Das Weihnachtswunder im Niemandsland

Frieden

Dieses Foto ist berühmt geworden. Es zeigt einige Soldaten, Briten
und Deutsche, am Vormittag des 25. Dezember 1914 im Niemandsland an der Westfront in Flandern.

Als Jesus geboren wurde, verkündeten die Engel den Frieden: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade“ (Lk 2,14). Das Weihnachtsfest erinnert uns immer wieder an diesen Frieden, den uns Christus gebracht hat. Wie stark diese Weihnachtsgnade des Erlösers zum Frieden hin wirken kann, das zeigt uns eine Begebenheit aus dem Ersten Weltkrieg, der vor fast 100 Jahren im Sommer 1914 begonnen hat und soviel Not und Unheil gebracht hat.
Es war im Dezember 1914 in Flandern in Belgien. Die Truppen des Deutschen Reiches hatten sich in Sichtweite ihrer Gegner in Schützengräben verschanzt. Die anderen – Engländer, Franzosen, Belgier – hielten es ebenso. Die feindlichen Heere lagen sich gegenüber oft nur hundert Meter voneinander entfernt. Doch in diesem Todesstreifen des Grauens geschah am 24. und 25. Dezember etwas Unglaubliches.
Anfangs war es nur einer, der am Heiligen Abend im Schützengraben der Deutschen das „Stille Nacht“ vor sich hin sang. Bald stimmten auch andere ein. Leise klang das Lied von Christi Geburt in das tote Niemandsland hinein. Hundert Meter von diesem unsichtbaren Chor entfernt, in den Stellungen der Briten, bliebt es ruhig. Die deutschen Soldaten aber waren in Stimmung gekommen. In einem immer stärker werdenden Chor sangen sie alle bekannten Weihnachtslieder. Als der letzte Ton verklungen war, warteten die Engländer drüben noch eine Minute, dann begannen sie zu klatschen und zu riefen „Good, old Fritz“, und „More, more“, Zugabe, Zugabe. Die derart berührten deutschen Soldaten antworten mit „Merry Christmas, Englishmen“ und „We not shoot, you not shoot“, und was sie da riefen, das meinten sie ernst. Sie stellten auf den Erdwällen vor den Schützengräben Kerzen auf, die wie ein Perlenreihe in der Finsternis leuchteten. Auf beiden Seiten wurden Pappschilder hochgehalten mit der Aufschrift „Merry Christmas“ oder „Frohe Weihnachten“. Durch Gräben und Bunker verbreitete sich die Nachricht vom Frieden in Flandern. Soldaten aller Nationen legten ihre Waffen nieder und feierten gemeinsam Weihnachten. Auf den Hügeln standen sogar Tannenbäume mit Kerzen.
Am nächsten Tag wurden die Toten, die seit Wochen unbestattet im Niemandsland lagen, mit einem gemeinsamen Gebet zur ewigen Ruhe gebettet. Im Tauschhandel wechselten Tabak und Zigarren, Schnaps und Wein die Fronten. Die Männer, die sich am Tag zuvor noch belauert hatten, um sich gegenseitig abzuschießen, zeigten sich die Fotos ihrer Familien und sprachen über ihre Sehnsucht, dass dieser verdammte Krieg enden möge. Und es fanden sogar Fußballspiele statt.
Da die höheren Befehlshaber nicht an der Front waren, beschlossen deutsch und britische, französische und belgische Soldaten ganz spontan, nicht mehr aufeinander zu schießen. Einen solchen Frieden von unten hatte es in der Geschichte eines Krieges noch nie gegeben; und es hat auch niemals wieder einen solchen gegeben. Der sächsische Offizier Georg Reim schrieb in sein Tagebuch, dass alle Gedanken an Kampf und Hass der Völker plötzlich vergessen waren. „Wir fühlten uns dabei glücklich wie die Kinder.“
Aber den Herren des Krieges auf beiden Seiten in den Generalstäben, die weit ab von jedem Schuss waren, wurde nach drei Tagen die weihnachtliche Ruhe unheimlich. Es drohte daraus ein Frieden zu wachsen, der von den einfachen Soldaten beschlossen wurde. Das war von den obersten politischen Kriegstreibern nicht erwünscht. Der Krieg musste weitergehen und er dauerte noch viele Jahre und kostete rund neun Millionen Menschen das Leben. Das Weihnachtswunder im Niemandsland blieb bis heute in allen Kriegen einmalig.

