Im Übermaß der Barmherzigkeit meines Herzens

Herz-Jesu-Monat: Verheißungen Jesu an Magareta Maria Alacoque.

Die Feier der Herz-Jesu- Freitage und auch das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu am 3. Freitag nach Pfingsten haben ihren Ursprung in den Offenbarungen des Herzens Jesu an die hl. Magareta Maria Alacoque in Paray-le Monial in Frankreich. Jesus hat ihr in den Jahren 1673-75 durch Visionen die Liebe seines Herzens geoffenbart, ihr den Auftrag zur Einführung der Herz-Jesu-Verehrung gegeben und damit viele Verheißungen verbunden. Diese Verheißungen haben auch heute noch ihre Gültigkeit und gehen bei jenen in Erfüllung, die die Feier der Herz-Jesu-Freitage einhalten. Ein Beispiel: Es war in den 90-ger Jahren. In Innsbruck in der Innenstadt war am Vormittag eine ältere Frau auf dem Gehsteig zusammengebrochen. Von den Leuten, die herbeieilten, wurde die Rettung gerufen und erste Hilfe geleistet. Aber jede Hilfe kam zu spät. Sie war auf der Stelle tot. Wer war diese Frau? Sie war eine eifrige Herz-Jesu- Verehrerin; und der Tag an dem sie starb, war ein Herz-Jesu- Freitag. Sie hatte gerade eine Stunde vorher, wie sie es an jedem Herz-Jesu-Freitag getan hatte, gebeichtet und bei der Messe die hl. Kommunion empfangen. In dieser Weise vorbereit hat sie der Herr zu sich gerufen. Er hat jene Verheißung erfüllt, die wir weiter unten im Punkt 12 lesen können.

Die hl. Magareta Maria wurde 1647 in Burgund geboren und trat 1671 in den Orden der Heimsuchung zu ParayleMonial ein. In vielen Visionen erhielt sie von Jesus den Auftrag, die HerzJesuVerehrung durch die Einführung des Herz-Jesu- Freitags und des Herz-Jesu-Festes zu fördern. Margareta Maria starb am 16. Oktober 1690 zu Paray le Monial und fand dort auch ihr Grab. Ihr Körper ist bis auf den heutigen Tag unverwest.

Als sie einmal vor dem Tabernakel betete, erschien ihr Jesus und zeigte ihr seine durchbohrte Seite und sein mit Dornen umwundenes göttliches Herz. Für alle, die sein Heiligstes Herz im Geist der Liebe und Sühne verehren, hat der Herr 12 Verheißungen gegeben:

1. Ich werde ihnen alle in ihrem Stande notwendigen Gnaden geben.
2. Ich werde ihren Familien den Frieden schenken.
3. Ich werde sie in allen ihren Leiden trösten.
4. Ich werde ihre sichere Zufluchtsstätte während ihres Lebens und besonders im Tode sein.
5. Ich werde überreichen Segen über alle ihre Unternehmungen ausgießen.
6. Die Sünder werden in meinem Herzen die Quelle und das unendliche Meer der Barmherzigkeit finden.
7. Die lauen Seelen werden eifrig werden.
8. Die eifrigen Seelen werden schnell zu großer Vollkommenheit gelangen.
9. Ich werde die Wohnungen segnen, in welchen das Bild meines Heiligsten Herzens aufgestellt und verehrt wird.
10. Den Priestern will ich die Gabe verleihen, auch die verhärtetsten Herzen zu rühren.
11. Die Namen aller, welche diese Andacht verbreiten, sollen in meinem Herzen eingeschrieben sein.
12. Im Übermaß der Barmherzigkeit meines Herzens verspreche ich dir, dass meine allmächtige Liebe allen, die an den ersten Freitagen neun Monate nacheinander würdig (im Stande der heiligmachenden Gnade) die hl. Kommunion empfangen, die Gnade eines bußfertigen Endes gewährt wird, so dass sie nicht ohne Empfang der heiligen Sakramente sterben werden; mein Herz wird in dieser letzten Stunde ihre sichere Zuflucht sein (dies ist die sog. “Große Verheißung”).

Allerseelenmonat – “Seid wachsam!”

