Ich war von Jesus Christus fasziniert

Der wachsende Einfluss des Islam in unseren Ländern ist eine Tatsache, an der wir nicht achtlos vorüber gehen können. Wir müssen uns auch im Klaren sein, dass die Christenverfolgung in den islamischen Ländern am stärksten ist. Aber auf der anderen Seite dürfen wir nicht übersehen, dass sich immer wieder Muslime zum Christentum bekehren.

Viele dieser Bekehrten berichten davon, dass sie durch eine besondere Erfahrung, in der ihnen Jesus Christus selbst in einem Traum oder einer Vision erschienen ist, zum christlichen Glauben gefunden haben. Ein Reihe von Bekehrten haben davon Zeugnis gegeben, dass sie auf einer Pilgerfahrt nach Mekka, zum zentralen muslimischen Heiligtum, diese Bekehrung erfahren haben.

Von Frau Nahed Mitualli, einer Lehrerin aus Ägypten wird z.B. berichtet: Sie war eine überzeugte ägyptische Muslima, die alle Pflichten des Islam regelmäßig verrichtet hatte. Sie sagte, sie habe alle Menschen gehasst, die nicht an den Islam glaubten und machte christlichen Schülerinnen in ihrer Schule das Leben schwer. Sie erzählte: „Während einer Pilgerfahrt nach Mekka entdeckte ich die Wahrheit über den Islam“. Seit dieser Erfahrung fing sie bereits in Mekka an, den Islam mit dem Christentum zu vergleichen. „Durch viel Studium begann mein Glaube an Jesus Christus als Retter und Gott… Ich verlor meine Arbeit und Kinder, meinen Ehemann, mein soziales Ansehen und vieles mehr für den wahren Gott“. Sie musst eine ganz neue Existenz aufbauen.
Wegen ihrer Bekehrung zum Christentum müssen diese Gläubigen oft große Opfer auf sich nehmen, aber umso leuchtender für uns alle ist ihr Lebensbeispiel.

Ein weiteres Zeugnis:
»Ich bin jetzt 24 Jahre alt, bin gelernter Schlosser und stamme aus einer einfachen Familie in der Südosttürkei. Mein Vater ist Fernfahrer, meine Mutter Hausfrau. Ich habe noch sechs Geschwister, alle Familienmitglieder sind tiefgläubige Muslime. Vor etwa sechs Jahren begegnete ich in meinem Heimatort jungen Christen und Muslimen, die miteinander über alles offen sprachen, sogar miteinander singen und beten konnten. … Mit der Zeit hatte ich den Wunsch, mehr über den christlichen Glauben zu erfahren. Ich begann die Bibel zu lesen und war von Jesus Christus fasziniert. Die Bibel und Jesus waren eine Überraschung für mich; die Art, wie Jesus mit Menschen umging, faszinierte mich. Das Gottesbild, das mir hier entgegentrat, das kannte ich bisher nicht. Nach einiger Zeit erbat ich den Taufunterricht. Beim Abschluss des Unterrichts stand ich vor einer schwierigen Entscheidung. Ich musste zwischen Jesus und meinen Eltern wählen. Der Vater stellte die Bedingung: „Dein Glaube oder deine Familie!“ – Ich betete und entschied mich für Jesus. Jesus ist für mich so bedeutend, dass ich auch die Eltern für ihn verlassen musste! Endlich wurde ich getauft, ein großes und tiefes Erlebnis für mich. Ein neuer Lebensabschnitt begann. Ich war mir aber auch bewusst, dass ich als Christ mit Schwierigkeiten zu rechnen haben würde. Kurz nach der Tauffeier erschienen in der Tat Beamte der örtlichen Polizei bei mir, und ich wurde als angeblicher Terrorist verhört. Auch viele Freunde wandten sich von mir ab. Deutlich ließen sie mich ihre Verachtung als einen „vom rechten Glauben Abgefallenen“ spüren. Meine Eltern reagierten entsetzt. Für mich begann ein Familiendrama. Ich musste das Haus verlassen – ich hatte ab sofort kein Zuhause mehr. Ich betete viel. Immer wieder suchte ich Kontakt zu meinen Eltern. Wenige Tage vor dem Antritt des Militärdienstes wurden meine Gebete dann erhört: Auf die Vermittlung meiner Mutter hin war mein Vater bereit, mich in seinem Haus zu empfangen. … Inzwischen fühle ich mich in der katholischen Kirche so richtig zuhause! In der heiligen Eucharistie begegne ich Jesus, und ich möchte nur noch das tun, was Jesus von mir will. Jetzt studiere ich mit Freude Theologie und will mich für meine Aufgabe (als Priester) in meiner Heimat gut vorbereiten.«