Das Volk will keinen Krieg

blumen03Wer will eigentlich den Krieg? Wer sind die Kriegstreiber? Es gibt hier eine sehr treffende Antwort, die Herman Göring, einer der führenden nationalsozialistischer Politiker und Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, nach dem Krieg, 1946 im Gefängnis gegeben hat: „…Nun, natürlich, das Volk will keinen Krieg. Warum sollte irgendein armer Landarbeiter im Krieg sein Leben aufs Spiel setzen wollen, wenn das Beste ist, was er dabei herausholen kann, dass er mit heilen Knochen zurückkommt. Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg; weder in Russland, noch in England, noch in Amerika, und ebenso wenig in Deutschland. Das ist klar. Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. … Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“ – Auch heute noch.
Der Weihnachtsfriede von 1914 in Flandern zeigt uns, wie der christlich geprägte Mensch denkt und denken sollte. Es bräuchte aber Menschen wie einen sel. Franz Jägerstätter, die im Licht des Glaubens an Christus dem vorherrschenden System widerstehen können.

Ein Zeugnis der Barmherzigkeit Gottes

hand-v-folignoAm Gedenktag Allerseelen erinnert uns die Kirche an eine Wahrheit und Wirklichkeit, die oft vergessen oder sogar belächelt wird. Es geht um das Fegefeuer. Die Lehre der Kirche besagt, dass das Fegefeuer der Zustand jener Menschen ist, die zwar in der Freundschaft Gottes gestorben und sich ihres ewigen Heiles sicher sind, deren Seele aber noch der Läuterung bedarf, damit sie in die himmlische Seligkeit eintreten kann.
Kraft der Gemeinschaft der Heiligen können die Gläubigen, die noch auf Erden pilgern, den armen Seelen im Fegefeuer helfen, indem sie Fürbitten und besonders das eucharistische Opfer, aber auch Almosen, Ablässe und Bußwerke für sie darbringen.
Gott hat uns immer wieder Zeichen gegeben, die uns im Glauben an diese Wirklichkeit des Fegefeuers bestärken sollen. Eines dieser Zeichen ist die eingebrannte Hand von Foligno in Italien. Die Ereignisse wurden in einem kirchlichen und zivilen Prozesse untersucht und eidlich bestätigt.
Am 4. Nov. 1859 starb im Kloster der französischen Tertiarinnen in Foligno eine Ordensschwester namens Therese-Margrit Gesta an einem Schlaganfall. Während vieler Jahre war sie Novizenmeisterin und hatte gleichzeitig die Garderobe des Klosters beaufsichtigt. Zwölf Tage später, am 17. Nov., wurde eine Schwester, namens Anna Felizitas, beauftragt, in die Kleiderablage zu gehen. Sie hatte der Verstorbenen in diesem Amt geholfen und musste es jetzt allein ausüben. Dort angekommen, hörte sie Seufzer, die scheinbar aus dem Innern des Raumes kamen. „Oh mein Gott! Wie ich leide!“ Die erschrockene Schwester erkannte sofort die Stimme der Schwester Therese. Sie nahm sich, so gut es ging, zusammen und fragte: „Warum denn?“ „Wegen der Armut“, antwortete Schwester Therese. „Wie denn? Sie waren doch arm“. „Nicht meinetwegen, aber ich habe den anderen Schwestern in dieser Beziehung zu viel Freiheit gelassen, und du, nimm dich ja in acht.“ In diesem Moment füllte sich der ganze Raum mit dichtem Rauch und der Schatten der Schwester Therese erschien. Der bewegte sich der Wand entlang bis zur Tür. Dort angekommen rief sie aus: „Hier ist ein Zeugnis der Barmherzigkeit Gottes!“
Während sie das sagte, schlug sie mit der Hand auf die obere Türfüllung und hinterließ, eingeprägt in dem gekalkten Holz, einen Abdruck ihrer Hand, dann verschwand sie. Der Geruch von verbranntem Holz erfüllte den Raum.
Auf dieses Zeichen Gottes hin haben die Schwestern Tag und Nacht inständig für die Verstorbene gebetet.
In der Nacht des 19. Nov. erschien die Seele der Verstorbenen noch einmal Schwester Anna Felizitas und sagte: „An einem Freitag, dem Tag der Passion, bin ich gestorben und heute, wiederum an einem Freitag, gehe ich ein in die Glorie … seid stark im Kreuztragen! … Adieu! …“
Sie verwandelte sich in eine lichte Wolke, weiß und leuchtend, die sich zum Himmel erhob und verschwand.
Der Bischof von Foligno und die Behörden der Stadt leiteten gleich eine kanonische Untersuchung ein. Am 23. November öffnete man das Grab der Schwester Therese-Margrit. Man fand den Einbrand der Hand in genauer Übereinstimmung mit der Hand der Verstorbenen.

