Audrey Stevenson – Ich gehe, aber ich gehe für einen Seminaristen!

In den 70er Jahren gründete der französische Priester Pater Thevenin eine Gebetsbewegung, die “Theresianische Mission”, durch die vor allem Kinder und Familien  Menschen bestärkt werden, für geistliche Berufungen zu beten und ihr Leben aufzuopfern. Pater Thevenin berichte über das außergewöhnliche Beispiel des Mädchens Audrey Stevenson, die 1991 mit acht Jahren an Leukämie starb und in der Aufopferung ihres Leben für geistliche Berufungen ein beeindruckendes Beispiel gab.

Audrey verbrachte als Zweitälteste mit zwei Brüdern und zwei Schwestern eine glückliche Kindheit. Ihre Eltern waren durch den Familienkongress 1986 zu einem tieferen Glauben gekommen. Lillian, die Mutter der Familie, lernte P. Thevenin kennen, und übernahm die Leitung einer Gruppe der „Theresianischen Mission”, zu der auch die kleine Audrey gehörte. Sobald Audrey mit ihren vier Jahren verstand, dass es bei den Treffen um das Beten für Priesterberufungen geht, war sie die Erste, die das Gebet zu “Maria, Mutter der Priester” auswendig konnte. Dieses Gebet entzündete in ihrer Kinderseele einen stets wachsenden Eifer, für geistliche Berufungen zu beten.

Anfang August 1990 wurde bei der siebenjährigen Audrey plötzlich Leukämie festgestellt. P. Thevenin, der Audrey im Krankenhaus besuchte, erklärte ihr, dass sie jetzt nicht deshalb krank sei oder leide, weil sie für Berufungen und Priester gebetet habe, da ja viele andere Kinder auch eine Krankheit tragen, obwohl sie nicht beten. Vielmehr habe ihr Jesus das Kranksein anvertraut und bitte sie, es durch die Liebe in ein kostbares Geschenk an Ihn zu verwandeln. Dies verstand das innerlich reife Mädchen sehr gut. Und als ihr die Mutter wenig später erklärte: “Audrey, wir werden jetzt alles tun, was die Ärzte sagen”, entgegnete sie ruhig: “Mami, wir werden das tun, was Jesus im Evangelium sagt. Wir werden einen Tag nach dem anderen leben.”

Diese kindliche Seelenhaltung des täglichen Vertrauens half Audrey während der letzten zwölf Lebensmonate sehr, um ihr frohes Wesen und den inneren Frieden trotz der Angst vor der Chemotherapie und anderen Behandlungen bewahren zu können. Während der schmerzhaften wöchentlichen Rückenmarkspunktionen dachte sie an Jesus in der Wüste und wiederholte sie zum Erstaunen der Ärzte immer wieder langsam die Worte: “… für die Ordensschwestern in Bordeaux, die keine Berufungen haben, für die Seminaristen, für die Berufung von Onkel Mick … ” Onkel Mick war der Bruder ihrer Mutter, der zuerst Priester werden wollte, aber das Seminar wieder verlassen hatte. Später wurde Onkel Mick doch noch Priester und bekannte: “Audrey hat meine Berufung gerettet.”

Dieses Andere-Beschenken war typisch für Audrey. Nach einer Knochenmarkstransplantation z. B., als die Ärzte ihren Zustand falsch einschätzten und sie drängten, doch ein wenig zu gehen, gehorchte sie unter gewaltiger Anstrengung und sagte, in Anspielung auf die Kleine hl. Theresia, die, erschöpft durch die Tuberkulose, jeden Schritt für einen mutlosen Missionar getan hatte: „Okay, Mami, ich gehe, aber ich gehe für einen Seminaristen!”

Als die Ärzte für Audrey medizinisch nichts mehr tun konnten, holten die Eltern ihre todkranke Tochter im Mai 1991 nach Hause. Am 22. August 1991, am Fest Maria Königin, starb sie. Aus den Liebesopfer der kleine Audrey gingen schöne Früchte hervor: Zwei ihrer Geschwister und ein Cousin ergriffen die geistliche Berufung.

