Gibt es unvergebbare Sünden?

herz-jesu-05Die barmherzige Liebe des Herrn ist unendlich groß. Deshalb gibt es keine unvergebbare Sünde für einen Menschen, der seine Sünden wirklich vor Gott bereut.

Wenn Jesus von der Sünde gegen den Heiligen Geist spricht („… wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften“ Mk 3,29), dann heißt das nicht, dass es bestimmte Sünden gibt, die dem Menschen nicht vergeben werden könnten, sondern es geht hier um die Haltung der Unbußfertigkeit, mit der sich der Mensch gegen die Barmherzigkeit Gottes, gegen den Heiligen Geist der Liebe verschließt, ihn verachtet oder sogar lästert. Wer also um seine Sünde weiß, sich aber von ihr nicht abwenden und umkehren will, wer sich darin verhärtet, der kann tatsächlich nicht losgesprochen werden, dem können die Sünden nicht vergeben werden. Wenn er in dieser Haltung verharrt und stirbt, so gibt es für diesen Menschen keine Rettung mehr. Wenn er aber von der Unbußfertigkeit in diesem Leben – auch wenn es im letzten Augenblick wäre – ablässt und seine Sünden bereut und der Schlüsselgewalt der Kirche unterwirft, so gilt für ihn selbstverständlich auch der Sündennachlass. Aber diese Gnade muss oft von Gott durch andere für solche Sünder erbeten werden.

 

Die Zeit der Barmherzigkeit

barmherziger-jesus4Papst Franziskus hat für das Jahr 2016 ein besonderes Heiliges Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Es wird am 8. Dez. 2015 eröffnet. „Das ist die Zeit der Barmherzigkeit. Es ist wichtig, dass die Gläubigen sie leben und in alle Gesellschaftsbereiche hineintragen“, sagte der Heilige Vater bei der Ankündigung dieses Jahres.
Wir dürfen dieses Jahr als ein besonderes Geschenk und Zeichen sehen, das uns in dieser bedrängten Zeit gegeben ist.

Die heilige Schwester Faustyna, die Gott zu einer besonderen Botin seiner göttlichen Barmherzigkeit erwählt hat, berichtet in ihrem Tagebuch, dass ihr nicht nur Jesus, sondern auch die Gottesmutter oftmals erschienen war, um sie zu unterweisen. Am 25. März 1936 sprach Maria über die göttliche Barmherzigkeit:
„Am Morgen während der Meditation ergriff mich Gottes Anwesenheit auf besondere Art. Ich sah die außerordentliche Größe Gottes und gleichzeitig Seine Herabneigung zu den Geschöpfen. Da erblickte ich die Muttergottes, die mir sagte: ‚O wie angenehm ist Gott eine Seele, die treu dem Hauch Seiner Gnade folgt. Ich gab der Welt den Erlöser und du sollst der Welt von Seiner großen Barmherzigkeit erzählen und sie auf Seine Wiederkunft vorbereiten, wenn Er nicht als barmherziger Erlöser, sondern als gerechter Richter kommen wird. O dieser Tag ist schrecklich. Der Tag der Gerechtigkeit ist beschlossen, der Tag des Zornes Gottes; vor ihm zittern die Engel. Künde den Seelen von dieser großen Barmherzigkeit, solange die Zeit des Erbarmens währt. Wenn du jetzt schweigst, wirst du an jenem schrecklichen Tag eine große Zahl von Seelen verantworten müssen. Fürchte nichts, bleibe treu bis zum Ende. Ich fühle mit dir.'“

Strahlen der göttlichen Barmherzigkeit

barmherziger-jesus4Am 12. April feiert die Kirche den Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit. An diesem Tag können die Gläubigen einen vollkommenen Ablass empfangen (durch hl. Beichte, hl. Kommunion, Gebet für den Heiligen Vater und Andacht zur Göttlichen Barmherzigkeit). Jesus hat uns durch Sr. Faustyna auch das Bild seiner „Göttlichen Barmherzigkeit“ geschenkt und verheißen, dass jene Seelen, die dieses Bild verehren, nicht verloren gehen. Vom Herzen Jesu gehen auf diesem Bild zwei Strahlen aus. Jesus gab dazu die folgende Erklärung:

