Die verklärende Kraft des Gebetes

Am 6. August feiern wir das Fest der Verklärung des Herrn. Jesus hat durch seine Verklärung auf dem Berg Tabor den Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes seine verborgene Auferstehungsherrlichkeit geoffenbart. Er wollte sie damit auf sein Leiden und Sterben vorbereiten, damit sie, wenn sie Jesus am Kreuz sehen, nicht irre werden im Glauben an seine Macht und Gottheit.

Was Jesus damals mit diesen drei Jüngern getan hat, das will der Herr auch heute mit uns tun. Er möchte uns zu einer neuen Sichtweise führen, in der wir die herrliche Gegenwart Gottes erkennen, die hinter dieser sichtbaren Welt verborgen ist und an die Auferstehung glauben. Es kommt in unserem Leben sehr darauf an, wie wir die Dinge sehen, in welchem Licht wir vor allem die Kreuze und Leiden sehen, damit wir nicht im Glauben an die Liebe Gottes irre werden. Die Verklärung auf dem Berg zeigt uns, wie wir zu dieser geistlichen Schau der Herrlichkeit Christi gelangen.

Das Erste ist die Übung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Das ist mit den drei Aposteln angedeutet, die Jesus auf den Berg mitgenommen hat. Petrus verkörpert den Glauben; Jakobus die Hoffnung, da er als erster der Apostel das Martyrium erlitten hat; Johannes stellt die Liebe dar.

Das Zweite ist die Sammlung des Herzens. Es heißt: „Jesus nahm sie beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten.“ Wir müssen unsere Seele von Christus auf diesen einsamen Berg des Gebetes führen lassen. Die Welt gaukelt uns so vieles vor. Man muss immer wieder versuchen, sich von allen möglichen Ablenkungen loszulösen, um zum Gebet zu kommen. Ein Besuch beim Allerheiligsten in der Kirche könnte für uns dieser Taborberg sein.
Ein Drittes: Es heißt im Lukasevangelium ausdrücklich, dass die Verklärung des Herrn geschah, während er betete. Im Gebet liegt also die wesentliche Kraft, durch die wir zu einer tieferen Sicht des Lebens gelangen. Denn durch das Gebet wird uns die Gnade des Himmels mitgeteilt. Echtes Gebet ist in einer bestimmten Weise immer eine Verklärung des Geistes, eine Anteilnahme an der Auferstehung des Herrn. Der heilige Franz von Sales sagt: „Das Gebet stellt unseren Geist in die Helle des göttlichen Lichtes und unseren Willen in die Wärme der göttlichen Liebe. Darum gibt es nichts, was so geeignet wäre, den Geist von seiner Blindheit und den Willen von seinen schlechten Neigungen zu reinigen wie das Gebet. Menschen, die sich von Christus auf den Berg der Verklärung führen lassen, haben einen anderen Blick auf diese Welt, weil sie gelernt haben, alles im Lichte Gottes und in der Kraft seiner Auferstehung zu sehen. Und das verändert und wandelt vieles: zuerst sie selbst und dann auch die anderen.

 

Sie können nichts tun gegen die Diener Mariens

Am 8. August ist der Gedenktag des hl. Dominikus (1175-1221). Er ist der Gründer des Dominikanerordens und hat durch seine Predigt und Verbreitung des Rosenkranzgebets viele Menschen wieder zum katholischen Glauben bekehrt. Über ihn wird berichtet, dass er einmal in Carcassonne (Südfrankreich) predigte. Die Leute brachten einen Mann zu ihm, der von Dämonen besessen war, weil er das Rosenkranzgebet verurteilt hatte.

Nachdem der heilige Dominikus den Dämonen befohlen hatte, zu sagen, ob alles, was er über den Rosenkranz predigte, wahr sei, schrien die Dämonen: „Was Dominikus, unser Feind, über Maria und den Rosenkranz sagt, ist vollkommen wahr.“ Und sie fügten hinzu: „Maria, die Mutter Gottes, ist unser größter Feind; sie wirft alle unsere Pläne um; ohne sie hätten wir die ganze Kirche tausendmal erschüttert.“

Dann bekannten sie, dass sie nichts gegen die Diener Mariens tun konnten und dass es viele gab, die trotz ihrer Fehler dem ewigen Tod entkommen seien, indem sie den Namen Mariens anriefen. Sie schlossen mit den Worten: Wir sind gezwungen zu erklären, dass keiner von denen, die bei der Verehrung Mariens und des Rosenkranzes bleiben, in die Hölle kommt, weil die Muttergottes für die Sünder vor deren Tod eine wahre Umkehr erlangt.

