{"id":6601,"date":"2023-10-07T09:28:34","date_gmt":"2023-10-07T08:28:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=6601"},"modified":"2026-05-03T12:37:35","modified_gmt":"2026-05-03T11:37:35","slug":"jeder-ruft-zu-gott-wie-er-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=6601","title":{"rendered":"Jeder ruft zu Gott, wie er kann"},"content":{"rendered":"<p>Im Ukrainekrieg sind schon hunderttausende Soldaten auf beiden Seiten ums Leben gekommen. In diesem sinnlosen Krieg, den Menschen verursachen, wirkt aber auch Gott seine gro\u00dfen Wunder der Gnade.<\/p>\n<p>Der polnische Salesianer, Pater Dominik Chmielewski, der segensreich f\u00fcr die jungen Menschen wirkt, erz\u00e4hlt in einer Predigt (vom Youtube-Kanal &#8218;Menschenfischen&#8216; \u00fcbersetzt), dass er im M\u00e4rz 2023 zu einem Treffen eingeladen wurde mit ukrainischen Soldaten, die an der Front gek\u00e4mpft hatten. Sie hatten Arme oder Beine verloren und werden in die USA geflogen, um Prothesen zu bekommen: &#8222;Es sollte ein einst\u00fcndiges Treffen werden, es endete mitten in der Nacht. Tausende Fragen, die sie gestellt haben, mit tausenden Antworten. Sie sagten: &#8218;Pater, wir waren nicht gl\u00e4ubig, bei uns hat niemand an Gott geglaubt. Doch wenn du an der Front bist und die Raketen einschlagen und wenn deine Kameraden zerfetzt, in die Luft gesprengt werden, gibt es eine so monstr\u00f6se Angst, dass es keine Ungl\u00e4ubigen mehr gibt.&#8216; Jeder betet, wie er kann; jeder ruft zu Gott, wie er kann und es gelernt hat &#8211; Heiligenbilder, die sie bei sich haben, in einer Tasche der Uniform &#8211; er wei\u00df nicht einmal, wer es auf dem Bild ist, doch er fleht um Hilfe.<\/p>\n<p>Ich denke gerade daran, dass ich einmal das Tagebuch von Schwester Faustina &#8230; gelesen habe, wo Jesus &#8230; sagte: &#8218;Die Soldaten werde ich im Krieg erl\u00f6sen&#8216;. Fr\u00fcher verstand ich das nicht. Jetzt verstehe ich es, dass Gott sagt, dass er diese jungen Menschen erl\u00f6sen will, dort in dieser Situation, wo sie zum ersten Mal zu ihm rufen: &#8218;Gott hilf uns!&#8216; &#8218;Gott rette uns!&#8216; &#8218;Gott, wenn du da bist, komm!&#8216; Wenn der Krieg nicht w\u00e4re, die Front und diese Extremsituationen, so w\u00fcrden sie mit Gott nichts zu tun haben wollen &#8211; bis zu ihrem Lebensende nicht. Ich spreche mit ihnen und sie sagen: &#8218;Pater, wir gehen nicht zur Kirche, Predigten h\u00f6ren wir uns nicht an, doch unser Leben ist nicht mehr so, wie es fr\u00fcher war. Wir stellen uns Fragen, die wir uns zuvor nie gestellt haben&#8216;.<\/p>\n<p>Lena, eine Sanit\u00e4terin sagt: &#8218;Folgendes, Pater: Meine Aufgabe ist es, sogar im Feuer des Gefechts die K\u00f6rper, manchmal durch Bomben zerfetzt, rauszuholen und die Soldaten zu retten zu versuchen. Und ich bin Zeuge von Dingen, die ich nicht imstande bin zu erkl\u00e4ren. Normalerweise, wenn ein Arm oder ein Bein abgerissen ist, \u00fcberlebt ein Mensch nur ca. 15 Minuten, bis er verblutet. Ich sah Soldaten, welche mit abgerissenem Arm, abgerissenem Bein, 30 Minuten, 45 Minuten geblutet haben; manche sogar mehr als eine Stunde. Ich war geschockt, sah sie an und sehe in ihren H\u00e4nden diese Kette, die Sie, Pater, um ihren Hals tragen.&#8216; Ich sagte: &#8218;Den Rosenkranz?&#8216;, sie sagte: &#8218;Ja, sie beteten die ganze Zeit. Aus medizinischer Sicht ist das unerkl\u00e4rlich, dass sie das \u00fcberlebt haben.&#8216;<\/p>\n<p>Ich spreche mit dem Kommandanten. Er sagte: &#8218;Pater ich glaube nicht an Gott. Aber es geschah etwas, was ich bis zu meinem Lebensende nicht vergessen werde. Wir griffen Panzer an. Wir schossen mit allem, was wir zur Verf\u00fcgung hatten und trafen einen Panzer. Ein Haufen Schrott flog in die Luft. Wenn so etwas passiert, ist es unm\u00f6glich, dass jemand \u00fcberlebt. Pl\u00f6tzlich kriecht aus dem getroffenen Panzer ein russischer Soldat. Ein junger Mann. Wir laufen hin, um ihn zu erschie\u00dfen und er kniet vor uns, hebt die H\u00e4nde hoch. In einer Hand h\u00e4lt er den Rosenkranz und sagt zu uns: &#8218;Wir beten! Ich bete f\u00fcr euch! Meine Mutter und ich beten f\u00fcr euch!&#8216; Ich verstand nicht, was passierte: Was f\u00fcr ein Gebet? Welche Mutter? Der russische Soldat erkl\u00e4rt: &#8218;Meine Mutter &#8211; vor ein paar Stunden schrieb ich eine SMS, dass es einen Angriff geben wird, dass sie f\u00fcr mich beten soll, dass sie auch f\u00fcr euch beten soll.&#8216;<\/p>\n<p>Der Kommandant wei\u00df nicht, was er tun soll. Normalerweise erschie\u00dfen sie solche Leute sofort. Doch etwas h\u00e4lt seine Hand. Etwas h\u00e4lt ihn davon ab, den Befehl zu geben. Schlie\u00dflich sagt er mit leiser Stimme: &#8218;Nehmt ihn mit zur Basis. Gebt ihm zu essen, gebt ihm zu trinken, schickt ihn in das leichteste Gefangenenlager.&#8216; Er ist \u00fcberrascht davon, was seine Lippen aussprechen. Etwas Gr\u00f6\u00dferes als er befiehlt ihm, so in dieser Situation zu handeln. Er sagt: &#8218;Pater, ich wei\u00df bis heute nicht, was ich da getan habe. Ich war nicht imstande, diese Menschen zu t\u00f6ten.&#8216;<br \/>\nIch denke, dass wir gerade in solchen Situationen beginnen, Gott in Aktion zu sehen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Ukrainekrieg sind schon hunderttausende Soldaten auf beiden Seiten ums Leben gekommen. 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