Spezielle Ausstattung für Höhenflüge

Vor kurzem wurde in einem wissenschaftlichen Journal von den Streifengänsen berichtet die in Zentral- und Südasien leben. Das Außergewöhnliche an diesen Tieren ist, dass sie bei ihren zweimal jährlich stattfindenden Wanderungen zwischen Indien und den Hochplateaus Chinas und der Mongolei jedes Mal den Himalaja überqueren. Dabei erreichen sie Flughöhen von bis zu 9.000 Metern – eine Höhe, in der es kein Mensch ohne technische Hilfsmittel oder ein anderer Vogel aushalten würde, geschweige denn, eine Leistung wie einen anstrengenden Flug erbringen könnte. Man hat herausgefunden, dass ihre Muskelzellen speziell gebaut sind, so dass sie bedeutend mehr Sauerstoff aufnehmen und zu einer solchen Leistung fähig sind. Man kann nur staunen, wie wunderbar Gott seine Geschöpfe ausgestattet hat.

Aber noch mehr sollt wir darüber staunen, wie Gott uns so ausgestattet hat, dass wir uns zu ganz anderen Höhen erheben können. Wir haben die Fähigkeit zu beten und unsere Seele zu Gott zu erheben.

Durch das Gebet können wir über alle noch so hohen Berge von Schwierigkeiten hinwegkommen.
Deshalb sollen wir allezeit beten. Der hl. Pfarrer von Ars sagt: “Wer nicht betet gleicht jenen schweren Hühnern, die nur eine kurze Strecke fliegen können und sogleich wieder zu Boden fallen. Dann graben sie sich ein, indem sie die Erde aufscharren; sie bedecken den Kopf mit Erde und scheinen darin ihr einziges Vergnügen zu finden.”

Zeichen der Zeit

In London hat eine atheistische Vereinigung eine Kampagne gestartet: Seit dem 6. Januar sind in der britischen Hauptstadt 30 Busse mit folgender Aufschrift unterwegs: “Wahrscheinlich gibt es keinen Gott. Keine Sorge ‑ genießen Sie das Leben!” Die Kampagne soll auch auf andere Städte Europas ausgebreitet werden.

Dieser Slogan ist ganz interessant, denn offenbar sind sie sich ihrer Behauptung, dass es Gott nicht gibt, doch nicht so sicher. Er wird wegen des Wörtchens “wahrscheinlich” manche sogar anregen, ernsthaft über die Gottesfrage nachzudenken. Denn wenn jemand zu mir sagt: “Wahrscheinlich hast du deine Wohnung nicht zugesperrt!”, so werde ich doch sicherheitshalber noch einmal zurückgehen, um die Tür zu überprüfen.

Außerdem wird hier behauptet, dass man ohne Gott viel schöner, angenehmer, ganz sorglos und glücklich leben kann. Ist das nicht eine ganz plumpe Illusion, mit der man den Menschen letztlich ins Verderben stürzen möchte. Jesus sagt:

“Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.”

Unsere Flügel, mit denen wir froh und frei werden können

Kardinal Meisner beschreibt in seiner Predigt vom 9.1.09 sehr treffend die Symbolik einiger Tiere, die im Chorgestühl des Kölner Domes dargestellt sind. Eines dieser Tiere ist die Taube. Er sagt:
„Die Legende berichtet uns, dass der Schöpfer bei der Schöpfung der Tiere der Taube keine Flügel gegeben hat. Sie war wie ein kleines Huhn, aber mit zu kurzen und zu dünnen Beinen. Sie war deshalb jedem Zugriff der Raubtiere ausgesetzt. Dann ging das Täubchen ohne Flügel zum Schöpfer und sagte: „Herr, warum hast du mich so ins Dasein gesetzt? Ich werde nicht überleben, weil ich vor den Raubkatzen nicht flüchten kann“. Da sagte der Schöpfer: „Ich werde dir helfen“, und er gab der Taube zwei Flügel. Nun konnte sie sich plötzlich aus den Gefahrensituationen der Erde mit ihren Flügeln retten, indem sie in die Luft dem Himmel entgegen flog und die Erde mit ihren Gefahren hinter sich ließ. Das ist ein schönes Symbol für unseren Glauben. Der Glaube sind die beiden Flügel, die den Menschen aus der Enge seines Daseins hinausheben in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes. Der Glaube ist die Kraft, die den Menschen über sich selbst erhebt und ihn froh und frei werden lässt. Glaube engt den Menschen nicht ein, sondern weitet den menschlichen Horizont bis ins Unendliche, eben bis zu Gott.“

Keine Minute der kostbaren Zeit vergeuden

Im Sprechzimmer des Arztes saßen dicht gedrängt Menschen und warteten. Ein älterer Herr stand nach einer Weile auf und ging zur Sprechstundenhilfe. “Entschuldigung.” sagte er freundlich. “Ich hatte einen Termin um 10.00 Uhr. Jetzt ist es fast 11.00 Uhr. Ich möchte nicht länger warten. Bitte geben Sie mir einen neuen Termin.”

