„Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4). Dazu hat er seinen Sohn, Jesus Christus, in die Welt gesandt. Viele Christen sind in Syrien als Märtyrer für Christus gestorben. Aber dieses Blut der Märtyrer ist auch der Same für neue Christen, die auch aus den Reihen derer kommen, die Christus verfolgt haben. Jesus will auch seine Feinde retten.
Von einem Kämpfer des IS wird aus zuverlässiger Quelle berichtet. Genau wie viele andere Kämpfer hat er Menschen getötet, darunter besonders auch viele Christen. Unvorstellbar war, dass er sogar Freude beim Töten hatte, wie er später sagte. Aber einmal passierte ihm etwas, das er nicht verstehen konnte. Kurz bevor er einen Christen tötete, sagte dieser zu ihm: „Ich weiß, dass du mich töten wirst, doch ich gebe dir meine Bibel.“
Aus irgendeinem Grund hat er diese Bibel mitgenommen. Heimlich las er darin. Und danach passierte es, dass er mehrfach von einem „Mann in Weiß“ träumte, der zu ihm sagte: „Du tötest mein Volk!“ Und in den nächsten Tagen fühlte er sich immer schlechter bei dem, was er tat. In einem weiteren Traum lud dieser Mann ihn ein, ihm nachzufolgen. Der IS Kämpfer kehrte um und wurde Christ. Von einem anderen IS Kämpfer wird berichtet: Er wurde in der östlichen Grenzregion Syriens von seinen Leuten als tot geglaubt liegengelassen. Ein katholischer Dominikanerpriester fand ihn später und kümmerte sich um ihn, als er sah, dass er noch gar nicht tot war. Dieser Mann berichtet von einer Nahtoderfahrung. Er musst in die Hölle gehen und dort die Schmerzen erleiden, die er anderen Menschen zugefügt hatte. Er musste sogar die Enthauptungen seiner Opfer durch ihre eigenen Augen miterleben. Dann sprach Gott zu ihm und gab ihm eine zweite Chance. Er durfte wählen, wieder zum Leben zurückzukommen, um für seine Sünden Buße zu tun und den Weg Gottes zu gehen. Das nahm er an. Auch er kehrte um zum Glauben an den wahren Gott.
Glaubenszeugnisse
Kunst zur Ehre Gottes und zum Aufbau der Kirche
Der aus Philadelphia stammende Künstler Neilson Carlin, der die Ikone der Heiligen Familie (siehe Seite 1) gemalt hat, erzählte in einem Interview über seinen Bekehrungsweg zur katholischen Kirche. Auch seine Einstellung zur Kunst und zum Malen haben durch den katholischen Glauben eine neue Richtung bekommen. Seine größte Freude ist es nun, wenn er seine Talent für den Aufbau der Kirche und zur Ehre Gottes einsetzen kann.
Welchen Haltung sich aber in vielen Fällen hinter der sogenannten „modernen Kunst“ verbirgt, das hat der berühmte Maler Pablo Picasso in einem sehr offenen Selbstbekenntnis dargelegt:
„Seit die Kunst nicht mehr die Nahrung der Besten ist, kann der Künstler seine Talente für alle Wandlungen und Launen seiner Phantasie verwenden. Alle Wege stehen einem intellektuellen Scharlatanismus offen. Das Volk findet in der Kunst weder Trost noch Erhebung. Aber die Raffinierten, die Reichen, die Nichtstuer und die Effekthascher suchen in ihr Neuheit, Seltsamkeit, Originalität, Verstiegenheit und Anstößigkeit. Seit dem Kubismus, ja schon früher, habe ich selbst alle diese Kritiker mit zahllosen Scherzen zufriedengestellt, die mir einfielen und die sie um so mehr bewunderten, je weniger sie ihnen verständlich waren. Durch diese Spielereien, diese Rätsel und Arabesken habe ich mich schnell berühmt gemacht. Und der Ruhm bedeutet für den Künstler: Verkauf, Vermögen, Reichtum. Ich bin heute nicht nur berühmt, sondern auch reich. Wenn ich aber allein mit mir bin, kann ich mich nicht als Künstler betrachten im großen Sinne des Wortes. Große Maler waren Giotto, Tizian, Rembrandt und Goya. Ich bin nur ein Spaßmacher, der seine Zeit verstanden hat und alles, was er konnte, herausgeholt hat aus der Dummheit, der Lüsternheit und Eitelkeit seiner Zeitgenossen.“ (Aus: Libro Nero von Giovanni Papini)