Im Allerseelenmonat November und im Advent erinnert uns die Kirche an die Letzten Dinge und an die Wiederkunft des Herrn. Christus hat verheißen, dass er in Herrlichkeit kommen wird am Ende der Zeit. Wir haben vielleicht den Eindruck, dass dieser “Jüngste Tag” weit weg ist von und dass wir ihn nicht erleben werden. Doch dieser “Jüngste Tag” ist jedem von uns ganz nahe durch das Sterben, das uns bevorsteht. Gleich nach unserem Tod werden wir vor unserem Herrn und Richter stehen. So ist unser Leben gleichsam eine immerwährend Adventszeit, in der wir uns auf diese ewige Begegnung mit Gott vorbereiten. Im Blick auf sein Kommen mahnt uns der Herr deshalb immer wieder zur Wachsamkeit: “Seid wachsam, denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet!” (Lk 12,35).

Die Wachsamkeit ist unbedingt notwendig für unser christliches Leben, denn es gibt auf der anderen Seite die große Gefahr des geistlichen Schlafens. Viele Menschen erliegen diesem Schlaf d.h. sie verhalten sich praktisch gesehen so, als gäbe es Gott nicht. Sie kümmern sich kaum um ihn, um seine Kirche, seine Gebote und seinen Willen. Das ist der gefährliche Schlaf der Gleichgültigkeit. Gott versucht die Menschen immer wieder aus diesem Schlaf aufzurütteln. Oft genug muss er es durch ein Leiden tun. Die Menschen werden für eine Zeitlang wach, beginnen nachzudenken und fassen einen guten Vorsatz. Aber wenn die Sorgen um das irdische Leben kommen, dann schläft meist alles wieder ein.
Jesus verlangt von uns als seinen Jüngern, dass wir anders leben. Wir sollen wachsam sein. Er beschreibt im Evangelium die Wachsamkeit mit einem schönen Bild:

„Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen. Seid wie Menschen die auf die Rückkehr ihres Herrn warten.“
„Den Gürtel nicht ablegen“ bedeutet immer bekleidet zu bleiben. Übertragen auf unser Leben heißt dies: Wir sollen uns ständig darum mühen, mit guten Eigenschaften, mit Tugenden bekleidet zu sein. Das ist das Taufkleid der heiligmachenden Gnade, das wir am Anfang empfangen haben und mit dem uns der Herr auch antreffen möchte, wenn er kommt. Der hl. Paulus sagt an einer Stelle: „Ihr habt Christus angezogen, darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld” (Kol 3,12).

Jesus fordert uns weiter auf: „Lasst eure Lampen brennen!“ Diese Lampe, die in dieser dunklen Weltzeit leuchten soll, ist nichts anderes als das Licht des Glaubens bzw. die Flamme der Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen. Der Heilige Geist hat dieses Licht in unseren Herzen entzündet. Es soll nie erlöschen. Die Flamme dieser Lampe wird genährt durch das tägliche Gebet, durch die Hl. Messe, durch das Sakrament der Beicht; aber auch durch die tätige Nächstenliebe, indem wir nicht versäumen, den anderen auch wirklich Gutes zu tun. Der heilige Don Bosko hat einmal gesagt: “Unser Leben ist zu kurz. Man muß das Wenige, das man tun kann, in Eile besorgen, bevor der Tod uns überrascht.”

Wenn wir also in dieser Weise trachten, den Gürtel nicht abzulegen und die Lampe brennen zu lassen, dann wird für uns die Stunde Gottes, wenn er uns aus diesem irdischen Leben abberuft, kein schreckliches Erwachen sein, bei dem wir draufkommen, dass wir das Wichtigste im Leben, vielmehr wird es für uns eine freudige Begegnung mit Jesus Christus werden, für den wir in Treue gearbeitet haben, obwohl wir ihn nicht sehen konnten.

