Dein Gott muß ein sehr mächtiger Gott sein!

Im Norden von Kenia gibt es nur Wüsten und Halbwüsten. Das Wasser des riesigen Sees dort ist salzig und bitter und deshalb ungenießbar. Es ist eine sehr arme Gegend. Die Nomadenvölker, die dort leben, kämpfen oft um Futterplätze für ihre Herden.

Dem Bischof dieser Region – Virgilio Pante – ist es ein großes Anliegen, Frieden unter den Nomadenvölkern zu stiften. Für sein Wappenschild wählte er das Bild eines Löwen, der friedlich neben einem Lamm ruht (Jes 11,6).

Die Alten der Samburu-Nomaden lachten über dieses Bild und den Bischof, wo doch jedes Kind weiß, daß jeder Löwe ein Lamm sofort töten und fressen würde.

Nun begab es sich aber, dass nur drei Monate nach der Bischofsweihe aus dem Gebiet der Samburu eine Sensation gemeldet wurde. Eine Löwin hatte das Junge einer Oryx-Antilope angenommen, hatte sich zu ihm gelegt und es zärtlich abgeleckt. Samburuhirten, Wildhüter und sogar Touristen hatten es mit eigenen Augen gesehen: Eine Löwin ging mit dem Jungen einer Gazelle spazieren! Sie ruhten nebeneinander aus! Niemand, der es nicht gesehen hatte, wollte es glauben. Dies alles wurde an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen beobachtet und von herbeigeeilten Journalisten fotografiert. Es war eine aufregende Geschichte für das ganze Land. Sie drang auch zu den Alten der Samburu, die über das Wappenschild des Bischofs gelacht hatten.

Die Alten und Weisen des Stammes sagten zum Bischof: “Dein Gott muss ein sehr mächtiger und starker Gott sein! Wir wissen von keiner Zeit, in der eine Löwin ein Gazellenlamm angenommen hat, statt es aufzufressen. Das hat es noch nie gegeben! Dein Gott liebt den Frieden! Wir achten Ihn!“

Quelle: Vision 2000/ 2007/6

Sagt dem Papst, dass ich ihn um Verzeihung bitte

Der bekannte französische Prediger Pater Daniel Ange, der schon zwei mal zu Jugendtreffen im Kloster Mehrerau in Bregenz zu Gast war, erzählt in einem seiner Bücher eine Begebenheit, die er mit Papst Johannes Paul II. erlebt hat, mit dem er eng befreundet war.

Daniel Ange war mit einigen Mitbrüdern seines Ordens (Dominikaner) in Rom unterwegs als sie auf der Straße von einem Bettler um ein Almosen angesprochen wurden. Sie waren von der Art des Mannes berührt und gaben ihm etwas Geld. Er bedankte sich und sagte zu ihnen, weil sie als Ordensleute erkennbar waren: „Bitte beten Sie für mich, ich benötige sehr eure Fürsprache.“ Die Brüder versprachen, für ihn zu beten, und einer von ihnen berichtete dem Bettler, dass sie am nächsten Tag vom Papst zu einer Audienz empfangen würden.

Da kamen dem Bettler die Tränen in die Augen und er bat sie: „Bittet den Papst, dass er auch für mich betet.“ Sein Verhalten machte sie neugierig und sie fragten ihn, welches Anliegen er hätte, dass auch der Heilige Vater für ihn beten solle. Da begann er ihnen aus seinem Leben zu erzählen und es stellte sich heraus, dass er ein Priester war, der sein Amt niedergelegt hatte. Er war zweimal verheiratet und geschieden. Und nun hatte er niemanden mehr, hatte keine Arbeit und sah sich gezwungen auf die Straße betteln zu gehen. Er hatte nicht den Mut, in seine Heimat zurückzukehren. „Ich fühle mich vernichtet und verlassen,“ sagte er. „Sagt dem Papst, dass ich ihn um Verzeihung bitte und er möchte für mich beten.“ Und dann ging der Arme wieder weg.

Am nächsten Tag, als sie mit dem Heiligen Vater zusammentrafen, erzählten sie ihm auch von diesem Bettler. Und er Papst sagte zu ihnen: „Schnell ruft diesen Priester zu mir, ich will mit ihm reden. Geht schnell, um ihn zu holen!“ Die Besucher meinten, dass das kaum möglich sein wird, den Bettler in den Straßen Roms ausfindig zu machen. Aber der Heilige Vater sagte: „Es wird nicht schwer sein, ihn zu finden, denn die Armen gehen nicht weit, sie befinden sich immer ungefähr am gleichen Ort.“ Sie gingen, und mit einiger Mühe fanden sie den Mann dann doch wieder und sagten zu ihm: „Der Papst lässt dich rufen. Er will mit dir reden.“ Nach längerem Drängen konnten sie ihn doch überreden, mit ihnen zum Papst zu gehen.