«Die zwei Strahlen bedeuten Blut und Wasser. Der blasse Strahl bedeutet Wasser, das die Seelen rechtfertigt, der rote Strahl bedeutet Blut, welches das Leben der Seelen ist … Diese zwei Strahlen drangen aus den Tiefen Meiner Barmherzigkeit, damals, als Mein sterbendes Herz am Kreuz mit der Lanze geöffnet wurde. Diese Strahlen schützen die Seelen vor dem Zorn Meines Vaters. Glücklich, wer in ihrem Schatten leben wird, denn der gerechte Arm Gottes wird ihn nicht erreichen. Ich wünsche, dass der erste Sonntag nach Ostern zum Fest der Barmherzigkeit wird. … Wer an diesem Tag zur Quelle des Lebens kommt, erfährt einen vollkommenen Nachlass seiner Schuld und Strafe. Die Menschheit wird keinen Frieden finden, solange sie sich nicht mit Vertrauen an Meine Barmherzigkeit wendet.

Oh wie sehr Mich das Misstrauen einer Seele verletzt. Eine solche Seele bekennt, dass Ich heilig und gerecht bin, doch glaubt sie nicht, dass Ich die Barmherzigkeit bin, sie glaubt Meiner Güte nicht. Selbst die Satane preisen Meine Gerechtigkeit, doch glauben sie nicht an Meine Güte. Mein Herz freut sich des Titels ‚Barmherzigkeit‘. Verkünde, dass Barmherzigkeit die größte Eigenschaft Gottes ist. Alle Werke Meiner Hände sind durch Barmherzigkeit gekrönt.»

 

Betet füreinander

maria-fatima2Maria hat in Fatima zu den Kindern gesagt, dass sie für die Bekehrung der Sünder beten sollen: „Viele gehen verloren, weil niemand für sie betet.“ Maria möchte, dass wir uns mit unserem Gebet und Opfer an ihrer mütterlichen Sorge um das Heil der Seelen beteiligen. Darum ist es wichtig, dass wir immer wieder neu auf ihre Einladung hören.

Eine Frau, die eine „Wander-Muttergottes“ (eine Fatimastatue, die von Haus zu Haus getragen wird) betreute, berichtete Folgendes: Ein Verwandter ihrer Familie hatte einen schweren Unfall. Als sie davon erfuhr, hatte sie sich gleich mit ihrer Familie vor der Marienstatue versammelt, um für die Genesung des Verunglückten zu beten. In der darauffolgenden Nacht, so berichtet sie, wurde sie plötzlich hell wach. Sie stand auf, um wieder vor der Wander-Muttergottes für den Verunglückten zu beten. Sie sagt: „Doch konnte ich nicht richtig für seine Gesundheit beten. Irgendetwas stimmte nicht! Das war mein Gedanke. Es war um drei Uhr morgens. Mein Gedanke war: Er ist gestorben oder er wird sterben. Ich betete, dass ihm Gott die Gnade gibt, seine Sünden zu bereuen, damit er in den Himmel kommt. Dann konnte ich wieder andächtig beten. Ich betete bis sechs Uhr morgens. Am Vormittag erhielt ich einen Anruf, dass er um vier Uhr morgens gestorben ist. Ich bin überzeugt, dass die Gottesmutter wollte, dass ich für ihn bete.“

 

Christus erwarten

Jesu-Herz2Was können wir uns für das neue Jahr 2015 wünschen? Der sel. Kardinal John Henry Newman hat in einer seiner Predigten sehr schön seine Hoffnung auf Christus zum Ausdruck gebracht:

„Möge es uns beschieden sein, im Lauf der Jahre Gnade auf Gnade zu häufen und Stufe um Stufe emporzusteigen, ohne die tiefere zu übersehen, nachdem man die höhere erreicht hat, oder die höhere zu erstreben, bevor man die tiefere erreicht hat.