Im Sprechzimmer wurde getuschelt. Eine Frau sagte zu einer anderen: “Der ist doch bestimmt schon 80 – was kann der wohl so Dringendes vorhaben, dass er nicht warten kann?”

Der Mann hörte die Bemerkung und drehte sich um. Er verbeugte sich vor der Dame und sagte: “Ich bin siebenundachtzig Jahre alt. Und genau deswegen kann ich es mir nicht leisten, auch nur eine Minute der kostbaren Zeit zu vergeuden, die mir noch bleibt.”

Das Gnadengesuch

Von dem einstigen italienischen König Umberto I. (1844 – 1900) wird eine anziehende Begebenheit erzählt. Ihm wurde vom Justizminister das Gnadengesuch eines zu langjähriger Zuchthausstrafe Verurteilten vorgelegt, der darum bat, ihm den Rest seiner Strafe zu erlassen. Unter das Gesuch hatte der Minister geschrieben: “Gnade unmöglich, im Gefängnis zu belassen!” Der König las das Bittgesuch aufmerksam durch, griff zur Feder und verschob in der Anmerkung des Ministers das Komma um ein Wort nach vorne, so daß der Satz lautete: “Gnade, unmöglich im Gefängnis zu belassen!”
Unter diesen Vermerk setzte er dann sein “Genehmigt”. Damit war der Verurteilte begnadigt und frei. So macht es auch Gott mit uns, wenn wir um Vergebung bitten.

Gleichnis der Bienen

Der heilige Franz von Sales hat in seinen Predigten und Schriften des Öfteren die Bienen als Bild verwendet, um den Glauben darzustellen. Er selbst hatte mit den Bienen eine nicht ungefährliche Erfahrung gemacht, wie er in einer Predigt erzählte.

Bei einer Rast auf einer Bergwanderung lies sich plötzlich ein Schwarm von Bienen auf seiner Schulter nieder. Sein Begleiter, ein Bauer, riet ihm, er müsse ganz ruhig bleiben und den Bienen gut zureden, dann werden sie bald wieder weg sein. Und so geschah es auch. Daran knüpft er die Belehrung: So müssen wir in allen Versuchungen ruhig bleiben und beten, dann werden sie bald wieder verschwinden.

In einem anderen Vergleich sagt er: „Die Bienenkönigin fliegt nicht aus, ohne von ihrem kleinen Volk umgeben zu sein; so zieht die Liebe nicht in ein Herz ein, ohne in ihrem Gefolge die anderen Tugenden zu haben, denen sie Befehle erteilt.“ Die Liebe ist also die Königin aller Tugenden.

Oder: Wie die Bienen aus den verschiedensten Blüten nur den süßen Nektar herausholen und daraus Honig machen, so sollen auch wir an unseren Mitmenschen nur das Beste sehen und für uns daraus etwas lernen.

Das Erkennungszeichen

Der Teufel nahm eine herrliche Gestalt an und kam zum Einsiedler. Er sagte: „Freu dich, deine Entbehrungen und Leiden sind vorüber. Ich bin gekommen, ihnen ein Ende zu machen. Von nun an will ich für dich sorgen.“ „Wer bist du?“ „Ich bin der Christus, dein Herr. Du wirst mein Jünger sein und ich werde dein Gott sein.“ „Wo sind dann deine Wunden?“ „Ich komme aus der Herrlichkeit des Himmels. Es gibt keine Wunden mehr.“ „Ohne Wunden bist du nicht mein Erlöser. Du bist nicht Jesus Christus, der Schmerzensmann, der unsere Leiden getragen hat. Du kannst nicht mein Gott sein.“

Der Teufel kann uns immer nur irdisches Wohlergehen versprechen. Jesus hat uns dies nicht verheißen, sondern uns eingeladen das Kreuz mit ihm zu tragen, damit wir ewig leben. Maria sagte auch zu Bernadette: „Ich verspreche dir nicht, dich in dieser Welt glücklich zu machen, sondern in der anderen.“

Sammelt euch Schätze im Himmel

Ein Wirtschaftsmagazin berichtete: In Amerika gibt es eine Liste der 400 reichsten Bürger des Landes. Wer zu diesen Reichsten gehören will, muss nach dem jetzigen Stand mindestens 1,3 Milliarden Dollar (rund 930 Millionen Euro) Privatvermögen besitzen. Diese 400 Reichsten haben im Jahre 2006 im Schnitt nochmals 23 Prozent mehr Geld angehäuft als sie ohnehin schon besaßen. Und in einem anderen Bericht war zu lesen, dass viele dieser Reichen ihre wertvollsten Kunstgegenstände und Sammlungen „hochsicher“ in alten aufgelassenen Bergwerken unterirdisch lagern.

