{"id":5993,"date":"2021-05-19T14:43:20","date_gmt":"2021-05-19T13:43:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=5993"},"modified":"2021-05-19T14:43:50","modified_gmt":"2021-05-19T13:43:50","slug":"im-namen-jesu-fuhr-ich-ins-gefaengnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=5993","title":{"rendered":"Im Namen Jesu fuhr ich ins Gef\u00e4ngnis"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/kap-frau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5994\" src=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/kap-frau.jpg\" alt=\"\" width=\"245\" height=\"174\" \/><\/a>2010 hatte Asia Bibi in Pakistan muslimischen Nachbarinnen Wasser gebracht und vorher daraus getrunken. Es sei nun unrein, behaupteten die Nachbarinnen, was Asia Bibi bestritt. Mohammed h\u00e4tte das nie gesagt. Diese Aussage wurde ihr als Blasphemie, als Gottesl\u00e4sterung, ausgelegt und sie wurde wegen Gottesl\u00e4sterung zum Tode verurteilt. Acht Jahre lang musste sie mit diesem Todesurteil, das jederzeit vollstreckt werden konnte, im Gef\u00e4ngnis leben. Auf internationalen Druck wurde sie aber 2018 freigesprochen, was einen Aufstand gegen die pakistanische Regierung ausl\u00f6ste, sodass sie erst 2019 nach Kanada ausreisen konnte. Im Folgenden Ausz\u00fcge aus einem Interview \u00fcber ihre Zeit im Gef\u00e4ngnis, das in der Zeitung Famille Chr\u00e9tienne ver\u00f6ffentlicht wurde:<\/p>\n<p>Asia Bibi erz\u00e4hlt: &#8222;Ich bin in einer Atmosph\u00e4re der Fr\u00f6mmigkeit aufgewachsen. Meine Familie war sehr gl\u00e4ubig, und meine Eltern haben mich den Katechismus gelehrt. An jedem Tag, den Gott uns schenkte, haben wir gebetet. Seit meiner fr\u00fchesten Kindheit bin ich am Sonntag in meinem Dorf (im Punjab, im Osten Pakistans) in die Messe gegangen. \u2026&#8220;<\/p>\n<p><i>Was haben Sie gef\u00fchlt, als man Sie ins Gef\u00e4ngnis warf? <\/i>&#8222;Zun\u00e4chst war ich w\u00fctend. In meinem Kopf drehte sich alles um die Frage: Warum? Aber da war auch noch etwas, was mir Sicherheit gab. Im Fahrzeug, das mich fortf\u00fchrte, wusste ich, dass ich ins Gef\u00e4ngnis fuhr im Namen Jesu. Ich wusste, dass ich eine Pr\u00fcfung in Seinem Namen zu ertragen haben w\u00fcrde.&#8220;<\/p>\n<p><i>Ungerecht verurteilt \u2013 kam Ihnen da nicht der Gedanke, von Gott verlassen zu sein?<\/i><\/p>\n<p>&#8222;Tats\u00e4chlich, die Strafe war ja ungerecht. Ich sah Jesus am Kreuz schreien: &#8218;Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?&#8216; Ich habe mir zeitweise diese Worte Jesu zu eigen gemacht. \u00c4rger habe ich eigentlich nicht versp\u00fcrt, sondern eher Verzweiflung. Ich sp\u00fcrte, wie sie langsam mein ganzes Wesen erfasste, sich in meinen Geist einnistete. Ich habe mich dann aber wieder erfangen und mein ganzes Vertrauen auf Gott gesetzt. So wurde mein Glaube gepr\u00fcft. Ich war von meiner Unschuld \u00fcberzeugt. Und ich wusste: Wenn man sein Leben verliert, obwohl man unschuldig ist, so kann dies nur im Namen Jesu geschehen.<\/p>\n<p><i>Haben Sie im Gef\u00e4ngnis regelm\u00e4\u00dfig gebetet? <\/i><\/p>\n<p>&#8222;Ich habe mit Jesus gesprochen. Ich stellte Ihm meine Fragen, sagte Ihm all meine Zweifel und bat Ihn, mich zu st\u00e4rken. Ich sagte Ihm, dass ich fest entschlossen sei, diese Pr\u00fcfung, die mir das Leben auferlegt hatte, zu bestehen. Ich hatte eine Bibel bei mir und ein Liederbuch. Ich habe oft die Psalmen gebetet, die Evangelien gelesen, das Vaterunser gebetet. Oft habe ich den Namen Marias wiederholt. Das Gebet hat mich durchgetragen. Ich war so im Glauben gest\u00e4rkt, dass ich \u00fcberzeugt war, eines Tages freizukommen.&#8220; \u2026<\/p>\n<p><i>Was haben Sie empfunden, als man Ihnen mitteilte, dass Sie freikommen w\u00fcrden?<\/i><\/p>\n<p>&#8222;Ich habe mich hingekniet und tief verneigt. Mein erster Gedanke war an den Sch\u00f6pfer gerichtet. Ich habe meinem Herrn meine gro\u00dfe Dankbarkeit ausgesprochen. &#8218;Herr, ich danke Dir so sehr, weil Du mich befreit hast! Danke Herr, weil Du mir gestattet hast, zu denen zu geh\u00f6ren, die eine solche Pr\u00fcfung bestehen konnten. Danke, dass Du mir dazu die Kraft gegeben hast, mir, einem einfachen Menschenkind.'&#8220;<\/p>\n<p><i>Konnten Sie einen Sinn in diesem Leiden entdecken?<\/i><\/p>\n<p>&#8222;Was ich in meiner Haftzeit gelernt habe, war \u2013 Geduld. Was auch immer geschieht, die Geduld, die Duldsamkeit, der Glaube, sie k\u00f6nnen helfen, Pr\u00fcfungen zu bestehen. Heute kann ich sagen, dass diese Pr\u00fcfung meinen Glauben gest\u00e4rkt hat.<br \/>\nIch bin \u00fcberzeugt, dass ich mich an diesem Glauben bis zu meinem letzten Atemzug festklammern werde. In der Stunde meines Todes wird der Name Jesu in meinem Herzen und auf meinen Lippen sein.&#8220;<\/p>\n<p><i>Sie glauben an die Macht des Gebets. Was k\u00f6nnen Sie jenen sagen, die nicht mehr glauben?<\/i><\/p>\n<p>Asia Bibi: &#8222;Ich werde f\u00fcr sie beten. Ich will f\u00fcr alle Menschen beten, die sich verirrt haben, damit sie den Weg zum Glauben finden. Denn ich wei\u00df, welcher Schatz der Glaube ist, der Glaube, der das Leben schenkt. In den Pr\u00fcfungen, den schweren Zeiten kann man seine Schwachheit eingestehen und den Kopf h\u00e4ngen lassen \u2013 aber niemals den Glauben verlieren.&#8220; \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2010 hatte Asia Bibi in Pakistan muslimischen Nachbarinnen Wasser gebracht und vorher daraus getrunken. 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