{"id":5788,"date":"2020-01-14T14:52:21","date_gmt":"2020-01-14T13:52:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=5788"},"modified":"2026-05-05T22:01:31","modified_gmt":"2026-05-05T21:01:31","slug":"alles-dunkel-meiner-seele-verschwand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=5788","title":{"rendered":"Alles Dunkel meiner Seele verschwand"},"content":{"rendered":"<p>Claudio Canali kam 1952 in Norditalien in der N\u00e4he von Lecco zur Welt. Schon fr\u00fch erkannten seine tiefgl\u00e4ubigen Eltern sein musikalisches Talent und gaben ihm die M\u00f6glichkeit, verschiedene Instrumente zu erlernen. So wurde er bald in eine Pop-Rock-Band aufgenommen. Sie wurde sein Alles! F\u00fcr das Studium hatte er nicht mehr viel Zeit und Kraft.<br \/>\nAls 18-J\u00e4hriger gr\u00fcndete er zusammen mit seinen Musikerfreunden die Rockband &#8222;Biglietto per l\u2019Inferno \u2011 Fahrkarte in die H\u00f6lle&#8220;. Sie waren keine erkl\u00e4rten Satanisten, wie man beim Namen der Band vermuten k\u00f6nnte. Doch schien ihnen das Leben auf dieser Erde wie eine H\u00f6lle, so viel Ungerechtigkeit und Leid. Dar\u00fcber wollten sie singen.<br \/>\n1974 erschien ihre erste Schallplatte unter dem Titel &#8222;Fahrkarte in die H\u00f6lle&#8220;, mit der sie enormen Erfolg hatten. Wegen der gottlosen, blasphemischen Texte, die Claudio leidenschaftlich sang, gab man ihm den Beinamen &#8222;Stimme des Teufels\u201c. Sie hatten gro\u00dfe Auftritte. Doch wenn er nach dem Rausch des Konzertes in sein Zimmer zur\u00fcckkehrte, \u00fcberkam ihn eine deprimierende Einsamkeit. &#8222;Auch Beziehungen mit Frauen konnten diese Leere nicht f\u00fcllen, die ich in mir hatte&#8220;, erz\u00e4hlt er sp\u00e4ter. &#8222;Wir suchten die Freiheit, indem wir die Grenzen der sexuellen Tabus beseitigen wollten und uns vom Alkohol in eine andere Welt hin\u00fcbertreiben lie\u00dfen. Aber sobald ich allein war, f\u00fchlte ich mich schlecht.&#8220;<br \/>\nClaudio war 25 Jahre alt, als ihn ein Freund nach Indien mitnahm \u2011 eine Mode dieser Jahre. Als er wieder zu Hause war, \u00fcberkamen ihn starke Schuldgef\u00fchle und Depressionen. Seine Freunde hielten ihn f\u00fcr verr\u00fcckt. Nur seine Mutter sp\u00fcrte intuitiv, dass eine Ver\u00e4nderung in ihm vorging. Sie hatte viel f\u00fcr ihren &#8222;verlorenen Sohn&#8220; gebetet.<br \/>\n&#8222;Eines Abends im Februar 1976 stieg ich von der B\u00fchne und sagte den anderen, dass ich nie mehr auf die B\u00fchne zur\u00fcckkehren werde. Ich ertrug diese Welt nicht mehr, die Konzerte und die Leute, die wie Zombies zwischen Rauch und Alkohol herumwankten. Ich suchte nach Antworten.&#8220; Jahrelang st\u00fcrzte er sich nun in alle m\u00f6glichen Unternehmen und landete schlie\u00dflich bei der Hare\u2011Krishna\u2011Sekte, die damals in Mode war. Er rasierte sich die Haare vom Kopf, zog einen orangefarbenen Habit an und kam als &#8217;neuer Mensch&#8216; zur\u00fcck. Durch das Leben in der Sekte wurde ihm aber die ganze Last seiner Schuld so sehr bewusst, dass er sie kaum mehr tragen konnte.<br \/>\nDa erinnerte er sich seiner christlichen Wurzeln und ging eines Tages in eine katholische Kirche, um zu beichten. &#8222;Als ich die Absolution empfing, verschwand alles Dunkel in meiner Seele, und ich war augenblicklich von meiner Depression geheilt, die mich seit meinem Indienaufenthalt gequ\u00e4lt hatte&#8220;, bezeugt Claudio mit tiefer Dankbarkeit.<br \/>\nDurch den Hinweis einer Ordensschwester fand er 1994 den Weg in die Gemeinschaft der Benediktiner-Eremiten von Minucciano in der Provinz Lucca.<br \/>\nDer Obere sagte ihm, er solle sich eine Arbeit suchen, und wenn er nach zwei Jahren immer noch den Wunsch habe wiederzukommen, sei er herzlich willkommen. T\u00e4glich besuchte er nun die hl. Messe, betete den Rosenkranz und empfing regelm\u00e4\u00dfig die hl. Beichte. Auf diese Weise konnte der Herr ihn in seiner Berufung festigen.<br \/>\n&#8222;Ich war \u00fcbergl\u00fccklich, hier angekommen zu sein, auch wenn der Anfang f\u00fcr mich hart war. Meine Vergangenheit lastete wie ein M\u00fchlstein auf mir. Es war ein hartes Ringen, das Erkennen, wie nichtig mein bisheriges Leben war. Doch mit der Zeit verstand ich, dass Gott mir alles verzeiht und auch vergisst.&#8220; Durch sein Beispiel und sein Zeugnis des Glaubens konnte er noch vielen jungen Menschen eine &#8222;Fahrkarte zum Himmel&#8220; vermitteln. Im August 2018 ist er im Alter von 66 Jahren verstorben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Claudio Canali kam 1952 in Norditalien in der N\u00e4he von Lecco zur Welt. 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