Klopfet an, und es wird euch geöffnet werden!

Dr. Maurice Caillet, der aus einer Familie stammte, in der der katholische Glaube völlig abgelehnt wurde, war jahrelang Mitglied einer Loge. Am 11. Februar 1984 machte er in Lourdes eine Erfahrung, die sein Leben total verändert hat.

Dr. Maurice war Gynäkologe im Krankenhaus von Renner. Eines Tages erkrankte seine Frau und wurde vollständig gelähmt. In der Hoffnung auf Hilfe reiste er nach mehr als einem Jahr mit seiner schwerkranken Frau in einen Warmwasser-Kurort in den Pyrenäen.

Diese Kur hatte keine Besserung gebracht. Auf dem Rückweg kamen sie in die Gegend von Lourdes. Obwohl er nicht an Gott glaubte, brachte er seine Frau nach Lourdes. Er klammerte sich an die Hoffnung, dass ein Bad im Lourdeswasser, von dem er einmal gehört hatte, ihr vielleicht helfen könnte. Während seine Frau auf das Bad wartete, stand er draußen im kalten Wind. Er schaute um sich, ob er irgendwo hineingehen könnte und erblickte eine Tür. Als er eingetreten war, sah er, dass es eine Kapelle war und ein Priester gerade die hl. Messe feierte. Wegen der Kälte blieb er dort. Als das Evangelium vorgelesen wurde, hörte er die Worte Jesu (Mt 7,7): „Klopft an, dann wird euch geöffnet!” Diese Worte des Herrn waren dieselben, die er aussprechen musste, um einen höheren Rang in der Freimaurer-Loge zu erlangen. Es erschreckte ihn, dass dafür ein Evangeliumstext benutzt wurde. Gleichzeitig hörte er in seinem Inneren eine Stimme: “Du hoffst, dass deine Frau hier geheilt wird, aber was tust du selbst?” Von diesem Wort war er so tief betroffen, dass er gleich nach der hl. Messe zum Priester ging und sagte: “Ich will sofort getauft werden.” Dieser erklärte, er müsse sich einige Monate darauf vorbereiten.

Seine Frau war nach dem Bad noch genauso krank wie vorher, aber er selbst war von seinem Unglauben geheilt. Als Dr. Maurice wieder in Renner war, kündigte er seine Stelle im Krankenhaus, weil er keine Abtreibungen mehr vornehmen wollte, denn als Freimaurer hatte er besonders aktiv an der Abtreibungsgesetzgebung mitgearbeitet.
Am Tag seiner Taufe geschah dann ein Wunder: Seine Frau wurde völlig geheilt.

Von da an begann er, überall in Vorträgen Zeugnis zu geben von der Gnade, die Gott ihm geschenkt hatte. Er wies auch immer wieder darauf hin, dass viele hohe Politiker und Beamte auch einen hohen Rang in der Freimaurerei einnehmen und dass die Freimaurerei verantwortlich sei für die liberalen Gesetzgebungen von Ehescheidung, Abtreibung, Homo-Ehe, Trennung von Kirche und Staat, antikirchlichen Schulprogrammen usw. Als er bei den Freimaurern austrat, wurde er mit dem Tod bedroht. Er beschloss daraufhin, überall in Frankreich Vorträge über die große Gefahr der Mitgliedschaft bei den Freimaurern zu halten und setzte sich auch mit aller Kraft für den Schutz der ungeborenen Kinder ein.

Immer wieder bezeugte er bis heute (82-jährig): es sei ihm unbegreiflich, dass der Heiland ihn nach einem Leben des Hasses gegen die Kirche und nach all seinen Missetaten zur großen Gnade des Glaubens gerufen hat.

Lewis Wallace schrieb ein ganz neues Buch

Der bekannte amerikanische Schriftsteller Lewis Wallace (1827-1905) wollte, von einem Freund dazu aufgestachelt, ein Buch schreiben, um die Unwahrheit des christlichen Glaubens zu beweisen. Mehrere Jahre durchstöberte er alle Bibliotheken auf der Suche nach alten Schriften. Schließlich glaubte er, genügend Beweise gesammelt zu haben, und begann mit dem Schreiben. Er verfasste das erste Kapitel, dann das zweite und auch das dritte.

