Ich blickte auf das Antlitz Christi

In seinem bisher nur in englischer Sprache erschienenen Buch: The Big Hustel (Der große Schwindel), die Geschichte eines Bostoner Straßenkindes über Sucht und Erlösung, schildert Jim Wahlberg seinen Weg der Bekehrung und auch der Heilung seiner Familie. Es ist die ungeschminkte und manchmal brutale wahre Geschichte von Jim, dem fünften von neun Kindern, die in einem irisch-katholischen Arbeiterviertel außerhalb von Boston aufwuchsen. Da Jim sich viel in den Straßen der Stadt herumtrieb, geriet er schon früh in seiner Jugend in die Drogenszene, in Kriminalität und Alkohol hinein.

Als Jim im Alter von 22 Jahren zum zweiten Mal ins Gefängnis kam, wurde er wegen Einbruchs zu sechs bis neun Jahren verurteilt, wobei er wegen Hausfriedensbruch lebenslänglich bekam. Er war in die Wohnung eines Bostoner Polizisten eingedrungen und hatte sich an den verkaufbaren Sachen und dem ganzen Bier im Kühlschrank bedient. Der Polizist kam nach Hause, fand Jim ohnmächtig und betrunken am Küchentisch vor, prügelte ihn windelweich und verhaftete ihn.

Aber Jim hatte einiges aus seinem Leben auf der Straße und seiner ersten Gefängnisstrafe gelernt. Er wusste, wie er sich durchschlagen konnte. Und er wusste, dass er etwas tun musste, wenn er nicht die volle Strafe verbüßen wollte.

Er tat, was er am besten konnte: Er passte sich an. Er schuf die Illusion, dass er sich ändern wollte, dass er ein Musterhäftling geworden war und nicht ein Typ, der unbedingt raus wollte, solange er noch jung genug war, um mehr zu trinken, mehr zu stehlen und mehr Drogen zu nehmen.

Doch das Spiel, das er als Musterhäftling auch dem katholischen Gefängnisseelsorger vorspielte, wurde ernst, als die hl. Mutter Theresa von Kalkutta ins Gefängnis zu Besuch kam. “Ich kann diesen Tag ausdrücklich als den Wendepunkt in meinem Leben bezeichnen”, sagte Jim.

Der Kardinal von Boston, der mit Mutter Teresa gekommen war, feierte mit den Häftlingen eine hl. Messe. Mutter Teresa saß nicht auf dem schönen Stuhl, der für sie bereitgestellt war, sondern sie kniete auf dem Boden. Jim sagt: “Ich konnte meine Augen nicht von ihr abwenden. Ich blickte auf das Antlitz Christi. Das war es, was ich sah. Als sie zu uns sprach, waren es Worte der Liebe und Barmherzigkeit. Alles, was sie sagte, war auf uns ausgerichtet – dass wir mehr waren als das, was uns hierher gebracht hat, dass nichts zu groß für Gott war. Dieser Tag hat mein Leben völlig verändert. Ich ging danach zum Gefängniskaplan und sagte: ‘Hochwürden, ich möchte mehr über Gott wissen. Ich möchte mehr über Jesus Christus wissen’. Am nächsten Tag begann ich, mich auf meine Firmung vorzubereiten.”

Allen Widrigkeiten zum Trotz wurde er “clean”, kam von den Drogen los, wurde wegen guter Führung früher entlassen, heiratete und gründete eine Familie. Jim widmete sein neues Leben als ehemaliger Süchtiger der Arbeit mit Süchtigen und gab in Vorträgen Zeugnis davon, dass Heilung von den Drogen möglich ist. Aber nichts hätte ihn auf das vorbereiten können, was als Nächstes kam. Seine Entdeckung, dass sein eigener Sohn süchtig war, stürzte Jim in eine Krise – eine Krise, die ihn tiefer in seinen Glauben und zu einer inneren Heilung führte, die er nie für möglich gehalten hätte.

