Ich habe mich entschieden das Gute zu sehen

Die hl. Mutter Teresa besuchte in Kalkutta des Öfteren eine Familie, mit der sie sehr freundschaftlich verbunden war und die ihr in den Anfangszeiten viel geholfen hatte.

Bei einem dieser Besuche, so wird berichtet, war auch die erwachsen gewordene Tochter des Hauses anwesend, die plötzlich begann, sich bei Mutter Theresa über die Korruption in der Verwaltung Kalkuttas zu beklagen. Die junge Frau meinte: „Mutter Teresa, können Sie uns nicht helfen? Kalkutta ist so korrupt. Man bekommt nichts, ohne die Menschen zu bestechen.“

Mutter Teresa reagierte so wie meist, wenn Menschen, wie sie es nannte, Dunkelheit sprachen oder wenn jemand Dunkelheit verbreitete: „Ja, es sind wunderbare Leute. Sie haben uns so viele Hilfen für unsere Kinder gegeben.“

Damit wollte sich die junge Dame nicht zufriedengeben und erwiderte: „Mutter Teresa, die große Mehrheit in Kalkutta rennt doch nur dem Geld hinterher.“ Zum zweiten Mal versuchte Mutter Teresa eine Spur Hoffnung zu bringen und erzählte von einer hinduistischen Sitte, nach der immer eine Handvoll Reis für die Armen an die Tür gelegt wird.

Die junge Dame war frustriert und sagte: „Mutter Teresa, wann werden Sie aufwachen? Kalkutta ist eine Hölle von Korruption.“ Ein paar Sekunden herrschte peinliche Stille. Mutter Teresa blieb ganz ruhig, sah ihr direkt in die Augen und sagte: „Ich weiß sehr genau, dass es in Kalkutta Korruption gibt, aber ich weiß auch, dass es Gutes gibt und ich habe mich entschieden, das Gute zu sehen.“

 

Gott hat die Dinge richtig gemacht

Pater Paulo und sein eineiiger Zwillingsbruder, Pater Felipe Lizama aus Chile wurden 2012 zusammen zu Priestern geweiht. Ihr Weg zum Priestertum war schon vom Mutterleib an etwas Besonderes:

Die Mutter der beiden, Rosa Silva, hatte sich – bevor sie ihre Schwangerschaft entdeckte – bei ihrer Arbeit als Sanitäterin Röntgenstrahlen ausgesetzt. Nachdem die Schwangerschaft bestätigt worden war, führte ihr Arzt eine Ultraschalluntersuchung durch und teilte ihr mit, dass er auf dem Bild „etwas Seltsames“ gesehen habe. „Das Baby hat drei Arme und seine Füße sind irgendwie verschlungen. Außerdem hat es zwei Köpfe“, erklärte er ihr.

Die Ärzte rieten ihr zu einer Abtreibung und sagten, dass ihr Leben in Gefahr sei. Rosa lehnte diesen Vorschlag entschieden ab und sagte, dass sie alles akzeptieren möchte, was Gott ihr schicken würde.

„Der Herr wirkte und brachte eine Zwillingsschwangerschaft hervor. Ich weiß nicht, ob die Ärzte sich geirrt haben“, sagte Pater Felipe. „Ich denke immer mit besonderer Zuneigung und Zärtlichkeit im Herzen an meine Mutter, die ihr Leben für mich, für uns, gegeben hat“, fügte Pater Paolo hinzu.

Die beiden Brüder wurden am 10. Sep. 1984 geboren. Felipe wurde zuerst geboren, und als sich die Plazenta nicht ablöste, schlugen die Ärzte eine Ausschabung der Gebärmutter vor. Rosa weigerte sich jedoch und sagte, sie habe das Gefühl, es käme ein weiteres Baby heraus. Paulo wurde 17 Minuten später geboren.

Die Zwillinge erfuhren von den Umständen ihrer Geburt, als sie sich im sechsten Jahr ihrer Ausbildung zum Priester befanden.

