Den Siegespreis gewinnen

laeufer2Der hl. Paulus beschreibt unser christliches Leben mit einem schönen Gleichnis: „Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt“ (1. Kor 9,24). Aber da es bei diesem Wettkampf um des ewige Leben geht, und da der Wettlauf im Übern der Gottes- und Nächstenliebe besteht, deshalb gilt für uns auch der Aufruf des Hebräerbriefes: „Darum lasst uns ernsthaft besorgt sein, dass keiner von euch zurückbleibt, solange die Verheißung, in das Land seiner Ruhe zu kommen, noch gilt“ (Hebr 4,1). Der Sieg im Wettlauf der Liebe besteht gerade darin, dass wir alles tun, um auch unsere Mitmenschen zum ewigen Ziel zu bringen. Eine Begebenheit, die sich in den USA zugetragen hat, veranschaulicht uns ergreifend, worum es hier geht:

1992 standen bei den „Seattle Olympics“ neun junge Athleten an der Startlinie zum 100-Meter-Lauf. Alle waren in irgendeiner Ausprägung geistig oder körperlich behindert. Der Startschuss fiel, und das Rennen begann. Nicht jeder konnte wirklich gut laufen, aber jeder wollte mitmachen. Sie rannten zu dritt nebeneinander. Plötzlich machte ein Junge einen Fehltritt, fiel hin, überschlug sich und begann vor Enttäuschung laut zu weinen. Die anderen acht hörten ihn. Sie verlangsamten ihren Lauf und schauten zurück. Und dann blieben sie stehen und kamen zurück – alle! Ein Mädchen mit Down-Syndrom setzte sich neben den Jungen, umarmte ihn tröstend und fragte: „Geht es dir jetzt wieder bessert?“ Dann nahmen sie alle den Jungen in ihre Mitte, legten sich gegenseitig die Arme um die Schultern und gingen langsamen Schrittes, nebeneinander und mit leuchtenden Augen, über die Ziellinie. Der Beifall der Zuschauer wollte nicht enden. Noch lange Zeit später erzählte man sich davon, und mancher hatte dabei Tränen in den Augen.

 

Sicher Zuflucht beim Herrn

hund-beim-herrn2Msgr. Edmilson Jose Zanin, der Pfarrer der brasilianischen Gemeinde Aguas de Santa Barbara (Bundesstaat Sao Paulo) veröffentlichte vor kurzem auf seiner Facebook-Seite das Photo eines herrenlosen Hundes, „das, was man hier allgemein einen Straßenköter nennt“, so der Pfarrer. Die Hündin war am zweiten Adventssonntag irgendwie in die Pfarrkirche gelangt. In der Kirche befindet sich eine Nachbildung des Grabes Christi mit einer lebensgroßen Skulptur des im Grab liegenden Herrn. Der Hund legte sich direkt zur Christusfigur und blieb dort während der ganzen Messfeier regungslos liegen.

„Es schien, als würde er sich bei Jesus sicher fühlen, und als würde er den Herrn beschützen. Eine bewegende Szene“, beschrieb Pfarrer Zanin das ungewöhnliche Ereignis. „Beim Anblick dieses herrenlosen Tieres, das ausgestoßen auf der Straße lebt, aber hier beim Herrn sichere Zuflucht fand, war auch ich innerlich bewegt und dachte mir: Warum lassen nicht auch wir Menschen uns von dieser Gewissheit leiten, dass wir bei Jesus immer Sicherheit und Schutz finden.“ „Wie viele Lektionen können uns Tiere erteilen“, so Pfarrer Zanin. Inzwischen haben sich mehrere Personen gemeldet, die das Tier aufnehmen wollen.

Quelle: vgl.: http://www.katholisches.info

 

Gib mir dein Herz, mein Sohn!

herz-jesu-07Eines der bekanntesten Herz-Jesu-Bilder ist das Bild, das der Künstler Pompeo Girolamo Batoni (1708- 1787) im Jahre 1760 gemalt hat. Mit der Entstehung des Bildes hat es eine besondere Bewandtnis. Batoni war zu seiner Zeit einer der bekanntesten und besten Maler Roms.