Audrey Stevenson – Ich gehe, aber ich gehe für einen Seminaristen!

In den 70er Jahren gründete der französische Priester Pater Thevenin eine Gebetsbewegung, die „Theresianische Mission“, durch die vor allem Kinder und Familien  Menschen bestärkt werden, für geistliche Berufungen zu beten und ihr Leben aufzuopfern. Pater Thevenin berichte über das außergewöhnliche Beispiel des Mädchens Audrey Stevenson, die 1991 mit acht Jahren an Leukämie starb und in der Aufopferung ihres Leben für geistliche Berufungen ein beeindruckendes Beispiel gab.

Audrey verbrachte als Zweitälteste mit zwei Brüdern und zwei Schwestern eine glückliche Kindheit. Ihre Eltern waren durch den Familienkongress 1986 zu einem tieferen Glauben gekommen. Lillian, die Mutter der Familie, lernte P. Thevenin kennen, und übernahm die Leitung einer Gruppe der „Theresianischen Mission”, zu der auch die kleine Audrey gehörte. Sobald Audrey mit ihren vier Jahren verstand, dass es bei den Treffen um das Beten für Priesterberufungen geht, war sie die Erste, die das Gebet zu „Maria, Mutter der Priester“ auswendig konnte. Dieses Gebet entzündete in ihrer Kinderseele einen stets wachsenden Eifer, für geistliche Berufungen zu beten.

Anfang August 1990 wurde bei der siebenjährigen Audrey plötzlich Leukämie festgestellt. P. Thevenin, der Audrey im Krankenhaus besuchte, erklärte ihr, dass sie jetzt nicht deshalb krank sei oder leide, weil sie für Berufungen und Priester gebetet habe, da ja viele andere Kinder auch eine Krankheit tragen, obwohl sie nicht beten. Vielmehr habe ihr Jesus das Kranksein anvertraut und bitte sie, es durch die Liebe in ein kostbares Geschenk an Ihn zu verwandeln. Dies verstand das innerlich reife Mädchen sehr gut. Und als ihr die Mutter wenig später erklärte: „Audrey, wir werden jetzt alles tun, was die Ärzte sagen“, entgegnete sie ruhig: „Mami, wir werden das tun, was Jesus im Evangelium sagt. Wir werden einen Tag nach dem anderen leben.“

Diese kindliche Seelenhaltung des täglichen Vertrauens half Audrey während der letzten zwölf Lebensmonate sehr, um ihr frohes Wesen und den inneren Frieden trotz der Angst vor der Chemotherapie und anderen Behandlungen bewahren zu können. Während der schmerzhaften wöchentlichen Rückenmarkspunktionen dachte sie an Jesus in der Wüste und wiederholte sie zum Erstaunen der Ärzte immer wieder langsam die Worte: „… für die Ordensschwestern in Bordeaux, die keine Berufungen haben, für die Seminaristen, für die Berufung von Onkel Mick … ” Onkel Mick war der Bruder ihrer Mutter, der zuerst Priester werden wollte, aber das Seminar wieder verlassen hatte. Später wurde Onkel Mick doch noch Priester und bekannte: „Audrey hat meine Berufung gerettet.“

Dieses Andere-Beschenken war typisch für Audrey. Nach einer Knochenmarkstransplantation z. B., als die Ärzte ihren Zustand falsch einschätzten und sie drängten, doch ein wenig zu gehen, gehorchte sie unter gewaltiger Anstrengung und sagte, in Anspielung auf die Kleine hl. Theresia, die, erschöpft durch die Tuberkulose, jeden Schritt für einen mutlosen Missionar getan hatte: „Okay, Mami, ich gehe, aber ich gehe für einen Seminaristen!”