Beim vierten Kapitel hörte er auf. Bestürzt stellte er fest, dass er durch die intensive Beschäftigung mit den alten Quellen immer mehr zu der Überzeugung gekommen war, Jesus habe wirklich gelebt und gewirkt. Tagelange innere Kämpfe und Zweifel folgten. Eines Nachts, als er nicht schlafen konnte, kniete Wallace vor dem Bett nieder und bat Gott das erste Mal in seinem Leben darum, sich ihm zu offenbaren. Gegen Morgen empfand er eine tiefe Erleichterung. Er erzählte seiner Frau davon. Und sie sagte ihm, dass sie von dem Tage an, an dem er das Buch begonnen hatte, besonders für ihn gebetet habe.

Was sollte nun mit dem gesammelten Material geschehen? Seine Frau riet ihm, ein ganz neues Buch zu schreiben, in dem er Jesus als den Retter der ganzen Welt darstellte. So machte sich Wallace an die Arbeit und schrieb ein ganz neues Buch. Es erhielt den Titel «Ben Hur» und wurde weltberühmt.

Ein Fluch, der zum Segen wurde

“Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren oder missbrauchen”, so heißt es im 2. Gebot. Wenn wir in Zorn und Wut geraten kann uns leicht ein Fluch oder eine Verwünschung über die Lippen kommen, mit denen wir in irgendeiner Form etwas Heiliges ausdrückt. Wir sollten weder uns selbst noch andere verfluchen. Aber auch dort, wo es geschieht: Jesus Christus ist stärker als jeder Fluch, er kann alles in Segen verwandeln, wie die folgende Begebenheit zeigt:

Er war Schiffskapitän und lag schon sieben Jahre gelähmt im Bett. Trotz seiner körperlichen Leiden war er ein fröhlicher Mensch. Er bekannte, ein Eigentum Jesu Christi zu sein, der ihn mit einer großen Hoffnung, mit tiefem Dank beschenkt und innerlich reich gemacht hatte. Was war geschehen?

Einmal erzählte er, was sich in seinem Leben zugetragen hatte: “Solange ich zur See fuhr, habe ich mich nicht um Gott und Sein Evangelium gekümmert. Ich liebte es, rauh und roh zu sein. Meiner Meinung nach gehörten auch Lügen und Fluchen zu einem echten Seemann. Eines Tages erzählte ich meinen Matrosen eine erlogene Geschichte und bekräftigte sie mit einem Fluch: Gott möge mich krumm und lahm legen, wenn ich nicht die Wahrheit rede. Nach acht Tagen hatte Gott, der ein Zeuge meiner Worte gewesen war, meine Worte auf meinen Kopf zurückgebracht: Ich wurde am ganzen Körper gelähmt. Als ich so hilflos und gebrochen dalag, erfasste mich eine tiefe, furchtbare Wut. Anstatt über meine grässlichen Worte vor Gott Buße zu tun, habe ich drei Jahre lang gegen den heiligen Gott gewütet. Doch Gott hat sich meiner erbarmt. Jesus hat mich gefunden und zu sich gezogen. Er hat mein Herz mit einer solchen Freude erfüllt, dass ich manchmal sagen muss: Herr Jesus, ich kann ein solches Übermaß an Glück nicht ertragen.”

Georg Friedrich Händels Auferstehung

HändelEines der bekanntesten Musikstücke der Barockzeit, das die Freude der Auferstehung und den Osterjubel in großartiger Weise zum Ausdruck bringt, ist das “Halleluja” von Georg Friedrich Händel. Es ist ein Stück aus dem Oratorium “Der Messias”, das Händel im Jahre 1741 in London komponiert hat. Dieses “Halleluja”, wie auch diese Verherrlichung Jesu Christi im “Messias” waren nicht bloß Produkt seiner genialen Begabung, sondern diese Musik ist geboren als ein Geschenk der Auferstehung aus einer tiefen Erfahrung der innerer Nacht des Leidens.