Hl. Elisabeth von Thüringen – „Zuerst musst du selber beten lernen“

Elisabeth2Am 19. November feiern wir den Gedenktag der hl. Elisabeth von Thüringen, einer großen Heiligen der Nächstenliebe. Aus ihrem Leben wird berichtet, dass einmal eine adelige Dame mit ihrem Sohn zu ihr kam, der ein sehr liederliches Leben führte und auch körperlich schon ziemlich heruntergekommen war. Diese Frau hoffte, dass Elisabeth ihren Sohn sozusagen gesundbeten könnte. Aber die hl. Elisabeth hielt nichts von solchen Praktiken. Sie sprach den jungen Mann sehr scharf an und fragte ihn, was er sich den eigentlich denke, wenn er ein so lästerliches Leben führe. Er antwortete ihr verlegen mit einer Bitte um ihr Gebet. Sie aber sagte: „Zuerst musst du selber beten lernen, dann will ich auch mit dir beten.“ Und sie begann sofort damit, ihm das Beten beizubringen. Er musste sich mit ihr auf den Boden niederknien und mit ihr beten. Als Elisabeth zu beten begann, versank sie bald so tief ins Gebet, dass sie Raum und Zeit vergaß. Der junge Mann war das Knien nicht gewohnt, aber es gab keine Schonung. Er musste mit der hl. Elisabeth knien bleiben. Die Zeugen erzählten, dass er richtig ins Schwitzen kam und geradezu schon „dampfte“ vor lauter Anstrengung, die ihm das Knien kostete. Erst nach langer Zeit kam das „Amen“ der hl. Elisabeth. Und nach diesem Gebet, so wird erzählt, sei der junge Mann schon halb gesund gewesen.
Was uns die hl. Elisabeth hier zeigt: Veränderungen zum Guten verlangen von uns immer auch eine Überwindung; eine Anstrengung, selbst im Gebet. Von selber geht nichts. Und doch ist das, was Gott nach all unseren Anstrengungen uns schenkt, immer eine Gnade, die wir uns nicht selber erarbeiten konnten.

Hab keine Angst

jpii-03Am Barmherzigkeitssonntag, am 27.4. 2014 wird Johannes Paul II. heiliggesprochen werden. Das von der Kirche bestätigte Wunder für seine Heiligsprechung geschah am Tag seiner Seligsprechung.
Floribeth Mora Diaz (56) aus der Stadt Cartago in Costa-Rica, Mutter von vier Kindern, spürte am Morgen des 8. April 2011 plötzlich heftige Kopfschmerzen. Die Notaufnahme auf der Intensivstation der Calderon-Guardia-Klink brachte sechs Tage später eine niederschmetternde Diagnose: ein Aneurysma, eine Gefäßerweiterung im Gehirn. Medizinisch gab es praktisch nichts mehr zu tun. Nach einigen Tagen der Pflege empfahlen die Ärzte dem Ehemann, seine Frau nach Hause zu nehmen. „Ich war verzweifelt. Ich wandte mich inständig an die Fürsprache von Johannes Paul II.“, sagte Floribeth. Deshalb wollte sie unbedingt die Seligsprechung von Johannes Paul II. am 1. Mai 2011 über TV mitfeiern. Zur Zeit der Feierlichkeiten in Rom war es in Costa-Rica 2.00 Uhr nachts. Vom Bett aus verfolgte sie die hl. Messe. Über dem TV-Gerät war ein Foto von Johannes Paul II. befestigt, das ihn mit ausgebreiteten Armen zeigte. „Zu Beginn der Messe wandte ich mich, den Blick auf das Papstbild fixiert, an ihn: ,Tritt bei Gott für mich ein, damit ich nicht sterben muss, und hilf mir, gesund zu werden’.“ „Ich blieb die ganze Messe über wach, am Ende bin ich dann eingeschlafen“. Als sie nach sieben Stunden aufwachte, hat sie im Inneren seine Stimme gehört: „Steh auf, hab keine Angst“. Sie hat sich sofort gesund gefühlt und ist zum Erstaunen ihres Mannes aufgestanden. Seither hatte sie keine Störungen mehr gespürt. Zwei Kernspin-Untersuchungen im November 2011 und im Mai 2012 haben gezeigt, dass das Aneurysma völlig verschwunden und die Gefäßstruktur wieder ganz normal geworden waren.