Als die Ärzte für Audrey medizinisch nichts mehr tun konnten, holten die Eltern ihre todkranke Tochter im Mai 1991 nach Hause. Am 22. August 1991, am Fest Maria Königin, starb sie. Aus den Liebesopfer der kleine Audrey gingen schöne Früchte hervor: Zwei ihrer Geschwister und ein Cousin ergriffen die geistliche Berufung.

Quelle: Triumph des Herzens

Emmanuel – der kleine Missionar und Heilige

Pater Kevin Scallon, der als Missionar in verschiedenen Ländern tätig war und jetzt zusammen mit Sr. Briege McKenna immer wieder Exerzitien für Priester hält, berichtet in seinem Buch „Ich werde selbst kommen“ unter anderem von seinem Einsatz in Nigeria bei einer ausgedehnten Pfarrmission.

In einem der Dörfern auf dem Land lernte er einen Buben mit Namen Emmanuel kennen. Als Pater Kevin in diesem Dorf seine Arbeit begann, besuchte ihn bald Emmanuel in seiner Wohnung. Er war etwa 11 – 12 Jahre alt. Er sagte, dass er ihm gerne bei der Mission helfen wolle. Sein Vater war Katechist in der Pfarre und er selber kenne auch den ganzen Katechismus. Emmanuel reichte dem Pater seinen abgegriffenen Katechismus und forderte ihn auf, ihm eine Frage zu stellen. Er war tatsächlich so gut, wie er sagte, er konnte den Katechismus auswendig. Emmanuel sagte zu Pater Kevin: „Es gibt viele Kinder hier, die nicht getauft sind und andere, die sich auf die Erstkommunion und Firmung vorbereiten müssen. Ich bringe ihnen den Katechismus bei und bereite sie vor. Wenn ich fertig bin, können Sie die Kinder prüfen und sehen, wie sie sich machen.“ Pater Kevin redete noch mit dem Vater von Emmanuel, der ihm bestätigte, dass Emmanuel dieser Aufgabe gewachsen sei.

Und so begann Emmanuel mit seinem Unterricht. Tag für Tag hatte er eine Schar von Kindern um sich, denen er mit erstaunlichem Eifer und Durchhaltevermögen die Glaubenslehre und auch das Beten beibrachte.
P. Kevin schreibt: „Ich betrachtete diesen heiligmäßigen, betenden Jungen voller Bewunderung und mit einer Art heiligen Neides. Er besaß offensichtlich eine tiefere, reichere und persönlichere Beziehung zu Jesus Christus als ich. Zweifellos war Emmanuel dem lebendigen Christus in den Sakramenten begegnet.“

Kurz vor dem Ende der Mission kam Emmanuel zu P. Kevin und sagte: „Herr Pfarrer, meine Schüler sind soweit. Würden Sie sie bitte prüfen?“ Die Prüfung wurde gemeinsam mit dem Katechisten und einigen Lehrern durchgeführt. Es war genau so, wie er versprochen hatte. Sie kannten alle Antworten des Katechismus und hatten ein gutes Verständnis dessen, was die Antworten bedeuteten.

Am folgenden Samstag sollten Emmanuels Schüler die Taufe empfangen und Sonntag darauf zum Abschluss der Pfarrmission die Erstkommunion.
Emmanuel war sehr ärmlich gekleidet. Er hatte keine Schuhe, und sein T-Shirt und seine Hosen hatten schon bessere Tage gesehen. Um ihm ein Geschenk zu machen, schickte P. Kevin ihn mit seiner Mutter ein paar neue Kleider für sein großes Wochenende kaufen. Er kam zurück mit einem neuen Hemd, neuen Hosen und neuen Sandalen. P. Kevin berichtet weiter:

