Mörder bekehrte sich zum Christentum

In einigen Teilen Indiens haben die Christen, die oft ein kleine Minderheit sind, von Seiten der Hindus und Moslems immer wieder schwere Verfolgungen zu erleiden.

Vor 15 Jahren wurde in der indischen Diözese Indore die Ordensfrau Schwester Rani Maria ermordet. Sie half vor allem den Armen in den zahlreichen Dörfern der indischen Ureinwohner, die im hinduistischen Kastenwesen auf der sozialen Stufenleiter ganz unten stehen und noch häufig unterdrückt werden. Im Zusammenhang mit politischen Wahlen wurden sie von eine Hindu-Partei als eine „Aufwieglerin“ angesehen.

Die Parteianhänger engagierten einen hinduistischen Auftragsmörder, der am 25. Februar 1995 Schwester Rani Maria ermordete.

Pater Cherian, der Pressesprecher der Diözese Indore, berichtet nun, dass sich Samandar, der Mörder, noch im Gefängnis zum Christentum bekehrte und sich taufen ließ. „Er zeigte tiefe Reue für seine Tat und sprach seither schon oft öffentlich über Christus und die Vergebung, die er erfahren hat.“ In einem Brief schrieb Samandar, dass „das Christentum die Hoffnung Indiens“ ist.

Haiti – Hoffnung aus der Asche

Die Hauptstadt von Haiti, Port-au-Prince, wurde am 12. Jänner 2010 von einem schweren Erdbeben fast vollständig zerstört. Von den 1,3 Millionen Einwohnern sind nach letzten Schätzungen etwa 300.000 ums Leben gekommen und eine große Zahl schwer verletzt worden. Die katholische Hilfsorganisation „Kirche in Not“ hat einen berührenden Augenzeugenbericht eines Priesters veröffentliche, der nach Haiti gereist war, um dort zu helfen. Hier einige Abschnitte aus seinem Bericht vom 1. März 2010:

In Port-au-Prince gibt es auch jetzt, mehr als einen Monat nach dem Erdbeben, kaum Hilfe. Die Krankenhäuser mit den Schwerkranken stehen unter der Kontrolle der US-Amerikaner und der UNO, wie eigentlich die ganze Stadt.

Doch außerhalb der Krankenhäuser liefert in der Stadt keiner Essen aus, keiner hilft, den Schutt wegzuräumen, keiner entsorgt den Müll. In Port-au-Prince türmen sich überall Berge von Schmutz. Die Leute leben auf der Straße in provisorischen Zelten aus Besenstielen und Bettwäsche. Fliegen, schlechter Geruch, dreckiges Abwasser am Rande der Bürgersteige. Die Welt muss das sehen und unsere haitianischen Geschwister aus dieser unmenschlichen Situation herausholen. …

Neben den Ruinen der Kathedrale, auf dem großen Vorplatz, ist ein Krankenhaus aus Leinentüchern aufgestellt worden. Das zusammengestürzte Gotteshaus hat einen riesigen Berg der Nächstenliebe und der Menschlichkeit hinterlassen. Alle Leidenden und Verlassenen finden hier Gehör und Hilfe. …
Der erste in einer endlosen Reihe von verstümmelt daliegenden Menschen heißt „Christus“. Ja, das ist sein Name: Christus. Er dürfte etwa 35 Jahre sein und liegt da, wie ein steifes Stück Fleisch, befallen von Tetanus. Und doch hört er nicht auf zu lächeln: „Christus, glaubst du an Gott, hoffst du auf ihn, liebst du ihn?“ „Ja, mon père“, antwortet er. „Ich bin mehr als sicher, dass Er mir das ewige Leben bringen wird.“

„Und wünschst du dir die Beichte und die Krankensalbung?“ „Nichts könnte ich mir mehr wünschen, aber Pater, geben Sie mir auch ein Stück Brot und Salami, ich bin hungrig.“ Christus liegt auf einer Pritsche im Freien, er lächelt und grüßt, ist fast nackt, nur mit einer Windel bekleidet.

