{"id":2833,"date":"2012-05-07T09:49:01","date_gmt":"2012-05-07T08:49:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=2833"},"modified":"2017-06-30T16:21:53","modified_gmt":"2017-06-30T15:21:53","slug":"die-christen-als-seele-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=2833","title":{"rendered":"Die Christen als &#8222;Seele der Welt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/rom-petersplatz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-2834\" title=\"rom-petersplatz\" src=\"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/rom-petersplatz.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"181\" srcset=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/rom-petersplatz.jpg 350w, https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/rom-petersplatz-250x227.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Christus spricht in seinem Abschiedesgebet im Abendmahlssaal davon, dass seine J\u00fcnger nicht &#8222;von der Welt&#8220;, sondern nur mehr &#8222;in der Welt&#8220; sind. Er m\u00f6chte uns aber nicht aus der Welt herausnehmen, sondern vor dem B\u00f6sen bewahren und uns zugleich in die Welt senden: &#8222;Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.&#8220; Es ist eine ganz eigenartige Stellung, die wir als Christen in der Welt einnehmen sollen. Wie k\u00f6nnen wir das nun verstehen?<\/p>\n<p>Wenn Jesus von der Welt spricht, so meint er damit nicht die Sch\u00f6pfung, wie Gott sie geschaffen hat. Jesus meint mit der Welt vor allem die vom Menschen gemachte Welt, die aus dem S\u00fcndenfall entstanden ist. Er meint die menschliche Denk- und Lebenswelt, die sich ohne Gott und gegen Gott organisiert, in der Gott keinen Patz hat, ja, die Gott gegen\u00fcber sogar ganz feindlich gesinnt ist.<br \/>\nHier sehen wir nun unsere Berufung als J\u00fcnger Christi. Wir leben zwar &#8222;in dieser Welt&#8220;, die sich von Gott abgewendet hat, aber wir leben nicht mehr &#8222;von der Welt&#8220;, wir sollen nicht mehr mitmachen mit ihrem gottfernen Treiben. Die Quelle unseres Denkens und Handelns ist Jesus Christus. Darum lassen sich jene, die Christus nachfolgen, nicht mehr davon bestimmen, was gerade Mode ist.<\/p>\n<p>Sie suchen ihr Leben nach dem Willen Gottes auszurichten.<br \/>\nDaher ist auch verst\u00e4ndlich, was Jesus weiter sagt: &#8222;Wenn ihr von der Welt stammen w\u00fcrdet, w\u00fcrde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erw\u00e4hlt habe, darum hasst euch die Welt&#8220; (Joh 15, 19).<\/p>\n<p>Im Laufe der Kirchengeschichte hat es immer Christenverfolgungen gegeben. Das ist auch heute so. Wenn wir fragen, warum Christen eingesperrt, misshandelt, vertrieben und umgebracht werden, oder wie es bei uns geschieht, warum sie bel\u00e4chelt, verspottet und ausgeschlossen werden, so finden wir nicht etwa den Grund, dass sie irgendwelche menschliche Verbrechen begangen h\u00e4tten oder nicht gute Staatsb\u00fcrger gewesen w\u00e4ren. Nat\u00fcrlich hat es auch immer Verfehlungen von Seiten der Christen gegeben, die man verurteilen muss. Aber der Hauptgrund der Christenverfolgung liegt immer nur in der Tatsache, dass sie Christen sind. Der Hass gegen sie hat sich meist daran entz\u00fcndet, dass sie den unsittlichen und s\u00fcndhaften Lebenswandel ihrer Umgebung und Zeit nicht mitgemacht haben, das hei\u00dft, weil sie nicht von der Welt leben.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite hat das gute Beispiel der Christen, die vom Geist Gottes beseelt waren, auch immer jene Menschen angezogen, die nach der Wahrheit gesucht haben. Ja die wahren J\u00fcnger Christi sind es, die in vielfacher Weise das allt\u00e4gliche Leben durchtragen, weil sie zum selbstlosen Dienen bereit sind, weil sie sich opfern und hingeben zum Wohl ihrer Mitmenschen, weil sie in Treue durchhalten, auch wenn es schwer wird. Sie sind sozusagen die Seele, die die Welt noch innerlich zusammenh\u00e4lt, jene Welt, die ansonsten im Egoismus zerfallen w\u00fcrde. Dieser Gedanker ist schon in eine Brief aus dem 2. Jahrhundert beschrieben worden. Im Brief an Diognet hei\u00dft es:<\/p>\n<p>&#8222;Um es kurz zu sagen, was im Leib die Seele ist, das sind in der Welt die Christen. Die Seele wohnt zwar im Leib; stammt aber nicht aus dem Leibe; so wohnen die Christen in der Welt, aber sie sind nicht von der Welt. Das Fleisch hasst und bek\u00e4mpft die Seele, die ihm kein Leid antut, blo\u00df weil die Seele das Fleisch hindert, seinen L\u00fcsten nachzugehen; ebenso hasst die Welt die Christen, die ihr nichts zuleide tun, nur weil sie sich den weltlichen Vergn\u00fcgungen widersetzen. Die Seele ist zwar vom Leib umschlossen, sie ist es aber, die den Leib zusammenh\u00e4lt. So werden auch die Christen von der Welt gleichsam in Gewahrsam gehalten, aber gerade sie sind es, die die Welt zusammenhalten. In eine solche Stellung hat Gott sie versetzt, und sie haben nicht das Recht, diese Stellung zu verlassen.&#8220;<\/p>\n<p>Dieser Gedanke von den Christen als &#8222;Seele der Welt&#8220; kann uns eine Hilfe sein, unsere Sendung und Aufgabe zu verstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christus spricht in seinem Abschiedesgebet im Abendmahlssaal davon, dass seine J\u00fcnger nicht &#8222;von der Welt&#8220;, sondern nur mehr &#8222;in der <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=2833\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2834,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[45],"tags":[],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-25 10:26:07","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2833"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2833"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2833\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2834"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}