Der römische Jesuitenobere P. Dominikus Calvi gab ihm den Auftrag, für das Professhaus der römischen Jesuiten ein Herz-Jesu-Bild zu schaffen. Batoni, der selbst ein tief gläubiger Mann und Herz-Jesu-Verehrer war, wollte sich an die Arbeit machen. Aber es fehlte ihm die Inspiration, wie er dieses unendliche Liebe des Herzens Jesu im Bild zum Ausdruck bringen sollte. Auch im Gebet und in Exerzitien, zu denen er sich zurückzog, kam ihm keine Idee. Seine innere Not war schon groß geworden. Eines Morgens machte er sich nach dem Besuch der hl. Messe auf den Heimweg, da begegnet ihm ein Bettler und bat ihn um ein Almosen. Meister Batoni entsprach dieser Bitte etwas zögernd, weil er nur ein größeres Geldstück bei sich hatte, mit dem er sich eigentlich ein Frühstück gönnen wollte. Doch in dem Moment, als er dem Bettler die Münze hinreichte, erhörte Gott das stille Gebetsanliegen des Malers. Der Bettler legte nämlich seine linke Hand ans Herz und streckte gleichzeitig die rechte Hand bescheiden aus, um die Gabe entgegenzunehmen. Als Batoni das sah, wurde er augenblicklich inspiriert, denn im Blick auf den Bettler gingen seine Gedanken unmittelbar zu Jesus, der auch seine Hand uns gegenüber ausstreckt, um unsere Gegenliebe für Seine große Erlöserliebe zu erbitten und zu empfangen, nach dem Schriftwort: „Gib mir dein Herz, mein Sohn!“ (Spr 23,26). Nach diesem Erlebnis eilte Batoni nach Hause, entwarf in einem Schwung das Bild und malte es binnen kurzer Zeit zur vollen Zufriedenheit seines Auftraggebers. Heute befindet sich dieses Bild in Rom in der Kirche „Il Gesù“. Tausende Male kopiert, ist Batonis Gemälde bis heute das bekannteste Gnadenbild des Herzens Jesu.

Mit diesem Jahr der Barmherzigkeit bietet uns Jesus gleichsam mit der einen Hand die Liebe seines Herzens an. Aber er erwartet von uns, dass wir uns selber, unser Herz, ganz in seine Hand geben. Wir können dies tun vor allem im Gebet in der heiligen Messe und in der heiligen Beichte.

 

Der leere Stuhl

Jesu-Herz2Ein Priester berichtete aus seiner seelsorglichen Erfahrung folgende Begebenheit:

Ein alter Mann war krebskrank und lag im Sterben. Die Tochter bat einen Priester der Pfarre, dass er zu ihrem Vater komme. Als der Priester in das Haus kam, stellte sich heraus, dass die Tochter den Kranken gar nicht über seinen Besuch informiert hatte. Der Priester sagte: „Als ich den leeren Stuhl vor ihrem Bett sah, dachte ich, sie wüssten, dass ich komme.“ – „Oja, der Stuhl“, sagte der Mann und begann zu erzählen, was es mit dem Stuhl neben seinem Bett auf sich hatte.

Sein ganzes Leben lang habe er nicht gewusst, wie man richtig betet. Auch in Schriften, die der Pfarrer ihm gab, fand er keine Antwort, wie er es machen sollte. So hatte er lange nicht mehr gebetet. Vor etwa vier Jahren habe ihm aber ein Freund das Beten so erklärt: „Gebet ist nichts als eine einfache Art, mit Jesus zu sprechen. Ich schlage dir folgendes vor: Setz dich auf einen Stuhl, stelle einen leeren Stuhl dir gegenüber und sieh im Glauben Jesus auf diesem Stuhl. Er hat ja versprochen: ‚Ich werde alle Tage bei euch sein‘. Dann sprich einfach zu ihm und hör ihm zu, so, wie du es gerade mit mir tust.'“

Das hat der Mann versucht; und es hat ihm so gut gefallen, dass er mehrere Stunden am Tag so betete. Aber er wollte sich bei dieser Art seines Betens nicht von seiner Tochter erwischen lassen, damit sie nicht denke, er sei verrückt geworden.