„Es war sicherlich die Weisheit meiner Mutter und ihres Herzens, die es uns ermöglichten, von einem so erstaunlichen Ereignis zur rechten Zeit zu erfahren“, sagte Pater Paulo und reflektierte, er habe zwar immer gedacht, seine Berufung zum Priester wäre in der Jugendzeit erfolgt; aber später habe er erkannt, dass Gott von Anfang an in seinem Leben wirkte, dank des „Jawortes“ seiner Mutter.

Obwohl die beiden Brüder in einem katholischen Elternhaus aufwuchsen, entfernten sie sich  vor allem durch ihre Leidenschaft für das Fußballspielen vom Glauben und besuchten nicht mehr die heilige Messe. Die Trennung und Scheidung ihrer Eltern war für die beiden  eine Erschütterung, die sie aber durch die Firmvorbereitung und das Sakrament der Firmung zum Glauben und zur Kirche zurückführte.

Damals, so Pater Paulo, fehlte ihm die Überzeugung in seinem Glauben, aber das Allerheiligste Sakrament, der gregorianische Gesang und die stille Ehrfurcht vor dem Gebet zogen ihn an.

Pater Felipe sagte, dass er durch einen Priester, der später sein Ausbildungsleiter im Priesterseminar war, zu Gott hingezogen wurde.  „Gott hat mich gerufen. Ich erkannte, dass ich in Gott und in den Dingen Gottes glücklich war, es gab keinen Zweifel: Ich wollte Priester werden“, erinnert er sich.

Obwohl sich die beiden Brüder nahe stehen, haben sie nicht über ihre Berufungen gesprochen. „Ich weiß nicht, wer den Ruf zuerst gespürt hat“, sagte Pater Paulo. „Ich denke, Gott hat die Dinge richtig gemacht, um die Freiheit unserer Antwort zu schützen.“

Im März 2003 traten beide in das Priesterseminar ein. Obwohl es für die Familie anfangs schwierig war, die Entscheidung der Brüder zu akzeptieren, sagte ihre Mutter nach dem ersten Jahr der Ausbildung, dass sie in Frieden sei, da sie merkte, dass die beiden glücklich waren.

Die Zwillinge wurden am 28. April 2012 zu Priestern geweiht und sind heute in zwei Pfarreien in Chile tätig.

„Gott spielt nicht mit uns herum. Er will, dass wir glücklich sind, und das Priestertum ist eine wunderbare Berufung, die uns sehr glücklich macht“, sagte Pater Felipe.

„Jesus nachzufolgen ist nicht einfach, aber es ist schön“, fügte Pater Paulo hinzu.

 

Das Gottesgericht im Menschenherzen

In seiner Schrift „Mein Himmelreich“ erzählt Peter Rosegger:

Ich kannte einen Mann, der sein Weib, mit dem er in unglücklicher Ehe gelebt, vergiftet hatte. Er lebte nach der Tat noch jahrelang auf seinem Hof in Wohlstand und Ansehen dahin, niemand vermutete in ihm einen Mörder. Er war zumeist trotzig, mürrisch, herrisch und in sich gekehrt, man schrieb es seinem natürlichen Stolz zu und achtete ihn um so mehr; manchmal auch stürzte er sich in die Gesellschaft und war ausgelassen lustig; man rechnete ihm diese menschenfreundliche Heiterkeit doppelt hoch an. Aber lachen konnte er nicht, sein Lachen war ein überlautes Schreien. Er war wohltätig; man verehrte ihn und konnte nicht satt werden, ihn zu loben.

Plötzlich brachte ein Zufall sein Verbrechen an den Tag. Als das Gericht ihm die aufgefundenen Beweise vorhielt, leugnete er nicht einen Augenblick, gestand alles ohne Umschweife und Beschönigung. Zu zwanzig Jahren Kerker wurde er verurteilt.