„Am Sonntag vor der heiligen Messe suchte ich Emmanuel und sah, dass er noch immer seine alten Kleider trug. Nach der heiligen Messe fragte ich ihn, was mit seinen neuen Kleidern geschehen sei. Er sagte: ‚Herr Pfarrer, bitte seien Sie mir nicht böse, lassen Sie es mich erklären. … Erinnern Sie sich an eine Ihrer Predigten, als Sie über den heiligen Martin sprachen? Er war ein Soldat und gab die Hälfte seines Mantels einem Bettler, der im Schnee wartete, und in derselben Nacht erschien Christus dem heiligen Martin, gekleidet in seinen Mantel. – Am Sonntag, als ich in mein Dorf zurückkehrte, traf ich einen Jungen, der weinte. Ich fragte ihn: Warum weinst du? Er sagte, dass er am Sonntag zur Erstkommunion gehen sollte und keine anständigen Kleider dafür besaß.‘ Ich erwiderte: ‚Sag mir nicht, was du getan hast, Emmanuel!‘ ‚Ja, Herr Pfarrer‘, fuhr er fort. ‚Was hätte ich sonst tun sollen? Ich sagte zu dem Jungen: Nimm diese neuen Kleider. Sie sind für dich.‘ Er zeigte mit seinem Finger auf jemanden und erklärte: ‚Sehen Sie, Herr Pfarrer, dort drüben ist er!‘ Und wirklich, ein paar Meter entfernt stand er. Er trug Emmanuels neues Hemd und die Hosen und die Sandalen. Ich war so bewegt, dass ich kaum sprechen konnte.“

Einige Monate nach dieser Dorfmission erhielt P. Kevin einen Brief vom Pfarrer jenes Dorfes. Er schrieb: „Du erinnerst dich bestimmt an deinen Freund Emmanuel. Ich muss dir sagen, dass er vor ein paar Wochen krank wurde. Wir brachten ihn ins Krankenhaus, und die Schwestern diagnostizierten schnell, dass er an Tuberkulose litt.

Trotz all ihrer Bemühungen konnten sie ihn nicht retten, er starb friedlich, nachdem er die heilige Kommunion empfangen hatte. Als ich ihn zum letzten Mal besuchte, sagte er zu mir: ‚Wenn ich in den Himmel gehe, schreiben Sie Pater Kevin und bitten Sie ihn, die heiligen Messe für mich aufzuopfern!'“ Das sind die Heiligen unserer Zeit.

Quelle: Gekürzt und zusammengefasst aus dem Buch von P. Kevin Scallon, Ich werde selbst kommen, Miriam-Verlag

Im Namen der Menschenrechte

Im September dieses Jahres wird der Heilige Vater England besuchen und bei dieser Gelegenheit Kardinal John Henry Newman seligsprechen, der 1845 aus der anglikanischen zur katholischen Kirche konvertierte und durch sein Beispiel und seine Schriften bis heute großen Einfluss ausübt.
Im Vorfeld gab es in den Medien einige Stellungnahmen zum Papstbesuch, die einerseits lächerlich klingen, aber doch sehr anschaulich die Geistesströmung wiedergeben, in der wir heute stehen.

Der atheistische Naturwissenschaftler Richard Dawkins, der durch seine aggressiv  kirchenfeindlichen Bücher bekannt wurde, will einen Strafantrag gegen den Papst stellen und ihn verhaften lassen wegen „Verbrechen gegen die Menschenrechte“.

Und in einem internen Vorbereitungspapier des Londoner Außenamtes, das einer Zeitung zugespielt und veröffentlicht wurde, haben sich Mitarbeiter einen schlechten Scherz erlaubt und den Programmvorschlag gemacht: Benedikt solle in Großbritannien eine Abtreibungsklinik eröffnen, ein gleichgeschlechtliches Paar segnen und eine neue KondomMarke unter seinem Namen herausbringen.

Die Regierung hat sich zwar wegen dieser Entgleisung beim Vatikan entschuldigt, aber sie betreibt weiterhin eine Gesetzgebung, die unter dem Deckmantel der „Antidiskriminierung“ und der sogenannten „Menschenrechte“ die Freiheit und die Rechte der Kirche immer mehr einschränkt.

So müssen jetzt alle katholischen Institutionen, die Kinder zur Adoption an Ehepaare vermitteln, geschlossen werden, weil sie sich weigern, Kinder an homosexuelle Paare zu vermitteln.

