{"id":3705,"date":"2014-05-11T20:06:24","date_gmt":"2014-05-11T19:06:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=3705"},"modified":"2017-06-30T16:02:47","modified_gmt":"2017-06-30T15:02:47","slug":"werde-ein-rechter-pfarrer-oder-keiner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=3705","title":{"rendered":"Werde ein rechter Pfarrer oder keiner!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Pfarrer-Hieber2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3706\" alt=\"Pfarrer-Hieber2\" src=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Pfarrer-Hieber2.jpg\" width=\"181\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Pfarrer-Hieber2.jpg 322w, https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Pfarrer-Hieber2-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 181px) 100vw, 181px\" \/><\/a>Der 4. Sonntag in der Osterzeit, der &#8222;Guthirten-Sonntag&#8220;, ist der Weltgebetstag um geistliche Berufe. Berufungen zum Priestertum oder Ordensleben sind eine Gnade Gottes. An au\u00dfergew\u00f6hnlichen Gestalten wie dem &#8222;Segenspriester&#8220; Augustinus Hieber aus dem Alg\u00e4u kann uns bewusst werden, welch gro\u00dfen Segen Gott in das Priestertum gelegt hat.<br \/>\nEtwa 40 km von Bregenz entfernt liegt bei Leutkirch der kleine Ort Merazhofen. Dort hat durch viele Jahre Pfarrer Augustinus Hieber gelebt und gewirkt. Er ist 1968 mit 82 Jahren verstorben. Zu seinem Grab pilgern heute noch viele Menschen und bezeugen, dass sie auf seine F\u00fcrsprache hin Gottes Trost und Hilfe empfangen haben.<br \/>\nPfarrer Augustinus Hieber wurde 1886 als Sohn eines Bauern geboren. Er sollte den v\u00e4terlichen Hof \u00fcbernehmen. Aber schon als Kind sp\u00fcrte er den Ruf zum Priestertum. Als er seinem Vater diesen Wunsch offenbarte, sagte dieser zu ihm: &#8222;Bub, das eine sag ich dir: Wenn du Priester werden willst, dann werd a rechter Pfarrer oder keiner!&#8220;<br \/>\nNach seiner Priesterweihe 1910 war er als Vikar in Stuttgart t\u00e4tig. Ein Erlebnis aus dieser Zeit hat ihn besonders gepr\u00e4gt. Er erz\u00e4hlte: \u00bbEs war im Fr\u00fchjahr 1919 beim Spartakus-Aufstand in Stuttgart. Da wurde ein Spartakist, d.h. Radikalsozialist, von Jugend an der Kirche fern, angeschossen und todverwundet ins Karl-Olga-Spital gebracht. Die Schwester sagte zu mir: &#8222;Herr Vikar, da k\u00f6nnen Sie nichts mehr machen, der weist jeden Priester zur\u00fcck.&#8220; Ich ging trotzdem hinein. Ich kniete an seinem Krankenbett nieder. Ich faltete die H\u00e4nde und betete ein Vaterunser zum erbarmungsreichen Heiligsten Herzen Jesu. Da pl\u00f6tzlich schaute der Todkranke auf mich: &#8222;Herr Pfarrer, ist&#8217;s Ihnen so ernst?&#8220; &#8222;Ja&#8220;, sprach ich, &#8222;so ernst ist mir, dass ich bereit w\u00e4re, mein Leben f\u00fcr Sie hinzugeben in Namen meines Herrn und Meisters.&#8220; Da trat dem Verwundeten eine Tr\u00e4ne ins Auge und er sagte: &#8222;Dann vertraue ich mich Ihnen an.&#8220; Darauf legte er, so gut es eben ging, seine Beichte ab und empfing die heiligen Sterbesakramente. Am Abend war er schon tot. Aber seine Seele war gerettet. Nie werde ich diesen Tag in meinem Priesterleben vergessen.\u00ab<br \/>\nSein ganzes Leben war ein echtes Priesterleben mit totalem Einsatz aller seiner leiblichen und seelischen Kr\u00e4fte, um Seelen f\u00fcr Gott zu gewinnen. 1936 wurde er Pfarrer in Merazhofen. Sein Ruf als guter Beichtvater und Segenspriester verbreitet sich rasch. In das kleine Merazhofen kamen Besucher aus ganz Deutschland, aus \u00d6sterreich, aus der Schweiz und aus dem Elsa\u00df. F\u00fcr jeden hatte er Zeit und einen guten Rat.<br \/>\nAls die Nationalsozialisten 1940 auch im Allg\u00e4u den Religionsunterricht verbieten und die Kreuze aus den Schulen entfernen wollten, betete Pfarrer Hieber n\u00e4chtelang vor dem Tabernakel, um diese Gefahr um der Kinder willen abzuwenden. Und erstaunlicherweise blieben im Dekanat Leutkirch, dem er vorstand, die Kreuze in den Schulen und der Religionsunterricht durfte weitergehen. Auf sein Gebet und seinen Segen hin wurden viele Kranke geheilt. Es kam vor, dass Hieber die Sorgen seiner Besucher schon kannte, bevor diese sie ihm erz\u00e4hlen konnten. Seine Kraft lag im Beten und im Segnen. Die Marienverehrung, die Herz-Jesu-Verehrung und vor allem die Verehrung des Heiligen Geistes pr\u00e4gte die Pers\u00f6nlichkeit dieses Priesters. Er hatte auch die seltene Gabe, die Seelen Verstorbener zu sehen.<br \/>\n&#8222;Der Priester muss viel segnen \u2026 Ja, der Priester muss Segnungspriester sein; in seine Hand ist eine g\u00f6ttliche Segenskraft gelegt&#8220;, sagte er bei seinem Goldenen Priesterjubil\u00e4um 1960.<br \/>\nEine Petition zur Seligsprechung von Pfarrer Hieber wurde von 22.000 Gl\u00e4ubigen unterschrieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 4. Sonntag in der Osterzeit, der &#8222;Guthirten-Sonntag&#8220;, ist der Weltgebetstag um geistliche Berufe. 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