Selige Jacinta von Fatima

Papst Johannes Paul II. hat im Jahr 2000 die beiden Seher-Kinder von Fatima Francisco und Jacinta selig gesprochen. Maria hatte den Kindern gesagt, dass sie die beiden bald in den Himmel holen werde. Francisco starb 1919 mit 10 Jahren und seine Schwester Jacinta 1920 ebenfalls mit 10 Jahren, an der sog. „spanischen Krankheit“, die damals unzählige Todesopfer forderte.

Jacinta war in der letzten Zeit ihres Leidens fern von zu Haus und von ihren Eltern in einem Spital. Nur ihre Patin begleitete sie. Jacinta berichtete, dass Maria ihr immer wieder erschien, um sie im Leiden zu trösten. Ihre Patin hat vieles von dem aufgeschrieben, was die 10-jährig Jacinta ihr aus tiefer prophetischer Erkenntnis sagte. So z.B.:
„Die Sünden, welche die meisten Seelen in die Hölle stürze, sind die Sünden der Unreinheit.“
„Es werden Moden aufkommen, die den Heiland sehr beleidigen. – Personen, die Gott dienen, dürfen die Moden nicht mitmachen. Die Kirche hat keine Moden. Der Heiland ist immer derselbe.“
„Wie würden doch die Menschen alles tun, um ein anderes Leben zu beginnen, wenn sie wüssten, was die Ewigkeit ist.“
„Abtötung und Opfer gefallen Jesus sehr.“
„Die Priester sollen rein sein, ganz rein.“

Selber zur Sonntagsmesse fahren könne

Ein Bericht aus Burkina Faso:

Ein junger Mann, der bei einer Hilfsorganisation tätig ist, hat von seiner Reise nach Afrika berichte, wo er verschieden Hilfsprojekte zu prüfen hatte. In Burkina Faso, einem der ärmsten Länder in Westafrika, ist er in einem Dorf einer Frau begegnet, die nicht gehen konnte, ihre Beine waren wegen Kinderlähmung verkrüppelt. Sie wurde von ihrer Schwester versorgt. Sie konnte nur vor dem Haus sitzen und etwas Handarbeit machen. Dort gibt es keine sozialen Absicherungen.

In dieser Diözese hatte man für Behinderte ein Hilfsprojekt gestartet. Eine Gruppe von Jungen Leuten stellte Rollstühle her, aus zwei alten Fahrrädern bauten sie einen Rollstuhl zusammen, so daß die Behinderten auf den Markt fahren konnten, um sich dort durch Verkaufen etwas für ihren Lebenunterhalt zu bekommen. Ein solcher Rollstuhl kostet 120 Euro. 70 Euro bezahlt die Caritas der Diözese, die restlichen 50.- Euro mußten die Behinderten bzw. die Familie selber aufbringen. Da es für die Frau, die über 40 Jahr schon mit dieser Lähmung lebte, nicht möglich war, das Geld aufzubringen, hat der junge Mann ihr auf anderen Wegen dieses Geld beschafft, so daß sie sich einen Rollstuhl kaufen konnte.

Als er sie dann fragte, was das für sie bedeute, daß sie jetzt diesen Rollstuhl habe, sagt sie, am meisten freut sie sich darüber, daß sie nun selber zur Sonntagsmesse fahren könne.

Gott hat einen Grund, warum er mir den Sehsinn nicht geschenkt hat

Aus einem Aufsatz eine 15-jahrigen blinden Mädchens aus Osttirol:

„Wir fragen uns oft, warum Gott es zulässt, dass es soviel Leid auf dieser Welt gibt. Gott ist sicher nicht Schuld daran. Er hat uns die Erde geschenkt und will, dass wir darauf in Frieden leben. Wir machen uns durch unseren Egoismus und unsere Herrschsucht selber das Leid. …

Für mich ist meine Blindheit kein Leid in diesem Sinn. Ich glaube daran, dass Gott einen Grund hat, warum er mir den Sinn des Sehens nicht geschenkt hat. Vielleicht wollte er mir zeigen, dass man nicht mit den Augen sondern mit dem Herzen gut sieht.