Die erste Tugend ist der Glaube, die letzte die Liebe; zuerst kommt der Eifer, darnach kommt die Liebenswürdigkeit. Zuerst kommt die Verdemütigung, dann kommt der Friede; zuerst kommt die Bereitschaft, dann die Ergebung. Mögen wir alle Tugenden nach und nach in uns zur Reife bringen; – in Furcht und Zittern, wachend und büßend, weil Christus kommt; freudig, dankbar und unbekümmert um die Zukunft, weil Er schon da ist.“

 

Ein Strich durch die Rechung

kreuzDie Wege der Vorsehung Gottes sind für uns nicht immer leicht verständlich. Aber es sind Wege des Heiles, die der Herr uns führen will. Wie der Herr zuweilen mit uns verfährt, zeigt uns anschaulich die folgende Begebenheit:

Der englische Maler James Thornhill (1675 – 1734) hatte den Auftrag erhalten, das Innere der Kuppel in der Londoner St.-Pauls-Kathedrale auszugestalten. Nach einigen Monaten Arbeit hatte er einen Teil seines Auftrages fertig. Er stand auf dem Gerüst und betrachtete sein Werk und ging dabei langsam rückwärts, um es besser sehen zu können. Ohne es zu merken, kam er an den Rand des Gerüsts. Nur noch ein Schritt weiter und er wäre aus der Höhe auf den Steinboden der Kathedrale gestürzt. Einer seiner Helfer erkannte die Gefahr. Kurz entschlossen ergriff er einen Pinsel und zog einen breiten Strich über das Gemälde. Zornig eilte Thornhill auf ihn zu. Aber seine Wut schlug schnell in Dankbarkeit um, als ihm der andere erklärte: „Meister, das war der einzige Weg, Ihr Leben zu retten. Sie waren an den Rand des Gerüsts getreten, ohne es zu wissen. Hätte ich gerufen, hätten sie sich wohl umgedreht und wären abgestürzt. Ich konnte sie nur bewahren, indem ich ihr Gemälde verdarb.“

Wir haben unsere eigenen Pläne, Wünsche und Vorstellungen. Aber der Herr macht uns manchmal einen Strich durch die Rechnung. Er durchkreuzt die Bilder und Vorstellungen, die wir uns gemacht haben. Er tut es immer zu unserem Heil. Wenn wir zurückschauen, können wir dankbar sehen, wovor uns Gott bewahrt hat.

„Gott erfüllt nicht all unsere Wünsche aber alle seine Verheißungen,“ sagt der evangelische Theologen Dietrich Bonhoeffer.

 

Jahr des geweihten Lebens

Jesus-Maria--mit-rosenkranzPapst Franziskus hat für den Zeitraum vom 1. Adventsonntag 2014 bis zum Tag des geweihten Lebens am 2. Februar 2016 das „Jahr des geweihten Lebens“ bzw. ein „Jahr der Orden“ ausgerufen. Das Ordensleben hat eine besondere Bedeutung für uns und die Kirche.
Der eigentliche Kern des Ordenslebens ist ja die Ehelosigkeit, d.h. die Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen.
Jesus Christus, der Sohn Gottes, wurde von Maria jungfräulich empfangen und geboren durch die Kraft des Heiligen Geistes. Josef ist nicht der natürliche Vater Jesu. Und Maria ist auch allezeit Jungfrau geblieben, sie hat keine weiteren Kinder geboren. Auch Jesus selbst hat jungfräulich gelebt, nicht geheiratet, keine natürlichen Kinder gezeugt. Alles, was hier immer wieder behauptet wird von weitern leiblichen Kindern Marias oder von einer Ehe Jesu mit Maria Magdalena, das sind nur Fantasiegebilde. Mit Jesus Christus und seiner Mutter Maria hat das ewige Reich Gottes, der Himmel, hier auf Erden schon seinen Anfang genommen, von dem Jesus ausdrücklich sagt: „Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind“ (Lk 20,34ff).
Genau dafür, dass das ewige Reich Gottes schon seinen Anfang genommen hat und dass es die Auferstehung der Toten wirklich gibt, sind die Ordensleute durch ihr eheloses Leben und auch die Priester durch ihren Zölibat ein lebendiges Zeichen, ein Zeichen zur Stärkung des Glaubens, aber auch ein Zeichen des Widerspruchs. „Wer das erfassen kann, der erfasse es“ Mt 19,12.