Der Weltmissionssonntag erinnert an den Auftrag Jesu

Macht alle Menschen zu meinen Jüngern

Vor seiner Himmelfahrt hat Jesus den Aposteln gesagt: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht zu allen Völkern, macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles befolgen, was ich euch geboten habe.“

Die Kirche war von Anfang an missionarisch tätig und sie sucht unablässig Menschen aus allen Nationen und Sprachen zum Glauben an Jesus Christus zu führen. Und es hat sich immer wieder bestätigt: Die größte Hilfe für die Menschen ist die rettende Botschaft des Glaubens, die Wahrheit des Evangeliums. Die Apostel und Missionare haben Menschen, die Christus nicht kannten nicht bloß durch Wissensvermittlung zum Glauben gebracht, sondern weil sie lebendige Zeugen des Evangeliums waren, die selbst ganz durchdrungen und umgeformt waren von der Wahrheit des Evangeliums. Die Taten der Liebe, das praktische Zeugnis für die Güte und Liebe Christi haben die stärkste Überzeugungskraft, sie sprechen für sich. Wie dieses Zeugnis der Liebe wirkt und andere von Christus überzeugt, sei hier an einem Beispiel illustriert.

Die selige Mutter Teresa berichtete einmal: „Der Präsident von Nordjemen bat mich in einem Brief, Schwestern zu schicken für die Pflege der Leprakranken. Seit 800 Jahren war es das erste Mal, dass Christen in dieses islamische Land gerufen wurden. „Unsere Schwestern“, so antwortete ich, „kommen gerne, wenn ein Priester mitkommen darf; denn wir können nicht leben ohne die Eucharistie.“ Als wir schon einige Zeit in diesem Land arbeiteten geschah es: Ein islamischer Geistlicher hatte unseren Dienst schon lange beobachtet. Er sah, wie die Leprakranken von unseren Schwestern, den Missionarinen der Liebe, gepflegt und umsorgt wurden. Da sagte er einmal zu unserem Priester:
„Bisher habe ich geglaubt, Jesus Christus sei ein Prophet. Aber jetzt glaube ich, dass er Gott ist; denn allein Gott kann Menschen mit einer solchen Liebe erfüllen.“

Zu dieser Art, für Christus Zeugnis zu geben, ist jeder Christ fähig. Darum bedeutet missionarisch sein: Geh zu dem, der leidet, und tröste ihn. Geh zu den Verirrten und zeige ihnen den Weg. Geh zu dem, der im Glauben schwach ist, und bestärke ihn. Geh zu den Verzweifelten und bringe ihnen Hoffnung. Geh zu deinen Brüdern und Schwestern und bringe ihnen den Wohlgeruch Jesus Christi, seine Sanftmut und Demut.

Die verklärende Kraft des Gebetes

Gedanken zum Fest der Verklärung des Herrn am 6. August

Auf dem Weg noch Jerusalem hat Jesus durch die Verklärung auf dem Berg Tabor den Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes seine verborgende Herrlichkeit geoffenbart. Er wollte sie auf sein Leiden und Sterben vorbereiten, damit sie, wenn sie Jesus am Kreuz sehen, nicht irre werden im Glauben an seine Macht und Gottheit.

Was Jesus mit diesen drei Jüngern getan hat, dass will der Herr auch mit uns tun. Er möchte uns zu einer neuen Sichtweise führen, in der wir die herrliche Gegenwart Gottes erkennen, die hinter dieser sichtbaren Welt verborgen ist. Es kommt in unserem Leben sehr darauf an, wie wir die Dinge sehen, in welchem Licht wir vor allem die Kreuze und Leiden sehen, damit wir nicht im Glauben an die Liebe Gottes irre werden. Die Verklärung auf dem Berg zeigt uns, wie wir zu dieser geistlichen Schau der Herrlichkeit Christi gelangen.

Das Erste ist die Übung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Das ist mit den drei Aposteln angedeutet, die Jesus auf den Berg mitgenommen hat. Petrus verkörpert den Glauben; Jakobus die Hoffnung, da er als erster der Apostel das Martyrium erlitten hat; Johannes stellt die Liebe dar.