Ich besuchte ihn etliche Wochen nach seiner Verurteilung im Gefängnis. Wie fand ich ihn doch so ganz anders, als ich gefürchtet hatte! Er beschäftigte sich mit Korbflechten, hatte ein gesundes Aussehen, einen frischen Blick, ein heiteres Gemüt, als wäre er der zufriedenste Handwerksmann auf der Welt. Als ich mich von ihm verabschieden wollte, fiel er mir um den Hals und sagte: „Peter, du glaubst gar nicht, wie glücklich ich jetzt bin! Es war eine böse Zeit, den Verdammten kann’s nicht ärger sein. Das schreckliche Geheimnis auf dem Herzen und immer machen, dass es nicht auskommt, und immer Angst Tag und Nacht, und immer die Gewissenspein – wie ein Verdammter, ich kann dir’s nicht anders sagen. Jetzt leide ich meine gerechte Strafe und brauch‘ mich nicht mehr zu fürchten, bin auf gleich mit mir und meinem Gott, kann ruhig leben und arbeiten, ruhig schlafen, ruhig sterben – bin wie erlöst.“

 

Tut, was ich euch sage!

Am 31. Jänner feiern wir den Gedenktag des hl. Johannes Bosco, (1815-1888) der seine Berufung zum Jugendapostel durch Maria empfing und ein unerschütterliches Vertrauen in die Hilfe der Gottesmutter hatte. Er verehrte deshalb Maria besonders unter dem Titel „Maria, Hilfe der Christen“. Papst Pius XI. sagte über ihn: „In seinem Leben war das Übernatürliche fast natürlich und das Außergewöhnliche gewöhnlich“. Es gibt viele Berichte über seine Wunder, die uns ermutigen, immer auf die Hilfe Mariens zu vertrauen:

Die kleine Margarete aus Paris lag mit Lungentuberkulose im Sterben. „Sie wird gesund werden!“ verspricht Don Bosco ihrer weinenden Mutter. „Betet jeden Tag ein Vater Unser, Ave Maria und Ehre sei dem Vater und anschließend ein Salve Regina, damit die Muttergottes euch erhört. Betet so bis zum 15. August …“ „Zweieinhalb Monate, mein Pater,“ jammert die Mutter; wenn ich denke, Sie könnten meine Tochter einfach an der Hand nehmen und sie wäre gesund …“ Da wird Don Bosco streng: „Tut, was ich euch sage! …“ befiehlt er.

Die Krankheit setzt ihren Lauf fort. Das Blutspucken verstärkt sich, das Fieber beruhigt sich nicht und das Kind ist nur noch ein Skelett … Wie schwierig ist der Glaube unter diesen Umständen! Aber die Mutter hält durch: Sie betet, sie hofft. Am 15. August kleidet sie sich an, um zur hl. Messe zu gehen. Da holt sie ein Schrei an die Seite ihres Kindes: „Mama! Mama! Ich bin geheilt!“ Und tatsächlich, die Kranke strahlt, ihre Wangen sind rosig, ihr Blick ist fieberfrei. Sie zieht sich unverzüglich an und geht mit ihrer Mutter zur hl. Messe …

Sie war so vollkommen geheilt, dass ihre Geschichte wie ein Märchen aus alter Zeit endet: „Sie heiratete, war glücklich und bekam viele Kinder …“

 

Bewahre uns vor Verwirrung und Sünde

Am 33. Sonntag im Jahreskreis und am 1. Adventsonntag hören wir im Evangelium Abschnitte aus den Reden Jesu über die Endzeit. Er spricht von seinem Wiederkommen in Herrlichkeit zum Gericht und von den apokalyptischen Ereignissen, die dem vorausgehen. Jesus will uns damit vor allem zwei Wahrheiten einprägen:
1) Es gibt ein Gericht, es gibt die Gerechtigkeit Gottes, die sich  endgültig gegen alle bösen Mächte durchsetzen wird, und
2) Gott ist es, der die Welt mit seiner gütigen und weisen Vorsehung lenkt und uns durch alle Nöte dieser Welt zur ewigen Vollendung führt.