Seid wachsam

kluge-jungfrauenIn der Adventszeit hören wir immer wieder den Aufruf zur Wachsamkeit. Sie besteht darin, dass wir immer im Glauben über diese sichtbare, irdische Welt hinausschauen, weil wir Christus erwarten. Wie es den Menschen ergeht, die nicht wachsam sind, schildert Jesus im Evangelium: „Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein“ (Mt 24,39). Der norwegische Philosoph Kierkegaard gebraucht auch einen treffenden Vergleich: In einem Schauspielhaus ist ein Feuer ausgebrochen. Ein Clown, der den Brand bemerkt hat, tritt auf die Bühne, um das Publikum zu alarmieren. Dieses glaubt, es sei ein Witz und spendet rasenden Beifall. Der Clown wiederholt ernst und beschwörend seine Mitteilung. Der Saal dröhnt von Lachen. „So, denke ich mir, wird einmal die Welt untergehen unter dem Beifall derer, die da glauben, es sei alles nur ein Witz.“

Was geht nach dem Tode vor sich?

erzengel-michael2Im Monat November gedenkt die Kirche der Verstorbenen und betet vor allem für die Armen Seelen in Fegefeuer. Jene Seelen, die nach dem Tod zwar durch die Gnade Gottes gerettet sind, aber wegen ihrer Unvollkommenheit noch nicht in den Himmel eingehen können, werden noch durch ein Läuterungsfeuer gereinigt. Das ist der Gaube der Kirche.
Ein authentisches Zeugnis, das uns etwas von der Realität des Fegefeuers erahnen lässt, ist das Zeugnis der im Ruf der Heiligkeit verstorbenen Ordensschwester Marie de la Croix (Schwester Maria vom Kreuz), die von 1840-1917 in Frankreich lebte. Von 1873 bis 1890 erschien ihr immer wieder die arme Seele einer Mitschwester, die 1871 mit 36 Jahren, verstorben und im Fegefeuer war, weil sie ihre klösterlichen Verpflichtungen vernachlässigt hatte. Sr. Maria vom Kreuz schrieb nieder, was ihr diese Arme Seele auf ihre Fragen hin sagen durfte. Diese Aufzeichnungen wurden sorgfältig geprüft und mit kirchlicher Druckerlaubnis veröffentlicht, da sie nichts enthalten, was dem Glauben widerspricht, sondern getreu die katholische Lehre vom Fegefeuer wiedergeben.
„Was geht nach dem Tode vor sich?“ „Wie soll ich Ihnen das beschreiben? Man kann es nicht gut verstehen, ohne selbst hindurch gegangen zu sein. … Wenn die Seele den Körper verlassen hat, ist sie wie verloren, wie umhüllt von Gott, wenn ich mich so ausdrücken darf. Sie wird von einer solchen Helligkeit umflossen, dass sie in einem einzigen Augenblick ihr gesamtes Leben überschaut und gleichzeitig das, was sie dafür verdient. Inmitten dieser klaren Schau spricht sie sich selbst ihr Urteil. Die Seele erblickt Gott nicht, aber sie ist wie vernichtet durch seine Gegenwart. Wenn es sich um eine schuldige Seele handelt wie in meinem Falle, die das Fegfeuer verdient, dann ist sie dermaßen zerschmettert von dem Gewicht ihrer Schuld, die zu tilgen ist, dass sie sich von selbst in das Fegfeuer stürzt. Erst dann begreift man, was es um Gott und seine Liebe zu den Seelen ist und auch welch ein Unglück die Sünde in den Augen seiner göttlichen Majestät bedeutet.“