Der Priester war tief berührt von diesem Zeugnis und ermutigte den alten Mann, den Weg weiterzugehen und spendete ihm dann die Krankensalbung.

Zwei Tage später rief die Tochter an und teilte dem Priester mit, dass ihr Vater am Nachmittag verstorben war – alleine – da sie gerade kurz außer Haus war, um etwas zu besorgen. Sie sagt: „Aber da ist noch etwas Seltsames, Herr Pfarrer. Mehr als seltsam, geradezu bizarr. Er starb mit dem Kopf auf dem Stuhl neben seinem Bett!“

Was ein Wunder kostet

Dreifaltigkeit4Gott wirkt seine Wunder meist durch die weisen Fügungen seiner Vorsehung. Aber er braucht Herzen, die bereit sind, die Liebe zu üben und Glauben zu haben. Wie ein solches Wunder geschehen kann, zeigt uns die folgende Begebenheit aus Amerika.

Anna war sechs Jahre alt, als sie hörte, wie ihre Mutter und ihr Vater über ihren kleinen Bruder Jonathan sprachen. Sie wusste, dass Jonathan sehr krank war, und eine teure Operation brauchte. Sie wusste aber auch, dass ihre Familie fast kein Geld mehr hatte, und es niemanden gab, der ihnen genug leihen würde. Da hörte sie, wie ihr Papa sagte: „Nur ein Wunder kann Jonathan noch retten.“

Da hatte Anna eine Idee. Aufgeregt rannte sie in ihr Zimmer und suchte alles Geld zusammen, das sie gespart hatte. Das müsste genug sein. Mit ihrem Geld in der Tasche schlich sich Anna aus dem Haus und lief zur Apotheke ein paar Häuser weiter.

Vor dem Ladentisch wartete sie etwas ungeduldig darauf, dass der Apotheker auf sie aufmerksam wurde, denn er unterhielt sich gerade mit einem gutgekleideten Mann.
„Und was möchtest du?“, fragte er nach einiger Zeit genervt. „Siehst du nicht, dass ich mich mit jemandem unterhalte?“ „Ich möchte bei ihnen ein Wunder kaufen“, sagte Anna. „Für meinen kleinen Bruder; er ist sehr krank, und mein Papa hat gesagt, dass nur ein Wunder ihn retten kann.“ „Wir verkaufen hier keine Wunder, Mädchen“, antwortete der Apotheker.

Da beugte sich der andere Mann – er war der Bruder des Apothekers – über den Ladentisch zu Anna. „Was für ein Wunder braucht dein Bruder denn genau?“ „Ihm wächst irgendwas Böses im Kopf, und wir können die Operation nicht bezahlen. Darum brauche ich ein Wunder. Ich habe ein bisschen Geld dabei, wenn es nicht reicht, kann ich auch noch mehr holen.“

„Wie viel Geld hast du denn“, wollte der Bruder des Apothekers wissen. „Zwei Dollar und elf Cent.“ Der Mann lächelte freundlich: „Was für ein Zufall! Genau so viel kostet ein Wunder. Zeig mir doch einmal, wo du wohnst, ich würde mir deinen Bruder gern einmal anschauen.“

Der Bruder des Apothekers war ein Chirurg, spezialisiert auf Neuro-Chirurgie. Die Operation wurde kostenlos durchgeführt. Es dauerte nicht lange, und Jonathan ging es besser. Er konnte wieder nach Hause. „Diese Operation war ein richtiges Wunder“, sagte Annas Mutter. „Ich wüsste gern, was die gekostet hat.“ Anna, die es gehört hatte, lächelte. Sie wusste jetzt genau, was ein Wunder kostet: Zwei Dollar und elf Cent. -Und den Glauben eines Kindes.