Die Dinge mit den Augen Gottes betrachten
Christopher Duffley (heute 14 Jahre alt) versteht es, mit seiner wunderbaren Stimme die Herzen der Menschen anzurühren. Bei seiner Geburt 2001(Frühgeburt) wurde er von seinen Eltern, die beide drogenalbhängig waren, zur Adoption freigegeben. Christine, die Tante von Christopher, nahm sich seiner an und adoptierte ihn. Christopher war blind, autistisch und konnte nicht sprechen. Aber durch die beständige Liebe seiner Adoptiveltern und in der Geborgenheit seiner neuen Familie begann Christopher im Laufe der Zeit durch die Musik zu kommunizieren. Er zeigt frühzeitig ein Talent für die Musik, ein besonderes Talent. Er lernte Klavier, Gitarre, Trompete und Schlagzeug. Zehn Jahre nach der Adoption ihres Neffen schrieb Christine in einem Brief: „Jesus hat nicht gescherzt, als er seinen Jüngern sagte: ‚Wer dieses Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.'“ „Mein Sohn, der nicht mit seinen Augen sehen kann, lehrt uns, die Dinge mit den Augen Gottes zu betrachten“ . Als Familie haben sie „schwere Momente“ durchgemacht, „doch Gott hat unser Leiden immer zum Guten gewendet und große Dinge getan“. Christopher ist schon in über 150 Veranstaltungen aufgetreten.
Quelle: Katholisches.info
Theodor Haecker – Hier bin ich nicht wehrlos
Theodor Haecker (1879 bis 1945) war einer der großen – heute vergessenen – katholischen Schriftsteller und Denker, der mit großer Klarheit die Welt und die Zustände der Zeit im Licht des katholischen Glaubens sah.
Angesichts des nationalsozialistischen Zeitgeistes schriebe er in sein Tagebuch (später als „Tag- und Nachtbücher“ herausgegeben): „Ich habe nicht die Macht zu verhindern, dass heute das Gesindel die Welt regiert, aber gegen eines kann ich mich Gott sei Dank doch wehren, so schwach ich auch bin, dass mir nämlich das Gesindel die Welt erklärt. Hier bin ich nicht wehrlos.“
Als die Gestapo eine Hausdurchsuchung vornahm und Haecker verhörte, kam seine sechzehnjährige Tochter Irene, völlig unerwartet, einige Stunden früher als ausgemacht worden war, in die väterliche Wohnung zurück („auf Eingebung des Schutzengels“, wie sie später selbst bekannte). Sie erblickte im Zimmer die Handschrift der heimlich geführten „Tag- und Nachtbücher“ ihres Vaters, während die Beamten gerade in einer anderen Ecke nach verdächtigen Unterlagen suchten. Geistesgegenwärtig und beherzt ergriff sie das Manuskript und sagte gelassen: „Ich muss jetzt zur Klavierstunde.“ Sie sagte es zu ihrer eigenen Überraschung, da sie das Klavierspiel überhaupt nicht erlernt hatte. Der Beamte meinte, Haeckers Tochter habe ein Notenheft oder eine Partitur an sich genommen, und sagte kurz: „Dann gehen Sie halt!“ Irene brachte das Tagebuch, das, wäre es entdeckt worden, ihrem Vater sicher Konzentrationslager oder Tod durch den Strang eingetragen hätte, zu einem befreundeten Priester. Dort packte sie echte Noten ein. Als sie zurückkam, wurde ihre Tasche von einem Gestapomann durchsucht. Zutage kamen Klaviernoten. Das Verfahren wegen Hochverrats wurde später eingestellt.
Liebe, die Mauern überwindet
Die wahre christliche Nächstenliebe sieht in jedem Menschen das Gute, das Gott in ihn gelegt hat. Sie hat eine große Macht, die die Herzen verändert.
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür hat uns Catharina Lawes hinterlassen. Sie war die Frau von Lewis Lawes, der von 1920 – 1941 Gefängnisdirektor im berüchtigten Gefängnis Sing Sing in der Nähe von New York war.