Reichtum ist an sich nichts schlechtes. Wie viel könnten die Reichen mit ihrem Geld Gutes tun für die Menschen und für die Ausbreitung des Reiches Gottes. Aber Jesus hat darauf hingewiesen, dass es schwer ist für die Reichen, in das Reich Gottes zu gelangen, weil sie meist so sehr am Geld hängen. Darum muss man für diese Leute besonders beten. Jesus sagt: „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel“ (Mt 6, 21-22). Das Vertrauen auf Gott, die Taten, die wir aus Liebe zu ihm vollbringen, das sind bleibende Schätze für das ewige Leben.

Warum habt ihr solche Angst?

Eine der wunderbaren Begebenheiten in der heiligen Schrift, die uns die göttlichen Macht des Herr offenbaren, ist die Stillung des Seesturmes. Die Apostel glaubten schon, dass sie in den Wellen untergehen würden, während der Herr im Boot schlief. Voll Angst weckten sie Jesus. Da gebot er machtvoll dem Sturm und der Wind und die Wellen legten sich. Das war ein eindrucksvolles Zeichen dafür, dass Jesus wirklich der Herr ist über alle Mächte und Gewalten dieser Welt. Zu seinen Jüngern aber sagt er: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ (Mk 4,40).

Wir haben vielleicht den Eindruck, dass solche Wunder Vergangenheit sind. Aber der Herr wirkt auch in unserer Zeit noch solche Zeichen, damit wir Vertrauen in ihn haben und in den vielen Gefahren und Bedrängnissen alle unsere Ängste überwinden. Er ist ja bei uns, vor allem im Sakrament der Eucharistie.

Es war im Jahre 1906 in Kolumbien/Südamerika. Die Stadt Tumaco liegt auf einer kleinen Insel an der Pazifikküste im Süden des Landes. Am 31. Jänner wurde diese Gegend um 10.00 Uhr vormittags von einem heftigen Erdbeben erschüttert. Viele Häuser stürzten ein. Die Leute eilten hilfesuchend zur Kirche, und baten den Pfarrer, P. Larrondo und seinen Kaplan, P. Moreno, beide Augustiner, gleich eine Bittprozession zu beginnen, damit sie vor weiterem Schaden bewahrt blieben. Als die Leute aufs Meer hinausschauten, sahen sie, wie das Wasser, obwohl es nicht die Zeit der Ebbe war, immer mehr von der Küste zurückwich und einen breiten Landstreifen zurückließ. So war es bisher noch nie geschehen. Weit draußen im Meer sahen sie, wie sich eine riesige Wassermauer aufstaute, die bald zurück an die Küste kommen, die ganze Stadt überfluten und alles zerstören würde. Angesichts dieser unheimlichen Gefahr eilte der Pfarre geistesgegenwärtig in die Kirche, holte das Allerheiligste, und lief damit in Richtung Meeresstrand. Den Leuten rief er zu: „Kommt alle zum Strand! Möge Gott mit uns Erbarmen haben.“
Beeindruckt von seinem Mut, folgten ihm viele Leute. Als sie die riesige Welle sahen, die sich der Küste näherte, schrieen sie vor Angst und glaubten, dass ihr Ende gekommen sei. P. Lorrendo aber schritt vor den Augen aller mit hoch erhobener heiliger Hostie der herantosenden Riesenwelle entgegen, und er segnete sie, als sie ihren Höhepunkt erreicht hatte.

In diesem Moment hielt der Wasserberg – entgegen allen Naturgesetzen – plötzlich in seinem gewaltigen Ansturm inne, stand einen Augenblick still und flutete dann langsam zurück in das offene Meer, wo er sich still verlief.

„Ein Wunder, ein Wunder“, riefen alle ergriffen, denn wie gebannt hatte die vom Tod bedrohte Menge die Rettung erlebt. Weinend und jubelnd umringten sie P. Lorrendo und singend und betend zogen sie mit dem Allerheiligsten zurück zur Kirche. Die Macht der eucharistischen Gegenwart des Herrn, die sich in Tumaco gezeigt hatte, wurde weitum bekannt.

Dieses Wunder aber kann uns im Glauben stärken, dass der Herr uns auch in allen „Erdbeben“ der Seele und allen Flutwellen der Versuchung bewahren wird. In der eucharistischen Anbetung können wir seine Macht und Hilfe erfahren.

Gottes Bild in uns

Der fromme Maler Johann Friedrich Overbeck (1789-1869) lag sterbenskrank darnieder. Sein Freund und Künstler Eduard von Steinle hatte ihn besucht und mit ihm über seine Werke gesprochen und den Wert der Kunst, die er geschaffen hatte. Overbeck wurde auf einmal sehr ernst und sagte: “Es ist gewiss wahr, dass unser Beruf eines Künstlers herrlich ist, aber wenn es mit uns zu Ende geht, dann werden wir nicht gefragt, wieviele herrliche Bilder wir der Nachwelt auf dieser Erde zurückgelassen haben, sondern ob Gott der Herr in der anderen Welt in uns sein eigenes Bild wiedererkennt.”