{"id":6525,"date":"2023-05-14T21:14:21","date_gmt":"2023-05-14T20:14:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=6525"},"modified":"2023-05-14T21:14:21","modified_gmt":"2023-05-14T20:14:21","slug":"gottesfurcht-anfang-der-weisheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=6525","title":{"rendered":"Gottesfurcht &#8211; Anfang der Weisheit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Jesu-Herz2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2963\" src=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Jesu-Herz2.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"257\" \/><\/a>Im Evangelium vom 12. Sonntag im Jahreskreis (A) spricht Jesus von der Menschenfurcht, die uns versuchen kann, wenn wir uns zu ihm bekennen. Das Heilmittel dagegen ist die wahre Gottesfurcht: &#8222;F\u00fcrchtet euch nicht vor den Menschen! &#8230; sondern f\u00fcrchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der H\u00f6lle st\u00fcrzen kann&#8220; (Mt 10,26-33).<\/p>\n<p>Kardinal Ratzinger hat in einem Vortrag am 7.2.1987 zum 100. Geburtstag von Kardinal Frings \u00fcber dieses Thema gesprochen. Er sagt unter anderem:<\/p>\n<p>&#8222;Ich habe schon fr\u00fch und oft dar\u00fcber nachgedacht, was es eigentlich bedeutet, wenn die Bibel immer wieder sagt: Die Gottesfurcht ist der Anfang der Weisheit, und es ist mir lange Zeit sehr schwer gefallen, in den Sinn dieses Satzes einzudringen. Aber jetzt beginne ich ihn von seiner Umkehrung her so real zu begreifen, dass ich seine Wahrheit geradezu mit H\u00e4nden zu ber\u00fchren glaube. Denn was sich zusehends vor unseren Augen abspielt, l\u00e4sst sich in die Worte fassen: Die Menschenfurcht, d. h. das Ende der Gottesfurcht, ist der Anfang aller Torheit. Die Gottesfurcht ist heute praktisch aus dem Tugendkatalog verschwunden, seitdem das Gottesbild den Gesetzen der Werbung unterworfen wurde. Gott muss, um werbewirksam zu erscheinen, gerade umgekehrt so dargestellt werden, dass niemand irgendwie Furcht vor ihm empfinden kann. Auf diese Weise breitet sich in unserer Gesellschaft und mitten in der Kirche immer mehr wieder jene Umkehrung der Wertungen aus, die die eigentliche Krankheit der vorchristlichen Religionsgeschichte gewesen war.<\/p>\n<p>Denn auch da hatte sich die Meinung durchgesetzt, dass man den guten Gott, den eigentlichen Gott, nicht zu f\u00fcrchten brauche, weil von ihm als dem Guten ja nur Gutes kommen k\u00f6nne. H\u00fcten muss man sich vor den b\u00f6sen M\u00e4chten. Nur sie sind gef\u00e4hrlich, und mit ihnen muss man sich daher auf jede Weise gut zu stellen versuchen. In dieser Maxime ist das Wesen des G\u00f6tzendienstes als Abfall vom Gottesdienst zu sehen. Aber in diesem G\u00f6tzendienst stehen wir mitten drin. Der gute Gott schadet uns sowieso nicht; mehr als eine Art Urvertrauen braucht man auf ihn nicht zu verwenden.<\/p>\n<p>Aber der gef\u00e4hrlichen M\u00e4chte gibt es um uns nur allzu viele, und mit ihnen muss man auszukommen versuchen. Und so handeln Menschen in und au\u00dferhalb der Kirche, Hohe und Niedrige, nicht mehr mit Blick auf Gott und seine Ma\u00dfst\u00e4be, die ja unwichtig sind, sondern mit Blick auf die menschlichen M\u00e4chte, um halbwegs gl\u00fccklich durch die Welt zu kommen. Sie handeln f\u00fcr den Schein \u2011 f\u00fcr das, was man von uns h\u00e4lt und wie man uns darstellt.<\/p>\n<p>Die Diktatur des Scheins ist der G\u00f6tzendienst unserer Stunde, den es auch in der Kirche gibt. Die Menschenfurcht ist der Anfang der Torheit, aber die Menschenfurcht herrscht unverr\u00fcckbar, wo die Gottesfurcht abgetreten ist.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Evangelium vom 12. 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