Dieses Buch ist ein Zeugnis von Gottes Macht und eine Einladung an uns alle, auch in den dunkelsten Zeiten auf die Gnade Gottes zu hoffen.

 

Ich betete intensiv und hatte keine Ruhe

Jesus hat seinen Jüngern in seinen Endzeitreden angekündigt, dass alle möglichen Katastrophen, Hungersnöte, Seuche, Kriege und Verfolgungen  kommen werden. Aber er sagt uns auch: ‘Lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort’ (Lk 21,9). Was wir aber tun können, ist das unablässige Gebet.

Seit Monaten (2019-2020) herrscht in Ostafrika eine Heuschreckenplage von unermesslichem Ausmaß. Ganze Landstriche werden von den Heuschreckenschwärmen kahlgefressen. Die Folge sind steigende Armut, Unterernährung, Anfälligkeit für Krankheiten und eine Zunahme von Waisenkindern.

Geoffrey Musava Matiti aus Kenia ist ein tiefgläubiger ev. Gemeindeleiter. Er hatte auch einige Kinderheime für Waisenkinder gegründet. Damit er die Heime versorgen kann, betreibt er in Kimbumbu (einem Dorf außerhalb der Stadt Zombe) eine Landwirtschaft. Hier lebt Geoffrey mit Familie und Waisenkindern.

Als ihn die Meldung erreichte, dass die Heuschrecken sich nun in Richtung Zombe bewegten, bäumte sich etwas in ihm auf: “Nein! Das darf nicht geschehen!”, sagte er. In seinem Leben hat er schon viele Wunder erlebt, und so war er überzeugt, dass Gott auch in dieser Sache das letzte Wort haben kann. Geoffrey stand regelmäßig um drei Uhr früh auf, umschritt das große Grundstück und betete inständig, dass Gott der Plage Einhalt gebiete. Seine Ehefrau Elizabeth, die sich gerade in einer anderen Stadt befand, rief ihn an und sagte: “Ein Schwarm ist an uns vorbeigezogen und kommt auf Zombe zu.” Übernatürlicher Glaube erfasste Geoffrey und er gebot dem Schwarm, die Richtung zu ändern und zu verschwinden. Viele Leute wurden Zeugen, dass der riesige Schwarm ohne ersichtlichen Grund die Flugrichtung änderte.

Tage später kam der nächste Schwarm. Und diesmal schien er nicht aufhaltbar zu sein. Der Wind blies die Insekten direkt Richtung Zombe. “Ich betete intensiv und hatte keine Ruhe.” Gottes Wirken beim ersten Heuschreckenschwarm hatte ihn ermutigt und so suchte er wieder Gottes Hilfe. “Die Heuschrecken kamen näher. Ich sah die dunkle Wolke auf uns zukommen. Die Leute hatten Angst und versuchten die Heuschrecken mit Lärm zu vertreiben.” Geoffrey, erneut von starkem Glauben erfüllt, stand auf, streckte seine Hand aus und gebot den Heuschrecken im Namen von Jesus, die Richtung zu ändern und zu verschwinden. Und diesmal konnte er mit eigenen Augen sehen, wie der Schwarm abdrehte. Zweimal hatte Gott ihr Grundstück verschont. Doch die Gefahr war noch nicht gebannt. Geoffrey betete intensiv weiter und es dauerte nicht lange, bis der nächste herannahende Heuschreckenschwarm gemeldet wurde. Da hatte Geoffrey einen Anflug von Kühnheit, stellte sich in Richtung der Heuschrecken auf und gebot: “Im Namen von Jesus: Geht dorthin, wo ihr hergekommen seid!” Zeugen berichteten daraufhin von einem äußerst seltsamen Phänomen: Die Heuschrecken drehten um und bewegten sich gegen den Wind in der Richtung zurück, aus der sie gekommen waren. “Ich habe noch nie gehört, dass Heuschrecken dorthin zurückgehen, wo sie schon alles abgefressen haben. Dass sich ein Schwarm direkt gegen den Wind bewegt, ist mir ebenfalls neu.” Was ihm jedoch weniger neu ist: Im Namen von Jesus liegt eine Kraft, gegen die selbst die größte Heuschreckenplage von Hunderten Millionen von Insekten nicht ankommen kann!