Lazarus vor der Tür des Reichen

Das Jesuskind auf dem Bild hält den Rosenkranz in seiner Hand und lädt uns ein, ihn zu beten. Das tägliche Rosenkranzgebet, besonders im Rosenkranzmonat Oktober, hilft die wichtigsten Heilsgeheimnisse zu betrachten und zu verinnerlichen.

Am 26. Sonntag im Jahreskreis hören wir im Evangelium das Gleichnis vom reichen Prasser und vom armen Lazarus. Jesus hat uns damit eine Wahrheit veranschaulicht, von der die Menschen heute oft nichts hören möchten: Es liegt in unserer Macht, nach dem Tod entweder die ewige Glückseligkeit zu gewinnen, oder auch auf ewig verloren zu gehen. Jesus macht uns klar, dass alles, was wir jetzt in diesem Leben auf der Welt denken, reden und tun, Konsequenzen und Folgen für die Ewigkeit hat.

Von diesem Reichen Mann sagt Jesus wie ganz selbstverständlich, dass er an den Ort der Qualen gelangt ist. Aber was hat der Reiche getan, bzw. nicht getan? Es heißt: „Er kleidete sich in reines Purpur und Leinen und Tag für Tag lebte er herrlich und in Freuden.“ Das heißt er verwendet seine Güter und seinen Reichtum zu keinem anderen Zweck, als ein angenehmes und vergnügtes Leben zu führen. Er versteht es, für sich selbst das Beste vom Guten herauszuholen. Und da bleiben für ihn, wie ganz selbstverständlich, die anderen, seine Mitmenschen, auf der Strecke. Lazarus liegt vor seiner Tür und das kümmert ihn überhaupt nicht.

Dieser Lazarus, das könnten sein z.B. die ungeborenen Kinder, die abgetrieben werden, ein Ehepartner, der im Stich gelassen wird, ein Arbeitskollege, der hinausgemobbt wird, Kranke und alte Menschen, um die man sich nicht kümmert, ein Mitmensch, ein Nachbar, der in irgendeiner Not ist, wo man einfach wegschaut.

Und nun ist es auch ganz logisch und einsichtig: Wenn ein Mensch ein Leben lang bis zum Tod in einer solchen Lebenseinstellung verharrt, sich nicht ändert, keine Reue hat über das, was er den anderen Menschen angetan hat, wenn er nicht umkehrt, dann kann es ihm gar nicht anders ergehen, wie diesem reichen Prasser im Gleichnis. Sollte Gott vielleicht so ungerecht sein, dass er diesen Egoisten, der nur für sich selber gelebt und seinen Mitmenschen soviel Leid zugefügt hat, noch belohnt mit der Freude des Himmels, wo es nur die Gemeinschaft der Liebe gibt mit Gott und allen seinen Heiligen?

Jesus hat uns dieses Gleichnis erzählt, damit wir unser Herz nicht verschließen gegenüber dem Anruf und der Einladung Gottes, die Liebe zu Gott und unseren Nächsten zu üben. Jesus selbst hat uns das Vorbild der Liebe gegeben, bis zu seinem Tod am Kreuz. Und Gott hat es durch die Auferstehung von den Toten bestätigt, das Jesus der wahre Weg zum Leben ist.
Und wir sollten nicht zu jenen fünf Brüdern des reichen Mannes gehören, die sich auch nicht warnen und überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen

„Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Joh 15,20), sagt Jesus. In den Medien wird kaum darüber berichtet, dass die Verfolgung von Christen in den letzten Jahren zugenommen hat. Allein im kommunistischen Nordkorea sind 70.000 Christen wegen ihres Glaubens inhaftiert. Die Verfolgung von Christen findet derzeit in kommunistischen Ländern wie China, Nordkorea usw. statt, aber hauptsächlich in islamischen Staaten. Der ‚Arabische Frühling‘ ist für die Christen ein Kreuzweg geworden. Christen gelten in Staaten wie Somalia und Nigeria „als Ungeziefer, das vernichtet werden muss, als Müll, den man entsorgen kann“. In 50 Ländern der Welt werden derzeit mehr als 100 Millionen Christen wegen ihres Glaubens diskriminiert, verfolgt, misshandelt oder mit dem Tod bedroht. Was wird bei uns noch alles kommen? Jesus sagt aber: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Mt 5,12f).