 

Die Hand Gottes

Ein Vater betrat mit seinem kleinen Sohn ein Geschäft, in dem er einige Kleinigkeiten besorgen wollte. Nachdem der Vater die Waren bezahlt hatte, forderte der freundliche Verkäufer den Jungen auf, eine Handvoll Bonbons aus dem Glas zu nehmen. Der Junge aber hielt sich zurück.  „Was ist los?“, fragte der Mann. „Magst du keine Bonbons?“ Das Kind nickte eifrig. Und lächelnd steckte der Verkäufer selber seine Hand in das Bonbonglas und stopfte dem kleinen Jungen eine große Portion in die Taschen. Später fragte der Vater seinen Sohn, warum er nicht gleich zugegriffen habe, als er dazu aufgefordert wurde. „Weil seine Hand größer ist als meine“, erwiderte der Junge. Gottes Hände sind groß und großzügig. Seine Hand ist so viel größer als unsere. Er tut mehr für uns, als wir uns vorstellen können – wenn wir es ihm überlassen! Die wahre Weisheit besteht darin, darauf warten zu können, bis er uns beschenkt.

 

Marienstatue blieb unversehrt

Bei einem Terroranschlag in einer Kaserne in Kolumbien am vergangenen 15. Juni 2021 wurden 36 Personen verletzt, drei davon schwer. Eine Marienstatue aber, die direkt neben dem Explosionsort stand, blieb hingegen unversehrt. Die Militärangehörigen betrachten die Tatsache, dass es keine Toten gab und die Statue unversehrt blieb, als ein Wunder und sie sehen darin ein Zeichen, dass ihren Glauben an den Schutz der Gottesmutter stärkt. Die Marienstatue war erst am 8. Dezember 2020 an ihrem Platz aufgestellt worden. Die Idee dazu stammte von Patricia Pérez der Frau des Brigadegenerals. Die Statue wurde eigens für diesen öffentlichen Ort vor der Kaserne angefertigt.

 

Ich möchte andere zu Jesus mitnehmen

Am 7. März 2021 starb in einem Spital in Madrid die 10-jährige Teresita Castillo de Diego an einem Hirntumor. Sie starb im „Ruf der Heiligkeit“. Ihr Tod berührt inzwischen viele Menschen in Spanien und darüber hinaus.

Der Bischofsvikar von Madrid, Pater Angel Camino Lamelas berichtet: „Am Welttag der Kranken, am 11. Feb. 2021, feierte ich die heilige Messe wie jedes Jahr im Krankenhaus. Anschließend wollte ich einigen Kranken die Kommunion bringen und die Krankensalbung spenden. Der Krankenhauspfarrer erzählte mir von Teresita. Als ich in ihr Zimmer kam, … schaute ich auf das Mädchen. Der Kopf war verbunden, aber ich konnte ihr Gesicht sehen. Mich überraschte, dass dieses kindliche Gesicht wie die Sonne strahlte. Dann sagte sie mir: ,Ich bete, damit viele Kinder Jesus kennenlernen'“. Teresita offenbarte ihm auch, dass sie Missionarin werden möchte. Der Bischof ernannte sie daraufhin spontan zur Missionarin und ließ ihr auch eine Urkunde zukommen, die dies bestätigte. Diese Beauftragung durch den Bischof gab ihr große Kraft für die letzten Wochen ihres Leben. Sie hatte schon lange immer wieder unter starken Kopfschmerzen zu leiden. Sie sagte: „In diesen Tagen meiner Krankheit opfere ich mein Leiden für die Menschen auf. Zum Beispiel für jemanden, der krank ist, für die Priester.“ „Ich glaube, dass ich dadurch Missionarin werden kann.“ Teresitas Mutter sagt: „Ich verstand, dass sie ihre Mission mit der Aufopferung ihres Leidens verband.“

Teresita war mit drei Jahren aus Sibirien gekommen und in Spanien adoptiert worden. Ihre Mutter erinnert sich: „Sehr bald kam sie mit meinem Mann und mir täglich in die Kirche. Nach der Messe ging Teresita immer in die Sakristei, um den Priester zu begrüßen. Und sie begrüßte alle, denen sie begegnete, weil sie sehr gesellig war.“ 2015 war der Tumor entdeckt und durch Operation und Chemo behandelt worden.  Zunächst schien alles unter Kontrolle zu sein, doch ab Ende 2018 begann der Tumor wieder zu wachsen. Es folgten einige Therapien, ehe Teresita im Januar 2021 wieder ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Zu einer Operation kam es nicht mehr wegen verschiedener Komplikationen.