Quelle: Triumph des Herzens

Wer sich Jesus Christus ergibt, ist kein Verlierer

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist der Christkönigssonntag. Jesus Christus ist als König in diese Welt gekommen, um das Reich Gottes aufzurichten. Er will die Menschen in seine Macht bringen, damit sie seinen Gesetzen gehorchen und ihm folgen. Jesus sagt: “Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht hinaus in die ganze Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.”

Aber nun ist die Frage: Welche Macht verwendet er, um seine Herrschaft auszubreiten? Hier stoßen wir auf etwas menschlich Widersprüchliches, auf das unfassbare Geheimnis seiner Macht.

Er, der wirklich alle Macht und Freiheit besitzt, um über die Menschen zu herrschen, da er selber Gott ist, hat während seines öffentlichen Wirkens nur einige armselige Fischer um sich gesammelt. Und der Tag, an dem er sich öffentlich als König bekannt hat, und an dem er auch von der Welt als König anerkannt wurde, war der Karfreitag, als er gefesselt vor Pilatus stand. Er hat allen Spott mit sich geschehen lassen bis ans Kreuz. Und doch sagt Jesus: “Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen.” Und gerade vom Kreuz her, an dem der Herr menschlich gesehen ganz ohnmächtig hängt, sehen wir, mit welcher Macht er die Menschen doch an sich zieht, nämlich durch die Macht der Wahrheit und Liebe.
Wie Jesus die Herzen der Menschen mit seiner Liebe besiegt und an sich zieht, darüber gibt es viele wunderbare Zeugnisse:

Ein Pfarre berichtete, dass in seinem Ort eine junge Frau wohnte, die mit 25 Jahren von einer unheilbaren Krankheit befallen wurde, die eine körperliche Lähmung mit sich brachte. Der schlimmste Tag war für sie, als sie erfahren musste, dass es für sie keine ärztliche Hilfe mehr gab. Sie hat geweint und war am Boden zerstört. Am meisten quälte sie der Gedanke: “Ich werde immer hilfsbedürftig sein.” Nach einem monatelangen Kampf in Auflehnung, Verzweiflung und Hadern mit Gott trat eine entscheidende Veränderung ein. Als der Pfarrer sie wieder einmal besuchte, merkte er, dass sie anders war. Sie sagte: “Ich habe mich endlich ergeben, ich kämpfe nicht mehr, ich habe mich vertrauensvoll in die Hände Jesu übergeben.” Von da an hatte sie den Frieden des Herzens, den sie trotz aller Mühen und Leiden nicht mehr verlor.

Christus breitet seine Königsherrschaft mit der Macht der Wahrheit und Liebe aus. Aber wer sich vor der Macht der Wahrheit beugt, der wird nicht unterdrückt, sonder vielmehr frei. Wer sich von der Macht der Liebe bezwingen lässt, der ist kein Verlierer, sonder er wird zum Sieger, der alle Mächte des Bösen überwindet.

Der hl. Petrus sagt: “Beugt euch in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist.”

Christus als verherrlichten König am Kreuz in der Kapuzinerkirche – von Rudolf Gruber aus Wil, Schweiz, aus dem Jahr 1972

Seelen retten!

Das ewige Heil unserer Mitmenschen darf uns als Christen nicht gleichgültig sein. Im geheimnisvollen Leib der Kirche sind wir miteinander verbunden. Durch unser Gebet und Opfer können wir einander helfen, den Weg zu Gott zu finden.

Die hl. Theresia von Lisieux erzählt in ihrer Lebensbeschreibung “Geschichte einer Seele”, was sie getan hat, um Seelen zu retten. Theresia verspürte eine große Sehnsucht in ihrer Seele, Menschen für Gott zu retten. Sie schrieb: “Ständig klang das Wort des sterbenden Heilandes: ‘Mich dürstet’ (Joh 19, 29) in meiner Seele wider und entfachte darin einen nie zuvor gekannten glühenden Seeleneifer. Die Sünder wollte ich um jeden Preis der ewigen Verdammnis entreißen.”

