{"id":5557,"date":"2019-03-14T10:35:04","date_gmt":"2019-03-14T09:35:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=5557"},"modified":"2026-04-30T09:44:26","modified_gmt":"2026-04-30T08:44:26","slug":"warum-ich-mich-ueber-das-christentum-geirrt-habe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=5557","title":{"rendered":"Warum ich mich \u00fcber das Christentum geirrt habe"},"content":{"rendered":"<p>Tom Holland ist ein nicht nur in Gro\u00dfbritannien beachteten Historiker und Romanautor. Er hat am 14. 9. 2016 in der linksgerichtete britische Wochenzeitung New Statesman, in der er bis dahin regelm\u00e4\u00dfig Aufs\u00e4tze zu geschichtlichen Themen schrieb, einen letzten Aufsatz ver\u00f6ffentlicht mit dem Titel: &#8222;Warum ich mich \u00fcber das Christentum geirrt habe&#8220;. Er legt darin seinen Sinneswandel in Sachen Christentum und seine Abrechnung mit der Aufkl\u00e4rung dar. &#8222;Ich habe viel Zeit gebraucht, um zu begreifen, dass meine Einstellungen und Sitten nicht griechisch oder r\u00f6misch, sondern im Grund und mit Stolz christlich sind&#8220;, schreibt er in der Einleitung.<\/p>\n<p>Tom Holland hatte zwar eine christliche Erziehung erfahren, aber sie wurde ihm zum Spielball seiner Begeisterung: zuerst f\u00fcr die Zeit der Dinosaurier, dann f\u00fcr die alten Griechen und R\u00f6mer. Als er verschiedene Autoren der Aufkl\u00e4rung las, \u00fcbernahm er auch ihre Geschichtsdeutung, dass die Ausbreitung des Christentums die Menschen in eine &#8222;Epoche des Aberglaubens und der Leichtgl\u00e4ubigkeit&#8220; f\u00fchrte und er lie\u00df sich von der Sichtweise Voltaires leiten, der sagte: &#8222;Jeder vern\u00fcnftige Mensch, jeder anst\u00e4ndige Mensch muss die christliche Sekte verabscheuen&#8220;. Den biblischen Gott sah er &#8222;als direkten Feind der Freiheit und des Am\u00fcsements&#8220;; die Moderne hingegen gr\u00fcnde sich auf die Wiederherstellung der lange vergessenen klassischen Ideale. Aber er entdeckte: &#8222;Je mehr ich mich in das Studium der klassischen Antike vertiefte, desto fremder und besorgniserregender wurde sie mir.&#8220; In den Wertvorstellungen der Antike hatten die Armen und Schwachen keinen Platz und die Aufkl\u00e4rung hatte viel mehr an Werten vom Christentum \u00fcbernommen, als sie zugab.<\/p>\n<p>&#8222;&#8218;Wir verk\u00fcndigen Christus als den Gekreuzigten: f\u00fcr die Juden ein \u00c4rgernis, f\u00fcr die Heiden eine Torheit&#8216;, sagte der heilige Paulus. Recht hatte er. Nichts h\u00e4tte in einem gr\u00f6\u00dferen Gegensatz zu den tiefsten \u00dcberzeugungen seiner Zeitgenossen \u2013 Juden, Griechen oder R\u00f6mer \u2013 stehen k\u00f6nnen als die Vorstellung, dass ein Gott aus freiem Willen breit war, Folter\u00a0 und den Tod am Kreuz zu erleiden. Eine solche Vorstellung war so schockierend, dass sie geradezu absto\u00dfend schien. Die Vertrautheit mit der biblischen Kreuzigung hat unsere F\u00e4higkeit verdunkelt, dar\u00fcber nachzudenken, welche Sprengkraft und Einzigartigkeit in der Gottheit Christi liegt. In der antiken Welt beanspruchten die G\u00f6tter, das Universum zu regieren, die Ordnung aufrechtzuerhalten und Strafen zuzuf\u00fcgen, nicht aber Strafen zu erleiden.<\/p>\n<p>Heute, da der Glaube an Gott im gesamten Westen schwindet, bewahren die L\u00e4nder, die einst christlich waren den Stempel, der ihnen durch die zweitausend Jahre der Revolution, die das Christentum bedeutet, eingepr\u00e4gt wurde. Das ist der Hauptgrund, weshalb im Prinzip der Gro\u00dfteil von uns Angeh\u00f6rigen der nachchristlichen Gesellschaft es noch immer f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich erachtet, dass es edler ist zu leiden, als Leiden zuzuf\u00fcgen. Dank dem Christentum gilt noch immer weitgehend, dass jedes Menschenleben den gleichen Wert und die gleiche W\u00fcrde hat. Mit Blick auf meine Ethik und meine Moral habe ich gelernt, dass ich weder griechisch noch r\u00f6misch gepr\u00e4gt bin, sondern durch und durch christlich und, dass ich stolz darauf bin.&#8220;<\/p>\n<p>Quelle: gek\u00fcrzt https:\/\/katholisches.info<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tom Holland ist ein nicht nur in Gro\u00dfbritannien beachteten Historiker und Romanautor. 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