{"id":6403,"date":"2023-02-05T21:02:47","date_gmt":"2023-02-05T20:02:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=6403"},"modified":"2023-02-05T21:02:47","modified_gmt":"2023-02-05T20:02:47","slug":"ich-bin-es-der-da-leidet-fuer-mich-gehst-du-hin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=6403","title":{"rendered":"Ich bin es, der da leidet. F\u00fcr mich gehst du hin."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/st-anonius-paar.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6404\" src=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/st-anonius-paar.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"149\" \/><\/a>Im Jahre 1990 gingen Enzo und Elisabeth Caruso, beide Krankenpfleger in Wien, in Pension. Sofort packten sie alles zusammen und folgten einem Ruf des Herrn, den sie schon lange gesp\u00fcrt hatten: Sie gingen nach Afrika zu den \u00c4rmsten der Armen. 15 Jahre lang wirkten sie in Leprad\u00f6rfern und Missionsstationen, drei Jahre in Benin und zw\u00f6lf in Madagaskar. Sie haben vielen Kranken geholfen und die Menschen im Glauben unterrichtet.\u00a0 In ihrem Buch &#8222;Lepra, Ahnenglaube und Krokodile &#8211; Unsere Mission f\u00fcr Jesus in Afrika&#8220;, aber auch in Interviews geben sie Zeugnis f\u00fcr ihren Einsatz:<\/p>\n<p>Enzo sagt: &#8222;Zu sp\u00fcren, dass es Christus ist, der uns in den Leidenden gegen\u00fcbersteht, hat uns viel Kraft gegeben. Wir wussten, wenn wir die stinkenden Wunden eines Leprakranken pflegen, dass das die Wunden Jesu sind. Aber ja, als ich das erste Mal zu den Leprakranken gekommen bin, habe ich gezittert und musste mir sagen: Enzo, beherrsche dich! Zu Jesus habe ich einmal lachend gesagt: Wenn ich einmal vor dir im letzten Gericht stehe, denke daran, dass ich dir deine stinkenden F\u00fc\u00dfe verbunden habe! \u2026 Nebenbei haben wir Schulen und Kirchen gebaut, Brunnen gegraben. Aber das war nur m\u00f6glich mit der gro\u00dfz\u00fcgigen Unterst\u00fctzung von zu Hause. Und vor allem war es\u00a0 nicht unser Werk, sondern das Werk Gottes, zu dem er uns beauftragt hat.&#8220;<\/p>\n<p>Elisabeth erz\u00e4hlt von einem Gef\u00e4ngnis, in das beide einmal w\u00f6chentlich gehen durften, um Kranke zu betreuen. &#8222;Dort ist die H\u00f6lle. Das kann man sich hier nicht vorstellen. Das stinkende Loch war f\u00fcr 140 Gefangene gedacht, tats\u00e4chlich hausten dort 248.&#8220; Soviel Leid blickt da dem Ehepaar aus den Augen der unterern\u00e4hrten, oft schwer kranken, oft auch gefolterten Burschen entgegen, die von 14 Jahren aufw\u00e4rts und viele unschuldig dort gefangen waren!<\/p>\n<p>&#8222;Da war z.B. Dama, nur mehr Haut und Knochen. Er hat Blut gespuckt, hatte nur total verschmutze Restfetzen als Kleidung. Leise \u2013 wegen der W\u00e4chter \u2013 habe ich den Burschen, w\u00e4hrend ich ihn behandelte, gefragt, wie lange er schon da sei. &#8218;Drei Jahre.&#8216; Was er denn angestellt h\u00e4tte? &#8218;Nichts. Im Nachbardorf waren Rinder gestohlen worden. Da ich auf der Stra\u00dfe unterwegs war, und die Gendarmen niemand anderen als T\u00e4ter gefunden haben, nahmen sie mich mit,&#8216; so die kaum h\u00f6rbare Antwort. Da er noch kein Gerichtsverfahren hatte, nicht lesen und schreiben konnte, sagte Elisabeth zu ihm: &#8222;Verzweifle nicht, vielleicht k\u00f6nnen wir etwas tun.&#8220; Da hat er ruhig, mit seinem glasigen Blick gemeint: &#8222;Ich verzweifle nicht. Gott und meine Ahnen wissen, dass ich nichts B\u00f6ses getan habe. Ich werde bald sterben. Aber ich gehe heim zu ihnen, es kann mir nichts passieren\u2019.&#8220; Noch heute ist Elisabeth tief ber\u00fchrt: &#8222;Er hatte so eine starke \u00dcberzeugung. Zwei Wochen sp\u00e4ter ist er gestorben.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Waren Sie da nicht verzagt bei all dem Elend, der Ungerechtigkeit die sie dort gesehen haben?&#8220; wurde Elisabeth gefragt. Sie sagt: &#8222;Enzo nicht, ich war nahe daran. &#8211; Manchmal habe ich schon mit Gott gehadert. Damals, nach dem Gef\u00e4ngnis, habe ich geweint.\u00a0 Die Burschen haben mir so leid getan. Ich habe auf das Kreuz, das ein Madagasse geschnitzt hatte, geschaut: Da bekam ich innerlich eine klare Antwort: &#8218;Ich bin es, der da leidet. F\u00fcr mich gehst du hin. Die sind nicht allein. Ich bin bei ihnen.&#8216; Das hat mir Kraft gegeben. Ich wusste ja auch, dass Jesus gesagt hatte: &#8218;Was ihr den Geringsten meiner Br\u00fcder tut, das tut ihr mir.&#8216; Das ist der mystische Christus, der da weiterleidet. Das ist mir in dem Moment stark zum Bewusstsein gekommen! Das ist Gnade. Solche Erlebnisse gaben uns Kraft und Freude.&#8220;\u00a0 Schlie\u00dflich gelingt es den beiden, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Gefangenen wenigstens einmal in der Woche eine anst\u00e4ndige Mahlzeit bekommen.<\/p>\n<p>Elisabeth erz\u00e4hlt: &#8222;Was uns besonders beeindruckt hat, war, dass die Leute, die zu 90 % noch im Ahnenglauben waren, sich so f\u00fcr den katholischen Glauben interessiert haben. Sie haben gesagt: &#8218;Warum macht ihr das? Warum kommt ihr? Ihr werdet nicht bezahlt. Ihr tut das alles nur f\u00fcr uns.&#8216; Wie wir hingekommen waren, hat es in dieser Gegend nur f\u00fcnf Leute gegeben, die getauft waren. Als wir weggegangen sind, waren \u00fcber 200 Erwachsene und viele Kinder getauft, und es hat sich eine lebendige christliche Gemeinschaft entwickelt.&#8220; &#8222;Wir haben gesp\u00fcrt, dass Christus dort schon vor uns pr\u00e4sent war. Viele haben sich f\u00fcr das Christentum interessiert. Es war, als w\u00fcrde sich der Ahnenglaube f\u00fcr Christus \u00f6ffnen. Und die, die sich taufen lie\u00dfen, waren aus tiefem Herzen Christen.&#8220;<\/p>\n<p>Quelle: Vgl. Vision 2000<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahre 1990 gingen Enzo und Elisabeth Caruso, beide Krankenpfleger in Wien, in Pension. 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