Als der Papst den Priester in Bettlerkleidung sah, ging er ihm sofort entgegen, umarmte ihn fest und sagte: „Mein Bruder, ich gebe dir das Recht der Beichte und dein Priestertum zurück! Beichte jetzt alles! Alle Anwesenden waren zutiefst getroffen und ließen den Papst und den Priester allein.

Boxerkind – überlebt in einer Welt ohne Liebe

In seinem nun auch in deutscher Sprache erschienenen Buch Boxerkind, erzählt Tim Guénard seine Lebensgeschichte, eine Geschichte voller Verletzungen und Brutalität. Im Alter von 3 Jahren wird Tim von seiner Mutter ausgesetzt. Er landet daraufhin beim Vater, der ihm mit brutaler Gewalt begegnet. Mit 5 schlägt ihn sein Vater halbtot. Sein Körper ist vollständig demoliert.

Nach langem Krankenhausaufenthalt landet er auf dem Waisenkindermarkt. Dort muß er feststellen, daß nur hübsche Kinder genommen werden. So kommt er zunächst in ein Irrenhaus und später zu einer Pflegemutter, die ihn auf’s schlimmste quält. Nachdem er wieder mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus kommt, gibt man ihm eine zweite Chance. Mit 10 Jahren gelangt er als Pflegekind auf einen Bauernhof, wo man ihn das erste Mal in seinem Leben menschlich behandelt. Damals hat er schon einige Selbstmordversuche hinter sich. Doch das Glück am Bauernhof dauert nur kurz. Wieder geht’s ins Erziehungsheim, das er als Gefängnis empfindet. Mit 12 reißt er schließlich von dort aus und schlägt sich nach Paris durch, wo er schnell in die Hände von Gaunern gelangt, die ihn zum Prostituiertenräuber machen. Mit 14 arbeitet er als Gigolo am Montparnasse, schläft nachts in einer Fahrradabstellkammer, ständig in Angst, von der Polizei aufgegriffen zu werden. Schließlich wird er entdeckt und wieder in ein Heim gesteckt. Mit 15 begegnet er einer Richterin, die ihm die Chance seines Lebens beschert: Tim darf eine Ausbildung als Steinmetzlehrling beginnen. Um seine Aggressionen abzubauen, beginnt er zu boxen und wird schnell zum gefeierten Champion.

Die Begegnung mit Behinderten in der Gemeinschaft Arche verändert sein Leben von Grund auf. Er erkennt erstmals: das Leben besteht nicht nur aus Kampf und Gewalt. Er entdeckt Gottes Liebe. Langsam heilen auch seine Wunden. Mit 23 feiert er Hochzeit.

Heute ist er 47 Jahre alt, lebt mit seiner Frau und vier Kindern als Bienenzüchter und Bildhauer in der Nähe von Lourdes. Boxerkind erzählt unglaublich berührend die Geschichte vom gewalttätigen Boxer und Schläger, der zum großen Liebenden wird, heute Drogenabhängigen und Straffälligen hilft und mit Behinderten zusammenlebt. Guénards Geschichte zeigt, dass die Liebe Gottes selbst die dunkelsten Schatten und schlimmsten Verletzungen zu heilen vermag.

Vgl. Vision 2000

So fand ich den Weg zum Glauben wieder

Mit 18 Jahren war ich beim Militärdienst. Ich wurde nach Paris einberufen. Zum erstenmal in meinem Leben wohnte ich unter Menschen, die gar keinen Glauben hatten. Unter 30 Soldaten auf unserem Zimmer war ich der einzige, der am Sonntag zur Kirche ging.

In dieser Situation begann ich zu zweifeln. Denn meine Kameraden waren im Grunde aufrichtig und sympathisch. Und doch kümmerten sie sich weder um Kirche noch um Religion. Also konnte man auch ohne Glaube auskommen. Und übrigens, warum sollte gerade ich alleine recht haben und alle anderen im Irrtum sein?

So wurde ich im Herzen allmählich ungläubig. Es wurde dunkel in mir. In dieser Finsternis gab mir Gott ein Licht. Ich hatte eine Tante, die ich sehr schätzte, Tante Teresa. Sie war Krankenschwester und die Güte selbst. Sie hatte nicht geheiratet und war ihr Leben lang die stille Helferin in aller seelischen und körperlichen Not für unzählige Menschen gewesen.