Teresitas Wunsch, Missionarin zu werden, erwachte in ihr, als sie einen Film über die hl. Mutter Teresa von Kalkutta gesehen hatte. „Ich möchte andere zu Jesus mitnehmen, die Kinder, die ihn nicht kennen, damit sie in den Himmel kommen und dort immer, immer glücklich sind.“ Sie verstand es als ihre Mission, „immer von Jesus zu sprechen und Freude zu geben“.

Ihre Mutter berichtet: „Als sie im Mai 2019 die Erstkommunion empfing, fragte ich sie: ‚Was hast Du bei der Kommunion empfunden?‘ Teresita antwortete: ‚Ich fühlte, dass Gott mich liebt und mich in den Himmel einlädt‘.“

Der Bischofsvikar berichtet, dass seit ihrem Tod Dutzende Zeugnisse von Gläubigen und Nicht-Gläubigen bei ihm eingegangen seien, die vom Glaubensbeispiel Teresitas berührt sind. Teresita beginnt schon missionarisch zu wirken, denn bis zu ihrem Tod war es ihr größter Wunsch, Missionarin für Jesus zu sein.

 

Was ich tue, tue ich immer mit Hilfe des Himmels

Jim Caviezel, der amerikanische Schauspieler, der im Film „Die Passion Christi“ Jesus darstellte, lebt aus tiefster Überzeugung den katholischen Glauben und ist von einer innigen Liebe zur Gottesmutter erfüllt, der er sich in Medjugorje in einer Ganzhingabe nach dem hl. Ludwig von Montfort geweiht hat.

Im Film „Paulus, der Apostel Christi“ der 2018 in die Kinos kam, spielte er den hl. Lukas. Der Film zeigt die Verfolgung der ersten Christen in Rom unter Kaiser Nero, mit dem hl. Paulus als Gefangenem, der am Ende seines Lebens die Botschaft der Hoffnung übermittelt. Der hl. Lukas, der in diesem Film der urchristlichen Gemeinde in Rom als Arzt, geistlicher Führer und Schreiber dient, besucht den hl. Paulus im Gefängnis, um ihm Fragen über seine Geschichte und sein Apostolat im Dienste Christi zu stellen.

Bei den Dreharbeiten stützte sich Jim Caviezel auf das Lesen der Schrift, den Rosenkranz und die hl. Messe, um die Heiligkeit des Evangelisten Lukas besser verkörpern zu können. „Lukas schrieb über die Jungfrau Maria mehr als jeder andere Verfasser“, sagt er und ergänzt: „Der Rosenkranz hilft mir, mich zu konzentrieren, zu beten. Ich gehe jeden Tag zur Messe und in der Eucharistie ist Christus in mir. Was ich tue, tue ich immer mit Hilfe des Himmels. Er weist mir den Weg, führt mich. Was ich Gott anbiete, schöpfe ich aus der Gabe, die er mir gegeben hat. Und der Herr vermehrt und segnet sie in einer Weise, die ich nie für möglich gehalten hätte.“ Etwas von der Verfolgung der Christen bekam er auch selbst zu spüren. Nach seiner Rolle als Jesus habe ihn Hollywood gemieden. Bereits vor längerem sagte er: „Wir müssen unseren Namen, unser Ansehen, unser Leben aufgeben, um die Wahrheit zu bezeugen.“

In einem offenen Brief an Jim Caviezel schrieb der katholisch Journalist Markus Reder. „In der Kirche gibt es viele Schauspieler. Leider. Professionelle Religiosität und äußerer Habitus entsprechen nicht immer der inneren Wirklichkeit. Schön, dass es auch Schauspieler gibt wie Sie, die tatsächlich Glauben verkörpern.“

 

Ich werde mich nicht einschüchtern lassen

Als die römische Glaubenskongregation am 22. Feb. 2021 eine Klarstellung veröffentlichte, dass eine Segnung homosexueller Verbindungen durch die Kirche nicht möglich sei, weil Gott „die Sünde nicht segnen kann“, ging eine heftige Welle des Protests durch die Welt und auch durch die Kirche im Zeichen der Regenbogenfahne. Diese Proteste offenbaren nur, wie weit sich unsere Gesellschaft und viele Glieder der Kirche bis hin zu Amtsträgern vom Geist des Evangeliums und der Wahrheit des katholischen Glaubens entfernt haben. Umso erfreulicher ist es, wenn es in anderen Konfessionen bekennende Christen gibt, die mutig in aller Öffentlichkeit die christliche Lehre über Ehe und Sexualität verteidigen.