Deshalb ist es für uns als gläubige Menschen wichtig, dass wir ganz im Glauben und im Vertrauen auf die Vorsehung Gottes leben, aber zugleich auch wachsam bleiben, damit wir die Zeichen der Zeit erkennen, nicht falschen Heilsversprechungen nachlaufen und uns durch das, was auf uns zukommt, nicht in Angst und Verwirrung bringen lassen.

Aber was können wir tun, damit unser Glaube größer wird? Das Wichtigste ist sicherlich das Gebet um den Heiligen Geist. Vieles liegt ja an der Sichtweise, wie wir die Dinge innerlich sehen.

Zur Zeit des hl. Gregors des Großen gingen die Stürme der Völkerwanderung und der Zerstörung der alten Kultur über das Abendland hinweg. Für die Menschen der damaligen Zeit war dies eine so große Katastrophe, dass viele in Verwirrung und Panik gerieten und schon den Weltuntergang erwarteten. Deshalb hat der hl. Gregor in das Gebet nach dem Vaterunser in der heiligen Messe ausdrücklich die Bitte um die Bewahrung vor Verwirrung hinzugefügt. „Bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten.“

Der Heilige Geist hilft uns, die Augen unserer Seele nicht so sehr auf die Widerwärtigkeiten zu richten, die wir zu erdulden haben, sondern vielmehr auf das Gute, das die göttliche Vorsehung damit hervorbringen will. Natürlich werden wir nicht immer gleich einsehen, wozu es gut ist, aber wir können daran glauben, dass Gott es weiß.

Ein Kapitän erzählte, dass er mit seinem Schiff in der Nähe der Goldküste (Westafrika) vor Anker gehen wollte. Aber vom Hafen aus kam das Signal: Sofort in den Hafen einkehren! Gefahr! Der Kapitän ließ den Anker einziehen und suchte den schützenden Hafen auf. Dort angekommen, fragte er, warum er nicht draußen vor Anker bleiben durfte. Die Antwort war: Dort draußen ist fauler Grund. Wenn ein Sturm kommt, hält der Anker nicht. Das Schiff könnte leicht an den Felsen zerschellen.

Nicht die Welt kann uns mit ihren Versprechungen Schutz und festen Halt bieten. Wenn wir aber unser Herz immer wieder im Gebet beim Herrn verankert halten, dann geraten wir nicht in heillose Verwirrung, wenn die Stürme kommen. Der hl. Paulus sagt, dass Gott jenen, die ihn lieben, alles zum Guten gereichen lässt.

 

Fegefeuer

Natuzza Evolo (1924-2009) aus Kalabrien ist eine italienische Mystikerin, für die ein Seligsprechungsverfahren eröffnet wurde. Seit ihrer Kindheit hatte sie Erscheinungen von Jesus, Maria, ihrem Schutzengel… Später erschienen ihr auch Verstorbene, um ihr Botschaften für die Lebenden zu übermitteln.

1944 verlangte sie nach einer Vision den Bau „eines großen Hauses, um denen Linderung zu verschaffen, die in Not sind, und einer großen Kirche, die Unbeflecktes Herz Mariä, Zuflucht der Seelen‘ genannt werden soll“. Dreiundvierzig Jahre später, am 13. Mai 1987, willigte der Ortsbischof ein, eine Vereinigung mit diesem Namen zu gründen, die das Werk in die Tat umsetzen soll.