 

Sie sahen die Engel

Hunderte Christen wurden allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 bei Angriffen durch islamische Terroristen in Nigeria getötet. Die Hilfsorganisation “Barnabas Fund” berichtet, dass 76 Männer, Frauen und teils kleine Kinder, die sich vom Islam zum Christentum bekehrt hatten, gefangen genommen und in einem Terroristenlager von Boko Haram gefoltert wurden. Die vier Männer, Leiter der Gruppe, wurden mit vorgehaltener Waffe aufgefordert, ihrem Glauben an Jesus abzusagen und zum Islam zurückzukehren. Als sie sich weigerten, wurden die Männer vor den Augen ihrer Familien und Freunde umgebracht.

In der darauffolgenden Woche wurden die Ehefrauen der vier ermordeten Männer ebenfalls aufgefordert, ihrem Glauben abzusagen – ansonsten würden ihre Kinder ermordet. Die Frauen saßen bis in die Nacht zusammen und wussten nicht, wie sie sich entscheiden sollten, als plötzlich die Kinder angerannt kamen und sagten, der Herr Jesus sei ihnen erschienen und habe gesagt, dass alles gut werden würde. Am nächsten Morgen stellten die Terroristen die Kinder – die Jüngste war gerade vier Jahre alt – an einer Wand auf und sagten den vier Müttern erneut, dass sie ihre Kinder retten könnten, indem sie Jesus absagten und zurück zum Islam kehrten. Die Mütter weigerten sich. Die Soldaten luden ihre Gewehre und waren kurz davor zu schießen, als sie sich plötzlich an die Köpfe griffen, wie wild schrien und riefen: “Schlangen, Schlangen.” Manche rannten weg, andere fielen auf der Stelle tot zu Boden.

Einer der gefangenen Christen wollte das Gewehr eines der toten Soldaten aufnehmen, um die fliehenden Boko-Haram-Mitglieder zu erschießen, aber das vierjährige Mädchen legte ihre Hand auf seinen Arm und sagte: “Das musst du nicht tun. Siehst du nicht die weißgekleideten Männer, die für uns kämpfen?” Alle 72 Christen überlebten und befinden sich mittlerweile in anderen Gegenden Nigerias, in denen es für Christen sicher ist.

 

Ich bin Diener Christi und deshalb im Gefängnis

In China hat die Verfolgung der Christen eine neue Eskalationsstufe erreicht. Das Regime hat Gesetze eingeführt, die eine vollständige  Unterwerfung der Gesinnung unter die Kommunistische Partei Chinas einfordern. Viele Christen der Untergrundkirche werden eingesperrt.

Von einem evangelischen Pastor gelangte das folgende Zeugnis aus dem Gefängnis an die Öffentlichkeit: »Indem Gott mich zunächst meine persönliche Freiheit verlieren lässt , hoffe ich, dass er mich dazu nutzt, jenen, die mir meine persönliche Freiheit genommen haben, zu zeigen, dass es eine Autorität gibt, die über der ihren steht, dass es eine Freiheit gibt, die sie nicht einschränken können, eine Freiheit, die die Kirche des gekreuzigten und wieder auferstandenen Jesus Christus erfüllt. Ganz egal, welche Verbrechen die Regierung mir auch vorwerfen mag, mit welchem Dreck sie mich auch bewerfen mag – so lange sich diese Vorwürfe auf meinen Glauben beziehen, auf meine Schriften, meine Kommentare und meine Lehren, handelt es sich bloß um eine Lüge und eine Versuchung durch die Dämonen. Ich weise sie kategorisch zurück. Ich werde meine Bestrafung absitzen, aber ich werde nicht dem Gesetz dienen. Ich werde hingerichtet werden, aber ich werde mich nicht schuldig bekennen. Diejenigen, die mich wegsperren, werden eines Tages von Engeln weggesperrt. Wer mich verhört, wird letztlich von Christus befragt und beurteilt werden. Wenn ich daran denke, erfüllt mich der Herr mit einer natürlichen Anteilnahme und Trauer für diejenigen, die versuchen, mich einzusperren, oder es aktiv tun. Ich bete darum, dass der Herr mich nutzt, dass er mir Geduld und Weisheit schenken möge und dass ich ihnen das Wort Gottes bringen kann.