Ich frage mich zwar manchmal, warum gerade ich blind bin, aber dann denke ich mir, dass vor Gott alle gleich sind, egal ob sie weiß oder schwarz, arm oder reich sind. Das Äußere eines Menschen ist gar nicht wichtig.

Ich hätte ohne meine Blindheit viele Menschen, die mir helfen Mensch zu werden, sicher nicht kennengelernt. Unsere Erzieherin z. B.: ich spreche mit ihr oft über andere Länder. Durch sie finde ich oft den Trost in Gott. So gesehen ist die Blindheit ein Geschenk von Gott. Ich kann zwar durch meine Blindheit einiges nicht selbstständig erledigen, doch gibt es zum Glück andere Menschen, die mir helfen können. Auch ein Sehnder braucht oft Hilfe. Ein Mensch kann nicht ganz alleine existieren. Ich danke oft Gott, dass mich meine Eltern christlich erzogen haben. Ohne Gott wäre ich sicher unglücklich und könnte mein Leid nicht so leicht ertragen. Da ich weiß, dass ich auf Gott immer vertrauen kann, dass er mich nie in Stich lässt, und dass er mich immer als sein Kind liebt, finde ich immer einen Sinn in meinem Leben, auch wenn ich mir manchmal nicht ganz im klaren bin, was Gott von mir verlangt.

Leiden, das kann sicher nichts Schlechtes sein …

Im Büchlein: „Spuren eines jungen Lebens” ist uns das eindrucksvolle Zeugnis von Petra Kuntner geschenkt, das sie einer Gruppe von Schülerinnen der Krankenpflege kurz vor ihrem Tod über den Sinn des Lebens, Leidens und Sterbens gab. Petra Kuntner stammte aus Sunden in Südtirol, verbrachte eine glückliche Kindheit, war sehr intelligent, aufgeschlossen. Mit zwölf  Jahren befiel sie ein Krebsleiden, das vom Nasen-Rachen-Raum ausgehend nach und nach den ganzen Körper erfaßte. Sie hatte einen sehr schmerzlichen Leidensweg zu gehen.  Am 26. Mai 1986, zehn Tage nach Vollendung ihres 16. Lebensjahres starb sie.
Das Außerordentliche an Petra, so berichten alle, die sie gekannt haben, waren ihre Tapferkeit im Leiden, ihre stets offene und liebenswürdige Art und vor allem ihr ausgeprägter Glaube. „Petra hat mich – und viele andere – mit Nachdruck daran erinnert, daß glauben im Grunde recht einfach ist: nämlich ‚ja sagen‘ zu dem, was Gott, was Jesus mit mir vorhat …”

In Gespräch mit den Schülerinnen sagte Petra unter anderem: „Wenn ich oft so furchtbare Schmerzen gehabt habe, so war ich auch manchmal im Konflikt mit dem Himmel, mit Gott: Warum schickst Du mir das? Was habe ich getan? Was kann ich dafür? und so . . . Dann habe ich mir gedacht: Leiden, das kann sicher nichts Schlechtes sein, denn sonst hätte Gott seinen eigenen Sohn nicht so leiden lassen. Irgendwie habe ich eine Antwort auf all diese Fragen, wenn ich einfach bereit bin, wenn ich da bin und ja sage. Wenn man solche Schmerzen hat, ist es wichtig, JA sagen zu können: Ja Jesus, für dich will ich das erleiden, mit dir Kreuz tragen und gekreuzigt werden.

Dann habe ich auch immer wieder zum Ölbergsengel gebetet, der auch Jesus Kraft gegeben hat, und oft habe ich mit meinen Sorgen auch meine Leiden hingeschmissen, wie es im Petrusbrief (5,7) heißt, und es ist wieder besser gegangen!

