Maria im Glaubensbekenntnis

Ein eifriger protestantischer Pastor in Schottland hatte in seiner Pfarre auch eine gewisse Anzahl sehr frommer, katholischer, irländischer Familien. Er war darüber sehr verdrossen und wandte sich gerne an die Kinder, um sie im katholischen Glauben zu verunsichern.

Eines Tages begegnet ihm auf seinem Weg ein kleines, irländisches Mädchen von ungefähr acht Jahren. Er spricht es freundlich an, bittet es, ihm einige Gebete aufzusagen und verspricht ihm einige Pennys, wenn es seine Sache gut macht. Zur Zufriedenheit des Pastors betet die Kleine sofort das “Vater Unser”, worauf er sie auffordert, noch ein anderes Gebet zu sprechen. Also beginnt das Kind mit dem “Gegrüßet seist du, Maria”, aber der Pastor unterbricht es und sagt: “Das ist kein Gebet, man kann zu keiner Frau beten, nur zu Gott darf man beten.” Die etwas in Verlegenheit gebrachte Kleine beginnt daraufhin das Glaubensbekenntnis zu beten, wobei ihr der Pastor Mut zu spricht. Doch angekommen bei “geboren von der Jungfrau Maria”, seufzt das Kind ganz verstört: “Da ist sie wieder! Was soll man da machen?”
Der Pastor war durch die Bemerkung des Mädchens ganz verlegen. Er gab ihr zwei Pennys, verabschiedete sie und ging fassungslos nach Hause. Da ist sie wieder, diese Jungfrau Maria, in seinem Credo, das er so oft gebetet hat, ohne darauf geachtet zu haben! Da ist sie, im Zentrum unseres christlichen Glaubens! Und dies war der Beginn langer Überlegungen, die ihn wenig später zum katholischen Glauben übertreten ließen. Er selbst erzählte manches Mal diese für ihn so grundlegende Geschichte später, als er katholischer Priester geworden war.

Das Rosenkranzgebet Ampères machte auf mich mehr Eindruck als alle Bücher und sogar alle Predigten

Maria lädt uns immer wieder ein zum Rosenkranzgebet. Sie will uns große Gnaden vermitteln. Dazu eine Begebenheit:

Ein achtzehnjähriger junger Mann kam nach Paris, um dort zu studieren. Er war nicht ungläubig, aber seine Seele war vom Glaubensnotstand befallen. Eines Tages betrat er die Kirche Saint-Etienne du Mont und erblickte in einer Ecke, in der Nähe des Heiligtums, einen alten Mann, der auf den Knien andächtig den Rosenkranz betete. Er näherte sich ihm und erkannte André-Marie Ampère, sein großes Vorbild!
André-Marie Ampère (1775-1836), war französischer Mathematiker und Physiker, ein Genie der Naturwissenschaft, er entdeckte die Gesetze des Elektromagnetismus, nach ihm ist die internationale Einheit der Stromstärke Ampere benannt.

Dieser Anblick erschüttert den jungen Mann bis auf den Grund seiner Seele; still kniete er hinter Ampère nieder und Gebete und Tränen strömten aus seinem Herzen. Es war der vollkommene Sieg des Glaubens und der Liebe Gottes. Dieser junge Mann war niemand anderer als der sel. Frédéric Ozanam (1813-1853), ein französischer Gelehrter, Gründer einer Caritasbruderschaft unter dem Patronat des hl. Vinzenz von Paul. Ozanam sagte danach immer wieder: “Das Rosenkranzgebet Ampères machte auf mich mehr Eindruck als alle Bücher und sogar alle Predigten zusammen.”

Sich von Maria führen lassen

Im Monat Mai ehren wir Maria als unsere Mutter. Im Laufe der Geschichte ist Maria immer wieder in besonderen Erscheinungen zu uns gekommen, um die Menschen im Glauben zu stärken, sie zur Umkehr und zum Gebet zu rufen.

Alle, die Maria bei ihren Erscheinungen sehen durften, waren fasziniert von ihrer unbeschreiblichen Schönheit und angezogen von ihrer barmherzigen Liebe. Maria hat diese Seher angespornt zu einem konsequenten Leben der Nachfolge Christi. Viele von ihnen sind zu Heiligen geworden, denken wir an die hl. Bernadette oder die Kinder von Fatima.

