{"id":3514,"date":"2013-11-11T08:12:40","date_gmt":"2013-11-11T07:12:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=3514"},"modified":"2013-11-11T08:12:40","modified_gmt":"2013-11-11T07:12:40","slug":"das-weihnachtswunder-im-niemandsland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=3514","title":{"rendered":"Das Weihnachtswunder im Niemandsland"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_3515\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Frieden.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3515\" class=\"size-full wp-image-3515\" alt=\"Frieden\" src=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Frieden.jpg\" width=\"226\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Frieden.jpg 268w, https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Frieden-250x194.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3515\" class=\"wp-caption-text\">Dieses Foto ist ber\u00fchmt geworden. Es zeigt einige Soldaten, Briten<br \/>und Deutsche, am Vormittag des 25. Dezember 1914 im Niemandsland an der Westfront in Flandern.<\/p><\/div>\n<p>Als Jesus geboren wurde, verk\u00fcndeten die Engel den Frieden: &#8222;Ehre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade&#8220; (Lk 2,14). Das Weihnachtsfest erinnert uns immer wieder an diesen Frieden, den uns Christus gebracht hat. Wie stark diese Weihnachtsgnade des Erl\u00f6sers zum Frieden hin wirken kann, das zeigt uns eine Begebenheit aus dem Ersten Weltkrieg, der vor fast 100 Jahren im Sommer 1914 begonnen hat und soviel Not und Unheil gebracht hat.<br \/>\nEs war im Dezember 1914 in Flandern in Belgien. Die Truppen des Deutschen Reiches hatten sich in Sichtweite ihrer Gegner in Sch\u00fctzengr\u00e4ben verschanzt. Die anderen &#8211; Engl\u00e4nder, Franzosen, Belgier &#8211; hielten es ebenso. Die feindlichen Heere lagen sich gegen\u00fcber oft nur hundert Meter voneinander entfernt. Doch in diesem Todesstreifen des Grauens geschah am 24. und 25. Dezember etwas Unglaubliches.<br \/>\nAnfangs war es nur einer, der am Heiligen Abend im Sch\u00fctzengraben der Deutschen das &#8222;Stille Nacht&#8220; vor sich hin sang. Bald stimmten auch andere ein. Leise klang das Lied von Christi Geburt in das tote Niemandsland hinein. Hundert Meter von diesem unsichtbaren Chor entfernt, in den Stellungen der Briten, bliebt es ruhig. Die deutschen Soldaten aber waren in Stimmung gekommen. In einem immer st\u00e4rker werdenden Chor sangen sie alle bekannten Weihnachtslieder. Als der letzte Ton verklungen war, warteten die Engl\u00e4nder dr\u00fcben noch eine Minute, dann begannen sie zu klatschen und zu riefen &#8222;Good, old Fritz&#8220;, und &#8222;More, more&#8220;, Zugabe, Zugabe. Die derart ber\u00fchrten deutschen Soldaten antworten mit &#8222;Merry Christmas, Englishmen&#8220; und &#8222;We not shoot, you not shoot&#8220;, und was sie da riefen, das meinten sie ernst. Sie stellten auf den Erdw\u00e4llen vor den Sch\u00fctzengr\u00e4ben Kerzen auf, die wie ein Perlenreihe in der Finsternis leuchteten. Auf beiden Seiten wurden Pappschilder hochgehalten mit der Aufschrift &#8222;Merry Christmas&#8220; oder &#8222;Frohe Weihnachten&#8220;. Durch Gr\u00e4ben und Bunker verbreitete sich die Nachricht vom Frieden in Flandern. Soldaten aller Nationen legten ihre Waffen nieder und feierten gemeinsam Weihnachten. Auf den H\u00fcgeln standen sogar Tannenb\u00e4ume mit Kerzen.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag wurden die Toten, die seit Wochen unbestattet im Niemandsland lagen, mit einem gemeinsamen Gebet zur ewigen Ruhe gebettet. Im Tauschhandel wechselten Tabak und Zigarren, Schnaps und Wein die Fronten. Die M\u00e4nner, die sich am Tag zuvor noch belauert hatten, um sich gegenseitig abzuschie\u00dfen, zeigten sich die Fotos ihrer Familien und sprachen \u00fcber ihre Sehnsucht, dass dieser verdammte Krieg enden m\u00f6ge. Und es fanden sogar Fu\u00dfballspiele statt.<br \/>\nDa die h\u00f6heren Befehlshaber nicht an der Front waren, beschlossen deutsch und britische, franz\u00f6sische und belgische Soldaten ganz spontan, nicht mehr aufeinander zu schie\u00dfen. Einen solchen Frieden von unten hatte es in der Geschichte eines Krieges noch nie gegeben; und es hat auch niemals wieder einen solchen gegeben. Der s\u00e4chsische Offizier Georg Reim schrieb in sein Tagebuch, dass alle Gedanken an Kampf und Hass der V\u00f6lker pl\u00f6tzlich vergessen waren. &#8222;Wir f\u00fchlten uns dabei gl\u00fccklich wie die Kinder.&#8220;<br \/>\nAber den Herren des Krieges auf beiden Seiten in den Generalst\u00e4ben, die weit ab von jedem Schuss waren, wurde nach drei Tagen die weihnachtliche Ruhe unheimlich. Es drohte daraus ein Frieden zu wachsen, der von den einfachen Soldaten beschlossen wurde. Das war von den obersten politischen Kriegstreibern nicht erw\u00fcnscht. Der Krieg musste weitergehen und er dauerte noch viele Jahre und kostete rund neun Millionen Menschen das Leben. Das Weihnachtswunder im Niemandsland blieb bis heute in allen Kriegen einmalig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Jesus geboren wurde, verk\u00fcndeten die Engel den Frieden: &#8222;Ehre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden den <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=3514\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3515,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[77],"tags":[],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-26 10:55:41","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3514"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3514"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3514\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3515"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3514"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3514"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}