{"id":7116,"date":"2025-09-17T10:42:03","date_gmt":"2025-09-17T09:42:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=7116"},"modified":"2025-09-18T10:43:08","modified_gmt":"2025-09-18T09:43:08","slug":"aus-der-dunkelheit-des-unglaubens-ins-licht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=7116","title":{"rendered":"Aus der Dunkelheit des Unglaubens ins Licht"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/messori.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7117 size-full\" src=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/messori.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"295\" \/><\/a>Der ber\u00fchmte italienische Schriftsteller und Journalist Vittorio Messori (geb. 1941) ist einer der bedeutendsten zeitgen\u00f6ssischen Verteidiger der katholischen Kirche und des Glaubens, den er in vielen B\u00fcchern und Artikeln den Menschen dargelegt hat. In seinem Interview-Buch &#8222;Perch\u00e9 credo&#8220; (Warum ich glaube \u2013 das Buch ist nicht auf deutsch erschienen) erz\u00e4hlt er unter vielem anderen \u00fcber seinen Glaubensweg und die besondere Gnade, die ihm mit 23 Jahren geschenkt wurde.<\/p>\n<p>Messori war zwar als Kind getauft worden, er empfing die Erstkommunion und Firmung, aber in seiner Familie und in seiner Verwandtschaft spielte der Glaube weiters keine Rolle. So war er auch selbst in seiner Schul- und Studienzeit ganz antikirchlich und atheistisch eingestellt. Aber im Sommer 1964 kam es zu einer Erfahrung, die sein ganzes Leben bis zum heutigen Tag pr\u00e4gte.<\/p>\n<p>In dieser Zeit begeisterte er sich f\u00fcr das Buch &#8222;Der Ekel&#8220; des franz\u00f6sischen Philosophen und Atheisten J.P. Sartre. Er war von den Ideen des athe\u001fistischen Existenzialismus fasziniert, aber er bezog den Tod nicht auf sich selbst. Doch an jenem denkw\u00fcrdigen Tag im Sommer 1964 wurde ihm zum ersten Mal bewusst, dass der Tod auch sein pers\u00f6nliches Problem war. Bis dahin hatte er die Frage nach dem Sinn des Lebens als Kinderei betrachtet. Diesmal aber bezog er die Frage auf sich selbst: Wird mit meinem Tod alles enden? Wird der Tod ihn wirklich in den schwarzen Abgrund des Nichts f\u00fchren? War sein Leben absurd und sinnlos? Diese Fragen qu\u00e4lten ihn. Er hatte keine Antwort und war in Hoffnungslosigkeit ver\u001fsunken mit einen inneren Schrei nach Rettung. Er f\u00fchlte sich v\u00f6llig allein. Dies umso mehr, als seine Eltern und sein Bruder in den Urlaub gefahren waren und er somit er allein zu Hause war. Er konnte sich nicht erkl\u00e4ren, wie es dazu kam, dass er an diesem Tag nachmittags eine bescheidene Taschenausgabe des Evangeliums zur Hand nahm. Er konnte nicht sagen, wie es in sein Zimmer gekommen war oder woher es stammte. Es lag einfach in einer Ecke des Schranks. Er wusste auch nicht, was er darin suchen sollte, denn er erwartete nichts von dieser Lekt\u00fcre. Schlie\u00dflich war er Agnostiker, f\u00fcr den die Suche nach einer Antwort auf die Frage nach der Existenz Gottes reine Zeitverschwendung war.<\/p>\n<p>Die Tatsache jedoch, dass er damals zur Bibel griff, interpretiert Messori heute als ein Zeichen der liebevollen, g\u00f6ttlichen F\u00fchrung. Er nahm die Bibel, schlug sie auf und begann zu lesen: &#8222;Kommt alle zu mir, die ihr m\u00fchselig und beladen seid! Ich will euch erquicken&#8220; (Mt 11,28) \u2013 und dann geschah etwas Unglaubliches. Pl\u00f6tzlich schien es, als fielen ihm die Schuppen von den Augen. Er wurde von einem seltsamen Licht der Liebe, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit erf\u00fcllt. Bewegt las er weiter: &#8222;Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin g\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig; und ihr werdet Ruhe finden f\u00fcr eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht&#8220; (Mt 11,29). Die Warnung aus dem Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum (Lk 13,6\u001e9) ersch\u00fctterte ihn zutiefst. Es war eine Art mystische Erfahrung des Lichts der Gegenwart Christi, das wie ein Strom aus dem Evangelium hervorbrach.