Das Zweite ist die Sammlung des Herzens. Es heißt: “Jesus nahm sie beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten.” Wir müssen unsere Seele von Christus auf diesen einsamen Berg des Gebetes führen lassen. Die Welt gaukelt uns so vieles vor. Man muss immer wieder versuchen, sich von allen möglichen Ablenkungen loszulösen, um zum Gebet zu kommen. Ein Besuch beim Allerheiligsten in der Kirche könnte für uns dieser Taborberg sein.
Ein Drittes: Es heißt im Lukasevangelium ausdrücklich, dass die Verklärung des Herrn geschah während er betete. Im Gebet liegt also die wesentliche Kraft, durch die wir zu einer tieferen Sicht des Lebens gelangen. Denn durch das Gebet wird uns die Gnade des Himmels mitgeteilt. Echtes Gebet ist in einer bestimmten Weise immer eine Verklärung des Geistes. Der heilige Franz von Sales hat dies einmal sehr schön ausgedrückt: “Das Gebet stellt unseren Geist in die Helle des göttlichen Lichtes und unseren Willen in die Wärme der göttlichen Liebe. Darum gibt es nichts, was so geeignet wäre, den Geist von seiner Blindheit und den Willen von seinen schlechten Neigungen zu reinigen wie das Gebet.”

Menschen, die sich von Christus auf den Berg des Gebetes führen lassen haben einen anderen Blick auf diese Welt, weil sie gelernt haben, alles im Lichte Gottes, in seiner verborgenen Herrlichkeit zu sehen. Und das verändert und wandelt vieles: zuerst sie selbst und dann auch die anderen.

Da gingen ihnen die Augen auf

Gedanken zum Evangelium vom Ostermontag

Wir kennen die Emmausgeschichte. Zwei Jünger gingen von Jerusalem nach Emmaus und waren nur am Jammern. Es sind 40 gebirgige Kilometer- das war ein Jammerrekord (Manfred Lütz). Diese Jünger wussten alles, aber sie hatten nichts begriffen. Sie wussten sogar schon etwas von der Auferstehung, aber diese Nachricht hatte sie innerlich nicht bewegt, sie waren ganz in der Traurigkeit gefangen. Da kam der Herr selbst zu ihnen und begann ihnen alles zu erklären. Aber sein Reden half nichts. Erst beim Brechen des Brotes, im lebendigen Sakrament der Eucharistie, gingen ihnen die Augen auf, sie erkannten den Herrn und sahen alles in einem neuen Licht. Erst jetzt wurde all ihr Wissen lebendig und sie rannten nach Jerusalem zurück, um den Aposteln Zeugnis zu geben, dass sie den Herrn gesehen hatten.

Die moderne Psychologie hat erkannt, dass man den Kranken kaum helfen kann, wenn zu sehr auf die Defizite im Leben schaut und sie analysiert. Das führt meist noch tiefer in die Depression. Viel wichtiger ist es, die guten Kräfte, Fähigkeiten und Möglichkeiten, die im Menschen stecken, zu erkennen und zu fördern, mit denen man die Probleme bewältigen kann.

So ist es auch mit unserem Glauben und mit der Kirche. Wir müssen wieder mehr von den Kräften des Glaubens und der Kirche reden und nicht all zu sehr die Dunkelheiten unserer Zeit beklagen, sondern den Blick mehr auf das Licht richten, das Jesus Christus auch in unsere Zeit gebracht hat. Dann werden uns die Augen aufgehen, und wir werden erkennen, welcher Schatz und welche Kraft unser katholischer Glaube ist. Der Glaube an den auferstandenen Herrn lässt uns diese oft traurige Welt in einem neuen Lichte sehen.

Gott ist der Herr der Geschichte und unserer Zukunft

"Blinde führen Blinde und stürzen in die Grube ", Bild des niederländischen Malers Pieter Bruegel des Älteren (1568). Unsere Vergangenheit gehört der Barmherzigkeit Gottes, unsere Zukunft der Vorsehung Gottes, unsere Gegenwart der Liebe Gottes.

Ein tief im Herzen verankertes Verlangen des Menschen ist es, etwas über die Zukunft zu erfahren. Was wird kommen für uns persönlich, für die Gesellschaft, für die Welt? Die Menschen haben seit jeher versucht, mit allen möglichen Mitteln in die Zukunft zu schauen. Aber Gott ist der Herr der Geschichte und unserer Zukunft. Er lässt sich nicht so einfach in die Karten schauen. Das zeigt auch der folgende Bericht:

Der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel hat von 27 Wahrsagern 110 Prognosen gesammelt und ausgewertet, die für das Jahr 2005 gemacht wurden. Seine Bilanz fällt vernichtend aus: “Auch dieses Jahr muss man den Wahrsagern insgesamt ein ungenügendes Zeugnis ausstellen.” Überwiegend hätten sie “Banales, Unverständliches oder gänzlich Absurdes” vorausgesagt, findet Kunkel. Und wo sie konkret geworden seien, hätten sie sich abgesehen von Zufallstreffern geirrt.

