jene, die glauben, im geistlichen Leben die größten Fortschritte gemacht zu haben, sind gewöhnlich mehr als alle anderen der Versuchung ausgesetzt, über ihre Nächsten zu richten.“ Der Heilige Geist gibt uns immer wieder Kraft zur rechten Unterscheidung. Wir können uns nicht aller Urteile enthalten, aber wir gehen nicht fehl, wenn wir mit gütigen Urteilen beginnen. Das erspart uns viele verkehrte Gedanken.

 

Lasst euch nicht verwirren!

Aus dem geistlichen Testament von Papst Benedikt XVI.:
„Wenn ich in dieser späten Stunde meines Lebens auf die Jahrzehnte zurückschaue, die ich durchwandert habe, so sehe ich zuallererst, wieviel Grund ich zu danken habe. Ich danke vor allen anderen Gott selber, dem Geber aller guten Gaben, der mir das Leben geschenkt und mich durch vielerlei Wirrnisse hindurchgeführt hat; immer wieder mich aufgehoben hat, wenn ich zu gleiten begann, mir immer wieder neu das Licht seines Angesichts geschenkt hat.

In der Rückschau sehe und verstehe ich, dass auch die dunklen und mühsamen Strecken dieses Weges mir zum Heile waren und dass Er mich gerade da gut geführt hat. … Was ich vorhin von meinen Landsleuten gesagt habe, sage ich nun zu allen, die meinem Dienst in der Kirche anvertraut waren: Steht fest im Glauben! Lasst euch nicht verwirren!  … Ich habe gesehen und sehe, wie aus dem Gewirr der Hypothesen wieder neu die Vernunft des Glaubens hervorgetreten ist und hervortritt. Jesus Christus ist wirklich der Weg, die Wahrheit und das Leben – und die Kirche ist in all ihren Mängeln wirklich Sein Leib. … Endlich bitte ich demütig: Betet für mich, damit der Herr mich trotz all meiner Sünden und Unzulänglichkeiten in die ewigen Wohnungen einlässt.“

 

Die Königsherrschaft Christi

Das Christkönigsfest erinnert uns daran, dass Jesus Christus seine Königsherrschaft über alle Menschen ausbreiten will. Sein Reich ist aber nicht von der Art dieser Welt, sondern es ist ein Reich der Liebe und der Gnade, der Gerechtigkeit und des Friedens.

Aber wir müssen uns im Klaren sein: Die Ausbreitung seines Königreiches ist immer mit einem Kampf verbunden. Jesus hat dies auch ausdrücklich gesagt: „Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen sondern das Schwert.“

Aber dieses Schwert ist nicht zum Kampf gegen andere Menschen bestimmt, sondern es ist ein Zeichen für den geistlichen Kampf, den wir in unserem eigenen Herzen zu führen haben.

Dieser gute Kampf geht in zwei Richtungen und entspricht ganz unserem Taufversprechen: Es gilt einerseits Widerstand zu leisten gegen die Versuchungen zum Bösen. Der heilige Paulus sagt: “Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen“ (Eph 6,16). Auf der anderen Seite geht es darum, dass wir den Kampf aufgeben, den wir gegen die Wahrheit führen. Wir müssen uns Christus im Glauben ergeben. Denn oft genug sind wir noch Widerstandskämpfer gegen seine Gnade. Aber wer sich von der Liebe Christi besiegen lässt, ist kein Verlierer.

Heimweh nach Gott

Jedes Jahr erinnert uns die Kirche mit dem Fest Allerheiligen an die Gemeinschaft der Heiligen. Dazu gehören auch die Armen Seelen im Fegefeuer, die ja früher oder später nach ihrer Läuterung zu den Heiligen im Himmel gehören werden. Es ist wichtig, dass wir uns die Glaubenslehre über die jenseitige Läuterung vor Augen halten. Im Katechismus steht:

„Wer in der Gnade und Freundschaft Gottes stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, ist zwar seines ewigen Heiles sicher, macht aber nach dem Tod eine Läuterung durch, um die Heiligkeit zu erlangen, die notwendig ist, in die Freude des Himmels eingehen zu können. Die Kirche nennt diese abschließende Läuterung der Auserwählten, die von der Bestrafung der Verdammten völlig verschieden ist, Purgatorium, d.h. Fegefeuer. … Schon seit frühester Zeit hat die Kirche das Andenken an die Verstorbenen in Ehren gehalten und für sie Fürbitten und insbesondere das eucharistische Opfer dargebracht, damit sie geläutert werden und zur beseligenden Gottesschau gelangen können. Die Kirche empfiehlt auch Almosen, Ablässe und Bußwerke zugunsten der Verstorbenen“ (KKK 1030f).

Worin besteht diese Läuterung? Man könnte das Leiden der Armen Seelen mit dem „Heimweh“ vergleichen, das für manche Kinder ein großer seelischer Schmerz ist, der fast nicht zu lindern ist, solange sie fern von zu Hause sind. Die Seelen im Fegefeuer werden durch dieses „Heimweh nach Gott“ geläutert, damit ihre Liebe zu Gott vollkommen wird. Die Seelen werden in der Liebe Christi, durch sein Opfer am Kreuz, vollendet. Wir können ihr Heimweh lindern, indem wir ihnen diese Erlöserliebe Christi zuwenden, durch unser Gebet und Opfer, durch die Aufopferung der heiligen Messe und durch die Ablässe, die uns die Kirche gewährt. Vergessen wir die Armen Seelen nicht! Sie warten auf unsere Hilfe.

 

Der Geist Gottes ist ein Geist des Friedens

Am 23. Sept. feiern wir den Gedenktag des hl. Pater Pio. Hier einige hilfreiche Worte zur Unterscheidung der Geister:

„Lasse dich nicht entmutigen, wenn du viel gearbeitet und wenig geerntet hast … Dächtest du daran, wie viel Jesus eine einzige Seele gekostet hat, dann würdest du dich nie mehr beklagen!“

„Der Geist Gottes ist ein Geist des Friedens, und selbst bei unserm größten Versagen erfüllt er uns mit ruhigem, demütigem und vertrauendem Schmerz, das ist die Wirkung seiner großen Barmherzigkeit!“

„Der Geist des Teufels dagegen regt uns auf, macht uns verzweifelt, und der Schmerz wird gewissermaßen zum Zorn gegen uns selbst, während wir gerade gegen uns selbst die erste Liebe haben sollen. Also, wenn dich einige Gedanken aufregen, so wisse, dass sie vom Teufel und niemals von Gott kommen, der Ruhe verleiht, da er ein Geist des Friedens ist!“

„Wenn wir ruhig und geduldig sind, finden wir nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Seele und mit ihr Gott!“