Als ihr Mann das Amt übernahm, rieten ihr alle Bekannten ab, jemals einen Fuß in das Gefängnis zu setzen. Aber Catharina ließ es sich nicht nehmen dort hinzugehen. Als sie von den verschiedenen Nöten der Gefangenen hörte, begann sie den Männern aktiv zu helfen. Einem verurteilten Mörder, z.B. der blind war, brachte sie die Blindenschrift bei. Sie ermutigte die Gefangenen, sie machte für sie Besorgungen und verbrachte oft viel Zeit mit ihnen, um ihnen zuzuhören. Sechzehn Jahre lang öffnete sie mit ihrem Handeln immer weiter die Herzen der harten Männer. Es herrschte eine ganz andere Atmosphäre. 1937 konnte die Welt schließlich sehen, was ihre Liebe bewirkt hatte.
Als der Direktor einmal nicht zur Arbeit kam, sprach es sich schnell herum, dass Catherine bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Am nächsten Tag wurde sie zu Hause aufgebahrt, eine dreiviertel Meile vom Gefängnis entfernt. Als der stellvertretende Gefängnisdirektor am Morgen seine Runde machte, bemerkte er eine große Menschenansammlung am Tor. Alle Insassen standen dicht gedrängt am Zaun. Tränenüberströmte Gesichter. Niemand sprach ein Wort. Keiner bewegte sich. Sie waren gekommen, um der Frau, die ihnen ihre Zuneigung geschenkt hatte, so nah wie möglich zu sein. Der Gefängnisdirektor traf eine außergewöhnliche Entscheidung. „Also gut, Männer, ihr dürft hingehen. Aber heute Abend erwarte ich euch wieder hier.“ Es handelte sich bei diesen Männern um die berüchtigtsten Gangster Nordamerikas. Aber der Gefängnisdirektor ließ für sie das Tor öffnen, und ohne Begleitung oder Aufseher gingen sie zum Haus von Catherine Lawes, um dieser die letzte Ehre zu erweisen. Und bis auf den letzten Mann kehrten alle zurück. Wahre Liebe verändert Menschen.
Seinetwegen habe ich alles aufgegeben
Als der hl. Paulus bei seiner Bekehrung die Gnade empfangen hatte, Jesus Christus als Erlöser und Retter zu erkennen, hat sein Leben einen neuen Sinn erhalten. Alles, was ihm vorher wichtig war, wurde für ihn bedeutungslos. So konnte er sagen: „Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm zu sein“ (Phil 3,8). Diese Erfahrung machen auch heute noch Menschen, die Jesus kennen gelernt haben.
Ein Beispiel:
Die Feier der Osternacht 2015 in einer Pfarre im Montafon in Vorarlberg, hatte einen besonderen Höhepunkt: Reza und Firouzeh, ein Ehepaar aus dem Iran, empfingen das Sakrament der Taufe. In einem Kirchenblatt-Interview (9.3.2015) haben sie über ihren Bekehrungsweg berichtet.
Reza sah jeden Tag im iranischen Fernsehen die Nachrichten über die Kriege im Irak und in Syrien und er fragte sich, warum dies so sei. Seine Frau entdeckte im Satellitenfernsehen einen Sender in iranischer Sprache, in dem ein evangelischer Pastor von der wahren Freiheit aus dem Glauben sprach, die uns Jesus Christus schenkt.
Durch das Fernsehen lernten sie Jesus Christus und den christlichen Glauben immer besser kennen, so dass sie zur Überzeugung kamen, dass der Glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes, die wahre Religion sei. Im Iran ist es von Staats wegen nicht erlaubt, zum Christentum überzutreten. Ein Übertritt wäre für sie sogar lebensgefährlich geworden.
Reza hatte in seiner Heimat einen hohen Lebensstandard erreicht, eine schöne Wohnung, ein großes Auto und eine sehr gute Arbeit in einer iranischen Firma, die im Persischen Golf Ölplattformen betreibt. Eines Tages war er von seinem Chef vorgeladen worden, weil diesem zu Ohren gekommen war, dass Reza sich dem Christentum zugewandt habe. Daraufhin hat Reza mit seiner Frau beschlossen, alles im Iran zurückzulassen, damit sie getauft werden und den Glauben leben können. Über Wien und Traiskirchen kamen die beiden nach Vorarlberg. In Vandans war für Reza die erste Frage: „Wo ist die Kirche?“ Mit größtem Eifer und mit Freude haben sich die beiden auf die Taufe vorbereitet, und hier bei uns eine neue Heimat gefunden.
In den islamischen Ländern gibt es im Untergrund viele Bekehrungen zum Glauben an Jesus Christus. Viele nehmen größte Opfer, Verfolgungen und Leiden auf sich. Sie geben uns ein Vorbild: Es lohnt sich alles aufzugeben, um Christus zu gewinnen.