Ein christlicher Parlamentskandidat wurde aus der Partei ausgeschlossen, weil er sagte, dass Homosexualität „nicht normal“ sei.

Mörder bekehrte sich zum Christentum

In einigen Teilen Indiens haben die Christen, die oft ein kleine Minderheit sind, von Seiten der Hindus und Moslems immer wieder schwere Verfolgungen zu erleiden.

Vor 15 Jahren wurde in der indischen Diözese Indore die Ordensfrau Schwester Rani Maria ermordet. Sie half vor allem den Armen in den zahlreichen Dörfern der indischen Ureinwohner, die im hinduistischen Kastenwesen auf der sozialen Stufenleiter ganz unten stehen und noch häufig unterdrückt werden. Im Zusammenhang mit politischen Wahlen wurden sie von eine Hindu-Partei als eine „Aufwieglerin“ angesehen.

Die Parteianhänger engagierten einen hinduistischen Auftragsmörder, der am 25. Februar 1995 Schwester Rani Maria ermordete.

Pater Cherian, der Pressesprecher der Diözese Indore, berichtet nun, dass sich Samandar, der Mörder, noch im Gefängnis zum Christentum bekehrte und sich taufen ließ. „Er zeigte tiefe Reue für seine Tat und sprach seither schon oft öffentlich über Christus und die Vergebung, die er erfahren hat.“ In einem Brief schrieb Samandar, dass „das Christentum die Hoffnung Indiens“ ist.

Haiti – Hoffnung aus der Asche

Die Hauptstadt von Haiti, Port-au-Prince, wurde am 12. Jänner 2010 von einem schweren Erdbeben fast vollständig zerstört. Von den 1,3 Millionen Einwohnern sind nach letzten Schätzungen etwa 300.000 ums Leben gekommen und eine große Zahl schwer verletzt worden. Die katholische Hilfsorganisation „Kirche in Not“ hat einen berührenden Augenzeugenbericht eines Priesters veröffentliche, der nach Haiti gereist war, um dort zu helfen. Hier einige Abschnitte aus seinem Bericht vom 1. März 2010:

In Port-au-Prince gibt es auch jetzt, mehr als einen Monat nach dem Erdbeben, kaum Hilfe. Die Krankenhäuser mit den Schwerkranken stehen unter der Kontrolle der US-Amerikaner und der UNO, wie eigentlich die ganze Stadt.

Doch außerhalb der Krankenhäuser liefert in der Stadt keiner Essen aus, keiner hilft, den Schutt wegzuräumen, keiner entsorgt den Müll. In Port-au-Prince türmen sich überall Berge von Schmutz. Die Leute leben auf der Straße in provisorischen Zelten aus Besenstielen und Bettwäsche. Fliegen, schlechter Geruch, dreckiges Abwasser am Rande der Bürgersteige. Die Welt muss das sehen und unsere haitianischen Geschwister aus dieser unmenschlichen Situation herausholen. …

Neben den Ruinen der Kathedrale, auf dem großen Vorplatz, ist ein Krankenhaus aus Leinentüchern aufgestellt worden. Das zusammengestürzte Gotteshaus hat einen riesigen Berg der Nächstenliebe und der Menschlichkeit hinterlassen. Alle Leidenden und Verlassenen finden hier Gehör und Hilfe. …
Der erste in einer endlosen Reihe von verstümmelt daliegenden Menschen heißt „Christus“. Ja, das ist sein Name: Christus. Er dürfte etwa 35 Jahre sein und liegt da, wie ein steifes Stück Fleisch, befallen von Tetanus. Und doch hört er nicht auf zu lächeln: „Christus, glaubst du an Gott, hoffst du auf ihn, liebst du ihn?“ „Ja, mon père“, antwortet er. „Ich bin mehr als sicher, dass Er mir das ewige Leben bringen wird.“

„Und wünschst du dir die Beichte und die Krankensalbung?“ „Nichts könnte ich mir mehr wünschen, aber Pater, geben Sie mir auch ein Stück Brot und Salami, ich bin hungrig.“ Christus liegt auf einer Pritsche im Freien, er lächelt und grüßt, ist fast nackt, nur mit einer Windel bekleidet.

