{"id":3933,"date":"2014-11-01T15:14:07","date_gmt":"2014-11-01T14:14:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=3933"},"modified":"2014-11-01T15:14:07","modified_gmt":"2014-11-01T14:14:07","slug":"warum-erbarmst-du-dich-nicht-deiner-armen-seele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=3933","title":{"rendered":"Warum erbarmst du dich nicht deiner armen Seele?"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krippe06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1307\" alt=\"krippe06\" src=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krippe06.jpg\" width=\"232\" height=\"302\" srcset=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krippe06.jpg 300w, https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/krippe06-230x300.jpg 230w\" sizes=\"(max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><\/a>In den 60-ger Jahren, w\u00e4hrend der Zeit des Kommunismus hat sich in der Ukraine im Gebiet von Donetsk folgendes Weihnachtswunder ereignet.<\/em><\/p>\n<p>Natascha, die Frau eines F\u00f6rsters hatte ihren Mann im Krieg verloren. Ihr einziger Sohn, der sich den Widerstandsk\u00e4mpfern angeschlossen hatte, war von einem Freund verraten, von den &#8222;Roten&#8220;, d.h. von den kommunistischen Milizen erwischt und erh\u00e4ngt worden. Als Natascha vor ihrem toten Sohn stand, sagte eine Stimme in ihr: &#8222;L\u00e4stere Gott!&#8220; und eine andere: &#8222;Bete f\u00fcr die Henker!&#8220; &#8222;Einen Atemzug lang schwankte ich, dann habe ich gew\u00e4hlt&#8220;, verriet sie sp\u00e4ter einmal Pater Dimitri. Seither f\u00fchrte sie ein zur\u00fcckgezogenes Leben im Gebet. Es hatte sich auch das Ger\u00fccht verbreitet, Natascha sei irrsinnig geworden; aber &#8218;gesch\u00fctzt&#8216; durch dieses Ger\u00fccht, stellte sie ihr Haus und ihren Stall dem Untergrundpriester Pater Dimitri zur Verf\u00fcgung, der immer wieder zu ihr kam, um mit vielen Gl\u00e4ubigen heimlich die hl. Messe zu feiern.<\/p>\n<p>An jenem Weihnachtsabend feierte P. Dimitri mit vielen Gl\u00e4ubigen im Stall die Mitternachtsmette. Natascha wollte vorne vor der T\u00fcr des Hauses Wache halten, um die Leute zu warnen, wenn Gefahr drohte. Es begann gerade die Predigt, die sie von ferne h\u00f6rte. Natascha war ganz versunken in das Weihnachtsgeheimnis.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich schnellte sie auf. &#8222;Wer ist da?&#8220; Eine schwere Hand f\u00e4llt auf ihre Schulter, eine andere h\u00e4lt ihr den Mund zu. &#8222;Schweig, alte Hexe! Das ist also dein &#8218;Irrsinn&#8216;?\u201d Ein f\u00fcrchterlicher Schlag wirft sie zu Boden und dr\u00fcckt gleichzeitig die T\u00fcre auf, so dass Natascha im Gang hilflos liegen bleibt. Der Mann schlie\u00dft die T\u00fcre sorgf\u00e4ltig hinter sich zu. Er grinst: &#8222;Gefangen in der Mausefalle! Jetzt werde ich dich bald zum Sprechen bringen! Vorw\u00e4rts, gestehe! Woher kommt der Priester?&#8220; Natascha fasst sich. Die Schulter schmerzt schrecklich. Die ganze Schwere der Lage wird ihr bewusst. Wie hat sie sich auf diese Weise \u00fcberlisten lassen! &#8222;Gottesmutter, nimm mein Leben, lass aber keinen der anderen zugrunde gehen!&#8220; &#8222;Es wird wohl die ganze Nacht dauern&#8220;, sagt der Mann. &#8222;Meine Milizen sind in einer Stunde da. Indessen wollen wir uns etwas unterhalten. Sag mir, was du eben unter der T\u00fcre getan hast!