Dinge, die sich im Geist und in der Seele abspielen
Er war erst 43 Jahre alt, als er 2009 starb, ein hochbegabter Schriftsteller und gläubige Katholik, aber von Geburt an stumm, gelähmt und ein Leben lang auf Hilfe angewiesen.
Christopher Nolan wurde 1965 in Irland geboren. Aufgrund von Sauerstoffmangel bei der Geburt war er spastisch gelähmt. Er konnte seine Glieder nie kontrolliert bewegen und konnte auch nicht sprechen lernen. Aber Christopher war von Anfang an von seinen Eltern und Geschwistern bedingungslos geliebt und sie taten alles, um ihn zu fördern. Um den Geist Christophers anzuregen, erzählte sein Vater ihm Geschichten oder las ihm aus der englischen Literatur vor. Seine Mutter brachte ihm das Lesen bei. Seine ältere Schwester sang für ihn Lieder und spielte ihm kleine Sketches vor. In den ersten zehn Jahren konnte er sich nur durch das Verdrehen seiner Augen verständigen, das seine Mutter immer besser zu entschlüsseln verstand. Mitte der 1970er Jahre wurde ein Medikament entdeckt, das Christopher ermöglichte, einen (einen!) Muskel in seinem Nacken selbständig zu bewegen.
Mit 11 Jahren wurde ihm ein „Einhorn“ angepasst: eine Art Stab mit Gummispitze, der an seinen Kopf geschnallt wurde und mit dem er durch Nicken die Tastatur einer Schreibmaschine zu treffen versuchte.
Um ihm das Schreiben zu ermöglichen, musste seine Mutter neben ihm stehen, um seinen Kopf stabil zu halten, damit er seine neue Kunstfertigkeit erlernen konnte. So lernte er das Schreiben, auch wenn es für ihn vom ersten bis zum letzten Wort immer eine qualvolle Angelegenheit war. Mehr als fünfzehn Minuten benötigte er oft, um nur ein Wort zu Papier zu bringen.
Durch sein Schreiben offenbarte sich zum Erstaunen aller seine außergewöhnliche intellektuelle und schriftstellerische Gabe. Er konnte endlich alles zum Ausdruck bringen, wenn auch unter großen Mühen, was bisher ohne jegliche Aussicht auf Befreiung in seinem Geist gefangen war. Im Alter von 15 Jahren (1981) veröffentlichte Christopher Nolan sein erstes Buch: eine Sammlung von Gedichten und Geschichten, die weithin große Beachtung fand. 1988, mit 23 Jahren, erschien sein zweites Buch. Er hatte in diesem Roman die Geschichte seiner Behinderung selbst zum Thema gemacht. Erstaunlich ist, wie wenig Bitterkeit über seine Behinderung in dieser Biographie zu spüren, und wie tief sein Denken und Fühlen vom christlichen Glauben geprägt ist. Christopher Nolans Bücher: ein Gedichtband, seine Biographie, ein Theaterstück, ein Roman wurde über die Grenzen Irlands hinaus bekannt und erhielten auch viele Literaturpreise.
Nolans Mutter sagte in einem Interview: „Er hat (Menschen mit Behinderungen) gezeigt, dass das Leben lebenswert ist; dass es im Grunde nicht zählt, ob man an einen Rollstuhl oder an ein Bett gefesselt ist: Was wirklich von Bedeutung ist, sind die Dinge, die sich im Geist und in der Seele abspielen!”