Georg Friedrich Händel wurde am 5. März 1685 in Halle a. d. Saale geboren. Er war schon als Kind ein musikalischer “Wunderknabe” und entwickelte sich zu einem Musiker und Komponisten von gewaltiger Schaffenskraft. 42 Opern und 25 Oratorien, Kirchenmusik für den englischen Hof, sowie zahlreiche Werke für Orchester, Kammer- und Klaviermusik stammen aus seiner Feder. Er hatte in London, wo er bis zu seinem Tod am 14. April 1759 lebte, sogar ein eigenes Operhaus geführt, in dem seine Werke aufgeführt wurden.
Mitten in seiner Arbeit – er war 52 Jahre alt – erlitt er am 13. April 1737 einen Schlaganfall. Er war halbseitig gelähmt und es schien das Ende seines Schaffens zu sein. Der Arzt wusste nicht mehr weiter und schickte Händel schließlich in die heißen Bäder nach Aachen. Er sollte drei Stunden am Tag heiße Kurbäder nehmen. Doch Händel hatte einen eisernen Willen. Neun Stunden blieb Händel zum Erschrecken der Ärzte im heißen Bad. Er riskierte alles, um zurückzuerobern, was verloren schien. Und tatsächlich seine Kraft kehrte zurück. Nach einigen Wochen konnte er wieder auf der Orgel spielen. Stolz und dankbar kehrte er nach London zurück. “Aus der Totenwelt bin ich wieder zurückgekehrt“, sagte er und stürzte sich in die Arbeit.
Aber nun kam eine Prüfung anderer Art auf ihn zu. Die Zeit war gegen ihn. Das Interesse an den Opern sank. Durch einen strengen Winter mussten viele Vorstellungen abgesagt werden. Er sollte die Musiker bezahlen und hatte keine Einkünfte. Die Gläubiger verfolgten ihn. Was er vier Jahre vorher an seinem Körper erfahren hatte, geschah jetzt mit seinem Gemüt. Er war am Ende. „Wozu hat mich Gott auferstehen lassen aus der Krankheit, wenn die Menschen mich wieder begraben … ?“ Solche Gedanken brachte er nicht mehr aus dem Kopf. So irrte er am Abend oft verzweifelt in London herum. Erst spät nachts traute er sich heim, um den Gläubigern auszuweichen. Man schrieb den 21. August 1741. Wieder kehrte er mitten in der Nacht zurück. Da fiel sein Blick auf ein Paket, ein Bündel von beschriebenen Blättern. Obenauf ein Brief von Charles Chennens, dem Dichter, der ihm die letzten Opern und
Oratorien geschrieben hatte. „Ich hoffe, Sie, der große Meister, werden sich meiner armseligen Worte erbarmen …“ stand darin. Da sah er auf das Bündel Papier: “Der Messias” hieß der Titel. Und die ersten Worte auf dem ersten Blatt trafen ihn zuinnerst: “Tröstet, tröstet mein Volk!” Diese Worte waren wie ein Schöpfungswort in sein zerschlagenes Leben hinein. Kaum hatte er sie gelesen, hörte er sie schon als Musik. Es schien ihm, als seien diese Worte ihm persönlich von Gott zugesprochen.

Da packte er Feder und Papier und begann zu schreiben, Tag und Nacht, in unvorstellbarer Geschwindigkeit. Nach 22 Tagen war das große Werk vollendet. Und bis heute erinnert das gewaltige „Halleluja“ an Händels eigene Auferstehung. Für dieses Werk, das er später selber oft aufgeführt und dirigiert hat, hat er nie Geld genommen, sondern es immer für wohltätige Zwecke gegeben in Dankbarkeit für die “Auferstehung”, die ihm Gott geschenkt damals hat.

Wenn Sie mein Herz geöffnet haben, werden Sie Jesus dort finden

Viele von uns kennen das Kindergebet: “Jesukindlein komm zu mir, mach ein frommes Kind aus mir. Mein Herz ist klein, kann niemand hinein, als du, mein liebes Jesulein.” Ein kleiner Bub hat diese Wahrheit ganz ernst genommen, dass Jesus in seinem Herzen wohnt. Jesus hat ja ausdrücklich gesagt: “Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen” Joh 14,23). Und wir sehen an diesem Beispiel, was der Herr dann für andere tun kann, wenn wir ihn selbst und seine Liebe im Herzen haben.