Mit Prophezeiungen zum Tod des Papstes, die in den achtziger und neunziger Jahren zu ihrem Standardrepertoire gehörten, hielten sich die Wahrsager für 2005 erstaunlich zurück. Erst als Johannes Paul II. im Februar bereits zum zweiten Mal im Krankenhaus lag und nicht mehr sprechen konnte, wagte Martin Schmid, den Tod des Heiligen Vaters für Ende April oder Anfang Mai anzukündigen. Dieser kam dem Deuter dann aber am 2. April zuvor. Zu den weiteren Fehl-Prophezeiungen für 2005 gehörten ein Anschlag auf US-Präsident George W. Bush und ein Zusammenbruch des US-Dollars. Dankbar für die mangelnde Aussagekraft der Prognosen dürfte Fernsehmoderator Frank Elster sein. Die Berliner Astrologin Monika Transier hatte ihm ebenso wie dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, der Schauspielerin Doris Day und dem britischen Prinz Philip ein baldiges Ableben mit konkretem Termin vorausgesagt. Trotz mehrerer Terminkorrekturen sind alle vier wohlauf. Kein einziger Astrologe, Wahrsager oder Numerologe hatte das Großereignis der Neuwahl in Deutschland vorausgesagt.

Im Katechismus der Katholischen Kirche wird uns die recht christliche Haltung zur Wahrsagerei gezeigt. Da heißt es bei der Nr. 2116: “Sämtliche Formen der Wahrsagerei sind zu verwerfen: die Indienstnahme von Satan und Dämonen, die Totenbeschwörung oder andere Handlungen, von denen man zu Unrecht annimmt, sie könnten die Zukunft “entschleiern”. Hinter Horoskopen, Astrologie, Handlesen, Deuten von Vorzeichen und Orakeln, Hellseherei und dem Befragen eines Mediums verbirgt sich der Wille zur Macht über die Zeit, die Geschichte und letztlich über die Menschen, sowie der Wunsch, sich die geheimen Mächte geneigt zu machen. Dies widerspricht der mit liebender Ehrfurcht erfüllten Hochachtung, die wir allein Gott schulden.”

Von den Wahrsagern können wir also nichts wirklich Wahres und Heilsames erfahren. Das heißt aber nicht, dass uns Gott völlig im Dunkeln belässt, was die Zukunft angeht. Im Katechismus heißt es bei der Nummer 2115: “Gott kann seinen Propheten und anderen Heiligen die Zukunft offenbaren. Die christliche Haltung besteht jedoch darin, die Zukunft vertrauensvoll der Vorsehung anheim zu stellen und sich jeglicher ungesunder Neugier zu enthalten. Wer es an notwendiger Voraussicht fehlen lässt, handelt verantwortungslos.”

In der gegenwärtigen Situation braucht man kein Hellseher zu sein, um zu erkennen was bald auf uns zukommt. Maria hat in Fatima den Kindern die prophetischen Botschaft gegeben: ” … mehrere Nationen werden vernichtet werden …”, wenn wir nicht umkehren und beten. Wenn wir nun bedenken, dass sich im Atomstreit um den Iran die großen westlichen Industrienationen einig geworden sind, nötigenfalls sogar mit “Atomwaffen!” gegen den Iran vorzugehen und alle davon reden, dass dies alles nur der “Sicherung des Friedens!” dient, dann kann uns klar werden, dass die Erfüllung dieses Wortes der Gottesmutter nicht mehr fern ist. Der Dichter Reinhold Schneider hat angesichts des 2. Weltkriegs geschrieben: “Allein den Betern kann es noch gelingen, das Schwert ob unsren Häuptern aufzuhalten, und diese Welt den richtenden Gewalten durch ein geheiligt Leben abzuringen.”

Veronika – das wahre Antlitz Christi

Wie sah Jesus aus? Etwa wie der Schauspieler im Film “Passion”? Oder wie auf den Porträts von Albrecht Dürer oder El Greco. Sie alle haben Jesus nie gesehen. Wie also sah er aus? Auf diese Frage gibt es eine sehr alte Antwort: es ist das Tuch mit dem “wahren Bild” Christi.

