{"id":530,"date":"2007-07-10T15:17:26","date_gmt":"2007-07-10T13:17:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=530"},"modified":"2008-09-10T15:19:22","modified_gmt":"2008-09-10T13:19:22","slug":"ihr-habt-christus-angezogen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=530","title":{"rendered":"Ihr habt Christus angezogen"},"content":{"rendered":"<p>Woran erkennt man einen Christen? An seinem Gewand! Was damit gemeint ist, hat unser Heiliger Vater in einer Predigt auf folgende Weise dargestellt: Vom russischen Schriftstellers Tolstoi stammt die Geschichte: Ein strenger K\u00f6nig verlangte von seinen Priestern und Weisen, dass sie ihm Gott zeigten, so dass er ihn sehen k\u00f6nne. Die Weisen vermochten ihm diesen Wunsch nicht zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Aber da bot sich ein gerade vom Feld kommender Hirte an, die Aufgabe zu l\u00f6sen. Der K\u00f6nig lernte, dass seine Augen nicht ausreichten, Gott zu sehen.<\/p>\n<p>Aber nun wollte er wenigstens wissen: was Gott denn tut. \u201eDamit ich dir darauf antworten kann\u201c, sagte der Hirte \u201em\u00fcssen wir die Kleider tauschen.\u201c Z\u00f6gernd willigte der K\u00f6nig ein, \u00fcbergab dem Bauern seine k\u00f6niglichen Kleider und lie\u00df sich selber in den einfachen Rock des armen Mannes kleiden. Und nun kam die Antwort: Das tut Gott.<\/p>\n<p>Gottes Sohn, wahrer Gott vom wahren Gott, hat seinen g\u00f6ttlichen Glanz verlassen: \u201eEr ent\u00e4u\u00dferte sich und wurde wie ein Sklave, den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen \u2013 bis zum Tod am Kreuz\u201c (Phil 2, 6f). Gott hat \u2013 wie die Kirchenv\u00e4ter sagen &#8211; einen heiligen Tausch vollzogen: er hat das Unsere angenommen, damit wir das Seinige empfangen k\u00f6nnen, gottgleich werden. Der heilige Paulus gebraucht f\u00fcr das, was in der Taufe geschieht, ganz ausdr\u00fccklich das Bild vom Gewand: \u201eIhr, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen\u201c (Gal 3, 27). Das geschieht in der Taufe: Wir ziehen Christus an, er schenkt uns seine Gew\u00e4nder, und die sind keine \u00c4u\u00dferlichkeit. Sie bedeuten, dass wir in eine innige Gemeinschaft mit ihm treten. \u201eIch lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir\u201c, so beschreibt der hl. Paulus das Getauftsein (Gal 2, 20). Christus hat unsere Gew\u00e4nder angezogen: den Schmerz und die Freude des Mensch\u001fseins, den Hunger, den Durst, die M\u00fcdigkeit, die Hoffnungen und Entt\u00e4uschungen, die Angst vor dem Sterben, all unsere Not bis in den Tod hinein. Und er hat seine \u201eKleider\u201c uns gegeben. Im Epheserbrief (4,22) sagt uns Paulus, was das bedeutet: \u201eLegt den alten Menschen ab \u2026 \u00c4ndert euer fr\u00fcheres Verhalte! \u2026 Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Legt deshalb die L\u00fcge ab, und redet untereinander die Wahrheit, denn wir sind als Glieder miteinander verbunden. Lasst euch durch den Zorn nicht zur S\u00fcnde hinrei\u00dfen\u201c. Im Kolosserbrief (3,12) hei\u00dft es: \u201eBekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit G\u00fcte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig, und vergebt einander, wenn einer dem anderen andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!\u201c Das ist das Kleid, an dem man die Christen erkennt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Woran erkennt man einen Christen? An seinem Gewand! 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