In seinem autobiographischen Roman, in dem er sich selbst Joseph nennt, beschreibt er den entscheidenden Augenblick seines Lebens. Seine Mutter sagte ihm: »’Hör zu, Joseph, du kannst sehen, du kannst hören, du kannst denken, du kannst alles verstehen, was du hörst … du wirst von mir und deinem Vater geliebt. Wir lieben dich, genau so, wie du bist!‘ Die Entscheidung jedoch, die seinem Geist für immer eingeprägt bleiben sollte, fiel an diesem Tag. Er war erst drei Jahre alt, aber von diesem Moment an begann er, den einzigen Funken zu schüren, den er sah: Er war am Leben und, noch viel wichtiger, er war willkommen so wie er war!… Dieser Tag war prägend für den Rest seines Lebens.«
Quelle: Zeitschrift „Lebe“
Gottes Heilspläne
Angesichts von Prüfungen, Leiden und Schicksalsschlägen, die wir selber erfahren oder die wir an anderen Menschen sehen und miterleben müssen, fragen wir uns oft, wie Gott so etwas zulassen kann. Es gibt hier keine unmittelbare Antwort auf diese Fragen. Aber der Blick auf das Kreuz Christi eröffnet uns die einzige erlösende Perspektive. Es geht um das ewige Heil, um die Verwirklichung des Heilsplanes Gottes für uns und für viele andere. Denn aus jedem Kreuz, das mit dem Kreuz Christi vereint wird, strömt für uns selbst und für viele andere immer Segen und Heil. Was es bedeutet, das Leiden aufzuopfern, wird uns im folgenden Zeugnis einer Mutter deutlich:
„Nach dem Autounfall, bei dem ich meinen geliebten Mann verlor, gab es laut Aussagen der Ärzte auch für mich keine Hoffnung auf ein Überleben mehr. Wegen der schweren Verletzungen und der vielen Brüche erwartete man meinen Tod und schickte einen Priester zu mir, der mir die Krankensalbung spendete. Fast zwei Monate war ich dann in einem Zustand der Schwebe — nicht mehr hier und doch am Leben. Ich war so weit bei Sinnen, dass ich Gott bitten konnte: ‚Lass auch mich dort sein, wo mein Mann ist…‘ Aber ich konnte auch meine Schmerzen und Ängste ohne bitteres Klagen aufopfern und mich ganz dem Willen Gottes überlassen. Mein Zustand war so dramatisch, dass meine Kinder mich erst nach acht Wochen zum ersten Mal sehen durften. Ihr Anblick und die erwachende Sorge um sie ließen mich Gott bitten, für sie gesund zu werden. Zum Staunen der Ärzte war ich bald fieberfrei, und nach einigen Monaten kam ich sogar vom Rollstuhl weg. Mein Leben — mein zweites sozusagen — ist seither den Behinderten gewidmet. Ich glaube, Gott wollte es so, denn ich erlebe unfassbar großen Segen bei dieser Arbeit“ (Quelle: KGI).
Beim ‚Vater unser‘ ließ mich die tödliche Macht los
Claudia Koll (geb. 1965) ist eine der bekanntesten Schauspielerinnen Italiens. Durch Skandalfilme wurde sie bekannt und berühmt. Im Jahr 2000 ging sie durch die Porta Santa des Petersdomes in Rom und von da an spürte sie, wie ihr bisheriges Lebenswerk zu zerbröckeln begann. Sie erzählt über ihre Bekehrung:
„Gleich nach der Geburt weihte mich meine Mutter, die sterbenskrank war, der Gottesmutter und übergab mich meiner blinden Großmutter zur Pflege. Meine Oma tat alles für mich, was eine Mutter für ihr Kind tut. Durch einen Faden am Handgelenk war ich mit ihr verbunden, so dass sie jede meiner Bewegungen mitverfolgen konnte. Ihr verdanke ich, dass ich erleben durfte, was es heißt, in der Gegenwart Gottes zu leben. Denn durch ihre Behinderung auf Hilfe angewiesen, bat sie bei allem den Herrn, ihr beizustehen.
Diese Erfahrung prägte sich mir tief ein und wurde meine Rettung, als ich – weit weg von Gott – auf keine menschliche Hilfe mehr zählen konnte. Ich liebte es, Oma zu beschreiben, was ich in den Filmen sah, die sie nur hören konnte. Ihr strahlendes Gesicht weckte in mir schon mit fünf Jahren den Wunsch, Schauspielerin zu werden. …
Nach der Schauspielschule begann ich am Theater zu arbeiten. Doch bald spürte ich den harten Konkurrenzkampf und lernte Armut und Hunger kennen. Welches Angebot, als mich 1992 ein bekannter Regisseur für die Hauptrolle seines Films ‚Cosi fan tutte‘ vorschlug! Geld und eine verlockende Karriere bewegten mich dazu, das natürliche Schamgefühl zu überwinden und die Reize meines Körpers so einzusetzen, wie man es von mir erwartete. Ich hatte Erfolg und wurde durch weitere Filme dieser Art über Italien hinaus bekannt.