Wir können zwar Maria nicht in dieser Weise sehen. Aber wenn wir ihr Leben betrachten, wenn wir sie verehren uns selber durch sie Jesus weihen, so wird Maria für jeden von uns ein mächtiger Ansporn zur Nachfolge Christ sein. Was das heißen kann, das sehen wir im Leben des hl. Pfarrers von Ars.

Johannes Maria Vianney war als Jugendlicher körperlich schwach und blieb bei der Feldarbeit immer hinter seinen Brüdern zurück. Seine Kräfte reichten nicht aus, um mit den stärkeren Brüdern bei der Arbeit mithalten zu können. So sehr er sich auch immer anstrengte, die Brüder waren ihm auf dem Feld immer weit voraus.

Bei einer Namenstagsfeier schenkte ihm eine seiner Tanten ein gerahmtes, kleines Marienbild. Das nahm er zur Feldarbeit mit. Er setzte es in die Ackerfurche, die er zu bearbeiten hatte, immer einige Meter weit voraus. Er war davon überzeugt, Maria werde ihn wie ein Magnet anziehen und seine Kräfte stärken und seine Liebe und Sehnsucht nach Maria werden ihm die Kraft geben, dass er schneller vorwärts kommt, sodass er nicht immer das Schlusslicht hinter seinen Brüdern auf dem Felde bliebe. Und wenn er mit Hacke und Spaten das Marienbild erreicht oder sich an das Marienbild herangearbeitet hatte, nahm er es dankbar in die Hände, küsste es und setzte es wieder einige Meter weit voraus, damit Maria ihn weiterhin gleichsam wie ein Magnet anziehe. So hat er sich mit Maria auf dem heimatlichen Feld vom Schlusslicht zu einem Vorarbeiter entwickelt. Es ist rührend, wie der spätere große Heilige schon als junger Mensch mit Maria zusammenarbeitet. Und so hat er seine Arbeit später auf dem großen Feld der Seelsorge fortsetzen.

Der hl. Augustinus betet in seinem berühmten Gebet zum Hl. Geist: “Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue!”. Wenn wir Maria als unser Vorbild betrachten, dann wird der Heilige Geist uns durch Maria antreiben zum Guten, denn Maria ist die Braut des Heiligen Geistes.

(Quelle: Die Geschichte ist aus einer Predigt von Kard. Meisner in Kevelar)

Durch Maria gerettet vor der ersten Atombombe

Am 6. August 1945 hat die amerikanische Armee die ersten Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Es gab hunderttausende von Toten und eine furchtbare Verwüstung.

In Hiroshima geschah aber etwas Außerordentliches. Eine kleine Gemeinschaft von Jesuitenpatres lebte in einem Haus, das nicht weit entfernt war von dem Ort, an dem die Bombe explodierte.

Alle Menschen im Umkreis von eineinhalb Kilometern starben. Die Pfarrkirche in der Nähe des Hauses und alle umliegenden Gebäude wurde völlig zerstört. Das Haus der Jesuiten jedoch blieb stehen, und keinem der Jesuiten ist etwas passiert. Unter den acht Priestern war auch Pater Hubert Schiffer. Er war beim Abwurf der Bombe über Hiroshima dreißig Jahre alt und lebte danach noch dreiunddreißig Jahre in guter Gesundheit weiter. Er starb in Frankfurt in Deutschland, am 27. März 1982.

Pater Schiffer erzählte seine Erfahrung von Hiroshima während des Eucharistischen Kongresses in Philadelphia (USA) im Jahre 1976.

Damals waren alle acht Jesuitenpatres der Gemeinde in Hiroschima noch am Leben. Wörtlich sagte er: “Ich befand mich im Zentrum der Explosion der ersten Atombombe und befinde mich heute hier in bester gesundheitlicher Verfassung. Ich wurde von der Explosion nicht betroffen. Könnt ihr nicht auch dasselbe erhoffen?” Pater Schiffer teilte auch mit, dass hunderte von ‘Fachleuten’ und Agenten jahrelang nach dem wissenschaftlichen Grund suchten, weshalb das Haus und die Patres nicht getroffen wurden. Sie haben keine Antwort gefunden. Doch die Antwort lautet: in jenem Haus wurde jeden Tag gemeinschaftlich der Rosenkranz gebetet und die Priester lebten nach der Botschaft der Muttergottes von Fatima.