Nachdem ich ihm die Krankensalbung gespendet habe, weint er und dankt dem Allmächtigen für das Ewige Leben. Die Ärzte haben gesagt, sein Ende sei nahe. Sie können ihn nicht retten.

Ein paar Betten entfernt liegt Merlin, ein ewiges Lächeln in seinem schwarzen Gesicht. Im ganzen Krankenhaus ist nicht eine einzige Beschwerde zu hören, keine Proteste, kein Zorn über das, was passiert ist. Ich habe noch nie so viel Edelmut gesehen! Vielmehr schwebt im Hintergrund die Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens. Vor dem Priester mit dem Salböl der Kraft und des Trostes sagt Merlin laut: „Danke, Jesus! Du bist zu mir gekommen, um mich zu besuchen. Ich würde das für nichts tauschen, weil ich meinen Herrn gesehen habe.“ Auch Merlin ist verstümmelt und hat Tetanus, am nächsten Tag wird ein anderer Haitianer in seinem Bett liegen. Er starb in meinen Armen. …

Ich könnte viele Geschichten wie diese erzählen. Die Haitianer sind ein großartiges Volk. Sie haben warme Herzen, die sich langsam der Zukunft öffnen. Die Lage ist ernst, kritisch, bitter, aber die Menschen sind Giganten des Glaubens, bewaffnet mit Mut und Hoffnung.

(Quelle: kircheinnot.wordpress.com)

Nick Vujicic – Gottes Hände und Füße

Jeder andere in seiner Situation hätte schon längst aufgegeben. Er nicht. Nick Vujicic reist um die ganze Welt und motiviert andere, Mut im Leben zu fassen.

Nick Vujicic wurde am 4. 12. 1982 in Melbourne/Australien als Sohn eines Pastors geboren. Die Schwangerschaft war unkompliziert. So war es zuerst einmal für die Eltern ein schwerer Schock, als sie sehen mussten, dass ihrem Kind völlig die Arme und Beine fehlten! Nur am Oberschenkelansatz hat er einen kleinen Fuß mit zwei Zehen. Es dauerte einige Zeit, bis seine Eltern ihn annehmen konnten. Vier Monate konnte die Mutter ihr Kind nicht in den Arm nehmen. Doch dann waren es seine Eltern, die ihn begleitet und stets motiviert haben.

Das Leben in seiner Schulzeit war schwer. Er lernte mit seinem kleinen Fuß zu schreiben, langsam selbständig zu sein. Und dennoch wollte er sich das Leben nehmen. Was sollten seine Aussichten für sein Leben sein? Wozu könnte er schon fähig sein? Nur eine Belastung für die anderen. Dann findet er zum Glauben. Sein Leben nimmt eine radikale Wendung, als er mit 15 Gott bittet, in sein Leben zu kommen. Bis jetzt hat er immer geglaubt, Gott hat ihn sicherlich vergessen. Aber auf einmal verstand er, dass Gott ihn nicht vergessen hatte, sondern dass er im Gegenteil einen ganz besonderen Plan mit ihm hatte. „Viele von uns glauben, dass Gott zuerst unsere Umstände ändern muss, bevor wir ihm wirklich vertrauen wollen“, sagt Nick in einem Interview. „Aber das Großartige an Gott ist, dass er dein Herz noch vor den Umständen ändern kann. Und wenn er nicht das Wunder an mir tut, so macht er, dass ich selbst das Wunder für jemand anderen werde.“ Und mit leuchtenden Augen fährt er fort: „Mein Leben ist vielleicht ein einfaches Beispiel, wie Gott einen Menschen ohne Arme und Beine dazu brauchen kann, seine Hände und Füße zu sein.“

„Es bringt uns nichts, äußerlich perfekt zu sein, wenn wir innerlich zerbrochen sind!“ ist nur eines seiner Lebensmottos, die er in seinen Vorträgen weitergibt. Nick sagt: „Ich habe mich entschieden, dankbar zu sein für das, was ich tun kann und nicht wütend zu sein über das, was ich nicht tun kann!“
Und das ist Nick tatsächlich. Er reist durch die ganze Welt als Motivationstrainer und Redner und berührt die Menschen überall, wo er hinkommt. Sei es in Schulen, vor Wirtschaftsleuten oder im Gefängnis bei den Schwerstverbrechern.