Einen Soldatenurlaub nutze ich aus, um Tante Teresa aufzusuchen. Sie wohnte in einem größerem Dorf in der Nähe von Paris.

Nachmittags ging ich alleine spazieren und saß eine Zeitlang auf einem Brückengeländer über einem schönen Fluss. Da kam ein älterer Landstreicher vorbei und machte bei mir Rast. Wir kamen ins Gespräch. Auf einmal zeigte er auf das Haus meiner Tante: „Siehst du das kleine Häuschen da drüben“, sagte er voller Begeisterung, „da wohnt die beste Frau in der ganzen Umgebung. Sie hat selbst kaum was, und doch tut sie alles, um unsereinem zu helfen.“

In diesem Augenblick ist mir klar geworden: Meine Tante ist der weitaus beste Mensch, den ich kenne, und sie ist ein tiefgläubiger Christ. Musste nicht ein Glaube, der eine solche Liebeskraft schenkt, wahr sein? So fand ich den Weg zum Glauben wieder.

Vater, wir danken dir

Ein Mann, der durch eine bleibende Krankheit sein Kreuz zu tragen hat, hat mir dieses Gebet geschenkt, das er selber verfasst hat. Sein Herz ist trotz allem erfüllt von tiefer Dankbarkeit.

„Vater, wir danken Dir für die Luft zum Atmen, für das Wasser zum Trinken, für die Erde zum Säen, für das Feuer zum Wärmen.

Vater, wir danken Dir für Wind und Wolken, für Sonne, Mond und all die Sterne, für Sommer und Winter, für Tag und Nacht.

Vater, wir danken Dir für die Kraft, die das Leben schenkt, für Menschen, die wir lieben, für Freunde, die uns begegnen, und für alle Lebewesen in der Natur.

Ewiger Vater, wir danken Dir für vieles und noch mehr …
Wir loben Dich, wir preisen Dich,wir verherrlichen Dich, wir beten Dich an, und sagen Dir Dank für jeden Tag. Amen.

Vater, ich danke Dir 
für meine Augen, die Deine Schöpfung sehen, für meine Ohren, die Deine Schöpfung hören, für meine Nase, die Deine Schöpfung riechen kann.

Vater, ich danke Dir 
für meine Füsse, die mich zu Deiner Schöpfung tragen, für meine Hände, die Deine Schöpfung anfassen, für meine Haut, die Deine Schöpfung empfinden kann.

Ewiger Vater, ich danke Dir 
für meine Seele, die Du mir geschaffen hast, für meinen Geist und meinen Körper, den Du mir gegeben hast, für meinen Mund, der Dich und Deine Schöpfung preisen kann, in alle Ewigkeit. Amen.“

Nur Brot oder der Leib Christi?

Cordula Wöhler, die das Lied „Segne, du Maria“ geschrieben hat und in einer protestantischen Pastorenfamilie aufwuchs, beschäftigte sich nach ihrer Konfirmation (Firmung) immer wieder mit der Frage, ob Jesus beim (evangelischen) Abendmahl tatsächlich gegenwärtig sei. Obwohl ihr Vater dies bejahte, erachtete sie den Umgang mit Brot und Wein beim Abendmahl als nicht ehrfürchtig genug.

Cordula konnte nicht begreifen, dass das Brot, über das die Worte Jesu gesprochen wurden: „das ist mein Leib“, nach der Feier wieder nur gewöhnliches Brot sein sollte. Sie konnte nicht verstehen, dass die übrig gebliebenen Hostien daheim in den Küchenschrank kamen, der restliche Messwein gar zum Kochen verwendet wurde.

Auf Reisen lernte sie die katholische Kirche näher kennen. Hier fand sie, was sie sich intuitiv immer gewünscht hatte: das eucharistische Sakrament wurde in der Kirche, im Tabernakel, zur Anbetung aufbewahrt, denn es ist nicht nur Brot sondern der Leib Christi.

Missionarische Liebe, die die Herzen trifft

Beim Weltjugendtag in Köln waren indonesische Mädchen in Düsseldorf im Rotlichtviertel untergebracht. Wenn sie abends von den gottesdienstlichen Begegnungen zurückkehrten, kamen sie immer an einer Prostituierten vorbei, der sie begeistert von ihren Erlebnissen bei diesem internationalen Christentreffen erzählten. Am letzten Tag aber fingen die Mädchen plötzlich hemmungslos zu weinen an. Die Prostituierte fragte, was denn los sei und da sagten sie, sie seien so traurig, dass sie, die Prostituierte, diese Freude des christlichen Glaubens nicht erleben könne.