Rettung aus der Tiefe – das Wunder von Chile

Im vergangenen Jahr hat die Gottesmutter Maria uns ein wunderbares Zeichen gegeben, dass sie alles tut, um uns zu helfen in der Not unserer Zeit. Es geht um das Wunder von Chile, die Rettung der 33 Bergleute, die in etwa 700 Meter Tiefe eingeschlossen waren.

Die Bergleute konnten in dieser Bedrängnis nur durch den Glauben und das Gebet überleben und standhalten. Sie hatten in einer von ihnen eingerichteten Kapelle regelmäßig den Rosenkranz gebetet. Als man sie entdeckt hatte, haben sie “von oben” zuerst ein Kreuz und Statuen der Muttergottes und von Heiligen erbeten. Der Heilige Vater hatte ihnen eigens Rosenkränze zukommen lassen, die von ihm persönlich gesegnet waren. Die Befreiten dankten Gott für ihre wunderbare Rettung vor laufender Kamera.

Fast 1 Milliarde Menschen hat dieses Ereignis an den Fernsehgeräten verfolgt. Warum waren sie so tief bewegt? Was sie da gesehen haben, spiegelt eigentlich die Situation des heutigen Menschen wider: Wir haben zwar einen noch nie dagewesenen materiellen Wohlstand erreicht, doch spüren die Menschen im Innersten ihrer Seele, dass sie wie in einem tiefen, dunklen Loch gefangen sind, aus dem es in rein menschlicher Hinsicht kein Entrinnen mehr gibt. Die unersättliche Gier nach dem Geld und materiellen Güter zerstört immer mehr unsere Gesellschaft.

Bei diesem Wunder von Chile aber konnten die Menschen sehe, dass Maria uns Hoffnung gibt. Es war ganz auffällig: Alle entscheidender Schritte der Rettungsaktion geschahen an einem Muttergottes-Feiertage: Maria hat gezeigt, dass sie ihre Hand darüber hielt.

Am 5. August geschah das Unglück! Das war das Fest Maria Schnee.
Am 22. August, Fest Maria Königin, hat man das erste Lebenszeichen von den Eingeschlossenen registrierte.
Am 31. August, dem Fest Unserer Lieben Frau vom Loskauf der Gefangenen begannen die Bohrungen für den Rettungsschacht.
Und am 13. Oktober, einem Fatima-Tag, geschah die Rettung aller.
Es ist auch interessant: Am 11. Sept., diesem Unglückstag, der an die böswillige Zerstörung des World Trade Centers 2001 erinnert, wurden von Metalldieben wichtige Teile des Bohrers gestohlen, so dass sie erst mit großen Verzögerungen und Schwierigkeiten weiterbohren konnten.

Das ist ein Zeichen, dass der Teufel immer mitmischt, und unsere ewige Rettung verhindern möchte. Der Sprecher der Bergleute hat gesagt: “Gott und Teufel haben um mich gekämpft – Gott hat gewonnen”. Maria hat uns als unsere Mutter durch die Rettung dieser Bergleute gezeigt: Sie wird sie alles tun, damit wir die Erlösung von ihrem Sohn erlangen, gleich wie tief auch das Loch ist, in das wir in dieser Welt eingeschlossen sind.

Aber wir müssen Beten, uns ganz an sie als unsere Mutter wenden, mit aller Kraft und allem Vertrauen. Sie ist unsere gute Mutter, die ihre Kinder nicht allein lässt.

Rosenkranz – “Es gibt nichts, was mir mehr Freude macht.”

Der sel. Kard. Newman, der in der Mitte seines Lebens aus der anglikanischen zur katholischen Kirche konvertierte,  war ein großer Marienverehrer und schätzte auch sehr den Rosenkranz.

Als er im hohen Alter wegen des nachlassenden Augenlichtes gezwungen war, das tägliche Beten des Breviers aufzugeben, ersetzte er es durch das Rosenkranzgebet, über das er einmal schrieb: “Es gibt nichts, was mir mehr Freude macht.” Der tägliche Rosenkranz war für Newman eine unglaubliche Hilfe, die großen Glaubenswahrheiten auf einfache und vertraute Weise zu betrachten.