Einer der wenigen öffentlichen Glaubenszeugen ist die finnische Christdemokratin Päivi Räsänen, die der finnisch-lutherischen Staatskirche angehört. Die fünffache Mutter und sechsfache Großmutter ist von Beruf Ärztin und seit vielen Jahren Abgeordnete zum finnischen Parlament. Vor einigen Jahren bekleidete sie sogar das Amt der Innenministerin. Sie ging in die Politik, um „den Menschen zu helfen“, wie sie sagt, und vor allem die Familien zu stützen.

Am 29. April 2021 gab nun die finnische Generalstaatsanwältin bekannt, dass man Räsänen strafrechtlich verfolgen würde. Es wurden gegen sie gleich drei  Verfahren eröffnet. Alle Anklagepunkte haben mit Aussagen zu tun, die sie zum Thema Ehe und Sexualität getätigt hat. Es droht ihr eine Haftstrafe von bis zu sechs Jahren. Sie steht unter Verdacht, sich der „Hassrede“ und „kriminellen Hetze gegen eine Minderheitengruppe“ schuldig gemacht zu haben.

Konkret geht es unter anderem um eine Broschüre mit dem Titel „Er schuf sie als Mann und Frau – Homosexuelle Beziehungen stellen das christliche Menschenbild infrage“, die Räsänen 2004 verfasst hatte. Außerdem hatte sie sich 2019 in sozialen Netzwerken kritisch über die Teilnahme der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands an einer Homosexuellen-Parade geäußert. Darüber hinaus äußerte Räsänen ihre Ansicht im Dezember 2019 im Radio in einer Diskussionsrunde des Finnischen Rundfunks zum Thema „Was würde Jesus über Homosexuelle denken“.

Räsänen wurde bereits mehrmals stundenlang von der finnischen Polizei verhört: „Es fällt mir schwer zu glauben, dass mir eine Haftstrafe droht, weil ich meine religiösen Überzeugungen öffentlich äußerte. Ich habe niemanden bedroht, verleumdet oder beleidigt.“ „Die Bibel ist jedoch sehr klar in der Lehre, dass die Ehe eine Verbindung zwischen Mann und Frau ist und dass das Praktizieren von Homosexualität gegen den Willen Gottes ist“, sagte sie. „Ich werde das Recht, meinen Glauben zu bekennen, weiterhin verteidigen, auch damit andere ihr Recht auf Glaubens- und Meinungsfreiheit künftig wahrnehmen können. Ich bleibe dabei, meine Aussagen sind legal und dürfen nicht einfach zensiert werden.“

Als Politikerin ist Räsänen das Scheinwerferlicht gewohnt. Auch, dass nicht jeder mit ihren Meinungen oder Entscheidungen glücklich ist. Aber aktuell gehen die Wogen hoch. Sie sieht sich der gewaltigen Macht einer juristischen Staatsmaschinerie gegenüber, der sie nur wenig entgegenstellen kann.

Noch hat sie die Rückendeckung ihrer Partei. Der Druck nimmt jedoch täglich zu. Hilfe erfährt sie vor allem durch ihre parlamentarische Mitarbeiterin und ihre Familie. Angst empfindet sie dennoch keine: „Ich werde nicht klein beigeben. Ich werde mich nicht einschüchtern lassen und meinen Glauben verstecken. Je mehr wir als Christen zu kontroversen Themen schweigen, desto enger wird der Raum für die Redefreiheit in Finnland.“

 

 

 