Wir wissen diese Geschichte nicht von den Indonesierinnen, die waren in ihre ferne Heimat zurückgekehrt, wir wissen sie von der Prostituierten, die wenig später bei einem Priester anrief und fragte, wie man Christin werden könne. Es sei das erste Mal in ihrem Leben gewesen, dass Menschen ihretwegen geweint hätten.

Quelle: Manfred Lütz, Frohe Weihnachten, Ihr Atheisten, DT vom 22.12.2007

Not lehrt beten – das Beten aber lehrt uns hoffen

„In diesen Tagen unaussprechlicher Prüfungen bat ich Maria in aller Einfachheit und mit Vertrauen: ‚Mutter, wenn du siehst, daß ich deiner Kirche nicht mehr nützlich bin, gewähre mir die Gnade, daß sich mein Leben im Gefängnis verzehrt. Aber wenn du weißt, daß ich deiner Kirche noch nützlich sein kann, gewähre mir, daß ich an einem deiner Feste aus dem Gefängnis entlassen werde.‘“ Es war das Fest der Darstellung Mariens im Tempel, am 21.11. 1988, an dem er entlassen wurde.

Der Heilige Vater hat am 30. November 2007 eine neue Enzyklika veröffentlicht, und zwar zum Thema „Hoffnung auf Heil“. Diesem Thema wird auch die Predigtreihe bei den Fastengottesdiensten in der Kapuzinerkirche gewidmet sein.

Mit dieser Enzyklika will der Heilige Vater den Menschen den Weg zu jener unzerstörbaren Hoffnung zeigen, die uns im Glauben an Jesus Christus geschenkt ist. Auch wenn die Menschen heute mit ihrer Hoffnung auf die Dinge dieser Welt glücklich zu sein scheinen, so zeigt sich doch, dass sie ohne die Hoffnung auf Gott und auf das ewige Leben letztlich in Resignation, Verzweiflung und Depression enden.
Am Beispiel und an den Aussagen einer Reihe von Heiligen und Glaubenszeugen zeigt der Heilige Vater auf, wie christliche Hoffnung geübt und gelebt werden kann. Als besondern Zeugen für die Hoffnung aus dem Gebet stellt er uns den 2002 verstorbenen Kardinal Van Thuan vor Augen, der 18 Jahre in den Gefängnissen der Kommunisten verbracht hatte.

In der Enzyklika heißt es:
„Ein erster wesentlicher Lernort der Hoffnung ist das Gebet. Wenn niemand mehr mir zuhört, hört Gott mir immer noch zu. Wenn ich zu niemand mehr reden, niemanden mehr anrufen kann – zu Gott kann ich immer reden. Wenn niemand mehr mir helfen kann – wo es sich um eine Not oder eine Erwartung handelt, die menschliches Hoffenkönnen überschreitet –: Er kann mir helfen. Wenn ich in eine letzte Einsamkeit verstoßen bin: Der Betende ist nie ganz allein.

Aus dreizehn Gefängnisjahren, davon neun in der Isolierhaft verbracht, hat uns der unvergeßliche Kardinal Nguyen Van Thuan ein kostbares kleines Buch hinterlassen: Gebete der Hoffnung. Dreizehn Jahre in Haft, in einer Situation scheinbar totaler Hoffnungslosigkeit, ist ihm das Zuhören Gottes, das Redenkönnen mit ihm zu einer wachsenden Kraft der Hoffnung geworden, die ihn nach seiner Freilassung beflügelt hat, den Menschen in aller Welt Zeuge der Hoffnung zu werden – der großen Hoffnung die auch in den Nächten der Einsamkeit nicht untergeht.“

Der hl Paulus sagt: „Die Hoffnung läßt nicht zugrunde gehen. (Röm 4,5)