Trennt mich von meiner Frau und meinen Kindern, ruiniert meinen Ruf, zerstört mein Leben und meine Frau – die Obrigkeit ist zu alledem imstande. Doch niemand auf dieser Welt kann mich dazu zwingen, meinem Glauben zu entsagen.  … Jesus ist der Erlöser, der Sohn des ewigen, lebendigen Gottes. Er starb für die Sünder und erhob sich für uns von den Toten. Er ist mein König und der König der gesamten Welt, gestern, heute und in alle Ewigkeit. Ich bin sein Diener und das ist der Grund, weshalb ich im Gefängnis bin. Ich werde mich voller Sanftmut gegen jene wehren, die sich gegen Gott wehren, und ich werde freudig alle Gesetze verletzen, die Gottes Gesetze verletzen.«

 

Es gibt nur einen Stern und das ist Jesus Christus

Jesus hat im Gleichnis vom Gutsbesitzer erzählt, dass dieser noch in der letzten Stunde hinaus ging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben und dass er den Letzten den Lohn für den ganzen Tag gab. Wie unser Herr dieses Gleichnis auch heute noch in die Tat umsetzt, das veranschaulich uns das Beispiel von Bill Hayden.

Er war Außenminister sowie Generalgouverneur von Australien, er war hochrangiger Laborpolitiker und ein gefeierter Atheist. Nun hat er im Alter von 85 Jahren am 9. Sept. 2018 die Taufe empfangen und wurde Katholik. In verschiedenen Interviews erzählte er, wie es zu seiner atheistischen Einstellung kam und wie er seinen Weg in die  Kirche fand.

Die treibende Kraft hinter seinem Atheismus war sein Vater. “Er hatte keine Zeit für Religion. Er war ziemlich radikal, ein entschlossener Atheist, er hat immer gespottet über die Religion und sie als Opium für die Massen bezeichnet”. Er war auch ein “gewalttätiger Mann”, der seine Frau und auch Bill oft geschlagen hat. Obwohl Bill seinen Vater hasste, hat er doch von ihm seine atheistische Einstellung übernommen. “So war ein Großteil meines Lebens ein Kampf gegen mich selbst, um zu beweisen, dass ich mich behaupten kann.”  Nach der Schule wurde Bill Polizist und begann später seine politische Karriere. Eine schwere Prüfung für seine Einstellung war der Tod seiner ersten Tochter, die mit fünf Jahren durch einen Autounfall ums Leben kam. Trotz aller äußeren Erfolge sagt er: “In meinem Herzen und in meiner Seele war ein nagender Schmerz über die Frage nach dem Sinn des Lebens und meiner Rolle darin.”

Dass er jetzt den Weg zum Glauben fand, dafür war das Vorbild einiger glaubwürdiger Personen entscheidend: seine eigene Mutter, eine Ursulinenschwester, bei der er Grundschulunterricht hatte und vor allem die jetzt 93‑jährige Ordensfrau Schwester Angela Mary Doyle, die früher ein Krankenhaus in Brisbane geleitet hatte. Sie war ihm ein langjähriges Vorbild im Dienen. Durch sie verstand er, dass der christliche Glaube nicht eine Gesetzesreligion ist, sondern eine Religion der Liebe. Als Sr. Angela selbst als Patientin im Krankenhaus lag, besuchte er sie dort. “Am nächsten Morgen wachte ich auf und hatte den starken Eindruck, dass ich in der Gegenwart einer heiligen Frau gewesen war.” Dies habe ihm den Weg in die katholische Kirche gezeigt. Die Ordensfrau war eigens bei seiner Taufe dabei gewesen.