Eines Tages erfuhr Theresia von einem Verbrecher, der zum Tode verurteilt worden und völlig unbußfertig war, so dass die Gefahr bestand, dass er ewig verloren sein könnte. Theresia bat deshalb Gott von ganzem Herzen, dass Gott diesen Mann doch retten möge. “Mein Gott”, schrieb sie, “ich bin überzeugt, dass du dem unglücklichen Verbrecher Pranzini verzeihen wirst. Auch wenn er nicht beichten und kein Zeichen der Reue geben sollte, will ich es dennoch glauben. So groß ist mein Vertrauen auf deine unendliche Barmherzigkeit. Da es aber mein erster Sünder ist, bitte ich dich zu meinem Troste um ein Zeichen seiner Reue.”

Am Tag nach der Hinrichtung erfuhr sie aus der Zeitung, dass er kurz vor seiner Hinrichtung auf dem Schafott noch das Kreuz ergriffen und dreimal geküsst habe. Das war für Theresia das erbetene Zeichen. Ihre Sehnsucht, Seelen zu retten, wuchs von Tag zu Tag.

Ja zum Kind

Der weltweit gefeierte Sänger Andrea Bocelli gibt in einem berührenden Lied Zeugnis vom Mut und der Stärke seiner Mutter, die ihn trotz festgestellter Behinderung nicht abtreiben ließ.

Nach einer Operation während der Schwangerschaft hatten die Ärzte der Mutter zu Abtreibung geraten. Aber sie hat ja zu ihrem Kind gesagt.
Andrea Bocelli wurde am 22. September 1958 mit einer genetisch vererbten Sehschwäche geboren. Im Alter von 12 Jahren erblindet er gänzlich.

Trotzdem studiert er Jus, erlernt verschiedene Instrumente und entdeckt sein Gesangstalent. Er wirkt in Theaterstücken und Opern mit. Seit Jahren füllt er Stadien mit tausenden von Menschen, die von seiner Stimmgewalt und Ausstrahlung angezogen werden.

Als zweifacher Vater setzt er sich auch in der USamerikanischen Initiative “I am Whole Life” für das Recht auf Leben für alle ein.

Gott hat mit jedem Menschen einen wunderbaren Plan. Wie traurig ist es, dass so viele Menschen heute nicht das Licht der Welt erblicken dürfen.

Chiara Badano wollte nahe bei Jesus sein

Am 25. September 2010 hat der Heilige Vater die aus Italien stammende Chiara Badono seliggesprochen, die mit 18 Jahren an Knochenkrebs gestorben war. Durch ihr Leben und ihren Leidensweg ist Chiara zu einer Heiligkeit gelangt, die für uns alle, aber besonders für junge Menschen, vorbildlich ist.

Chiara wurde am 27.10.1971 geboren. Sie war das einzige Kind ihrer Eltern, auf das sie 11 Jahre gewartet hatten. Ihre Familie lebte aus dem christlichen Glauben. Als Chiara 11 Jahre war, schlossen sich ihre Eltern der Fokolar-Bewegung an. In den Jugendgruppen der Fokolar-Bewegung entfaltete Chiara ihren Glauben. Sie strahlte eine optimistische, lebensbejahende Fröhlichkeit aus. Sie liebte die Musik, spielte Tennis, ging gern schwimmen und in die Berge. Sie hatte viele Freunde, und als sie gefragt wurde, ob sie mit ihnen über Gott spricht, antwortete sie: “Ich muss ihnen nicht von Jesus erzählen, ich muss ihnen Jesus schenken durch mein Leben, mein Verhalten.” Mit 17 Jahren trat eine Wende in ihr Leben, als sie erfuhr, dass sie Knochenkrebs hatte. Bald war sie gelähmt, hatte viele Schmerzen zu erleiden und alle medizinischen Maßnahmen brachten ihr keine Hilfe. Aber in diesen Leiden gelangte Chiara zu einer außergewöhnlichen Vereinigung mit Christus, die für alle, die mit ihr zu tun hatten, ein beeindruckendes Glaubenszeugnis war.