Ein kleiner Junge wurde im Krankenwagen unter Sirenengeheul in ein Krankenhaus gebracht. Sogleich untersuchte ihn ein Arzt. Er lächelte den kleinen Jungen an und sagte: “Ich werde dein Herz öffnen… “. Der Bub unterbrach ihn: “… und sie werden dort Jesus finden.” Es war ein ungläubiger Arzt. Er schaute auf den Buben, runzelte die Stirn und sagte: “Ich werde dein Herz öffnen, um zu sehen, welchen Schaden deine Krankheit in deinem Herzen angerichtet hat.” “Aber, wenn Sie mein Herz geöffnet haben, werden Sie Jesus dort finden. Die Bibel sagt, dass ER dort lebt.”

Der Chirurg hatte genug gehört. “Ich sage dir nach der Operation, was ich in deinem Herzen gefunden habe.” “Sie werden Jesus finden; Er ist dort.”

Etwas verärgert verließ der Arzt den Raum. Wie vorgesehen, operierte er den Jungen. Anschließend machte er in seinem Büro Notizen zur Operation. Er stand von seinem Computer auf und richtete seine Gedanken zu diesem Jesus  des Jungen. “Warum”, so fragte er laut, “warum hast DU das getan? Du hast ihn hergeschickt. Du hast ihn mit dieser Erkrankung hergeschickt. Du hast ihn verurteilt, an dieser Krankheit zu sterben. Warum?” Da hörte er in sich eine Stimme: “Dieses Kind war nicht bestimmt für viele Jahre zu euch zu gehören, denn er gehört zu meiner Herde und wird immer bei MIR sein. In meinem Herzen gibt es kein Leiden, er wird getröstet werden in einer Weise, die du dir nicht vorstellen kannst. Seine Eltern werden auch eines Tages hierher zu mir kommen und Frieden finden. Meine Herde wird beständig wachsen. Ich habe mein Kind nicht auf die Erde geschickt, um es zu verlieren, sondern um ein anderes, verlorenes Schaf wieder zu finden.” Dem Arzt wurde klar, dass den Jungen kein Unfall in sein Krankenhaus gebracht hatte, sondern dass es seinetwegen geschehen war. Er hatte eine Lektion im christlichen Glauben erhalten. Er erinnerte sich ich an seine Jugend und Kindheit. Seine Seele war seine geringste Sorge gewesen in seiner beruflichen erfolgreichen Karriere.

Er ging zurück in das Krankenzimmer und setzte sich neben den Buben, währenddessen die Eltern ihm gegenüber saßen. Der Junge wachte aus der Narkose auf und murmelte: “Haben Sie mein Herz geöffnet?” “Ja”, antwortete der Chirurg gerührt. “Und was haben Sie gefunden”, fragte der Bub. “Ich habe dort Jesus gefunden”, antwortete der Arzt, und weinte wie ein Kind, obgleich er fünfzig Jahre alt war. Die beiden wurden sehr gute Freunde. Durch diesen Knaben hatte er seine Bekehrung gefunden.

James Bain – Ich bin nicht zornig, weil ich Gott habe

Stellen Sie sich vor: Sie sind 19 Jahre jung. Sie sind gesund, schön, voll Lebenslust, voll der Erwartungen an das Leben. Nun werden Sie von einem Tag auf den andern von der Polizei überwältigt, gefangengenommen und für 35 Jahre ins Gefängnis gesperrt, und das unschuldig! — So ist es 1974 in Florida/USA geschehen: Der 19jährige James Bain wird wegen angeblicher Entführung und Vergewaltigung eines neunjährigen Jungen für lebenslänglich hinter Gitter gebracht, weil dieser ihn fälschlicherweise als Täter identifiziert hatte.

Im Dezember 2009 konnte mittels eines DNA-Tests die Unschuld von James Bain nachgewiesen werden…

Was heißt das? Die 35 schönsten, intensivsten Jahre seines Lebens waren unwiederbringlich «im Eimer», im Gefängniseimer. Keine Freiheit, kein eigenes Heim, keine Liebe, keine eigene Familie, keine eigenen Kinder … Zum wahnsinnig werden!

Und vom Leben in diesen Gefängnissen schreibt ein anderer Gefangener, nämlich Jens Söring, der dort eine Bekehrung durchmachte: «Das Gefängnisleben ist die Hölle auf Erden, und jeder von uns Gefangenen muss einen Weg finden, den Schmerz erträglich zu machen».