“Manche von euch werden vielleicht denken, dass ich eine wichtige Person in Australien bin, aber die Tatsache ist, dass ich nur ein weiterer fehlbarer Mensch bin.  Es gibt nur einen Stern (Star) in unserem Leben und das ist Jesus Christus”.

 

Überall versprach man uns die Glückseligkeit

Mit sechs Jahren bin ich in einem Pensionat für Waisenkinder gelandet. Meine Eltern hatten mich verlassen, vorübergehend zwar, aber mein kindliches Herz trug dabei tiefe Verletzungen davon.

Ich war zehn, als ich wieder zu meinen Eltern heimgekehrt bin. Damals habe ich mich elend in meiner Haut gefühlt, unglücklich, verzweifelt, hässlich. Mit 13 entdeckte ich, dass ich den Burschen gefiel. Ich fing an, mich zu schminken, meine Zeit vor dem Spiegel zu verbringen, um zu gefallen und zu verlocken. Ein Flirt folgte dem anderen, war ich doch versessen darauf, diese Leere an Liebe, die mich bedrückte, aufzufüllen. Ich dürstete nach Zärtlichkeit und fand dennoch nichts als Enttäuschung.

Nach einem seelischen Tiefschlag, zu schwer zu ertragen, fasste ich den Entschluss, von zu Hause wegzugehen. Ich hatte weiterhin viel Erfolg bei den Burschen und spielte das emanzipierte Girl, sexy…, aber abends, wenn ich in meine Wohnung kam, löste ich mich auf meinem Bett in Tränen auf, weil ich so unglücklich war. Alle sexuellen Affären erzeugten eine große Leere in mir. Sex wurde zur krankhaften Besessenheit.

Dieser wachsenden Verzweiflung versuchte ich die Stirn zu bieten. Da bot sich mir der Okkultismus an. Ich belegte Kurse, um Astrologin zu werden. Mit vollem Elan ließ ich mich auch auf zahlreiche Techniken ein, um eine vollkommene Selbstbeherrschung zu erlangen. Ich machte Yoga, Aikido, Kendo, transzendentale Meditation, Zen …
Überall versprach man uns die Glückseligkeit, die universelle Liebe, die Macht des Geistes über den Körper.

Einer meiner Freunde, Thierry, den ich in meine Praktiken mit hineingezogen hatte, wurde ernsthaft psychisch krank. Dieses Ereignis stellte die Sinnhaftigkeit all dessen, was ich da lebte, ernsthaft in Frage. Von Zweifeln geplagt, habe ich meinen Guru aufgesucht, um ihm von Thierry zu erzählen. Er hat mich einfach vor die Türe gesetzt, ohne überhaupt auf meine Fragen einzugehen. In Sekundenschnelle war mir klar, dass ich schon wieder auf dem Holzweg war.

Wozu sollte ich da noch weiterleben? Mein Leben war doch nichts als eine Kette von Schmerzen und Pleiten. So habe ich mir einen Revolver gekauft, ihn in meinen Koffer gesteckt, dann habe mich von Thierry verabschiedet und dabei ein kleines Büchlein, das er in der Tasche hatte, mitgenommen.

Ich bin zu meinen Eltern heimgekehrt und habe begonnen, gedanklich meinen Selbstmord vorzubereiten. Um drei Uhr morgens bin ich aufgestanden, entschlossen, Schluss zu machen. Ich öffne den Koffer, um den Revolver zu ergreifen und stoße auf das Büchlein.

Es war das Evangelium. Ich öffne und lese: “Mein Gott, warum hast Du mich verlassen…” und auf den folgenden Seiten: “Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.” Alle Worte, die ich da las, berührten mich. Ich war bis ins Innerste erschüttert. Wie in einer Erleuchtung begriff ich, dass Gott mich liebt.