Nachdem ich ihm die Krankensalbung gespendet habe, weint er und dankt dem Allmächtigen für das Ewige Leben. Die Ärzte haben gesagt, sein Ende sei nahe. Sie können ihn nicht retten.

Ein paar Betten entfernt liegt Merlin, ein ewiges Lächeln in seinem schwarzen Gesicht. Im ganzen Krankenhaus ist nicht eine einzige Beschwerde zu hören, keine Proteste, kein Zorn über das, was passiert ist. Ich habe noch nie so viel Edelmut gesehen! Vielmehr schwebt im Hintergrund die Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens. Vor dem Priester mit dem Salböl der Kraft und des Trostes sagt Merlin laut: „Danke, Jesus! Du bist zu mir gekommen, um mich zu besuchen. Ich würde das für nichts tauschen, weil ich meinen Herrn gesehen habe.“ Auch Merlin ist verstümmelt und hat Tetanus, am nächsten Tag wird ein anderer Haitianer in seinem Bett liegen. Er starb in meinen Armen. …

Ich könnte viele Geschichten wie diese erzählen. Die Haitianer sind ein großartiges Volk. Sie haben warme Herzen, die sich langsam der Zukunft öffnen. Die Lage ist ernst, kritisch, bitter, aber die Menschen sind Giganten des Glaubens, bewaffnet mit Mut und Hoffnung.

(Quelle: kircheinnot.wordpress.com)

Nick Vujicic – Gottes Hände und Füße

Jeder andere in seiner Situation hätte schon längst aufgegeben. Er nicht. Nick Vujicic reist um die ganze Welt und motiviert andere, Mut im Leben zu fassen.

Nick Vujicic wurde am 4. 12. 1982 in Melbourne/Australien als Sohn eines Pastors geboren. Die Schwangerschaft war unkompliziert. So war es zuerst einmal für die Eltern ein schwerer Schock, als sie sehen mussten, dass ihrem Kind völlig die Arme und Beine fehlten! Nur am Oberschenkelansatz hat er einen kleinen Fuß mit zwei Zehen. Es dauerte einige Zeit, bis seine Eltern ihn annehmen konnten. Vier Monate konnte die Mutter ihr Kind nicht in den Arm nehmen. Doch dann waren es seine Eltern, die ihn begleitet und stets motiviert haben.

Das Leben in seiner Schulzeit war schwer. Er lernte mit seinem kleinen Fuß zu schreiben, langsam selbständig zu sein. Und dennoch wollte er sich das Leben nehmen. Was sollten seine Aussichten für sein Leben sein? Wozu könnte er schon fähig sein? Nur eine Belastung für die anderen. Dann findet er zum Glauben. Sein Leben nimmt eine radikale Wendung, als er mit 15 Gott bittet, in sein Leben zu kommen. Bis jetzt hat er immer geglaubt, Gott hat ihn sicherlich vergessen. Aber auf einmal verstand er, dass Gott ihn nicht vergessen hatte, sondern dass er im Gegenteil einen ganz besonderen Plan mit ihm hatte. „Viele von uns glauben, dass Gott zuerst unsere Umstände ändern muss, bevor wir ihm wirklich vertrauen wollen“, sagt Nick in einem Interview. „Aber das Großartige an Gott ist, dass er dein Herz noch vor den Umständen ändern kann. Und wenn er nicht das Wunder an mir tut, so macht er, dass ich selbst das Wunder für jemand anderen werde.“ Und mit leuchtenden Augen fährt er fort: „Mein Leben ist vielleicht ein einfaches Beispiel, wie Gott einen Menschen ohne Arme und Beine dazu brauchen kann, seine Hände und Füße zu sein.“

„Es bringt uns nichts, äußerlich perfekt zu sein, wenn wir innerlich zerbrochen sind!“ ist nur eines seiner Lebensmottos, die er in seinen Vorträgen weitergibt. Nick sagt: „Ich habe mich entschieden, dankbar zu sein für das, was ich tun kann und nicht wütend zu sein über das, was ich nicht tun kann!“
Und das ist Nick tatsächlich. Er reist durch die ganze Welt als Motivationstrainer und Redner und berührt die Menschen überall, wo er hinkommt. Sei es in Schulen, vor Wirtschaftsleuten oder im Gefängnis bei den Schwerstverbrechern.