Und oft denke ich mir: Der HERR wird mich und meine Leiden schon so brauchen. Und dann sage ich Jesus, Jesus, Jesus …”

„Was ist der Sinn deines Lebens?“ – „Rudern!“

Der französische Journalist Andre Frossard erzählt in seinem Buch: „Gott existiert – ich bin ihm begegnet”, über seinen Weg zum Glauben an Gott. Er war ganz atheistisch aufgewachsen, hatte vom katholischen Glauben kaum etwas gehört und kannte nur die üblichen Vorurteile gegen den Glauben an Gott. Aber die Frage eines Freundes, der ein gläubiger Mann war, hat ihn zum Nachdenken gebracht: „Was ist der Sinn deines Lebens?”, fragte ihn einmal sein Freund. Andre Fossard dachte nicht lange nach und sagte: „Rudern!” – weil das damals sein Lieblingssport war. Zu seiner Verblüffung begann aber sein Freund zu lachen und ging dann weg. Das Lachen machte ihm die grenzenlose Dummheit seiner Antwort bewusst. Was wirklich der Sinn des Leben ist, wusste er noch nicht, aber diese Frage und seine dumme Antwort brachten ihn zum Nachdenken. Erst später, nachdem er sich bekehrt hatte, wusste er die Antwort.

Es gibt tausende Berufe und Tätigkeiten, und die Menschen interessieren sich für alle möglichen Dinge. Aber wenn man nachbohrt und fragt: „Wozu ist der Mensch eigentlich da? Zum Autofahren, zum Golfspielen, zum Verkaufen von Schuhen, zur Arbeit mit dem Computer, für die Karriere, zum Geldverdienen oder nur zum Vergnügen?”, lautet die Antwort letztlich immer: „Nein, das kann nicht der Sinn des Lebens sein.”

Alle noch so interessanten Berufe und alle noch so lustigen Vergnügen machen den Menschen nicht wirklich glücklich. Alle diese Freuden vergehen und können den Durst des Menschen nach Glück nicht stillen. Aber was ist dann der Sinn des Lebens? Wozu hat Gott den Menschen erschaffen? Papst Johannes Paul II. hat einmal sehr schön gesagt: „Gott ist Liebe. Der Mensch ist geschaffen nach dem Bild Gottes. Also ist die Liebe der Sinn des Lebens.” Wirklich glücklich und zufrieden ist der Mensch nur, wenn er andere Menschen liebt und sich von anderen geliebt weiß; von Menschen, denn die Liebe eines Tieres ist zu wenig; auch das „liebste” Tier lässt den Menschen einsam und traurig.

Mehr noch: Sogar die Liebe von Menschen ist zu wenig. Ganz erfüllen kann nur Gott selbst das Herz des Menschen. Darum sagt Jesus auf die Frage nach dem wichtigsten und größten Gebot: „Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.” (Mk 12,29-31)

Das Gnadengesuch

Von dem einstigen italienischen König Umberto I. (1844 – 1900) wird eine anziehende Begebenheit erzählt. Ihm wurde vom Justizminister das Gnadengesuch eines zu langjähriger Zuchthausstrafe Verurteilten vorgelegt, der darum bat, ihm den Rest seiner Strafe zu erlassen. Unter das Gesuch hatte der Minister geschrieben: “Gnade unmöglich, im Gefängnis zu belassen!” Der König las das Bittgesuch aufmerksam durch, griff zur Feder und verschob in der Anmerkung des Ministers das Komma um ein Wort nach vorne, so daß der Satz lautete: “Gnade, unmöglich im Gefängnis zu belassen!”
Unter diesen Vermerk setzte er dann sein “Genehmigt”. Damit war der Verurteilte begnadigt und frei. So macht es auch Gott mit uns, wenn wir um Vergebung bitten.

Ein Grund, nicht zu heiraten

Der französische Außenminister und Gründer-Vater der EU Robert Schuman (1886 – 1963), für den auch ein Seligsprechungsprozess läuft, wurde einmal gefragt, warum er nicht geheiratet habe. “Vor langer Zeit”, antwortete er, “als ich einmal in der U-Bahn fuhr, trat ich zufällig einer Dame auf den Fuß. Bevor ich mich noch entschuldigen konnte, kreischte sie los: Du Trottel, kannst du denn nicht aufpassen, wo du hintrampelst! Dann sah sie mich an, errötete und rief aus: Oh, entschuldigen Sie bitte, mein Herr, ich dachte, es wäre mein Mann!”