Ein Diener Mariens geht niemals verloren

Es wird berichtet, dass zum hl. Pfarrer von Ars eine vornehme Frau in tiefer Trauer in den Beichtstuhl kam. Weil sie wegen ihrer Tränen kein Wort hervorbrachte, sagte der Pfarrer, der die Wahrheit in Gott erkannte, zu ihr: „Ich weiß, Madame, warum Sie so tief bekümmert sind: Es ist ihr Mann. Genauer gesagt sein plötzlicher Tod, nämlich Selbstmord, den er begangen hat. Sie haben Ihren Mann verloren und darüber hinaus befürchten Sie, er habe das ewige Leben verwirkt, nicht in erster Linie durch seine Tat, sondern deshalb, weil er sich stets als Atheisten ausgegeben hatte. Aber seien Sie getrost, er ist gerettet.“ Als ihn die Frau erstaunt fragte, wie das möglich sei, erwiderte er ihr: „Ihr Mann hielt zwar nichts von der Kirche und zweifelte an Gott. Aber er hatte ein tiefes Vertrauen zur Gottesmutter, das er freilich sorgfältig nach außen wie sein innerstes Geheimnis verbarg. Ungesehen von seinen Kollegen, die ihn nur verspottet hätten, brachte er zur Mittagszeit, wenn niemand unterwegs war, der heiligen Jungfrau oft einen kleinen Blumenstrauß, den er auf dem Weg gekauft hatte, und legte ihn bescheiden an ihrem Altar in der Kirche nieder. Dann verweilte er noch ein wenig und schlich sich wie ein beschämter Junge wieder nach draußen. Diese vertrauensvolle Geste zeigt aber sein innerstes Herz mehr als jedes offene Bekenntnis zu Kirche und Religion. An Mariens Mütterlichkeit zweifelte er keinen Augenblick. Und dieses Vertrauen hat ihm in den letzten Sekunden seines Lebens geholfen. Noch während er von jener Brücke in die Tiefe stürzte, empfahl er sich in seiner Panik der Muttergottes und fasste einen Gedanken der Reue über so vieles in seinem Leben. Und dieses Vertrauen, diese Reue, hat ihn für ewig gerettet.“ Ein alter Glaubensgrundsatz lautet: „Ein Diener Mariens geht niemals verloren“.