ZEUGNIS: Jenna hat vier Selbstmordversuche hinter sich. Ihre Kindheit war geprägt von Gewalt und Verachtung. Sie bedankt sich bei Nick: „Ich erinnere mich noch genau an den Morgen, als du in meine Gemeinde kamst, um dort einen Vortrag zu halten. Ich hatte damals einen Schutzwall um mein Herz errichtet, doch durch deine Worte brauchte es nicht lange, bis mein innerer Widerstand gebrochen war und Tränen meine Wangen hinunterliefen. In diesem Moment wusste ich, dass ich es konnte, dass ich leben konnte, dass ich einen Grund dazu hatte: Ich bin einzigartig. Obwohl dieser Tag für mich einer von vielen war, an denen ich nicht aufgab, war er doch ganz besonders, denn es war der erste seit langer Zeit, an dem ich auch nicht aufgeben wollte. An diesem Tag hast du mich berührt, zwar nicht mit deiner Hand, aber mit deinem Herzen und hast mir eines der größten Geschenke gegeben, das ich jemals bekommen habe: nämlich HOFFNUNG! Danke Nick!“

Südsudan – ein Blinder wird zum Missionar

Als Jesus nach seiner Auferstehung den Aposteln erschien gab er ihnen den Auftrag zur Mission: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ Mk 16,15. Dieser Auftrag gilt nicht nur für besonders berufene Missionare, sondern für jeden Christen. Ein „Weißer Vater“, der zur Kongregation der Afrikamissionare gehört, erzählte folgende wunderbare Begebenheit, die uns im missionarischen Geist stärken kann:

Im Südsudan wurden die Christen in den letzten Jahrzehnten, seit die Moslems die Mehrheit haben, auf das Blutigste verfolgt. Alle Missionare wurden des Landes verwiesen. Einige starben für den Glauben. 15 Jahre lang durfte kein einziger Missionar wieder einreisen und die Missionierung weiter betreiben.

In einem Dorf war ein Mann, der erblindet war. Er ist Christ geworden. Diesem Mann war es zu verdanken, dass in seinem Dorf und in den umliegenden Dörfern während der Zeit der Abwesenheit der Missionare der katholische Glaube erhalten blieb, denn er stolperte von einem Haus zum anderen, von einem Dorf zum andern und erzählte den Menschen von Jesus Christus und von allem, was er in der Katechese von den Missionaren gehört und gelernt hatte. 15 Jahre lang!!

Leszek Kolakowski – wider die Selbstvergötterung des Menschen

Am 17. Juli 2009 ist Leszek Kolakowski in Oxford gestorben. Er war einer der großen, vom katholischen Glauben inspirierten Philosophen unserer Zeit, der es verstand, mit treffenden Argumenten den vorherrschenden Zeitgeist zu hinterfragen. Kolakowski hat im Laufe seines Lebens eine grundlegende Wende vollzogen, denn zuerst war er ein überzeuter, marxistisch atheistischer Philosoph, bis er den Sozialismus durchschaute.