Nun was hat James Bain bei seiner Freilassung geantwortet, als die Reporter ihn fragten, ob er nicht total wütend sei: wütend auf den Jungen, der ihn ungerechterweise ins Gefängnis gebracht hatte, wütend auf die Justiz, auf Gott, die Menschen, die Welt? Was war seine Antwort? «Ich bin nicht zornig, weil ich Gott habe». — Können wir das verstehen? «Ich bin nicht zornig, weil ich Gott habe.» Keine Wut, kein Hass, keine Verbitterung, keine Rachegedanken? Einfach unglaublich!

Das ist ein Geheimnis des Glaubens und der Liebe. Es ist das Geheimnis der Christen, die zum Vater im Himmel gehören. Weil ich Gott habe: darum bin ich nicht wütend, nicht verzweifelt, nicht verbittert, darum zürne ich nicht und fluche nicht. Weil ich Gottes Liebe in meinem Leben lebendig erfahre, seinen unsagbaren Frieden, weil Gott in seiner Liebe bei mir ist, in mir, in meinem Herzen.

Quelle: http://www.vision2000.at/

Pater Pietro Lavini – Der Herr sagte zu mir: “Bau mein Haus wieder auf!”

Es ist eine fast unglaubliche Geschichte. Der Kapuziner Pater Pietro Lavini baute von 1971 bis 2003 völlig allein in einer unwirtlichen Gebirgsgegend des Apennin, an einem Platz, der nur über einen dreistündigen Fußweg erreichbar ist, ein verfallenes Kloster wieder auf. Wie kam er dazu?

Padre Pietro wurde 1927 in Potenza Picena geboren. Seine Eltern waren sehr arm. Deshalb gaben sie ihn mit 9 Jahren in ein Kapuzinerkloster zur Erziehung. Das war damals möglich.

Als 11-Jähriger entdeckte er einmal bei einer Treibjagd in den sibillinischen Bergen, bei der er mitmachen musste, jene verfallene Einsiedelei aus dem 8. Jahrhundert, die auf einer kleinen Hochebene zwischen den Bergen lag. “Auf einmal sah ich die Ruine einer Kirche, ich war noch sehr jung, aber ich spürte ganz deutlich, wie der Herr seine Hand auf meine Schulter legte und zu mir sagte: ‘Bau mein Haus wieder auf.'”

Der Gedanke an dieses verfallene Kloster ließ ihn nie mehr los. 1952, mit 25 Jahren, wurde er zum Priester geweiht. Er war auch in der Mission in Afrika tätig, musste aber wegen einer Krankheit wieder zurück. 1965 besichtigte er die Ruine genauer. Durch viele Renovierungsarbeiten in der Provinz lerne er das Maurerhandwerk. Im Jahr 1971 wagte er schließlich den entscheidenden Schritt: Pater Pietro sprach mit seinem Oberen und erklärte ihm, was er vorhatte. Er sah seine Berufung nicht darin, Eremit zu werden, sonder er wollte das Kloster wieder aufbauen. Allen, denen er sein Vorhaben erzählte, hielten ihn für nicht ganz normal. Pater Pietro wollte sich nicht davon abhalten lassen. Die letzten Worte seines Guardian waren: “Diesen Weg gehst du allein.”