Einige Zeit später habe ich durch Vermittlung eines meiner Vettern eine Gebetsgruppe kennen gelernt. Heute, zehn Jahre nach dieser Heimkehr zu Gott kann ich Zeugnis ablegen von der unfassbaren Glückseligkeit, die ich täglich erfahre, und von all den inneren Befreiungen, die ich dadurch erleben durfte, dass ich einfach meinen Glauben lebe in dieser Kirche, die ich liebe.

 

Gott, gib mir bitte ein Zeichen

Gott will nicht den Untergang des Sünders, sondern dass er umkehrt und lebt. Wie Gott zuweilen eingreift, um ein Leben zu retten, das zeigt uns die folgende Begebenheit:

Es war spät am Samstagabend. Der evangelische Pastor der “Almighty-God-Church”, Atlanta, saß noch im Kirchenbüro und arbeitete an der Predigt. Er wollte kurz zu Hause anrufen und seiner Frau von der Verspätung Bescheid geben. Es war 22:00 Uhr, aber seine Frau nahm den Telefonhörer nicht ab. Der Pastor ließ es wiederholt klingeln. Doch sie schien es nicht zu hören. Nach einer gefühlten Ewigkeit nahm sie doch das Gespräch an und auf seine Frage: “Warum bist Du nicht ans Telefon gegangen?” antwortete sie: “Schatz, bei mir hat kein Anruf geläutet.” Da beide keine Erklärung fanden, ließen sie dieses merkwürdige Erlebnis auf sich beruhen.

Am Montag meldete sich ein Mann beim Pastor. “Warum haben Sie mich am Samstagabend angerufen?” Der Pastor war zunächst verwirrt und konnte die Frage nicht zuordnen. Da erklärte der Anrufer: “Es läutete ununterbrochen bei mir, aber ich wollte nicht dran gehen.” Plötzlich fiel dem Pastor die Samstagnachtszene und seine wiederholten Anrufe bei seiner Frau wieder ein und er entschuldigte sich bei dem Mann für die Störung und das offensichtliche Wählen einer falschen Nummer. Der Mann erwiderte: “Es ist schon in Ordnung. Wissen Sie, an diesem Abend wollte ich mir mein Leben nehmen, aber bevor ich zur Tat schritt, betete ich: ‘Gott, wenn es Dich gibt und Du nicht willst, dass ich mich umbringe, dann gib mir bitte ein Zeichen.’ – Plötzlich begann mein Telefon Sturm zu läuten und als ich auf die Anzeige schaute, traf mich vor Schreck beinahe der Schlag: denn auf dem Display stand: Almighty God! Ich stand unter Schock und konnte den Anruf nicht entgegen nehmen!”

 