Ergreifend sind ihre Worte über ihre Einstellung zum Leiden: “Wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich wieder laufen möchte, würde ich sagen nein, denn so, wie ich jetzt bin, bin ich näher bei Jesus.” Und doch: Wie gerne hatte sie gelebt! “Ich hatte so viele Pläne… Ich spüre, dass Gott mich zu mehr ruft, zu etwas Größerem. Mich interessiert nur der Wille Gottes… Jetzt fühle ich mich als Teil eines wunderbaren Plans, der sich mir nach und nach enthüllt.” Etwas später sagte sie: “Ich vertraue fest auf Gottes Liebe und opfere meine Schmerzen auf, auch in den schwierigsten Momenten… Jetzt gibt es nichts Gesundes mehr in mir, aber ich habe noch das Herz, mit dem ich immer lieben kann… Die Nacht war schrecklich, aber ich habe keinen Moment vergeudet, denn ich habe alles Jesus geschenkt.”

Die Schmerzen waren für sie oft fast unerträglich. Doch sie wollte kein Morphium oder hochdosierte Schmerzmittel. “Sonst habe ich keinen klaren Kopf. Und ich kann Jesus nur den Schmerz schenken. Etwas anderes habe ich nicht mehr.” Einmal sagte sie: “Ich bitte Jesus nicht mehr darum, mich zu sich in den Himmel zu holen; sonst sieht es so aus, als wollte ich nicht mehr leiden.” Was für eine Liebe! Wenn die Schmerzen übergroß wurden, suchen ihre Augen ein kleines Bild des gekreuzigten Jesus, das die Mutter für sie aufgestellt hatte.

Als es dem Ende zuging, sagte Chiara zu ihrer Mutter: “Weißt du, Mama, ich kann keinen Lauf mehr machen, aber trotzdem möchte ich den Jugendlichen wie bei den Olympischen Spielen die Fackel übergeben. Sie haben nur ein Leben, und es lohnt sich, es gut zu leben.” Chiara sprach ihrer Mutter immer wieder Mut zu: “Wenn ich in die Kirche getragen werde, musst du singen, denn ich werde mit dir singen. Und du musst auf Papa acht geben, dass er nicht anfängt zu weinen… Ciao, Mama; sei glücklich, denn ich bin es”. Das waren ihre letzten Worte, als sie am Rosenkranzfest, 7. Okt. 1990 starb.

Warum lässt Gott das zu?

Die Frage: “Warum lässt Gott das zu?” kann uns schnell in den Sinn kommen, wenn wir die Ungerechtigkeiten sehen, unter denen oft unschuldigeMenschen, vor allem Kinder, zu leiden haben. Es ist furchtbar, was Menschen einander an Bosheit und Leiden zufügen können; aber auch die Leiden, die aus Krankheiten, Unglücksfällen und Katastrophen kommen, machen uns zu schaffen. Gott lässt so vieles zu und verhindert es nicht.
Warum ist das so, wenn Gott doch die Liebe ist? Die Antwort ist nicht einfach zu geben, denn wenn wir Gottes Ratschlüsse und Pläne so leicht verstehen könnten, dann wäre er nicht mehr Gott.

Der Philosoph Robert Spaemann erzählte einmal ein Gleichnis, das Licht auf diese Fragen wirft. Da ist ein Maler mit unendlichen Fähigkeiten. Der malt ein phantastisches Bild und alle staunen. Dann kommt ein Feind und wirft Farbe auf das Bild. Alle sagen, es sei endgültig zerstört. Der Maler aber sagt: „Hmm, das ist gut…“ und malt das Bild noch schöner, indem er die Farbkleckse des Feindes mit einbezieht. Dieser wird böse und wiederholt seinen Anschlag. Wieder bezieht der Maler die Farbe ein, und das Bild wird immer schöner. Das wiederholt sich so oft, bis der Feind aufgibt.