ZEUGNIS: Jenna hat vier Selbstmordversuche hinter sich. Ihre Kindheit war geprägt von Gewalt und Verachtung. Sie bedankt sich bei Nick: „Ich erinnere mich noch genau an den Morgen, als du in meine Gemeinde kamst, um dort einen Vortrag zu halten. Ich hatte damals einen Schutzwall um mein Herz errichtet, doch durch deine Worte brauchte es nicht lange, bis mein innerer Widerstand gebrochen war und Tränen meine Wangen hinunterliefen. In diesem Moment wusste ich, dass ich es konnte, dass ich leben konnte, dass ich einen Grund dazu hatte: Ich bin einzigartig. Obwohl dieser Tag für mich einer von vielen war, an denen ich nicht aufgab, war er doch ganz besonders, denn es war der erste seit langer Zeit, an dem ich auch nicht aufgeben wollte. An diesem Tag hast du mich berührt, zwar nicht mit deiner Hand, aber mit deinem Herzen und hast mir eines der größten Geschenke gegeben, das ich jemals bekommen habe: nämlich HOFFNUNG! Danke Nick!“

Südsudan – ein Blinder wird zum Missionar

Als Jesus nach seiner Auferstehung den Aposteln erschien gab er ihnen den Auftrag zur Mission: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ Mk 16,15. Dieser Auftrag gilt nicht nur für besonders berufene Missionare, sondern für jeden Christen. Ein „Weißer Vater“, der zur Kongregation der Afrikamissionare gehört, erzählte folgende wunderbare Begebenheit, die uns im missionarischen Geist stärken kann:

Im Südsudan wurden die Christen in den letzten Jahrzehnten, seit die Moslems die Mehrheit haben, auf das Blutigste verfolgt. Alle Missionare wurden des Landes verwiesen. Einige starben für den Glauben. 15 Jahre lang durfte kein einziger Missionar wieder einreisen und die Missionierung weiter betreiben.

In einem Dorf war ein Mann, der erblindet war. Er ist Christ geworden. Diesem Mann war es zu verdanken, dass in seinem Dorf und in den umliegenden Dörfern während der Zeit der Abwesenheit der Missionare der katholische Glaube erhalten blieb, denn er stolperte von einem Haus zum anderen, von einem Dorf zum andern und erzählte den Menschen von Jesus Christus und von allem, was er in der Katechese von den Missionaren gehört und gelernt hatte. 15 Jahre lang!!

Leszek Kolakowski – wider die Selbstvergötterung des Menschen

Am 17. Juli 2009 ist Leszek Kolakowski in Oxford gestorben. Er war einer der großen, vom katholischen Glauben inspirierten Philosophen unserer Zeit, der es verstand, mit treffenden Argumenten den vorherrschenden Zeitgeist zu hinterfragen. Kolakowski hat im Laufe seines Lebens eine grundlegende Wende vollzogen, denn zuerst war er ein überzeuter, marxistisch atheistischer Philosoph, bis er den Sozialismus durchschaute.

Kolakowski wurde 1927 in Radom in Polen geboren, die Familie war linksintellektuell und, wie es heißt, „freidenkerisch“ und es zeigte sich bald, dass er eine große intellektuelle Begabung hatte. Er verlor seinen Vater, der von den Deutschen umgebracht wurde. Als der Krieg zu Ende war, schloss er sich der kommunistischen Jugend und dann auch der Partei an. Kolakowski wurde zum Wunderkind der marxistischen Philosophie. Da in Polen die katholische Kirche sehr stark war, setzte er sich auch stark mit der Glaubenslehre auseinander, um sie als „Irrtum“ zu widerlegen und anzugreifen. Aber auf diesem Weg erkannte er, dass nicht der katholische Glaube, sondern der Sozialismus die große Lüge war. 1956 sprach Kolakowski bei einer Konferenz in Ostberlin über das „Problem der Freiheit im Lichte des wissenschaftlichen Sozialismus“. Er stellte dabei in Frage, dass der Kommunismus seine Heilsversprechen in einer klassenlosen Gesellschaft verwirklichen könne. Damit war die Katze aus dem Sack. 1966 wurde er aus der Partei ausgeschlossen. Er musste Polen verlassen und wurde später Professor in Oxford. In seinen Schriften setze er sich vor allem mit dem Thema „Freiheit“ auseinander und deckt kritisch die „Selbstvergötterung des Menschen“ auf, die sich heute in vielfacher Weise vollzieht.