Huckepack – Gott tägt uns

engel-04Ein Vater erzählte von einer Bergwanderung, die er mit seiner Frau, seinen drei Kindern und noch anderen Familien und Freunden gemacht hat. Kurz nach dem Beginn der Wanderung war seine vierjährige Tochter Sara gestürzt und hatte sich das Knie aufgeschürft. Jetzt fürchtete sie sich vor jedem Schritt und wollte nicht mehr weitergehen. Sie weigerte sich einfach. Sie wollte huckepack getragen werden – zuerst von ihrem Vater, dann nach einer Zeit von der Mama, dann wieder zurück und von anderen Freunden. Alle Überredungskünste, sie wieder zum Selber-Gehen zu bringen, nützten nichts. So erreichte die ganze Gruppe den Gipfel. Sie rasteten eine Stunde und genossen die Aussicht. Später beim Abstieg hörte der Vater, wie die kleine Sara ganz stolz den anderen verkündete: „Ich hab’s geschafft!“

„Ich musste schmunzeln“, erzählt der Vater. „Nein, dachte ich, du hast es nicht geschafft. Deine Mama und ich haben es geschafft. Deine Eltern und Freunde haben dich auf den Berg getragen. Nicht du. Aber ich sagte nichts.“

Ihm wurde an dieser Begebenheit bewusst, dass wir als Menschen genauso eine Sonderbehandlung von Gott bekommen. Wir meinen oft, dass wir aus eigener Kraft durchs Leben klettern, aber in Wirklichkeit werden wir getragen. Unser Vater im Himmel, der unsere Stürze gesehen hat, hat uns schon längst huckepack genommen. Er trägt uns, weil er möchte, dass wir das Ziel erreichen. Und selbst wenn wir müde werden, wird er nicht ungeduldig mit uns.

Im Glauben etwas wagen?

gansVom dänischen Philosophen S. Kierkegaard stammt  folgendes Gleichnis: Manche Christen gleichen einem Haufen schnatternder Gänse, die auf einem wunderbaren Hof leben. An jedem siebten Tag wird eine festliche Parade abgehalten. Im Gänsemarsch versammelt sich das stattliche Federvieh. Der beredtste Gänserich steht auf dem Zaun und schnattert mit ergreifenden Worten über das Wunder der Gänse. Immer wieder kommt er auf die herrlichen Zeiten zu sprechen, in denen einst die Gänse zu fliegen wagten und dabei ganze Erdteile überquerten. Der Gänserich lobt die Schöpfermacht und Größe Gottes, der den Gänsen große Flügel und sicheren Instinkt zum Fliegen gab. Die Gänse sind alle tief beeindruckt, senken andächtig ihre Köpfe und drücken ihre Flügel fest an den wohlgenährten Körper. Auf dem Weg nach Hause loben sie noch lange die gute Predigt und den beredten Gänserich. Aber das ist auch alles. Fliegen tun sie nicht. Sie machen nicht einmal den Versuch. Sie fliegen nicht, denn das Korn ist gut, und der Hof ist sicher.

 

Das Gabtuch von Turin

grabtuch5Vom 15.04 – 15.09.2015 wird in der Kathedrale von Turin wieder das Grabtuch Jesu Christi öffentlich zur Verehrung und Besichtigung ausgestellt. Dieses Grabtuch ist ein bleibendes Wunder und die kostbarste Reliquie der Christenheit, denn sie gibt uns ein anschauliches Bild von den unsäglichen Leiden des Herrn und von seiner Auferstehung, genau so wie es uns in den Evangelien beschrieben worden ist.

Durch die wissenschaftlichen Untersuchungen wurden so viele wunderbare Details gefunden, die eine Fälschung, die von Gegnern immer wieder behauptet wird, ausschließen. Es bleibt aber ein Kampf um dieses Tuch. Es geht letztlich um Glauben und Unglauben, mit dem die Menschen damals wie heute Jesus begegnen.