Natuzza betete viel für die Seelen im Fegefeuer und lud die Menschen ein, es ihr gleich zu tun und besonders die hl. Messe für sie aufzuopfern. Sie sagt: „Ihr, die ihr oberflächlich denkt, dass alle Seelen ins Paradies kommen, sollt wissen, dass es die Hölle und das Fegefeuer auch gibt, und dass eine einzige Todsünde, bösgläubig begangen und nicht eingestanden oder eingestanden ohne echte Reue, euch darin hindert, ins heilige Paradies einzutreten. Wenn ihr Todsünden begangen habt, müsst ihr sie unbedingt einem Priester beichten und echte Reue erwecken.“

 

Die „Drei Ave Maria“-Andacht

Die Gottesmutter gab einst der heiligen Mechtild von Hackeborn, einer Benediktinerin aus dem 13. Jahrhundert (+ 1299), ein Versprechen, das auch für uns heute noch große Bedeutung hat. Gegen Ende ihres Lebens dachte die Heilige voller Bangen an den großen Augenblick, da ihre Seele den Körper verlassen würde, um in die Ewigkeit einzugehen. Darum bat sie die Mutter Gottes um gnädigen Beistand für ihre letzte Stunde.

Maria, die ihrer treuen Dienerin schon oftmals erschienen war, erhörte ihr Flehen und sprach in einer Vision zu ihr: „Ja, ich werde deine Bitten bestimmt erfüllen, meine Tochter, aber ich verlange von dir, dass du täglich mir zuliebe drei Ave Maria betest.

Das erste Ave zu Ehren Gott Vaters, der in seiner herrlichen Allmacht meine Seele so auszeichnete, dass ich nach ihm allmächtig im Himmel und auf Erden bin.
Das zweite Ave zu Ehren Gottes des Sohnes, der in der Größe seiner unerforschlichen Weisheit mich mit solchen Gaben der Wissenschaft und des Verstandes schmückte und erfüllte, dass ich inniger als alle Heiligen die Allerheiligste Dreifaltigkeit schauen darf. Er hat mich überdies mit einem Glanz übergossen, dass ich wie eine strahlende Sonne den ganzen Himmel erleuchte.
Das dritte Ave zu Ehren des Heiligen Geistes, der die süße Fülle seiner Liebe in mein Herz gegossen hat und mich so gut und barmherzig schuf, dass ich nach Gott das sanfteste und gütigste Wesen bin.“

Und Maria gab jenen, die diese drei „Gegrüßet seist du Maria“ zu Ehren der heiligsten Dreifaltigkeit treu beten, noch die folgenden Verheißungen:

„Ich werde dir in der Todesstunde beistehen, dich trösten und alle Macht des Teufels von dir fernhalten. Ich werde dir das Licht des Glaubens und der Erkenntnis eingießen, damit dein Glaube nicht durch Unwissenheit oder Irrtum versucht werde. Ich werde dir in der Stunde des Hinscheidens nahe sein und in deine Seele die Wonne der göttlichen Liebe überströmen lassen, damit kraft ihrer Übermacht alle Todespein und Bitterkeit durch die Liebe sich in Glückseligkeit wandle.“

Diese Gebetsübung der drei Ave Maria entsprang also nicht menschlichem Wollen und Bemühen, sondern war die Frucht einer ausdrücklichen Offenbarung Mariens. Maria will uns dazu einladen, mit das Geheimnis der Dreifaltigkeit Gottes anzubeten. Viele Heilige, Priester, Bischöfe und Päpste haben diese Andacht den Gläubigen empfohlen und es gibt viele Zeugnisse darüber, wie Maria ihre Versprechen erfüllt.

Ein Pfarrer z.B. berichtet, dass er in seiner Pfarre des Öfteren einen alten, kranken Witwer besuchte, der dem Sterben nahe wahr. Er sprach mit ihm auch über den Empfang der Sakramente. Als er auf die Beichte zu sprechen kam, da reagierte der Kranke heftig mit Ablehnung. Der Pfarrer lud ihn ein, mit ihm zusammen noch drei Ave Maria zu beten. Als er nach dem Gebet gehen wollte, rief ihn der Kranke zurück – er war völlig verwandelt – und bat ihn um die Beichte. Er erzählte dann, dass seine Frau ihn vor ihrem Sterben gebeten habe, täglich drei Ave zu beten, was er auch ihr zuliebe eingehalten habe. So konnte er dann versöhnt mit Gott und den Menschen in Frieden sterben. Maria hat hier geholfen.