Die Anziehungskraft der katholischen Kirche

Aus einem Bericht über die katholische Kirche in den USA geht hervor, dass sechs hochrangige protestantische Gelehrte, die alle als offizielle Vertreter ihrer kirchlichen Gemeinschaften auch an ökumenischen Gesprächen teilnahmen, innerhalb eines Jahres (2004/5) den Weg zur katholischen Kirche gefunden haben. Aus den Zeugnissen, die sie über die Gründe ihrer Konversion gegeben haben, geht immer wieder hervor, dass sie im katholischen Glauben einen Reichtum entdeckt haben, den sie in ihren eigenen Gemeinschaften nicht gekannt haben. Wir wissen, dass es im Laufe der Kirchengeschichte immer wieder Abspaltungen von der einen, von Christus gegründeten Kirche gegeben hat.
Allen Abspaltungen vom katholischen Glauben ist der Wesenszug gemeinsam, dass sie bestimmte Dinge, die zum ganzen katholischen Glaubensgut gehören („katholisch“ bedeutet ja „allumfassend“), weggelassen haben und bestimmte Glaubensinhalte aus ihrem Glaubensbekenntnis ausschließen.
Die protestantische Gemeinschaften z.B. lehnen die Marienverehrung ab, haben kein sakramentales Priestertum und deshalb auch außer der Taufe keine Sakramente. Wie die Kirchengeschichte gezeigt hat, gibt es immer wieder Menschen in diesen Gemeinschaften, die nach der Wahrheit suchen und die entdecken, dass ihr Glaube, in dem sie aufgewachsen waren, unvollständig ist. Und dann erkennen sie auf ihren oft mühevollen Wegen, dass in der katholischen Kirche alles da ist, was sie gesucht haben.
Genau diese Erfahrung spricht z.B. Dr. Mickey Mattox aus, der früher Berater der lutheranischen Weltföderation war. Er schreibt in einem Brief an seine lutherischen Freunde: „In die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche einzutreten heißt für meine Familie und mich, dem tiefsten Verlangen unserer Herzen nachzukommen … Als Familie wollen wir die jungfräuliche Gottesmutter verehren, und unsere Gebete mit den Märtyrern und Heiligen vereinigen. Wir wollen die heiligen Ikonen, die Rosenkränze, die religiösen Orden, auch die Reliquien, wollen die heilige Liturgie mitfeiern, an der realen Präsenz Christi in der Eucharistie teilnehmen und sie erfahren, in Liebe und voller Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom.“ Für Mattox war der Schritt, mit seiner ganzen Familie katholisch zu werden, daher nur konsequent das Heimkommen (und nicht so sehr die „Konversion“) aus einem unvollständigen christlichen Glauben in die Fülle des sakramentalen katholischen Glaubens. Oder, wie er andernorts erklärt hat: „Die Anziehungskraft der katholischen Kirche war stärker als der Druck, die lutherische Kirche zu verlassen.“
Wenn wir auf das Zeugnis dieser Menschen hören, die oft unter vielen Mühen den Weg zur Fülle der Wahrheit gesucht und gefunden haben, so soll das für uns ein Ansporn sein selber dankbar zu sein für alles, was uns in unserem katholischen Glauben geschenkt ist, die Kirche zu lieben und durch unser Leben auch ein Zeugnis zu geben für die Herrlichkeit und Schönheit unseres Glaubens.

Gott legte den Wunsch in mein Herz, Missionarin zu werden

Jesus hat gesagt: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet allen Geschöpfen das Evangelium!“ Die katholische Internet-Zeitung „Zenit“ (http://www.zenit.org) brachte am 29.8.07 ein Interview mit der US-amerikanischen Missionarin Katie Gesto, die seit 1996 im Sudan tätig ist, in einem muslimischen Land, das schon seit 40 Jahren vom Krieg, von Christenverfolgung und großem Elend gezeichnet ist. Sie ist eine der vielen, die dem Auftrag des Herr gefolgt sind. Mit 15 Jahren spürte sie bei der Mitfeier der hl. Messe den Ruf des Herrn. „Gott legte schon in diesem frühen Alter den Wunsch in mein Herz, Missionarin zu werden.“ Es war ein Wunsch, „unseren Geschwister in den verfolgten Ländern zu dienen. …Im Endeffekt gilt für mich und für jeden von uns: Gott, was möchtest du, das ich tun soll? Wo willst du, dass ich dir diene?“ Nach ihrer Ausbildung ging sie einfach aus innerer Berufung in den Sudan, begann dort unter einem Bischof zusammen mit zwei Priestern und Ordensschwestern unter vielen Gefahren zu arbeiten. „Es ist ein Segen, an einem Ort leben zu dürfen, an dem man nie weiß, ob man überhaupt nach Hause zurückkehren wird. Ich bin dafür durch meinen vieljährigen Pflegedienst vorbereitet worden und, soweit ich es von mir sagen kann, bin ich bereit, heute zu sterben, wenn Gott es so will. Wie ein Freund von mir, der ein Missionar in Somalia ist, sagt: Ich hoffe nur, dass sie gut schießen können.“ „In den meisten Fällen störten mich die Drohungen nicht allzu sehr. Aber die Bereitwilligkeit, für unseren Glauben zu sterben, ist eine Gnade, für die wir beten können und die wir empfangen können.“