Der Maler hat den Feind nicht gemacht, nicht gewollt und vor allem nicht gebraucht. Er hätte das Bild auch ohne ihn genau so schön malen können. Seine Größe zeigte sich aber darin, das er den Schaden, der angerichtet wird, in etwas Gutes verwandeln kann.

Es bleibt aus unserer Sicht trotzdem schwierig, die Zulassungen und Ratschlüsse Gottes zu begreifen. Aber hier ist der Blick auf das Kreuzesleiden des Herrn unsere Hilfe. Er hat all das Böse dieser Welt ertragen, um es für uns zum Segen zu machen.

Woran Gott seine Freude hat

Am 24. Sonntag im Jahreskreis (C) hören wir die wunderbaren Gleichnisse von der Barmherzigkeit Gottes. Jesus erzählte das Gleichnis vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Drachme und vom verlorenen Sohn erzählt, um uns zu veranschaulichen, woran Gott, unser Vater, seine größte Freude hat. Gott freut sich nicht an der Sünde, er hasst sie und verurteilt sie. Gott freut sich auch nicht über den Sünder, solange er in der Sünde verharrt. Aber er hat unendliche Sorge um ihn. Er unternimmt alles, um ihn wieder aus seinem Verderben zurückzuholen. Wenn ein Sünder aber umkehrt, dann freut sich Gott.

In der Kirche gibt es viele große Bekehrungsgestalten, wie z.B. die hl. Maria Magdalena, den hl. Paulus, den hl. Augustinus. Eine große franziskanische Heilige der Umkehr und Buße, die uns weniger bekannt ist, ist die hl. Margareta von Cortona. Sie lebte im 13. Jh. in Italien. Margareta verlor mit sieben Jahren ihre Mutter, von der sie fromm erzogen worden war. Ihr Vater heiratete noch einmal, aber mit ihrer Stiefmutter hatte sie es sehr schwer. Mit 16 Jahren flüchtete sie von zu Hause mit einem Edelmann, der sie wegen ihrer Schönheit begehrte, und lebte neun Jahre mit ihm in wilder Ehe zusammen. Es waren neun Jahre “der Sünde und Schande”, wie sie später sagte.

Als sie 25 war, wurde sie eines Tages von ihrem Hündchen in den Wald gezerrt. Sie fand ihren Liebhaber, der seit Tagen verschwunden war, ermordet und schon halb verwest. Das war der Moment ihrer vollständigen Bekehrung zu Gott. Nach viele Leiden fand sie im Dritten Orden des hl. Franziskus ihre Heimat, führte ein strenges Leben der Buße und widmete sich der Krankenpflege. Sie wurde von Gott mit außergewöhnlichen mystischen Gaben beschenkt, und sie verstand es in vorzüglicher Weise, alle Ratsuchenden, die mit ihren Problemen und Sünden zu ihr kamen, umzustimmen und für den Frieden mit Gott vorzubereiten. Sie schickte jeden zu ihrem Beichtvater, damit er das Werk der Bekehrung in einer guten Beichte vollende.

Das wurde aber dem Priester allmählich zu viel, und einmal entschlüpfte diesem Beichtvater der derbe Ausdruck: “Ich bedanke mich dafür, dass ich immer nur einen Stall ausmisten soll!” Da offenbarte der Herr der hl. Margareta, dass ihm diese Rede ihres Beichtvaters sehr missfallen habe; sie solle ihm sagen: Wenn dieser Beichtvater wüsste, welch schöner Tabernakel durch die Bekehrung aus jenem Stall wird, mit dem er die Seele des Todsünders verglichen hat, so würde er sich niemals über diese Arbeit beschweren, die ihm die Beichtkinder verursachten. Denn im Himmel sei eine größere Freude über einen einzigen Sünder, der sich bekehrt und Buße tut, als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen!