Im Gebet des Kreuzwegs heißt es an der 5. Station: Veronika reicht Jesus ein Schweißtuch dar und er prägt als Dank für ihre Liebe in dieses Tuch sein Bild ein. Aber es gibt noch andere Tradition über die Entstehung dieses Tuches. Jedenfalls geht es um dieses kleine Tuch, das ein nicht von Menschenhand gemaltes Bild des Antlitzes Jesus Christi zeigt. Es ist eine der wertvollsten Reliquien der Christenheit. Es ist die “Vera Ikona”, die wahre Ikone. Daraus ist später der Name Veronika entstanden. Der Weg des Tuches der Veronika lässt sich in den ersten Jahrhunderten geschichtlich verfolge von Jerusalem aus, wo es im Jahre 30 entstanden ist, über Edessa nach Konstantinopel bis es im Jahre 705 nach Rom kam. Bis zum Jahr 1600 wurde es in der alten Petersbasilika Kaiser Konstantins verwahrt und ausgestellt. Millionen sind nach Rom gepilgert, um diesen Schleier zu sehen.

Papst Julius II. wollte dem Christusbild im neuen Petersdoms einen würdigen Platz geben. Aber während der Bauzeit verschwand das Bild auf mysteriöse Weise aus der Stadt. Nur der Rahmen mit dem zerbrochenem altem Glas ist davon übrig und in der Schatzkammer von Sankt Peter noch heute zu sehen. Seit damals galt es als verschollen.

Aber die wertvollste Reliquie der Christenheit hängt seit 400 Jahren zwischen zwei Kristallscheiben in einem Kirchlein der Kapuziner in Manoppello, einem Bergstädtchen in den Abruzzen. Durch genaue wissenschaftliche Untersuchungen konnte nun nachgewiesen werden, dass es sich um dieses verloren geglaubte Bild handelt.

Dieses Schleierbild hat vollkommen rätselhafte Eigenschaften, die alle jene ratlos machen, die es untersuchten. Das Bild ist ca. 20 mal 40 cm groß. Es ist hauchdünn und durchsichtig wie ein Seidenstrumpf. Aus der Nähe gleicht es einem großen Diapositiv. Professor Vittori von der Universität in Bari und Professor Fanti von der Universität in Bologna haben auf mikroskopischen Aufnahmen entdeckt, dass das gesamte Gewebe keinerlei Farbspuren aufweist. Weder auf den Gewebefäden noch zwischen ihnen wurde die geringste Spur eines Farbstoffes gefunden, auch nicht bei extremer Vergrösserung. Es gibt keine materiell ermittelbaren Farbstoffe, die das Bild erklären könnten.

Professor Pfeiffer von der Universität Gregoriana in Rom ist vor Jahren der Sache im Licht der Kunstgeschichte und früher Quellen der Christenheit erstmals wissenschaftlich nachgegangen und konnte nachweisen, dass das Bild aus Manoppello Bezugspunkt für ältesten Christusbilder zuerst im Osten und dann im Westen. Die Künstler haben dieses Bild nachgemalt.

Eine deutsche Trappistin, Schwester Blandina Paschalis Schlömer, hat nachgewiesen, dass das Gesicht auf dem Tuch von Manoppello millimetergenau deckungsgleich ist mit dem schattenhaften Gesicht Jesu auf dem Grabtuch von Turin, mit den realen Maßen und Proportionen ebenso wie mit allen Verletzungen, von denen der Gekreuzigte in jenem Tuch gezeichnet ist – nur ohne die dort noch sichtbaren offenen Wunden.

Wenn wir dieses Bild des Herrn betrachten, ein “Foto“, das er uns von sich selbst auf wunderbare Weise geschenkt hat: Er zeigt uns sein Antlitz, mit den Zeichen, die ihm unsere Sünden geschlagen haben: Die rechte Wange ist geschwollen, der Bart teilweise ausgerissen, die Nase angeschlagen. Stirn und Lippen haben beim nahen Hinsehen das Rosa frisch verheilter Wunden. Und wie blickt er uns an? Nicht in Verzweiflung, nicht schmerzerfüllt, nicht zornig, sondern unerklärliche Ruhe liegt im seinem Blick, aus seinen weit geöffneten Augen kommt uns mildes Erbarmen entgegen – ein Erbarmen, das uns einlädt, die Sünden zu bereuen und das Herzen zu Gott zu bekehren.

