{"id":6894,"date":"2025-01-20T11:27:28","date_gmt":"2025-01-20T10:27:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=6894"},"modified":"2026-05-02T14:38:53","modified_gmt":"2026-05-02T13:38:53","slug":"euch-gehoert-das-reich-gottes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=6894","title":{"rendered":"Euch geh\u00f6rt das Reich Gottes"},"content":{"rendered":"<p>Am 6. Sonntag im Jahreskreis (C) h\u00f6ren wir im Evangelium die Seligpreisungen, wie sie der hl. Lukas \u00fcberliefert. Jesus verleiht den vier Seligpreisungen, die er hier ausspricht, ein gr\u00f6\u00dferes Gewicht, indem er ihnen die entsprechenden &#8222;Wehrufe&#8220; gegen\u00fcberstellt. Es geht um zwei Menschengruppen und zwei verschiedene Lebensweisen: Zu den &#8222;Seligen&#8220; geh\u00f6ren die Armen, die Hungernden, die Traurigen und die Verfolgten. Zu denen, \u00fcber die das &#8222;Wehe&#8220; ausgesprochen wird, geh\u00f6ren die Reichen, die Satten, die Lachenden, die Ber\u00fchmten. Jesus spricht damit aber nicht die einen automatisch heilig und verdammt die anderen, sondern es geht um eine Unterscheidung, auf welchem Boden wir das Geb\u00e4ude unsere Lebens errichten und wo wir unsere Sicherheit suchen.<\/p>\n<p>Jesus hat nicht nur einmal vor den Gefahren des Reichtums gewarnt. Denken wir nur an das Wort: &#8222;Eher geht ein Kamel durch ein Nadel\u00f6hr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt&#8220; (Lk 18,24); oder an das Gleichnis vom reichen Prasser und vom armen Lazarus. Die Gefahr des Reichtums besteht darin, dass wir unser Herz an die G\u00fcter, angenehmen Dinge und M\u00f6glichkeiten dieser Welt h\u00e4ngen und sie zu unserem Gott machen. Wer diese Dinge im \u00dcberma\u00df hat oder begehrt, der vermag nur schwer der Versuchung zu widerstehen.<\/p>\n<p>Schauen wir uns diesen Wehruf etwas genauer an: Es hei\u00dft, dass die Reichen ihren Trost schon empfangen haben. Dabei m\u00fcssen wir auf den Vollsinn des Wortes Trost achten. Jesus meint damit die Hilfe und F\u00fchrung, die Ermutigung und den Beistand, die Sicherheit und Geborgenheit, die von Gott kommt, mit einem Wort die Gabe des Heiligen Geistes. Jesus hat den Heiligen Geist an anderer Stelle ausdr\u00fccklich den Tr\u00f6ster genannt.<\/p>\n<p>Diesen Trost von Gott k\u00f6nnen die Reichen nicht erhalten, wenn sie diesen Trost in den irdischen Dingen, in der Vergn\u00fcgung und Annehmlichkeit dieser Welt gesucht und gefunden haben. Und deshalb erwarten sie auch nichts mehr von Gott. Wir kennen sicher den Ausspruch: &#8222;Geld macht nicht gl\u00fccklich, aber es beruhigt&#8220;. Das trifft genau den Kern der Sache. Die gro\u00dfe Sehnsucht der Menschen ist es ja, in den vielen Gefahren des Lebens doch Ruhe, Geborgenheit, Sicherheit und Hilfe zu finden. Und genau das erwarten und erhoffen sich viele Menschen von den irdischen Dingen. Die Grenzlinie, die in unserem Evangelium die &#8222;Seligen&#8220; von den &#8222;Ungl\u00fccklichen&#8220; trennt, ist nicht eine unbewegliche, sondern eine bewegliche Barriere, die sehr leicht \u00fcberwunden werden kann. Dieser ganze Abschnitt des Evangeliums ist eine Einladung an uns, von der einen Seite zur anderen hin\u00fcberzugehen. Seine Einladung besteht nicht darin, arm zu werden, sondern reich! &#8222;Selig, ihr Armen, denn euch geh\u00f6rt das Reich Gottes.&#8220; Die Armen besitzen ein ganzes Reich \u2013 und sie besitzen es schon jetzt, sind schon jetzt Kinder Gottes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 6. Sonntag im Jahreskreis (C) h\u00f6ren wir im Evangelium die Seligpreisungen, wie sie der hl. Lukas \u00fcberliefert. 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