(Vgl: FAZ vom 20.07.2009 Seite 25)

Zitate von Leszek Kolakowski

„Die Vorstellung von einem nicht-totalitären Kommunismus erinnert mich an geröstete Schneebälle.“

„Was heißt »Selbstverwirklichung“? Der Mensch kann sich selbst vielfältig verwirklichen – einer hat das Potenzial, um heiliger Franz zu werden, anderer hat das Potenzial, Hitler zu werden. Sollen wir denn sagen, dass unsere Aufgabe darin besteht, jedem Menschen sein Potenzial verwirklichen zu lassen, unabhängig davon, welches Potenzial es ist?“

„Folgten wir nur der Tradition, lebten wir noch immer in Höhlen, folgten wir nur dem Fortschritt, wäre dies bald wieder der Fall.“

Jesus! Ich bin’s! Ich komme Dich besuchen!

Es ist uns leider viel zu wenig bewusst, wer es ist, der unter uns im Sakrament der Eucharistie gegenwärtig ist: es ist Jesus Christus selbst. Unsere Kirchen sind „bewohnt“! In den heiligen Hostien, die im Tabernakel aufbewahrt werden ist Jeus selbst unter uns da mit Leib und Blut. das ist eine Einladung, ihn immer wieder dort zu besuchen und im Gebet bei ihm zu verweilen. Der Herr lässt eine solche Liebe nicht unbeantwortet.

Was Jesus selbst einmal für einen solchen treuen Besucher getan hat, der immer wieder bei ihm in der Kirche verweilte, das hat eine Frau, die in Paris Obdachlose betreute, in einer Lokalzeitung berichtet.

Paul war einer dieser Obdachlosen. Er hielt sich gerne vor der Kirche St. Jakob (in Paris) auf, war gutmütig und freundlich und bettelte meist um Almosen. Jeden Tag aber ging er in Kirche und verbrachte dort einige Zeit. Als die Frau ihn einmal fragte, ob er in der Kirche bete, da sagte Paul, dass er nicht beten könne und es nie gelernt habe; aber er setzt sich einfach in die Bank und sagt: „Jesus! Ich bin’s, Paul! Ich komme Dich besuchen!“ Und dann bleibe er ein Zeitlang dort sitzen, damit jemand da sei.

Eines Tages war Paul verschwunden. Er hatte schon länger gesundheitliche Probleme. Die Frau erkundigte sich im Spital und fand ihn dort wieder. Paul ging es schlecht, sie konnte kaum mit ihm sprechen und sie brachte in Erfahrung, dass er nach ärztlicher Prognose bald sterben würde.

Am nächsten Tag ging die Frau noch einmal ins Spital mit dem Gedanken, dass Paul ganz nahe dem Tod war oder schon verstorben sei. Aber als sie ins Zimmer kam, erlebte sie eine Überraschung. Paul saß aufrecht am Bettrand, sah ganz gesund und völlig verwandelt aus. Ein Ausdruck von großem Glück strahlte aus seinem Gesicht. Als die Frau ihn verwundert fragte, was denn passiert sei, da erzählte er ihr: „Na ja, es war heute morgen, da ging es mir gar nicht gut; dann habe ich plötzlich jemand hier am Fußende meines Bettes stehen sehen. Er war schön, unbeschreiblich schön. Das kannst du dir gar nicht vorstellen! Er lächelte mich an und sagte. ‘Paul! Ich bin’s, Jesus! Ich komme dich besuchen! …“