{"id":2770,"date":"2012-03-04T22:26:02","date_gmt":"2012-03-04T21:26:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=2770"},"modified":"2017-06-30T16:24:15","modified_gmt":"2017-06-30T15:24:15","slug":"georg-friedrich-handels-auferstehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=2770","title":{"rendered":"Georg Friedrich H\u00e4ndels Auferstehung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/3d\/Haendel.jpg\/170px-Haendel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/3d\/Haendel.jpg\/170px-Haendel.jpg\" alt=\"H\u00e4ndel\" width=\"148\" height=\"186\" \/><\/a>Eines der bekanntesten Musikst\u00fccke der Barockzeit, das die Freude der Auferstehung und den Osterjubel in gro\u00dfartiger Weise zum Ausdruck bringt, ist das &#8222;Halleluja&#8220; von Georg Friedrich H\u00e4ndel. Es ist ein St\u00fcck aus dem Oratorium &#8222;Der Messias&#8220;, das H\u00e4ndel im Jahre 1741 in London komponiert hat. Dieses &#8222;Halleluja&#8220;, wie auch diese Verherrlichung Jesu Christi im &#8222;Messias&#8220; waren nicht blo\u00df Produkt seiner genialen Begabung, sondern diese Musik ist geboren als ein Geschenk der Auferstehung aus einer tiefen Erfahrung der innerer Nacht des Leidens.<\/p>\n<p>Georg Friedrich H\u00e4ndel wurde am 5. M\u00e4rz 1685 in Halle a. d. Saale geboren. Er war schon als Kind ein musikalischer &#8222;Wunderknabe&#8220; und entwickelte sich zu einem Musiker und Komponisten von gewaltiger Schaffenskraft. 42 Opern und 25 Oratorien, Kirchenmusik f\u00fcr den englischen Hof, sowie zahlreiche Werke f\u00fcr Orchester, Kammer- und Klaviermusik stammen aus seiner Feder. Er hatte in London, wo er bis zu seinem Tod am 14. April 1759 lebte, sogar ein eigenes Operhaus gef\u00fchrt, in dem seine Werke aufgef\u00fchrt wurden.<br \/>\nMitten in seiner Arbeit \u2013 er war 52 Jahre alt \u2013 erlitt er am 13. April 1737 einen Schlaganfall. Er war halbseitig gel\u00e4hmt und es schien das Ende seines Schaffens zu sein. Der Arzt wusste nicht mehr weiter und schickte H\u00e4ndel schlie\u00dflich in die hei\u00dfen B\u00e4der nach Aachen. Er sollte drei Stunden am Tag hei\u00dfe Kurb\u00e4der nehmen. Doch H\u00e4ndel hatte einen eisernen Willen. Neun Stunden blieb H\u00e4ndel zum Erschrecken der \u00c4rzte im hei\u00dfen Bad. Er riskierte alles, um zur\u00fcckzuerobern, was verloren schien. Und tats\u00e4chlich seine Kraft kehrte zur\u00fcck. Nach einigen Wochen konnte er wieder auf der Orgel spielen. Stolz und dankbar kehrte er nach London zur\u00fcck. &#8222;Aus der Totenwelt bin ich wieder zur\u00fcckgekehrt\u201c, sagte er und st\u00fcrzte sich in die Arbeit.<br \/>\nAber nun kam eine Pr\u00fcfung anderer Art auf ihn zu. Die Zeit war gegen ihn. Das Interesse an den Opern sank. Durch einen strengen Winter mussten viele Vorstellungen abgesagt werden. Er sollte die Musiker bezahlen und hatte keine Eink\u00fcnfte. Die Gl\u00e4ubiger verfolgten ihn. Was er vier Jahre vorher an seinem K\u00f6rper erfahren hatte, geschah jetzt mit seinem Gem\u00fct. Er war am Ende. \u201eWozu hat mich Gott auferstehen lassen aus der Krankheit, wenn die Menschen mich wieder begraben \u2026 ?\u201c Solche Gedanken brachte er nicht mehr aus dem Kopf. So irrte er am Abend oft verzweifelt in London herum. Erst sp\u00e4t nachts traute er sich heim, um den Gl\u00e4ubigern auszuweichen. Man schrieb den 21. August 1741. Wieder kehrte er mitten in der Nacht zur\u00fcck. Da fiel sein Blick auf ein Paket, ein B\u00fcndel von beschriebenen Bl\u00e4ttern. Obenauf ein Brief von Charles Chennens, dem Dichter, der ihm die letzten Opern und<br \/>\nOratorien geschrieben hatte. \u201eIch hoffe, Sie, der gro\u00dfe Meister, werden sich meiner armseligen Worte erbarmen &#8230;\u201c stand darin. Da sah er auf das B\u00fcndel Papier: &#8222;Der Messias&#8220; hie\u00df der Titel. Und die ersten Worte auf dem ersten Blatt trafen ihn zuinnerst: &#8222;Tr\u00f6stet, tr\u00f6stet mein Volk!&#8220; Diese Worte waren wie ein Sch\u00f6pfungswort in sein zerschlagenes Leben hinein. Kaum hatte er sie gelesen, h\u00f6rte er sie schon als Musik. Es schien ihm, als seien diese Worte ihm pers\u00f6nlich von Gott zugesprochen.<\/p>\n<p>Da packte er Feder und Papier und begann zu schreiben, Tag und Nacht, in unvorstellbarer Geschwindigkeit. Nach 22 Tagen war das gro\u00dfe Werk vollendet. Und bis heute erinnert das gewaltige \u201eHalleluja\u201c an H\u00e4ndels eigene Auferstehung. F\u00fcr dieses Werk, das er sp\u00e4ter selber oft aufgef\u00fchrt und dirigiert hat, hat er nie Geld genommen, sondern es immer f\u00fcr wohlt\u00e4tige Zwecke gegeben in Dankbarkeit f\u00fcr die &#8222;Auferstehung&#8220;, die ihm Gott geschenkt damals hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines der bekanntesten Musikst\u00fccke der Barockzeit, das die Freude der Auferstehung und den Osterjubel in gro\u00dfartiger Weise zum Ausdruck bringt, <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/?p=2770\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":4619,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-25 14:57:32","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2770"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2770"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2770\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4619"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2770"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2770"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-antonius.at\/antonius\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2770"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}