{"id":5672,"date":"2019-10-15T08:29:53","date_gmt":"2019-10-15T07:29:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=5672"},"modified":"2019-10-15T08:29:53","modified_gmt":"2019-10-15T07:29:53","slug":"vergiss-nicht-silvija-gott-schaut-auf-dich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=5672","title":{"rendered":"Vergiss nicht, Silvija: Gott schaut auf dich."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/rosenkranz-kreuz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4867\" src=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/rosenkranz-kreuz.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"292\" \/><\/a>Der spanische Autor Jos\u00e9 Miguel Cejas hat in seinem Buch &#8222;Der Tanz nach dem Sturm&#8220; viele &#8222;Lebenszeugnisse von Christen in baltischen L\u00e4ndern und Russland&#8220; zusammengefasst. Eines dieser Zeugnisse ist der Bekehrungsweg des \u00c4rze-Ehepaares Silvija und Gints aus Lettland. Beide nahmen \u00fcber viele Jahre Abtreibungen vor; doch heute setzen sie sich als \u00fcberzeugte Katholiken aktiv in Lettland f\u00fcr eine Bewegung f\u00fcr das Leben ein.<\/p>\n<p>Silvija erz\u00e4hlte 2013 \u00fcber ihren gemeinsamen Bekehrungsweg und sie fragt sich, warum Gott gerade ihnen diese unermessliche Gnade gew\u00e4hrt hat: &#8222;Wir wussten gar nichts von Gott, obwohl ich als kleines Kind katholisch getauft worden war. Sowohl in der Schule als auch auf der Universit\u00e4t hatte man uns den Marxismus- Leninismus beigebracht und eine radikal atheistische Bildung. Ich hatte nur meine Gro\u00dfmutter \u00fcber Gott reden h\u00f6ren. Als ich klein war, sagte sie zu mir: &#8218;Vergiss nicht, Silvija: Gott schaut auf dich. Er sieht dich immer. Handle so, dass du ihm gef\u00e4llst.&#8216; Meine Gro\u00dfmutter war sehr lieb zu mir. Aber sie hatte etwas, was mich verwirrte: Wenn sie in ihrem Lehnstuhl sitzend mir zul\u00e4chelte und den Rosenkranz zu beten begann und ich sie bat, mit mir zu spielen, musste ich dann warten, bis sie fertig war. Immer wieder versuchte ich es: &#8218;Gro\u00dfmutter, schau dir das an!&#8216; &#8218;Wart ein paar Minuten, Silvija&#8216;, sagte sie dann leise, &#8218;jetzt bete ich zur Muttergottes f\u00fcr dich.'&#8220;<\/p>\n<p>Als Gyn\u00e4kologin hatte sie bald Abtreibungen vorgenommen: &#8222;Zuerst f\u00fchlt man sich abgesto\u00dfen, so etwas zu tun; aber im gleichen Ma\u00df, in dem man Abtreibungen vornimmt, verh\u00e4rtet sich das Herz immer mehr, bis man schlie\u00dflich zynisch wird. Wir machten oft Witze nach einer Abtreibung: Sp\u00e4ter werden wir dann im H\u00f6llenfeuer schmoren!&#8220; &#8222;Mein Mann Gints war der Chef der Abteilung \u2026 wir verdienten ziemlich gut und erfreuten uns einer gewissen Position.&#8220; Wie kam es zur Wende? &#8222;Die ganze Welt brach in mir zusammen, als ich merkte, dass Gints mich mit einer anderen Frau betrog. Ich litt sehr. Ich konnte es nicht verstehen. Wir hatten doch zwei kleine Kinder! Es kam der Moment, in dem ich dachte, dass die einzige L\u00f6sung in der Scheidung best\u00fcnde.<\/p>\n<p>Er bat mich um Verzeihung und sagte, es sei nur ein vor\u00fcbergehendes Abenteuer gewesen. Ich glaubte ihm nicht. Vor allem war ich nicht bereit, ihm zu verzeihen. Ich kann ihm das nicht verzeihen, dachte ich. Wir stritten unaufh\u00f6rlich, und wenn wir uns in Rage geredet hatten, warfen wir uns schreckliche Dinge an den Kopf. \u2026 Zum ersten Mal befanden wir uns in einer Situation, die uns \u00fcberstieg und die wir aus eigener Kraft nicht zu kontrollieren vermochten.&#8220;<\/p>\n<p>Auch mit ihrer Arbeit waren beide seit der Geburt ihres ersten Sohnes in eine Krise geraten. Sie konnten es nicht mehr glauben, dass es nur ein St\u00fcckchen Fleisch war, das sie da abtrieben. &#8222;Es war sehr hart, denn es ist f\u00fcr niemanden leicht, zuzugeben, dass er sich jahrelang in einem schwerwiegenden Irrtum befunden hat.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Als wir uns in vollster Ehekrise befanden, geschah etwas menschlich Unerkl\u00e4rliches. Ich muss Gott finden, dachte ich. Gott trat pl\u00f6tzlich in mein Leben und in das Leben von Gints.&#8220; Gints nahm Kontakt mit einem evangelischen Pastor auf, der ihm zu Lesen der Bibel riet und ihm eines Tages klar machte, dass er definitiv mit den Abtreibungen aufh\u00f6ren m\u00fcsse. &#8222;Gint sagte es mir und ich war einverstanden.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Inzwischen war in meiner Seele ein Wunsch entstanden, der mir wenige Jahre zuvor absurd, eigenartig und unverst\u00e4ndlich vorgekommen w\u00e4re: das Verlangen, zu kommunizieren. \u2026\u00a0 Ich hatte diese klare Idee: Ich k\u00f6nnte nur dann mir selber und Gints verzeihen, wenn ich in der Eucharistie Zuflucht zum Herrn nehmen k\u00f6nnte, durch seine Kraft. Wir begannen, uns darauf vorzubereiten.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Gints machte die Professio fidei und wir empfingen das Sakrament der Ehe. Jetzt, dank der Kommunion und des Sakramentes der Beichte hat sich unser Leben vollst\u00e4ndig ver\u00e4ndert.&#8220;<\/p>\n<p>Silvija bekennt: &#8222;Als f\u00fcr uns alles in die eigene und fremde Zerst\u00f6rung zu m\u00fcnden schien, griff pl\u00f6tzlich eine Hand ein, die uns rettete. Wem geh\u00f6rt diese Hand? Jedes Mal, wenn ich mich an meine Gro\u00dfmutter erinnere, wie sie l\u00e4chelnd die Perlen des Rosenkranzes durch die Finger gleiten lie\u00df, ahne ich es. Es ist eine Mutterhand, die heilt und lindert, die Leben spendet und es besch\u00fctzt.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der spanische Autor Jos\u00e9 Miguel Cejas hat in seinem Buch &#8222;Der Tanz nach dem Sturm&#8220; viele &#8222;Lebenszeugnisse von Christen in <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=5672\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[44],"tags":[],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-25 03:32:47","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5672"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5672"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5672\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5672"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5672"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5672"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}