Berühmt ist auch die Antwort Newmans auf die Frage, was man tun müsse, um das ewige Leben zu gewinnen (vgl. Lk 10, 25) Hier erwähnt er auch den Rosenkranz: “Wenn du mich fragst, was du tun musst, um vollkommen zu sein, so sage ich dir: Bleibe nicht im Bett liegen, wenn es Zeit ist aufzustehen; die ersten Gedanken weihe Gott, mache einen andächtigen Besuch beim Allerheiligsten Sakrament, bete fromm den Angelus, iss und trink zu Gottes Ehre, bete mit Sammlung den Rosenkranz, sei gesammelt, halte böse Gedanken fern, mache deine abendliche Betrachtung gut, erforsche täglich dein Gewissen, geh’ zur rechten Zeit zur Ruhe  und du bist bereits vollkommen.”

“Warum verletzt du mich?” – Abtreibungsarzt hat sich bekehrt

Beim Nordamerikanischen Barmherzigkeitskongress erzählte der ehemalige Abtreibungsarzt John Bruchalski über seinen Bekehrungsweg und seine Konversion zu katholischen Kirche: Er sei ein typischer Gynäkologe gewesen, der in der Empfängnisverhütung eine Befreiung der Frau sah.

Eine Wende nahm sein Leben während eines Besuchs der Basilika Unserer Lieben Frau von Guadalupe im Jahr 1987.

Er habe plötzlich eine Stimme gehört, die ihn fragte: “Warum verletzt du mich?” – “Es war eine innere Stimme”, erläuterte Bruchalski. “Es war die Stimme einer Frau – sehr liebevoll, nicht bedrohlich. Die Stimme war sehr klar, aber ich verstand noch nicht. Ich glaube, Unsere Liebe Frau von Guadalupe hat damals zu mir gesprochen, um mir zu zeigen, was ich mit meiner Arbeit anrichte. Es sollte Jahre dauern, bevor ich die Botschaft ganz erfassen konnte.”

Erst bei einer Pilgerfahrt mit seiner Mutter nach Medjugorje habe er seinen falschen Weg erkannt. Mittlerweile ist er zu einem Boten der Barmherzigkeit geworden. Jeder könne auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen, niemand sei zu weit von Gott entfernt, um nicht zu Ihm zurückkehren zu können, beteuerte der Arzt.
(Quelle: Kath.net)

Da fand ich in meiner Not zum täglichen Rosenkranz

Maria hat uns in verschiedenen Erscheinungen eingeladen, täglich den Rosenkranz zu beten. Eine Frau und Mutter, die begann, den Rat der Gottesmutter zu befolgen, gibt uns Zeugnis über ihre Erfahrungen. Sie schreibt:

“Der Rosenkranz hat besondere Kraft. Ich erfahre immer wieder in Not und Bedrängnis die Hilfe Gottes durch den täglichen Rosenkranz. Ich hatte ein katholisches Elterhaus (Messbesuch, Gebet, Beichte 23mal pro Jahr). Trotzdem hat der Herr erst vor zweieinhalb Jahren, durch eine große Not mit meiner zweitältesten Tochter, den Weg zu Ihm gezeigt. Meine Tochter verliebte sich noch in der Schule mit 18 Jahren in einen jungen Mann, der fast alles im Leben hinter sich hatte. Das Schlimmste kam, als meine Tochter nach vier Monaten schwanger war. Da fand ich in meiner Not zum täglichen Rosenkranz. Und der Herr schenkte die Gnade, dass meine Tochter und ihr damaliger Freund jetzt ein Ehepaar sind und zwei ganz liebe kleine Kinder haben. Aber die größte Gnade ist die Bekehrung unseres Schwiegersohnes.”

Die Probleme und Schwierigkeiten in den Familien sind oft so ähnlich, wie sie hier beschrieben wurden. Was sollen wir tun? Wo bekommen wir Hilfe? Das ist dann die Frage. Maria hat uns den Weg zum Gebet gewiesen. Schwester Lucia von Fatima hat gesagt:

“Die allerseligste Jungfrau gab dem Rosenkranz eine solche Wirkung, dass es kein materielles, spirituelles, nationales, oder internationales Problem gibt, das nicht durch den Rosenkranz und durch unser Opfer gelöst werden kann.”

Während wir den Rosenkranz beten, empfangen wir Kraft und Einsicht von oben. Gott hilft uns und er löst unsere Probleme in ungeahnter Weise.