Alles Dunkel meiner Seele verschwand

Claudio Canali kam 1952 in Norditalien in der Nähe von Lecco zur Welt. Schon früh erkannten seine tiefgläubigen Eltern sein musikalisches Talent und gaben ihm die Möglichkeit, verschiedene Instrumente zu erlernen. So wurde er bald in eine Pop-Rock-Band aufgenommen. Sie wurde sein Alles! Für das Studium hatte er nicht mehr viel Zeit und Kraft.
Als 18-Jähriger gründete er zusammen mit seinen Musikerfreunden die Rockband “Biglietto per l’Inferno ‑ Fahrkarte in die Hölle”. Sie waren keine erklärten Satanisten, wie man beim Namen der Band vermuten könnte. Doch schien ihnen das Leben auf dieser Erde wie eine Hölle, so viel Ungerechtigkeit und Leid. Darüber wollten sie singen.
1974 erschien ihre erste Schallplatte unter dem Titel “Fahrkarte in die Hölle”, mit der sie enormen Erfolg hatten. Wegen der gottlosen, blasphemischen Texte, die Claudio leidenschaftlich sang, gab man ihm den Beinamen “Stimme des Teufels“. Sie hatten große Auftritte. Doch wenn er nach dem Rausch des Konzertes in sein Zimmer zurückkehrte, überkam ihn eine deprimierende Einsamkeit. “Auch Beziehungen mit Frauen konnten diese Leere nicht füllen, die ich in mir hatte”, erzählt er später. “Wir suchten die Freiheit, indem wir die Grenzen der sexuellen Tabus beseitigen wollten und uns vom Alkohol in eine andere Welt hinübertreiben ließen. Aber sobald ich allein war, fühlte ich mich schlecht.”
Claudio war 25 Jahre alt, als ihn ein Freund nach Indien mitnahm ‑ eine Mode dieser Jahre. Als er wieder zu Hause war, überkamen ihn starke Schuldgefühle und Depressionen. Seine Freunde hielten ihn für verrückt. Nur seine Mutter spürte intuitiv, dass eine Veränderung in ihm vorging. Sie hatte viel für ihren “verlorenen Sohn” gebetet.
“Eines Abends im Februar 1976 stieg ich von der Bühne und sagte den anderen, dass ich nie mehr auf die Bühne zurückkehren werde. Ich ertrug diese Welt nicht mehr, die Konzerte und die Leute, die wie Zombies zwischen Rauch und Alkohol herumwankten. Ich suchte nach Antworten.” Jahrelang stürzte er sich nun in alle möglichen Unternehmen und landete schließlich bei der Hare‑Krishna‑Sekte, die damals in Mode war. Er rasierte sich die Haare vom Kopf, zog einen orangefarbenen Habit an und kam als ‘neuer Mensch’ zurück. Durch das Leben in der Sekte wurde ihm aber die ganze Last seiner Schuld so sehr bewusst, dass er sie kaum mehr tragen konnte.
Da erinnerte er sich seiner christlichen Wurzeln und ging eines Tages in eine katholische Kirche, um zu beichten. “Als ich die Absolution empfing, verschwand alles Dunkel in meiner Seele, und ich war augenblicklich von meiner Depression geheilt, die mich seit meinem Indienaufenthalt gequält hatte”, bezeugt Claudio mit tiefer Dankbarkeit.
Durch den Hinweis einer Ordensschwester fand er 1994 den Weg in die Gemeinschaft der Benediktiner-Eremiten von Minucciano in der Provinz Lucca.
Der Obere sagte ihm, er solle sich eine Arbeit suchen, und wenn er nach zwei Jahren immer noch den Wunsch habe wiederzukommen, sei er herzlich willkommen. Täglich besuchte er nun die hl. Messe, betete den Rosenkranz und empfing regelmäßig die hl. Beichte. Auf diese Weise konnte der Herr ihn in seiner Berufung festigen.
“Ich war überglücklich, hier angekommen zu sein, auch wenn der Anfang für mich hart war. Meine Vergangenheit lastete wie ein Mühlstein auf mir. Es war ein hartes Ringen, das Erkennen, wie nichtig mein bisheriges Leben war. Doch mit der Zeit verstand ich, dass Gott mir alles verzeiht und auch vergisst.” Durch sein Beispiel und sein Zeugnis des Glaubens konnte er noch vielen jungen Menschen eine “Fahrkarte zum Himmel” vermitteln. Im August 2018 ist er im Alter von 66 Jahren verstorben.