Kolakowski wurde 1927 in Radom in Polen geboren, die Familie war linksintellektuell und, wie es heißt, „freidenkerisch“ und es zeigte sich bald, dass er eine große intellektuelle Begabung hatte. Er verlor seinen Vater, der von den Deutschen umgebracht wurde. Als der Krieg zu Ende war, schloss er sich der kommunistischen Jugend und dann auch der Partei an. Kolakowski wurde zum Wunderkind der marxistischen Philosophie. Da in Polen die katholische Kirche sehr stark war, setzte er sich auch stark mit der Glaubenslehre auseinander, um sie als „Irrtum“ zu widerlegen und anzugreifen. Aber auf diesem Weg erkannte er, dass nicht der katholische Glaube, sondern der Sozialismus die große Lüge war. 1956 sprach Kolakowski bei einer Konferenz in Ostberlin über das „Problem der Freiheit im Lichte des wissenschaftlichen Sozialismus“. Er stellte dabei in Frage, dass der Kommunismus seine Heilsversprechen in einer klassenlosen Gesellschaft verwirklichen könne. Damit war die Katze aus dem Sack. 1966 wurde er aus der Partei ausgeschlossen. Er musste Polen verlassen und wurde später Professor in Oxford. In seinen Schriften setze er sich vor allem mit dem Thema „Freiheit“ auseinander und deckt kritisch die „Selbstvergötterung des Menschen“ auf, die sich heute in vielfacher Weise vollzieht.

(Vgl: FAZ vom 20.07.2009 Seite 25)

Zitate von Leszek Kolakowski

„Die Vorstellung von einem nicht-totalitären Kommunismus erinnert mich an geröstete Schneebälle.“

„Was heißt »Selbstverwirklichung“? Der Mensch kann sich selbst vielfältig verwirklichen – einer hat das Potenzial, um heiliger Franz zu werden, anderer hat das Potenzial, Hitler zu werden. Sollen wir denn sagen, dass unsere Aufgabe darin besteht, jedem Menschen sein Potenzial verwirklichen zu lassen, unabhängig davon, welches Potenzial es ist?“

„Folgten wir nur der Tradition, lebten wir noch immer in Höhlen, folgten wir nur dem Fortschritt, wäre dies bald wieder der Fall.“

Jesus! Ich bin’s! Ich komme Dich besuchen!

Es ist uns leider viel zu wenig bewusst, wer es ist, der unter uns im Sakrament der Eucharistie gegenwärtig ist: es ist Jesus Christus selbst. Unsere Kirchen sind „bewohnt“! In den heiligen Hostien, die im Tabernakel aufbewahrt werden ist Jeus selbst unter uns da mit Leib und Blut. das ist eine Einladung, ihn immer wieder dort zu besuchen und im Gebet bei ihm zu verweilen. Der Herr lässt eine solche Liebe nicht unbeantwortet.

Was Jesus selbst einmal für einen solchen treuen Besucher getan hat, der immer wieder bei ihm in der Kirche verweilte, das hat eine Frau, die in Paris Obdachlose betreute, in einer Lokalzeitung berichtet.

Paul war einer dieser Obdachlosen. Er hielt sich gerne vor der Kirche St. Jakob (in Paris) auf, war gutmütig und freundlich und bettelte meist um Almosen. Jeden Tag aber ging er in Kirche und verbrachte dort einige Zeit. Als die Frau ihn einmal fragte, ob er in der Kirche bete, da sagte Paul, dass er nicht beten könne und es nie gelernt habe; aber er setzt sich einfach in die Bank und sagt: „Jesus! Ich bin’s, Paul! Ich komme Dich besuchen!“ Und dann bleibe er ein Zeitlang dort sitzen, damit jemand da sei.

Eines Tages war Paul verschwunden. Er hatte schon länger gesundheitliche Probleme. Die Frau erkundigte sich im Spital und fand ihn dort wieder. Paul ging es schlecht, sie konnte kaum mit ihm sprechen und sie brachte in Erfahrung, dass er nach ärztlicher Prognose bald sterben würde.