Ein Kind Mariens sein

Der hl. Don Bosco berichtete über seinen Schüler, den hl. Dominikus Savio: Als dieser 1849, im Alter von sieben Jahren die erste heilige Kommunion empfing, hat er für sich folgende Vorsätze schriftlich festgehalten:
1) Ich werde sehr oft zur Beichte gehen und jedes Mal, wenn es mein Beichtvater erlaubt, die Heilige Kommunion empfangen.
2) Ich werde die Feiertage heilig halten.
3) Jesus und Maria werden meine Freunde sein.
4) Lieber den Tod als die Sünde.

Mit 12 Jahren (1854, als das Dogma der Unbefleckten Empfängnis verkündet wurde) weiht sich Dominikus erneuert Maria und schrieb: “Maria, ich gebe dir mein Herz, mache, dass es immer dir gehört. …“

Am 9. März 1857, mit 15 Jahren, starb Dominikus an Lungentuberkulose in vollendeter Heiligkeit. Seine letzten Worte kamen aus einem Blick in den Himmel: „Wie schön ist das, was ich sehe …“

Maria lässt den Glauben erblühen auch im Winter

Die kleine Stadt Bra, die zur Diözese von Turin in Italien gehört, ist ein Wallfahrtsort besonderer Art. Maria ist dort einmal erschienen und hat ein lebendiges Erinnerungszeichen an ihr Kommen und ihre Hilfe hinterlassen. Sie wird dort als “Madonna dei fiori de Bra”, Madonna der Blumen von Bra verehrt. Der Wallfahrtsort geht zurück auf eine besondere Rettungstat Mariens.

Am 29. Dez. 1336 war die junge Egidia Mathis in der Umgebung der Stadt unterwegs und kam an einem der Gottesmutter geweihten Bildstock vorbei. Egidia erwartete bald ihr erstes Kind. Zwei Soldaten einer Söldnerkompanie, die damals durchs Land zog, lagen hinter den Sträuchern auf der Lauer und wollten die junge Frau überfallen und vergewaltigen. Als Egidia sah, was die Soldaten beabsichtigten, klammerte sie sich verzweifelt an das Bild Mariens und flehte sie um ihre Hilfe an.

Da zuckte unvermutet ein Blitzstrahl aus dem Bild hervor und blendete die zwei Söldner, die darauf vor Schreck davonliefen. Da erschien neben Egidia Maria selbst, tröstete sie während einiger Minuten und versicherte ihr, dass alle Gefahr vorüber sei. Als die Erscheinung entschwunden war, kam es für Egidia in Folge der Angst und der Aufregung noch am Fuß der Bildsäule zur Geburt ihres Kindes. Sie wickelte das Neugeborene in ihren Schal und machte sich auf zum nächstgelegene Haus.

Die Neuigkeit des wunderbaren Ereignisses verbreitete sich sofort in der Stadt: trotz der späten Stunde, kamen die Leute in Massen zum Ort des Überfalls und der Erscheinung gelaufen. Dort erwartete sie ein außergewöhnlicher Anblick: Die Säule war von dichten Schlehdornbüschen umwachsen. Trotz des rauen Klimas an diesen letzten Dezembertagen waren die Büsche plötzlich voller weißer Blüten. Und seit damals wiederholt sich die Blüte der Schlehdornbüsche bis heute immer um dieselbe Zeit, Ende Dezember. Sie haben auch zu anderen ungewöhnlichen Zeiten geblüht, immer im Zusammenhang mit besonderen Ereignissen in der Kirche oder mit Ereignissen um das Turiner Grabtuch.

Diese außergewöhnliche Blütezeit der Schlehdornbüsche, die heute noch üppig wachsen, geben der Wissenschaft ein Rätsel auf. Man hat schon alle möglichen Untersuchungen angestellt, um das außergewöhnliche Verhalten natürlich zu erklären. Aber man konnte nichts finden.

Maria gibt uns hier ein wunderbares Zeichen ihrer Gnadenmacht. Wenn wir uns in der Not unserer Zeit, in der das Klima des menschlichen Zusammenlebens oft so kalt und eisig geworden ist (denken wir nur daran, wie kalt unsere Gesellschaft gegen die ungeborenen Kinder ist), an Maria wenden, dann wird sie uns zu Hilfe kommen. Geborgen in ihrer mütterlichen Liebe wird die Seele aufblühen können auch mitten im geistigen Winter, in einer Umgebung, in der der Glaube und die Liebe zu Gott erkaltet sind.