Ihr Vater erschien ihr und zeigte auf Jesus

Farida, ein junge Frau aus Frankreich, berichtete in einem Interview mit der katholischen Zeitschrift “Famille Chretienne” (Feb. 2019) über ihren Weg vom Islam zum katholischen Glauben: Sie kam mit vier Jahren aus Nordafrika nach Frankreich, wo sie ihre Kindheit in einer “sehr gläubigen, glücklichen und liebevollen Familie” verbracht hatte. Im Verlauf der Jahre stellte sie sich Fragen über ihren muslimischen Glauben. Ihrem Vater sehr verbunden, erlebte sie dessen Tod sehr schmerzhaft. “Beim Begräbnis habe ich ihm gesagt: ‘Wenn der Islam die wahre Religion ist, sag es mir.'” In der folgenden Nacht hatte sie einen Traum: “Ich sah meinen Vater, der mir zuzwinkerte und sagte, ich solle in Richtung einer Lichtquelle schauen. Dazu sagte er: ‘Yeshua el Messiah’, ‘Jesus ist der Messias’!” Daraufhin begann sich Farida mit dem christlichen Glauben zu beschäftigen, sechs Jahre lang. Als sie eines Tages an der Kirche ihrer Stadt vorbeikam, erfasste sie ein mächtiger innerer Anruf. “Ich musste unbedingt mit einem Priester sprechen.” Dieser erklärte ihr, sie müsse sich zwei Jahre auf die Taufe vorbereiten. “Ich dachte: Du willst mich prüfen, ob ich es auch ernst meine? Ich werde dir das beweisen!” Sie nahm an einer Katechumenatsgruppe teil. Bereits nach einem Jahr Vorbereitung wurde sie getauft. “Eine Taufe durch Untertauchen. Das musste sein. Ich wollte unbedingt mein vorheriges Leben abwaschen.” Trotz aller Gefahren, die ihr nun von Seiten ihrer Verwandten drohen, ist sie glücklich, “zum Glauben ihrer Vorväter zurückgekehrt zu sein”.

 

Die Muttergottes kam mir auf diesem Weg zur Hilfe

Von Reinheit und Keuschheit habe ich während meiner Jugend nie etwas gehört. Für mich war es vielmehr selbstverständlich, dass man als junger Mensch möglichst schnell möglichst viele sexuelle Erfahrungen machen sollte. Nach diesem Credo habe ich auch zehn Jahre lang gelebt, bis ich mich 2004 zum katholischen Glauben bekehrte. Ich war so begeistert von all den Schätzen, die es in der Kirche plötzlich für mich zu entdecken gab! Was hatte ich denn eigentlich wirklich über die katholische Kirche und ihre Lehren gewusst in Zeiten, zu denen ich in dummen Gesprächen über sie geschimpft und gelästert hatte. Doch wohl sehr wenig!

Mir wurde immer klarer, dass man das bedingungslose Ja Gottes zu uns Menschen nur mit einem bedingungslosen Ja zu Ihm beantworten kann, wenn man Ernst machen möchte mit dem Glauben an Gott. Genau das wollte ich lernen, ganz „Ja“ zu sagen zur Kirche. Das bedeutet für mich z.B. jeden Sonntag und öfter zur hl. Messe und auch regelmäßig (einmal pro Monat) zur Beichte zu gehen, den Rosenkranz zu beten, für meinen Glauben einzustehen und ihn zu leben. Auch meine Sexualität wollte ich nach den Richtlinien der Kirche leben. Die Muttergottes kam mir auf diesem Weg zur Hilfe und ich lernte die Schriften des hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort kennen. Nach der Weihe an die Jungfrau Maria ging plötzlich alles sehr schnell: Meine damalige Freundin trennte sich von mir, und ich hatte die Möglichkeit, mein Leben ganz neu auszurichten. …

Einige Monate später lernte ich Martina, meine jetzige Frau, auf einer Wallfahrt kennen. Ich bin dankbar, dass sich mir vor dieser Begegnung die Schönheit eines reinen und keuschen Lebens offenbart hatte, denn so hatte ich die Möglichkeit, eine wahre Freundschaft zu Martina aufzubauen und um sie zu werben, wie es ihr gebührte: frei von sexuellem Druck und ganz auf das Ziel einer christlichen Ehe in Gemeinschaft mit Gott und der Kirche ausgerichtet. Am Rosenkranzfest 2006 haben wir im Stift Heiligenkreuz geheiratet und führen seitdem eine glückliche Ehe, die Gott bis jetzt mit zwei wundervollen Söhnen gesegnet hat. Ich bin sicher: Hätten Martina und ich nicht den Rückhalt des Glaubens und den festen Entschluss zur Enthaltsamkeit vor der Ehe gehabt, wären wir in unserer Ehe nicht so standfest und glücklich, wie wir es heute sein dürfen.