<\/p>\n<p>Messori sagt, dass diese Begegnung mit Christus nicht in Worte gefasst werden kann. Aus der Dunkelheit des Unglaubens trat unerwartet das Licht hervor und Vittorio begegnete Christus &#8222;in einem physischen, realen Sinn: So wirklich war die Gewissheit dieser Gegenwart. Aus den Papierseiten ist das Wort f\u00fcr mich wirklich Fleisch geworden und hat mir Freude und Angst, gro\u00dfe Begeisterung und Furcht, Befriedigung \u00fcber eine erf\u00fcllte Pflicht und Reue \u00fcber die Untreue gebracht. \u2026 F\u00fcr einen Christen ist der Glaube eine Begegnung mit einer Person, die zugleich barmherzig und streng, menschlich und g\u00f6ttlich ist. Dieses Treffen wird von dem unwiderstehlichen Bed\u00fcrfnis begleitet, ihr zu folgen und zu gehorchen.&#8220;<\/p>\n<h3>Ich f\u00fcrchte nicht den Tod, ich f\u00fcrchte das Gericht<\/h3>\n<p>In einem Interview, das Vittorio Messori im Oktober 2021 zu seinen drei B\u00fcchern \u00fcber Jesus Christus gab, sagt er unter anderem: &#8222;Jesus hat uns die M\u00f6glichkeit gegeben, f\u00fcr alle Ewigkeit mit ihm zu leben. Das, was im Grunde genommen der Kern der Lehre Jesu ist, wurde vergessen. Ich sage immer: Ich f\u00fcrchte nicht den Tod, ich f\u00fcrchte das Gericht. Wenn man das sagt, sind viele, auch Priester, emp\u00f6rt. Der &#8218;gut\u001fm\u00fctige&#8216; Jesus, der immer vergibt und alle h\u00f6chstens mit einem Klaps auf den Hintern hineinl\u00e4sst &#8230; all das ist im Grunde ein Verrat am Christentum, weil es nicht wahr ist. Es wird einen Platz f\u00fcr die Erl\u00f6sten geben, aber es wird auch einen Platz f\u00fcr die Verdammten geben \u2026 Ich glaube, dass die alten Christen Recht hatten, die Bruderschaften f\u00fcr den guten Tod gr\u00fcndeten, das hei\u00dft, sie halfen den Menschen, gut zu sterben.<\/p>\n<p>Der hl. Pater Pio gibt uns ebenfalls in diesem Sinne zu bedenken: &#8222;Auch f\u00fcr uns kommt einmal die letzte Stunde, wo unser Herz zu schlagen aufh\u00f6rt und alles f\u00fcr uns beendet ist: die Zeit, Verdienste zu erwerben und die Zeit zu s\u00fcndigen. So wie der Tod uns finden wird, so wird er uns Christus dem Richter vorf\u00fchren. Unser Schrei um Erbarmen, unsere Tr\u00e4nen, unser Reueschmerz, der uns in unserem Leben das Herz Gottes erobert und uns durch die Sakramente aus S\u00fcndern zu Heiligen gemacht h\u00e4tte, kann uns nichts mehr n\u00fctzen. Die Zeit der Barmherzigkeit ist vor\u00fcber, nun hat die Zeit der Gerechtigkeit begonnen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ber\u00fchmte italienische Schriftsteller und Journalist Vittorio Messori (geb. 1941) ist einer der bedeutendsten zeitgen\u00f6ssischen Verteidiger der katholischen Kirche und <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=7116\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-07-06 08:47:47","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7116"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7116"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7116\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7118,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7116\/revisions\/7118"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7116"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7116"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7116"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}