Rosenkranz – “Es gibt nichts, was mir mehr Freude macht.”

Der sel. Kard. Newman, der in der Mitte seines Lebens aus der anglikanischen zur katholischen Kirche konvertierte,  war ein großer Marienverehrer und schätzte auch sehr den Rosenkranz.

Als er im hohen Alter wegen des nachlassenden Augenlichtes gezwungen war, das tägliche Beten des Breviers aufzugeben, ersetzte er es durch das Rosenkranzgebet, über das er einmal schrieb: “Es gibt nichts, was mir mehr Freude macht.” Der tägliche Rosenkranz war für Newman eine unglaubliche Hilfe, die großen Glaubenswahrheiten auf einfache und vertraute Weise zu betrachten.

Berühmt ist auch die Antwort Newmans auf die Frage, was man tun müsse, um das ewige Leben zu gewinnen (vgl. Lk 10, 25) Hier erwähnt er auch den Rosenkranz: “Wenn du mich fragst, was du tun musst, um vollkommen zu sein, so sage ich dir: Bleibe nicht im Bett liegen, wenn es Zeit ist aufzustehen; die ersten Gedanken weihe Gott, mache einen andächtigen Besuch beim Allerheiligsten Sakrament, bete fromm den Angelus, iss und trink zu Gottes Ehre, bete mit Sammlung den Rosenkranz, sei gesammelt, halte böse Gedanken fern, mache deine abendliche Betrachtung gut, erforsche täglich dein Gewissen, geh’ zur rechten Zeit zur Ruhe  und du bist bereits vollkommen.”

Sel. Alois Grozde – Glaubenszeuge und Märtyrer

Am Sonntag, dem 13. Juni, wurde in der slowenischen Stadt Celje der junge Märtyrer Alois Grozde selig gesprochen, der im Jahr 1943 wegen seines Glaubens von kommunistischen Partisanen ermordet wurde.

Im Jahre 1923 wurde Alois Grozde in der slowenischen Stadt Vodale Gorenje geboren. Er war der uneheliche Sohn einer Mutter, die ihn abgelehnt hatte, weil sie nicht an ihr Leid erinnert werden wollte. Er wuchs bei einer Tante auf, jedoch ohne die Zuneigung seiner Familie, und lebte isoliert in der Einsamkeit der Wälder, gegen sein Schicksal rebellierend.

Die Schulzeit wurde für ihn zu einer befreienden Erfahrung. Er war ein ausgezeichneter Schüler, der eine Leidenschaft für Bücher und ein Talent für Poesie entwickelte. Eine Wohltäterin machte es ihm möglich, in der Landeshauptstadt Ljubljana zu studieren, wo er im Jahre 1935 am Eucharistischen Weltkongress teilnahm. Dieses Ereignis bewegte ihn tief. Durch Freunde kam er mit der Katholischen Aktion in Kontakt, deren Mitglied er später wurde, und machte dort eine radikale Umkehrerfahrung. Er fing an zu beten, Verantwortung zu übernehmen, machte seine Studien zum Apostolat und wurde einer der leitenden Figuren der Katholischen Aktion. Jeden Tag betete er und empfing die hl. Kommunion. In einem Gedichte nannte die heilige Eucharistie die Sonne seines Lebens. Er spürte auch eine Berufung zum Priestertum.

Die politische Situation in Jugoslawien veränderte sich. Die von Tito geförderte kommunistischen Partisanen kämpften nicht nur gegen die deutsche Besatzung, sondern verfolgten mit großer Brutalität auch die katholische Kirche. Viele Katholiken wurden ermordet. Alois Grozde war eines dieser Opfer.