Weihe des Dreikönigswassers

Zum Fest der Erscheinung des Herrn wird das sogenannte Dreikönigswasser geweiht. In der Kapuzinerkirche wird diese Weihe in der feierlichen Form vorgenommen, wie sie im alten Benediktionale (Buch mit den Segensgebeten) vorgesehen ist. Das Wasser wird nach einer alten Tradition deshalb zu Dreikönig geweiht, weil an diesem Tag zugleich die Taufe des Herrn gefeiert und zugleich der Hochzeit zu Kana gedacht wurde, bei der Herr Wasser zu Wein gewandelt hat. Diese drei Ereignisse: die Begegnung der drei Könige mit dem Jesuskind, die Taufe Jesus im Jordan und die Hochzeit zu Kana, sind Offenbarungen der Herrlichkeit Christi – Epiphanie – Erscheinung des Herrn. Darum ist diese Weihwasser, wenn wir es im Gauben nehmen und aussprengen, auch ein besonderes Zeichen für die erlösende Macht des Herrn. Wo Christus erscheint, da muss der Böse und sein Einfluss weichen.

Feier der Rorate-Messe

Der Advent als die Zeit der Erwartung des Geburtsfestes unseres Herrn hat eine eigene Prägung und geistliche Stimmung, die auch in der Liturgie der Kirche zum Ausdruck kommt. Einen besonderen Akzent geben dieser Zeit die sogenannten Rorate-Messen, die immer in den frühen Morgenstunden gefeiert wurden und werden.

Der Name Rorate leitet sich vom Eröffnungsvers her, mit dem die Adventmessen früher immer begannen: Rorate coeli desuper …(Jesaja 45,8; das heißt übersetzt: Tauet, Himmel, von oben …). Die Rorate-Messe ist im alpenländischen Raum meist eine Votivmesse zu Ehren Marias, in der früher auch immer das Evangelium von der Verkündigung des Herrn verlesen wurde. Sie wurde ursprünglich nur an den Samstagen der Adventszeit, mancherorts aber auch täglich gefeiert.

Heute ist es je nach örtlicher Tradition üblich, sie ein- oder zweimal in der Woche zu feiern. Man sagt: „Die Vorfreude ist die schönste Freude.“ Wenn wir uns während der Adventszeit im Gebet und in der Mitfeier der Rorate-Messen besonders mit Maria verbinden, dann wird sie uns auch jene tiefe Freude vermitteln, mit der sie die Geburt Jesu Christi erwartet hat.

Christkönigssonntag – der gute Kampf

Das Christkönigsfest erinnert uns daran, dass Jesus Christus seine Königsherrschaft über alle Menschen ausbreiten will. Sein Reich ist aber nicht von der Art dieser Welt, sondern es ist ein Reich der Liebe und der Gnade, der Gerechtigkeit und des Friedens. Aber wir müssen uns im Klaren sein: die Ausbreitung seines Königreiches ist immer mit einem Kampf verbunden. Jesus hat dies auch ausdrücklich gesagt: “Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen sondern das Schwert.”

Aber dieses Schwert ist nicht zum Kampf gegen andere Menschen bestimmt, sondern es ist ein Zeichen für den geistlichen Kampf, den wir in unserem eigenen Herzen zu führen haben.

Dieser gute Kampf geht in zwei Richtungen und entspricht ganz unserem Taufversprechen: Es gilt einerseits Widerstand zu leisten, gegen die Versuchungen zum Bösen. Der heilige Paulus sagt: “Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen“ (Eph 6,16).

Auf der anderen Seite geht es darum, dass wir den Kampf aufgeben, den wir gegen die Wahrheit führen. Wir müssen uns Christus ergeben und uns im Glauben unterwerfen. Denn oft genug sind wir noch Widerstandskämpfer gegen seine Gnade. Aber wer sich von der Liebe Christi besiegen lässt, ist kein Verlierer.