&#8220; Natascha vernimmt deutlich mit den Ohren der Seele die Worte, die ihr eingegeben werden. Sie erwidert mit lauter Stimme: &#8222;Ich habe f\u00fcr dich gebetet.&#8220; Der Mann dreht sich zu ihr. &#8222;H\u00f6rt, h\u00f6rt&#8220;, schreit er und lacht h\u00f6hnisch. &#8222;An soviel Ehre habe ich nicht gedacht! Du hast f\u00fcr mich gebetet! F\u00fcr mich, der dir den Hals umdrehen kann, sofort \u2026 sofort!&#8220;<\/p>\n<p>Natascha sp\u00fcrt den W\u00fcrgegriff an ihrer Kehle. Sie f\u00fchlt aber keinerlei Angst, sie lauscht nur auf die innere Stimme und wiederholt Wort um Wort, was sie h\u00f6rt: &#8222;Nicht ich bin zu beklagen! Du bist es. Warum erbarmst du dich nicht deiner armen Seele?&#8220; &#8222;Meine Seele, meine Seele! Ich m\u00fcsste vorerst wissen, ob eine vorhanden ist!&#8220; &#8222;Schau doch: siehst du nichts?&#8220; &#8222;Hexe! Schweig!&#8220; &#8222;Ich bin keine Hexe. Deine Seele ist wie ein gefesseltes Kind. Wie ein verhungertes Kind! Wie ein gefangenes Kind! Erbarme dich deiner Seele!&#8220;<\/p>\n<p>Der Mann scheint vom Blitz getroffen zu sein. Sie stehen sich gegen\u00fcber, sie mit dem R\u00fccken zur Wand, er im vollen Licht. Seine zerrissenen Z\u00fcge verraten eine uns\u00e4gliche Angst. Er zittert, und seine Z\u00e4hne klappern und knirschen. &#8222;Oh! Deine Seele!&#8220; Pl\u00f6tzlich st\u00f6\u00dft die Frau einen Schrei aus. An seiner Stimme hat sie ihn erkannt. Das Herzblut steigt ihr ins Gesicht. &#8222;O du! F\u00fcr dich bete ich, du hast meinen Sohn erh\u00e4ngt&#8220;, ruft sie mit dumpfer Stimme, w\u00e4hrend sie innerlich noch einmal das Martyrium ihres Sohnes nacherlebt. Und nun hat er wohl auch das Programm dieser weihnachtlichen Zusammenkunft ausspioniert. Und er hofft, dass dieses grausame Unternehmen ihm eine Bef\u00f6rderung erwirke. Seine Milizen warten also auf den Pfiff, der bedeutet, dass das Wild in die Falle gegangen ist. Es bleibt noch dieser Pfiff! In diesem Augenblick geschieht das Unfassbare. Der Mann vor ihr bricht in die Knie. Ein wildes Schluchzen sch\u00fcttelt seinen K\u00f6rper. Langsam neigt sich Natascha zu ihm nieder und legt die Arme um ihn. &#8222;Friede, mein Kind! Es ist die Nacht des Friedens.&#8220; Er wendet ihr sein noch junges, tr\u00e4nen\u00fcberstr\u00f6mtes Gesicht zu: &#8222;Was muss ich tun, M\u00fctterchen?&#8220; &#8222;Komm&#8220;, erwidert sie, &#8222;man erwartet dich.&#8220; Sie nimmt ihn bei der Hand, f\u00fchrt ihn zum Stall und \u00f6ffnet die T\u00fcre. Pater Dimitri verstummt, alle Blicke wenden sich dem Eintretenden zu. &#8222;Ich bringe euch jetzt einen Bruder&#8220;, stellt Natascha den Unbekannten vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den 60-ger Jahren, w\u00e4hrend der Zeit des Kommunismus hat sich in der Ukraine im Gebiet von Donetsk folgendes Weihnachtswunder <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=3933\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1307,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[77],"tags":[],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-10 20:20:39","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3933"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3933"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3933\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1307"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}