Ein junger Mann schrieb in einem Zeugnis: „Seit drei Jahren war ich ein Sklave unreiner Leidenschaften. … Ich versank immer tiefer in den Sumpf schwerer Sünden und Gotteslästerungen und war nahe am Verzweifeln. Da machte mich ein Franziskanerpater auf die heilsame Andacht der ‚Drei Ave Maria‘ aufmerksam. … Ich weiß nicht, Hochwürden Herr Pater, was mit mir geschehen ist, aber ich versichere Ihnen: Seit diesem Augenblick hat sich in mir eine wunderbare Wandlung vollzogen. Ich erlag keiner Versuchung mehr … Maria sei Dank.“

 

Der Handstand

Eine Frau erzählt, dass sie sich fest vorgenommen hatte, besser auf Gottes Stimme und seine Einladungen zu hören als bisher. Sie fuhr eines Tages zu einem großen Einkaufszentrum mit vielen Geschäften und Stockwerken. Als sie vor dem Gemüse stand, geschah etwas Seltsames. Im Inneren vernahm sie eine Stimme, die zu ihr sagte: „Geh zur Mitte des Einkaufszentrums, mach einen Handstand und schreie laut!“

War das wirklich Gottes Stimme oder ein Täuschung? „Das kann doch nicht wahr sein. Gott, bist Du das wirklich? Ich kann doch hier keinen Handstand machen. Und wenn ich dann auch noch laut schreie, mache ich mich vollends lächerlich.“ So setzte die Frau ihre Einkäufe fort. Aber eigenartig – immer wieder wurde sie innerlich gedrängt, zur Mitte des Einkaufszentrums zu gehen und das Verlangte zu tun. So gab sie diesem inneren Drängen nach.

Als sie sich unbeobachtet fühlte, versuchte sie einen Handstand zu machen und schrie. Also, das war getan! Jetzt aber nichts wie weg von dieser Stelle! Sie wollte schon ins nächste Geschäft verschwinden, als sie ein lautes Schluchzen hörte, und zwar von der Galerie über ihr her. Dort erblickte sie eine junge Frau, und sie fuhr mit der Rolltreppe zu ihr hoch. Die junge Frau fragte sie: „Warum haben Sie das gemacht?“ Die Frau wollte das Erlebnis mit der inneren Stimme nicht erwähnen und sagte nur: „Verzeihen Sie, das ist normalerweise nicht meine Art, so rumzuschreien.“

Da erzählte die weinende junge Frau, sie habe gerade zu Gott gebetet: „Gott, wenn es Dich gibt, dann lass eine Frau da unten einen Handstand machen und laut schreien … , dann nehme ich mir das Leben nicht.“ Gott in Seiner unfassbar großen Liebe wollte sie vor der schrecklichen Tat, vor dem Selbstmord, bewahren! Wir begreifen oft zu wenig, was Gott in seiner Güte alles aufwendet, um uns für den Himmel zu retten! Aber er möchte auch, dass wir auf ihn hören, damit er uns zur Rettung anderer gebrauchen kann.

 

Ich habe so gebetet, dass du kommst!