Es gibt keine ungewollten Kinder

Der Jounalist, Buchautor und Emmy-Preiträger Ryan Bomberger setzt sich in den USA aktiv für den Lebensschutz ein. Er ist auch Mitbegründer einer gemeinnützigen Organisation zugunsten des Lebensschutzes. Ryan wurde durch eine Vergewaltigung gezeugt. Seine leibliche Mutter hatte ihn nach der Geburt (1971) zur Adoption freigegeben. So wuchs er als Adoptivkind in einer liebevollen, christlichen Familie mit 15 Kindern in Lancaster County, Pennsylvania, auf (siehe Bild mit seinen Adoptiveltern im Hintergrund). Im Jänner 2021 ist sein Vater verstorben. In einem Nachruf auf ihn gibt Ryan ein wunderbares Zeugnis darüber, was christliche Vaterliebe bedeutet: „Freitag, der 22. Jänner, war der traurigste Tag in meinem Leben. Ich habe den unglaublichsten Menschen verloren, den ich jemals gekannt habe: meinen Vater. Henry Bomberger verkörperte einen wahren Mann Gottes, der als Vater von 13 adoptierten Kindern (zusätzlich zu seinen drei eigenen) vorgelebt hat, was es heißt „pro life“ zu sein. Henry Bomberger ist kein Name, der in allen Zeitschriften und Geschichtsbüchern stehen wird, aber sein Fußabdruck in der Welt wird für Generationen wunderbar nachwirken.

Er war ein Vorbild in der Liebe und Sorge für seine Ehefrau und ein Held für uns, die man fälschlicherweise als „ungewollt“ bezeichnete. Er hat uns gerettet. Er sah uns nicht durch den verzerrten Filter der Welt, sondern den klaren Filter Gottes. Henry Bomberger erkannte die wunderbaren Talente in uns und hat sich auf so viele Arten aufgeopfert, damit wir den für uns bestimmten Weg beschreiten konnten. Mit jeder neuen Adoption haben meine Eltern bewiesen, dass es keine „ungewollten“ Kinder gibt.

Ich schaue nicht aus wie mein Vater: Meine Haut ist braun, er war weiß. Meine Geschwister haben alle unterschiedliche Tönungen und tragische Vorgeschichten. Ich wurde bei einer Vergewaltigung empfangen. Das hielt meinen Vater nie davon ab, mich seinen Sohn zu nennen. Er hat uns alle mit unseren diversen Geschichten und unerwarteten Wendungen mit offenen Armen empfangen. Seine Hingabe hat uns so klar gezeigt, dass nicht Blut oder Hautfarbe verbinden, sondern die Liebe.

Jeder wusste, dass er nicht einfach nur an Gott glaubte, sondern dass der Glaube sein ganzes Leben erfüllte. Seine Aufrichtigkeit, sein Mitgefühl, seine Großzügigkeit und seine Hingabe an den Nächsten brachten ihm in der Gemeinde großes Ansehen ein. Er war sich in seinem Geschäft mit 200 Angestellten für keine Arbeit zu schade. Und Henry Bomberger liebte es zu lachen. Wenn du 13 Kinder großziehen willst, musst du auch lachen können! Er fand in allem den Humor.

In einer Kultur, die vorgibt, dass Väter nicht notwendig vorhanden sein müssen, war sein Leben ein Beispiel dafür, dass ein Vater unersetzbar ist. Er ist der Grund, warum ich der Ehemann und Vater geworden bin, der ich heute bin. Seinetwegen darf ich Gott als guten und liebenden Vater sehen. Durch seine Begeisterung für die Bibel weiß ich, dass ich ihn wiedersehen werde.“

 

Die Stimme des Hirten kennen

„Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!“, sagt Jesus, der Gute Hirt. In unserer Zeit, ist es besonders wichtig, seine Stimme zu kennen. Warum? Ein  Schafhirte berichtet:

„Wenn in meiner Herde ein Lamm geboren wird, trage ich es in der ersten Woche so oft es geht auf meinem Arm. Während ich mit ihm rede, gewöhnt sich das Schaf an meine Stimme. Es merkt sich: ‚Hier geht es mir gut. Hier wird für mich gesorgt.‘ Ein Leben lang wird das Schaf meine Stimme nicht mehr vergessen und darauf hören. Das kann lebenswichtig sein. Ein befreundeter Gastwirt hatte mich gebeten, seine fünf Schafe in meiner Herde mitzunehmen. Wir zogen durch das Neckartal; Links der Neckar, rechts eine Landstraße. In der Nacht war es kalt gewesen. Über dem Fluss und den Wiesen lag Bodennebel, so dass der Neckar kaum zu sehen war. Als ich mit meiner Herde die Straße entlang ging, fuhr ein großer Sattelzug vorbei. Der Fahrer drückt zum Gruß auf seine Dreiklanghupe. Die Schafe erschraken fürchterlich über dieses laute Geräusch. In der Herde brach Panik aus. Sie rannten einfach drauf los. Wegen des Nebels konnten die Schafe nicht erkennen, dass sie auf einen Fluss zuliefen. Die steile Uferböschung, das eiskalte Wasser, die Strömung: Meine Herde war in größter Gefahr. Ich rief so laut ich konnte:“Halt! Bleibt stehen!“ Und siehe da, meine Schafe hörten meine Stimme. Sie spürten instinktiv: ‚Das ist unser Hirte. Er ist da. Wir brauchen nicht wegzulaufen.‘ Gegen die Panik und Angst setzte sich die Erinnerung an den Hirten durch. Knapp vor dem Flussufer kam die Herde zum Stehen. Nur fünf Schafe rannten blindlings weiter, die Schafe des Gastwirts. Sie kannten mich nicht, sie waren nicht auf meine Stimme programmiert. Sie stürzten in den Neckar und ertranken.“

 

Sie verharrten einmütig im Gebet

Von der Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten heißt es in der Apostelgeschichte: „Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu und mit seinen Brüdern“ (Apg 1,14). Es war die erste Pfingstnovene, die die Kirche gebetet hat. Es war ein äußerst fruchtbares und wirkungsvolles Gebet, das den Lauf der Welt gänzlich verändert hat.

Der Heilige Geist ist an Pfingsten auf sie herabgekommen. Und schon am Pfingsttag haben sich auf die Predigt des Petrus hin tausende zum Glauben an Christus bekehrt. Und von da an hat sich die Kirche unaufhörlich ausgebreitet. Das Gebet der Jünger im Abendmahlssaal war nicht vergeblich. Es hat wahrhaft Großes bewirkt. Es hat die Welt verändert.

Wenn wir an unser Leben denken und den Lauf unserer Zeit, dann kommt uns vielleicht die Frage, ob der Heilige Geist auch heute solche Dinge bewirket, wie sie am Anfang der Kirche geschehen sind. Und es war für uns vielleicht fraglich, ob das Beten überhaupt etwas nützt, und ob man durch das Gebet etwas im Lauf der Welt verändern kann.

Aber wenn wir den Sinn und die Wirkung des Betens tiefer verstehen wollen, kann uns das Vorbild der Kirche im Abendmahlssaal helfen. Hier müssten wir einige Dinge betrachten.

1) Als erstes fällt uns auf, dass durch das Gebet die Welt nicht zuerst draußen verändert wurde, sondern drinnen im Herzen der Jünger, dort hat der Heilige Geist zuerst gewirkt. Wir möchten oft gerne haben, dass Gott die Menschen, die Situationen, die Welt ändert, aber wir selber möchten so bleiben wie wir sind. Der Heilige Geist möchte  aber bei uns selber anfangen, wenn wir ihn wirken lassen.

2) Diese Änderung der Welt ist aber nicht ein Werk das wir alleine schaffen. Deshalb war damals im Obergemach von Jerusalem auch die ganze junge Kirche versammelt und betete gemeinsam. Der heilige Lukas sagt sogar noch mehr: sie beteten „einmütig“. Das heißt, sie hatten untereinander alle Differenzen und Unstimmigkeiten ausgeräumt. Ohne die Gemeinschaft der Kirche, ohne die Einmütigkeit im Glauben und in der Liebe, wirkt der Heilige Geist nicht. Am Pfingsttag traten sie an die Öffentlichkeit als Menschen, die ganz von der Gnade Christi ergriffen sind, die aber auch untereinander eins geworden sind und so legen sie Zeugnis ab für das Gnadenwirken Gottes.

3) Und ein Drittes müssen wir beachten, damit das Gebet um den Heiligen Geist reiche Frucht bringt. Es ist die Einheit mit Maria. Die junge Kirche hat die Einheit mit ihr gesucht, weil sie dem Herrn und dem Wirken des Heiligsten Geistes am nächsten war und weil ihre Fürbitte die größte Macht bei Gott hat.

Das Gebet hat damals die Herzen der Jünger verändert und damit den Lauf der Welt. Auch unser Gebet um den Heiligen Geist wird nicht fruchtlos bleiben.