Er hatte die Besitzer dieses Gebietes in Rom ausfindig gemacht. Sie schenkten ihm das Grundstück mit der Ruine. Auch die örtlichen Behörden erlaubten sein Vorhaben. So machte er sich mit nichts, in völliger Armut auf den Weg. “Nach ein paar Tagen hier oben war mir klar, dass ich es nicht schaffen konnte. Ich weiß noch, dass ich unter einem Baum saß und auf die Ruine schaute. Du willst ein Kloster bauen, dachte ich, ein großes Kloster, und du hast noch nicht einmal eine Schaufel. Ich beschloss hinunterzugehen und eine Arbeit anzunehmen, Geld zu verdienen und dann mit dem Bau anzufangen. Ich habe eine Weile überlegt, ob ich hinuntergehen und auf dem Bau arbeiten soll. Ich hatte mich sogar schon auf den Weg gemacht, um eine Baustelle zu suchen, als ich plötzlich einen Hirten mit seiner Herde traf. Er lächelte mich an, gab mir ein Stück Brot, und ich war ganz bestürzt. Weil ich auf einmal verstand: Gott hatte mir eine ganz bestimmte Aufgabe an einem ganz bestimmten Ort gegeben, und ich war schon dabei, den Mut zu verlieren. Da schickte er mir einen Hirten, der mir Brot gab, und das bedeutete, dass Gott zu mir sagen wollte: ‘Wenn ich dir eine Aufgabe gebe, dann werde ich auch dafür sorgen, dass du sie bewältigen kannst. Zweifle nicht an deinem Gott!'” So begann Pater Pietro im vollständigen Vertrauen auf Gottes Vorsehung zu arbeiten und erhielt auch die nötigen Hilfen durch gute Menschen. Tausende Kilo von Baumaterial, das er geschenkt bekam, schleppte er auf seinem Rücken zu Fuß hinauf. Er durchlebte auch viele Prüfungen: “Die langen Zeiten, in denen ich mit dem Bau nicht weiterkam, waren die schlimmsten für mich. Manchmal konnte ich beim besten Willen kein Werkzeug auftreiben – überhaupt nichts, was ich für diesen Bau brauchte, und dann habe ich zu Gott gebetet und ihm gesagt: ‘Herr, es ist dein Bau. Wenn du willst, dass er fertig wird, dann besorg mir das Material.'” Auf die Frage: “Fühltest du dich in all den Jahren hier oben nicht schrecklich allein?”, antwortete Pater Pietro lächelnd: “Allein? Niemals, nicht einen Tag: Gott war doch immer bei mir. Ich weiß noch, wie mich einmal eine Ordensfrau, die hier heraufgekommen war, fragte, wann ich eigentlich bete, und ich sagte zu ihr: ‘Ich bete immer. Jeder Stein, den ich lege, ist ein Gebet; jeder Balken, den ich bewege. Immer wieder bitte ich Ihn, mir die nötige Kraft zu geben.'”

Kloster“Aber will Gott ernsthaft, dass du dich so quälst?” “Ich quäle mich nicht, es ist meine Bestimmung. Hier ist der Ort auf der Welt, an den ich gehöre. Andere Menschen mögen eine andere Bestimmung haben, sie werden vielleicht als Väter oder Mütter gebraucht; aber mein Platz ist hier. Der Herr hat ihn mir gezeigt, und es kommt darauf an, das Schicksal auch anzunehmen; zu akzeptieren, wohin man geschickt wird. Ich habe es akzeptiert und das Wichtigste geschafft, was man im Leben schaffen kann.” “Ich bin glücklich gewesen, all die Jahre lang, weil ich mich in Gottes Plan gefügt habe, und jetzt, wo die Kirche und das Kloster fast fertig sind, liegt mir nur noch eines auf der Seele: Ich möchte auch etwas für andere tun.”

Der Journalist Andreas Englisch hatte Pater Pietro des Öfteren besucht und in einer italienischen Zeitung eine Artikelserie über ihn veröffentlicht. So wurde sein Lebensweg in breiten Kreisen bekannt. 2003 hat der Ortsbischof die Kirche geweiht. Seitdem pilgern viele Menschen zu diesem Ort, um von Pater Pietro etwas von seinem unerschütterlichen Gottvertrauen zu lernen.

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Quelle: Andreas Englisch, Gottes Spuren

P. Jean-Christophe Thibaut – eine Umkehr wie Paulus vor Damaskus

Am 25. Jänner feiern wir das Fest der Bekehrung des hl. Apostel Paulus. Christus hat mit seiner Gnade den hl. Paulus in einem Augenblick ganz ergriffen. Aber was damals an Paulus geschehen ist, geschieht auch heute noch. Man kann oft nur staunen, wie wunderbar die Wege Gottes sind. Wie er die Menschen mit seiner Gnade umwandelt. Das gibt uns Hoffnung.

