{"id":869,"date":"2009-03-17T23:11:49","date_gmt":"2009-03-17T22:11:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=869"},"modified":"2026-05-01T21:11:39","modified_gmt":"2026-05-01T20:11:39","slug":"augustinus-wenn-die-gerechtigkeit-beseitigt-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=869","title":{"rendered":"Augustinus: Wenn die Gerechtigkeit beseitigt wird"},"content":{"rendered":"<p>Der heilige Augustinus (354-430) hat von 413 bis 424 (einer Zeit in der schon schwere Ersch\u00fctterungen und Krisen sp\u00fcrbar waren, die den Zerfall des gro\u00dfen r\u00f6mischen Reiches ank\u00fcndigten) eine umfangreiche Abhandlung verfasst mit dem Titel: \u201eDer Gottesstaat\u201c. Darin beschreibt er das Verh\u00e4ltnis der irdischen Staaten und Reiche zum \u201eGottesstaat\u201c d.h. zum Reich Gottes und der Kirche, durch die Gott seine Herrschaft in der Welt begonnen hat.<\/p>\n<p>Der Gottesstaat zeigt sich darin, dass die Menschen nach den Geboten Gottes und im Glauben an Christus zu leben suchen. Der irdische Staat ist zwar eine gottgewollte zeitliche Ordnungsmacht &#8211; die staatliche Autorit\u00e4t und Macht ist ja auch von Gott gegeben. Aber die staatliche Macht kann auch missbraucht werden. Der Staat kann zu einem von widerg\u00f6ttlichen Kr\u00e4ften beherrschten Reich des B\u00f6sen werden, wenn er Gesetze erl\u00e4sst, die sich gegen die Gebote Gottes richten. Gerade heute, wenn durch staatliche Gesetzgebung z.B. die gro\u00dfe Ungerechtigkeit des T\u00f6tens von ungeborenen Kindern erlaubt und die Familie zerst\u00f6rt wird, die B\u00fcrger immer mehr versklavt werden, dann m\u00fcssten wir uns auf das folgende besinnen, das der hl. Augustinus gesagt hat. Er schreibt:<\/p>\n<p>\u201eWenn die Gerechtigkeit beseitigt worden ist &#8211; was sind dann Staaten anderes als gro\u00dfe R\u00e4uberbanden? Denn was sind R\u00e4uberbanden anderes als kleine Staaten? Auch eine R\u00e4uberbande ist eine Gruppe von Menschen. Sie wird durch den Befehl eines Anf\u00fchrers gelenkt und durch einen Gesellschaftsvertrag zusammengebunden, und das Erbeutete teilt man nach fester Vereinbarung unter sich auf. Wenn zu diesem \u00fcblen Gebilde immer  mehr verkommene Menschen hinzukommen, und es so ins Gro\u00dfe w\u00e4chst, so dass es Regionen besetzt, Wohnorte gr\u00fcndet, St\u00e4dte erobert und V\u00f6lker niederwirft, dann nimmt dieses Gebilde ohne weiteres den Namen \u201eStaat\u201d an, der diesem Gebilde nunmehr \u00f6ffentlich gegeben wird. Aber damit ist nicht die Habgier dieser R\u00e4uberbande erloschen, sondern sie hat erreicht, dass man sie f\u00fcr ihre Habgier nicht mehr bestrafen kann.<\/p>\n<p>Durchaus geistvoll und der Wahrheit entsprechend war deshalb die Antwort, die einst ein aufgegriffener Seer\u00e4uber Alexander dem Gro\u00dfen gab. [Alexander der Gro\u00dfe 356 &#8211; 323 vor Christus hat durch Eroberungsfeldz\u00fcge ein riesiges Reich errichtet, das das heutige Griechenland, die T\u00fcrkei, Irak und Iran umfasste.]<\/p>\n<p>Denn als der K\u00f6nig den Mann fragte, was ihm einfalle, das Meer unsicher zu machen, antwortete der mit freim\u00fctigem Trotz: \u201eEben das, was dir einf\u00e4llt: den Erdkreis unsicher zu machen. Aber weil ich es mit einem kleinen Schiff tue, werde ich R\u00e4uber genannt, du hingegen, weil du es mit einer gro\u00dfen Flotte tust, Imperator [Herrscher]\u201d.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der heilige Augustinus (354-430) hat von 413 bis 424 (einer Zeit in der schon schwere Ersch\u00fctterungen und Krisen sp\u00fcrbar waren, <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=869\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[61],"tags":[],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-25 07:54:26","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/869"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=869"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/869\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7381,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/869\/revisions\/7381"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=869"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=869"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=869"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}