{"id":4854,"date":"2017-01-09T14:15:17","date_gmt":"2017-01-09T13:15:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=4854"},"modified":"2026-06-03T15:20:57","modified_gmt":"2026-06-03T14:20:57","slug":"hl-laura-montoya-upegui-bist-du-nicht-die-freundin-gottes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=4854","title":{"rendered":"Hl. Laura Montoya Upegui &#8211; Bist du nicht die Freundin Gottes?"},"content":{"rendered":"<p>Madre Laura Montoya Upegui (1874 &#8211; 1949) ist die erste heiliggesprochene Kolumbianerin. Sie gr\u00fcndete eine Missionsgemeinschaft, die sich ganz der Evangelisierung der Ureinwohner von Kolumbien widmete. In ihrer Autobiographie, die sie im Auftrag ihres Bischofs verfasste, berichtet sie von einer wunderbaren Begebenheit, die uns zeigt, dass wir in allen St\u00fcrmen und Unwettern unseres Lebens auf Gottes Macht vertrauen sollen. Die hl. Laura erz\u00e4hlt:<\/p>\n<p>\u00bbAuf einem Gang durch den Dschungel, von einer Missionsstation zur anderen, begleitete mich einmal ein Indiom\u00e4dchen. Wir waren noch nicht lange unterwegs und gingen gerade an einem Fluss entlang, der sich am Fu\u00df des Andengebirges dahinschl\u00e4ngelte, als vor uns dunkle Regenwolken aufzogen. Ein m\u00e4chtiger Sturm k\u00fcndigte sich durch Blitze und Donnerrollen an. Als wir uns in die Richtung umwandten, aus der wir gekommen waren, sahen wir, dass sich auch dort ein riesiger Sturm zusammenballte. Ebenso bildeten sich zu unserer Linken und Rechten rasch schwere Gewitterwolken. Das Indianerm\u00e4dchen rief ver\u00e4ngstigt: &#8222;Schau, Madre, diese &#8218;vier Regen&#8216; werden uns wegsp\u00fclen!&#8220; &#8211; &#8222;Ja&#8220;, antwortete ich ihr, &#8222;da kann man nichts machen. Wir werden das aus Liebe zu Gott ganz einfach ertragen.&#8220; Aufgeregt dr\u00e4ngte das M\u00e4dchen: &#8222;Bist du nicht die Freundin Gottes? Also, warum l\u00e4sst du es zu, dass der Regen uns durchn\u00e4sst? Hast du mich vielleicht nicht gern, Madre?&#8220; &#8211; &#8222;O, ich liebe dich sehr, T\u00f6chterchen&#8220;, erwiderte ich ihr, &#8222;doch wenn Gott diesen Regen schickt, der uns durchn\u00e4ssen wird, was k\u00f6nnen wir dagegen tun?!&#8220; Da schimpfte sie aufgebracht: &#8222;Es ist deine Schuld, wenn der Regen mich durchn\u00e4sst, denn du k\u00f6nntest deinen Gott bitten, keinen Regen zu schicken. Er w\u00e4re bestimmt gut zu dir und w\u00fcrde es nicht regnen lassen.&#8220; Diese Worte r\u00fchrten mich, denn sie zeigten mir deutlich, dass die Indianerin in Wirklichkeit ein Wunder erwartete. Sie vertraute tats\u00e4chlich darauf, Gott k\u00f6nnte es verhindern, dass &#8218;die vier Regen&#8216; losbrachen \u2026 Nun warteten wir gemeinsam nur noch darauf, welcher der &#8218;vier Regen&#8216; uns als erster erreichen w\u00fcrde. Das gewaltige Herantosen der Regenschauer h\u00f6rte sich an, als w\u00fcrden Berge zusammenst\u00fcrzen und massenhaft Ger\u00f6ll mit in die Tiefe rei\u00dfen. Schon schlugen Blitze links und rechts von uns ein, und auch mir wurde angst und bange. Verr\u00fcckt vor Angst schrie das M\u00e4dchen: &#8222;Das ist deine Schuld! Das ist deine Schuld!&#8220; In dem Moment betete ich zu Gott:<br \/>\n<i>&#8222;Herr, zur Verherrlichung Deines Namens und um dieses Indiom\u00e4dchen zu bekehren, bitte ich Dich voll Vertrauen, zeige Deine Macht der Barmherzigkeit!&#8220;<br \/>\n<\/i>Kaum hatte ich inst\u00e4ndig ein Vaterunser gebetet, erreichte uns auch schon der Regen aus allen vier Richtungen.<\/p>\n<p>Doch wir setzten unseren Fu\u00dfmarsch von weiteren 45 Minuten unverdrossen fort, und zwar komplett trocken! Denn der Regen, der vor uns niederprasselte, wich stets vor unserem n\u00e4chsten Schritt zur\u00fcck. Der Regen hinter uns blieb immer im gleichen Abstand von zwei, drei Meter Entfernung. Und die Regenschauer links und rechts von uns hielten ebenfalls eine gleichbleibende Distanz von drei bis vier Metern. Als wir endlich die Missionsstation erreichten, meinten die wartenden Schwestern nat\u00fcrlich, wir m\u00fcssten tropfnass sein. Sie traten voll Mitleid aus dem Haus und waren h\u00f6chst erstaunt, uns g\u00e4nzlich trocken ankommen zu sehen. Ebenso verbl\u00fcfft blickten sie auf den trockenen Kreis um uns herum, der bis zum Hauseingang reichte und auf den nicht ein einziger Regentropfen gefallen war. Nur unsere F\u00fc\u00dfe und Schuhe waren nass, weil sie den Boden ber\u00fchrt hatten, der jeweils von den Regenschauern vor uns durchtr\u00e4nkt worden war. Ansonsten war kein einziger Wassertropfen auf uns gefallen. Da sagte das Indiom\u00e4dchen zu den sprachlosen Umstehenden: &#8222;Gott ist sehr gut zu dieser Madre!&#8220; Und mein Herz war nach all dem Erlebten voll Dankbarkeit Gott gegen\u00fcber, der dieses gro\u00dfe Wunder f\u00fcr ein armes unbeachtetes Indiom\u00e4dchen gewirkt hatte.\u00ab<\/p>\n<p>Quelle: Autobiografia S. Laura Montoya Upegui<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Madre Laura Montoya Upegui (1874 &#8211; 1949) ist die erste heiliggesprochene Kolumbianerin. 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