P. Jean-Christophe Thibaut ist in seiner Familie mit dem Kommunismus groß geworden. Sein Vater war Englisch-Professor, ein Marxist-Leninist, seine Mutter eine Malerin, Kunstlehrerin und Maoistin. Er wurde 1960 geboren und gleich getauft, weil es so üblich war. Aber er erhielt von seinen Eltern “Marxismusunterricht – mit Auswendiglernen”. Von seinen Eltern hatte er gehört, dass Gott nicht existiert. Er sei nur eine Projektion des Unterbewusstseins und Religion nur Opium des Volkes.
1968 waren seine Eltern oft auf Demonstrationen, so begann er alle möglichen Bücher zu lesen, die er in der Bibliothek seiner Eltern fand. Darunter war ein Buch über das Pendeln. Mit seine Geschwistern probierte er das Pendeln, und es funktionierte.
In der Mittelschule fiel ihm ein Buch über Hypnose und Geisterbeschwörung in die Hände. Auch das probierte er mit Freunden aus und geriet ganz in den Sog des Spiritismus. Er sagt: “Jeder von uns hat seinen Geist. Diese ‘Meister’ führen uns in die Magie ein. Wir ergeben uns ihrer Macht… Hochmut steigt uns in den Kopf. Wir sind Eingeweihte, etwas Besseres. Ja, der Spiritismus führt zum Hochmut oder in den Wahnsinn. Er zerstört das vernünftige Denken.”

Nach der Matura begann er auf Befehl der Geister Psychologie zu studieren und trat auch der “Revolutionären Kommunistischen Liga” bei.

Von seinem Führer in der Liga bekam er den Auftrag, etwas gegen die “Katholische Seelsorgsstation” zu tun, die sich in der Nähe ihres Lokals befand. Er suchte nun Kontakt mit den Katholiken, um sie durch Unterwanderung und Diskussion vom Glauben abzubringen. Er fand rasch ein Opfer: Christoph, einen ehemaligen Schulkollegen. Er war Wirtschaftsstudent und sehr engagiert bei den Pfadfindern, ein bekennender Christ. Mit ihm diskutierte er immer wieder.

Er erstellte sich einen “Anti-Katechismus” mit den stärksten Argumenten gegen den Glauben. Um näher an Christoph heranzukommen, trat er auch den Pfadfindern bei. Doch mit allen Versuchen hatte er keinen Erfolg. Es kam alles ganz anders.
Auf einem Pfadfinderlager am 17. Juli 1979 beim Abendgebet, bei dem er zum ersten Mal dabeiblieb, traf ihn die Gnade Gottes: “Es ist 22 Uhr 30. Ich erinnere mich noch an meinen Gedanken: ‘Eigentlich habe ich es satt, Gefangener der Geister zu sein!’ Und: ‘Eigentlich ist es hier unter den Christen ganz nett und friedlich.’ Und plötzlich merke ich, dass ich auf die Knie falle. Dieser kleine innere Riss in der Mauer, die mich umgibt, hat dem Heiligen Geist wohl genügt, um in mich einzubrechen – und das ganz ordentlich: Zwei Stunden lang verharre ich so! Als ich mich erhebe, bin ich ein gläubiger Katholik. Ich glaube alles, was die Kirche verkündet, und mein Herz geht vor Freude über!”

Die Gnade hatte ihn ganz ergriffen, aber er musste erst den katholischen Glauben von Grund auf lernen und sich von allen esoterischen Praktiken lossagen. Aber durch Beichte, Befreiungsgebet und die Begleitung eines Priesters wurde er frei von allen Fesseln des Teufels.

Er begann heimlich Theologie zu studieren, führte zuerst noch ein Doppelleben vor seinen Eltern. Als er ihnen seinen Glauben an Christus offenbarte, lehnten sie es ab, sein Studium zu finanzieren. So musste er nebenbei arbeiten. Seine Mitstudenten sprachen ihn des Öfteren an, ob er Priester werden möchte, weil er immer mit der Bibel in der Hand herumlief. So wurde ihm sein Ruf zum Priestertum klar. 1992 wurde er zum Priester geweiht. P. Jean-Christophe ist heute Moderator einer neuen Gemeinschaft (Missionaires de l’Amour de Jésus), die sich der Neuevangelisation verschrieben hat und die vor rund 10 Jahren gegründet worden ist.
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Quelle: Vision 2000 (zusammengefasst für das “St. Antonius Blatt”

Ich dachte damals, Jesus Christus sei ein netter Mensch

“Vor sechs Jahren war ich noch nicht katholisch. Ich dachte damals, Jesus Christus sei ein netter Mensch aus Galiläa gewesen. Und der Heilige Vater ein Großinquisitor. Heute bin ich katholisch aus tieferer Überzeugung denn je, glaube an Jesus den Christus und das Evangelium und bete für unseren Heiligen Vater, Gott segne ihn!”