Am nächsten Tag ging die Frau noch einmal ins Spital mit dem Gedanken, dass Paul ganz nahe dem Tod war oder schon verstorben sei. Aber als sie ins Zimmer kam, erlebte sie eine Überraschung. Paul saß aufrecht am Bettrand, sah ganz gesund und völlig verwandelt aus. Ein Ausdruck von großem Glück strahlte aus seinem Gesicht. Als die Frau ihn verwundert fragte, was denn passiert sei, da erzählte er ihr: „Na ja, es war heute morgen, da ging es mir gar nicht gut; dann habe ich plötzlich jemand hier am Fußende meines Bettes stehen sehen. Er war schön, unbeschreiblich schön. Das kannst du dir gar nicht vorstellen! Er lächelte mich an und sagte. ‘Paul! Ich bin’s, Jesus! Ich komme dich besuchen! …“

Woher nahm sie die Kraft? – Konversion durch Beispiel der Standhaftigkeit

Vor einiger Zeit hat sich an einem Berliner Gymnasium für Mädchen das Flgende zugetragen: In der Klasse befanden sich mit Ausnahme von zwei katholischen Mädchen nur protestantische Mädchen. Und es passierte öfter, dass die protestantischen Mädchen mit den zweien gewisse Späße über den katholischen Glauben machten, um sie zu verletzen. Nach dem Unterricht bildeten die protestantischen Mädchen manchmal eine Gasse und ließen eines der beiden katholischen Mädchen diese Gasse hindurchgehen, sie verneigten sich vor ihr und riefen spöttisch: „Ave Maria! Ave Maria!“ Das Mädchen schritt ohne Zorn und ohne Bitterkeit durch diese Gasse. Eine Reihe von Jahren später meldete sich bei einem Berliner Geistlichen eine junge Frau. Sie hatte den Wunsch, katholisch zu werden. Der Priester fragte sie, wie sie zu diesem Entschluss gekommen sei. Sie erwiderte: „Das Beispiel und das Vorbild einer meiner Klassenkameradinnen steht mir leuchtend vor Augen und hat mir keine Ruhe gelassen.“ Und sie erzählte diese Begebenheit. „Ich fragte mich immer: Woher nahm dieses Mädchen die Kraft, diesen Spott und diesen Hohn zu ertragen?“ Maria hatte hier eine protestantische Frau zum katholischen Glauben geführt.

Taufe – Papst Benedikt hat sie überzeugt

Jesus hat das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg erzählt, in dem der Herr des Weinbergs zu verschiedenen Stunden des Tages die Arbeiter vom Marktplatz ruft und auch den letzten den vollen Tageslohn gibt. Was der Herr hier erzählt hat, geschieht auch heute. Die weltberühmte, in der Schweiz lebende Opernsängerin Anja Silja ließ sich mit 65 Jahren katholisch taufen. Sie wurde in Berlin geboren. Ihre Großeltern waren noch getauft, ihre Eltern und sie selbst aber nicht mehr. Die Welt, in der sie aufgewachsen war und immer lebte, war die Musik und das Theater.

Aber gerade durch ihre künstlerische Tätigkeit empfing sie den ersten Anstoß, sich intensiver mit der katholischen Religion zu befassen. Es war die Oper: „Der Dialog der Karmeliterinnen“ von Francis Poulenc. 16 Ordensfrauen (die Priorin gespielt und gesungen von Anja Silja) sterben wegen ihres Glaubens zehn Tage vor Ende der Französischen Revolution durch die Guillotine. „Der Glaube und die Stärke dieser Menschen haben einen sehr großen Eindruck auf mich gemacht“, sagt Silja. „So etwas habe ich noch nie gespielt.“

Neben der Musik war der entscheidende Anstoß für ihren Weg zur Tauf die Wahl von Kardinal Ratzinger zum Papst. Bei der Trauerfeier für Johannes Paul II. hat sie ihn im Fernsehen gesehen. „Seine Rede fand ich unglaublich!“ Papst Benedikt XVI. hatte sie überzeugt. Sie kaufte sich danach sämtliche Bücher von ihm; die Klarheit des Verstandes in den Fragen des Glaubens, das Zurücknehmende und die Bescheidenheit festigten ihren Entschluss. Ein Jahr später ließ sie sich taufen.