Der sel. Hermann der Lahme – Salve Regina – Sei gegrüßt, o Königin

Vor genau 1000 Jahren wurde der sel. Hermann der Lahme in Altshausen in Oberschwaben geboren. Er hat der Kirche die berühmte marianische Antiphon, das „Salve Regina“ geschenkt.
Hermann kam krank und körperlich behindert am 18. Juli 1013 zur Welt. Heute hätte er wenig Aussicht, das Licht der Welt zu erblicken. Wenn bei einem Kind im Mutterleib eine Behinderung festgestellt wird, müssen die Ärzte sofort zur Abtreibung raten. Seine Eltern Wolfrat und Hiltrud von Altshausen aber waren gläubige Christen und sorgten sich um den kleinen Hermann, ebenso wie um seine anderen 14 Brüder und Schwestern.
Von klein auf wurde er der „Krumme“ genannt, weil sein Körperbau so verzogen war. Geradestehen war ihm Zeit seines Lebens unmöglich, ebenso wenig konnte er gehen. Seine Finger waren zu schwach und zu verkrümmt zum Schreiben. Lippen und Kinn waren so deformiert, dass man seine Worte kaum verstehen konnte.
Die Familie war wohlhabend und seine Eltern entschieden sich, ihn in eine sichere Obhut zu geben. So übergaben sie ihren Sohn den Benediktinern der von Karl dem Großen gestifteten Abtei Reichenau im Bodensee.
Es gab keinen Augenblick in seinem Leben, in dem Hermann es sich bequem und gemütlich machen hätte können. Immer begleiteten ihn seine Gebrechen und Schmerzen. Dennoch beschreiben ihn alle zeitgenössischen Chronisten mit erstaunlichen Eigenschaften: freundlich, freundschaftlich, immer lächelnd, tolerant, offenherzig, entgegenkommend, hilfsbereit, höflich mit allen. Alle mochten ihn. Er wurde von den Mönchen schließlich sogar in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Er studierte Mathematik, Griechisch, Latein, Astronomie, Musik und sogar Arabisch. Was anfangs eine Last für das Kloster schien, wurde zu seinem Stolz. Der Ruf Hermanns wurde so groß, dass Kaiser Heinrich III. 1048 und Papst Leo IX. 1049 eigens die Reichenau besuchten, um ihn zu treffen.
Seine große Liebe für die Musik verband er mit tiefer Frömmigkeit und großer Verehrung für die Gottesmutter Maria. Um das Jahr 1054 hat er die berühmteste marianische Antiphon Salve Regina, das „Gegrüßet seist du, Königin“ gedichtet und komponiert. Es ist eines der wunderbarsten Werke sakraler Musik; ein Gebet, das noch 1000 Jahre später erklingt; ein Gruß an die „Mutter der Barmherzigkeit“, mit dem wir ihre die Hilfe in diesem „Tal der Tränen“ erbitten.
Am Totenbett ermahnte Hermann seinen Mitbruder Berthold: „Freund meines Herzens, weine nicht. Weine nicht um mich! Denke aber jeden Tag daran, dass auch Du sterben musst. Bereite Dich mit Deiner ganzen Kraft darauf vor, diese Reise anzutreten, denn eines Tages, zu einer Stunde, die Du nicht weißt, wirst Du mit mir kommen.“ Hermann, starb am 24. Sep. 1054 im Alter von 41 Jahren, umgeben von seinen Mitbrüdern, nachdem er ein letztes Mal die heilige Kommunion empfangen hatte. 1863 wurde er von Papst Pius IX. seliggesprochen.

Die sel. Karmelitinnen von Compiègne – Das Kreuz ist unsere einzige Waffe

Die französische Revolution (1789-1794), die mit der Propaganda-Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ als die Geburtsstunde unserer heutigen Demokratien gefeiert wird, hatte zum erklärten Ziel, die katholische Kirche und überhaupt jede christliche Idee zu vernichten. Alle Menschen, die sich den Revolutionären widersetzten, wurden um ihren Kopf kürzer gemacht. Aber über aller Verblendung und Bosheit der Revolution leuchtet das Zeugnis jener Martyrer auf, die für Christus gestorben sind. Eines dieser wunderbaren Zeugnisse ist das Martyrium der 16 Karmelitinnen von Compiègne.

Am Fest Kreuzerhöhung 1790 zwangen die Revolutionäre die Schwestern, den Habit abzulegen und das Kloster zu verlassen. Über mehrere Jahre lebten sie im Verborgenen in Privathäusern. Am 22. Juni 1794 wurden sie festgenommen und nach Paris gebracht. In einem Schauprozess beschuldigte man sie unter anderem, dass sie die Gegner der Revolution mit Waffen versorgt hätten, worauf die Priorin ein Kreuz hochhielt, mit den Worten: „Das ist die einzige Waffe, die wir je in unserem Haus gehabt haben!“

An 17. Juli 1794 wurden sie auf einem Karren ins Stadtzentrum gebracht, wo die tobende Menge sie erwartete. Aber diese Hinrichtung war anders. Die Leute verstummten angesichts der Schwestern, die sich so würdevoll verhielten als schritten sie zu ihrer Hochzeit. Bevor sie zur Guillotine hinaufstiegen, knieten sie nieder, sangen das Veni creator spiritus wie am Tag ihrer Profess und erneuerten danach ihre Gelübde. Eine nach der anderen ging zur Guillotine, die jüngste zuerst, die Älteste zuletzt; jede Schwester hielt inne, um vor der Priorin niederzuknien und die Erlaubnis zu erbitten, sterben zu dürfen, worauf die Priorin antwortete: „Geh, meine Tochter!“ Der Staat hatte ihre Hinrichtung verfügt, aber ihr letzter Akt des Gehorsams geschah nicht gegenüber dem Staat, sondern gegenüber ihrer Mutter im geistlichen Leben. Als letzte starb die Mutter Priorin.