Was wird unser größter Trost sein am Ende?

Gedanken zum Fest der Aufnahme Marias in den Himmel

Maria wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Das Ende ihres Lebens war nicht der Tod als eine Trennung von Leib und Seele, durch die der Mensch aufhört ein ganzer Mensch zu sein, weil nur mehr die Seele weiterlebt, während der Leib bis zur Auferstehung dem Zerfall und der Verwesung preisgegeben ist.

Diese gewaltsame Trennung von Leib und Seele durch den Tod ist eine Folge der Sünde. Wir haben Angst davor. Was wird mit uns im Tode geschehen? Der Tod bleibt für uns – wie wir es auch drehen und wenden mögen – etwas Schreckliches.

Doch für Maria war das Ende ihres irdischen Lebens wunderbarer Übergang in die Verherrlichung von Leib und Seele, es war ein seliger Heimgang zu ihrem Sohn. Weil Maria so selig und glücklich aus dieser Welt gegangen ist, so wird sie all ihren Kindern, die sie als ihre Mutter lieben und verehren, gerade in der letzen Stunde der größte Trost sein und ihnen auch Anteil geben an dieser Seligkeit, mit der sie ins ewige Leben hinübergegangen ist.

Hier das Zeugnis eines Heiligen: In der Nacht zum 6. Dezember 1876 hatte der hl. Don Bosco einen „Traum”, in dem ihm Dominikus Savio, einer seiner Zöglinge, der im Jungendalter verstorben war und später heiliggesprochen wurde, mit vielen anderen Jugendlichen erschien. In diesem Traum, von dem Don Bosco berichtet, fragte er Dominikus: „Sage mir nun, was dir in der Todesstunde am meisten Trost gewährte.” Savio: „Was scheint dir, könnte es gewesen sein?” Bosco: „Vielleicht, daß du die schöne Tugend der Reinheit bewahrt hast?” Savio: „Nein, das nicht allein.” Bosco: „Vielleicht, daß du ein ruhiges Gewissen hattest?” Savio: „Ja, das war sehr gut, aber es war nicht das Beste.” Bosco: „War es deine Hoffnung auf den Himmel?” Savio: „Auch nicht.” Bosco: „War es der Schatz vieler guter Werke?” Savio: „Nein, nein.” Bosco: „Was war es dann?“ Savio: „Was mir in meiner Todesstunde am meisten Trost gewährte, war die Hilfe der mächtigen und liebenswürdigen Mutter des Erlösers. Sage deinen Jugendlichen, sie sollen nie vergessen, zu ihr zu beten, solange sie leben. ”
Maria wird unser Gebet erhören, wenn wir uns immer wieder vertrauensvoll an sie wenden. „Bitte für uns jetzt und in der Stunde unseres Todes.“

Dein Gott muß ein sehr mächtiger Gott sein!

Im Norden von Kenia gibt es nur Wüsten und Halbwüsten. Das Wasser des riesigen Sees dort ist salzig und bitter und deshalb ungenießbar. Es ist eine sehr arme Gegend. Die Nomadenvölker, die dort leben, kämpfen oft um Futterplätze für ihre Herden.

Dem Bischof dieser Region – Virgilio Pante – ist es ein großes Anliegen, Frieden unter den Nomadenvölkern zu stiften. Für sein Wappenschild wählte er das Bild eines Löwen, der friedlich neben einem Lamm ruht (Jes 11,6).

Die Alten der Samburu-Nomaden lachten über dieses Bild und den Bischof, wo doch jedes Kind weiß, daß jeder Löwe ein Lamm sofort töten und fressen würde.