Obwohl ich nun erfolgreich und umjubelt war, litt ich gleichzeitig sehr: Ich hatte das Geschenk der Mutterschaft nicht angenommen, keine Familie gegründet, war verschlossen und lebte nur für mich. Mit meinen Rollen verdiente ich zwar sehr viel Geld, doch ich dachte nie daran, anderen, die in Not waren, damit zu helfen. Wie meine Kollegen vergeudete ich maßlos, was ich besaß. Nichts genügte mir. Nichts konnte mich zufrieden stellen. Ich lebte im Reichtum, unter vielen Menschen und war dennoch innerlich einsam und unglücklich. …
Schon seit einiger Zeit suchte ich bei meditativer Musik aus dem New Age und Reiki Hilfe, um mich für meine Filmrollen besser konzentrieren zu können. Als ich eines Abends wieder diese Musik einschaltete in der Hoffnung, wenigstens ein Minimum an innerer Ausgeglichenheit zu fühlen, erlebte ich plötzlich die unsichtbare, aber wirkliche Gegenwart einer Person, die mir befahl: ‚Du sollst hassen!‘ Ohne zu überlegen, antwortete ich: ‚Nein, ich bin geschaffen, um zu lieben!‘ Diese Antwort kam nicht aus mir selbst. Denn da ich weit von Gott entfernt und in Todsünde lebte, wäre ich gar nicht fähig gewesen, so zu denken.
Nachdem ich diese Worte ausgesprochen hatte, spürte ich, wie sich etwas – ähnlich einer Spirale – um meine Füße wand, um mich zu zerdrücken. Ich bekam panische Angst, denn ich verstand sofort, dass diese Kraft mich töten wollte. Der Druck kam meinem Herzen immer näher und begann meinen Atem zu blockieren. In dieser Todesnot ergriff ich ein Kreuz, das mir drei Tage zuvor ein Freund geschenkt hatte, und rief in Erinnerung an meine Großmutter aus ganzem Herzen: ‚Mein Gott, hilf mir!‘ Dann begann ich, laut das Vaterunser zu beten, das einzige Gebet, das mir noch einfiel. In diesem Moment griff Gott in mein Leben ein. Bei den Worten ‚Vater unser‘ ließ mich die fremde, tödliche Macht augenblicklich los. Es war, als würde jemand ein Fenster öffnen, so dass in meine innere Dunkelheit Licht einbrach. Großer Friede durchdrang mich, und ich war mir bewusst, dass mich der Göttliche Vater vor dem inneren und äußeren Tod gerettet hatte.“
Claudia Koll gibt Zeugnis davon, wie Gott sie in seiner barmherzigen Liebe nach dieser ersten Errettung Schritt für Schritt weiterführte, bis sie sich durch die hl. Beichte und ein Leben aus den Sakramenten ganz von ihrem bisherigen Leben in der schweren Sünde abwenden konnte.
„Gott bekehrt durch die Liebe,“ sagt sie. „Immer noch liebe ich es leidenschaftlich, Schauspielerin zu sein. Aber ich spiele nur noch in Filmen, die die Liebe zu Gott fördern. Zudem unterrichte ich an der ‚Star Rose Academy‘ hier in Rom Schauspiel und Theater. Ich träume von einer Kunst, die Gott die Ehre gibt.“
Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen
Alle fünf Minuten wird weltweit ein Christ ermordet – weil er Christ ist. Von all dem aber hören wir kaum etwas in unseren Medien. Mehr als hunderttausend Christen sind im Irak mit brachialer Gewalt von den islamischen Terroristen der IS vertrieben worden, sie haben ihren Besitz verloren, ihr Geld, ihre Dokumente und Pässe; ihre Häuser wurden besetzt dies alles aus einem einzigen Grund: weil sie Christen sind. Der Buchstabe N wird in roter Farbe an Hunderte Haustüren im irakischen Mossul geschrieben. N, das steht für Nasara, für Christ. Wer so ein Zeichen an seinem Grundstück findet, muss um sein Leben fürchten. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ macht seit mehreren Monaten systematisch Jagd auf Andersgläubige. Treten die gefangenen Christen nicht zum Islam über, werden sie oft an Ort und Stelle getötet. Manche konvertieren voller Furcht – trotzdem wird ihnen Sekunden später der Kopf abgeschnitten. Nicht nur im Irak und in Syrien werden Christen blutig von den Moslems verfolgt. Auch in Nigeria verübt die islamischen Terrormiliz Boko Haram Massaker an Christen. Immer wieder überfallen sie Kirchen oder Häuser von Christen und bringen die Menschen um.
Aber das Martyrium dieser Christen trägt auch Früchte: In Syrien
seien durch das Zeugnis dieser aufopferungsvollen Liebe Hunderte, wenn nicht Tausende Muslime zum Glauben an Jesus Christus gekommen.