So schreibt die Journalistin und Schriftstellerin Barbara Wenz in einem Artikel über ihren eignen Glaubensweg. Am 15. Oktober 2007, dem Tag der hl. Teresa von Avila, ist sie in die katholische Kirche eingetreten.

Barbara Wenz ist in der evangelischen Kirche aufgewachsen, hatte aber keine tiefere Beziehung zu Christus gefunden. Wie sie durch die Gnade Gottes doch zum Glauben gefunden hat, erzählt sie in einem Interview:

“Ich hatte ja damals Jesus Christus noch nicht als Sohn Gottes erkannt, sondern lediglich als spirituellen Lehrer unter vielen.

Deshalb war es für mich auch nicht weiter wichtig, welcher Religion man nun angehören solle, sondern vielmehr eine Frage des persönlichen Geschmacks, wie bei der Kleiderwahl. So in etwa muss ich damals gedacht haben.

Nach Ausflügen in die Esoterik … landete ich zunächst beim tibetischen Buddhismus, dann beim Yoga und beim Hinduismus. Ich habe auch eine Ausbildung als Yoga-Lehrerin absolviert.

Die Wende kam dann ziemlich unvermittelt und unerwartet. Nach ungefähr drei Jahren Yoga-Praxis mit Körperübungen und den dazugehörigen spirituellen Meditationstechniken. … Ich hatte einfach keinen Zugang zu diesen fremdartigen indischen “Göttern”, vielarmig, manche wie Ganesha sogar mit Elefantenköpfen, es gab keine Beziehung zu ihnen, sie waren abstrakt – eben keine Menschen …”

Das Schlüsselerlebnis aber, “also jenes, welches die Pforte des Weges öffnete, der zum Nachdenken und letztlich zu meiner Bekehrung führte, dann ist das ganz bestimmt der Abend, an dem Johannes Paul II. starb. … Das hat mich so berührt, dass ich am Ende, unter Tränen, versucht habe, seit langer Zeit wieder ein christliches Gebet zu sprechen – für diesen Papst, der mir zu seinen Lebzeiten eher wenig bedeutet hatte. Ich denke schon, dass dieser Moment eine Initialzündung war, und ich bin mir sehr sicher, dass ich nicht der einzige ‘Ungläubige’ gewesen bin, der an diesem Abend auf den Weg gebracht wurde.”

Quelle: vgl. kath.net

Missionar der Nächstenliebe

San Diego (kath.net) Jeden Mittwoch vor der Schule richtet der sechsjährige Dominique Piconi Lunchpakete für die Obdachlosen seiner Stadt. Diese verteilt er dann eigenhändig. In die Tüten gibt er Sandwiches, Bananen, Wasser, Cracker – und am Schluss ein Skapulier für die Obdachlosen, „denn wir wollen, dass Jesus sie beschützt“, sagt der kleine Missionar der Nächstenliebe.

Seine Aufgabe wählte er sich, als er fünf Jahre alt war. Er fuhr mit seiner Mutter im Auto, da fielen ihm die obdachlosen und hungrigen Menschen auf, die sich an jeder größeren Straßenkreuzung fanden. „Er sagte, wir müssen ihnen etwas Gesundes zu essen geben“, berichtete seine Mutter. „Also, möchtest du ihnen etwas Gesundes zu essen richten, fragte ich ihn und er antwortete: Natürlich. So fing das an mit den Lunchpaketen in der braunen Tüte“. Wenn Dominique nun die Mittagsmesse besucht hat, dann startet er von dort aus seine Runde zu den Obdachlosen, um ihnen Essen zu bringen. „Dominique hat sehr tiefes Mitgefühl mit diesen Menschen“, so seine Mutter. „Wenn er Menschen ansieht, dann sagt er: Mama, ich sehe Jesus in dem Gesicht von jedem“. Gefragt nach seinem Berufswunsch antwortete der kleine Missionar mit klarer Stimme: „Papst“.

Quelle: vgl. kath.net