„Gott beurteilt eine Seele wesentlich anders, als dies auf Erden geschieht. Er zieht vielerlei in Betracht, wie Temperament und Charakter; er prüft, ob etwas aus Leichtsinn oder aus Bosheit geschehen ist. Er, der bis auf den Grund der Seele schaut, hat keine Schwierigkeit, alles zu erkennen, was dort vor sich geht. Jesus ist sehr gut, aber auch sehr gerecht. Verloren gehen kann nur, wer es um jeden Preis will; denn um in die äußerste Lage zu geraten, muss man Tausende von Gnaden und guten Anregungen, die Gott einer Seele gewährt, zurückgestoßen haben. Sie geht also ausschließlich durch ihre eigene Schuld verloren.“
„Es gibt verschiedene Grade der Läuterung. … So nenne ich ‚Großes Fegfeuer‘ jenen Ort, an dem sich die schuldbeladensten Seelen befinden. Zwei Jahre lang habe ich dort große Schmerzen ausgestanden, ohne in meiner Qual auch nur ein Zeichen geben zu können; dann folgte jenes Jahr, in dem Sie mich klagen hörten. Ich befand mich noch dort, als ich zu Ihnen redete. Seit dem Tag der Verkündigung Mariens bin ich im zweiten Fegfeuer. An diesem Tag sah ich die selige Jungfrau zum ersten Mal. Im ersten Fegfeuer sieht man sie nicht. Ihr Anblick ermutigt uns. Die gute Mutter spricht zu uns vom Himmel. Während wir sie schauen, sind unsere Leiden herabgemindert.“
Diese Arme Seele spornte Sr. Maria vom Kreuz immer wieder an zur Hingabe an den Willen Gottes, damit sie gleich in den Himmel komme.
„Machen Sie guten Gebrauch von all Ihren Augenblicken. Jeder einzelne kann Ihnen den Himmel verdienen und am Fegfeuer vorbeigleiten.“
„Die Erde ist an sich schon ein Fegfeuer. Unter denen, die sie bewohnen, gibt es welche, die ihm durch freiwillige Annahme der Buße völlig Genüge tun. Sie kommen nach ihrem Tod sofort in den Himmel.“

Heilt die Zeit Wunden?

Jesus-heilt-Blinden-2„Die Zeit heilt die Wunden!“ lautet ein altes Sprichwort. – Ein zeitlicher Abstand von aufregenden Ereignissen, von Ärger oder Enttäuschung tut gut, rückt alles in ein milderes Licht. Aber die eigentlichen Wunden des Lebens aus Schuld und Kränkung heilen nicht dadurch, dass Jahre vergehen.
Wenn ein Junge mit einem gebrochenen Arm zum Arzt kommt, wird der Arzt nicht bloß sagen: „Die Zeit wird das heilen“, sondern er wird die gebrochenen Knochen sorgsam richten, den Arm eingipsen, aber dann braucht es auch Zeit. Zur Heilung kommt es also durch das ärztliche Eingreifen von außen und durch die Kräfte des Körpers von innen. So ist es auch mit Brüchen, Verletzungen und Kränkungen des Menschen, die durch seine Sünden und Verfehlungen entstehen. Sie können letztlich nur durch Jesus Christus, den wahren Heiland und Arzt der Seele, geheilt werden. Vor allen durch das Bußsakrament schenkt er uns Heilung und Vergebung. Sein Eingriff von außen durch die Lossprechung stärkt die inneren Lebenskräfte zur Besserung und Wiedergutmachung und zum Verzeihen. Gott heilt die Wunden unseres Lebens. Dass der Heilungsprozess auch Zeit braucht, bedeutet nicht, dass die Zeit selbst heilt, sondern Christus ist es, der uns heilt.