Nun begab es sich aber, dass nur drei Monate nach der Bischofsweihe aus dem Gebiet der Samburu eine Sensation gemeldet wurde. Eine Löwin hatte das Junge einer Oryx-Antilope angenommen, hatte sich zu ihm gelegt und es zärtlich abgeleckt. Samburuhirten, Wildhüter und sogar Touristen hatten es mit eigenen Augen gesehen: Eine Löwin ging mit dem Jungen einer Gazelle spazieren! Sie ruhten nebeneinander aus! Niemand, der es nicht gesehen hatte, wollte es glauben. Dies alles wurde an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen beobachtet und von herbeigeeilten Journalisten fotografiert. Es war eine aufregende Geschichte für das ganze Land. Sie drang auch zu den Alten der Samburu, die über das Wappenschild des Bischofs gelacht hatten.

Die Alten und Weisen des Stammes sagten zum Bischof: “Dein Gott muss ein sehr mächtiger und starker Gott sein! Wir wissen von keiner Zeit, in der eine Löwin ein Gazellenlamm angenommen hat, statt es aufzufressen. Das hat es noch nie gegeben! Dein Gott liebt den Frieden! Wir achten Ihn!”

Quelle: Vision 2000/ 2007/6

Sagt dem Papst, dass ich ihn um Verzeihung bitte

Der bekannte französische Prediger Pater Daniel Ange, der schon zwei mal zu Jugendtreffen im Kloster Mehrerau in Bregenz zu Gast war, erzählt in einem seiner Bücher eine Begebenheit, die er mit Papst Johannes Paul II. erlebt hat, mit dem er eng befreundet war.

Daniel Ange war mit einigen Mitbrüdern seines Ordens (Dominikaner) in Rom unterwegs als sie auf der Straße von einem Bettler um ein Almosen angesprochen wurden. Sie waren von der Art des Mannes berührt und gaben ihm etwas Geld. Er bedankte sich und sagte zu ihnen, weil sie als Ordensleute erkennbar waren: „Bitte beten Sie für mich, ich benötige sehr eure Fürsprache.“ Die Brüder versprachen, für ihn zu beten, und einer von ihnen berichtete dem Bettler, dass sie am nächsten Tag vom Papst zu einer Audienz empfangen würden.

Da kamen dem Bettler die Tränen in die Augen und er bat sie: „Bittet den Papst, dass er auch für mich betet.“ Sein Verhalten machte sie neugierig und sie fragten ihn, welches Anliegen er hätte, dass auch der Heilige Vater für ihn beten solle. Da begann er ihnen aus seinem Leben zu erzählen und es stellte sich heraus, dass er ein Priester war, der sein Amt niedergelegt hatte. Er war zweimal verheiratet und geschieden. Und nun hatte er niemanden mehr, hatte keine Arbeit und sah sich gezwungen auf die Straße betteln zu gehen. Er hatte nicht den Mut, in seine Heimat zurückzukehren. „Ich fühle mich vernichtet und verlassen,“ sagte er. „Sagt dem Papst, dass ich ihn um Verzeihung bitte und er möchte für mich beten.“ Und dann ging der Arme wieder weg.

Am nächsten Tag, als sie mit dem Heiligen Vater zusammentrafen, erzählten sie ihm auch von diesem Bettler. Und er Papst sagte zu ihnen: „Schnell ruft diesen Priester zu mir, ich will mit ihm reden. Geht schnell, um ihn zu holen!“ Die Besucher meinten, dass das kaum möglich sein wird, den Bettler in den Straßen Roms ausfindig zu machen. Aber der Heilige Vater sagte: „Es wird nicht schwer sein, ihn zu finden, denn die Armen gehen nicht weit, sie befinden sich immer ungefähr am gleichen Ort.“ Sie gingen, und mit einiger Mühe fanden sie den Mann dann doch wieder und sagten zu ihm: „Der Papst lässt dich rufen. Er will mit dir reden.“ Nach längerem Drängen konnten sie ihn doch überreden, mit ihnen zum Papst zu gehen.

Als der Papst den Priester in Bettlerkleidung sah, ging er ihm sofort entgegen, umarmte ihn fest und sagte: „Mein Bruder, ich gebe dir das Recht der Beichte und dein Priestertum zurück! Beichte jetzt alles! Alle Anwesenden waren zutiefst getroffen und ließen den Papst und den Priester allein.