Zu Weihnachten 1942 besuchte er als Maturant seine Verwandten in seinem Heimatdorf und wurde dort am 1. Januar 1943 wegen Propaganda gegen den Kommunismus von den Partisanen verhaftet und angeklagt. Er hatte einige religiöse Bücher bei sich, das genügte als Beweis. Die ganze Nacht wurde er gefoltert, bis er starb. Die Terroristen luden auch die Leute aus den Nachbarhäusern zum „Lustspiel” ein. So nannten sie nämlich die öffentliche Folterung bis zum Tode.

Erst am 23. Februar 1943 fanden Kinder die Leiche von Lojze im Wald. Diese zeigte noch keine Spur von Verwesung. Die Zehen waren abgeschnitten, das rechte Ohr, die Haut an der rechten Wange war herab gerissen, das rechte Auge herausgeschnitten … Am Kopf erkannte man eine etwa acht Zentimeter lange und sechs Zentimeter tiefe Wunde. Die Zunge war an der Wurzel abgeschnitten..

Der hl. Josef ist der Schutzpatron der Kirche

Der hl. Josef ist der Schutzpatron der Kirche, aber auch ein mächtiger Beschützer aller, die ihn verehren. Ein schönes Zeugnis über die Hilfe des hl. Josef hat eine Frau aus Sigmaringen gegeben. Es ist zugleich ein schönes Bild für das, was der hl. Josef für die Kirche tut. Sie schreibt:

In der Stadt Sigmaringen steht das Waisenhaus „Nazareth”, in dem meine Schwester und ich Unterkunft fanden, als unsere Mutter in der Heiligen Nacht des Jahres 1940 starb, während der Vater in Russland war. Das Haus ist in zwei große Flügel geteilt, in deren Mitte das Kirchlein steht. Über dem Dach des Chores wachte eine Statue des heiligen Josef mit dem Jesukind und dem Lilienstab als Schutzherr des Hauses.

Als im Jahre 1945 sich der Krieg dem Ende näherte, bezogen die Franzosen Stellung auf der Wilhelmshöhe oberhalb der Stadt, genau gegenüber unserem Waisenhaus auf der anderen Stadtseite. Wir Kinder und die Erwachsenen waren alle im Keller. Unser Hausvater, Direktor und Geistlicher Rat Karl Kaupp, hatte das Allerheiligste aus dem Tabernakel geholt und brachte es zu uns in den Keller. Von diesem Augenblick an war mir klar, dass jetzt nichts mehr passieren kann. Weil ich wusste, dass der heilige Josef nichts zulässt, was seinem anvertrauten Sohne schaden könnte, war ich überzeugt und innerlich sicher, dass unser Waisenhaus verschont bleibt und wir alle wieder heil und zufrieden aus dem Keller kommen dürfen.

Wir baten im Rosenkranzgebet die Muttergottes und ihren Bräutigam, den hl. Josef, um Schutz und Hilfe. Währenddessen wurde von der Wilhelmshöhe her aus Panzern in Richtung unseres Hauses geschossen. Offenbar sollte unser Hauskomplex, in dem man SS vermutete, getroffen werden. Aber nichts passierte! Später äußerte der kommandierende Offizier dieser Panzereinheit unserem Hausvater gegenüber, dass damals alle Panzerrohre auf unser Haus gerichtet waren. Er habe sich gewundert, dass kein einziger Treffer erzielt wurde, sondern alle Geschosse über das Haus hinweggeflogen seien und in die Äcker einschlugen.

So hat der große heilige Josef, der Schutzherr des Waisenhauses, unsere flehentlichen Gebete erhört und wunderbar geholfen.

In den vergangenen Monaten mussten wir miterleben, wie sozusagen aus allen medialen Kanonenrohren die Kirche und der Heiliger Vater beschossen wurden, um sie zu treffen, sie zu zerstören und ihr zumindest schweren Schaden zuzufügen. Wenn wir den hl. Josef bitten, dann wird er auch diese Geschosse des Bösen immer wieder ablenken.

Quelle: A.M. Weigl, Und wieder half der heilige Josef