Was ist ein Diakon?

Das Sakrament der Weihe gliedert sich in drei Stufen. Mit der Bischofsweihe wird die Fülle der Weihe übertragen. Dem voraus geht die Weihestufe des Priestertums. Die unterste Stufe ist die Diakonenweihe. Das Sakrament der Weihe, sei es Diakonen-, Priester- oder Bischofsweihe kann nur Männern übertragen werden, da die Weihe eine ganz besondere Gleichgestaltung mit Christus bedeutet und da der Herr nur Männer als Apostel auserwählt hat. Alle, die dieses Sakrament der Weihe empfangen, bilden zusammen die Hierarchie der Kirche.

Die Diakone werden durch die Weihe Christus gleichgestaltet, der zum “Diener” das heißt zum “Diakon” aller geworden ist. Aufgabe der Diakone ist es unter anderem, dem Bischof und den Priestern bei der Feier der Eucharistie zu helfen, in der hl. Messe das Evangelium zu verkünden und zu predigen, die heilige Kommunion zu spenden. Er darf der Eheschließung assistieren und das Brautpaar segnen, die Taufe spenden, Begräbnissen vorstehen und soll sich verschiedenen karitativen Diensten widmen. Krankensalbung und Beichte bleiben aber immer dem Priester vorbehalten.

Bis zum II. Vat. Konzil hat es den Diakonat nur als Vorbereitung auf die Priesterweihe gegeben. Nach dem Konzil hat die lateinische Kirche den Diakonat als eigene und beständige Stufe der Hierarchie wiederhergestellt. Die Ostkirchen hatten stets an ihm festgehalten. Dieser ständige Diakonat, der auch verheirateten Männern übertragen werden kann, ist für die Sendung der Kirche eine wichtige Bereicherung.

Einheit mit dem Leib Christi

Bei seiner Bekehrung durfte der hl. Paulus Jesus Christus als seinen Erlöser erkennen, aber zugleich auch das Geheimnis des Leibes Christi, der Kirche. Denn Jesus hat zu ihm gesagt: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?“ Jesus hat sich hier ganz mit seinen Jüngern identifiziert. Diese Wahrheit hat der hl. Paulus tief verstanden: Wer an Jesus Christus glaubt, der wird ein Leib und ein Geist mit ihm. Die Einheit mit dem Leibe Christi wird aber besiegelt in der Feier der Eucharistie.

Paulus sagt: „Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot“ (1 Kor 10,17). Aber wer sich in der Eucharistie mit dem Leib Christi vereinen und die Kommunion empfangen möchte, der darf sich nicht vorher durch schwere Sünden und Vergehen vom Leib Christi getrennt haben. Nur wer durch Umkehr, Reue, Beichte die Gemeinschaft mit Jesus hat, der hat sie auch beim Empfang der Kommunion.

Darum sagt der hl. Paulus: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt. (1 Kor 11,27-29).

Die heiligste Eucharistie als Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens

Die am 25. März 2004 vom Vatikan veröffentlichte “Instruktion über einige Dinge bezüglich der heiligsten Eucharistie, die einzuhalten und zu vermeiden sind” wurde von verschiedenen Seiten kritisiert und angegriffen. Aber der gläubigen und unvoreingenommenen Leser wird in den verschiedenen praktischen Regeln und Normen erkennen, dass die Eucharistie für die Kirche wirklich das “Allerheiligste” ist, das sie vor allen “Miss-Verständnissen” und “Miss-Bräuchen” schützen will.
Die Feier der Eucharistie darf nicht zu einem menschlichen Machwerk verkümmern, sondern sie soll für alle Gläubigen jene reine und unerschöpfliche Quelle der göttlichen Gnade bleiben, als die der Herr sie der Kirche geschenkt hat. Alle Regeln und Normen, an die sowohl die Priester als auch die Laien gebunden sind, haben das eine Ziel: nämlich den Glauben, die Ehrfurcht und die Liebe zu nähren, mit denen wir Christus in diesem Sakrament begegnen dürfen.


Einige Auszüge aus der neuen Instruktion.

12. Alle Christgläubigen haben das Recht auf eine wahre Liturgie und besonders auf eine Feier der heiligen Messe, wie sie die Kirche gewollt und festgesetzt hat, wie es also in den liturgischen Büchern und durch andere Gesetze und Normen vorgeschrieben ist. In gleicher Weise hat das katholische Volk das Recht, dass das Opfer der heiligen Messe unversehrt und in voller Übereinstimmung mit den Äußerungen des Lehramtes der Kirche gefeiert wird.

51. Nur jene eucharistischen Hochgebete dürfen verwendet werden, die im Römischen Messbuch stehen oder rechtmäßig vom Apostolischen Stuhl approbiert worden sind, und zwar gemäß den Möglichkeiten und Grenzen, die der Apostolische Stuhl festgelegt hat. Man kann es nicht hinnehmen, dass einige Priester sich das Recht anmaßen, eucharistische Hochgebete zusammenzustellen oder die von der Kirche approbierten Texte zu ändern …

62. Es ist nicht erlaubt, die vorgeschriebenen biblischen Lesungen aus eigenem Gutdünken wegzulassen oder zu ersetzen oder gar die Lesungen und den Antwortpsalm, die das Wort Gottes enthalten, mit anderen nichtbiblischen Texten auszutauschen.

63. Die Lesung des Evangeliums, die den Höhepunkt des Wortgottesdienstes bildet, ist gemäß der Tradition der Kirche in der Feier der heiligen Liturgie dem geweihten Amtsträger vorbehalten. Daher ist es einem Laien, auch einem Ordenschristen, nicht gestattet, das Evangelium während der Feier der heiligen Messe zu verkünden…

64. Die Homilie, die während der Feier der heiligen Messe gehalten wird und Teil der Liturgie selbst ist, wird in der Regel vom zelebrierenden Priester gehalten oder von ihm einem konzelebrierenden Priester oder manchmal, wenn dies angebracht erscheint, auch einem Diakon übertragen, niemals aber einem Laien.
80. Die Eucharistie soll den Gläubigen gereicht werden auch «als Gegenmittel, durch das wir von der täglichen Schuld befreit und vor Todsünden bewahrt werden wie in verschiedenen Teilen der Messe hervorgehoben wird. Der an den Anfang der Messe gesetzte Bußakt hat zum Ziel, alle darauf vorzubereiten, die heiligen Mysterien in rechter Weise zu feiern; er hat jedoch nicht die Wirkung des Bußsakramentes und kann nicht als Ersatz für das Bußsakrament im Hinblick auf die Vergebung schwerer Sünden betrachtet werden.

81. Nach kirchlicher Gewohnheit ist es darüber hinaus notwendig, dass sich jeder sehr gründlich prüfe, damit keiner, der sich einer schweren Sünde bewusst ist, ohne vorherige sakramentale Beichte die Messe feiert oder den Leib des Herrn empfängt, außer es liegt ein schwerwiegender Grund vor und es besteht keine Gelegenheit zur Beichte; in diesem Fall muss er sich der Verpflichtung bewusst sein, einen Akt der vollkommenen Reue zu erwecken, der den Vorsatz mit ein schließt, sobald wie möglich zu beichten.