Vergewaltigung, Kreuzigung, Mord, Vertreibung

Im Irak gibt es von Seiten der Moslems schon seit Jahren eine schwere Christenverfolgung. Aber davon wird in den westlichen Medien kaum etwas berichtet. Im September 2008 entbrannte vor allem im Gebiet von Mossul eine neue Welle der Gewalt gegen die dort ansässige Minderheit der Christen. Mord, Erpressung, Vergewaltigung, Kreuzigung, Vertreibung stehen an der Tagesordnung.

Tausende Christen mussten flüchten, aber sie finden nur schwer Aufnahme in europäischen Ländern. CSI berichtet von einem dieser Flüchtlingsschicksale:

„In Keramlesh (Ninive-Ebene) begegneten wir Tiara Gamiel, die uns ihr Schicksal schilderte. Sie und ihre Familie lebten in Dora, einem überwiegend von Christen bewohnten Stadtteil von Bagdad. Gegenüber ihrem Wohnhaus lag die Ahmed El-Muktar-Moschee. Wenn nach dem Freitagsgebet fanatisierte Menschenmassen aus dem Gebäude strömten, verriegelte Tiara die Türen.
Dann geschah, was die Mutter zweier Kinder immer befürchtet hatte: Eines Tages entführten Unbekannte Tiaras Mann und ihren Sohn: “Die Entführer verlangten ein Lösegeld von 70’000 US$. Sie drohten, beide umzubringen. Mein Mann kam schließlich frei, weil er versprochen hatte, das Geld zu besorgen. Die Entführer behielten aber unser Kind. In zehn Tagen hatten wir 20’000 US$ zusammengebracht. Die Terroristen riefen jeden Tag an, im Hintergrund hörten wir das Weinen unseres Sohnes.”

Raymond ist freigelassen worden, aber seine Entführer hatten ihn grausam gefoltert und dabei sogar Elektroschockgeräte verwendet. Wenig später befahlen sie der Familie, ihr Haus zu verlassen, sie durften nichts mitnehmen. Im März 2007 flüchtete die Familie in den Nordirak.“

Des Herrn Wille geschehe! Ich sehe nichts.

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750), der große Komponist der Barockzeit, hat sein gesamtes Schaffen als Gottesdienst angesehen. In die wogende Flut seiner Musik waren stets Bibelworte und Choraltexte eingefügt. Alles hatte letztlich zum Ziel, die Erlösung durch Jesus Christus zu rühmen und den ehrenvollen Namen Gottes zu preisen. „Soli Deo Gloria“ (Allein zur Ehre Gottes) und „Jesu iuva“ (Jesus hilf!) ‑ das war als Über‑ und Unterschrift bei Bachs Werken immer wieder zu lesen. Hören wir seine eindeutigen Worte:

„Der Endzweck aller Musik soll nichts anderes sein als die Ehre Gottes und die Erbauung des Gemüts. Wo dieses nicht in Acht genommen wird, ist es keine Musik, sondern ein teuflisches Geplärr und Geleier.“

Ein kleiner Blick in Bachs Familienleben: Er war zweimal verheiratet. In den beiden Ehen wurden 20 Kinder geboren, von denen elf früh starben. Einige von den Söhnen waren ebenfalls musikalisch sehr begabt.
Gegen Ende seines 65. Lebensjahres ist Johann Sebastian Bach erblindet. Ein berühmter Augenarzt erklärte sich bereit, seine Kunst an ihm zu versuchen. Aber die Operation misslang.

Als der Arzt die Binde nach vier Tagen von den Augen löste, sagte Bach: „Des Herrn Wille geschehe! Ich sehe nichts.“ Als alle Umstehenden darüber weinten, rief er glaubensvoll: „Singt mir lieber mein Lieblingslied: Was mein Gott will, gescheh‘ allzeit, sein Will, der ist der beste!“ Es dauerte dann nicht mehr lange, bis ein Schlaganfall, dem ein heftiges Fieber folgte, Bach auf das Sterbelager brachte. Der Nachruf eines der Söhne schloss mit den Worten: „Auf das Verdienst seines Erlösers verschied unser Vater sanft und selig.“