Ein Beispiel: Am 12. April 1997 wurde das Turiner Grabtuch auf dramatische Weise vor dem Verbrennen gerettet. Während das Feuer, das auf Brandstiftung zurückging, in der Kathedrale von Turin wütete und die Guarini-Kapelle, in der sich das Grabtuch befand, zerstörte, schlug der Feuerwehrmann Mario Trematore, von seinen Kollegen zum Schutz mit Wasser bespritzt, mit einem Hammer wie in Trance mit übermenschlicher Kraftanstrengung auf das Panzerglas ein, bis es zersprang und er das Tuch retten konnte. „Es ist unbeschädigt. Das ist ein Wunder!“, meinte der Erzbischof von Turin Giovanni Saldarini, der seitdem an die Echtheit des Tuches glaubte. Kurz zuvor, im Februar 1997, war ein neues Indiz für die Echtheit gefunden worden, das auch die ominöse Radio-Car-bon-Datierung aufs Mittelalter widerlegte: Professor Luigi Baima Bollone hatte den Abdruck einer Münze, die in Palästina zur Zeit des Pontius Pilatus geprägt wurde, auf den Augen des abgebildeten Leichnams entdeckt.

Der große Fang

bootIn seiner Novelle „Der alte Mann und das Meer“ beschreibt Ernest Hemingway (1899-1961) einen Mann, der immer wieder mit seinem Fischerboot hinausfährt, um einen großen Fang zu machen. Nachdem er viele Male vergeblich geangelt hat, gelingt ihm eines Tages der große Fang. Ein Riesenfisch beißt sich an seiner Angel fest. In einem langen Kampf und unter Aufbietung aller Kräfte kann er den Fisch bezwingen und an seinem Boot außen festbinden. Stolz und dankbar tritt die Heimfahrt an. Er freut sich auf das Heimkommen, auf den Bootssteg und die Leute, die seinen Fang bestaunen würden. Er kommt an, zurrt sein Boot fest und macht eine grausige Entdeckung: Die Haie haben seinen Fisch bis auf das Skelett abgenagt.

Die Novelle möchte unser Leben umschreiben. Wir fahren hinaus aufs Meer dieser Zeit. Wir hoffen auf Erfolg, und schließlich gelingt uns der große Fang. Mit aller Kraft haben wir etwas geschafft und aufgebaut, eine schöne Existenz, eine gute Karriere, materielle Werte, weite Reisen … Aber wenn wir ans Ufer des Lebens kommen, bleibt ein leeres Gerippe übrig. Wir können von all dem Irdischen nichts ins ewige Leben mitnehmen. Jesus sagt: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?“ (Lk 9,25).

Was ist aber für uns als Christen der große Fang? Es ist Jesus Christus selbst. „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben“ Joh 5,24. Jesus fordert uns deshalb auf, Schätze für den Himmel zu sammeln. Das heißt, alles, was wir aus Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen im Sinne Christi tun oder erleiden, was wir ihm aufopfern, das ist ein bleibender Schatz im Himmel, den wir nicht verlieren. Es kommt nicht darauf an, was wir im Leben erreichen, sondern wie wir es tun: mit Liebe.

Kurzpredigt

jesus1In einer Pfarrgemeinde gab es Klagen über die langen Predigten des Pfarrers. Einige Mutige überbrachten ihm das Anliegen, er möge doch seine Predigten kürzer und einfacher machen. Sie hätten auch am Sonntag nicht so viel Zeit und Kraft, sich mit den Fragen des Lebens und des Glaubens so intensiv zu beschäftigen. Der Pfarrer versprach, er wolle es sich einmal durch den Kopf gehen lassen. Am nächsten Sonntag waren alle gespannt, was kommen würde. Als die Predigt begann, ging der Pfarrer zur alten Kanzel und stieg langsam und keuchend die Stufen hinauf, hielt mehrmals inne, wischte sich den Schweiß von der Stirn und gelangte nach langem, offensichtlich beschwerlichen Aufstieg doch noch auf die Kanzel. Dort hielt er einen Moment inne, sah die Gläubigen an und rief: „Schwer und mühsam ist der Weg zum Leben und in den Himmel!“ Dann raffte er sein Gewand zusammen, setzte sich auf das Treppengeländer und sauste hinunter. Unter angekommen, rief er in die Kirche: „Und so schnell und einfach ist der Weg in die Hölle und ins Verderben! Amen!“