{"id":6705,"date":"2024-04-09T08:55:37","date_gmt":"2024-04-09T07:55:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=6705"},"modified":"2024-04-09T08:55:37","modified_gmt":"2024-04-09T07:55:37","slug":"heute-ist-der-gluecklichste-tag-meines-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=6705","title":{"rendered":"Heute ist der gl\u00fccklichste Tag meines Lebens"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/nijole.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6706\" src=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/nijole.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"236\" \/><\/a>Nijole Sadunaite wurde 1938 in Litauen geboren. Nach dem Einmarsch der russischen Roten Arme (1940) begann die kommunistische Terrorherrschaft, in der die Katholische Kirche schwer verfolgt wurde. Viele Bisch\u00f6fe, Priester und Gl\u00e4ubige wurden hingerichtet, ins Gef\u00e4ngnis geworfen oder deportiert. Durch das starke Vorbild ihrer Eltern lehnte Nijole schon als Kind die atheistische Indoktrination ab und durfte wegen ihrer &#8218;Religiosit\u00e4t&#8216; keine h\u00f6here Schule besuchen. Sie wurde Krankenschwester, schloss sich einer Untergrundkongregation an und beteiligte sich an der Verbreitung der &#8218;Chronik der katholischen Kirche Litauens&#8216;, einer Untergrundzeitschrift, in der das Heldentum der Kirche hinter dem Eisernen Vorhang dokumentiert wurde. Es war ihr als junge Frau ganz klar, dass sie wegen dieser verbotenen T\u00e4tigkeit eines Tages vom KGB verhaftet und ins Gef\u00e4ngnis kommen w\u00fcrde. Doch durch ihren starken Glauben an den Herrn und seine Macht \u00fcberwand sie jede Angst.<\/p>\n<p>Im August 1974 wurde sie dann festgenommen. Man fand sechs Seiten der verbotenen Chronik bei ihr. Sie verbrachte zehn Monate im Untersuchungsgef\u00e4ngnis des KGB, wo sie sich durch keine Drohungen und psychische Folter einsch\u00fcchtern lie\u00df, andere Mitchristen zu verraten. Als sie dann ohne Rechtsbeistand vor Gericht stand, vor M\u00e4nnern, die in Verh\u00f6rtechniken ge\u00fcbt waren, verbl\u00fcffte ihre Verteidigung diese so sehr, dass sie err\u00f6teten und besch\u00e4mt den Kopf h\u00e4ngen lie\u00dfen. Sie sagte unter anderem Folgendes:<\/p>\n<p>&#8222;Heute ist der gl\u00fccklichste Tag meines Lebens &#8230;. Mir ist die beneidenswerte Aufgabe, das ehrenvolle Schicksal zuteil geworden, nicht nur f\u00fcr die Menschenrechte zu k\u00e4mpfen, sondern auch daf\u00fcr verurteilt zu werden. Mein Urteil wird zum Triumph werden! &#8230; Mit Freude gehe ich f\u00fcr andere in die Sklaverei, und ich bin bereit zu sterben, damit andere leben k\u00f6nnen. Wenn ich mich heute der ewigen Wahrheit, Jesus Christus, n\u00e4here, erinnere ich mich an seine vierte Seligpreisung: Selig sind, die nach Gerechtigkeit d\u00fcrsten, denn sie sollen satt werden: &#8230; Ich m\u00f6chte das Gericht bitten, all jene aus den Gef\u00e4ngnissen, Arbeitslagern und psychiatrischen Kliniken zu befreien, die f\u00fcr Menschenrechte und Gerechtigkeit gek\u00e4mpft haben.&#8220;<\/p>\n<p>Nach diesem vom Heiligen Geist inspirierten Zeugnis wurde Nijole zu drei Jahren in einem strengen sowjetischen Arbeitslager (Gulag) und drei Jahren Exil in Sibirien verurteilt. Es ist unbeschreiblich, was sie in dieser Zeit an Leiden ertragen und wie durch ein Wunder \u00fcberlebt hat &#8211; mit ungebrochenem Geist und in der Liebe bleibend.<\/p>\n<p>Nach dem Gulag lebte sie f\u00fcnf Jahre lang im totalen Untergrund, dann &#8222;fand mich schlie\u00dflich der KGB. Aber die Zeiten \u00e4nderten sich. Sie wollten, dass ich &#8218;freiwillig&#8216; auswandere. Ich sagte ihnen, dass ich lieber ins Gef\u00e4ngnis gehen w\u00fcrde. Sie fragten mich, warum: &#8218;Weil ich euch sehr liebe. Ihr seid meine Br\u00fcder und ich m\u00f6chte nicht ohne euch in den Himmel kommen. Auch Jesus hat euch sehr lieb, er ist auch f\u00fcr euch am Kreuz gestorben. Wenn ihr mich abschiebt, werde ich frei sein, aber wenn ich frei bin, ist es f\u00fcr mich schwerer, Bu\u00dfe zu tun, w\u00e4hrend ich im Gef\u00e4ngnis dazu gezwungen sein werde, und ich werde es f\u00fcr euch tun, so dass wir zusammen im Himmel sein werden'&#8220;.<\/p>\n<p>1990, als Litauen endlich frei war, betonte Nijole: &#8222;Ich bete weiterhin jeden Tag f\u00fcr unsere Peiniger. Heute sagen viele Menschen, dass das Gebet eine Zeitverschwendung ist und dass man besser gute Taten vollbringen sollte. Aber Jesus hat gesagt: Ohne mich k\u00f6nnt ihr nichts tun. Er ist der Weinstock und wir sind die Reben&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nijole Sadunaite wurde 1938 in Litauen geboren. 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