Ein Pfarrer berichtet aus seinen Erfahrungen: „In diesem Bericht geht es zwar nicht um ein Wunder, aber um eine beeindruckende Gebetserhörung: Als ich noch im Priesterseminar in Schwaz im Tiroler Unterinntal studierte, erlebte ich eines Tages folgendes: Zu Mittag drängt es mich plötzlich mächtig, nach Innsbruck zu fahren. Ich überlege kurz und stelle fest, dass ich in Innsbruck heute weder etwas besorgen muss noch jemanden besuchen will. Eigentlich möchte ich heute nicht nach Innsbruck fahren. Doch weil mich irgendetwas dazu drängt, fahre ich schließlich mit dem Bus nach Innsbruck. Unterwegs denke ich mir, wie sinnlos es eigentlich ist, dass ich heute dorthin fahre, da ich doch dort überhaupt nichts vorhabe. Als der Bus in Innsbruck ist, steige ich an einer Stelle aus, wo ich sonst nie ausgestiegen bin. Kaum bin ich auf der Straße, kommt ein mir gut bekanntes Kind auf mich zu und ruft: ‚Ich habe so gebetet, dass du kommst!'“ Die Gebetsmacht der Kinder ist groß. Aber wir müssen auch immer neu bereit sein, den Eingebungen des Hl. Geistes oder des Schutzengels zu folgen.

 

Mein Herz ist eine fortdauernde Krippe

Weihnachten ist das Fest, an dem Gott immer wieder Wunder der Bekehrung wirkt. Eine solche besondere Weihnachtsgnade hat Philippe Guillard empfangen, von der er seitdem immer wieder ergriffen Zeugnis gibt.

Philippe berichtet, dass er zwar als Kind getauft wurde, aber nur eine ärmliche katholischen Erziehung empfing. Schon als Jugendlicher hatte er sich, so wie er dachte, für immer von Gott abgewandt. Es brauchte Jahrzehnte des geduldigen Wirkens Gottes, um die dicke Mauer, die er als atheistischer Naturwissenschaftler zwischen sich und seinem Schöpfer errichtet hatte, rissig werden zu lassen.

Es waren Jahre, geprägt von „einer brennenden Sehnsucht nach etwas Größerem“. Es war ein vergebliches Suchen nach dem Sinn des Lebens auf den unbefriedigenden Schleichwegen der Psychoanalyse, der Freimaurerei, der östlichen Spiritualitäten, bis der Stolz einbrach und sein Herz offen war, so dass Jesus Christus in ihm geboren werden konnte.

An jenem Weihnachtsabend 2015 traf seine Frau Jeanne die üblichen Vorbereitungen für das Fest. Da plötzlich, gedrängt von einer unwiderstehlichen Eingebung, wendet sich Jeanne an Philippe und erklärt ihm dezidiert: „Ich muss dich jetzt dorthin führen, wohin du gehen willst“. Er antwortete verblüfft: „Was? Aber ich will doch nirgends hingehen!“ Darauf folgt ein surrealer Dialog: „Ich bin mir aber ganz sicher, und wir werden hingehen.“ „Aber wohin willst du gehen?“ „Ich nehme dich in die Messe mit!“ „In die Messe?! Nein, dahin gehe ich nicht, sicher nicht!“ – „Ich versichere dir: Wir gehen!“

Und dann spricht Jeanne ein Machtwort und schleppt ihn hinaus in Wind und Regen. Die Kirche ist nicht weit. Sie kommen gerade pünktlich an. Jeanne öffnet das schwere Tor, sie finden zwei Plätze, ganz hinten. Orgelmusik erfüllt den Raum…

Und plötzlich wird Philippe von einer Lichtflut überwältigt, „ein blaues Licht, von dem mir später klar wird, dass es ein ungeschaffenes Licht ist, blau wie die Farbe Mariens“. Es ist erfüllt von einer lebendigen Gegenwart, einer Gegenwart, die mich mit Freude überflutet. Von einem Moment zum anderen wurde er gläubig. „Um 20.30 Uhr betrat ich als Atheist die Kirche, um 20:31 Uhr war ich gläubig und katholisch,“ zieht er Bilanz. Er hatte gefunden, was er so lange gesucht hatte. „Seit dem Weihnachtsabend 2015 ist mein Herz eine fortdauernde Krippe.“

Von nun an, „lenkt Gott alles. Der Herr hat das Steuer übernommen, und Er fährt sehr flott dahin.“